Freiheit im Christentum
Dieses Thema kam kürzlich hier in einem anderen Thread auf, und wenn man über "Freiheit im Christentum" redet, dann muss man natürlich fragen, was "Freiheit" eigentlich überhaupt bedeutet. Und das kann sehr verschieden sein.
Für die meisten bedeutet "Freiheit" wohl so viel: "Ich kann tun, was ich will". Für den einen ist das Reisefreiheit, für den anderen die Freiheit der Rede. Viele meinen damit vor allem die eigene Freiheit... Faschisten wünschen sich allerdings die Freiheit, andere unterdrücken zu dürfen, wieder andere wünschen sich ein Land, das "frei" von Menschen ist, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen, andere verstehen darunter Reichtum, etliche auch sexuelle Freiheiten... der Möglichkeiten sind da viele.
Ich möchte mich hier mal auf einen bestimmten Gegensatz konzentrieren, der wohl für das Christentum prängend ist. Denn das Christentum wird von vielen Menschen - häufig durchaus zu recht - als einengend und unfrei wahrgenommen. "Christentum" bedeutet für viele Menschen Beschränkungen und Verbote... dies ist schlecht, das ist "Sünde", alles ist verboten. Und etliche Threads hier im Forum in der Form: "Darf man als Christ dieses oder jenes tun...?" scheinen das auch zu bestätigen.
Häufig steht dabei eine generelle Lustfeindlichkeit des Christentums im Zentrum, wobei die Sexualität natürlich eine sehr große Rolle spielt. Kein Sex vor der Ehe, keine Selbstbefriedigung, kein Fremdgehen, keine lüsternen Blicke oder Fantasien... alles ist verboten und eingeschränkt. Manchmal sogar bis hin zu bestimmten Praktiken in der Ehe. Hinzu kommen auch andere Dinge wie Völlerei, Gier und anderes... manche mögen sagen: Alles was Spaß macht ist nicht erlaubt.
Folglich gibt es Tendenzen, die "Freiheit" als etwas betrachten, das dem christlichen Glauben entgegensteht. Warum soll man erwachsene Menschen nicht tun lassen, was sie wollen? Wenn sie sich sexuell austoben wollen... bitte sehr, ist doch nichts dabei, solange alle einverstanden sind! Sollen die Leute doch machen was sie wollen, wer will sich da von irgendwelchen Vorschriften irgendwas verbieten lassen...? Wer Spaß an Orgien hat, welcher Art auch immer... bitte sehr, Freiheit ist angesagt!
Interessanterweise hat Paulus den Begriff der "Freiheit" ganz anders aufgefasst, und das finde ich tatsächlich spannend. Denn Paulus betrachtete jene Leute, die sich ganz ihren Trieben hingaben, als "unfrei". Denn sie waren ja Sklaven des Fleisches, also ihrer Triebe, hatten ihr Leben nicht unter Kontrolle, gaben sich Dingen hin, die ihnen letztlich schadeten.
"Freiheit" bedeutete für Paulus, sich nicht von seinen Trieben beherrschen zu lassen, sondern die Kontrolle dem "Geist" zu übergeben - und nicht dem "Fleisch".
Paulus hat den Begriff der "Freiheit" also quasi ins Gegenteil verkehrt: "Freiheit" bedeutete nicht, seinen Trieben jederzeit folgen zu können - sondern genau das eben nicht zu tun... bzw. nicht tun zu müssen!
Allerdings besteht der Verdacht, dass Paulus hier möglicherweise zu weit ging. Denn er hat ja auch die Ehelosigkeit propagiert, und das mit der Bemerkung, dass jene, die es halt sonst nicht aushalten, durchaus heiraten mögen... es aber besser sei, es nicht zu tun.
Hier zeigt sich wohl auch die Lustfeindlichkeit, die man dem Christentum oft vorwirft, in dem es nicht nur darum geht, die fleischlichen Gelüste zu kontrollieren - sondern sie vollkommen zu unterdrücken oder sogar zu negieren.
