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Forschungsstand zur „Early High Christology“ vs. Vermittlung in der Gemeindepraxis

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ise
 ise
Themenstarter
Beiträge : 1
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich beschäftige mich aktuell mit der Entstehung des frühen Christentums und der Entwicklung des Christusglaubens. Zu diesem Themenkomplex habe ich zwei Fragen an Sie, die das Verhältnis von theologischer Forschung und kirchlicher Verkündigung betreffen:
  1. Zum aktuellen Forschungsstand: In der neutestamentlichen Wissenschaft (u. a. durch die Arbeiten von Larry Hurtado, Richard Bauckham und Martin Hengel) gilt das alte evolutionäre Modell – wonach sich der Glaube an Jesu Gottheitsstatus erst über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg im hellenistischen Umfeld entwickelt hat – als überholt. Stattdessen wird von einer „Early High Christology“ ausgegangen: Bereits in den Jahren 30–40 n. Chr., lange vor den ersten Schriften des Neuen Testaments, wurde Jesus in den jüdischen Gemeinde als göttlich angebetet und das Abendmahl als Feier seiner Auferstehung und Gegenwart als Sättigungsmahl gefeiert. Ist diese Ablösung des Evolutionsmodells hin zur „Early High Christology“ im aktuellen wissenschaftlichen Konsens der evangelischen Theologie so anerkannt?
  2. Zur kirchlichen Praxis: Wenn die Forschung zeigt, dass die hohe Christologie und die Anbetung Jesu auf die frühesten Augenzeugen (Jahre 30–40) zurückgehen und nicht das Produkt einer langen Kirchen- und Dogmengeschichte sind – warum wird in den Predigten und der Erwachsenenbildung der evangelischen Landeskirchen oft gefühlt immer noch das alte „Evolutionsmodell“ transportiert? Warum wird den Gemeinden nicht offensiver vermittelt, dass der christliche Glaube historisch extrem nah an den ersten Zeugen von Tod und Auferstehung ansetzt, anstatt den Eindruck zu erwecken, Jesus sei erst nachträglich zum Mythos erhoben worden?
Ich freue mich auf Ihre theologische Einschätzung und eine spannende Antwort. Danke dafür im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen, Bernd Isenbeck
Antwort
26 Antworten
Deborah71
Beiträge : 29901

@ise 

Willkommen, Bernd 🙂

Hier im Forum sind wir alle per du und das möchte ich beibehalten und nicht als respektlos verstanden wissen. 

Da will ich dich doch nicht ohne Begrüßung lassen, auch wenn ich keine Theologin bin, und dir rückmelden, was deine Anfrage bei mir ausgelöst hat. 

Das Wort "Evolutionsmodell" für eine Mythosentwicklung beschäftigt mich seitdem.  Da ich meinen HERRN nicht als Mythos erlebe, bin ich einigermaßen baff, was da gelehrt wird. Diese Info hat was in Gang gesetzt für die Fürbitte. 

deborah71 antworten


Stern
 Stern
Beiträge : 3750

@ise 

Hallo,

ich kann mich nur Deborah anschließen: Ich bin gerade froh, dass ich nicht auf diese Weise theologisch gelehrt bin bzw. so gelehrt wurde.

Es scheint mir viel plausibler, dass das von Anfang an so war. Sonst hätte in den Evangelien etwas anderes gestanden. 
Aber das ist nur meine bescheidene Einschätzung ohne theologischen Hintergrund.

stern antworten
lhoovpee
Beiträge : 3562

@ise 

warum wird in den Predigten und der Erwachsenenbildung der evangelischen Landeskirchen oft gefühlt immer noch das alte „Evolutionsmodell“ transportiert

Wo ist das denn der Fall? 🤔 

Ich habe jetzt schon so einige predigten in evangelischen Kirchen gehört. Das war da selten, um genau zu sein nie, Thema. 

lhoovpee antworten


Gottsucher
Beiträge : 115

Dass Jesus Christus erst nachträglich zu einer Gottheit hochstilisiert worden sei, kenne ich bisher eher aus dem nichtkirchlichen bzw. nichtchristlichen Umfeld. Es würde mich wundern, wenn das inzwischen von einer Landeskirche übernommen worden wäre. Wobei... es gibt ja durchaus auch evangelische Landeskirchler, die den Sühnetod Jesu ablehnen.

