Sound of freedom - Welt verbessern
In einem anderen Thread wurde heftig über den Spielfilm "Sound of Freedom", der den Kampf gegen pornografischen Kinderhandel in Südamerika zeigt, gestritten. Einer der Kritikpunkte war, dass der Film die Zuschauer mit aufgewühlten Gefühlen hinterlässt ohne zu irgendwelchen Konsequenzen zu führen.
Klar, niemand von uns kann an der Situation der Kinder in Südamerika, Asien oder Afrika etwas ändern - nicht mal an der der Kinder in unserem Land, die in Kinderpornoringen gefangen sind. Also kann man sich den Film mit leisem Gruseln ansehen und sich ansonsten danach zurücklehnen, weil man eh nichts machen kann.
Man kann ihn aber auch zum Anlass nehmen, sich zu fragen, was denn in unserem Land für Gesetze und Regelungen, dafür sorgen, dass so etwas nicht passiert - möglichst natürlich niergendwo, auf jeden Fall aber nicht hier.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie das für Deutschland oder die EU aussieht. Nur verschwommen habe ich im Gedächtnis, dass vor einigen Jahren auch die Strafbarkeit für kinderpornografisches Handeln, das im Ausland begangen wurde, eingeführt wurde.
Was also bliebe zu tun? Als einziges, was mir dazu einfällt ist es, die entsprechenden Ministerien (Justiz und Auswärtiges) und die Bundestagsabgeordneten des eigenen Wahlkreises anzuschreiben und zu fragen, was z.Z. ist und was geplant ist.
Genau das werde ich in der kommenden Woche tun.
Wenn jemandem etwas einfällt, was man noch wirklich machen kann, wäre es schön, das hier anzumerken.
Mir ist noch etwas aufgefallen: Laut Wiki ist ein Tim Ballard Vorbild für den Film, aber laut Tristesse ist es ein Troy Brewer.
Das wirft natürlich Fragen auf …
Ja. Ich denke da irrt Tristess.
Und die von Dir vorgeschlagene Seite ist so aufgemacht, dass sie auch sehr an den Film erinnert. Das wirft bei mir dann auch Fragen auf. Dass man auf ihr nicvht auf den ersten Blick Unseriöses entdeckt, wundert jedenfalls nicht und kann für mich kein Argument sein, mein Misstrauen schlafen zu legen. Natürlich würde keine Organisation in ihrer Selbstbeschreibung etwas erwähnen, was sie vertrauensunwürdig macht.
Meines Wissens hat IJM nichts mit dem Film zu tun, und es gab sie schon, bevor der Film überhaupt angedacht wurde.
Natürlich würde keine Organisation in ihrer Selbstbeschreibung etwas erwähnen, was sie vertrauensunwürdig macht
Du kannst ja auch andere Quellen heranziehen. Anders als bei diesem Troy Brewer gibt es ja auch Seiten über die IJM, die nicht von ihr stammen …
Klar, ich kann mir jetzt jede Mühe der Welt machen und richtig recherchieren, was es mit dieser Organisation auf sich hat. Ich kann das aber auch lassen. Wer da spenden will, soll es tun. Ich tue es nicht.
Klar, ich kann mir jetzt jede Mühe der Welt machen und richtig recherchieren, was es mit dieser Organisation auf sich hat.
Ein Minimum an Recherche, mehr hab ich nicht gefordert.
Wer da spenden will
Ich dachte nicht nur an Spenden, sondern auch an Mitmachen.
"Ein Minimum an Recherche, mehr hab ich nicht gefordert."
Zumindest haben sie das DZI-Siegel, was ja schon mal gut ist.
Nein, mitmachen werde ich nicht. Was mir möglich ist, habe ich ja durchblicken lassen
Tim Ballard war der Gründer von O.U.R (2023)... inzwischen ist es aus der Arbeit raus wegen nachgewiesenen Fehlverhaltens.
Troy Brewer ist gleichsinnig in der Rettung der Kinder unterwegs, aber schon länger und sitzt in Texas, während die Arbeit von O.U.R. ihren Sitz in Californien hat.
