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Superreichtum? Nein, danke!

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Feliciah
Themenstarter
Beiträge : 806

Habt ihr auch von dieser jungen Frau aus Österreich gehört, die es ungerecht findet, so viele Millionen zu erben, ohne besteuert zu werden? Sie hat zusammen mit anderen Millionärserben eine Initiative namens "Tax me now" gegründet, mit der Aufforderung, endlich vom Staat (in Österreich) besteuert zu werden. Auf die Frage hin warum sie es bspw. nicht macht wie Bill Gates und einen großen Betrag in wohltätige Organisationen fließen lässt, antwortet sie: "Woher will Bill Gates wissen, was gut/was das Richtige ist?" Solchen Menschen hätten außerdem zu viel Einfluss. 

Hier ein kleiner Ausschnitt:

Eine lachende Erbin ist Marlene Engelhorn nicht.: Überraschend wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Oma ihr einen zweistelligen Millionenbetrag vererben will. Die Reaktion der Wiener Literaturstudentin: „Ich hätte mich ganz gern gefreut, aber ich habe mich ehrlicherweise sehr geärgert“.
Denn Marlene Engelhorn findet es nicht gerecht, so viel Geld zu bekommen, ohne dafür etwas getan zu haben. Und vor allem, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen: In Österreich gibt es keine Erbschaftssteuer.
 
Eine lachende Erbin ist Marlene Engelhorn nicht.: Überraschend wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Oma ihr einen zweistelligen Millionenbetrag vererben will. Die Reaktion der Wiener Literaturstudentin: „Ich hätte mich ganz gern gefreut, aber ich habe mich ehrlicherweise sehr geärgert“.
Denn Marlene Engelhorn findet es nicht gerecht, so viel Geld zu bekommen, ohne dafür etwas getan zu haben. Und vor allem, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen: In Österreich gibt es keine Erbschaftssteuer.
 
Dabei gehe es auch um die Demokratie. Denn der Einfluss von Reichen und Superreichen auf Politik und Gesellschaft sei viel zu hoch. Nicht nur in ihrem Heimatland seien Geld und Macht in einem Ausmaß miteinander verschränkt, das „brandgefährlich für eine Demokratie“ sei.
Dabei blickt Engelhorn auch über die Grenze nach Deutschland.
 
Und wer möchte, zu diesem Thema ein Interview:
 
 
 
Wie denkt ihr darüber? 🙂
 
Ich habe die Geschichte Marlene Engelhorns vor einiger Zeit durch Zufall in unserer Tageszeitung gelesen (kurz bevor ich die Zeitung eigentlich wegschmeißen wollte) und weiß gar nicht, ob ich persönlich so selbstlos wäre. Aber bewundernswert finde ich ihre Einstellung schon. 
 
Ach so, die Zitate stammen aus dem Deutschlandfunk:
 

 

Antwort
48 Antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 1009
Veröffentlicht von: @feliciah

Mich beeindruckt diese Initiative auch und ich will demnächst noch mal mehr darüber lesen, wie "Tax me now" vorankommt/ob damit etwas erreicht wird. 

Bis später, ich geh dann mal wieder "malochen". 🙂

 

Es zeigt auch etwas von der Unterschiedlichkeit in diesen Kreisen, das schafft eine Nähe. Warum soll nicht was Gutes dabei rauskommen, wenn Menschen von handverlesenen Nannys und erstklassigen Bildungseinrichtungen erzogen werden?

Und nach dem malochen: Lass es dir gut gehen! Schön, dass es dazu keine Millionen braucht. 

tagesschimmer antworten
5 Antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 806

@tagesschimmer Und nach dem malochen: Lass es dir gut gehen! Schön, dass es dazu keine Millionen braucht. 

Das stimmt. Es gibt so viel Reichtum in der Schöpfung/in der Natur zu sehen, dass man sich nur beschenkt fühlen kann. Dafür brauche ich wirklich keine Millionen. Lass es Dir auch gut gehen und hab ein schönes Wochenende. 🙂 

Jetzt fühle ich mich gerade erinnert an: 

Thom Pace - Maybe - Grizzly Adams - Der Mann aus den Bergen - YouTube

feliciah antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1009

@feliciah Da erinnerst du mich an was … ich war als kleines Mädchen soooo verliebt, ich weiß nur nicht mehr ob in den Mann, den Bären oder die Berge. Die Serie hat mich wahrscheinlich ganz schön geprägt. Eine Ahnung von der großen Freiheit für ein kleines DDR-Kind.

tagesschimmer antworten
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 806

@tagesschimmer Eine Ahnung von der großen Freiheit für ein kleines DDR-Kind.

