Pfingsten - "ein jeder in SEINER Sprache"
Jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden ...“ (Apg.2,6)
Zur Pfingstgeschichte gehört das Sprachwunder.
Aus allen Himmelsrichtungen kamen sie, zum jüdischen Fest nach Jerusalem - und die Volksgruppen, Nationalitäten und Beheimatungen werden drei Verse lang (Apg. 2,9-11) aufgelistet.
Und dann passiert es, dass ein jeder die Nachfolger Jesu das Evangelium „in seiner eigenen Sprache“ hört … Zu Recht heißt es, als Reaktion: „Sie verwunderten sich und sprachen: „Sind diese, die da reden, nicht alle Galiläer? Wieso hören wir sie dann jeder in unserer eigenen Sprache, in der wir geboren wurden?“ (Apg. 2,7f.).
Mir scheint an diesem Sprachwunder bzw. Sprachgeschehen wichtig, dass es nicht heißt: Sie verstanden alle die Sprache der Galiläer, sondern sie verstanden es in ihrer eigenen Sprache – und das im Plural, denn die sprachlichen, kulturellen und geistigen Beheimatungen sind ja mit der Aufzählung der Hörenden sehr vielfältig.
Man kann über diese Nuance leicht hinweg lesen und einfach sagen: Sie alle verstanden das Evangelium von Jesus, und das Sprachwunder bestand darin, dass die Menschen es hören können. Aber ich denke, die Bedeutung geht tiefer. Dass ein jeglicher es in seiner eigenen Sprache versteht, in der er geboren wurde, gilt es genauer zu verstehen. Und ich versuche es.
Sprache – das ist ja viel mehr als nur Verbalisierung und Kommunikation mit Worten und Begriffen. Sprache ist eine bestimmte Art von Denken und Wahrnehmen, von Lebensdeutung und Weltwahrnehmung, ja, von Fühlen und Empfinden.
Sprache hat ihr Koordinatensystem immer in einer konkreten Beheimatung – geographisch, geistig, kulturell.
Und was Menschen trennt und u.U. am Verstehen und am Miteinander hindert, sind eben nicht nur aus dem Mund kommende Laute und Töne, sprachlich-verbal unterschiedliche Artikulationen und Benennungen – sondern es sind Lebens- und Verstehens-Welten. Sprichst Du meine Sprache nicht, dann sag ich: Ich versteh Dich nicht. Wo Du herkommst, wie Du denkst und fühlst, was Dich bewegt, welche Vorstellungen Du hast usw. Die Suche nach einer „gemeinsamen Sprache“ ist deshalb immer wieder ein Thema – das Thema der Verständigung und des Sich-verständlich-Machens.
Dies gilt auch für den Bereich Religion & Spiritualität.Und für das Verstehen der biblischen Botschaft, für das Evangelium, den christlichen Glauben.
„Sind diese, die da reden, nicht alle Galiläer?“ heißt es.Und das bedeutet: Sie reden in ihrer Sprache, die ihnen eigen und die ihnen gegeben ist. Verstanden werden sie aber in Sprachen, die ihnen fremd und nicht die ihren sind.
Bede Griffiths, ein Benediktiner, der nach Indien ging und dort als Christ mit der indischen Kultur in Berührung kam, schreibt: „Beschränkung ist jeder menschlichen Sprache eigen … Das gilt auch für die Sprache der Bibel. Die Bibel entwickelte sich in der semitischen Welt des Mittleren Ostens, die von der Welt des alten Indien und Fernen Ostens sehr verschieden ist. Sie hat ihre eigenen Bilder, Begriffe und Symbole, die aus der einzigartigen Erfahrung des israelitischen Volkes kommen. Die Bibel ist das Wort Gottes, doch sie ist das Wort Gottes in menschliche Worte gekleidet mit den unvermeidlichen Beschränkungen, die allen menschlichen Worten anhaften.“
Und an anderer Stelle lesen wir, bezüglich der Entwicklung und Ausbreitung des Christentums: „Das Christentum war ursprünglich eine östliche Religion, doch richtete es sich von Anfang an vornehmlich nach Westen. Vorwiegend der heilige Paulus brachte es nach Kleinasien, Griechenland und Rom, und wenig später kam es nach Mittel- und Nordeuropa und schließlich nach Amerika. Das Ergebnis war eine westliche Religion, obwohl sein Ursprung im Osten deutlich blieb. Seine Theologie ist griechisch, seine Organisation römisch und der kulturelle Ausdruck europäisch.“ (Bede Griffiths. Die Hochzeit von Ost und West. Otto Müller-Verlag, Salzburg 1983).
