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Wann sind Migranten integriert?

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Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 15267

Aus aktuellem Anlass und weil ich kürzlich eine entsprechende Diskussion hatte... es ist ja viel von "Integration" die Rede, und jeder meint auch irgendwie zu wissen was damit gemeint ist. Aber wenn es dann konkret wird, wird es trotzdem schwierig.

Ich möchte das mal am Beispiel von "Familie A" erläutern.
Familie A hatte es nicht leicht, sie kommen aus einem fernen, muslimischen Land nach Deutschland. Sie sind dankbar für die Aufnahme und wollen sich hier eine Existenz aufbauen. Und sie sind auch bereit, sich zu integrieren... was immer das auch bedeuten soll.

So besuchen sie selbstverständlich die angebotenen Sprachkurse, um Deutsch zu lernen (allein das wäre für mich schon ein Grund, nicht nach Deutschland zu ziehen, aber was tut man nicht alles...).

Die Eltern suchen sich Arbeit und nehmen an, was sie finden können. Die Kinder gehen auf eine deutsche Schule, mit dem Ziel hier eine Ausbildung zu machen.

Sprich: Die ganze Familie gibt sich redlich Mühe.
Aber wann genau sind sie denn "integriert"?

Deutsch lernen, Arbeit, Schule... reicht das schon?
Oder muss da nicht noch mehr kommen?

Brauchen sie deutsche Freunde? Müssen sie konvertieren? Schwarzwälder Kirschtorte und Schweineschnitzel essen? Fussball schauen? Kopftuch abnehmen? Schlager hören?

Wann genau kann man sagen, dass eine Familie hierzulande wirklich "integriert" ist?
Was genau muss da passieren?

Bonusfrage: Sind eigentlich alle hier lebenden Deutschen "integriert"?

Antwort
144 Antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 944

Das ist eine gute Frage.

Irgendwie wollen wir eine innere Haltung an äußeren Fakten ablesen. Das geht nur bedingt, so wie wenn jemand sagt: "Du hast doch gesagt, dass du meine Freundin bist, warum hast du heute schon wieder das Kleid an, das ich so doof finde?"

tagesschimmer antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Für mich beginnt eine Integration da wo jeder das Grundgesetz in vollem Umfang zustimmt.

https://politikselbermachen.wordpress.com/2013/01/08/wann-ist-eigentlich-jemand-integriert/

Interessanter Artikel .

Das gefällt mir

Der Einwandernde braucht nach Meinung der Integrationsbeauftragten keine Leistung zu erbringen. Integration ist keine Bringschuld, wie Monika Lüke sogar ausdrücklich feststellt, sondern etwas, was dem zu integrierenden Menschen als Holschuld zusteht:

Anonymous antworten
13 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15267
Veröffentlicht von: @meriadoc

Interessanter Artikel .

In der Tat. Der bringt die Problematik hier gut auf den Punkt.

Veröffentlicht von: @meriadoc

Der Einwandernde braucht nach Meinung der Integrationsbeauftragten keine Leistung zu erbringen. Integration ist keine Bringschuld, wie Monika Lüke sogar ausdrücklich feststellt, sondern etwas, was dem zu integrierenden Menschen als Holschuld zusteht:

Das allerdings ist Unsinn. Leider scheint der deutsche Staat tatsächlich an den Quatsch zu glauben, weil wir nicht an Nationalismus glauben.
Aber das funktioniert nicht.

Über Details wie die Ablehnung der Mehrehe mag man sich streiten... der entscheidende Punkt für mich ist die Gleichberechtigung, nicht wer mit wievielen Menschen zusammenlebt.

Aber die Anerkennung des Grundgesetzes und der entsprechenden Werte, vor allem der Religionsfreiheit, halte ich in der Tat für sehr wesentlich.

Was im Umkehrschluss allerdings auch bedeutet, dass ein nicht unwesentlicher Teil deutscher Bürger ohne Migrationshintergrund keineswegs als "integriert" zu betrachten ist...

lucan-7 antworten
staffan
(@staffan)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 348
Veröffentlicht von: @lucan-7

Aber die Anerkennung des Grundgesetzes und der entsprechenden Werte, vor allem der Religionsfreiheit, halte ich in der Tat für sehr wesentlich.

Wobei vlt. die Frage bleibt, ob dies dann auch schon hinreichend ist.

staffan antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15267
Veröffentlicht von: @staffan

Wobei vlt. die Frage bleibt, ob dies dann auch schon hinreichend ist.

