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Wiederaufbau der (Deutschen) Bahn, Beitrag gegen den Klimawandel

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Anonymous
 Anonymous
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Ich las gerade einen sehr interessanten Artikel über den Bahnverkehr der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Daraus geht hervor, dass ca. 40% der Reisen im Osten mit der Bahn gemacht wurden (im Westen viel weniger). Dass generell das Netz der Bahnstrecken im Osten viel dichter war, bis in die kleinsten Orte (trotz des massiven Abbaus durch die Russen im Zuge der Reparationen nach dem 2. Weltkrieg). Und, was ich nicht wusste: In der DDR gab es eine Verordnung, dass, wenn zwei Unternehmen einen Gleisanschluss haben, der Güterverkehr ab 50km Entfernung auf der Schiene zu laufen hatte, nicht auf der Straße. Ab 1981 waren es sogar nur noch 10 km.

Nun geschah Vieles davon in der DDR sicher aus Mangel an fossilen Kraftstoffen und aus Mangel an Baumaterial für die Autobahnen.

https://www.msn.com/de-de/auto/nachrichten/bundesbahn-und-reichsbahn-die-mühsame-wiedervereinigung-der-bahn/ar-BBWq682?ocid=spartanntp

Aber: Warum eigentlich mussten nach 1989 im Osten die Fehler des Westens wiederholt werden? Warum mussten auch im Osten die Nebenstrecken alle abgebaut und massiv auf Auto und LKW gesetzt werden?

Wäre hier nicht eine Möglichkeit, im Zuge des Kampfes gegen den Klimawandel, auch mal vom Osten was zu lernen?

Dass wir wieder eine stolze Deutsche Bahn kriegen, die man auch gern benutzt.

Und die Politik ihre Lenkungsfunktion wieder stärker wahrnimmt und gegen die "auf den Autobahnen rollende Lagerhaltung" vorgeht. Das war ja nur deswegen so ein "tolles" Modell, weil die Kosten für kaputte Autobahnen, Staus und CO2-Ausstoß der Allgemeinheit aufgebürdet wurden. Das ist ja kein Naturgesetz. Hoffentlich wird der Gesetzgeber da auch endlich mal tätig.

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Ungehorsam
Beiträge : 3336

Der hohe Anteil der Bahn am Verkehrsaufkommen der DDR hatte verschiedene Ursachen:
- knapper und vergleichsweise teurer Treibstoff (damals schon 1,50 Mark pro Liter)
- Desolates Straßennetz
- geringerer Bestand an Privat-Pkw

Die Nebenstrecken wurden aber auch schon damals vernachlässigt, Streckenstilllegungen gab es auch schon.
Andererseits wurde für den Streckenneubau ein Drittel der Altstadt von Waren/Müritz abgerissen.

Wer damals bei der Reichsbahn arbeitete, war in der Bevölkerung geachtet, und die Eisenbahner waren stolz auf ihren Beruf. Die Reichsbahn hatte Wohnungen für ihre Angestellten.
Und heute? Kannst du vergessen.

ungehorsam antworten
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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Der hohe Anteil der Bahn am Verkehrsaufkommen der DDR hatte verschiedene Ursachen:
- knapper und vergleichsweise teurer Treibstoff (damals schon 1,50 Mark pro Liter)
- Desolates Straßennetz
- geringerer Bestand an Privat-Pkw

Ja, genau so hatte ich mir das auch vorgestellt. Ich bin ja auch ein Kind der DDR...

Veröffentlicht von: @ungehorsam

Die Nebenstrecken wurden aber auch schon damals vernachlässigt, Streckenstilllegungen gab es auch schon.
Andererseits wurde für den Streckenneubau ein Drittel der Altstadt von Waren/Müritz abgerissen.

Das mit Waren wusste ich noch nicht - aber sehr gut vorstellbar. Und ja klar, der Mangel regierte allerorten.

Veröffentlicht von: @ungehorsam

Wer damals bei der Reichsbahn arbeitete, war in der Bevölkerung geachtet, und die Eisenbahner waren stolz auf ihren Beruf. Die Reichsbahn hatte Wohnungen für ihre Angestellten.
Und heute? Kannst du vergessen.

Ja, das habe ich damals auch so erlebt. Ein Reichsbahner, das war was.

Bloß, an dem Image des Berufes kann man ja vielleicht auch mal arbeiten?

Viel zu tun für die Bahn. Ich hoffe auf Gelingen...

