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Rassismus?

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Chai
 Chai
Themenstarter
Beiträge : 5678

Im Israel-Thread von @Martha (Leugnung Existenzrecht Israel strafbar? – Politik, Wirtschaft & Soziales – Jesus.de-Forum) wurde über das Thema 'Rassismus' diskutiert, was das Thema dieses Threads sprengt. 

Deshalb dieser Thread, in dem über das Thema Rassismus und wie es definiert werden könnte / sollte, weiterdiskutiert werden kann. 

Antwort
67 Antworten
Chey
 Chey
Beiträge : 1449

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes schreibt zu 'was ist Rassismus':

  • Was ist Rassismus?

    Die UN-Antirassismuskonvention definiert rassistische Diskriminierung als „jede auf der vermeintlichen ethnischen Herkunft, „Rasse“, Hautfarbe, Abstammung oder nationalen Ursprungs beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird“.Aber auch subtile Formen von Rassismus wirken diskriminierend und schaden einer Gesellschaft. Dazu gehören etwa vermeintlich gut gemeinte Kommentare wie „Sie sprechen aber gut deutsch“. Wer ständig gezeigt bekommt, dass er oder sie „nicht dazugehört“, empfindet das als herabwürdigend, frustrierend und lähmend. Solche Ausgrenzungen geschehen nicht immer bewusst, sondern auch aus Unwissenheit oder Unüberlegtheit. Sie sind deswegen nicht weniger verletzend oder diskriminierend. Wichtig ist es daher, sich ihrer bewusst zu werden und entsprechend zu handeln.

    „Menschenrassen“ gibt es nach heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht. Die Aufteilungen in „Rassen“ nach vermeintlichen oder tatsächlichen Merkmalen wie der Hautfarbe oder Herkunft und die Zuschreibung bestimmter und unterschiedlich bewerteter Eigenschaften sind willkürlich und ganz überwiegend ein Mittel, Menschen herabzuwürdigen und auszuschließen.

  • Auf rechtlicher Ebene wird zwischen rassistischen und anderen abstammungsbezogenen Diskriminierungen unterschieden, die Sanktionen sind bei rassistischer Diskriminierung wie auch Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft jedoch die gleichen. Es gibt viele Formen von Rassismus. Unterschieden wird beispielsweise zwischen anti-Schwarzem, -anti-muslimischem oder anti-asiatischem Rassismus.
  • Die Folgen sind schwerwiegend: Rassismus verhindert die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an einer Gesellschaft, er stellt Menschen als „weniger wert“ dar und kann zu psychischer wie physischer Gewalt führen, im Extremfall dient er als Rechtfertigung für Völkermord oder die Tötung zahlreicher Menschen.

VG

Chey

chey antworten
1 Antwort
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10510

@chey 

„Menschenrassen“ gibt es nach heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht

Es gab sie: Den Homo sapiens sapiens, den Neandertaler, den Denisova. Menschen und den Flores-Menschen. Da die beiden letzteren Rassen nur zufällig vor relativ kurzer Zeit (um 2000) entdeckt wurden, könnte es noch weitere, bisher unentdeckte Rassen gegeben haben (in einer Fernsehsendung wurde was über eine Rasse in Afrika spekuliert).

Zwischen denen und dem Homo sapiens sapiens gab es nachweislich sexuelle Kontakte - ob einvernehmlich oder als Vergewaltigungen bei/nach Kriegshandlungen, sei dahin gestellt. Fakt ist: insbesondere in Europa tragen die Menschen auch einige Neandertaler-Gene in sich, im Durchschnitt 3%. In Afrika nicht.

Laut Wikipedia gelten die oben genannten Rassen aber inzwischen (wieder?) als eigene Arten (also statt Homo sapiens neanderthalensis und Homo sapiens sapiens nun Homo neanderthalensis und Homo sapiens, und so weiter), dann könnte man auch wieder von Rassen im Homo sapiens sprechen. Aber das ist im Grunde eine bewusste Entscheidung, die auch was mit Ablehnung von Rassismus zu tun hat.