Interessant. 🙂 Ich habe mich als Kind oft gefragt, wie es den Menschen "dort drüben" in der DDR wohl geht, warum sie nicht rüber dürfen, die Mauer dort steht etc. Ende der 80ziger (noch vor dem Mauerfall) hatte ich eine Brieffreundin in der DDR und sie schrieb mir, sie wäre ein Fan der Gruppe a-ha. So schickte ich ihr dann regelmäßig Poster aus der BRAVO zu. 

Ich fand den Gedanken, dass man als DDR-Bürger durch die Mauer eingesperrt wurde, ziemlich furchtbar. Freiheit ist ein kostbares Gut.  

feliciah antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 508

@tagesschimmer Die Serie habe ich auch geliebt. Und ich glaube nicht, dass ich in Ben verliebt war… ☺️

kintsugi antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1009

@kintsugi 😆

tagesschimmer antworten


Orangsaya
Beiträge : 2925
Veröffentlicht von: @feliciah

Habt ihr auch von dieser jungen Frau aus Österreich gehört, die es ungerecht findet, so viele Millionen zu erben, ohne besteuert zu werden?

Nein, aber es hat mich daran erinnert, dass ein Erbe eines Verlages sein Vermögen  in den Vietnamkrieg spendete. Weiß jemand, wer das war. Ich habe es vergessen.

Veröffentlicht von: @feliciah

Eine lachende Erbin ist Marlene Engelhorn nicht.: Überraschend wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Oma ihr einen zweistelligen Millionenbetrag vererben will.

Wenn ich die Oma wäre, dies meiner Enkelin vererben wollte und dann das höre, dann würde ich mir überlegen, wie ich das Geld ihr zukommen lasse und wie ich sie davor schützen kann. Als Student, was für mich eine Reifezeit ins Erwachsen werden ist, macht leicht Fehler, die er später bereut. 

 

Veröffentlicht von: @feliciah

Denn Marlene Engelhorn findet es nicht gerecht, so viel Geld zu bekommen, ohne dafür etwas getan zu haben. Und vor allem, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen: In Österreich gibt es keine Erbschaftssteuer.

Ich gehe davon aus, dass das Geld aus dem Vermögen aus BASF kommt. Also von dem, was ihre Familie in der Vergangenheit erwirtschaftet hat. Da stellt sich mir zuerst die Frage, was habe ich denn für eine Einstellung dazu. Auch wenn es keine Millionen, oder gar Milliardenbeträge sind, wie bei BASF. Von Anfang an, gehörte mein Kind selbstverständlich zur Gemeinschaft. Das Auto, um mal ein durchschnittliches Beispiel zu nennen, war nicht meins, sondern gehörte zur Familie und wurde dafür genutzt. Als Kindergartenkind war es noch etwas beschränkter, mit dem Führerschein wurde es anders. 😉 Ob das Essen in Kühlschrank, dass Wasser für, welches für Geld uns ständig zur Verfügung steht, alles war und ist für die Familie da. So kenne ich es, wie wohl die meisten auch, von meinen Eltern und das lebe ich weiter. Wenn ich sterbe, warum sollte dann mein Vermögen für die Familie nicht mehr da sein. Warum sollte es dann herrenlos sein und wie Strandgut behandelt werden. Ich habe mein Geld versteuert und der Staat braucht in meinen Augen einen triftigen Grund es nochmal zu versteuern. Damit ich nicht falsch verstanden werde. Ich bin kein Gegner der Erbsteuer, sondern sehe mein privates Vermögen als erstes so geschützt, wie es im Grundgesetz steht. Der Staat muss sich rechtfertigen, warum er Steuergelder braucht und nicht der Privatmann, wenn er völlig legal ein Vermögen hat. Die Lehnsherrschaft ist doch vorbei, oder?