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Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Viel zu tun für die Bahn. Ich hoffe auf Gelingen...

Vor dem Gelingen kommt das Wollen....

ungehorsam antworten


Tatokala
Beiträge : 2523

Ja, kann ich nur unterstreichen.

Schade aber, ich dachte bei der Überschrift, es gibt echt ne Vorangehensweise. 🙁

Ist eben nur dein Vorschlag.😐

lg

tatokala antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Grundsätzlich ist es in einer Marktwirtschaft so, dass sich die günstigste Variante durchsetzt. Lkw sind dann eben aktuell die günstigste Variante. Grundsätzlich zahlt immer alles der Endverbraucher. Wenn nun die günstigste Variante künstlich verteuert wird, zahlt es selbstverständlich auch der Endverbraucher. Am Ende haben wir dann jede Menge Rentner, die nicht mehr dazu in der Lage sind ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Weil eben neben dem Transport auch alle sonstigen Energieträger massiv besteuert werden und so die Produkte des alltäglichen Bedarfs enorm verteuert werden.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @qdspieler

Grundsätzlich ist es in einer Marktwirtschaft so, dass sich die günstigste Variante durchsetzt.

Nur resultiert ja "die günstigste Variante" zwar aus dem Wechselspiel der Marktkräfte - aber diese agieren ja vor dem Hintergrund der Gesetze und Verordnungen. Und wenn man dann z.B. eben wirklich einen Co2-Preis hätte, der den Namen verdient - dann würde sich die "Lagerhaltung auf der Straße" sicher bald nicht mehr so lohnen.

Natürlich müssen zeitgleich technische Neuerungen her, denn wir werden nach wie vor sehr viel Individualverkehr haben.

Das Problem ist doch auch, dass die Autobahnen jetzt schon total überlastet sind, an manchen Stellen gibt es nur noch Stau (und zwar hauptsächlich von LKW, z.B. A6, A8, A5, A7, an den Kreuzen, sobald es eine Baustelle gibt, geht nicht mehr viel) Vielleicht läge die Lösung auch darin, dass die Unternehmen an den Straßenbaukosten beteiligt würden - frage mich eh, warum das nicht gemacht wird. Auch dann würde sich wohl der Markt für Transport stark verändern.

Veröffentlicht von: @qdspieler

Am Ende haben wir dann jede Menge Rentner, die nicht mehr dazu in der Lage sind ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Weil eben neben dem Transport auch alle sonstigen Energieträger massiv besteuert werden und so die Produkte des alltäglichen Bedarfs enorm verteuert werden.

Selbstverständlich muss man sich Gedanken um die Sozialverträglichkeit machen.

Aber was helfen uns denn billige Lebensmittel und billiger Alltag, wenn wir dafür den Planeten und unser Land ruiniert haben, also von den Lebensgrundlagen her.

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Orangsaya
Beiträge : 2928

Warum eigentlich mussten nach 1989 im Osten die Fehler des Westens wiederholt werden? Warum mussten auch im Osten die Nebenstrecken alle abgebaut und massiv auf Auto und LKW gesetzt werden?

Wäre hier nicht eine Möglichkeit, im Zuge des Kampfes gegen den Klimawandel, auch mal vom Osten was zu lernen?

Umweltschutz war wohl nicht der Grund. Die Forderung der Bahn wird sich immer nach dem Trend entwickeln. In den Achtzigern war rationalisieren und für die Privatisierung im Trend. Das nahm teils absurde Züge an. Im Moment bin ich in einem Gebiet, dass früher ein Fürstentum war. Der Fürst war ein Gegner der Eisenbahn. Deswegen hat er nur mäßig die Strecken erlaubt und um den Bedarf zu senken eine hohe Maut verlangt. Das lohnte sich nicht. Deswegen wurden die Gleise um das Fürstentum herum gebaut. Knotenpunkte sind nur außerhalb des Fürstentums. Diese Infrastruktur hat folgen bis heute. Es fehlt was. In den Achtzigern hat man die Strecken still gelegt. Gäbe es keine kleine Industrie, wären die Gleise auch weg. So wurden für den Güterverkehr die Gleise instand gehalten. Die Folge war absurd. Die Bahn für ja genauso, wie vorher. Nur war sie leer. Die Fahrgäste stiegen aus, fuhren mit dem Bus zum nächsten Bahnhof, der vorher nur eine Haltestelle mit der Bahn war. Am Bahnhof stiegen sie aus dem Bus und in den selben Zug den sie verlassen mußten stiegen sie wieder ein und setzten die Reise fort. Damals hatte man das gemacht, um rechnerisch aus den roten Zahlen zu kommen.
Ändert sich der Trend, wird die Bahn gefördert, wird es auch wieder Schildbürgerstreiche geben.