Aber Rassismus, wie er typischerweise auftritt, ist sowieso unwissenschaftlich, denn Mischrassen sind grundsätzlich biologisch robuster als reine Rassen. Und bislang ist sviw noch niemand auf die Idee gekommen, menschliche »Mischrassen« rassistisch höher zu bewerten als rassereine Menschen.

Aber noch grundsätzlicher: Biologische Unterschiede wie Körpergröße, Stärke, Intelligenz und was man noch sonst anführen könnte, sind kein Grund, manchen Menschen mehr Rechte zu gewähren als anderen.

hkmwk antworten


Kappa
 Kappa
Beiträge : 1845

@chai 

Also ich denke er wird heute auch falsch verstanden.

Im Dritten Reich gab es zum Beispiel Juden, oder Menschen mit jüdischem Hintergrund, die längst Konvertierte Christen waren und Kulturell ganz typisch Deutsch unterwegs. Unabhängig davon das Juden über 1000 Jahre lang Deutschland mit prägten.

Trotzdem wurden diese Verfolgt, weil man sie rein genetisch als andere "Rasse" betrachtete was völliger Irrsinn ist und ungerecht da diese Menschen sich wirklich assimiliert haben bis zum maximalen.

Das ist klassischer Rassismus.

Heutzutage wird es ergänzt, ausgeweitet; Wenn ich übermäßig Kritik an Moslems äußere (von denen die Extremen sehr oft konvertierte Deutsche ohne Migrationshintergrund sind) und hier über die Ranken schlage ist es auch automatisch "Rassismus" - um den anderen möglichst maximal zu Diskreditieren.

Ähnliches wenn es um monetäre Fragestellungen rund und Migration geht.

Ein Pierre Vogel hat aber keine andere "Rasse" nur weil er den Glauben gewechselt hat. Nichts körperlich besser oder schlechter.

Wenn ich ihm gegenüber unfair bin ist er Diskriminierung aber kein Rassismus.

kappa antworten
2 Antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5678
Veröffentlicht von: @kappa

Wenn ich ihm gegenüber unfair bin ist er Diskriminierung aber kein Rassismus.

Ja gut, 'Diskriminierung' ist auch so ein Schlagwort. 

chai antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 1449

@kappa 

Ich denke, man sollte sich weniger mit der korrekten Definition beschäftigen sondern vielmehr damit, was man selbst im Alltag tut und was lieber nicht.

Ist es Rassismus mit Herrn Vogel? Keine Ahnung, Deine Bedenken kann ich nachvollziehen, aber nach meiner oben zitierten Definition ist es das  

Ist aber doch egal. Herrn Vogel kann und sollte man kritisieren für seine Demokratie- und menschenfeindlichen Äußerungen. Aber von ihm auf alle Muslime zu schließen und diese damit auszugrenzen ist Diskriminierung.

Wenn Jack Black schreibt, er lehnt den Islam ab, ist das sein Recht und völlig okay. Genauso beim Christentum. Beides sind Glaubensgemeinschaften und deren Überzeugung kann man für falsch halten, ohne die Menschen damit abzuwerten. Würde er hingegen alle Muslime ablehnen, wäre das diskriminierend, wen  er das nicht sehr erklärend nichtdiskriminierend beschreibt.

Schwieriger wird es beim Judentum,  weil es eben 2 Definitionen zugleich hat: Glaubensgemeinschaft und Volk. Da führt die Ablehnung der Überzeugung dann auch zur Ablehnung der Menschen, wenn man nicht sehr exakt formuliert.

Ja, es ist schwierig mit der Sprache und keiner von uns wird es jemals perfekt machen, weil das gar nicht geht. Das sollte uns aber nicht vom Dazulernen und dem Versuchen, es richtig zu machen, abhalten.

Denn Rassismus und Diskriminierung ist ein grosses Übel. Genau wie Antisemitismus,  wo es fast genau den gleichen Widerspruch gäbe, wenn man sich denn trauen würde. Aber auch hier fallen ja langsam die Schamgrenzen.

VG

Chey

chey antworten
Martha
 Martha
Beiträge : 1626

Wie richtig reden?

Eine Hilfe kann die Formulierung "phänotypisch gelesene Person"* sein. Es ist  menschlich, dass wir visuelle Merkmale unseres Gegenübers bewusst oder unbewusst interpretieren und einordnen. 

