Bin ich Dinosaurier...
 
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Bin ich Dinosaurier:in?

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Goldapfel
Themenstarter
Beiträge : 1170

Hinter manchem komme ich nicht mehr her.

Vor gut einem Jahr (vor der Winnetou Diskussion) schenkte ich meinem 30jährigen Kind das Buch Mittagsstunde von Dörte Hansen, da doppelt. Auf Nachfrage, wie es gefiele, wurde mir erklärt, da kämen mindestens einmal jeweils das N-Wort, das Z-Wort und das I-Wort vor. Ich musste echt erst überlegen, was das I-Wort ist... Wobei das Buch auch Szenen aus Zeiten enthält, in denen Kinder sich noch als Indianer oder Indianerin verkleideten, ebenso wie als Zigeunerin oder Holländerin.

Zu Beginn diesen Jahres witzelte ich gegenüber meines Freundes, bald wären Wörter wie Frau und Mann verboten...dann hörte ich von dem Ausdruck 'Mensch mit Gebärmutter'.

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74 Antworten
Feliciah
Beiträge : 967

dann hörte ich von dem Ausdruck 'Mensch mit Gebärmutter'.

Ah ja, wieder was gelernt. Oder "Mensch mit Menstruationshintergrund". 🤣 

(Jetzt kommt bestimmt gleich jemand daher und weist mich darauf hin, dass es den Begriff doch (noch) gar nicht wirklich gibt, im großen Genderduden). 🙃 

feliciah antworten
3 Antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 406

@feliciah 

Es gibt auch "wirklich" Menschen mit Masturbationshintergrund.

meriadoc antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 406

@feliciah 

 

Aber es gibt Menschen mit Masturbationshintergrund.

meriadoc antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 406

Mein Großneffe ist so einer 🙂

meriadoc antworten


B'Elanna
Beiträge : 1633
Lucan-7
Beiträge : 16987

@goldapfel 

Auf Nachfrage, wie es gefiele, wurde mir erklärt, da kämen mindestens einmal jeweils das N-Wort, das Z-Wort und das I-Wort vor.

Wobei hier anzumerken ist, dass keines dieser Worte "verboten" ist... wer sich weigert, diese zu benennen sendet ein Signal der persönlichen (politischen) Gruppenzugehörigkeit, das war's dann aber auch.

Ich habe hier noch das Buch "Neger, Neger, Schornsteinfeger" liegen... geschrieben von Hans J. Massaquoi, der als Schwarzer seine Kindheit in Deutschland der NS-Zeit verbrachte. Was natürlich keine Verharmlosung des Wortes darstellt, sondern vielmehr auf die Verächtlichmachung hinweisen soll... aber es wird halt genannt.

Es kommt eben immer auf den Zusammenhang an.

Dass "Indianer" ein Schimpfwort sein soll ist allerdings nun wirklich Unsinn...

 

 

 

lucan-7 antworten
3 Antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 1170

@lucan-7 Es muss ja nicht unbedingt ein Schimpfwort sein. Kann ja auch aus anderen Gründen als problematisch/diskriminierend gesehen werden. Im Umfeld meines Kindes wurde der Begriff zumindest geächtet. Gehört mit zu 'Alltagsrassismus'. Das Gefühl, wenn man vom eigenen Kind links überholt wird.

 

Gegenbeispiel: Einem jungen Mann serbischer Herkunft 'mussten' wir immer erklären, warum er besser nicht 'Zigeuner' sagt. Aber so bezeichnet er sich, seine Familie, außer dem Begriff Roma. 

 

goldapfel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16987

@goldapfel 

Gegenbeispiel: Einem jungen Mann serbischer Herkunft 'mussten' wir immer erklären, warum er besser nicht 'Zigeuner' sagt. Aber so bezeichnet er sich, seine Familie, außer dem Begriff Roma.

Manchmal kann das eine gute Lösung sein, wenn man das "verächtliche" Wort einfach selbst übernimmt. Wenn es dann am Ende kein Schimpfwort mehr ist, funktioniert auch die Beschimpfung nicht mehr.

Funktioniert aber nur dann, wenn es ein entsprechend kulturelles Umfeld gibt, das den Begriff bewusst aufgreift. Ansonsten geht das nach Hinten los.

 

 

lucan-7 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 12684

@goldapfel 

Veröffentlicht von: @goldapfel

Im Umfeld meines Kindes wurde der Begriff zumindest geächtet. Gehört mit zu 'Alltagsrassismus'.