Die Verwirrung habe ich wohl angerichtet, weil ich beide in einen Topf geworfen habe.
Troy Brewer ist gleichsinnig in der Rettung der Kinder unterwegs
In erster Linie ist er Pastor einer Kirche in Texas. Und Seiten über ihn stecken z.T, hinter einer Paywall (zahle, wenn du seine Dienste digital in Anspruch nehmen willst!).
Dann habe ich eine Seite gefunden, die (a) kostenlos ist und (b) was über seine Sklavenbefreiungen sagt:
»They have rescued children from dump sites, purchased slaves from drug lords and brothels, then brought them to Jesus«
Auf Deutsch: Sie haben Kinder aus Mülldeponien gerettet, Sklaven von Drogenbaronen und Bordellen gekauft und sie dann zu Jesus gebracht.
Und wie ich schon schrieb: Befreien durch Loskaufen wird im Endeffekt die zahl der Sklaven nicht verringern, und den Sklavenhandel verstärken. Soweit hat Troy nicht gedacht, was er tut ist gut gemeint. Aber eben nicht gut …
Erzähl ruhig weiter, was da noch gemacht wird.... Schule, Ausbildung, Kleingewerbe im Schneidereibereich für selbständige Lebensführung fördern, Versorgung der mitgebrachten Kleinkinder der geretteten Jugendlichen....
Ich habe ziemlich viel auf seiner ministriy-Seite gelesen... zur Paywall bin ich noch nicht gekommen.
z.B.
Frage und Antwort in Englisch:
https://troybrewer.com/sex-trafficking-qa/
Filmkommentar, Arbeitsbeschreibung, Kostenintensität, Grenzkonflikt zu Südamerika, warum Auslandseinsätze...usw...
Da wird meine Kritik bestätigt:
“This lady is a madam and she wants to know if you want these little
girls for sex.” […] The cost to set them free was $90. They are now all grown up and doing great.
Klar, für die freigekauften Kinder war das Glück, aber dafür gibts jetzt irgendwo zwei Kindersklaven, die keine wären, wenn die beiden nicht freigekauft worden wären.
Natürlich ist es nicht absolut exakt so, das ist eher als »statistische« Aussage gedacht. Aber es ist doch klar: Illegale Märkte funktionieren rein nach Marktwirtschaft (es gibt keinen gesetzlichen Schutz für irgendeinen Teilnehmer), und wenn das Angebot durch Freikauf verringert wird, muss die nach wie vor vorhandene Nachfrage durch neue Sklaven gedeckt werden, und Madame hat ja $90, von denen vermutlich ein Bruchteil reicht, um zwei neue Sklaven zu bekommen. Oder nahezu $90, wenn sie sich an einen Menschenhändler wenden muss.
Besser wäre es gewesen, die Madame hinter Gitter zu bringen - was ja auch andere Täter abschreckt. Aber das ist natürlich nicht so einfach wie mal kurz die Geldbörse zücken …
und wo ist der Rest?
Der ist, wie gesagt, nur halb so viel wert, solange die Opfer, um die man sich kümmert, freigekauft werden.
IJM befreit in Indien Sklaven, und sorgt dafür, dass die Täter verurteilt werden. Wobei inzwischen das meiste inzwischen von Indern gemacht wird. Etwa von Polizisten, die entsprechend geschult sind …
Und die Nachsorge bei IJM ist auch nicht schlechter als die von Troy.
Hast du mal den link mit der paywall?
Hm, ich finde ihn jetzt nicht - merkwürdig.
Ich sage nichts gegen IJM. Mir war wichtig, dass aus einem Initialerlebnis...und dann auch noch mit hätte, hätte, Fahrradkette,... eine sich weiter entwickelnd habende Arbeit nicht gleich in den Reißwolf gesteckt wird.
Es wäre gut, wenn in jedem Land sich eine Schutz- und Rettungsarbeit entwickeln würde.
Je mehr positive Anstöße hier zutage kommen, gibt es eine zunehmende Sensibilisierung dafür und auch Ideen können gesammelt werden, was man als Einzelperson machen kann und was nicht.
