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Trump die Zweite ?

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Praktiker
Themenstarter
Beiträge : 420

Hallo

Früher habe ich immer gedacht die Menschen wären vernünftig genug , gewisse negative Entwicklungen zu erkennen und zu verhindern . Seit Trump und Putin , die ich live erlebt habe , bin ich mir da nicht mehr so sicher .

Eine Beobachtung hat sich da eingeprägt . Die Menschen schauen nur auf einen Teilausschnitt des Ganzen . Oder nur eine gewisse Perspektive .

Trotz vieler Analysen von Trump komme ich nicht auf den Grund , warum viele in Amerika ihn immer noch wählen würden . Diejenigen scheinen einfach gewisse Dinge aus zu blenden ( Sturm des Kapitol , Beeinflußung von unabhängigen Gremien , starke Kontakte zu Putin usw. ) . Ich verliere ehrlich gesagt das Vertrauen "in die Menschheit" . Die Russen sind ja noch schlimmer , aber in Amerika herrscht wenigstens ein demokratisches System , das Trump auch noch versucht zu unterwandern  ( oberstes Gericht  ! ) . Es geht nur noch um Interessenvertretung und nicht mehr um das Wohl aller . 

Amerika first !

Ich sehe Trump als gefährlich an . Auch weil er sich mit Putin verbündet hat womit offenbar ist , das Regeln dazu da sind um umgangen zu werden .

Gruß

Praktiker

Antwort
27 Antworten
Orangsaya
Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @lucan-7

Dir ist aber schon klar, dass in einer Demokratie mehrere Alternativen zur Auswahl stehen sollten?

Zunächst zur Klarstellung ich habe nicht die russische Demokratie für gut, oder etwas Lobenswertes gehalten. 

Veröffentlicht von: @lucan-7

Putin sorgt seit vielen Jahren dafür, dass es keine Alternativen gibt. Wieviel Zustimmung Putin tatsächlich hätte, wenn die Menschen dort denn eine freie Wahl hätten und unter verschiedenen Kandidaten wählen könnten weiss niemand genau.

Na ja, dass Volk in der Masse hat ja auch wenig gezeigt, dass es Alternativen sucht. Sie könnten wie auf dem Majdan zeigen, was sie von ihrem Politiker halten. Das hat es noch nicht einmal light gegeben. Freie Wahlen hatten die Russen. Da gab es wenig Kritik. Mich erinnern deine Worte, an ein Interview eines politischen Aktivisten. Der Reporter hatte ihn ganz platt gefragt, eigentlich müssten ja die Menschen im Lande sie unterstützen. Seine Antwort war, wenn die Menschen das wüssten, was ich weiß, würden sie auch hinter mir stehen. Das ist zu einfach. 

Tatsache ist, dass die Russen international freien Zugang zu den Medien hatten. Auch der Deutschlandfunk hatte bis vor kurzem frei berichten können. Auch im Internet hatten die Russen einen freien  Zugang zu Informationen. Um es vereinfacht zu sagen, sie sehen im Westen (Gayrope) eher einen moralischen Verfall.  In der Frage, was ein ein Nazi ist hatte die Sowjetunion bereits ganze Vorarbeit geleistet. 

Interessant ist, dass schon seit Jahren Russen, die in Deutschland leben zu einem großen Teil hinter Putin stehen. Erstaunlicherweise auch viele Russlanddeutsche. Was mit zeigt, dass das Identitätsgefühl doch sehr komplex ist. 

Veröffentlicht von: @lucan-7

Putin selbst ist aber offenbar der Meinung, dass er in so einem Fall selbst nicht gut abschneiden würde. Ansonsten hätte er ja keinen Anlass für die brutale Unterdrückung jeglicher (echten) Opposition.

Das das Problem so einfach ist, weiß ich nicht. Die Duma ist gar nicht mal so homogen. Putin gehört formal zu keiner Partei. 

Ob die Wahlergebnisse durch Unterdrückung entstehen, oder weil die Russen, die den Zusammenbruch der Sowjetunion als Katastrophe erlebten,  entstanden sind, kann wohl keiner von  uns mit Sicherheit sagen. 

Ich selbst denke mal bildlich gesprochen. Ein halbnackter Präsident auf einem Pferd, der es sogar mit Tigern in der Natur aufnimmt, kommt bei den Russen gut an. Jemand, der alles im Griff hat. 

orangsaya antworten
1 Antwort
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16310

@orangsaya 

Zunächst zur Klarstellung ich habe nicht die russische Demokratie für gut, oder etwas Lobenswertes gehalten.