Von meinen Kindern lerne ich, auf die Wortwahl zu achten. Sie sind geprägt von Uni und Großstadt und geben sich entsetzt, wenn ich deren Norm nicht entspreche. 

So konnte ich mich ihnen ggü  neulich nur rehabilitieren, indem ich meine Frage nach der Herkunft eines fleißigen Handwerkers damit begründete, dass ich beim Google-Übersetzer die richtige Sprache einstellen kann...

Vielfalt bringt auch Herausforderungen mit sich. Dinge geraten aus der bekannten Ordnung. Dann ärgere ich mich,  wenn Rassismus  zum Kampfbegriff wird, weil er strategisch eingesetzt wird, um die Meinungsfreiheit einzuschränken oder andere Meinungen pauschal moralisch abzuwerten.

*Klingt gestelzt, aber die reden wirklich so.

martha antworten


Martha
 Martha
Beiträge : 1626

Als George Floyd 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis, Minnesota (USA), getötet wurde (Stichwort "Ich kann nicht atmen!"), fand später eine große „Black Lives Matter“-Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt u.a. auch in unserer Innenstadt statt. 

Es waren ca. 15000 Menschen, die schweigend durch die Straßen zogen. Das hatte eine beeindruckende und stark gewichtete Kraft. Da war das Leid unzähliger Menschen unzähliger Jahre zu spüren. 

 

martha antworten
Alescha
Beiträge : 8606

@chai 

@lucan-7 bemerkte in dem anderen Thread ironisch "wie immer sind die Deutschen schuld, wenn Menschen sich nicht integrieren..." und äußerte folgenden Gedanken:

Es ist halt seltsam, dass es keine entsprechenden Vorbehalte gegenüber Spaniern, Griechen oder Italienern gibt, die auch als Gastarbeiter kamen, ähnlich aussehen und deren Kultur ähnlich mediterran geprägt ist.

Der wesentliche Unterschied ist die Religion - und ich halte das nicht für einen Zufall, dass es hier weniger echte Integration gibt.

Genau genommen gibt es Integration von Muslimen praktisch nur dann, wenn sich die Leute selbst nicht als religiös betrachten.

Klick

Ich verwies dann auf die Vorbehalte, auf die sogar Deutschstämmige z.B. aus der Sowjetunion hier trafen. Trotz gleicher Sprache, gleichen Aussehens und gleicher Kultur.

Heute stieß ich auf diesen Text und möchte ihn zur Diskussion stellen:

Ich bin als Kind italienischer Gastarbeiter aufgewachsen. Seit mehr als fünf Jahrzehnten erlebe ich, wie tief Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit in Teilen dieser Gesellschaft verwurzelt sind. Ich habe sie in der Schule erlebt, im Beruf und später auch in der Politik, und zwar keineswegs nur bei Konservativen oder Rechten, sondern ebenso innerhalb der SPD und der Linken, denen ich selbst angehört habe.
Wer als Gastarbeiterkind groß geworden ist, kennt diese unausgesprochene Erwartung, sich ständig beweisen zu müssen. Man soll sich integrieren, anpassen, dankbar sein und möglichst nicht auffallen. Und selbst wenn man all diese Erwartungen erfüllt, bleibt dieses Gefühl, dass man zwar dazugehören darf, aber nie ganz selbstverständlich dazugehört.
Ich habe früh begriffen, dass Rassismus nicht erst dort beginnt, wo jemand offen beleidigt wird. Er zeigt sich auch in der Überheblichkeit, mit der Menschen über andere urteilen, in beiläufigen Bemerkungen, deren Herabsetzung oft nicht einmal bemerkt wird, und in Institutionen, die Gleichheit versprechen, aber nicht immer praktizieren.
Deshalb überrascht mich der Aufstieg der AfD weniger, als manche vielleicht glauben. Diese Partei hat die Ressentiments nicht erfunden, von denen sie politisch profitiert. Sie greift auf Einstellungen zurück, die lange vor ihrer Gründung existierten und über Jahrzehnte geduldet, verharmlost oder schlicht ignoriert wurden.
Was mich 2026 allerdings erschreckt, ist die zunehmende Selbstverständlichkeit, mit der rechtsnationale Positionen in die politische Mitte hineinwirken. Die jüngsten Vorgänge in Sachsen-Anhalt zeigen für mich, wie brüchig die viel beschworene Brandmauer geworden ist.
Während darüber diskutiert wird, ob und unter welchen Umständen man mit der AfD zusammenarbeiten darf, gerät eine viel grundsätzlichere Frage in den Hintergrund: Warum haben so viele Menschen überhaupt gelernt, Ausgrenzung für etwas Normales zu halten?
Ich habe mein Leben lang gegen diesen Geist der Überheblichkeit, der Menschenverachtung und der geistigen Enge angeschrieben und angekämpft. Nicht, weil ich Deutschland ablehne, sondern weil ich mich weigere, diese Gesellschaft jenen zu überlassen, die Zugehörigkeit nach Herkunft definieren wollen.
Meine Zugehörigkeit zu dieser Gesellschaft wurde oft genug infrage gestellt. Mein Recht, ihr zu widersprechen, habe ich dagegen nie infrage gestellt.

