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Superreichtum? Nein, danke!

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Feliciah
Themenstarter
Beiträge : 784

Habt ihr auch von dieser jungen Frau aus Österreich gehört, die es ungerecht findet, so viele Millionen zu erben, ohne besteuert zu werden? Sie hat zusammen mit anderen Millionärserben eine Initiative namens "Tax me now" gegründet, mit der Aufforderung, endlich vom Staat (in Österreich) besteuert zu werden. Auf die Frage hin warum sie es bspw. nicht macht wie Bill Gates und einen großen Betrag in wohltätige Organisationen fließen lässt, antwortet sie: "Woher will Bill Gates wissen, was gut/was das Richtige ist?" Solchen Menschen hätten außerdem zu viel Einfluss. 

Hier ein kleiner Ausschnitt:

Eine lachende Erbin ist Marlene Engelhorn nicht.: Überraschend wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Oma ihr einen zweistelligen Millionenbetrag vererben will. Die Reaktion der Wiener Literaturstudentin: „Ich hätte mich ganz gern gefreut, aber ich habe mich ehrlicherweise sehr geärgert“.
Denn Marlene Engelhorn findet es nicht gerecht, so viel Geld zu bekommen, ohne dafür etwas getan zu haben. Und vor allem, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen: In Österreich gibt es keine Erbschaftssteuer.
 
Eine lachende Erbin ist Marlene Engelhorn nicht.: Überraschend wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Oma ihr einen zweistelligen Millionenbetrag vererben will. Die Reaktion der Wiener Literaturstudentin: „Ich hätte mich ganz gern gefreut, aber ich habe mich ehrlicherweise sehr geärgert“.
Denn Marlene Engelhorn findet es nicht gerecht, so viel Geld zu bekommen, ohne dafür etwas getan zu haben. Und vor allem, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen: In Österreich gibt es keine Erbschaftssteuer.
 
Dabei gehe es auch um die Demokratie. Denn der Einfluss von Reichen und Superreichen auf Politik und Gesellschaft sei viel zu hoch. Nicht nur in ihrem Heimatland seien Geld und Macht in einem Ausmaß miteinander verschränkt, das „brandgefährlich für eine Demokratie“ sei.
Dabei blickt Engelhorn auch über die Grenze nach Deutschland.
 
Und wer möchte, zu diesem Thema ein Interview:
 
 
 
Wie denkt ihr darüber? 🙂
 
Ich habe die Geschichte Marlene Engelhorns vor einiger Zeit durch Zufall in unserer Tageszeitung gelesen (kurz bevor ich die Zeitung eigentlich wegschmeißen wollte) und weiß gar nicht, ob ich persönlich so selbstlos wäre. Aber bewundernswert finde ich ihre Einstellung schon. 
 
Ach so, die Zitate stammen aus dem Deutschlandfunk:
 

 

Antwort
41 Antworten
Deborah71
Beiträge : 16283

@feliciah 

Wie denkt ihr darüber? 🙂

Sie hat nicht nachgedacht. Bei zwei Millionen bezahlt sie eine evtl Steuer von 50% aus der Portokasse und hat immer noch genug. Bei kleineren Erbschaften, die nicht aus Geld bestehen, kann eine Steuer u.U. sehr viel Schaden anrichten. 

deborah71 antworten
6 Antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 982

@deborah71 Das kommt drauf an, wie die Erbschaftssteuer gestaltet wird.

tagesschimmer antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 16283

@tagesschimmer Dreh die Story doch mal um. Die Frau hat als Studentin geringe finanzielle Möglichkeiten. Oma hinterlässt ihr ein Nobelgebäude für 2 Millionen und keinen müden Schillung mit einsprechend hoher Erbschaftssteuer. Da bleibt nur Ablehnen oder Verkaufen, sonst zahlt sie ihr ganzes Leben den Kredit für die Erbschaftssteuer ab.

