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Rechtsdrift - und was mache ich nun?

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marieta
Themenstarter
Beiträge : 434

Hier wird ja ganz viel über die rechte Politik, Wähler und Blüten diskutiert, und gerade wurde mir wieder mal ein wenig schlecht bei dem Gedanken, was AfD und Konsorten da immer weiter vorantreiben. Und dann erinnere ich mich an den Geschichtsunterricht. Zu meiner Zeit stoppte der nicht beim ersten Weltkrieg, sondern da wurde auch die Aufarbeitung des dritten Reichs durch die Nachkriegsgeneration thematisiert. Was mir präsent geblieben ist, ist die bohrende Frage der Kinder an ihre Eltern "warum habt ihr zugesehen?" Warum haben so viele mitgemacht - ja aber warum haben so viele auch das Unrecht nicht verhindert?
So langsam beginne ich etwas nachzuvollziehen. Denn ich sehe in meiner Gesellschaft das Unheil aufkeimen. Ich sehe ganz deutlich, dass da etwas kippt. Dass es immer gruseliger wird und wir die Gülle wirklich schon heute nicht mehr leugnen können. Aber ich stehe da und weiß gar nicht, was ich damit jetzt machen soll. Mal abgesehen von ein zwei Kreuzchen an der richtigen Stelle und starkem Rückgrat in meiner unmittelbaren Umgebung fällt mir da echt nichts ein.
Sagt mal, was können wir denn ganz konkret tun, um die braune Flut zu verhindern? Damit unsere Kinder und Enkel uns einmal nicht fragen müssen "warum habt ihr das zugelassen?"

Antwort
102 Antworten
Deborah71
Beiträge : 15874
Veröffentlicht von: @marieta

Sagt mal, was können wir denn ganz konkret tun, um die braune Flut zu verhindern?

1) Gebet...

2) die Lügen aufdecken und benennen

z.B.
Es fängt ja schon mit dem Parteinamen an. Sie nennen sich Alternative für Deutschland, als ob sie die einzigen wären und eine Alternative.

Nein, sind sie nicht.

Diese Prägung durch die Wiederholung des Namens in der ausgeschriebenen Form kann man umgehen, indem man sie nicht gleichzeitig mit der Abkürzung AFD denkt.

Darüber sprechen, dass es andere Parteien und Möglichkeiten gibt.

3) sich nicht von emotionalen Übersprüngen infizieren lassen aus den Medien durch Tonfall, Reizworten und Begleitmusik oder in Gesprächen.

Das ist mal so das erste, was mir praktischerweise einfällt.

deborah71 antworten


Tagesschimmer
Beiträge : 944

Ich denke, der erste Schritt ist, herauszufinden, wo ich überhaupt Einfluss nehmen kann und soll.

Ich kenne einige "Wutbürger" oberflächlich, mit denen sich aber einfach keine guten Gespräche ergeben. Im Feststellen von Defiziten liegen wir oft noch auf einer Welle, aber auch nur Verständnis dafür zu bekommen, dass ich anders damit umgehe, ist mir noch nicht gelungen. Die paar "normalen" AfD-Wähler, die ich kenne, haben seit dem Rechtsruck schnell davon gelassen. Ich bin auch niemand, der irgendwo auftritt oder Kreise von Leuten um sich versammelt. Ich wüsste nicht, wo ich durch Gespräche Einfluss hätte, aber andere haben das.

Aber auch in politischen Dingen sollten wir Rede und Antwort stehen können, wenn wir in die Situation kommen. Dazu gehört, eine Meinung zu haben, Wege und (echte) Alternativen zu kennen und selbst zu gehen. Mein Reden soll dann davon geprägt sein, wie ich es im Gebet empfangen habe, durchaus auch freundlich und verständnisvoll mit Rechten.