Griffiths schreibt dies als Katholik, in der ihm gegebenen neuen Kontextualisierung in Indien und im Rahmen seiner damit gegebenen Verortung. Aber er benennt wohl etwas, was unmittelbar mit dem Sprachwunder und Sprachgeschehen von Pfingsten zu tun hat.
Aber wir können zunächst erst einmal bei uns selbst bleiben, denn schon innerhalb des Christentums, innerhalb von Kirche und Konfessionen, unter uns Christen verschiedenster Beheimatung und Verortung, ist die Sprache ja oft schon und immer wieder ein Verständigungsproblem.
Wir möchten, dass die jeweils Anderen „unsere Sprache“ des Glaubens und der Glaubens-Beheimatung teilen, weil wir sie für biblisch, glaubens-gemäß und richtig halten. Wer den Glauben nicht in gleicher Weise versteht und artikuliert, wir wir es kennen und gewohnt sind, ist und bleibt uns fremd. Unter Umständen sprechen wir ihm sogar den „rechten“, richtigen Glauben ab – weil wir ihn nicht für biblisch halten.
Doch wenn es bloß so eindeutig wäre!
„Warum versteht ihr MEINE Bibel nicht?“ heißt der Titel eines Buches, in dem sich die unterschiedlichen Zugänge und Lesarten zur Bibel darstellen und artikulieren. Und wer diese Pluralität nicht akzeptieren kann, der tut es aus der (von der Realität allerdings widerlegten) Vorstellung, dass es nur EINE „richtige“ Lesart und damit sprachliche Verständigung und Artikulation geben kann bzw. geben sollte – nämlich die der Bibel selbst. Doch da sind wir eben wieder bei dem, was Bede Griffiths so richtig benennt: Dass die Bibel selbst ihre historisch-kulturelle Sprache und Beheimatung hat – in einer bunten, vielfältigen Welt voller anderer „Lebens-Welten.“
Doch noch nochmal zurück zur Pfingstgeschichte. „Sie verwunderten sich aber und sprachen: 'Sind diese, die da reden, nicht alle Galiläer? Wieso hören wir sie dann jeder in unserer eigenen Sprache, in der wir geboren wurden?'“ Fakt ist, dass das Evangelium von der suchenden, heilenden, zurechtbringenden Liebe Gottes und von Jesus, seinem Kreuz und seiner Auferweckung, sich auf dieser Welt immer und an vielen Orten in einer „Inkulturation“ zeigt und entfaltet. D.h. Kirche und Glaube „versteht sich“ und wird verstanden immer in konkreten kulturellen und geistigen Kontexten.
Dies ist mir - um nur ein Beispiel zu geben - begegnet bei Katsumi Takizawa – einem Schüler des evangelisch-reformierten Theologen Karl Barth. Sein kultureller und geistiger Hintergrund war der Buddhismus japanischer Prägung. Aber die Begegnung mit der christlichen Botschaft ließ ihn konvertieren.Er ließ sich taufen, nahm das Evangelium an – und bemühte sich fortan als Christ gewissenhaft und leidenschaftlich um eine „japanische Theologie“.
So verstand er die biblische Botschaft als Zeugnis des „Immanuel“, als das von Ewigkeit her gegebene und präsente „Gott für und mit uns“ - angefangen von Gottes schon bezeugter Zuwendung zu Adam und Eva, als er den Vertriebenen „Felle“ machte, oder Kain mit einem Zeichen vor endloser Vergeltung schützte – bis hin zur Versöhnung der Welt mit sich selbst in Christus. Dieses „Ur-Faktum“ verstand er als das primäre Immanuel, das von Anfang an in der Welt war und bleibt – das „Heil in Christus“, das er ja angenommen hatte, ordnete er diesem Ur-Faktum zu und verstand es nicht erst als grundlegend neues, „heils-schaffendes“ Ereignis, sondern als Ausdruck, Zeichen und Offenbarung des schon von Ewigkeit her zu glaubenden „Gott mit und für uns“ ….
Ich kann es nur andeuten und nicht weiter vertiefen – auch die Diskussion darüber hier nicht wiedergeben.