Zu einer "Klarstellung" sollte gehören, dass es zur Zeit keine "russische Demokratie" mehr gibt - jedenfalls nicht in dem Sinne, dass es wirklich freie Wahlen geben würde.

Na ja, dass Volk in der Masse hat ja auch wenig gezeigt, dass es Alternativen sucht. Sie könnten wie auf dem Majdan zeigen, was sie von ihrem Politiker halten.

Manche Leute riskieren halt nur ungern, in ein russisches Gefängnis gehen zu müssen. Dass es keine offene Revolte gibt bedeutet noch keine echte Zustimmung - nur dass sich Leute lieber ins Private zurückziehen und nichts riskieren wollen.

Tatsache ist, dass die Russen international freien Zugang zu den Medien hatten. Auch der Deutschlandfunk hatte bis vor kurzem frei berichten können. Auch im Internet hatten die Russen einen freien Zugang zu Informationen.

Dagegen hat Putin erfolgreich seine Methode der totalen Desinformation gesetzt: Indem er praktisch zu jeder Meldung gleich eine ganze Reihe "alternativer Fakten" darbot stellte er die Medien generell als unglaubwürdig dar. Damit stellt er alles auf eine Gefühlsebene... "glaubt nicht den Medien, hört auf Euer Bauchgefühl!".

Und dazu passen dann auch die Macho-Bilder, die er von sich präsentiert...

Das das Problem so einfach ist, weiß ich nicht. Die Duma ist gar nicht mal so homogen. Putin gehört formal zu keiner Partei.

Die Leute sind handverlesen. Eine echte Opposition gibt es nicht. Sie sind nur geduldet.

 

 

lucan-7 antworten


Jack-Black
Beiträge : 2272

@praktiker 

Trotz vieler Analysen von Trump komme ich nicht auf den Grund , warum viele in Amerika ihn immer noch wählen würden .

 

Wenn Dich der Grund interessieren sollte, lies dazu das Buch von Annika Brockschmidt: "Amerikas Gotteskrieger - Wie die Religiöse Rechte die Demokratie gefährdet"

 

Ich habe das Buch hier im Forum schon diverse Male erwähnt, keine Ahnung, ob ich irgendjemanden auch dadurch anreizen konnte, es tatsächlich zu lesen.

Wie auch immer: Frau Brockschmidt arbeitet darin heraus, dass und wie es bis zu der Präsidentschaft Trumps kommen konnte: Trump hat sich nicht der Religiösen Rechten bedient, sondern diese haben sich Trumps bedient. Es ist eigentlich egal, ob nun er oder ein anderer Republikaner die nächste Präsidentschaft gewinnen sollte, jedenfalls dann nicht, wenn man sich wünscht, die USA würden auch in der Zukunft noch sowas wie ein starker demokratischer Faktor in der Welt sein. Die religiöse Rechte will keine Demokratie, entsprechend hat sie überhaupt keine Probleme damit, sich mit den Nationalisten und Rassisten zu solidarisieren. Deborah hat einen üblichen Topos schon genannt, mit dem sich das religiöse Narrativ noch mit den ethisch erbärmlichsten Verhaltenssweisen verbinden läßt: Man stilisiert Trump zu einem zweiten Kyros nach dem Motto: egal, wie dreckig ein Werkzeug sein mag - in der Hand Gottes wird sein Einsatz schon Gutes bewirken.

Das unterscheidet übrigens Trump von Putin. Putin instrumentalisiert die Religion für seine Zwecke. Trump wird von den Religiösen für deren Zwecke instrumentalisiert. Nicht, dass er sich nicht gern instrumentalisieren ließe...

jack-black antworten
2 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2272

Nachtrag: Was die Kyros-Angelegenheit angeht: falls jemand nicht weiß, worum es sich da dreht: hier wird Sie geholfen!

jack-black antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 420

@jack-black Da tut sich ja ein Abgrund auf . Mir wird ganz übel .

Trump hat schon immer polarisiert . Und scheinbar scheinen sich die Religiösen da besonders wohl zu fühlen . "+ oder -" . Kein Kompromiß .

Gruß

Praktiker

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lhoovpee
Beiträge : 2286

@praktiker 

Sturm des Kapitol 

Für jene: Kampf gegen die Wahlbetrüger.

Beeinflußung von unabhängigen Gremien

Für Jene: Bereinigung der Gremien von Korrupten Menschen und Wiederherstellung der Gerechtigkeit.

starke Kontakte zu Putin usw.