Damit geht der Glaube aber meiner Ansicht nach zu weit, weil das letztlich eine Selbstverleugnung bedeutet. Den Ansatz, die eigenen Triebe zu kontrollieren kann ich noch mitgehen... alles zu leugnen und zu unterdrücken hat aber nichts mehr mit "Freiheit" zu tun, meiner Ansicht nach.
Wichtig finde ich jedenfalls, die unterschiedlichen Vorstellungen von "Freiheit" zu berücksichtigen... und die Frage zu bedenken, wie viel "Freiheit" (in deren Vorstellung) man anderen Menschen zugestehen kann.
Wie sehr ihr das?
Ist Christentum mit "Freiheit" vereinbar... oder ist es eher eine Einschränkung...?
Veröffentlicht von: @samira-jessicaIst dein Abwenden von Gott nicht auch der Beweis des freien Willens?
Absolut richtig! 👍🏻
Dem kann ich nur zustimmen! 👋🏻
Absolut richtig!
![]()
Dem kann ich nur zustimmen!
Was verstehst du unter "Abwenden von Gott"?
Ich habe mich ja nie "abgewendet". Ich konnte einfach nicht mehr glauben. Und das ist ja keine Willensentscheidung.
Was Katechon unten schreibt: ... sich von ihm wegwenden, -drehen.
Habe ich ja nie. Der Glaube hat nur irgendwann keinen Sinn mehr ergeben.
Veröffentlicht von: @lucan-7Was verstehst du unter "Abwenden von Gott"?
Als gläubiger Christ würde ich bei mir vom Abwenden reden, wenn ich die Entscheidung träfe meine Bibeln wegzugeben, nicht mehr zu beten, nicht mehr Ge- und Verbote zu achten und nicht mehr den Dialog mit Gott zu suchen.
Bei Dir, der Du nie gläubig warst, müsste man von ›sich Gott nicht zuwenden‹ sprechen … stellt man sich aber vor, dass Gott Dir die Hand hätte reichen wollen … Du aber nicht zugegriffen hast, weil Du die ausgestreckte Hand nicht erkannt hast … dann hast Du Dich umgedreht und bist in die andere Richtung davon geschritten. Aus Gottes Perspektive war das demnach auch ein Abwenden. Oder?
Veröffentlicht von: @katechonVeröffentlicht von: @lucan-7Was verstehst du unter "Abwenden von Gott"?
Als gläubiger Christ würde ich bei mir vom Abwenden reden, wenn ich die Entscheidung träfe meine Bibeln wegzugeben, nicht mehr zu beten, nicht mehr Ge- und Verbote zu achten und nicht mehr den Dialog mit Gott zu suchen.
Bei Dir, der Du nie gläubig warst, müsste man von ›sich Gott nicht zuwenden‹ sprechen … stellt man sich aber vor, dass Gott Dir die Hand hätte reichen wollen … Du aber nicht zugegriffen hast, weil Du die ausgestreckte Hand nicht erkannt hast … dann hast Du Dich umgedreht und bist in die andere Richtung davon geschritten. Aus Gottes Perspektive war das demnach auch ein Abwenden. Oder?
Es ist gar nicht wichtig, ob jemand sich nur neutral ignorant zeigt oder rebellisch war. Er hat sich nicht zugewendet. Wer sich Christus zuwendet, kommt nicht ins Gericht. Alle anderen gehen ins Gericht und werden dort für ihre Taten verurteilt. Daher ist es irrelevant, ob jemand Atheist, Buddhist, Gnostiker etc ist.
Veröffentlicht von: @kerygmaEs ist gar nicht wichtig, ob jemand sich nur neutral ignorant zeigt oder rebellisch war. Er hat sich nicht zugewendet. Wer sich Christus zuwendet, kommt nicht ins Gericht. Alle anderen gehen ins Gericht und werden dort für ihre Taten verurteilt. Daher ist es irrelevant, ob jemand Atheist, Buddhist, Gnostiker etc ist.
Oh, wenn es so einfach wäre ...
Wer sich Christus zuwendet zu Lebzeiten (und die Möglichkeit dazu hat ... und das kann faktisch viele Formen & Facetten annehmen, nicht nur nach dem Muster evangelikaler Heilsdefinition) - der ist in der Tat selig, Glückwunsch und Halleluja!