In Bonn gibt es ein Projekt, für einen Euro am Tag kann man in der gesamten Stadt fahren. Das Problem ist, daß Abo wird nicht angenommen. Es steigen nicht, wie erwartet, die Menschen vom Privatverkehr zum öffentlichen um.

Es ist nicht so einfach, wie man denkt. Viel und billige Bahn finde ich gut, aber ob damit das co2 Ziel erreicht wird, ist eine andere Frage.

orangsaya antworten
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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @orangsaya

In den Achtzigern war rationalisieren und für die Privatisierung im Trend. Das nahm teils absurde Züge an.

Ja, leider. Effizienzstreben macht alles kaputt.
https://www.youtube.com/watch?v=AV_TXjFc5I8

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Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928

Lol, wenn Politik die Wirtschaft selbst machen will, dann hat das so seine Feinheiten.
Das klappt eigentlich selten richtig, egal ob es eine linke, oder rechte Regierung macht.

orangsaya antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @orangsaya

Umweltschutz war wohl nicht der Grund.

Das ist klar, dass das nicht der Grund war. Die allgemeine Mangelwirtschaft und der Mangel an ausländischer Währung, um fossile Brennstoffe zu kaufen sowie der "Mangel" an privat-PKW waren der Grund.

Ja, es schwappen immer wieder solche Wellen durchs Land, wo alles extrem in einer Richtung geändert wird - dann wieder in die andere Richtung.

Ich fand an dem Artikel bemerkenswert,

- Ausbau des Streckennetzes, Nebenstrecken wieder aufnehmen. Dann sind nämlich auch viele Verspätungsprobleme gelöst - Baustellen könnten z.B. umfahren werden auf Nebenstrecken

- eine viel stärkere Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene, z.B. durch Preisgestaltung

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

356.- Ticket Bonn

Veröffentlicht von: @orangsaya

In Bonn gibt es ein Projekt, für einen Euro am Tag kann man in der gesamten Stadt fahren. Das Problem ist, daß Abo wird nicht angenommen. Es steigen nicht, wie erwartet, die Menschen vom Privatverkehr zum öffentlichen um.

Die Leute steigen aus einem ganz einfachen Grund *nicht um*

Jemand der in Siegburg, Sankt Ausgustin oder Much , also im näheren Umland des, die Stad Bonn umgebenden, Rhein Sieg Kreises, wohnt und in Bonn arbeitet (oder umgedreht) darf das Ticket nicht kaufen.

Dazu kommt, das der Verkehrsverbund Rhein Sieg mit einer der teuersten der Republik ist und es kaum noch kostenlose P+R Infrastruktur an der Bonner Pereferie gibt

Das Provinzkaff Bonn ist halt nicht die Millionenstadt Wien

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Arcangel
Beiträge : 3509

Dann Macht mal bei der NEAT mit
Ich da bauen wir einen Tunnel durch die Berge, um schneller Wahren von Norden nach Süden zu transportieren.

Und woran haperst, dass es nicht klappt, an den Strecken abschnitten in Deutschland und Italien die es selbst nach 25 Jahren nicht schaffen die Rheintallinie auf den Nötigen stand zu hieven.

Und der Grund dafür ist der politische Wille und die Einsprachen der Bevölkerung.

Aber, wenn ihr nicht einmal einen Flughafen bauen könnt, sind zwei Parallele Eisenstücke sicher zu viel verlangt.

arcangel antworten
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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Öffentlicher Verkehr und Bahn in der Schweiz
Ja, die Schweizer Bahn und das Netz der Postbusse sind absolut vorbildlich.

Ich habe 1991/92 mal 9 Monate in Graubünden gelebt und gearbeitet. Ich hatte ein Halbpreisabo und Anspruch auf ein "Einheimischenticket". So bin ich zu billigsten Preisen kreuz und quer durch den größten Kanton der Schweiz und auch durch die ganze Schweiz gereist.