gottsucher antworten
7 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2518
Veröffentlicht von: @gottsucher

Dass Jesus Christus erst nachträglich zu einer Gottheit hochstilisiert worden sei, kenne ich bisher eher aus dem nichtkirchlichen bzw. nichtchristlichen Umfeld. Es würde mich wundern, wenn das inzwischen von einer Landeskirche übernommen worden wäre. Wobei... es gibt ja durchaus auch evangelische Landeskirchler, die den Sühnetod Jesu ablehnen.

Zunächst: Der "Sühnetod Jesu" ist ein anderes Thema - d.h. die Frage, wie das Kreuz als Heilsmysterium zu verstehen ist bzw. das Sterben Jesu in seiner Bedeutung für uns und die Welt.

Da sollte man etwas differenzierter mit umgehen, denn das Verständnis vom "Sühnetod" (im Sinne von: Gott braucht das Hinrichtungs-Opfer seines Sohnes um seinen Zorn auf die gefallene Menschheit gesühnt sein zu lassen) ist nur EIN Deutungsmodell und es wirft mMn in der Tat Fragen auf!

...

Was Jesus Christus und seine "Gottheit" betrifft, berührt es ja die frühe Dogmengeschichte der ersten Jahrhunderte, in der wohl berechtigterweise gerungen wurde um die Christologie ("Wahrer Gott und wahrer Mensch") und die Trinität (Gott-Jesus-Geist). Und da ging der ursprünglich rein inner-jüdische Verstehens- und Deutungshorizont in der Tat hinaus in andere Kultur- und Geistes-Kontexte hinein.

Ich denke, die Grundfrage ist die, ob (schon im NT selbst) Jesus zu etwas gemacht wurde, was er nicht war und zu Lebzeiten nicht sein wollte - oder ob es nach-österlich (und erst von Ostern her möglich) eine wachsende Einsicht und Erkenntnis darüber gab und geben konnte, DASS und WIE "Gott in ihm" präsent war und bleibt.

Es ist also eine Grundsatzfrage, die sich schon in den Evangelien und den anderen Schriften (man denke an den Johannes-Prolog) oder den Christus-Hymnus (im Kolosserbrief) stellt ... Eine sich "entwickelnde Christologie" vom NT bis zu den Dogmen hat es also nachösterlich durchgehend gegeben.

Ich bitte aber mal herzlich darum, dass (über freikirchlich/evangelikale Theologie hinaus) die universitäre Theologie und die Glaubens- und Verkündigungs-Welt als berechtigt, vielfältig, legitim und ernstzunehmen wahrgenommen wird - und mehr Akzeptanz wächst für andere Denk-und Verstehensmöglichkeiten, die nicht einfach als "ungläubig" oder "unbiblisch" beiseite zu schieben sind. 

L'Chaim 

awhler antworten
Hesed
 Hesed
(@hesed)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 243

@awhler 

1. Korinther 15,6

Danach ist er erschienen mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch leben, einige aber entschlafen sind.“ 

Davon gehe ich auch aus.

Mitte der 50jahre nach Christus soll dieser Vers geschrieben worden sein. 
Vielleicht sogar früher.

Soviele Augenzeugen, es ging mMn sofort los…

hesed antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2518

@hesed 

Der Osterglaube (d.h. die Bezeugung der Auferweckung) sagt aber ja nicht zwingend etwas über den "Gottheits-Status" des Aufererweckten aus, um den es in dem Thread geht. 

L'Chaim

awhler antworten
Gottsucher
(@gottsucher)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 115
Veröffentlicht von: @awhler

Zunächst: Der "Sühnetod Jesu" ist ein anderes Thema - d.h. die Frage, wie das Kreuz als Heilsmysterium zu verstehen ist bzw. das Sterben Jesu in seiner Bedeutung für uns und die Welt.

Da sollte man etwas differenzierter mit umgehen, denn das Verständnis vom "Sühnetod" (im Sinne von: Gott braucht das Hinrichtungs-Opfer seines Sohnes um seinen Zorn auf die gefallene Menschheit gesühnt sein zu lassen) ist nur EIN Deutungsmodell und es wirft mMn in der Tat Fragen auf!

