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Sind Ehe'gelübde' wirklich Gelübde?

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Georg Heinrich
Themenstarter
Beiträge : 258

Motiviert durch den Thread über Gelübde kam mir diese Frage, die aber nicht zu jenem Thread passt.

Der Unterschied zwischen Schwüren und Gelübden besteht darin, dass man Schwüre/Eide vor jemandem ablegt, der einen davon auch wieder entbinden kann, dass man Gelübde dagegen nur vor sich selbst ablegt und niemand einen davon entbinden kann.

Wie ist das mit Ehe'gelübden'?
Sind sie formale Gelübde, die man vor sich selber ablegt?
Oder sind sie Schwüre, die man vor dem Partner oder dem Standesbeamten oder beiden ablegt?

Oder sind sie nur umgangssprachlich 'Gelübde'?

Der Standesbeamte stellt die entscheidende Frage, und die Partner beantworten sie mit "ja, ich will".
Ist das eine Vereidigung? Oder geht es dem Standesbeamten nur um die Bestätigung, dass die Partner wissen, worauf sie sich einlassen und das aus freien Stücken tun?
So wie beim Notar? Geht es dabei nur darum festzustellen, dass die Eheschließung legal ist?

Wie ist das bei einer kirchlichen Trauung zu bewerten?

Wenn Ehe'gelübde' tatsächlich Gelübde wären, dann dürfte man tatsächlich nie davon zurücktreten. Da aber Ehescheidungen auch mal notwendig sein können wäre ich dann dafür, dass man die Gelübde abschafft.

Antwort
33 Antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 978

Zu jedem Bund oder Vertrag oder wie auch immer gehören neben dem eigentlichen Inhalt auch Rahmenbedingungen. Die sind im Fall der Ehe in den Gesetzen des Landes festgelegt und allgemein geläufig. Man kann zusätzlich auch Einzelheiten aushandeln. Welche Bedeutung alle Beteiligten dem geben, klärt man hoffentlich vorher bis zu einem Gewissen Grad. Trotzdem kann man ohne bösen Willen von unterschiedlichen Rahmenbedingungen ausgehen.

Reden hilft, Vertrauen aber auch. Es gibt auch in diesen Dingen ein allgemeines Lebensrisiko und die Hilfe Gottes.

tagesschimmer antworten


Blackhole
Beiträge : 951

Nicht immer kann man das was man in irgendeiner Form schwört, ein Leben lang halten.

Habe ich im enstsprechenden Thread auch schon ausdrücklich erklärt.

Die Unterscheidung zwischen Schwur und Gelübde kommt mir jedoch künstlich vor.

blackhole antworten
JohnnyD
Beiträge : 1340

Der Standesbeamte ist ähnlich der Funktion eines Notars, das kann man so sagen, ja.

Er nimmt die höchstpersönlichen aufeinander bezogenen Willenserklärungen des Paares entgegen und erklärt sie zu Eheleuten.

Von Gelübde oder Vereidigung usw. sehe ich da nichts.

johnnyd antworten
3 Antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980

Bei einer kirchlichen Trauung ist das Gelübde ein Versprechen vor Gott.

adjutante antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1340

Für Christen zählt bereits die standesamtliche Trauung; in der Kirche wird das bereits Geschehene feierlich wiederholt und der Segen abgeholt.

johnnyd antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2227
Veröffentlicht von: @johnnyd

Für Christen zählt bereits die standesamtliche Trauung; in der Kirche wird das bereits Geschehene feierlich wiederholt und der Segen abgeholt.

Es gibt auch Paare, die sprechen ihre selbstgeschrieben Gelübde oder Trauversprechen (oder wie man es auch immer nennen will) nur in der Kirche. Bei Standesamt kommt nur der Standardinhalt.

Aber Gott wird es wohl egal sein, wo du dein Versprechen abgibst.

lhoovpee antworten


GoodFruit
Beiträge : 1583

Nun, als Christen sollen wir ja überhaupt nicht schwören - und für mich gilt das auch für Schwüre in Bezug auf einen Partner:

Matth. 5: 33 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. 34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs! 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. 37 Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.
(nach Einheitsübersetzung)

Wenn Du heiratest, dann schließt Du aber einen Bund. Und der Bundesbegriff ist für jeden Menschen etwas sehr, sehr wichtiges - und es ist fast schon tragisch, dass der so wenig bekannt ist.

