Forschungsstand zur „Early High Christology“ vs. Vermittlung in der Gemeindepraxis
- Zum aktuellen Forschungsstand: In der neutestamentlichen Wissenschaft (u. a. durch die Arbeiten von Larry Hurtado, Richard Bauckham und Martin Hengel) gilt das alte evolutionäre Modell – wonach sich der Glaube an Jesu Gottheitsstatus erst über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg im hellenistischen Umfeld entwickelt hat – als überholt. Stattdessen wird von einer „Early High Christology“ ausgegangen: Bereits in den Jahren 30–40 n. Chr., lange vor den ersten Schriften des Neuen Testaments, wurde Jesus in den jüdischen Gemeinde als göttlich angebetet und das Abendmahl als Feier seiner Auferstehung und Gegenwart als Sättigungsmahl gefeiert. Ist diese Ablösung des Evolutionsmodells hin zur „Early High Christology“ im aktuellen wissenschaftlichen Konsens der evangelischen Theologie so anerkannt?
- Zur kirchlichen Praxis: Wenn die Forschung zeigt, dass die hohe Christologie und die Anbetung Jesu auf die frühesten Augenzeugen (Jahre 30–40) zurückgehen und nicht das Produkt einer langen Kirchen- und Dogmengeschichte sind – warum wird in den Predigten und der Erwachsenenbildung der evangelischen Landeskirchen oft gefühlt immer noch das alte „Evolutionsmodell“ transportiert? Warum wird den Gemeinden nicht offensiver vermittelt, dass der christliche Glaube historisch extrem nah an den ersten Zeugen von Tod und Auferstehung ansetzt, anstatt den Eindruck zu erwecken, Jesus sei erst nachträglich zum Mythos erhoben worden?
Veröffentlicht von: @gottsucherAm Ende der Zeit wird der Zorn Gottes über die Sünde über alle ausgegossen, die sich ihre Schuld nicht durch Jesus haben abnehmen lassen wollen.
Ich persönlich glaube nicht, dass der Zorn Gottes, der "Liebe" ist - noch dazu mit einer ewigen, endgültigen Verdammnis - das letzte Wort Gottes sein wird. Und ich sehe in der "juristischen" Logik nicht das Wesen Gottes, der "Liebe" ist und am Ende "Alles in Allem" sein will und sein wird - was immer das gerechte Richten, Verwerfen, Erkennen, Zurechtbringen, Bergen und Heilen und das "Auf-Richten wie durch Feuer hindurch" sein wird.
Der Satz "Der Zorn Gottes ÜBER die Sünde ÜBER alle, die sich ihre Schuld nicht durch Jesus haben abnehmen lassen WOLLEN" löst bei mir Fragen und Protest aus, denn:
Unzählige Erdenbürger (vor, nach und zu Lebzeiten Jesu) sind zu Lebzeiten NIE in Kontakt mit Jesus, seiner Heilsbotschaft, dem Evangelium und dieser "Heilslehre" in Kontakt gekommen, oder? Prozentual hat ein Großteil der Menschheit nie diese Ansage, diesen Glauben, diese Verkündigung kennengelernt - geografisch, kulturell, geistes-und kulturgeschichtlich.
Und was heißt "haben abnehmen lassen WOLLEN?" - Wer - angesichts einer begriffenen, verstandenen und von ihm tatsächlich realisiert drohenden, ewigen Vedamnis und Gottesferne, einer unentrinnbaren und unumkehrbaren Verwerfung - sollte dies dann bei klarem Verstand und Bewusstsein wollen? Eine bewusste Ablehnung, Zurückweisung und ein "Annahme verweigert" im Sinne von "Wollen" kann ich mir nur bei den wenigsten Geschöpfen in der Menschheitsgeschichte vorstellen.
L'Chaim