Klick

 

alescha antworten
11 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29968

@alescha 

Du zitierst hier einen Bericht von jemandem, dessen Eltern als italienische Gastarbeiter nach Deutschland kamen:

 

Und selbst wenn man all diese Erwartungen erfüllt, bleibt dieses Gefühl, dass man zwar dazugehören darf, aber nie ganz selbstverständlich dazugehört.
Ich habe früh begriffen, dass Rassismus nicht erst dort beginnt, wo jemand offen beleidigt wird. Er zeigt sich auch in der Überheblichkeit, mit der Menschen über andere urteilen, in beiläufigen Bemerkungen, deren Herabsetzung oft nicht einmal bemerkt wird, und in Institutionen, die Gleichheit versprechen, aber nicht immer praktizieren.

Ich musste an Italiener denken, die ich so kenne, und die eigentlich keine Probleme mit Respekt und Anerkennung in Deutschland haben. Zwar gibt es da hin und wider abfällige Bemerkungen, aber nicht in einem so extremen Ausmaß.

Und wenn dann jemand schreibt, dass es gar nicht um offene Beleidigung geht, sondern um "Überheblichkeit" und "beiläufige Bemerkungen", dann frage ich mich schon, wie man denn genau unterscheiden will, ob es sich hierbei wirklich um "Rassismus" handelt.

Denn "Überheblichkeit" und "Herabsetzung" habe ich in meinem Leben auch oft genug erfahren. Ich habe dabei keinen Grund, dahinter "Rassismus" zu vermuten... hätte ich eine andere Herkunft, wäre dieser Gedanke in solchen Situationen allerdings naheliegend.

Man sollte hier also schon unterscheiden zwischen "eindeutigem" und "möglichem" Rassismus. Denn an arroganten Menschen, die gerne andere Leute erniedrigen mangelt es nun nicht gerade. Und nicht selten nehmen die dabei gezielt einzelne Leute ins Visier - aber das muss nicht daran liegen, dass diese Leute "fremd" erscheinen.

Es ist natürlich ein sehr sensibles Thema, denn einerseits sollte man hier nichts verharmlosen und relativieren, denn Rassismus ist nun einmal real und für nicht wenige tägliche Erfahrung.

Andererseits sollte man hier auch genauer einordnen und nicht jedes Ereignis nur auf eine einzige Weise interpretieren. Denn negative Erfahrungen mit unerträglichen Mitmenschen macht wohl jeder von uns immer wieder... 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2299

@lucan-7 

Es ist natürlich ein sehr sensibles Thema, denn einerseits sollte man hier nichts verharmlosen und relativieren, denn Rassismus ist nun einmal real und für nicht wenige tägliche Erfahrung.

Weshalb tust du es dann?

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29968

@derelch 

Weshalb tust du es dann?

Weil ich nicht über jedes Stöckchen springen muss... auch wenn man mir das so wie du jetzt natürlich wieder maximal negativ auslegen wird. Macht ja auch Spaß, anderen Menschen eine miese Gesinnung zu unterstellen, schon klar.