Wenn M. Enghorn dem Staat Geld geben will, dann soll sie es machen, aber was maßt sie sich an, wenn sie über das Geld anderer durch den Umweg des Staats verfügen will. Aber gut. Österreich muss das intern regeln und gegenwärtig verlangt Österreich nicht diese Selbstlosigkeit ihrer "Untertan". Es ist ja auch kein Verzicht, denn aus Deutschland flüchten Menschen mit ihrem Geld, nach Österreich, weil der Staat sie nicht so umfangreich ausnimmt. Volkswirtschaftlich profitiert Österreich auch davon. 

 

Veröffentlicht von: @feliciah

Dabei gehe es auch um die Demokratie. Denn der Einfluss von Reichen und Superreichen auf Politik und Gesellschaft sei viel zu hoch. Nicht nur in ihrem Heimatland seien Geld und Macht in einem Ausmaß miteinander verschränkt, das „brandgefährlich für eine Demokratie“ sei.

Das ist einfach so, selbst in linken Parteien kommt es vor. Wer kandidiert für die die Partei. Im Regelfall wird auch darauf geachtet, dass der Kandidat die Plakate und Veranstaltungen bezahlen kann. Das ist demokratischer Alltag. Auch in den Freikirchen ist es nicht selten so. Wer denn Bau einer Gemeinde realisiert, wer das Gemeindeleben durch seine Finanzen möglich macht, der ist nicht selten auch Gemeindeältester. Das habe ich so bei einigen Gemeinden im Bergischen so erlebt. Ja und hat die Gemeinde das Glück, dass da ein besonders erfolgreicher Unternehmer ist, dann kann sieht die Gemeinde nicht wie eine typische Gemeinde aus, sondern du könntest meinen, du seist in einem Landtag. Gut, dass sind Spitzen, aber im Kleinen gibt es das Prinzip genauso. 

 

Veröffentlicht von: @feliciah

Ich habe die Geschichte Marlene Engelhorns vor einiger Zeit durch Zufall in unserer Tageszeitung gelesen (kurz bevor ich die Zeitung eigentlich wegschmeißen wollte) und weiß gar nicht, ob ich persönlich so selbstlos wäre. Aber bewundernswert finde ich ihre Einstellung schon. 

Was ist daran bewundernswert. Genügend Geld haben, ist nur für ein virtuelles Bullerbü schön. Hätte ich mit einem Schlag einen mehrstelligen Millionenbetrag, wäre ich dann zufriedener und glücklicher. Könnte ich noch, wie bei der Bankenkrise (2008) noch ruhig schlafen. Würde die Zeit der Inflation, die uns voraussichtlich sehr nachhaltig treffen wird, noch gelassen bleiben? Immer müsste ich Entscheidungen treffen und bangen, ob meine Entscheidungen auch richtig waren. Das muss nicht Spaß machen. 

 

Alte Vermögen gibt es jede Menge. Sogar das Geld der Fugger kommt dem Raum Augsburg zugute. Ja und die Erben sind nicht ausgestorben. Sage ich nun es ist schön für Augsburg, dass die Gegend einen Extraposten für die Allgemeinheit hat, oder sage ich, es sei ungerecht, dass diese Region mehr Geld für Kultur und mehr Lebensqualität hat. Die Antwort ist wohl eine Frage der Mentalität und des Neids. 

Ist das Geld für eine Versteuerung weg, dann ist man auf der anderen Seite ein Last los. Man hat keinen Einfluss darauf, was mit dem Geld passiert. Was soll den so großartig daran demokratisch sein? Hätte ich ein Vermögen, dass ich nicht will, dann würde ich das Geld dafür zur Verfügung stellen, dass seltene Krankheit geheilt werden können. Ich hatte mal einen Bekannten, der seine behinderte Tochter in GB therapierte. Das war ein großes finanzielles Problems. Wenn ich für solche Dinge helfen kann. Dann würde ich da helfen. Ich habe auch mal für jemanden das Schulgeld bezahlt. Ich würde viel lieber Glück für andere finanzieren und nicht das Geld dem Staat in den Rachen werfen wollen.  

 

 

 

orangsaya antworten
1 Antwort
Feliciah
(@feliciah)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 806

@orangsaya Also von dem, was ihre Familie in der Vergangenheit erwirtschaftet hat.