Aber was ist mit den Unzähligen in der Menscheitsgeschichte, die sich Christus "nicht zuwenden" konnten, weil sie mit der Verortung ihres Lebens NIE in Berührung mit ihm - oder besser: dem Heilsverständnis, das evangelikale Mission veranschlagt - gekommen sind, kommen konnten? - Es sind Milliarden menschlicher Existenzen auf diesem Planeten von Anbeginn.
Die werden dann "nach ihren Taten verurteilt" (Du meintest wohl: be-urteilt) ... und können - "da wir allzumal Sünder sind" (Paulus) und vor Gott von uns aus nicht gerecht werden können - von vornherein garnicht selig werden ... "irrelevant, ob jemand Atheist, Buddhist, Gnostiker etc. ist"?
Ist das die christliche Botschaft, das Evangelium, die Liebe Gottes, die Heilstat Christi ggü. dem Rest der Welt?
L'Chaim
@awhler die erleben und lernen Gott nach dem irdischen Tod kennen.
Gott - als den barmherzigen, liebenden Gott, der nicht danach fragt, ob evangelikal-verstandene Heils-Bedingungen bei jedem erfüllt und gegeben sind?
Dann bin ich ganz bei Dir 🙂
L'Chaim
Bei Dir, der Du nie gläubig warst, müsste man von ›sich Gott nicht zuwenden‹ sprechen …
Stimmt nicht. Ich war, seit ich ein Kind war, immer gläubig. Ich habe auch immer wieder gebetet. Es war mir nicht möglich, mir vorzustellen, dass Gott nicht existiert. Er war einfach da. Und es war auch der christliche Gott, von dem ich ja als Kind in der Kirche gehört habe.
Irgendwann wollte ich dann mehr wissen. Dem ganzen eine Richtung geben, in der Hoffnung einen Sinn zu finden. Deshalb habe ich Gemeinen besucht, zusammen mit anderen Christen gebetet, ich war in Hauskreisen, bei Protestanten, Katholiken, Evangelikalen und einmal auch in charismatischen Gemeinde.
Aber je mehr ich mich damit befasste, desto weniger Sinn ergab es. Gott war zwar immer noch da, irgendwie... aber da war keine Ordnung.
Ich habe gesucht, so gut ich es vermochte... aber am Ende blieb nichts mehr übrig.
Du aber nicht zugegriffen hast, weil Du die ausgestreckte Hand nicht erkannt hast … dann hast Du Dich umgedreht und bist in die andere Richtung davon geschritten. Aus Gottes Perspektive war das demnach auch ein Abwenden. Oder?
Da war keine Hand mehr. Und ich bin einfach weitergegangen. Ich habe mich nicht abgewendet - es ergab einfach keinen Sinn mehr. Alles schien willkürlich und chaotisch, und am Ende waren da nur meine Gedanken - und sonst nichts.
Du magst das vermutlich anders interpretieren. Aber das tust du dann für dich, damit es in dein Weltbild passt - nicht für mich.
Das klingt traurig
Na ja, es war mehr eine Enttäuschung. Ich hatte mir vom Glauben ja einen Sinn im Leben erhofft, und den habe ich halt nicht gefunden.
Deshalb versteh ich nicht, warum immer noch darüber diskutierst und ... weiter darin suchst (bin mir nicht sicher, ob du das wirklich noch tust), worin du ihn nicht gefunden hast. Das ist doch ... unsinnig.
Ich finde es grundsätzlich nicht unsinnig, mich mit den Gedankengängen anderer Leute zu befassen - gerade dann, wenn sie ganz anders sind als meine. Von einem Atheistenforum hätte ich nicht viel.
ich versuche aufgeschlossen zu bleiben, auch wenn ich älter werde. Wie sehr mir das gelingt und wie sehr ich mich nicht doch auf eine ganz bestimmte Sichtweise versteife... nun ja, das wird man sehen.
Veröffentlicht von: @awhlerWer sich Christus zuwendet zu Lebzeiten (und die Möglichkeit dazu hat ... und das kann faktisch viele Formen & Facetten annehmen, nicht nur nach dem Muster evangelikaler Heilsdefinition) - der ist in der Tat selig, Glückwunsch und Halleluja!