Aber ich kann dir sagen wie andere Betroffene es handhaben, die ich kenne: Die werden als Nicht-Deutsche auch immer wieder mal beleidigt, gehen aber nur dann von einer rassistischen Beleidigung aus, wenn dies aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgeht. Was natürlich immer mal wieder vorkommt.

Andere abfällige Bemerkungen, die auch eindeutig einheimische Deutsche betreffen könnten, werden nicht rassistisch gedeutet.

Diese Menschen fühlen sich übrigens sehr wohl in Deutschland und kommen hierzulande prima klar, ohne dabei verbittert zu werden und überall Rassisten zu sehen...

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5678
 
Ich hab alles gelesen und öfters als einmal zustimmend genickt, möchte aber nur diesen Satz herausgreifen.
 
Veröffentlicht von: @lucan-7

Aber ich kann dir sagen wie andere Betroffene es handhaben, die ich kenne:

Die werden als Nicht-Deutsche auch immer wieder mal beleidigt, gehen aber nur dann von einer rassistischen Beleidigung aus,
wenn dies aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgeht. Was natürlich immer mal wieder vorkommt.

Andere abfällige Bemerkungen, die auch eindeutig einheimische Deutsche betreffen könnten, werden nicht rassistisch gedeutet.

Ich bin heute an dem Punkt, dass Ausgrenzung aus vielen Gründen geschieht. (Ist jetzt auch nicht wirklich was Neues.)
Und manchmal sucht man als ausgegrenzter Mensch auch nach einem 'greifbaren' Grund, warum man ausgegrenzt wird oder sich ausgegrenzt fühlt. Man will ja nicht sich selber in Frage stellen und in Betracht ziehen, dass es persönliche Gründe haben könnte. 

chai antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 1449

@chai 

Bei Schwarzen ist es aber nun Mal sehr oft die Hautfarbe.

Sollte man jetzt argumentativ die Schuld wirklich bei den Opfern von Rassismus  suchen?

Leider nicht nur bei Rassismus eine oft anzutreffende Verhaltensweise.

Mitunter bin ich in diesem Forum wirklich entsetzt.

VG

Chey

chey antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5678
Veröffentlicht von: @chey

@chai 

Bei Schwarzen ist es aber nun Mal sehr oft die Hautfarbe.

Richtig. Und das streitet hier auch niemand ab. 

Aber ich weiß von ganz anderen Fällen von Nicht-Dazu-Gehören, dass es nicht immer an den genannten Gründen lag. 
Gerade der Glaube ist da ein gutes Beispiel - da sagt man, dass man ausgegrenzt wird, weil man gläubig ist. 
Und eigentlich ist man einfach nur ... stur, rechthaberisch, streitsüchtig, eiganartig ... 
Das ist ein Thema, mit dem ich selber schon aus etlichen Blickrichtungen zu tun hatte und habe. 

chai antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 1449

@chai 

Richtig. Und das streitet hier auch niemand ab. 

das ist für mein Erleben hier anders.

Und ich denke, hier haben einige ein positiveres Bild von sich bezüglich Rassismus, Antisemitismus usw. als angebracht wäre.

Aber ich bin hier jetzt auch wieder raus. Die Diskussion tut mir nicht gut.

VG

Chey

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29968

@chey 

Und ich denke, hier haben einige ein positiveres Bild von sich bezüglich Rassismus, Antisemitismus usw. als angebracht wäre.

Aber ich bin hier jetzt auch wieder raus. Die Diskussion tut mir nicht gut.

Wenn du einfach mal genau lesen würdest, was hier geschrieben wird, statt jede Aussage maximal negativ zu interpretieren, dann könnte das Ganze für dich auch wesentlich entspannter sein.

Wo zum Beispiel hat denn irgendwer so etwas von sich gegeben:

Bei Schwarzen ist es aber nun Mal sehr oft die Hautfarbe.

Sollte man jetzt argumentativ die Schuld wirklich bei den Opfern von Rassismus suchen?

Wer hat hier bitte irgendeine "Schuld" bei "Opfern von Rassismus" verortet?

Meine Aussage lautete, dass oft nicht genau zu sagen ist, ob eine negative Begegnung wirklich auf Rassismus zurückzuführen ist oder nicht.

