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Rassismus?


Chai
 Chai
Themenstarter
Beiträge : 5521

Im Israel-Thread von @Martha (Leugnung Existenzrecht Israel strafbar? – Politik, Wirtschaft & Soziales – Jesus.de-Forum) wurde über das Thema 'Rassismus' diskutiert, was das Thema dieses Threads sprengt. 

Deshalb dieser Thread, in dem über das Thema Rassismus und wie es definiert werden könnte / sollte, weiterdiskutiert werden kann. 

Antwort
6 Antworten
Chey
 Chey
Beiträge : 1311

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes schreibt zu 'was ist Rassismus':

  • Was ist Rassismus?

    Die UN-Antirassismuskonvention definiert rassistische Diskriminierung als „jede auf der vermeintlichen ethnischen Herkunft, „Rasse“, Hautfarbe, Abstammung oder nationalen Ursprungs beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird“.Aber auch subtile Formen von Rassismus wirken diskriminierend und schaden einer Gesellschaft. Dazu gehören etwa vermeintlich gut gemeinte Kommentare wie „Sie sprechen aber gut deutsch“. Wer ständig gezeigt bekommt, dass er oder sie „nicht dazugehört“, empfindet das als herabwürdigend, frustrierend und lähmend. Solche Ausgrenzungen geschehen nicht immer bewusst, sondern auch aus Unwissenheit oder Unüberlegtheit. Sie sind deswegen nicht weniger verletzend oder diskriminierend. Wichtig ist es daher, sich ihrer bewusst zu werden und entsprechend zu handeln.

    „Menschenrassen“ gibt es nach heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht. Die Aufteilungen in „Rassen“ nach vermeintlichen oder tatsächlichen Merkmalen wie der Hautfarbe oder Herkunft und die Zuschreibung bestimmter und unterschiedlich bewerteter Eigenschaften sind willkürlich und ganz überwiegend ein Mittel, Menschen herabzuwürdigen und auszuschließen.

  • Auf rechtlicher Ebene wird zwischen rassistischen und anderen abstammungsbezogenen Diskriminierungen unterschieden, die Sanktionen sind bei rassistischer Diskriminierung wie auch Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft jedoch die gleichen. Es gibt viele Formen von Rassismus. Unterschieden wird beispielsweise zwischen anti-Schwarzem, -anti-muslimischem oder anti-asiatischem Rassismus.
  • Die Folgen sind schwerwiegend: Rassismus verhindert die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an einer Gesellschaft, er stellt Menschen als „weniger wert“ dar und kann zu psychischer wie physischer Gewalt führen, im Extremfall dient er als Rechtfertigung für Völkermord oder die Tötung zahlreicher Menschen.

VG

Chey

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1 Antwort
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10416

@chey 

„Menschenrassen“ gibt es nach heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht

Es gab sie: Den Homo sapiens sapiens, den Neandertaler, den Denisova. Menschen und den Flores-Menschen. Da die beiden letzteren Rassen nur zufällig vor relativ kurzer Zeit (um 2000) entdeckt wurden, könnte es noch weitere, bisher unentdeckte Rassen gegeben haben (in einer Fernsehsendung wurde was über eine Rasse in Afrika spekuliert).

Zwischen denen und dem Homo sapiens sapiens gab es nachweislich sexuelle Kontakte - ob einvernehmlich oder als Vergewaltigungen bei/nach Kriegshandlungen, sei dahin gestellt. Fakt ist: insbesondere in Europa tragen die Menschen auch einige Neandertaler-Gene in sich, im Durchschnitt 3%. In Afrika nicht.

Laut Wikipedia gelten die oben genannten Rassen aber inzwischen (wieder?) als eigene Arten (also statt Homo sapiens neanderthalensis und Homo sapiens sapiens nun Homo neanderthalensis und Homo sapiens, und so weiter), dann könnte man auch wieder von Rassen im Homo sapiens sprechen. Aber das ist im Grunde eine bewusste Entscheidung, die auch was mit Ablehnung von Rassismus zu tun hat.