Hier bin ich tatsächlich überrascht, dass das in den rechten Szene so gut ankommt. Der böse Kommunist scheint nicht mehr der Feind zu sein. Aber ich denke dieses Feindbild wird Trump schnell wieder aufbauen, sobald die Russen nicht mehr so handeln, wie es für ihn von Vorteil ist. 

lhoovpee antworten
3 Antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 420

@lhoovpee Ich bin etwas überrascht wegen deiner Antwort . Naja . Dann hast Du andere Info Quellen als ich .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2272

@lhoovpee Der böse Kommunist scheint nicht mehr der Feind zu sein.

 

Naja, Putin als "bösen Kommunisten" zu apostrophieren wäre denn auch Unfug. Er war mal KGB-Offizier, aber das ist Jahrzehnte her und inzwischen sind auch in Rußland über 30 Jahre in's Land gegangen, in denen von Kommunismus nicht mehr viel zu bemerken war. Putin ist in erster Linie Nationalist, so, wie die Reps Nationalisten sind.

jack-black antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2286

@jack-black

Naja, Putin als "bösen Kommunisten" zu apostrophieren wäre denn auch Unfug.

Das Feindbilder wenig mit der Realität zu tun haben, ist keine Seltenheit. 

lhoovpee antworten


Jimmy
 Jimmy
Beiträge : 154

@praktiker Hallo,

ich lese dazu gerade Annika Brockschmidts Buch "Amerikas Gotteskrieger - wie die religiöse Rechte die Demokratie gefährdet".

Sie vertritt und begrüdet die Meinung, dass die Religiöse Rechte in den USA ein Netzwerk ist, das seit über 50 Jahren darauf hinarbeitet, an der Macht - also am Präsidentenamt - teilzuhaben und das auf lange Sicht auch weiter tun wird. Sie stellt dar, wie die Gegnerschaft gegen Abtreibung nur ein Teil-Argument ist, mit dem aber inzwischen viele weiße Evangelikale in den USA gewonnen wurden. Im Hintergrund sieht sie aber eher Rassismus und reinen Machtwillen als Hauottriebfeder an. Wurde ein frommer Jimmy Carter zunächst noch von den Evangelikalen gewählt, haben sie sich danach dem Schauspieler Ronald Reagan zugewandt, der schon in den 80ern das Motto hatte "Make America great again" (MAGA).

Inzwischen ist die religöse Rechte in den USA so groß geworden, dass kein republikanischer Präsidentschaftskandidat ohne deren Unterstützung Präsident werden kann.

 

Gruß, Jimmy

jimmy antworten
2 Antworten
Praktiker
(@praktiker)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 420

@jimmy Danke für die Info . Sehr erhellend und erschreckend . Ich meine schon , das wir Einfluß auf die Politik nehmen sollten . Scheinbar , und das entzieht sich meinem Verständnis wie man Politik führt , sehen die US Evangelikalen über bestimmte "Eigenarten" von Trump hinweg . Sie scheinen nur auf ganz bestimmte Bereiche fixiert zu sein und andere Teile aus zu blenden . So spontan fällt mir da ein , eine Nation hinter sich zu vereinen . Demokratieverständnis . So am Rande : "Gebt dem Kaiser , was des Kaisers ist und Gott was Gott ist ."

Gruß

Praktiker

praktiker antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2272

@jimmy ich lese dazu gerade Annika Brockschmidts Buch "Amerikas Gotteskrieger - wie die religiöse Rechte die Demokratie gefährdet".

 

Na endlich mal einer! 🙂 Ich hab das Buch hier ja schon des öfteren angepriesen wie Sauerbier (sehe gerade: vor knapp 2 Monaten sogar hier im Thread).

Mein schon vorher gehegte Meinung, die ich per Lektüre des Buches allerdings deutlicher und vor allem argumentativ stärker bestätigt bekam, als es mir lieb ist: Trump ist nicht das eigentliche Problem und inzwischen muß man sogar hoffen, dass er nochmal kandidiert, das nur seine Kandidatur, so vermute ich, genügend demokratische Wähler an die Wahlurnen treiben wird, schlicht, um seine Wiederwahl zu verhindern. Wenn ein Ted Cruz oder jemand seinen Kalibers der nächste republikanische Präsidentschaftskandidat wird, stünden desse Chancen höher - und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Dominionisten eine weitere Legislaturperiode bekämen, die Demokratie in den USA endgültig an die Wand zu fahren.

jack-black antworten
Meriadoc
Beiträge : 294

@praktiker 

 

Ich frage mich, hat Billy Graham da mehr  schaden als nutzen hinterlassen?

 

M.

meriadoc antworten


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