deborah71 antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 982

@deborah71 Mit dem konkreten Fall habe ich mich nicht beschäftigt. 2 Millionen ist für mich aber noch weit von superreich entfernt. Das kostet ein größeres Einfamilienhaus in Berlin. Ein Jurist kann wahrscheinlich spontan einige Stellschrauben für bestimmte Fälle aufzählen z.B., kann man wie beim Bafög sagen, dass nur gezahlt werden muss, wenn der Besitz über einem bestimmten Betrag Gewinn abwirft, ebenso könnte selbstgenutzter Wohnraum anrechnungsfrei sein …

Im konkreten Fall, was spricht gegen Verkauf oder Vermietung oder irgend ein Geschäft mit der Immobilie zu machen? Ist doch normal, dass man etwas mit seinem Besitz macht oder mit dem Geld davon was anderes macht. Bei Leuten mit weniger Geld ist es ja auch normal, dass sie durch Mieterhöhungen immer hässlicher, kleiner und weiter draussen wohnen.

Das einzige Argument, das mir logisch erscheint ist, dass die Superreichen ihren Hauptwohnsitz dann woanders hin verlegen. 

tagesschimmer antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

@deborah71  Österreich ist bekannt für die kreative Besteuerung von Reichen. Da werden wohl individuelle Steuersätze vereinbart, weshalb mancher in Österreich lebt.  In Deutschland gibt es nur Freibeträge und die sind bei Erbschaften von Tanten gering. 

Ja und zur Frage die Erbschaftssteuer bezahlen zu können.  Gloria von Thurn und Taxis musste sehr viel Erbschaftssteuer bezahlen und hat daher sehr viel Inventar versteigern lassen und die Brauerei wurde glaube ich auch verkauft.

 

 

jigal antworten
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1147

@deborah71 

Nein, die Steuer richtet grundsätzlich keinen Schaden an. 
Vielleicht muss man sich von einem Haus trennen, vielleicht einen Kredit aufnehmen, aber i.A. ist die Erbschaft immer noch größer als die damit verbundenen Kosten. 

bepe0905 antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

@bepe0905  Das kommt auf das Haus an, es gibt viele Häuser die sind in einem Zustand da erbt der Staat und bleibt auf Kosten sitzen. Etwas davon wird gegenfinanziert durch Erbschaften bei denen es keine Erben gibt, auch hier erbt der Staat.  Sinn des Threads sehe ich aber in der Aussage gegen Bill Gates denn von einer Studentin kann ich erwarten, dass sie schon Dinge hat die ihr wichtig sind und die sie fördern könnte.

Der jüdischen Nationalfonds  www.jnf-kkl.de hat immer wieder das Thema  Israel zu unterstützen in dem der JNF KKL als Erbe eingesetzt wird.  Ein grünes Israel kommt auch allen Gruppen zu gute, egal ob Jude oder Araber, ob Christ oder Moslem.

jigal antworten


Tagesschimmer
Beiträge : 982

@feliciah Ach und ich dachte, hier will jemand Geld verschenken.

Es stellt sich für mich nicht so sehr die Frage, wie das Geld sinnvoll unter die Leute gebracht werden kann. Da wird jeder eine andere Meinung haben und dafür hat man ja mal die Demokratie erfunden. Das Beispiel macht aber deutlich, das ein Superreicher so unglaublich viel mehr Einfluss auf die Gesellschaft nehmen kann - ausgerechnet jemand, der extrem weit weg vom Alltag der meisten Menschen ist. Das Geld Einzelner stellt eine reale Macht dar, an der der Staat nicht vorbeikommt. 

Im Vordergrund steht für mich hier die Gerechtigkeit der Erbschaftssteuer. Damit hängt natürlich zusammen, wie die unterschiedlichen Arten von Einkommen bewertet werden und ob man überhaupt meint, dass staatliche Regelungen für Gerechtigkeit sorgen sollen. 

Ich habe den Gedanken vom Halljahr bzw. Jubeljahr im Kopf und finde, dass viel zu viel, viel zu wenigen gehört. Die Unterschiede sind zu groß und zu schwer zu überbrücken. Daher finde ich Marlenes Initiative gut, ohne mich damit genauer beschäftigt zu haben. 

tagesschimmer antworten
2 Antworten
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1147

@tagesschimmer 

"Daher finde ich Marlenes Initiative gut, ohne mich damit genauer beschäftigt zu haben."