Nein... Sprache und der Wille zur Integration (Was auch immer der Einzelne jetzt darunter versteht...) sind natürlich auch wichtig.

Aber die Werte des Grundgesetzes sind hier sicher keine schlechte Basis. Auch wenn es bedeutet, dass wir von Migranten am Ende mehr verlangen als von manchem Deutschen...

lucan-7 antworten
staffan
(@staffan)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 348
Veröffentlicht von: @lucan-7

Nein... Sprache und der Wille zur Integration (Was auch immer der Einzelne jetzt darunter versteht...) sind natürlich auch wichtig.
Aber die Werte des Grundgesetzes sind hier sicher keine schlechte Basis.

Klingt nicht unvernünftig.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Auch wenn es bedeutet, dass wir von Migranten am Ende mehr verlangen als von manchem Deutschen...

Ja, ist aber völlig logisch, da nach Staatsangehörigkeit zu unterscheiden.

Wenn ich als Deutscher in Japan auffällig werde, wird man mich aus dem Land rauschschmeißen und zurückschicken. Mit Problemjapanern muss Japan selber klarkommen. Eine solche unterschiedliche Behandlung von eigenen und fremden Bürgern in diesem Punkt ist eigentlich völlig normal.

staffan antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2871
Veröffentlicht von: @staffan

Wobei vlt. die Frage bleibt, ob dies dann auch schon hinreichend ist.

Das Grundgesetz ist überhaupt keine Basis, für die Frage der Integration. Wenn auch einige mit dem Grundgesetz versuchen politisch das Grundgesetz zu verwenden, bzw. zu ändern.
Das Grundgesetz regelt nicht, wie man integriert, sondern welche Grundrechte man hat. Greift der Staat in der Frage, wie Integration aussehen soll ein, so kann das nur im Rahmen des Grundgesetzes geschehen. Die Regeln hierfür waren und können verschieden sein. Selbst die deutsche Sprache ist im Grundgesetz nicht geregelt. Das gehört da meiner Meinung nach nicht rein, auch wenn das die AfD fordert.

orangsaya antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15267
Veröffentlicht von: @orangsaya

Das Grundgesetz regelt nicht, wie man integriert, sondern welche Grundrechte man hat.

Die Anerkennung jener Grundrechte dürfte hier aber nicht unwesentlich sein...

lucan-7 antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2871
Veröffentlicht von: @lucan-7

Die Anerkennung jener Grundrechte dürfte hier aber nicht unwesentlich sein...

Ja und nein.
Ja, weil es unbestreitbar ist, wenn die persönliche Annahme des Grundgesetz, der Integration dienlich ist. Nein, weil das Grundgesetz in sich die Annahme des Grundgesetz gar nicht fordert. Noch nicht mal vom Bürger fordert. Geschweige denn von Ausländern.
Was das Grundgesetz betrifft, garantiert es zunächst die Grundrechte, die Menschen innerhalb Deutschlands. Des Weiteren regelt es im Kern, wie der Staat sich aufstellt und seine Regeln aufstellt. Die Regeln werden am Grundgesetz gemessen.
Kein Mensch kann zum Grundgesetz verpflichtet werden. Hätte das Grundgesetz diesen Anspruch, wäre der Inhalt eine Ideologie. Selbst der Pflichtsoldat kann nicht zum Fahneneid, der das Grundgesetz beinhaltet verpflichtet werden. Im Gegenteil, verweigert er als Pflichtsoldat den Eid, darf im kein Nachteil als Pflichtsoldat entstehen. Bei einem Beamten ist das anders.

Im Übrigen ist dein Thema, bezüglich des GG schwierig, denn das GG kennt keine Migranten. sondern den Unterschied zwischen Bürger und Ausländer. Was ein Migrant ist, wird sehr verschieden kategorisiert. Wenn es um Statistik geht, dann werden ganz andere Gruppen kategorisiert, als wenn es um politische Fragen geht. Das Wort Migrant wird häufig benutzt, um den Unterschied den es im Grundgesetz gibt, zu verwässern.

orangsaya antworten
ichsen
(@ichsen)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 189

Hallo Orangsaya,

Veröffentlicht von: @orangsaya

Kein Mensch kann zum Grundgesetz verpflichtet werden. H

Veröffentlicht von: @orangsaya

Nein, weil das Grundgesetz in sich die Annahme des Grundgesetz gar nicht fordert. Noch nicht mal vom Bürger fordert. Geschweige denn von Ausländern.