Stimmt, ist ein anderes Thema. Ich verstehe es aber nicht so wie Du es oben skizziert hast, sondern eher so:

- Die Sünde trennt uns von Gott; getrennt von Gott gibt es kein (ewiges) Leben, sondern (geistlichen) Tod.

- Die Sünde ist eine Folge der uns von Gott gegebenen Entscheidungsfreiheit. Diese ist erforderlich, um Gott aus freien Stücken lieben zu können. Es "musste" also früher oder später zum Sündenfall kommen; das war Teil von Gottes "Schöpfungsdesign".

- Gottes Zorn richtet sich nicht gegen Menschen, sondern gegen die Sünde, also gegen das, was den Menschen von Gott trennt. Er ist auch kein unkontrollierter Wutausbruch, sondern Ausdruck Seines Schmerzes über diese Trennung, was wiederum Seine Liebe zu uns veranschaulicht.

- Das stellvertretende Sühnopfer Jesu ist nicht dazu da, Gottes Zorn zu stillen, sondern um "juristische Gerechtigkeit" wiederherzustellen; etwas, das wir Menschen nicht leisten könnten. Nur so können wir wieder Gemeinschaft mit Gott haben.

- Der Mensch ist zwar verantwortlich für sein Tun, aber Gott sieht sich quasi "in der Pflicht", das Sündenproblem zu lösen, b) weil der Mensch mit seiner "Fähigkeit zur Sünde" Seine Schöpfung ist und b) weil nur Er das kann.

- Da Jesus Christus Gott ist, ist es also Gott selbst, der dieses Opfer für uns bringt und dadurch "juristische Gerechtigkeit" herstellt.

- Dass dieses Opfer in dem blutigen Tod eines Lebewesens (anfangs Tiere; zuletzt Jesus Christus) besteht, soll den Menschen vor Augen führen, wie schwerwiegend Sünde ist.

Ich denke, dass die Gesamtaussage der Bibel in diese Richtung geht; das haben Christen über Jahrhunderte auch so geglaubt und bekannt. Andere Deutungen sind m.W. erst in neuerer Zeit aufgekommen. Natürlich ist der Sühnetod eine "Zumutung" für das menschliche Empfinden, aber wie sagte schon Paulus: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.“ (1.Korinther 1,18).

gottsucher antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2518

@gottsucher 

Guten Morgen ... und zunächst ein Danke für Dein Posting und die so klare, erklärende Darstellung.

Ich greife das gerne nochmal auf.

Zunächst: Wir sind uns wohl einig darin, dass Gott selbst das Subjekt des Heilsmysteriums ist. Jürgen Moltmann machte das plakativ deutlich mit der Rede vom "gekreuzigten Gott" - in Korrektur einer Vorstellung, in der Gott das Objekt (der zu Besänftigende) ist, der es braucht, will und nötig hat, das menschliche Blutopfer zu bekommen, um gnädig, barmherzig und vergebend sein zu können.

Ich vertiefe dies noch mal meinerseits: Das Konzept eines Gottes, der ein grausames, blutiges Menschenopfer (grundsätzlich und in dem Fall das Opfer Jesu, seines Sohnes) zur Besänftigung, Genugtuung und Vergebungsbereitschaft braucht, ist für mich (wie für Juden und Griechen)  "Torheit und Ärgernis" - ABER NUR IN DIESER INTERPRETATION, nicht als Heilsereignis und im Heilsverständnis, wenn es anders interpretiert wird und anders verstanden werden darf (dazu gleich mehr) ... Und auch die Propheten haben deutlich gemacht, dass Gott keine Opfer mehr will, sondern Barmherzigkeit und Gerechtigkeit für die Armen und Schwachen.

Ich verstehe und kenne zutiefst das menschliche Bedürfnis nach Rache, Vergeltung, Sühne, Bestrafung, ausgleichende Gerechtigkeit - als Reaktion auf etwas, was förmlich danach "schreit"! Aber schon Jesus selbst hat ja immer und immer wieder gegen Gewalt und Vergeltung ausgesprochen, die Feindesliebe gefordert und von der "anderen Wange" geredet, seinen Hinrichtern am Kreuz Vergebung zugesprochen und nie von einem Abba gesprochen, der blutige Vergeltungsopfer will ... Jesus hat zu Lebzeiten in Gottes Namen Sünden vergeben und Sündenvergebung zugesprochen  und es war nie davon die Rede, dass er erst noch zu sterben hatte, bevor er dies hätte tun können!