Bündisse sind Personentausche. Wenn ich mit Dir ein Bündnis schließe - und Bündisse kann ich mit jedem schließen, das ist nicht auf die Ehe beschränkt - dann handle ich wie Du und Du wie ich. Und wenn Du in Gefahr gerätst, dann werde ich mein Leben dafür einsetzen, um Dich da rauszuhauen und ich kann gleiches von Dir erwarten. Bündisse werden auf Lebenszeit geschlossen und erst wenn ein Bündispartner stirbt, ist das Bündnis beendet.

https://www.wikiwand.com/de/Bund_(Bibel)

Im Down-to-Earth Verlag ist ein kleines Heft von Rosemarie Stresemann mit dem Titel "Im Bund mit Gott – Die Kraft einer starken Partnerschaft erleben" erschienen. Für mich war das die beste Einfürhung in den Bund/Bündnis Begriff, die ich je gesehen habe. Es sieht so aus, dass man dieses Heft wohl nur noch als e-Book bekommt. Ich kann es sehr empfehlen!

Unsere Bezeihung zu Gott beruht auf Bündnisse Gottes mit dem Menschen. Es gibt eine ganze Reihe alttestamentlicher Bünde. Es gibt den Tod des Gottessohnes Jesus Christus am Kreuz, der als Tod eines der Bündnisspartner diese Bündnisse beendet - sie aber zugleich in einen viel besseren Bund überführt. Im Abendmahl werden wir dieses Bündnisses teilhaftig (bzw. wir erinnern an dieses Bündnis - je nach theologischer Auffassung). Das neue Testament heißt so, weil es uns als dem neuen Bund zugehörige, als Erben der alten Bündnisse einsetzt.

Das hohepriesterliche Gebet Jesu, das wir im Brief des Johannes finden, macht das Konzept dieses Bündnisses sehr deutlich. Es ist dies ein Bündnis zwischen Gott und Jesus - in das wir als Christen hineinkommen, indem wir wiederum Bündnispartner mit Jesus werden: Christus in uns und wir in Christus.

Vielleicht wunderst Du Dich, warum ich so viel über Bündnisse im Allgemeinen und so wenig zu dem konkret von Dir angesprochenen Bündnis bzw. dem Eid spreche.

Ich habe das deshalb getan, weil anders die fundamentale Dimension und Bedeutung von Bündnissen nicht klar wird. Ein Bündnis, das wir schließen, ist nur durch den Tod eines der Bündnispartner beendet. Aus diesem Zusammenhang heraus macht Jesus seine hart erscheinenden Anmerkungen über die Scheidung und aus diesem Grund ist ein Bündnisbruch vor Gott auch eine so schwerwiegnde Angelegenheit. Als jemand, der Bündisse locker sieht, werfe ich ein ungutes Licht auch auf meinen Bund mit Gott in Jesus, der meine Lebensgrundlage ist. Da es aber ein Bund zwischen Gott und Jesus ist, kann ich diesen Bund nicht brechen.

Die Ehe ist also ein Bund, der an sich alles beinhaltet, was ich meinem Ehepartner an Sicherheiten geben kann. Dazu bedarf es keine zusätzliche Schwüre oder Gelübde. Jeder Schwur, jedes Gelübde ist eine Art Selbstverfluchung, die mir vor Gott auf jeden Fall Verpflichtungen einbringt - also etwas, von dem Jesus uns am Kreuz eigentlich frei gemacht hat. Ich wäre damit sehr vorsichtig - ebenso wie mit Bündnissen außer dem Bund im Blute Christi.

In der Apostelversammlung, wo Heidenchristen ganz weitreichend von dem Halten von Geboten freigesprochen werden, bleiben einige wenige Gebote übrig. Es sind dies Reinheitsgebote, die auch schon Heiden, die in der Gemeinschaft mit Juden leben wollten, halten mussten. Dazu gehört die Warnung vor Blut. Es ist das ein ganz besonderer Saft, in dem das Leben steckt und in dem auch Bündnisse geschlossen werden. Ich sehe dies auch als Verbot von Blutsbündissen mit anderen Menschen im Sinne von Bünden. Was könnte es auch für einen größeren Bund geben als dem mit dem Schöpfer aller Dinge, zu dem Jesus uns einläd.

