Alle Menschen sind ...
 
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Alle Menschen sind wertvoll! Wirklich?

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kahei2
 kahei2
Themenstarter
Beiträge : 353

Liebe Freunde!

In einem anderen Thread wurde geschrieben:

Alle Menschen sind wertvoll!

Stimmt das wirklich?

(Zunächst eine Vorbemerkung: ich bin kein Anhänger der Eugenik, verabscheue die Vernichtung des "unwerten Lebens" durch die Nationalsozialisten.)

Sind wirklich alle Menschen wertvoll?
Ich lange darüber nachgedacht und meine:
nein, nicht alle Menschen sind wertvoll.

Zu Beginn der Disk. gleich ein Extrembeispiel:
was ist an einem IS-Kämpfer, der gerade einen Gefangenen einen Kopf kürzer macht, wertvoll?
Was soll an einem solchen Menschen wert-voll sein?

Wie seht ihr das?

servus
kahei2

Antwort
428 Antworten
invar_vigandun
Beiträge : 322
Veröffentlicht von: @kahei2

Ich denke, es ist die christl. Konditionierung, die sie so reagieren lassen......

Nur dass du vergisst, dass nicht alle, die nicht mit dir einer Meinung sind, Christen sind.

invar_vigandun antworten


lubov
 lubov
Beiträge : 2447

Moin.

Veröffentlicht von: @kahei2

dieses angeführte Bsp. sollte ja ganz was anderes ausdrücken, nämlich meinen Zweifel an Gottes Liebe.

Eben. Du instrumentalisierst eine Begegnung. Nicht, weil es dir um das Kind geht, sondern weil du letztlich ein theologisches Statement abgeben und deine Meinung verbreiten willst. Du tust das aber nicht direkt, sondern du tust so, als wolltest du - möglichst konkret - über den Wert von Menschen diskutieren. Und du willst auch nicht diskutieren, sondern nur postulieren. Das nenne ich unredlich, denn du verschleierst, was du wirklich willst.

Veröffentlicht von: @kahei2

weil dessen Leben unwert sei.
Niemals habe ich Derartiges geschrieben.

Du hast geschrieben, dass das Leben des behinderten Kindes nicht wertvoll sei. Du hast geschrieben, du wünschtest ihm Erlösung, du hast hinterfragt, warum man nicht den Tod wünschen dürfe/solle/könne. Es ist nicht unredlich, daraus zu schließen, dass du dem Kind den Tod wünschst. Auch deine Auslassungen zum "Gnadentod" passen dazu. Hast du eigentlich mal gelesen, was da bei Wikipedia steht? Dass du dich von dieser deiner immer wieder benutzten Vokabel distanzierst, hätte ich unbedingt erwartet, dass du es nicht getan hast [oder wo habe ich es überlesen?], spricht ebenfalls für sich - und laut!

Dass du die Praktiken der Nazis nicht als prima wieder aufnehmbar siehst, ist da nur eine Randnotiz, die nichts rettet.

Andere haben es schon gesagt: Es sind nicht nur Christen, die sich scheuen, bestimmte Gedankengänge zu gehen. Es ist aber auch die tiefe Begegnung mit Menschen, die, wenn man sich eben um Nächstenliebe bemüht, den Wert des Menschen in seinem Sein findet - und zu erhalten sucht.

Nein, mein Beitrag ist keine Zustimmung zu deinem. "Gnadentod" wünsche ich schon mal niemandem. *schauder* Einen gnädigen Tod, das sicher. Einen ohne Leid, einen schnellen, schmerzlosen, in der Gewissheit, zum Herrn zu gehen. "Wünschen" tut sich und anderen das wohl jeder.

Ebenso verwahre ich mich gegen dein "ganz allgemein gesprochen". Jeder Mensch hat das Recht, einzeln betrachtet zu werden, und wir haben die verdammte Pflicht, jeden Menschen und seine Situation gründlich, sorgfältig, liebevoll und intensiv individuell zu betrachten - und nicht im Vorbeigehen zu befinden:

Veröffentlicht von: @kahei2

Ich ging spazieren und es kam mir eine Frau mit einem Kind im Rollstuhl entgegen.
Dieses Kind war schwerst behindert, hatte ein deformiertes Gesicht, es zappelte und schrie andauernd furchtbar laut. Ein Blick in das Gesicht der Mutter, EIN Blickkontakt -es hat mir einen richtigen großen Schlag versetzt- und ich hatte eine Art Herzensgewissheit, nämlich die, dass man mit allem was von Gottes Liebe erzählt wird, falsch liegen MUSS.

Ein Blick, ein Blickkontakt - nein, das ist als Grundlage vermessen. Hybris. Widerlich.

lubov antworten
jour
 jour
Beiträge : 1895

Ja, alle Menschen sind wertvoll

Veröffentlicht von: @kahei2

Alle Menschen sind wertvoll!

Stimmt das wirklich?