Jesus wurde gekreuzigt, weil er den politischen und religiösen Machthabern ein "Troublemaker" war, der "weg musste" - wenn wir aber schon Hochachtung haben und berührt sind von Geschichten, wo Menschen ihren Peinigern zu Lebzeiten vergeben können, was sie ihnen angetan haben an Grausamkeiten & Leid, wie sollten wir an das Konzept einers Gottes glauben. der nicht vergeben kann ohne die grausame Genugtuung eines brutalen Menschenopfers.

Im Gleichnis von "Barmherzigen Vater/vom verlorenen Sohn" müsste die Logik heißen, dass der Vater den Verlorenen erst wieder aufnehmenn und ins Herz schließen kann, wenn der gebliebene, gehorsame Sohn dafür stellvertretend verstoßen wird, oder? 

Wenn soteriologisch (worin liegt das Heil?) gesagt wird: Aber es geht doch im Evangelium darum, "gerettet" zu wrden und darum, dass Menschen "verloren gehen" können, dann verstehe ich es so, dass wir eingeladen sind in und mit und durch Jesus (als dem Weg, der Wahrheit und das Leben, an dem nichts anderes vorbei führt) gerettet zu werden aus all dem, was uns das gottgewollte, erfüllende. gesegnete Leben (in unseren Verfehlungen) in Verirrungen und falschen Bindungen raubt, woraus wir "gerettet" werden müssen, womit wir uns selbst, dem Leben und Gott "verloren gehen."

Soviel mal ... L'Chaim

awhler antworten
Gottsucher
(@gottsucher)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 115
Veröffentlicht von: @awhler

1) Und auch die Propheten haben deutlich gemacht, dass Gott keine Opfer mehr will, sondern Barmherzigkeit und Gerechtigkeit für die Armen und Schwachen.

2) Ich verstehe und kenne zutiefst das menschliche Bedürfnis nach Rache, Vergeltung, Sühne, Bestrafung, ausgleichende Gerechtigkeit - als Reaktion auf etwas, was förmlich danach "schreit"! Aber schon Jesus selbst hat ja immer und immer wieder gegen Gewalt und Vergeltung ausgesprochen, die Feindesliebe gefordert und von der "anderen Wange" geredet, seinen Hinrichtern am Kreuz Vergebung zugesprochen und nie von einem Abba gesprochen, der blutige Vergeltungsopfer will ... Jesus hat zu Lebzeiten in Gottes Namen Sünden vergeben und Sündenvergebung zugesprochen  und es war nie davon die Rede, dass er erst noch zu sterben hatte, bevor er dies hätte tun können!

3) Jesus wurde gekreuzigt, weil er den politischen und religiösen Machthabern ein "Troublemaker" war, der "weg musste" - wenn wir aber schon Hochachtung haben und berührt sind von Geschichten, wo Menschen ihren Peinigern zu Lebzeiten vergeben können, was sie ihnen angetan haben an Grausamkeiten & Leid, wie sollten wir an das Konzept einers Gottes glauben. der nicht vergeben kann ohne die grausame Genugtuung eines brutalen Menschenopfers.

4) Im Gleichnis von "Barmherzigen Vater/vom verlorenen Sohn" müsste die Logik heißen, dass der Vater den Verlorenen erst wieder aufnehmenn und ins Herz schließen kann, wenn der gebliebene, gehorsame Sohn dafür stellvertretend verstoßen wird, oder? 

Hi AWHler,

auch Dir danke für Deine Anmerkungen.😀 Ich beziehe mich bei meiner Antwort mal auf die eingefügten Nummern in dem zitierten Text:

1) Da ging es darum, dass die Israeliten ihre Opfer im Tempel nur noch "pro forma" darbrachten, aber ansonsten nicht mehr nach den Geboten Gottes lebten. Ihre Opfer waren somit inhalts- und bedeutungslos geworden. Gott wollte nie nur ein "Theater" vorgespielt bekommen...