Veröffentlicht von: @groesste-liebe

Wenn Ehe'gelübde' tatsächlich Gelübde wären, dann dürfte man tatsächlich nie davon zurücktreten. Da aber Ehescheidungen auch mal notwendig sein können wäre ich dann dafür, dass man die Gelübde abschafft.

Eigentlich braucht es das Gelübde nicht, denn die Institution der Ehe ist schon selber ein Bund, der das beinhaltet, was dort gelobt wird. Wobei das Gelübde in der Gefahr steht, noch vor Gott Unnötiges dazu zu tun, was irgendwann einmal Schwierigkeiten machen kann.
Jesus hat ja einigermaßen unmissverständlich deutlich gemacht (Mt 19), dass es Scheidungen an sich nicht geben kann.

Wenn es sie trotzdem gibt, dann kann es sie nur aus Gnade geben und wenn die Ehe zur Hölle auf Erden wird, dann denke ich, dass der Heilige Geist da Wege zeigen kann, wie die zerstrittenen Partner in Zukunft wieder in göttlichem Frieden leben können.

goodfruit antworten
Pankratius
Beiträge : 1322
Veröffentlicht von: @groesste-liebe

Wie ist das bei einer kirchlichen Trauung zu bewerten?

Veröffentlicht von: @groesste-liebe

Wenn Ehe'gelübde' tatsächlich Gelübde wären, dann dürfte man tatsächlich nie davon zurücktreten. Da aber Ehescheidungen auch mal notwendig sein können wäre ich dann dafür, dass man die Gelübde abschafft.

Aus katholischer Sicht kann eine Ehe nicht geschieden werden. Das finde ich richtig und konsequent.

Aus protestantischer Sicht ist die Ehe ein "weltlich Ding" (Luther) und hat nichts mit der Kirche zu tun.

pankratius antworten
15 Antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031
Veröffentlicht von: @pankratius

Aus katholischer Sicht kann eine Ehe nicht geschieden werden. Das finde ich richtig und konsequent.

Aber annulliert werden.

Was seltsamerweise wohl nur dann passiert, wenn ein Paar nicht mehr miteinander will und einer oder beide wieder heiraten will. Die einen lassen sich scheiden, die anderen ihre Ehe annullieren. Der Grund ist derselbe, das Ergebnis ebenso.

Oder hast Du schon mal erlebt, daß ein Paar, das glücklich miteinander ist, plötzlich auf die Idee kommt, daß die Ehe ungültig sein könnte und infolge dessen eine Annullierung anstrebt?

alescha antworten
Pankratius
(@pankratius)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1322
Veröffentlicht von: @alescha

Aber annulliert werden. [...] Der Grund ist derselbe, das Ergebnis ebenso.

Nein, das Ergebnis ist ein anderes.

Scheidung: Die bisherige Ehe wird aufgehoben, besteht nicht mehr.

Annullierung: Es hat nie eine Ehe bestanden.

Veröffentlicht von: @alescha

Oder hast Du schon mal erlebt, daß ein Paar, das glücklich miteinander ist, plötzlich auf die Idee kommt, daß die Ehe ungültig sein könnte und infolge dessen eine Annullierung anstrebt?

Nein, warum sollte es auch?

Was durchaus hin und wieder vorkommt, ist, dass vor der Hochzeit Ehehindernisse festgestellt werden und deshalb eine Trauung verweigert wird. Da macht sich die Kirche dann immer unbeliebt.

pankratius antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031
Veröffentlicht von: @pankratius

Nein, das Ergebnis ist ein anderes.

Scheidung: Die bisherige Ehe wird aufgehoben, besteht nicht mehr.

Annullierung: Es hat nie eine Ehe bestanden.

Ich weiß, aber, ganz ehrlich: Ich halte das für eine Spitzfindigkeit.

Veröffentlicht von: @pankratius

Da macht sich die Kirche dann immer unbeliebt.