Wenn im eigenen Bekanntenkreis keine Auffälligkeiten zu merken sind, dann kann man den Blick für solche Dinge verlieren. Die Welt um einen scheint ja in Ordnung.
Sich zurücklehnen mit der Forderung, die Obrigkeit und Polizei sollen mal machen, ist es nicht getan.
dass aus einem Initialerlebnis
Ich habe nicht gefunden, dass sich das inzwischen geändert hat. Gut, es kommen auch Kinder, für die nichts gezahlt wurde. Aber Zahlen ist nicht der richtige Weg.
und dann auch noch mit hätte, hätte, Fahrradkette,...
Für den Einzelfall mag man das so bezeichnen, aber wenn man 100 Kinder rettet, dann kann man auch Statistik betreiben.
Schon bevor ich IJM kennen lernte, hatte ich so was aus Ostafrika gehört: Dort wurden Kinder geraubt, als Sklaven in den Sudan verkauft, dort gab es dann Leute, die sie wieder freikauften und in ihre Heimat zurückbrachten.
Daraus entwickelte sich ein richtiges Geschäftsmodell: Kaufe eine* Sklav*n und lass ihn/sie (natürlich für mehr Geld) freikaufen. Es gab dann zuweilen Kinder, die zum zweiten mal befreit wurden …
eine sich weiter entwickelnd habende Arbeit nicht gleich in den Reißwolf gesteckt wird.
Wenn du mir zeigst wo steht, dass die jetzt keine Kinder mehr freikaufen, sondern andere Konzepte benutzen, ziehe ich meine Kritik zurück.
Sich zurücklehnen mit der Forderung, die Obrigkeit und Polizei sollen mal machen, ist es nicht getan.
IJM lehnt sich nicht zurück. Sie sucht und findet nicht korrupte Beamte und Juristen, schult die ggf. (z.B.: welche einschlägigen Gesetze werden in Fällen von Sklaverei gebrochen?, wie schafft man gerichtsfeste Beweise?), schafft Öffentlichkeit für die aufgedeckten Skandale (dazu muss man Journalisten kennen, die darüber schreiben wollen …), kümmert sich um die befreiten Kinder (von Traumabewältigung bis hin zur Unterstützung vor Gericht, wenn sie als Zeugen aussagen oder gar wegen Entschädigung prozessieren - was man natürlich nicht jedem Kind zumuten kann, und wohl überhaupt keinem sofort nach der Befreiung).
Gut IJM macht keine »Untergrundarbeit«, sondern hat immer eine Vereinbarung mit einer Behörde, mit der sie kooperieren. Es gibt noch die Option, weniger legal vorzugehen, aber das müsste natürlich äußerst gründlich geplant werden, wenn das nicht eine Einmal-und-nie wieder-Aktion werden soll. Die ethischen und taktischen Fragen, die es da zu bedenken gibt, kann ich gar nicht überblicken …
Sich zurücklehnen mit der Forderung, die Obrigkeit und Polizei sollen mal machen, ist es nicht getan.
hkmwk: IJM lehnt sich nicht zurück.
Meine Aussage war eine allgemeine Kritik an oft gehörten Einwänden im Umfeld: der Staat soll mal machen..... und nicht gegen IJM gerichtet.
Im folgenden zitierten Abschnitt ist ersichtlich, dass sie inzwischen breiter aufgestellt sind bzgl der Rettungsaktionen. Wo nötig wird gekauft, wo nicht, eben nicht.
aus dem zweiten link, den ich oben gepostet hatte:
Wie läuft eine Kinderrettung durch Troy Brewer Ministries ab?
Wir haben zwar ein Team von umwerfenden Jesus-Freaks, die an diese Orte gehen und alles tun, was nötig ist, aber wir arbeiten hauptsächlich mit einheimischen Diensten und Jesus-liebenden Leitern in Regierungen zusammen, mit denen wir zusammenarbeiten können, um diese Kinder zu finden. Wir machen einen Plan, wie wir sie unterbringen, ernähren und schützen können, und arbeiten dann mit den Einheimischen zusammen, um sie herauszuholen. Sobald wir sie in unsere Obhut genommen haben, finanzieren wir diese sicheren Häuser, Schulen, Schwangerschaftskliniken und Kinderheime für immer" so lange wie nötig.