Ich finde es immer gut, wenn Menschen Situationen, Gewohnheiten und Gesetze hinterfragen, statt einfach nur die Sache zu akzeptieren und zu geniessen

bepe0905 antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 784

@tagesschimmer Ach und ich dachte, hier will jemand Geld verschenken.

Das wär doch schön! 😆 Gerade in der heutigen Zeit...

 

und ob man überhaupt meint, dass staatliche Regelungen für Gerechtigkeit sorgen sollen. 

Ja, es ist halt die Frage, wie gerecht der Staat das Geld verteilt. 

 

Ich habe den Gedanken vom Halljahr bzw. Jubeljahr im Kopf und finde, dass viel zu viel, viel zu wenigen gehört. Die Unterschiede sind zu groß und zu schwer zu überbrücken. Daher finde ich Marlenes Initiative gut, ohne mich damit genauer beschäftigt zu haben. 

Mich beeindruckt diese Initiative auch und ich will demnächst noch mal mehr darüber lesen, wie "Tax me now" vorankommt/ob damit etwas erreicht wird. 

Bis später, ich geh dann mal wieder "malochen". 🙂

 

 

 

feliciah antworten
bepe0905
Beiträge : 1147
Veröffentlicht von: @deborah71

Da bleibt nur Ablehnen oder Verkaufen, sonst zahlt sie ihr ganzes Leben den Kredit für die Erbschaftssteuer ab.

Ja und?
So lange die Einnahmen höher sind als Kreditzinsen und Tilgung ist das doch alles überhaupt kein Problem. 

bepe0905 antworten


billy-shears
Beiträge : 1513
Veröffentlicht von: @feliciah

Habt ihr auch von dieser jungen Frau aus Österreich gehört, die es ungerecht findet, so viele Millionen zu erben, ohne besteuert zu werden?

Nein.

"Woher will Bill Gates wissen, was gut/was das Richtige ist?" Solchen Menschen hätten außerdem zu viel Einfluss.

Das Argument kann ich gut nachvollziehen, gerade bei der Bill & Melinda Gates Foundation. In einem ganz bestimmten Thema in dem ich arbeite weiß ich, dass sie falsch liegen.

Nur: Wer sagt denn dass ein Staat das besser hinbekommt? Sicher, ein Staat kann durchaus mit Bestimmtheit sagen was legal und was illegal ist - aber gut und böse?

Dabei gehe es auch um die Demokratie. Denn der Einfluss von Reichen und Superreichen auf Politik und Gesellschaft sei viel zu hoch.

Also geht es ihr gar nicht um "was das Richtige ist", sondern ihrer Meinung nach haben lediglich die falschen Leute zu viel Einfluss.

 

Ganz allgemein ist die Idee des Erbens unfair, da stimme ich total zu, aber die hier aufgeführten Argumente sind sauschlecht.

billy-shears antworten
3 Antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 784

@billy-shears Nur: Wer sagt denn dass ein Staat das besser hinbekommt? Sicher, ein Staat kann durchaus mit Bestimmtheit sagen was legal und was illegal ist - aber gut und böse?

Genau an dem Punkt bin ich auch ein bisschen skeptisch, auch, wenn ich ihre Gedanken, ein Superreicher sollte nicht unbesteuert bleiben, gut finde. Es kommt wohl ein bisschen darauf an, in welchem Staat man lebt. 

Also geht es ihr gar nicht um "was das Richtige ist", sondern ihrer Meinung nach haben lediglich die falschen Leute zu viel Einfluss.