Es geht mir einzig und allein – im Licht von Pfingsten und des Sprachwunders – darum, dass das Evangelium in unterschiedlichen Sprachen verstanden wurde und weiterhin verstanden wird.Bei Takizawa mit einer „japanischen Theologie“, bei anderen mit einer indischen, afrikanischen oder europäischen Theologie … ja auch kontextuell z.B. mit einer befreiungstheologischen, feministischen oder tiefenpsychologischen Sicht-, Zugangs- und Ausdrucksweise.
Was aber mag dies alles nun für uns bedeuten? Was heißt es praktisch für unseren Glauben? Für unser Miteinander innerhalb der Kirche und im Blick auf die Welt?
Ich denke:
-
Es ist richtig und gut, wenn wir in einer bestimmten „Glaubens-Sprache“ unser Zuhause haben – sie ist Ausdruck unserer Beheimatung, in der wir Sicherheit, Gemeinschaft, Kraft und Trost erfahren.
-
Es ist aber auch möglich und gut, im Laufe des Lebens und auf dem eigenen Glaubensweg als Christ zwei- oder gar mehrsprachig zu werden. Wir werden dabei immer eine eigene Heimatsprache behalten, in der wir „geboren“ wurden, die zu uns gehört und die wir behalten. Und wir werden die andere Sprache wohl auch nicht so beherrschen wie unsere mitgegebene Muttersprache.
-
Und es mag sein, dass wir andere Sprachen doch, trotz Bemühen, nicht wirklich verstehen, dass sie uns nicht zugänglich sind und fremd bleiben. Vielleicht sind wir auch nicht besonders sprachbegabt. Oder haben kein weiteres Interesse, andere Sprachen kennenzulernen und uns mit ihnen zu beschäftigen. Auch das kann o.k. Sein – aber dann sollten wir zumindest anerkennen und Respekt davor haben, dass es andere Sprachen gibt und dass Andere sich anders artikulieren.
-
All dies zu sehen und zu beherzigen, ist mMn, eine gute „Frucht des Heiligen Geistes“, der sogar unsere Dialekte, Versprecher und Mundarten versteht und übersetzen kann ... Oder unser hilfloses Stammeln und Lallen.
L'Chaim
Ich habe öfter den Eindruck, dass sich heute dieses Sprachwunder ins Gegenteil verkehrt hat.
Es gibt dafür einen Ausdruck: Christsprech
In christlichen Kreisen werden oft Ausdrücke und Sprachstile verwendet, die außerhalb des Christentums, ja teilweise sogar außerhalb des eigenen christlichen engen Umfeldes, nicht verstanden werden. Und das bei gleicher Sprache. Insbesondere, aber nicht nur, fällt mir das in freikirchlichen Kreisen auf.
VG
Chey
Veröffentlicht von: @cheyIch habe öfter den Eindruck, dass sich heute dieses Sprachwunder ins Gegenteil verkehrt hat.
Es gibt dafür einen Ausdruck: Christsprech
In christlichen Kreisen werden oft Ausdrücke und Sprachstile verwendet, die außerhalb des Christentums, ja teilweise sogar außerhalb des eigenen christlichen engen Umfeldes, nicht verstanden werden. Und das bei gleicher Sprache. Insbesondere, aber nicht nur, fällt mir das in freikirchlichen Kreisen auf.
Oder 'Frommdeutsch'. Früher hörte ich auch den Begriff 'Sprache Kanaans'.
Da gibt's unterschiedliche 'Dialekte', aber es wird halt hauptsächlich in der 'frommen Bubble' verwendet.
Egal, ob freikirchlich oder pietistisch.
Mein Ziel ist ja immer, von frommen Dingen so zu reden, dass ich auch außerhalb dieser 'Bubble' verstanden werde.
Alltagsdeutsch halt.
Apg 2,3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.
„Sie verwunderten sich und sprachen: „Sind diese, die da reden, nicht alle Galiläer? Wieso hören wir sie dann jeder in unserer eigenen Sprache, in der wir geboren wurden?“ (Apg. 2,7f.).
„Sind diese, die da reden, nicht alle Galiläer?“ heißt es.Und das bedeutet: Sie reden in ihrer Sprache, die ihnen eigen und die ihnen gegeben ist. Verstanden werden sie aber in Sprachen, die ihnen fremd und nicht die ihren sind.