Aber Rassismus, wie er typischerweise auftritt, ist sowieso unwissenschaftlich, denn Mischrassen sind grundsätzlich biologisch robuster als reine Rassen. Und bislang ist sviw noch niemand auf die Idee gekommen, menschliche »Mischrassen« rassistisch höher zu bewerten als rassereine Menschen.

Aber noch grundsätzlicher: Biologische Unterschiede wie Körpergröße, Stärke, Intelligenz und was man noch sonst anführen könnte, sind kein Grund, manchen Menschen mehr Rechte zu gewähren als anderen.

hkmwk antworten


Kappa
 Kappa
Beiträge : 1804

@chai 

Also ich denke er wird heute auch falsch verstanden.

Im Dritten Reich gab es zum Beispiel Juden, oder Menschen mit jüdischem Hintergrund, die längst Konvertierte Christen waren und Kulturell ganz typisch Deutsch unterwegs. Unabhängig davon das Juden über 1000 Jahre lang Deutschland mit prägten.

Trotzdem wurden diese Verfolgt, weil man sie rein genetisch als andere "Rasse" betrachtete was völliger Irrsinn ist und ungerecht da diese Menschen sich wirklich assimiliert haben bis zum maximalen.

Das ist klassischer Rassismus.

Heutzutage wird es ergänzt, ausgeweitet; Wenn ich übermäßig Kritik an Moslems äußere (von denen die Extremen sehr oft konvertierte Deutsche ohne Migrationshintergrund sind) und hier über die Ranken schlage ist es auch automatisch "Rassismus" - um den anderen möglichst maximal zu Diskreditieren.

Ähnliches wenn es um monetäre Fragestellungen rund und Migration geht.

Ein Pierre Vogel hat aber keine andere "Rasse" nur weil er den Glauben gewechselt hat. Nichts körperlich besser oder schlechter.

Wenn ich ihm gegenüber unfair bin ist er Diskriminierung aber kein Rassismus.

kappa antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5521
Veröffentlicht von: @kappa

Wenn ich ihm gegenüber unfair bin ist er Diskriminierung aber kein Rassismus.

Ja gut, 'Diskriminierung' ist auch so ein Schlagwort. 

chai antworten
Martha
 Martha
Beiträge : 1592

Wie richtig reden?

Eine Hilfe kann die Formulierung "phänotypisch gelesene Person"* sein. Es ist  menschlich, dass wir visuelle Merkmale unseres Gegenübers bewusst oder unbewusst interpretieren und einordnen. 

Von meinen Kindern lerne ich, auf die Wortwahl zu achten. Sie sind geprägt von Uni und Großstadt und geben sich entsetzt, wenn ich deren Norm nicht entspreche. 

So konnte ich mich ihnen ggü  neulich nur rehabilitieren, indem ich meine Frage nach der Herkunft eines fleißigen Handwerkers damit begründete, dass ich beim Google-Übersetzer die richtige Sprache einstellen kann...

Vielfalt bringt auch Herausforderungen mit sich. Dinge geraten aus der bekannten Ordnung. Dann ärgere ich mich,  wenn Rassismus  zum Kampfbegriff wird, weil er strategisch eingesetzt wird, um die Meinungsfreiheit einzuschränken oder andere Meinungen pauschal moralisch abzuwerten.

*Klingt gestelzt, aber die reden wirklich so.

martha antworten


Martha
 Martha
Beiträge : 1592

Als George Floyd 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis, Minnesota (USA), getötet wurde (Stichwort "Ich kann nicht atmen!"), fand später eine große „Black Lives Matter“-Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt u.a. auch in unserer Innenstadt statt. 

Es waren ca. 15000 Menschen, die schweigend durch die Straßen zogen. Das hatte eine beeindruckende und stark gewichtete Kraft. Da war das Leid unzähliger Menschen unzähliger Jahre zu spüren. 

 

martha antworten
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