Naja, die "falschen" Leute sind in diesem Fall halt die Superreichen. Teilweise Leute, die von Politik und Gerechtigkeit nichts wissen wollen. Trotzdem wäre es mal interessant, ihr Deinen Einwand als Frage zu stellen. 🙂 

feliciah antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 982

@billy-shears Es geht hier um eine Angemessenheit, nicht darum, den größeren Einfluss völlig verschwinden zu lassen. Eine normale Entwicklung gibt Menschen mit guten Ideen, großer Beliebtheit, besonderem Fleiß usw., manchmal auch Machthungrigen und Verbrechern mit der Zeit mehr Einfluss. Wird das nicht ab und zu gestoppt, sodass sich jede Generation neu beweisen muss, kommt eine Schieflage zustande, die keinem gut tut. Suizide kommen auch dort vor, manchmal vielleicht, weil die Bodenhaftung fehlt. 

Ich bin kein Fan der derzeitigen Politik, trotzdem halte ich eine Demokratie derzeit für das beste, was uns passieren kann. Wenn dort Fehler gemacht werden, bedeutet das nicht, dass die Geldelite noch mehr Macht bekommen sollte. Es ist dann an der Zeit, an der Demokratie zu arbeiten. 

tagesschimmer antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1513

@tagesschimmer 

Ist das eine Antwort auf meinen Beitrag? Ich kann da irgendwie keinen Bezug zu entdecken..

billy-shears antworten
Alescha
Beiträge : 6036

@feliciah 

Mit ihrem zu erwartenden Erbe selbst Gutes zu tun, etwa durch eine karitative Stiftung, hielte sie für den falschen Weg. Großspender wie der US-Multimilliardär Bill Gates hätten zu viel Einfluss. Gesellschaften dürften nicht abhängig sein von der Wohltätigkeit weniger Superreicher.

Sind sie aber. Nicht jeder hat so einen tollen Sozialstaat, da sind Arme und Kranke auf die Wohltätigkeit der Reichen angewiesen. 

Was rät eigentlich die Bibel, was man mit seinem Reichtum machen soll? 

 

 

alescha antworten
13 Antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 982

@alescha Wenn wir alle in der Lage sind, Wohltätigkeit zu üben, sollten das Superreiche auch nach dem Abzug von Erbschaftssteuer noch können. Immerhin können Steuerzahler Spenden absetzen.

tagesschimmer antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6036

@tagesschimmer Schon, aber Frau Engelhorn ist ja dagegen, dass Superreiche Wohltätigkeit üben.

alescha antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 784

@alescha 

Schon, aber Frau Engelhorn ist ja dagegen, dass Superreiche Wohltätigkeit üben.

So habe ich sie eigentlich nicht verstanden, aber die Wahrnehmungen sind ja manchmal unterschiedlich. Ich habe mir ein paar Interviews angehört: Sie ist dagegen, dass Superreiche in Österreich nicht besteuert werden. Dass sie nach Besteuerung nicht auch spenden dürften, dagegen sagt sie meiner Meinung nach nichts. Nur eben "wohltätig" spenden und keine Steuern zahlen, das geht nicht. Muss doch Otto-Normal-Verbraucher auch. 

 
 
 
feliciah antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6036

@feliciah 

Wie verstehst Du denn die Aussage: 

Mit ihrem zu erwartenden Erbe selbst Gutes zu tun, etwa durch eine karitative Stiftung, hielte sie für den falschen Weg. Großspender wie der US-Multimilliardär Bill Gates hätten zu viel Einfluss. Gesellschaften dürften nicht abhängig sein von der Wohltätigkeit weniger Superreicher.
Vielmehr müsse in einer Demokratie über die Verteilung von Vermögen demokratisch entschieden werden.

In einem Interview sagt sie:

Wer sagt denn, dass ich Gutes tun kann oder werde? Mit welchem Recht darf ich entscheiden, was gut und was schlecht ist? Gerade in Krisen, die alle betreffen, sollten nicht irgendwelche Einzelpersonen, die in der Geburtenlotterie Glück hatten, die Entscheidungen fällen. Wir haben dafür schon ein System: die gewählten Parlamente. Es ist eine Frechheit der Gesellschaft gegenüber, dass ich diese Macht haben darf. Auf das Wohlwollen der Vermögenden kann man sich nicht verlassen.

Und auf die Frage: "Sie wollen Ihre Millionen nicht spenden. Warum nicht?"