Irgendwie ist da ein Gegensatz zwischen dem Bibeltext und deinem Text. Man könnte verstehen, dass die Galiäer in galiläisch redeten und nicht in eingegebenen Sprachen. Irritiert mich etwas.
Zumal ich dieses: Wieso hören wir sie dann jeder in unserer eigenen Sprache, in der wir geboren wurden?“ (Apg. 2,7f.). von einer Mitschwester gesagt bekam, als wir uns der Sprachenrede näherten. Ich hatte sie zuerst empfangen und die Schwester bat mich, etwas in Sprachen zu sagen. Ich tat ihr den Gefallen und sie war ziemlich baff. Sie fragte dann: hast du wirklich in Sprachen geredet? Ich habe dich in Deutsch verstanden.
Da ich in Sprachen geredet hatte, gab sie mir die Bestätigung, dass meine empfangene Sprachenrede echt war.
Veröffentlicht von: @deborah71
Irgendwie ist da ein Gegensatz zwischen dem Bibeltext und deinem Text.
... ... ...
Da ich in Sprachen geredet hatte, gab sie mir die Bestätigung, dass meine empfangene Sprachenrede echt war.
Nö, ein Gegensatz ist da wohl nicht, sondern nur ein unterschiedliches Verstehen und Auslegen 😏 des Textes und eine andere Zugangsweise zum Sprachwunder und pfingstlichen Sprachgeschehen (was in Ordnung ist).
Mein theologischer Punkt war ja ein Anderer (die Rezeption und das Wirken des Geistes in anderen kulturell-geistigen und geografischen Lebenswelten und Beheimatungen, Inkulturation und eine Reflexion über sprachliche Kontextualisierungen) ... Darauf gehst Du nicht weiter ein (was auch in Ordnung ist) und siehst ("hörst") es vielleicht auch ganz anders.
Mit Sprachenrede, Glossolalie etc. kenne ich mich nicht aus und behalte auch hier meinen unkundigen Respekt für DIESES Wirken des Geistes und die von Anderen, auch Dir, gemachten Erfahrungen.
Pfingstmontagsgruß, L'Chaim
Hab deinen Punkt schon verstanden. Da würde ich aber zum Turmbau zu Babel zurückgehen zur Veriwrrung der natürlichen Sprache. Das macht das Verstehenswunder an Pfingsten für mich noch größer.....der Beginn des Wiederverstehenkönnens durch den Heiligen Geist.
Ich nehme an Pfingsten ein Sprachwunder und ein Hörwunder wahr. Der Heilige Geist wirkte durch Petrus Predigt und es traf 3000 mitten ins Herz. Da ist nicht nur zwischenmenschliche Verständigung, sondern auch neues Verstehen mit Gott, der ihnen zuerst den Retter und dann den Beistand geschickt hat.
Und man kann das alles heute noch erleben! Umkehr, Taufe, Heiliger Geist..... Jesus lässt uns nicht allein.
Mich erinnert das parallel auch an Paulus ... "dem Griechen ein Grieche sein".
Der Ort damals war ein Handelsort, so hab ich es gelernt. Und an Handelsorten gibt es viele Menschen vieler Kulturen und Kulturkreise, vieler Länder etc. Und sie alle verstanden aber, was die "Einheimischen" sprachen. Ob ich das nun "aufteile" in Sprach- und Hörwunder oder nur Sprachenwunder nenne, es bleibt dasselbe: Die Bewohner sprachen in den verschiedenen Sprachen derer, die anwesend waren und es hören sollten. So konnten sie die Botschaft vom Königreich Gottes hören und verstehen. Hier wirkt natürlich der Heilige Geist, auch wenn wir quasi unseren Mund zum Sprechen benutzen (Werkzeug).
Im Alltagsjargon sagen wir heute auch über verschiedene Geschwister z.B. in einer Gemeinde, dass jeder einen anderen Zugang zu Menschen hat, jeder spricht andere Leute an (hat einen Draht zu ihnen). Nicht jeder erreicht jeden ...
@deborah71 Interessant. Aber:
Da ich in Sprachen geredet hatte, gab sie mir die Bestätigung, dass meine empfangene Sprachenrede echt war.
Sehe ich keine Bestätigung, dazu wäre die Aussage eines weiteren (neutralen) Zeugen erforderlich, bzw. einer Person, die nicht direkt in den Dialog involviert war. Oder eine Audioaufnahme, um zu verifizieren, was gesagt wurde.