Ja, wie im in Italien vor ein paar Jahren, wo einem Querschnittsgelähmten die Eheschließung verweigert wurde.

alescha antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1583
Veröffentlicht von: @alescha

Ich weiß, aber, ganz ehrlich: Ich halte das für eine Spitzfindigkeit.

Nun, Jesus selbst gibt da ja einen Hinweis:

Mt 5,32 Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass mit ihr Ehebruch begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.

Mt 19,9 Ich sage euch aber, dass, wer immer seine Frau entlässt, außer wegen Hurerei, und eine andere heiratet, Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.

Vielleicht wären heute noch andere Konstellationen denkbar - etwa weil eine Transfrau (oder ein Transmann) heiratet, ohne ihren biologischen Status dem jeweiligen PArtner vor der Hochzeit bekannt zu machen ...

goodfruit antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031
Veröffentlicht von: @goodfruit

Nun, Jesus selbst gibt da ja einen Hinweis:

Jesus hat aber - anders als die RKK - nicht festgelegt, nach welchen Kriterien man eine Ehe für ungültig erklären kann, wenn die Ehegatten sich irgendwann mal trennen und dann womöglich eine neue Ehe eingehen wollen.

Wie ich Pankratius schon sagte: Da ist es m.M.n. ehrlicher zu sagen, o.k., wir sind gescheitert, als im nachhinein festzustellen, oh, wir waren ja eigentlich gar nicht verheiratet.
(Die Kinder aus so einer nachträglich für ungültig befundenen Ehe gelten übrigens als ehelich, obwohl sie in eine nicht existente Ehe hineingeboren wurden und damit eigentlich unehelich sein müßten.)

Veröffentlicht von: @goodfruit

Vielleicht wären heute noch andere Konstellationen denkbar - etwa weil eine Transfrau (oder ein Transmann) heiratet, ohne ihren biologischen Status dem jeweiligen PArtner vor der Hochzeit bekannt zu machen ...

Interessante Frage.
Vielleicht weiß da Pankratius was.

alescha antworten
Pankratius
(@pankratius)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1322
Veröffentlicht von: @alescha

Interessante Frage.
Vielleicht weiß da Pankratius was.

Ich weiß es nicht, aber ich denke schon, dass das auch ein Annullierungsgrund wäre. Beispielsweise ist es auch einer, wenn ein Ehepartner wissentlich unfruchtbar ist, es dem Partner aber vor der Eheschließung verschweigt.

pankratius antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031
Veröffentlicht von: @pankratius

Beispielsweise ist es auch einer, wenn ein Ehepartner wissentlich unfruchtbar ist, es dem Partner aber vor der Eheschließung verschweigt.

O.k., das ist mir neu.

alescha antworten
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1133
Veröffentlicht von: @goodfruit

Vielleicht wären heute noch andere Konstellationen denkbar - etwa weil eine Transfrau (oder ein Transmann) heiratet, ohne ihren biologischen Status dem jeweiligen PArtner vor der Hochzeit bekannt zu machen ...

Na, ich denke, heutzutage werden sie das wohl nicht erst in der Hochzeitsnacht herausfinden .....

bepe0905 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031

Ich denke, bei einer Transfrau, die sich komplett hat operieren lassen, merkt man das nicht so ohne weiteres. Die hat ja dann alles, Vulva, Klitoris, Scheide... Wenn das gut gemacht ist....

Da könnte ich mir durchaus vorstellen, daß so mancher trotz Sex vor der Ehe erst nach der Eheschließung merkt, daß die Gattin nicht so auf die Welt gekommen ist.

alescha antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1583
Veröffentlicht von: @bepe0905

Na, ich denke, heutzutage werden sie das wohl nicht erst in der Hochzeitsnacht herausfinden .....

In streng frommen Kreisen möglicherweise schon ...

goodfruit antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 2847
Veröffentlicht von: @goodfruit

In streng frommen Kreisen möglicherweise schon ...

Da ist die frage, ob das in streng frommen Kreisen überhaupt vorkommen würde

channuschka antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031

Geschlechtsangleichende Maßnahmen?

Doch, kommt vor. Der Umgang damit ist in streng frommen Kreisen allerdings so ein Thema für sich. 😐

alescha antworten
Pankratius
(@pankratius)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1322
Veröffentlicht von: @alescha

Ich halte das für eine Spitzfindigkeit.