Die Philanthropie zementiert Ungleichheit meistens nur. Außerdem sind Stiftungen oft einfach Parkgaragen für Kapital. Das Geld liegt in Anlagen am Finanzmarkt und mit der Rendite wird ein wenig gefördert. Vieles, wofür es sich lohnt, Geld zu geben, sollte nicht an das Wohlwollen jener geknüpft sein, die Geld haben. Es geht doch um strukturelle Probleme.

Quelle

 

 

 

 

 

 

alescha antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 784

@alescha Ich verstehe sie immer noch genau so, wie ich es oben schrieb. In einem Artikel wurde bspw. erwähnt, dass sie einem Obdachlosen während des Interviews nebenher Geld gab. Er hielt sich zufällig dort auf. Das zeigt ja, dass sie nicht gegen das Spenden an sich ist. 

Wo ist denn das Problem, dass auch Reiche in Österreich besteuert werden? Einfach nur wohltätig tun, ein bisschen Geld zahlen (ja, ein "bisschen" aus einem Milliardenvermögen), aber keine Steuern an den Staat abgeben - wie jeder andere Bürger das auch muss - das kann es eben nicht sein. Der Reiche kann sich aussuchen wie er es macht. 

Findest Du es denn gerecht, dass sich bspw. ein Millionär aussuchen kann, was er mit seinem Geld macht und nicht besteuert wird? Eine alleinverdienende Mutter mit wenig Einkommen wird doch auch besteuert? 

 

feliciah antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6036

@feliciah 

Ich habe nichts dagegen, dass Reiche besteuert werden, ganz im Gegenteil! Ich bin sehr dafür. Könnte ruhig etwas mehr sein.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass ein Millionär oder gar Milliardär doch, wenn er wohltätig sein will, mit seinem Geld machen kann was er will, spenden kann wem er will und meinetwegen auch Stiftungen einrichten kann. 

alescha antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 784

@alescha und meinetwegen auch Stiftungen einrichten kann. 

Die Motive eine Stiftung einzurichten oder zu unterstützen sind manchmal sehr fragwürdig. Die Gates-Stiftung bspw. bringt sich einerseits im Öl-Konzern Shell ein, dadurch wird in Nigeria Land durch Ölförderung vergiftet, auf der anderen Seite aber finanziert er  Gesundheitsprojekte in Afrika.

Auf arte gibt es eine Dokumentation, die ich mir demnächst noch ansehen werde.

Zur Sendung ein Ausschnitt:

Zu den Anhängern der Bewegung gehört Bill Gates, einer der wohlhabendsten Männer der Welt und Gründer der einflussreichsten gemeinnützigen Stiftung der Geschichte.
Die Dokumentation zeigt, wie sich die Bill & Melinda Gates Foundation zu den wichtigsten Förderern von Gentechnikexperimenten in Afrika entwickeln konnte. Diskret und gegen kritische Stimmen gefeit, tüfteln Forscherinnen und Forscher an der genetischen Veränderung von Maniokpflanzen oder Mücken zur Lösung des Malariaproblems. Zwiespältig ist dabei die Rolle der EU: Stand die Staatengemeinschaft der Gentechnik ob der potenziellen Risiken für Gesundheit und Umwelt ursprünglich skeptisch gegenüber, so führt sie jetzt gemeinsam mit der Stiftung des Microsoft-Gründers Experimente durch, die hier verboten wären.
Bei der gentechnischen Aufrüstung in Afrika geht es um Macht, aber auch um Geld. Und auch hier steht die Bill & Melinda Gates Foundation im Mittelpunkt: Indem sie Gentechnikexperimente in Afrika finanziert, spielt sie den großen westlichen Agrarkonzernen in die Hände.
„Genlabor Afrika - Die Geschäfte des Bill Gates“ öffnet die Tore zur schönen neuen Welt des Philanthrokapitalismus, in der Wohltätigkeit und Geschäftemacherei keine Gegensätze mehr sind, Gentechnik als Hungerhilfe getarnt wird und öffentliche Investitionen im Dienste privater Interessen stehen.