Das ist sicherlich oft genug der Fall, manchmal sind aber Menschen einfach von sich aus schlecht gelaunt, werfen böse Blicke zu, handeln respektlos und unfreundlich. 

Und das betrifft Menschen jeden Aussehens. Also auch Schwarze, "Südländer" oder sonstige Leute, die sich oft verstärkt Rassismus ausgesetzt sehen - aber diese werden vermutlich eher dazu neigen, auch dieses Verhalten als "Rassismus" zu betrachten, selbst wenn es gar nicht so gemeint war.

Es gibt also zwei Möglichkeiten, damit umzugehen - und damit spreche ich ausdrücklich für Menschen aus meinem näheren Umfeld, die sich selbst Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt sehen.

Entweder, man interpretiert tatsächlich jede negative Erfahrung als Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit. Damit einher geht eine große Frustration und Verunsicherung, die auf das Selbstwertgefühl niederschlägt.

Oder aber man interpretiert solche Fälle, die nicht eindeutig sind, sondern auch anderen Leuten gleichermaßen hätten passieren können, als nicht rassistisch motiviert - obwohl man davon ausgehen muss, dass manche dieser Fälle eben doch so gemeint sind.

Damit geht es einem selbst dann zumindest etwas besser, weil nur die eindeutigen Fälle übrig bleiben (Und die sind schon schlimm genug).

 

Und wenn du jetzt meinst, ich würde ja hier relativieren und verharmlosen... es bleibt genug an eindeutiger Fremdenfeindlichkeit übrig, die alarmierend ist und wo ich auch glaube, eine Zunahme zu sehen. Es ist also ganz sicher kein "Ach, das ist doch alles nicht so schlimm!", was ich hier propagiere.

Aber ich halte es auch nicht für hilfreich, alles einseitig und möglichst negativ zu interpretieren... ja, wir haben Rassismus, und nicht zu knapp. Das ist nicht zu leugnen und darf auch nicht ignoriert werden.

Umgekehrt ist aber nicht alles Rassismus, was als solcher interpretiert wird... und darüber solltest du selber einmal dringend nachdenken.

Dass für mich die Nationalität keine Rolle spielt, weil unterschiedliche Nationalitäten in meinem Umfeld ganz normal sind, und daher in einer entsprechenden Zuordnung auch keine Wertung liegt habe ich dir ja bereits erklärt.

Vielleicht solltest du deinerseits auch mal deine einseitigen Interpretationen und Zordnungen überdenken.

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 1449

@lucan-7 

Es ist ja nicht das erste Mal und nur dieses Thema. Da kommt irgendwann ein Gesamteindruck zusammen.

VG

Chey

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29968

@chey 

Es ist ja nicht das erste Mal und nur dieses Thema. Da kommt irgendwann ein Gesamteindruck zusammen.

OK, du hast also nicht nachgedacht und ignorierst weitgehend meine Erklärungen und Hintergründe.

Ich nehme es mit Bedauern zur Kenntnis.

lucan-7 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29968

@chai 

Und manchmal sucht man als ausgegrenzter Mensch auch nach einem 'greifbaren' Grund, warum man ausgegrenzt wird oder sich ausgegrenzt fühlt. Man will ja nicht sich selber in Frage stellen und in Betracht ziehen, dass es persönliche Gründe haben könnte. 

Eben. Es gibt viele Gründe für solche Verhaltensweisen. Rassismus ist eine davon, und das sollte man auch nicht leugnen - aber es ist eben nicht die einzige Möglichkeit, wenn die Situation nicht entsprechend eindeutig ist.
 
Und selbst wenn ich einen "südländischen" Typen aufgrund seines Aussehens für einen Dieb halte, dann muss das nicht zwangsläufig an seiner Hautfarbe liegen... entscheidend sind auch Kleidung und Auftreten. Aber wenn er das bemerkt, wird er vermutlich annehmen, dass es "Rassismus" sei.
 
Dabei spreche ich mich auch nicht von Vorurteilen frei, ich denke jeder Mensch trägt da einiges mit sich herum. Aber ich versuche zumindest, mir das bewusst zu machen, gerade in Situationen, in denen ich vorschnell Menschen negativ einschätze.
 
lucan-7 antworten


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