Überraschenderweise werden diese Orte, sobald wir sie eingerichtet haben, zu einem Magneten für Kinder, die von der Straße weg wollen. Tagsüber haben sie niemanden - es interessiert buchstäblich niemanden, was sie tagsüber tun, solange sie nach Feierabend aufgesammelt und verschleppt werden können. Etwa 25 % unserer Kinder klopfen an unsere Tür, oder die Kinder, die wir gerettet haben, gehen los, um ihre Freunde zu finden und sie zurückzubringen. Einige von ihnen wurden erst vor ein oder zwei Tagen gerettet und retten bereits andere. Das sind kleine Kinder, und sie tun mehr als die meisten Erwachsenen, um andere zu retten.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Das habe ich schon gelesen.
- Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Zusammenarbeit mit Behörden etc. direkt etwas mit ihrer Befreiung zu tun haben. Im Gegenteil, auf anderen Seiten wird deutlich, dass auch heute noch Kinder von Sklavenhaltern freigekauft werden.
- Dass inzwischen (außerhalb des ursprünglichen Konzepts) Kinder spontan (ohne vorher Sklaven gewesen zu sein) kommen bzw. gebracht werden, hatte ich schon kurz erwähnt.
Meine Kritik ist das freikaufen. Das ist nur sinnvoll, wenn es einem um spezielle Kinder geht, die man gewissermaßen auf Kosten anderer Kinder befreien will.
Meine Aussage war eine allgemeine Kritik an oft gehörten Einwänden im Umfeld: der Staat soll mal machen..... und nicht gegen IJM gerichtet.
Ich habe es auch nicht als gegen IJM gerichtet empfunden, was ich sagte lief, vereinfacht gesagt, darauf hinaus: Der Staat muss es machen, und wir müssen dafür sorgen, dass er das will und kann.
Im Gegensatz zu: Der Staat macht nix, also machen wir was (auch wenn es nicht immer sinnvoll ist).
Mein Thema ist: Freikaufen sollte man nicht, sondern anders helfen.
Dass ich andere Aspekte von Troy Brewers Ministries nicht kritisiere, sollte doch inzwischen klar sein.
"Besser wäre es gewesen, die Madame hinter Gitter zu bringen - was ja auch andere Täter abschreckt. Aber das ist natürlich nicht so einfach wie mal kurz die Geldbörse zücken …"
Ja, so sehe ich es auch. Und das dürfte über die Möglichkeiten einer Hilfsorganisation hinaus gehen und politische Lösungen verlangen, die aber kaum durchführbar wären.
ahja...als Ausländer in Mittelamerika, mit Übersetzer und alles wird dann abgestritten, Wort gegen Wort und die Kinder werden wieder behalten für die nächste Nummer...
Idealvorstellung wider praktische Situation... 🤔
hkmwk hat es doch begründet. Für 1 gerettetes Kind wird es alsbald ein neues oder mehr geben. Durch diese Methoden wird der Sumpf nicht ausgetrocknet, sondern nur noch mehr überflutet.
Wenn du es selbst vielleicht mal nachliest... es ist die Geschichte des Initialerlebnisses, die sie überrollt hat bei der Nahrungsmittelverteilung in einem Armenviertel. Dort sind KEINE deutschen Polizeiverhältnisse.
Und was soll das für ein Argument sein, dass dann andere Kinder nachgezogen werden. Das tun die sowieso... aber zwei sind erstmal raus gekommen durch die Spontanreaktion für ein lebenswertes Leben.
Wenn du den zweiten link liest, dann haben die Retter sich auch weiterentwickelt.
Awwer bevor isch misch uffresch... diskutier ich hier nicht weiter.
Dort sind KEINE deutschen Polizeiverhältnisse.