Hab ich tatsächlich auch gelernt, dass dieser Kolumbus ja meinte, nach Indien zu segeln und die ersten Menschen, die er traf, deshalb "Indians" nannte, obwohl er ganz woanders landete, aus denen dann im Deutschen die "Indian-er" wurden, was ihnen absolut nicht gerecht wird und sie sich selbstverständlich verletzt fühlen dürfen. Im Einzelfall ist es immer ratsam, genau hinzuschauen und einfach etwas anderes in seinen Formulierungen zu verwenden, so sich jemand an ihr stört. Einfach um des guten Umgangs willen, eines guten Tons willen. Es sind teilweise laaange Geschichten (Herkunft) hinter "Begrifflichkeiten", die sich im Sprachgebrauch zwar eingebürgert haben, aber mitunter eben jemandem auf die Füße fallen können. (Das Thema hatte ich in einer "Alltagsrassismus-Schulung", also die Verbote der Karl-May-Bücher)

 

 

neubaugoere antworten


BeLu
 BeLu
Beiträge : 4575

@goldapfel 

Auf Nachfrage, wie es gefiele, wurde mir erklärt, da kämen mindestens einmal jeweils das N-Wort, das Z-Wort und das I-Wort vor. 

Ob diese Worte vorkommen, sagt erst mal nichts über das Buch aus, denn es kommt doch auf den Kontext an. Ich kenne das Buch nicht, sehe aber im Wikipedia-Artikel zur Autorin: "Geschildert wird der kulturelle und zwischenmenschliche Wandel im fiktiven nordfriesischen Straßendorf „Brinkebüll“ von den 1960er-Jahren bis zum Erzählzeitpunkt. Die Autorin kommt dabei ohne Landleben-Idyllisierung aus und zeichnet in lakonischer Sprache die oft „skurrilen Charaktere mit viel Empathie“." Da kann ich mir schon vorstellen, dass die Begriffe beispielsweise in wörtlicher Rede in Szenen aus den 60ern bis 80ern auftauchen. Das wäre dann einfach authentisch für die Zeit, denn damals wurde noch so gesprochen (damit sage ich nicht, dass das damals gut oder richtig war, aber es war eben so).

belu antworten
3 Antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 1170

@belu Das Buch ist ziemlich gut, finde ich. Aber ich mag auch 'Altes Land' sehr gerne. Die Autorin beobachtet recht genau und sie kann schreiben.

Dass der Gebrauch der Wörter kritisiert wurde, war auch nicht direkt der erste Satz. Aber der zweite. 

 

goldapfel antworten
BeLu
 BeLu
(@belu)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4575

@goldapfel Wie gesagt, ich denke, es kommt auf den Kontext an. Ich habe vor einiger Zeit einen relativ aktuellen englischsprachigen Roman eines bekannten Autors gelesen, in dem das N-Wort mehrfach verwendet wurde. Das stieß mir anfangs auch auf, bis mir dämmerte, dass das ein Stilmittel in Bezug auf die Zeit, in der der Roman spielte, war.

belu antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7631

@belu Richtig. Wenn ein Roman oder eine Erzählung z.B in den Südstaaten spielt, dann kommen da nun mal auch Charaktere vor, die ganz ungeniert und selbstverständlich "Nigger" sagen. Wenn man daraus "Afroamerikaner" macht, ist das eine Verfälschung. 

Leider wird es von den Verfechtern der CancelCulture nicht unbedingt verstanden, dass eine möglichst authentische Schilderung einer Figur nicht notwendigerweise bedeutet, dass man deren Denkweise gut findet oder sie den Lesern oder den Leser dazu anhalten will, sie zu übernehmen.

suzanne62 antworten
Suzanne62
Beiträge : 7631
Veröffentlicht von: @goldapfel

Zu Beginn diesen Jahres witzelte ich gegenüber meines Freundes, bald wären Wörter wie Frau und Mann verboten...dann hörte ich von dem Ausdruck 'Mensch mit Gebärmutter'.

Es gibt Leute, die finden, einfach "Frau" statt "Mensch mit Gebärmutter" zu sagen, würde ja die Transfrauen diskriminieren....

Ob Mann statt "Mann" jetzt "Mensch mit Eiern" sagen muss, entzieht sich meiner Kenntnis. Wundern würde es mich nicht.

suzanne62 antworten
2 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3564

@suzanne62 

 

Na ja Eier hat man oder nicht, mache kleine manche aus Stahl 🙂

arcangel antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 2 Monaten

Beiträge : 69

@suzanne62 Ganz ehrlich: Das reduziert einen Menschen auf seine Geschlechtsteile. Ist keine Verbesserung - da wird vielmehr das Kind mit dem Badewasser rausgeleert...

mr-k antworten


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