Vielleicht hast du ja wirklich in Deutsch geredet, und es anders wahrgenommen. Oder es war eben umgekehrt. Oder eine Mischform. Was konkret, ist so nicht ohne weiteres nachvollziehbar.
Vielleicht hast du ja wirklich in Deutsch geredet,
Du meinst, ich hätte damals meine 5 Sinne nicht mehr zusammen gehabt? Oder möchtest du mich zartfühlend auf die Möglichkeit des Lügens hinweisen?
Sag doch einfach 'ich glaub das nicht', bevor du solche Zweifel und Unterstellungskonstrukte aufbaust. *schmunzel*
Mmmhh ... "meine fünf Sinne nicht beieiander", "die Möglichkeit des Lügens", "Unterstellungskonstrukte". "sag doch einfach" ... auch wenn Du es vorsichtig verpackst und mit nem *schmunzel* versiehst --- Liest sich nicht gut.
Nimm doch einfach zur Kenntnis, dass dein Bericht (den ich nicht bewerte und als subjektives Erleben & Erzählen stehen lasse) auf andere User hier u.U. (be)fremd(lich) und unverständlich erscheint. Und lies bitte nicht gleich wieder was rein ...
L'Chaim
Ich weiß, dass ein Erfahrungsbericht herausfordernd ist. Ich lese nichts hinein in das, was da steht. Wer mir zu unterstellen versucht, dass ich so ein besonderes Anfangsereignis nicht richtig einordnen könnte, schiebt mir seine Zweifel zu. Aber es sind seine und da sollten sie auch bleiben.
Bevor tatokala selber antwortet ... sage ich: DOCH, Du liest sehr häufig etwas in Postings hinein, das habe ich zu oft erlebt.
Das finde ich schade, aber diese Rückmeldung bekommst Du von mir noch, weil unser Hin & Her oft daran krankt oder gekrankt hat.
Aber damit geh ich auch hier zurück vom Spielfeldrand 😉
L'Chaim
Ich empfinde das auch als herausfordernd. Und ganz sicher für viele nicht verständlich.
Vor 5 Jahren hätte ich Deinen Erlebnisbericht auch mit einem Stirnrunzeln und einem ungläubigen Kopfschütteln quittiert.
Meine heutige Glaubensgemeinschaft kennt aber etwas, was zwar vollkommen anders ist, aber doch so viele Parallelen hat, dass es für mich nicht mehr unverständlich ist, was Du erlebst. Das macht es natürlich leichter, es zu akzeptieren.
Der heilige Geist ist ja einerseits am leichtesten zu erfassen, da er erlebbar ist, gleichzeitig aber eben auch am schwersten zu verstehen, weil er uns doch irgendwie fremder ist. Sorry, ich kann das nicht besser ausdrücken, weil dieses Thema bei mir auch sehr auf der Gefühlsebene verläuft.
VG
Chey
Selbst lese ich noch oft in der "Volxbibel". Neben anderen Übersetzungen. War auch schon bei den Jesusfreaks.
Da durfte ich sogar meinen Hund mitnehmen.
Sprache finde ich auch sehr wichtig. Viele Fragen, viele Probleme wären schneller gelöst, wenn einfach
und klar geredet wird. Unterwegs mit Hund komme ich mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch.
Da sage ich auch klar, das es nur in Beziehung mit Christus ewiges Leben gibt...
Gut, ich habe nie Theologie studiert, aber so wie ich das Wort Gottes verstehe, gibt es Himmel und
auch Hölle. Christus hat uns den Missionsauftrag gegeben, das wir zu den Menschen hingehen, und Seine
Botschaft weitersagen.
Natürlich kann man auch ohne Ende diskutieren, stimmt das, oder stimmt das nicht........
Weil ich so klar geredet habe, bin ich auch schon aus der evangelischen Kirche rausgeflogen.
Egal, die klare Botschaft ist für mich persönlich wichtig.
liebe Grüße,
Die rein kultur- und kontextbezogene Deutung der Pfingstgeschichte greift an der eigentlichen Wucht des Textes vorbei. Wenn Pfingsten zu einem humanistischen Lehrstück über „interkulturelle Kompetenz“, Pluralität und menschliche Denkwelten umgedeutet wird, verharmlost das den biblischen Befund.