Was die Schweizer viel besser machen, soweit ich informiert bin:

Das Bahn- und Postbusnetz erstreckt sich bis in die kleinsten Dörfer, alle sind mit zuverlässigem Takt angebunden. Niemand käme auf die Idee, ländliche Regionen abzuhängen, "weil es sich nicht rechnet". (nun gut, die Schweiz ist auch viel kleiner, dafür haben sie das Problem Hochgebirge).

2007 war ich noch mal in Graubünden und total geflasht, weil sich die Fahrpreise für Bahn und Bus im Vergleich zu 1992 kaum verändert hatten! (im gleichen Zeitraum hatten sie sich in Deutschland verdreifacht oder vervierfacht...)

Die Schweizer haben die Natur ihres Landes als eines der größten Kapitale entdeckt und schützen sie kompromisslos. Güterverkehr auf die Schiene, Autos in den Tunnel, Einschränkungen für den individuellen Auto- und Güterverkehr auf der Straße. Da lassen sie nichts anbrennen.

So weit ich gelesen habe, ist die SBB ein staatliches Unternehmen ohne Gewinnerzielungsabsicht. Die Sicherung der Reisemöglichkeiten für alle Bürger wird als eine hoheitliche Aufgabe begriffen. Die Finanzierung als ein Nullsummenspiel und evtl. manchmal sogar als ein Zuschussgeschäft. Wie gesagt, es funktioniert seit Jahrzehnten tadellos, wie ein Schweizer Uhrwerk - und pleite ist die Schweiz deswegen noch lange nicht, ganz im Gegenteil...

ich stimme dir also so was von zu, auch was das europäische Schienen-Güter-Projekt betrifft.

Es lebe die Schweiz! Ich mag dieses Land. und hätte ich den beruf, den ich damals dort ausübte, auch nur halb so sehr gemocht, wäre ich nun seit inzwischen 28 Jahren in der Schweiz ansässig. Man hätte mich auch behalten - allerdings nur mit diesem Beruf... (viel später hab ich dann gemerkt, dass auch Serviertöchter und Krankenpflegepersonal sehr gern genommen werden... - na, vielleicht schule ich doch noch um 😊 warum eigentlich nicht)

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Volle Zustimmung. Ich staune auch immer, was in der Schweiz geht, und frage mich, warum das nicht auch in Deutschland geht.

Ich habe mal eine ehemalige Kommilitonin besucht, die es nach dem Studium ebenfalls nach Graubünden verschlagen hat. Mit der Bahn bis Chur, und da wartete schon die "Postkutsche". Es war so unkompliziert, sie in ihrem abgelegenen Bergdorf zu erreichen...

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Die Schweiz ist ein großartiges Land. Ich bin da wirklich Fan, seit damals. ❤

Hab auch keine Ahnung, warum wir Deutschen das nicht hinkriegen.

Was aber bemerkenswert war damals: Ich wurde sehr herzlich empfangen und integriert im Kollegenkreis, mit der erstaunten Aussage: Du bist ja gar nicht so arrogant wie die Deutschen, die bis jetzt hier so aufgeschlagen waren... tja, wenn sie es sagen, wird's wohl stimmen (ist vielleicht "mein Erbe des Ostens", wir haben es immer eine Nummer kleiner gehalten)

Aber ja, ich war sehr glücklich in der Schweiz, hatte nur damals nicht genug Fantasie, einen Weg zum Bleiben zu finden...

Naja, was nicht ist, … 30 Jahre hab ich ja vielleicht noch...

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mrb-II
 mrb-II
(@mrb-ii)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 954

Hab auch keine Ahnung, warum wir Deutschen das nicht hinkriegen.

Weil wir garnicht alles gleich machen müssen, wie Schweizer.
Deutschland sind Randbedingungen und Bedürfnisse anders.

Deutsche schauen in die Schweiz mit einer rosaroten Brille. Die Schweizer bekommen vieles hin. Und sie bekommen vieles nicht hin. Es sind einfach andere Dinge als in Deutschland, die nicht funktionieren.
Man kann schon eine Jubelarie auf den Öffentlichen Verkehrsmittel singen in der Schweiz. Der ist gut, aber trotzdem fahren über 50% der Schweizer Pendler mit dem Auto (in Deutschland sind es 2/3) und stellen sich jeden Tag in den Stau und es wird genauso über die Bahn geschimpft, wie in Deutschland.

mrb-ii antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3509
Veröffentlicht von: @mrb-ii

Deutsche schauen in die Schweiz mit einer rosaroten Brille. Die Schweizer bekommen vieles hin. Und sie bekommen vieles nicht hin.