Das sehe ich anders.
In einem Beitrag über Reichsbürger sagte ein Staatsrechtler dass derjenige, der hier leben will, sich der hier geltenden Rechtsordnung unterzuordnen hat.
Da es die Basis ist, gehört dazu auch das GG.

MfG

Stefan

ichsen antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2871
Veröffentlicht von: @ichsen

In einem Beitrag über Reichsbürger sagte ein Staatsrechtler dass derjenige, der hier leben will, sich der hier geltenden Rechtsordnung unterzuordnen hat.

Ich sehe hier die Gefahr, dass wir aneinander vorbeireden. Der, der Reichsbürger ist, ist bis zu einer gewissen Grenze, durch das Grundgesetz geschützt. Jeder kann sich für einen König halten der dem Reich XY vorsteht. Häufig ist es ja, sein Grundstück, wo der Untertan bestenfalls der Haushund ist. Das Grundgesetz schützt auch Menschen, die etwas verfolgen, was Pillepalle ist. Zum Problem wird es erst, wenn er die Rechtsordnung bricht. Zahlt er Steuern, versichert er sein Auto und meldet es an, usw., kann er Reichsbürger sein und glauben, wie er lustig ist. Bricht er ein Gesetz, oder eine Verordnung, dann geht es ihm so, wie es jedem anderen anderen geht.

orangsaya antworten
chubzi
(@chubzi)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 1287

Reichsbürger

Veröffentlicht von: @orangsaya

Zahlt er Steuern, versichert er sein Auto und meldet es an, usw., kann er Reichsbürger sein und glauben, wie er lustig ist.

Hinzu kommene Abwassergebühren, Wasseranschluß, Straßengebühren. Wenn er eine Grenze darf er ohne Visum sein Gebiet nicht verlassen. Er bleibt Ausländer und sein Gebiet gehört nicht zur BRD. Wenn er sein Abwasser und Müll bei sich stappeln will kann er dies tun, es darf nur nicht sein Gebiet verlassen. Wir könnten um sein Gebiet eine hohe Mauer errichten.

😊😊😊😊

chubzi

chubzi antworten
ichsen
(@ichsen)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 189

Welche Reichsbürger handeln so?
Typisch für diese Leute ist doch wohl diese Reichsbügerin aus Zwickau, die die Zahlung der Hundesteuer verweigerte.
Von den gewaltaffinen unter Leuten ganz zu schweigen.

ichsen antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2871

Monika Lüke hat ja mal gesagt, dass es für die Migration keine Bringschuld gibt, sondern ein Holschuld für Deutschland. Begründen tut sie es mit den wirtschaftlichen Interessen die Deutschland pflegt. Was sie damit auch immer gemeint haben mag. Für mich hört sich das nach einer Kapitalismuskritik an.

orangsaya antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Für mich hört sich das nach einer Kapitalismuskritik an.

... was ja erst einmal nichts Schlechtes ist.

ungehorsam antworten
Orangsaya
Beiträge : 2871

Ich stimme Florian Herrmann zu. Er sagte:

Ich halte das für einen unhaltbaren Zustand, wenn die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags hinter Parolen wie Deutschland, Du mieses Stück Scheiße‘ herläuft. Sie trägt damit zur Radikalisierung der Gesellschaft bei und macht sich mitschuldig, wenn sich das Klima in Deutschland hochschaukelt.

Ob alle, die in der Frage der Integration als Eiferer auftreten, für Ausländer stehen, oder die Ausländer für die eigenen politischen Interessen instrumentalisieren, ist eine Frage, die sich berechtigt stellt.

orangsaya antworten


Ungehorsam
Beiträge : 3336

Bonusfrage: Sind eigentlich alle hier lebenden Deutschen "integriert"?

Nein, sind sie nicht. Ich denke hier besonders an unsere extremistischen Freunde am rechten und linken Rand, dazu die angeblich unpolitischen, dafür nicht weniger kriminellen Hooligans, Rocker und sonstigen Krawallos, die wir hier so mit durchfüttern.

ungehorsam antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Die Annahme der Staatsbürgerschaft stellt eine gewisse äußere Verbindlichkeit dar.

Anonymous antworten


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