Klar, aber man kann darauf hinarbeiten, dass es »deutsche« Polizeiverhältnisse geben wird. Ist natürlich langfristiger.
dann haben die Retter sich auch weiterentwickelt.
kaufen sie keine Kinder mehr frei, sondern helfen anders?
Und das dürfte über die Möglichkeiten einer Hilfsorganisation hinaus gehen und politische Lösungen verlangen, die aber kaum durchführbar wären.
Nun, genau dieses »Unmögliche« ist der Ansatz von IJM. Die deshalb auch stets mit lokalen Behörden zusammenarbeitet. Gemeinsame Aktionen von verdeckten Ermittlern von IJM und der Polizei, die dann Razzien durchführt, um Sklaven zu befreien, Schulung von Beamten …
Das hängt auch meist mit Korruptionsbekämpfung und der Schaffung von Öffentlichkeit für das Thema zusammen.
@hkmwk Hab mir auf Deine mehrfache Erwähnung hin mal die HP von IJM angeschaut. Sieht für mich nach einer guten, engagierten und seriösen Organisation aus.
👍
Ja, sieht so aus.
Ich hab auch keine Kritik an dieser Organisation, aber wie gegenüber allen privaten Hilfsorganisationen eine große Vorsicht.
Ich habe selbst vor Jahren eine geleitet und bin dabei mit vielen anderen in Berührung gekommen. Neben einigen sehr positiven Erfahrungen habe ich aber eben auch erlebt, dass es welche gab, die gut gemeint und gehandelt begonnen haben und dann zügig in Chaos und Ineffektivität abgerutsch sind, oder schlimmer, der oder die Gründer haben eine andere "Idee" bekommen oder die Organisation wurde von anderen übernommen und haben dann das Gegenteil von dem vertreten, wozu sie ehemals angetreten sind. Das liest man aber nicht in der Internetrepräsentanz.
Ich gestehe, ich habe den Film nicht gesehen, aber:
Veröffentlicht von: @queequeg, dass der Film die Zuschauer mit aufgewühlten Gefühlen hinterlässt ohne zu irgendwelchen Konsequenzen zu führen.
wirkt für mich etwas überraschend als Kritikpunkt, denn ist das nicht bei vielen Filmen so, in denen es um Dokumentation von realen Hintergründen geht...?
<Gruß, Tatokala
Es ist ja keine Dokumentation, das ist ja das Problem. Es ist hier eine äußerst brutale Wirklichkeit für die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft als Kulisse für eine spannende Story und mit - für mein Verständnis - einer Verfeierung eines Schauspielers benutzt worden.
@queequeg Hm naja, würde jetzt sagen "trotzdem", denn es geht ja schon darum, Missstände in den Blickpunkt des Betrachters zu rücken? Betroffenheit beim Zuschauer auslösen, das war mich immer der Sinn der Berlinale gewesen. Sowohl was Dokus als auch Spielfilme angeht.
Dann könnte man ja auch als Kritkpunkt sagen, z.B. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" hat so vielen Mitwirkenden (für die Zeit der Dreharbeiten) Lohn und Arbeit gegeben und die Karriere der Hauptdarstellerin gepuscht. Und das alles, ohne konkrete Veränderungen zu bewirken.
Aber vielleicht ist meine Argumentation jetzt haltlos, weil ich, wie gesagt, den Film nicht gesehen habe.
Übrigens sehe ich durchaus gerne Krimis und andere Filme in denen es bummt, kracht und pengt und fiese Typen auftreten - als fiktive Spielfilme.
Aber Filme wie "Sound of Freedom" oder auch "Kinder vom Bahnhof Zoo" halte ich nicht für geeignet, ein Problem wirklich sachgerecht darzustellen. Deshalb habe ich mir den Film der Kinder vom Bahnhof Zoo nie angesehen und werde es auch nicht.