Wenn man die Bibel in ihrer Gesamtheit und in ihrem historisch-übernatürlichen Kontext liest, dann ist Pfingsten kein dialogisches Angebot auf Augenhöhe. Es ist ein massiver, kosmischer Gegenschlag Gottes. In Genesis 11 (Babel) wurden die Völker aufgrund ihres Stolzes gerichtet und in Sprachen getrennt. An Pfingsten dreht Gott dies übernatürlich und souverän um: Der Heilige Geist bricht ein, nimmt Besitz von den Zungen der Galiläer und fordert die Völker direkt für sein Reich zurück. Das ist kein Symbol für menschliche Vielfalt, sondern der Einbruch der Ewigkeit in eine gefallene Welt.
Das nackte Evangelium ist kein Kulturprodukt. Wir müssen das Wort vom Kreuz nicht mühsam in „japanische“, „feministische“ oder „tiefenpsychologische“ Denksysteme übersetzen, damit es irgendwie relevant wird. Gottes Wort ist ein Tatwort. Es bricht jeden menschlichen Stolz, richtet den Sünder und schenkt dem geistlich Toten das Leben – völlig unabhängig von seiner Kultur.
Wenn die Apostelgeschichte sagt, dass der Geist ihnen eingab, in anderen Sprachen zu reden (Apg. 2,4), dann sollte man dieses übernatürliche Handeln Gottes genau so stehen lassen, anstatt es anthropologisch zu psychologisieren. Am Ende rettet uns nicht die eigene intellektuelle „Mehrsprachigkeit“ oder eine liberale Pluralität, sondern allein das nackte, ungeschönte Wort von Christus – und das gilt für jeden Menschen in exakt derselben Weise.
Ich mach jetzt hier kein "neues Fass auf" mit DIR ...
Wenn Dich meine "Sprache", mein Verstehen und mein Berührtsein nicht erreicht, dann ist das ok und Fakt.
Diese erneute Zurechtweisung ("humanistisches Lehrstück" - "kein Kulturprodukt" ... "anthropologisches psychologisieren" usw.) nehme ich als Selbstaussage und Selbstpositionierung Deinerseits, ok?
L'Chaim
Meine eine Glaubensschwester und ich hatten uns eine dreistündige Gebetszeit vorgenommen, jede in einem eigenen Raum, um diese Zeit in Sprachen zu beten in der Kategorie "Geheimnisse Reden mit Gott". Gegen Ende der Zeit bemerkte ich, wie sich die Sprache auf einen kurzen Satz reduzierte. Ich bat um die Auslegung und bekam sie. Es war nur ein Wort: Stolz.
Es gab immer wieder Konfrontationen mit einer Wesenheit mit Namen Stolz. Einmal durfte ich diese Wesenheit im Geist sehen: eisengrau, hart, Sixpack wie gemalt, schlank. Aus einem bestimmten Leiter sprechend bei einer Berufungsansage > wenn Blicke töten könnten, wäre ich sofort tot umgefallen. Er giftete mich an "du bist Stolz!" Lange versuchte er mich zu entmutigen und zu brechen.
Als ich die Seelsorgebasisschule beendet hatte, fragte die Lehrerin, wohin wir uns orientieren wollten. Aus mir kam 'prophetische Fürbitte' spontan heraus. Ich hatte noch keine Ahnung, was und wie das werden sollte. Sie sagte dann: "Du wirst viel mißverstanden werden." Es machte mir Seelenschmerz. Als Hochsensitive wurde ich eh viel mißverstanden und nun auch noch im Ermutigungsbereich.
Heute verstehe ich: es liegt nicht wirklich an mir.... es ist der eisengraue Widersacher, der versucht, meinen Dienst auszubremsen; und es liegt an den zusammengesetzten Informationen aus dem horizontalen (hochsensitiv) und vertikalen (prophetisch) Wahrnehmungsbereich, was für viele schwer bis unverständlich sein kann. Glaubensgeschwister mit einem ähnlichen Begabungsspektrum verstehen mich ausgezeichnet, wir ergänzen uns und können die Geheimnisse Gottes auf den Punkt in Übereinstimmung beten und Dinge ändern sich.
Danke für deine Offenheit und dein Vertrauen.
Veröffentlicht von: @nairdaDie rein kultur- und kontextbezogene Deutung der Pfingstgeschichte greift an der eigentlichen Wucht des Textes vorbei.
Das würde ich unterschreiben.