Genlabor Afrika - Die Geschäfte des Bill Gates - Die ganze Doku | ARTE

 

 

feliciah antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6036

@feliciah 

Die Motive eine Stiftung einzurichten oder zu unterstützen sind manchmal sehr fragwürdig.

Sicher. 

Trotzdem ist es so, dass in vielen Ländern z.B. die Gesundheitsvorsorge leiden würde, wenn es solche Stiftungen nicht gäbe. 

 

alescha antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

Ich finde die Motive einer Stiftung nicht fragwürdig, wobei Stiftung und Stiftung in jedem Land anders sein können.

Die eine Stiftung hat einen kulturellen Zweck wie bei der Stiftung für preussische Schlösser und Gärten. Andere fördern die Wissenschaft und Literatur wie die Stiftung von Alfred Nobel.

 

jigal antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 982

@alescha Ich habe jetzt die Zitate hier gelesen. Ich verstehe sie so, dass sie eine Abgabe an den Staat bevorzugt, weil dieser andere Möglichkeiten hat zu geben und die Gesamtheit der Aufgaben im Auge haben sollte. Eine Aussage über das Handeln von Reichen, das darüber hinausgeht, trifft sie gar nicht.

Kommt Geld von einem Mäzen, z.B. durch eine Stiftung, muss diese Stiftung einen kleinen Verwaltungsapparat aufbauen, quasi wie ein mini Teil eines Ministeriums. Das Ministerium sollte bei aller Spezialisierung dem Dienst am Gesamtstaat verpflichtet sein. Stiftungen haben aber ein Stiftungsziel, das gerade keine Förderung aller im Auge hat.

Stiftungen, auch wenn sie völlig altruistisch initiiert sind, haben mit der ersten Person, die auf Verwaltungsseite einen Nutzen aus der Stiftung zieht, einen Grund, sich selbst zu erhalten. Noch deutlicher: Es muss einfach gut aussehen. Alle, die gefördert werden, werden auch unter diesem Aspekt betrachtet. Es ist mittlerweile ein Geschäftsmodell, durch den Fördergelder-Dschungel zu führen und diese zu beantragen. Die Grundinvestition für solche Dienste fehlt aber schon vielen. Es fallen also Nichtgeförderte heraus. 

Hätte der Staat die Stiftungsgelder, müsste er die Nichtgeförderten genauso im Auge haben. Stiftungen haben ihre Berechtigung, aber wenn mehr Geld durch Mäzenatentum verteilt wird, gibt es mehr Nichtgeförderte.

tagesschimmer antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6036

@tagesschimmer 

Hätte der Staat die Stiftungsgelder, müsste er die Nichtgeförderten genauso im Auge haben. Stiftungen haben ihre Berechtigung, aber wenn mehr Geld durch Mäzenatentum verteilt wird, gibt es mehr Nichtgeförderte.

Und das setzt halt schon bestimmte Voraussetzungen seitens des Staates voraus. Und die sind halt nicht überall gegeben. 

Oder anders formuliert: Manche Staaten ohne so ein so ausgebautes Sozialsystem wie wir es hier haben delegieren ja geradezu das Sozialwesen an die Reichen, die dann durch diverse Stiftungen dafür sorgen, dass Leute zu essen bekommen und Kranke versorgt werden. 

alescha antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 982

@alescha Wenn das so ist, bin ich anderer Meinung. Mir geht es darum, dass die Schere zwischen arm und reich nicht immer weiter auseinandergeht. Eine Erbschaftssteuer würde dem ein klein wenig entgegenwirken. Die Machtverhältnisse und die Freiheit der Reichen würde das nicht berühren.

tagesschimmer antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

@alescha Ja  in den USA schreit mancher Kommunismus wenn ein Präsident eine Krankenversicherung für alle haben möchte.

Krankenversicherung ist etwas womit Leute zu Firmen gelockt werden die das anbieten. Krankenfürsorge ist etwas das bei der Armee zieht. Hier ist das alles selbstverständlich und wird gar nicht geschätzt.

jigal antworten


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