Ich finde, wenn man als Regisseur ein reales Ereignis mit ziemlich ultimativ traurigem Ablauf oder Ausgang bei konkreten Menschen vor Augen hat, dann kann man aus dem Ausgangspunkt heraus ein völlig eigene Geschichte machen, ohne die realen Menschen, die ihn zu der Geschichte inspirert haben, zu missbrauchen.
ohne die realen Menschen, die ihn zu der Geschichte inspirert haben, zu missbrauchen.
Der Film beruhte auf einem Buch, dass sviw von der Christiane F. selber geschrieben wurde … da kann ich keinen »Missbrauch« sehen, höchstens einen, der schon beim Erstellen des Buchs stattfand.
a) Jeder der mit Kindern auf der Arbeit oder im Ehrenamt zu tun hat, sollte entsprechende Schulungen machen. Kindesmissbrauch betrifft im Schnitt ein bis zwei Schüler*innen pro Klasse! Ebenso sind auch Kinder in deiner Kirche betroffen.
Das geht auch Online, z.B. Startseite zur digitalen Fortbildung gegen sexuellen Missbrauch (was-ist-los-mit-jaron.de)
b) Mehr Aufmerksamkeit und Werbung für Hilfsangebote für Betroffenen machen:
z.B. Online Startseite - Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch (hilfe-portal-missbrauch.de)
man kann auch Banner / Flyer in sozialen Medien teilen, oder auch ganz klassisch ausdrucken und verteilen (z.B. in der Kirche auslegen)
Downloads - Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch (hilfe-portal-missbrauch.de)
Und die Hilfshotline 0800 22 55 530 bekannt machen!
c) "Kein Täter werden"
Sollte man selbst merken, dass man sich zu Kindern sexuell hingezogen fühlt, ist es wichtig alles dran zu tun, kein Täter zu werden. Man kann sich dazu an das Präventionsnetzwerk "kein täter werden" wenden. Sie haben entsprechende Hilfsangebote.
Kein Täter werden - Deutschland (kein-taeter-werden.de)
d) Unterstützung von Mädchenhäusern u.ä. Vereinen
Ähnlich wie Frauenhäuser, gibt es auch Mädchenhäuser, wo sich Mädchen melden können, die Hilfe benötigen. Am besten einfach mal nach "Mädchenhaus" + eigene Stadt googlen.
e) Natürlich kann man auch politisch aktiv werden. Leider wird das Thema aber häufig dazu genutzt, um Unverhältnismäßige Massenüberwachung (siehe aktuell Chatkontrolle) durchdrücken zu wollen oder Zensur-Infrastrukturen aufzubauen. Ich würde von der Politik lieber etwas sehen, dass tatsächlich den Opfern hilft oder direkt verhindert, dass Kinder zu Opfern werden.
@lhoovpee Vielleicht einen. Oder zwei. Aber im Kern gebe ich Dir recht: sie ist kein taugliches Mittel, Kindesmißbrauch in relevantem Maß zu verringern. Und erst recht nicht erscheint sie als sinnvoll, wenn wir das Mißbrauchspotential der entsprechend zu schaffenden technologischen Infrastruktur in die andere Waagschale legen.
"wenn wir das Mißbrauchspotential der entsprechend zu schaffenden technologischen Infrastruktur in die andere Waagschale legen."
Das ist das entscheidende Argument.
Vielleicht einen. Oder zwei.
Selbst das würde ich bezweifeln... aber kann schon sein. Ich befürchte diese Überwachung würde eher anders genutzt werden. Vor allem, wenn sich Europa politisch weiter so Entwickelt, wie derzeit der Trend ist. Aber das wäre jetzt OT.
Aber ich fürchte, dass wir über kurz oder lang um eine Massenüberwachung nicht rum kommen.
Die haben wir doch schon, zum Teil seit Jahrhunderten.
- Meldepflicht in Hotels (hatte ich schon erwähnt)
- Ausweispflicht (jeder muss einen Perso oder sonst wenigsten einen Reisepass haben), eingeführt im 1WK
Und wer meint, dass das keine Massenüberwachung ist: Natürlich wird nicht jeder an jeder dritten Straßenecke kontrolliert, ob er auch einen Lichtbildausweis mit sich trägt - aber entsprechendes lässt sich auch für andere Fälle sagen, die als »Massenüberwachung« bezeichnet werden.