Wenn die Apostelgeschichte sagt, dass der Geist ihnen eingab, in anderen Sprachen zu reden (Apg. 2,4), dann sollte man dieses übernatürliche Handeln Gottes genau so stehen lassen, ...
Auch davon geh ich aus.
Wobei ja auch gleich die Begründung der 'Sprachenrede' (oder von mir aus auch des 'Sprachenverstehens') geliefert wird - Sprechende und Zuhörende hätten sich ohne den Geist als Dolmetscher nicht verständigen können.
Damit hab ich kein Problem.
Warum ein frommer Mensch mit sich selber 'in Zungen' redet (bei manchen scheint das ja willentlich möglich zu sein) erschließt sich mir nicht. Es ist aber auch kein Thema, mit dem ich mich zu intensiv beschäftigen will.
Als Praktikerin der Sprachenrede möchte zu dieser Aussage etwas erklären:
Warum ein frommer Mensch mit sich selber 'in Zungen' redet (bei manchen scheint das ja willentlich möglich zu sein) erschließt sich mir nicht.
Nein, der Mensch der in der persönlichen Sprachenrede betet, betet nicht zu/mit sich selbst, sondern z.B. a) für sich zum Aufbau (das griechische Wort dahinter kommt aus dem Hausbau:1. Kor 14,4 oikodomeo bauen, errichten, aufrichten) durch den Heiligen Geist und zur Nachfüllung mit dem Heiligen Geist b) willentlich in der Absicht von Lob und Anbetung c) in der Fürbitte für jemanden in Diskretion d) Geheimnisse reden mit Gott/Informationen erbitten und erhalten.
Die persönliche Sprachenrede ist willentlich ausführbar, sobald man sie erhalten hat.
Die Sprachenrede als Gottesdienstelement mit Auslegung unterscheidet sich davon.
Auch wenn es dich nicht weiter interessiert deinen Worten nach, kann die Aussage 'zu sich selber reden' so nicht so stehen bleiben mMn und sich als Irrtum verbreiten.
Ich danke dir für deine Erklärung.
Dass es das intime Sprachengebet allein mit Gott gibt, weiß ich, aber ich hatte es so verstanden, dass es „nur“ zur persönlichen Erbauung dienen würde.
Habe etwas mehr Einblick bekommen und das darf sich jetzt erstmal „setzen“.
Kleine Ergänzung:
Mit dem „nur“ habe ich mich eher selber „abqualifiziert“. Noch so‘ne Sache, die ua mit gefühlten Erwartungen an mich, falscher Lehre und noch ein paar anderen Sachen zusammenhängt.
Auf jeden Fall löst sich wieder ein Knoten.
So verstand er die biblische Botschaft als Zeugnis des „Immanuel“, als das von Ewigkeit her gegebene und präsente „Gott für und mit uns“ - angefangen von Gottes schon bezeugter Zuwendung zu Adam und Eva, als er den Vertriebenen „Felle“ machte, oder Kain mit einem Zeichen vor endloser Vergeltung schützte – bis hin zur Versöhnung der Welt mit sich selbst in Christus. Dieses „Ur-Faktum“ verstand er als das primäre Immanuel, das von Anfang an in der Welt war und bleibt – das „Heil in Christus“, das er ja angenommen hatte, ordnete er diesem Ur-Faktum zu und verstand es nicht erst als grundlegend neues, „heils-schaffendes“ Ereignis, sondern als Ausdruck, Zeichen und Offenbarung des schon von Ewigkeit her zu glaubenden „Gott mit und für uns“ ….
Das ist sicher richtig. Und so verstehe ich auch deine anderen Threads mit dem Heiligen Geist und auch mit dem universellen Christus.
Gott wirkt seit Anbeginn. Aber auch wenn an Pfingsten kein neues Heilsgeschehen stattgefunden hat, ist es ein Geschehen, das nochmals einen Hinweis auf DAS Heilsgeschehen gibt: es gibt keinen anderen Namen, in dem das Heil ist, ausser in dem Namen Jesus Christus.
Wäre er nicht gewesen, was wäre dann gewesen? Hätten wir Gott so wahrgenommen und kennengelernt? Normalerweise kommt dann jetzt der Einwand, dass Gott sich ja jedem Menschen offenbaren könnte…
Ich denke aber, dass der Mensch in Rebellion zu Gott lebt (wie so oft auch schon von anderen Usern gesagt) und Gott da den Menschen auf diese Weise unaufdringlich entgegen kommt…