2) Richtig, die "Rache" ist Gottes, nicht unsere Angelegenheit. Wir sollen unsere Verfolger und Feinde lieben, aber nicht "einfach so", sondern auf Grundlage der Vergebung, die Gott uns anbietet. Dennoch wird Gott Gerechtigkeit wiederherstellen. Vergebung geschieht bei Gott immer auf Grundlage Seiner Gerechtigkeit. Entweder wird der Schuldige zur Rechenschaft gezogen oder ein Stellvertreter. Wenn Jesus zu seinen Lebzeiten als Mensch Sündenvergebung zugesprochen hat, dann nicht "einfach so", sondern in Vorwegnahme Seines Opfers. Am Ende der Zeit wird der Zorn Gottes über die Sünde über alle ausgegossen, die sich ihre Schuld nicht durch Jesus haben abnehmen lassen wollen.

3) Ja, das ist der äußere Rahmen, den Gott zur Durchführung Seines Heilsplans benutzt hat.

4) Gleichnisse heben immer nur einen Teilaspekt hervor. In dem Gleichnis vom verlorenen Sohn geht es darum, dass Jesus uns das Herz des Gottes für uns Menschen offenbaren wollte: Als der Sohn schließlich reumütig zu seinem Vater zurückkehrte und gar nicht erwartete, von ihm noch als sein Sohn angesehen zu werden, sah ihn der Vater schon von weitem kommen, lief seinem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Um die Bedeutung dieser Handlung richtig einzuschätzen, muss man sich vergegenwärtigen, dass es damals im Alten Orient absolut undenkbar war, dass ein Vater so handelte. Er hätte sich zum Gespött der Leute gemacht. Das Familienoberhaupt war eine Respektperson, der man Ehre zu erbieten hatte. Niemals hätte er sich die Blöße gegeben und wäre seinem Sohn entgegengelaufen, zumal er dazu sein langes Gewand hätte hochraffen müssen, so dass seine nackten Beine zu sehen gewesen wären, da es ihn sonst am schnellen Laufen gehindert hätte. Mit diesem Gleichnis wollte Jesus zeigen, wie Gott der Vater ist: Sein Herz schlägt für die Verlorenen, und für sie erniedrigt er sich selbst bis zum äußersten und gibt sich sogar der Lächerlichkeit preis! In Jesus Christus kam Gott zu den Menschen, ließ sich von ihnen anspucken und schließlich nackt, blutend und entstellt, an ein Holzkreuz genagelt zur Schau stellen, wo ihn die Menschen auch noch verspotteten… (teilweise zitiert aus "Die größte Liebesgeschichte aller Zeiten").

gottsucher antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5521
 
Ich hab das mit 'zum Beitrag' immer noch nicht kapiert, deshalb so:
Veröffentlicht von: @gottsucher

- Die Sünde trennt uns von Gott; ...

- Dass dieses Opfer in dem blutigen Tod eines Lebewesens (anfangs Tiere; zuletzt Jesus Christus) besteht, soll den Menschen vor Augen führen, wie schwerwiegend Sünde ist.

Ich denke, dass die Gesamtaussage der Bibel in diese Richtung geht; das haben Christen über Jahrhunderte auch so geglaubt und bekannt. Andere Deutungen sind m.W. erst in neuerer Zeit aufgekommen. Natürlich ist der Sühnetod eine "Zumutung" für das menschliche Empfinden, aber wie sagte schon Paulus: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.“ (1.Korinther 1,18).

Ja, so hab ich das auch gelernt. 

chai antworten
Jack-Black
Beiträge : 6329

@ise Moin Bernd!

Stattdessen wird von einer „Early High Christology“ ausgegangen

Aufgrund welcher wissenschaftlichen Argumente?

jack-black antworten
5 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6654

@jack-black 

Historische, Literarische

arcangel antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6329

@arcangel Danke, ja, irgendwelche Argumente nicht-empirischer Art wird's da vermutlich geben. Um welche genau es sich handelt, wird dann ja irgendwann der Threadersteller, wenn er denn sein zweites Posting hier im Forum verfassen sollte, darlegen können. 😉

jack-black antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6654

@jack-black 

Das ist halt das Problem bei geschichter und literarischer Forschung. 