Definitiv dem ist so, es gibt auch im ÖV grosse Probleme, überfüllte Pendlerstrecken, Zugausfälle uä.

Aber was in der Schweiz herrscht, ist ein politischer Wille, die Bahn für den Personen und Güterverkehr zu forcieren und der scheint mir in Deutschland zu fehlen. Jedes Mal, wenn sich irgendein Deutscher Minister im TV zu Bahnprojekten äussert, scheint alles etwas blutleer und lustlos. Mit so etwas Langweiliges wie Bahninfrastruktur gewinnt man halt als Politiker in Deutschland keine Blumentöpfe.

Wenn in der Schweiz an der Urne über die Bahn abgestimmt wird, dann ist ja in der Regel eine grosse Zustimmung dafür, auch wenn die Autolobby dagegen anwettert.

Der ÖV ist gesellschaftlich positiv emotional verankert, weshalb sich Politiker damit Profilieren können.

Aber in Zeiten, der Klima Debatte, müsste die Verlagerung, zumindest des Güterverkehrs, auf die Schiene eigentlich ganz weit oben auf der To-Do Liste stehen.

arcangel antworten
mrb-II
 mrb-II
(@mrb-ii)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 954
Veröffentlicht von: @arcangel

Aber was in der Schweiz herrscht, ist ein politischer Wille, die Bahn für den Personen und Güterverkehr zu forcieren

ja klar. die kapazitäten sind ja auch erschöpft und das merkt der bahnkunde halt.

Veröffentlicht von: @arcangel

und der scheint mir in Deutschland zu fehlen.

ich weiss nicht, wie du ein 156 mia. euro investionsziel für die deutsche bahninfrastruktur bis 2030 als mangelden politischen willen bezeichnen kannst. das ist soviel politischer wille, dass es an der umsetzung hapern wird.

Veröffentlicht von: @arcangel

Wenn in der Schweiz an der Urne über die Bahn abgestimmt wird, dann ist ja in der Regel eine grosse Zustimmung dafür, auch wenn die Autolobby dagegen anwettert.

ja natürlich. meistens geht es ja auch um den ausbau der kapazitäten für den personenverkehr. ist doch schön, wenn man auch sitzen kann im zug.

für den güterverkehr interessiert sich doch kaum jemand, es sei denn es geht um transitverkehr. dabei macht der grad mal ca 10% des gesamten güterverkehrs in der schweiz aus und läuft schon zu 70% auf der schiene.
die restlichen 90% sind hauptsächlich binnenverkehr und noch etwa 20-25% Im- und Export. das läuft zu fast zwei drittel auf der strasse.

Veröffentlicht von: @arcangel

Aber in Zeiten, der Klima Debatte, müsste die Verlagerung, zumindest des Güterverkehrs, auf die Schiene eigentlich ganz weit oben auf der To-Do Liste stehen.

in zeiten der klima debatte müsste man den warentransport einschränken, besonders den sinnlosen, bei dem rohmaterialen tausende von kilometer durch europa transportiert werden und das fertige produkt dann wieder zurück kommt.

mrb-ii antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

in zeiten der klima debatte müsste man den warentransport einschränken, besonders den sinnlosen, bei dem rohmaterialen tausende von kilometer durch europa transportiert werden und das fertige produkt dann wieder zurück kommt.

Ja, das ist wirklich ein großes Problem. Das sollte unbedingt angegangen werden. Eine Ursache dieser absurden Praxis ist das Lohngefälle.

ungehorsam antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3509
Veröffentlicht von: @mrb-ii

ch weiss nicht, wie du ein 156 mia. euro investionsziel für die deutsche bahninfrastruktur bis 2030 als mangelden politischen willen bezeichnen kannst. das ist soviel politischer wille, dass es an der umsetzung hapern wird.

Na ja in der gleichen Zeit investiert die schweiz 12,8mia in ihre bahninfrastrukur und Deutschland ist mehr als . Dann relativieren sich die investionen wieder. Deutschland hat rund 6x soviel bahnkilometer als die Schweiz. damit will sie also neto mehr pro bankilometer investieren als die schweiz, gut zu wissen.

Veröffentlicht von: @mrb-ii

für den güterverkehr interessiert sich doch kaum jemand, es sei denn es geht um transitverkehr. dabei macht der grad mal ca 10% des gesamten güterverkehrs in der schweiz aus und läuft schon zu 70% auf der schiene.