Mein Punkt ist hauptsächlich das Gebet. Dabei geht es auch um Aufarbeitung und Buße für Ursachen einer solchen Entwicklung, in der Liebe Gottes voranzugehen und verirrte Menschen zu segnen. Ganz wichtig ist die Stärkung der positiven Kräfte und über all den Problemen nicht Dank und Lobpreis vergessen.

tagesschimmer antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @marieta

Sagt mal, was können wir denn ganz konkret tun, um die braune Flut zu verhindern? Damit unsere Kinder und Enkel uns einmal nicht fragen müssen "warum habt ihr das zugelassen?"

Völlig unproduktiv und negativ dachte ich "gar nichts".
Hast Du "die Welle" gelesen oder gesehen oder Beides?
In alter oder neuerer Version?

Wobei hier das "rechte Gedankengut" nicht mal gut getarnt wird in Allem.
Wenn eine Partei aber - egal wo und wie - irgendetwas Gutes für jemanden erreichen möchte, der da "voll drauf anspringt" und das wichtig findet - aber bei den anderen Parteien nicht so findet oder nicht ausreichend - dann wird er unter Umständen womöglich auf das Negative gar nicht so achten (oder sich nicht bewusst machen welche Konsequenzen das letztlich bedeuten kann), sondern diese Partei wählen.

Aufklärung geschieht, auch an den Schule, was die Zeit angeht wo es schon mal ...
Das zu erkennen und nun die Erneuerung desselben zu verhindern, das können meiner Meinung nur die anderen Parteien, indem sie mit ihrem Programm klare und vor allem auch zuverlässige Wege aufzeigen und gehen, die dann ihre Partei wieder für mehr Menschen wählbar macht und so verhindert, dass die "falsche Partei" an die Macht kommt?

Ob wir es "konkret verhindern" können, auch wir unser Scherflein dazu beitragen und erstens wählen gehen, zweitens die "richtigen" wählen, und drittens unser eigenes Umfeld - vorrangig da wohl unsere Kinder - aufklären und beraten,
das ist die Frage.
Gott bestimmt die Geschicke der Welt und der Menschheit.
Und ER hat schon so viel zugelassen, was uns nicht gefällt.
Im dritten Reich HABEN Menschen dagegen angekämpft.
Viele, die es radikal taten (ohne Gewalt, aber ernsthaft und öffentlich und konsequent), wurden getötet ("die weiße Rose", Dietrich Bonhoeffer, usw. usw.).

Wir können wie gesagt unser Scherflein dazu beizutragen versuchen (soweit sich unsere Kinder da von uns beeinflussen lassen oder andere Menschen), beten für die Obrigkeiten und unsere Regierung(en).
Das letzte Wort hat Gott.
Keine Ahnung, wohin er dieses Land - diese Welt - gerade laufen lässt.
Man kann natürlich "ahnen" und "denken" bzw. "meinen", aber ob das der Realität entspricht wird sehr kontrovers gesehen.

liebe Grüße
Karibu

Nachtrag vom 10.11.2019 0920
und natürlich in die Politik gehen um es besser zu machen und etwas zu bewirken, aber meine eigenen Kinder habe ich dazu bisher nicht animieren können, die gehen beruflich andere Wege.

Anonymous antworten


Seidenlaubenvogel
Beiträge : 852

Gutes Thema. Ich weiß es auch nicht.