Jetzt in diesem speziellen Fall, kann man geschlicht datieren wann welches Theologische Konzept von welcher Gruppe vertreten wurde. Es kann zumbeispiel untersucht werden wieviele Texte von Konzept A sprechen wie alt die sind wie die Verteilung und Häuffigkeit aussieht. Kommt Konzept A nur in einem Text einer kleinen Sekte vor, dann kann man daraus schliessen, dass dieses Konzept zwar schon existierte aber sicher nicht weit verbreitet war. 

Kommt aber Konzept A in mehreren Texten bei mehr als einer Gruppe vor, und wird dieses Konzept auch noch Zeitlich weiter Verbreitet, das heist es gibt auch noch jüngere Textzeugen, dann kann man die davon ausgehen, dass es sich hierbei um ein weitverbreitetes und anhaltendes Konzept handelt. 

Und genau das ist die Frage des Threaderstelles, ab wann dieses Konzept das Jesus Gott ist, auftaucht und von den frühen Christen vertreten wurde. Da man aber fast keine Texte aus dem 1 Jhr hat, ist diese Frage schwer zu beantworten. 

Weshalb ich in einem anderen Beitrag darauf verwiesen habe, dass es jüdische Texte aus dem Zeitraum von 400BC bis 100AD gibt die von YHWH in Menschenform (der Engel des Herr, der Himmlische Mann usw.) der mit seinem Volk interagierte, gibt. Die ersten Christen haben darauf verweisen das Jesus eben dieser YHWH in Menschenform sei. 

Dies lässt sich aus der Literatur der damaligen Zeit belegen. 

Damit lässt sich zeigen das Jesus als Inkarnation YHWH bereits im AT angelegt und in der Umwelt des 1 Jhr etabliert war und damit die Evoltionsthese der späten hohen Christologie entkräftet. 

arcangel antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6329

@arcangel Dank Dir für die Mühen, die Du Dir mit der Antwort an mich gegeben hast. Die wären nicht nötig gewesen, weil tatsächlich mich die Thematik nicht interessiert. Meine kurze Rückfrage an den Threadersteller war ein Testballon gewesen - ich wollte herausfinden, ob meine Vermutung, dass es sich beim Eingangsposting um KI-Slop handele, zuträfe, oder ob dieser Bernd tatsächlich an einer Diskussion mit anderen hier im Forum interessiert sei. Nachdem jetzt gute vier Tage in's Land ohne zweites Posting gezogen sind, bin ich mir da ziemlich sicher: falls es überhaupt einen echten Bernd gibt, der wider alle Netz-Usancen Diskussionsforums-User siezt, so hat der das Eingangsposting nicht selbst verfasst

In meiner ersten Reaktion auf Dich meinte ich, genügend ironisch formuliert zu haben, um das Motiv hinter meiner Nachfrage klar verstehbar zu machen. Aber Ironie ist in schriftlicher Form häufig schwerer zu erlesen als hinzuschreiben, weswegen ich nun hier schreibe und somit das tue, was ich für Dich vermeiden wollte: dass Du unnötig viel von Deiner Lebenszeit darauf verschwendest, Fragen zu beantworten, deren Antwort das Gegenüber gar nicht wirklich erwartet/wünscht. Weil ich Dir also praktisch Lebenszeit gestohlen habe, wende ich jetzt meine Lebenszeit auf, um das Mißverständnis aufzuklären. Nicht, weil's Dir Deine Lebenszeit zurückbringen würde, sondern einfach nur als Zeichen meiner Reue: ich hätte Dich nicht weiter auf die falsche Fährte verleiten dürfen. Entschuldige bitte! 

jack-black antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6654

@jack-black 

Was meine Lebenszeit betrift da brauchst du dir keine Gedanken zu machen, ich benutze diese Fragen jeweils um meine Argumente zu sortieren und aufzufrischen. Manchmal nötigen mich solche Fragen, wiedereinmal etwas zu recherchieren, und etwas dazu zu lernen, und Lernen ist nie verschwendete Lebenszeit. 

arcangel antworten


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