Das verstehe ich nicht. Das ist doch zwei grundlegend verschiedene Sachverhalte.

Veröffentlicht von: @alescha

Ja, wie im in Italien vor ein paar Jahren, wo einem Querschnittsgelähmten die Eheschließung verweigert wurde.

Zur Erklärung, ohne es bewerten zu wollen: Die Begründung war hier die fehlende Fähigkeit zum Vollzug der Ehe aufgrund von Impotenz.

Aber solche Ausnahmefälle meinte ich gar nicht, sondern:

- Einer (oder beide) der potentiellen Ehepartner hat Zweifel daran, dass die Ehe eine Entscheidung bis zum Tod ist.

- Einer (oder beide) der potentiellen Ehepartner sind nicht offen für Kinder.

- Einer (oder beide) der potentiellen Ehepartner wollen Kinder nicht katholisch erziehen.

Neben offensichtlichen Ehehindernissen wie z. B., dass einer der potentiellen Ehepartner aus kirchlicher Sicht eben in einer Ehe oder an ein Ehelosigkeitsgelübde gebunden ist.

pankratius antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031
Veröffentlicht von: @pankratius

Das verstehe ich nicht. Das ist doch zwei grundlegend verschiedene Sachverhalte.

Auch wenn: Die RKK war schon äußerst flexibel in der Umsetzung. Das sieht man mit einem Blick in die Geschichtsbücher, habe ich aber schon im Bekanntenkreis erlebt, wenn es um es darum geht, ob eine kirchliche Trauung mit einer Geschiedenen möglich ist.

Veröffentlicht von: @pankratius

Aber solche Ausnahmefälle meinte ich gar nicht, sondern:

Die kenne ich.

Veröffentlicht von: @pankratius

- Einer (oder beide) der potentiellen Ehepartner wollen Kinder nicht katholisch erziehen.

Und u.a. genau das führte dazu, daß meine Eltern sich haben evangelisch trauen lassen und ich jetzt evangelisch bin.

Dabei ist meine evangelische Mutter jetzt keine Kirchgängerin. Sich derart unter Druck und in ihrer Entscheidungsfreiheit einschränken zu lassen ging ihr aber definitiv gegen den Strich.

Ich meine, diese ganzen Gründe kennt man doch vorher schon. Man müßte doch dementsprechend wissen, daß man keine Ehe führt sondern ein Konkubinat oder wasweißich.

In vergangenen Jahrhundert hat man bei Bedarf praktischerweise festgestellt, daß man ja verwandt miteinander war und deswegen keine gültige Ehe vorlag. Als ob die verwandtschaftlichen Verhältnisse nicht schon vorher bekannt gewesen wären.

All das wird erst dann ausgegraben, wenn man seinen Partner loswerden und eine neue Ehe eingehen möchte.

Und weil die RKK an der Unauflösbarkeit der Ehe festhält, biegt man sich das dann halt so zurecht, daß man gar ja nicht verheiratet war.

Notfalls wird dann mit Dispensen hantiert, wenn es darum geht, unter welchen Umständen eine Eheschließung doch möglich ist oder man vielleicht doch neu heiraten darf.

Da ist doch die evangelische Variante, wo man feststellt, daß die Ehe halt gescheitert ist, irgendwo ehrlicher. Sich selbst und Gott gegenüber.

alescha antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2227
Veröffentlicht von: @pankratius

Das verstehe ich nicht. Das ist doch zwei grundlegend verschiedene Sachverhalte.

Die Realität ist in beiden Fällen ein und die selbe.

Ob man es Scheidung oder Annullierung nennt ändert nichts daran, dass das Paar in der Realität als Ehepaar gelebt und als solches gehandelt hat.

lhoovpee antworten


Lamed
 Lamed
Beiträge : 1249

ja ist Ja, und nein ist Nein
Ein Ja ist ein Ja und ein Nein ist ein Nein.
Ansonsten muss man miteinander einen Weg daraus suchen.

Bei wem soll man denn Schwören, da man eigentlich nicht weiss, ob man es auch halten kann?

Oder ist das Wort des Menschen so unglaubwürdig das man sich auf „höher“ Instanzen berufen muss?

lamed antworten
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