Ja. Laut Bibel: Ja.
>> Deine Augen sahen mich, als ich noch unentwickelt war,
und es waren alle Tage in dein Buch geschrieben,
die noch werden sollten, als derselben noch keiner war.
Psalm 139,16 <<

Veröffentlicht von: @kahei2

Sind wirklich alle Menschen wertvoll?
Ich lange darüber nachgedacht und meine:
nein, nicht alle Menschen sind wertvoll.

Hat das mit dir zu tun? Wie beurteilst du dein eigenes Leben?

Veröffentlicht von: @kahei2

Zu Beginn der Disk. gleich ein Extrembeispiel:
was ist an einem IS-Kämpfer, der gerade einen Gefangenen einen Kopf kürzer macht, wertvoll?
Was soll an einem solchen Menschen wert-voll sein?

Man verurteilt die Taten, nicht aber den Menschen.

Und, ein wenig Zeit für Nachsinnen aus der Bibel täte gut:
„Liebe Gott. Liebe Dich selbst. Liebe die Anderen.“
Auch dazu Gedanken aus beiden großen Kirchen:
https://www.dei-verbum.de/selbstliebe-als-biblische-botschaft/

>> Wir alle sind Gottes geliebte Kinder <>In den Augen Jesu sei jeder Mensch wertvoll<<
https://www.tagesspiegel.de/politik/jugendmesse-mit-dem-papst-franziskus-jugend-muss-die-welt-veraendern/13951540.html

Jour

jour antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15613
Veröffentlicht von: @jour

Man verurteilt die Taten, nicht aber den Menschen.

Wo steht das denn? In allen mir bekannten Bibelstellen wird nicht großartig zwischen "Tat" und "Mensch" unterschieden... das scheint mir eine ziemlich neue Erfindung zu sein,

lucan-7 antworten
John-Michi
(@john-michi)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 522

z.b. sieht man das an der Begebenheit als Jesus auf die Samariterin am Brunnen trifft

john-michi antworten
jour
 jour
(@jour)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 1895
Veröffentlicht von: @lucan-7

Man verurteilt die Taten, nicht aber den Menschen.

Wo steht das denn? In allen mir bekannten Bibelstellen wird nicht großartig zwischen "Tat" und "Mensch" unterschieden... das scheint mir eine ziemlich neue Erfindung zu sein,

So auf Anhieb fallen mir solche Stellen ein:

Wer unter euch ohne Sünde ist, ..
Der Mensch mehr ist als seine Taten

>>Glaubt ihr´, fragt Gott, der Herr, `dass ich mich über den Tod eines gottlosen Menschen freue? Ich freue mich viel mehr darüber, wenn er sein Verhalten ändert und am Leben bleibt. <>Doch Gott ist auch Liebe und hat deshalb einen Weg geschaffen, wie der Sünder gerechtfertigt werden kann (Röm 3,24; Joh 3,16). <> Im Augsburgischen Bekenntnis wird eine Auffassung vom Menschen vertreten, nach welcher der Mensch „gerecht aus Glauben“ ist. „Ebenso lehren sie, dass die Menschen vor Gott nicht durch eigene Kräfte, Verdienste oder Werke gerechtfertigt werden können, sondern dass sie geschenkweise um Christi willen durch den Glauben gerechtfertigt werden, wenn sie glauben, dass sie in der Gnade aufgenommen und dass die Sünden vergeben werden um Christi willen, der durch seinen Tod für unsere Sünden Genugtuung geleistet hat. Diesen Glauben betrachtet Gott als vor ihm selbst geltende Gerechtigkeit.“ <> Das hat auch erhebliche praktische Folgen. Gemeinsam können evangelische und katholische Christen für ein Bild vom Menschen eintreten, nach welchem die Würde der menschlichen Person nicht einfach eine am Menschen aufweisbare Qualität, ein Resultat seiner genetischen Ausstattung oder ein Ergebnis seines eigenen Handelns ist. Würde hat der Mensch darin, dass er von Gott zu seinem Ebenbild berufen ist. Würde hat er darin, dass Gott ihn an seiner Gerechtigkeit teilhaben lässt. Deshalb ist der Mensch mehr, als er selbst aus sich macht. Auch wenn wir seine genetische Ausstattung bis ins letzte entschlüsseln können, haben wir damit noch nicht den Menschen als Menschen erfasst. Weder mit seinen Taten noch mit seinen Untaten ist er einfach gleichzusetzen. Allein das macht seine Würde wirklich unantastbar.
Aber es verpflichtet uns zugleich dazu, auch die Würde desjenigen noch zu respektieren, der gegen alle Würde verstoßen hat. Ein solches Menschenbild verpflichtet dazu, auch mit denjenigen Stufen des menschlichen Lebens respektvoll und achtsam umzugehen, in denen Menschen noch nicht, nicht mehr oder nur in eingeschränktem Maß die Möglichkeit haben, als Personen von ihrer Freiheit einen eigenständigen Gebrauch zu machen: mit den verschiedenen Stufen des vorgeburtlichen Lebens ebenso wie mit Behinderung, Krankheit und Alter. In gleicher Weise sind Unschuldsvermutung und faires Verfahren auch gegenüber dem möglichen Straftäter praktische Konsequenzen aus der Unterscheidung zwischen der Person und ihren Taten. Denn der Mensch ist mehr als seine Taten.<> Die christliche Vorstellung davon, dass der Mensch zu Gottes Ebenbild berufen ist, hat sich in der Neuzeit im Gedanken der unantastbaren Würde des Menschen einen Ausdruck verschafft, der auf allgemeine Anerkennung drängt. Das ist mit Gewissheit der wichtigste Beitrag des christlichen Glaubens zum neuzeitlichen Menschenbild. Es ist zugleich der entscheidende Grund dafür, warum man gerade aus reformatorischer Perspektive die Entwicklung der Moderne nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Verfalls, der Auflösung von Glaubensüberzeugungen, des Verdunstens von Werten betrachten kann; man muss vielmehr zugleich anerkennen, dass bestimmte, im christlichen Glauben angelegte Überzeugungen erst in der Moderne zur Klarheit gekommen sind, teilweise gegen den Widerstand der Kirchen selbst, die einige Zeit brauchten, bis sie merkten, dass sie hier ihrem eigenen Erbe begegneten. <> Für den christlichen Glauben ist die Universalität der Menschenwürde deshalb radikal gedacht, weil sie sich weder aus bestimmten Eigenschaften noch aus bestimmten Leistungen des Menschen ableitet. Es ist eine Würde, die dem Menschen von Gott zuerkannt wird. Sie gilt universal, also auch für den, der sich für ihre Begründung und Herleitung auf andere Quellen als die Quellen des Glaubens beruft. Zu den Konsequenzen dieser Würde gehört, dass der Mensch in keiner Phase seines Lebens nur unter dem Gesichtspunkt seiner Nützlichkeit oder Brauchbarkeit betrachtet werden kann; er darf deshalb niemals bloß als Mittel zum Zweck angesehen werden. <> Dass kein Mensch ein für allemal auf seine Schuld festgelegt ist, wird durch die Aufforderung an die Umstehenden verdeutlicht: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“ (Johannes 8,7). Jeder, der den Stein werfen will, wird selbst von ihm getroffen. <> Der rechtsethische Kern der Rechtfertigungsbotschaft lässt sich auch so zusammenfassen: Kein Mensch kann seine endgültige Anerkennung als Person durch seine Taten erwirken und damit auch nicht durch seine Untaten verwirken. Der Mensch ist mehr, als er selbst aus sich macht. <> Der Mensch ist mehr als seine Taten. <<

Aus:
„Dass der Mensch mehr ist als seine Taten. Das christliche Menschenbild im Licht der Rechtfertigungsbotschaft“ - Vortrag bei der Bundeskonferenz der Gefängnisseelsorge in Berlin – (Bischof) Wolfgang Huber - 09.05.2007

https://www.ekd.de/070509_huber_berlin.htm

Gruß
Jour

Nachtrag vom 01.05.2019 0952
Ich wußte nicht, daß kein Link für bibel praxis erwünscht ist. Aber, für den Fall, daß du es nachlesen willst, könntest du einige Sätze im Suchprogramm eingeben und finden.

jour antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @kahei2

In einem anderen Thread wurde geschrieben:

Veröffentlicht von: @kahei2

Alle Menschen sind wertvoll!

Veröffentlicht von: @kahei2

Stimmt das wirklich?

Ja, das ist wirklich so! Jeder Mensch ist wertvoll!

Veröffentlicht von: @kahei2

Sind wirklich alle Menschen wertvoll?
Ich lange darüber nachgedacht und meine:
nein, nicht alle Menschen sind wertvoll.

Wahrscheinlich hast du nicht gründlich genug nachgedacht?!?
Zunächst wird jeder Mensch unschuldig geboren.
Was der Einzelne dann in und aus seinem Leben macht, liegt in erster Linie an ihm oder ihr ganz persönlich.
Die einen führen ein normales Leben während andere, wie in deinen Extrembeispielen zu SS-Verbrechern oder IS-Kämpfern werden.

Veröffentlicht von: @kahei2

Zu Beginn der Disk. gleich ein Extrembeispiel:
was ist an einem IS-Kämpfer, der gerade einen Gefangenen einen Kopf kürzer macht, wertvoll?
Was soll an einem solchen Menschen wert-voll sein?

Vor Gott sind alle Menschen zunächst wertvoll!
Für das, was sie in ihrem Leben "anrichten", mag Gutes oder Böses sein, werden sie dann am Ende von Gott zur Rechenschaft gezogen.

So ist das nun mal.

ChristosFilios

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Adjutante
Beiträge : 1980

Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel allen Übels auf dieser Welt.
(Dr. Paul Farmer - Antropologe und Arzt)

Hatte gerade diese Aussage gelesen.

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