Ich weis ja nicht woher du deine Zahlen hast aber laut https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/mobilitaet-verkehr/gueterverkehr.assetdetail.1189-1700-05.html
Sind rund 40% transit wovon knapp 70% auf der schiene stattfindet.

Veröffentlicht von: @mrb-ii

ist doch schön, wenn man auch sitzen kann im zug.

also ich sitz immer.

arcangel antworten
mrb-II
 mrb-II
(@mrb-ii)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 954
Veröffentlicht von: @polyglott

Das Bahn- und Postbusnetz erstreckt sich bis in die kleinsten Dörfer, alle sind mit zuverlässigem Takt angebunden.

wenn die kleinsten dörfer touristisch interessant sind schon. Allerdings ist hinkommen ist noch das eine, ob man mit dieser anbindung auch einen alltag ohne individualverkehr realisieren kann das andere.

Veröffentlicht von: @polyglott

2007 war ich noch mal in Graubünden und total geflasht, weil sich die Fahrpreise für Bahn und Bus im Vergleich zu 1992 kaum verändert hatten!

sie sind bei der sbb nur doppelt so hoch geworden, genau wie bei der db.

Veröffentlicht von: @polyglott

So weit ich gelesen habe, ist die SBB ein staatliches Unternehmen ohne Gewinnerzielungsabsicht.

die sbb hat die gleiche unternehmensform, wie die deutsche bahn. beide sind aktiengesellschaften mit gewinnerzielungsabsicht. alleinaktionär ist jeweils der bund.

mrb-ii antworten
Taubnessel
(@taubnessel)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 103
Veröffentlicht von: @polyglott

2007 war ich noch mal in Graubünden und total geflasht, weil sich die Fahrpreise für Bahn und Bus im Vergleich zu 1992 kaum verändert hatten! (im gleichen Zeitraum hatten sie sich in Deutschland verdreifacht oder vervierfacht...)

Das war tatsächlich so, dass die Preise für ÖV lange kaum gestiegen sind. Das hat sich aber in der Zwischenzeit auch geändert.

Veröffentlicht von: @polyglott

Die Schweizer haben die Natur ihres Landes als eines der größten Kapitale entdeckt und schützen sie kompromisslos.

Schön wärs.... ist aber nicht so. Die Schweiz hinkt, was Umweltschutz angeht, massiv hinterher. Intakte Natur schwindet, Insekten, Vögel und x andere Tiere und Pflanzen haben massiv abgenommen, lebendige Wiesen oder Moore gibts kaum noch, Pestizide und co werden nach wie vor in Massen gesprüht. Nebst dem, dass fortdauernd Quadratkilometer um Quadratkilometer überbaut wird, wird auch noch ernsthaft darüber diskutiert, die verstopften Autobahnen auszubauen. Nö, was Schutz der Natur angeht, steht die Schweiz in vielem schlecht da.
Ich hoffe, da nun neulich bei den Parlamentswahlen Grün viel Einfluss gewonnen hat, dass sich da was ändert.

Veröffentlicht von: @polyglott

dass auch Serviertöchter und Krankenpflegepersonal sehr gern genommen werden...

Ja, nur zu. 😊 In der Pflege hat es offene Stellen wie Sand am Meer...

Aber abgesehen davon stimme ich dem zu

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich mag dieses Land.

Ich bin gerne Schweizerin und auch ganz froh darüber, wie unser politisches System aufgebaut ist. Mit all seinen Nachteilen, meiner Ansicht nach überwiegen die Vorteile eben doch.

Grüsse aus den Alpen 😊
Taubnessel

taubnessel antworten
mrb-II
 mrb-II
(@mrb-ii)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 954
Veröffentlicht von: @arcangel

Ich da bauen wir einen Tunnel durch die Berge, um schneller Wahren von Norden nach Süden zu transportieren.

hauptsächlich werden die tunnel für den eigenen ausflugsverkehr genutzt. 😀

Veröffentlicht von: @arcangel

und die Einsprachen der Bevölkerung.

sowas nennt sich demokratie. da müsste doch eigentlich dein herz hüpfen.

Veröffentlicht von: @arcangel

Aber, wenn ihr nicht einmal einen Flughafen bauen könnt, sind zwei Parallele Eisenstücke sicher zu viel verlangt.

völlig unnötig.

mrb-ii antworten


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