Mir fehlen bei allem Ideen, wie man prophylaktisch verhindern kann, dass Männer Täter werden - und Frauen natürlich auch. Nicht erst, wenn sie erweachsen sind, sondern möglichst schon spätestens ab der Pubertät.
Es würden sich curricula in der Schule anbieten, aber ich fürchte, dass die einer solchen Aufgabe auch nicht gerecht werden kann.
Vorbeugen.... ich denke, es hat auch etwas mit Vater-Vorbildern zu tun und deren Verantwortung. Und da ist der Ansatz auch schon früh in der Schule möglich und begleitend durch die Pubertät, wenn die Hormone verrückt spielen und anderes in den Hintergrund rückt.
Einen Punkt hattest du schon erwähnt: Erwachsenenbedürfnisse auf Erwachsenenebene angehen. Da ist der Blick mehr auf sich selbst gerichtet, meine ich. Das Nächste wäre der Blick auf das Kind, welches Vorbild braucht es und wie wird väterliche Verantwortung gelebt. Der nur-Kumpel-vater ist da nicht angebracht.
Väter sind nach 2 Kriegen in Europa rar. Es braucht 4 Generationen, bis nach einem Krieg wieder Männer da sind, die auch wirklich eine männlich-väterliche Funktion erfüllen können. Alle vorher sind mehr oder weniger schwer von den Folgen des Krieges betroffen. Also erst die Jungen, die so etwa ab 2010 geboren worden sind, zeigen als Väter kaum noch Folgen.
Die gibt es ja schon z.B. von Richard Rohr, der Selbsterfahrung mit Männern, Vätern und Vätern und Söhnen macht. Es gibt bestimmt noch einige mehr.
Das Problem hier ist nur wie fast immer, dass die daran teilnehmen, die es eigentlich nicht müssten, und die nicht die daran teilnehmen, die es eigentliuch müssten.
Aber in jedem Fall wäre es gut, wenn solche Möglichkeiten bekannter würden z.B. durch Flyer in Kindergärten, Kirchen usw.
Ja, es gibt da einiges.... was wahrscheinlich nicht im Blick ist, dass da eine Verbindung besteht zum Problemfeld, um das sich der Thread dreht.
In den Fürbittekreisen, in denen ich unterwegs bin, wird das Thema wiederhergestellte Vaterschaft immer wieder behandelt, also auf der geistlichen Ebene ein Weg bereitet, dass es im Natürlichen leichter umzusetzen gehen kann.
Es würden sich curricula in der Schule anbieten,
Frühe Aufklärung ist wichtig. Leider verhindern (wie so oft) vor allem konservative Kräfte, dass bereits in frühen Alter Aufklärung betrieben wird vor Angst einer angeblichen "Frühsexualisierung".
Kindern muss klar gemacht werden, dass sie so etwas melden müssen und das es nicht ok ist, wenn der Vater/Onkel/Trainer/Lehrer/Pastor von ihnen verlangt berührt zu werden.
wie man prophylaktisch verhindern kann, dass Männer Täter werden
Vollkommen verhindern kann man das nicht. Wir müssen aber dahin arbeiten, dass Männer sich trauen entsprechende Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.
Völlig richtig.
Aber ich denke auch daran, dass in solchen Schulunterrichten dann auch die zum Nachdenken gebracht werden, die sich auf einer schiefen Ebene befinden und drohen da runterzurutschen.
Ich bin kein Experte für deviantes sexuelles Verhalten. Aber soweit mir bekannt ist, entwickeln sich solche und andere "Vorlieben" verstärkt während der Pubertät. Das wäre der eine Fokus.
Der andere Fokus basiert auf der Beobachtung, dass so ziemlich alle Männer, die mir wegen kinderpornografischer Handlungen begegnet sind, Männer ohne Rückrat waren, wie ich hier an anderer Stelle schon mal erwähnt habe. Wenn die während der Schulzeit entsprechend fördern würde, hätte man, denke ich, schon viel gewonnen.