Erste Gedanken:
- Vielleicht sollten wir weniger über unser Land, unsere Politit schimpfen. Vielleicht sollten wir erkennen und schätzen, was gut läuft. Vielleicht sollten wir anders mit dem umgehen, was uns stört und offensichtlich falsch läuft ... Und ganz sicher dürfen wir nicht aufgeben für die Regierenden zu beten und sie Gott anzubefehlen.
- Was die AfD angeht würde ich mir wünschen, dass generell im Land offensichtlich ist, wie sie denn konkret Alternative wären und das transparent wird, was deren Antworten ganz konkret und in Konsequenz für alle bedeuten würden.
- Und was ich mir wünsche, dass wir (die wir uns an die Zeiten vor dem "Dritten Reich" erinnert fühlen) nicht vergessen, dass wir eine Mehrheit bilden, auch wenn es wohl eher eine unsichere, nicht so recht sich zu zu verhaltend wissende Mehrheit ist. Was sich auch immer entwickeln wird, es liegt an uns sich zu entscheiden, von wem wir "geführt" werden und uns gegebenenfalls dagegen zu Wehr setzen - zu welcher Zeit und in welcher auch immer. Und was wir als Christen auch nie vergessen dürfen, Gott hat alles in Seiner Hand - egal wie es aussieht. Er steht uns bei und Er ist es, der alles zum Ziel bringt, wie wenig wir oft auch die Wege verstehen. Wir dürfen Ihm vertrauen. Immer.

Danke für deinen Thread, Marieta!

seidenlaubenvogel antworten
klappstool
Beiträge : 421

Nahezu alles, was hier bisher zu deiner Frage geschrieben wurde, sehe ich auch so und das, was mir gerade eingefallen ist, richtet sich auch und vor allem an mich selbst.

Uns darf nichts mehr gleichgültig sein. Gleichgültigkeit ist oft/meist/immer der Anfang allen Übels. Vielleicht kennst du das:

Ein Gesetz wird verabschiedet und es wird berichtet, mit wievielen Stimmen und es werden vielleicht noch Ausschnitte aus der Debatte dazu gesendet. Und das wars für mich dann. Oft weiß ich nicht mal, um was es in dem Gesetz geht oder ich kann mir schemenhaft ausmalen, was es bedeutet. Aber glaub nur nicht, dass ich dann anfange im Internet zu recherchieren, was das für unser Land vielleicht oder ganz bestimmt bedeutet oder gar, wie der Zustand vor dem Gesetz war. Es ist mir wurscht, denn es ist ja eh beschlossen.

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, dass ich mir wirklich ernsthaft Mühe gebe, alle Debatten, die bspw. bei Phoenix übertragen werden, mitzuverfolgen. Da lassen sich dann auch in Echt-Zeit die Redebeiträge und das Verhalten von AfD und den anderen Parteien mitverfolgen. Man bekommt einen Eindruck davon wie stressig es mittlerweile sein muss, Abgeordneter zu sein.

Ein nächster Schritt wäre dann, sich zu informieren, wer die Abgeordneten sind, die aus meinem oder angrenzenden Wahlkreisen kommen, sich die Mailadressen und Telefonnummern zu besorgen. Dann Fragen, Einwände, Ideen notieren und mit diesen Abgeordneten in Kontakt treten. Und zwar nicht nur mit denen, die eh schon in der Partei sind die man selbst gewählt hat, sondern auch mit anderen - beispielsweise der AfD. 😉

Ich glaube, das mach ich jetzt mal etwas erweiterter und zielstrebiger. Insofern auch von mir ein Danke für die Anregung! ❤

klappstool antworten
3 Antworten
marieta
(@marieta)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 434

Wow, ein super Gedanke! Warum nur die Leute für mich arbeiten lassen, deren Parteiprogramm ich gut finde. Das finde ich wirklich nen tollen Plan. Ich werde versuchen, der AfD meine Ansichten mit auf den Weg zu geben, wenn sie sich schon unbedingt in die große Politik einmischen müssen. Mal sehen, was das wird...

marieta antworten
klappstool
(@klappstool)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 421

Mein Reden. Wenn die AfD ein anderes Programm und andere Köpfe samt Mitglieder hätte, würde ich sie vielleicht sogar wählen. 😎

klappstool antworten
marieta
(@marieta)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 434

Genau. Wenns ne grundlegend andere Partei wäre, hätte ich mit Name, Farbe und Logo der AfD kein Problem *rofl*

marieta antworten


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