Naja, das meiste haben ja andere Arbeiter/Angestellte für die Familie erwirtschaftet. Angestellte leisteten harte Arbeit für ein Unternehmen, von dem dann die Gründer komfortabel leben. Der "kleine Mann" sieht nicht viel von dem großen Geld des Unternehmens. Die Arbeiter schuften, damit es die großen Chefs gut haben und reich werden. Ich habe jetzt mal den "O-Ton" Marlene Engelhorns wiedergegeben. 

 

Wenn M. Enghorn dem Staat Geld geben will, dann soll sie es machen, aber was maßt sie sich an, wenn sie über das Geld anderer durch den Umweg des Staats verfügen will. 

Mich fragt man doch auch nicht, ob ich Einkommensteuer bezahlen möchte. Die Steuer wird mir einfach abgezogen. 

Im Artikel 14, Absatz 2 des dt. GG heißt es:

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

 

Was ist daran bewundernswert. 

Also, ich finde es schon bewundernswert, dass sie freiwillig auf den größten Teil ihres Erbes verzichten will. Immerhin ist das ein zweistelliger Millionenbetrag. Und bewundernswert ist auch, dass sie sich für eine gerechte Verteilung stark macht. Nicht nur Geringverdiener sollten besteuert werden, sondern auch die "Superreichen". Dafür muss ihrer Meinung nach (und auch andere Millionäre setzen sich dafür ein) ein Gesetz in Österreich her, dass genau das beschließt. 

 

 

 

feliciah antworten
Jigal
 Jigal
Beiträge : 2805

Es gibt auch Leute die meinen der Staat wäre nicht der richtige Empfänger, wie bei den Steuern. Das merkt man beim Otto (8) per Mille in Italien. Man zahlt 8 promille und entscheidet soll es der Staat bekommen, oder eine der Religionsgesellschaften. Die Valdenser Kirche bekommt mehr aus den Otto per Mille als sie Kirchenmitglieder haben. Folglich gibt es Leute ohne Kirchenmitgliedschaft, oder auch Katholiken die das Geld lieber dort sehen.  Ich finde es in Italien aber gut, dass man durch Kirchenaustritt kein Geld sparen kann.

 

jigal antworten


B'Elanna
Beiträge : 1616
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

2 Millionen ist für mich aber noch weit von superreich entfernt.

Es sind ja auch nicht "nur" 2 Millionen, sondern "ein zweistelliger Millionenbetrag" - das sind mindestens 10 Millionen, eher mehr.

Und da siehts dann schon anders aus.

 

belanna antworten
1 Antwort
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1009

@belanna Danke

tagesschimmer antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 1009
Veröffentlicht von: @alescha

Und das setzt halt schon bestimmte Voraussetzungen seitens des Staates voraus. Und die sind halt nicht überall gegeben. 

Man kann sogar sagen: Sie sind überall nicht gegeben. Das macht es tatsächlich zu einer Ermessenssache.

(Was gilt kulturell und rechtlich in einem Staat, wenn ich als reicher Erbe „der Obrigkeit Unteratan“ sein will? Bei uns gibt es die Freiheit, mit dem Geld zu tun was man will. Woanders wird soziales Engagement erwartet und noch woanders muss ein Diktator unterstützt werden. Wo ist die Grenze, mehr auf Gott zu hören als auf Menschen und seinen Reichtum sogar politisch einzusetzen? Besonders übel ist es, wenn finanzielle und staatliche Macht gemeinsam das Volk ausnutzen.) Wir sprechen aber über unsere Verhältnisse. 

Abgesehen davon halte ich es für gesund, wenn wie beim biblischen Jubeljahr immer wieder eine materielle Annäherung stattfindet. Wenigstens so weit, dass jeder Mensch ein- oder zweimal im Leben in die Lage versetzt wird, frei und eigenverantwortlich zu leben. So ein Staatsziel wäre doch mal was schönes. 

tagesschimmer antworten


JohnnyD
Beiträge : 1344

@feliciah

Schade, dass sich die Erbin so über den Zu-Fall eines zweistelligen Milionenvermögens ärgern musste. Hoffentlich konnte Sie die Erbschaft noch ablehnen.

 

 

johnnyd antworten
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