Ich weiß zwar nicht, was "evangelikale Heilsdefinition" ist - man sollte sich an das halten, was in der Schrift steht. Wie Glaube darüber hinaus in einzelnen Gruppen gelebt wird, kann variieren, es scheint mir nur wichtig zu sein, dass man den Menschen keine überflüssigen Lasten auflegt.
Veröffentlicht von: @awhlerAber was ist mit den Unzähligen in der Menscheitsgeschichte, die sich Christus "nicht zuwenden" konnten, weil sie mit der Verortung ihres Lebens NIE in Berührung mit ihm - oder besser: dem Heilsverständnis, das evangelikale Mission veranschlagt - gekommen sind, kommen konnten? - Es sind Milliarden menschlicher Existenzen auf diesem Planeten von Anbeginn.
Die Bibel sagt jedem, dass er aufgrund seiner Sünden in die Hölle gehen wird, wenn es zum Gericht kommt. Dass es einen Weg gibt, das abzuwenden.
Veröffentlicht von: @awhlerie werden dann "nach ihren Taten verurteilt" (Du meintest wohl: be-urteilt) ... und können - "da wir allzumal Sünder sind" (Paulus) und vor Gott von uns aus nicht gerecht werden können - von vornherein garnicht selig werden ... "irrelevant, ob jemand Atheist, Buddhist, Gnostiker etc. ist"?
Doch, können sie, aber dafür müssen sie das Heilsangebot Gottes annehmen.
Veröffentlicht von: @awhlerIst das die christliche Botschaft, das Evangelium, die Liebe Gottes, die Heilstat Christi ggü. dem Rest der Welt?
Die christliche Botschaft ist, dass Gott seinen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, errettet wird.
Veröffentlicht von: @kerygmaIch weiß zwar nicht, was "evangelikale Heilsdefinition" ist ...
Das wird schon unterschiedlich definiert.
Veröffentlicht von: @chaiVeröffentlicht von: @kerygmaIch weiß zwar nicht, was "evangelikale Heilsdefinition" ist ...So ganz grob würde ich mal sagen, dass im evangelikalen (oder auch pietistischen) Bereich Wert auf die persönliche Entscheidung und Lebensübergab an Jesus gelegt wird, während in der Landeskirche schon die Mitgliedschaft (Taufe, Konfirmation, Kommunion etc.) zählt.
Ah verstehe, ok. Zugegebenermaßen gibt es biblisch keinen Einwand gegen die Kindertaufe, weil sowieso Glaube und Taufe später zusammenkommen müssen. Aber ich kann die Argumente auch nachvollziehen oder sagen wir besser, die Anfragen, die sich aus Kindertaufen ergeben. Wobei biblisch auch belegt ist, dass Leute ihr ganzes Haus haben taufen lassen. Unwahrscheinlich, dass es da keinen Nachwuchs gab. Ich kann wie gesagt die Anfrage aber nachvollziehen, da ich selbst als Erwachsener getauft wurde - allerdings in einer römisch-katholischen Gemeinde.
@kerygma Aus meiner Sicht ist das ein bissel unbefriedigend.
Weil's eben die gibt, die aufgrund ihrer traditionellen Babytaufe als Christen gelten und im Prinzip nichts mit Glauben am Hut haben. Und andere Christen, die mit Gott leben, auch wenn's nie eine (im pietistischen Sinn) Bekehrung und Lebensübergabe gegeben hat.
Da bleibt es, auf Gottes großes Herz zu vertrauen.
@chai Vielleicht ist es hilfreich zu wissen, dass in meinem calvinistischen Glauben die Taufe nicht zwingend vorgeschrieben ist. Sola Scriptura und Sola Fide … nur Schrift und Glaube machen den Christen aus … und eben die Akzeptanz Gottes.
Zwar werden Taufe und Abendmal als Sakramente genannt (eine Beichte kennt der Calvinist nicht) aber es obliegt Gott allein, wen er als Christen akzeptiert.
›Menschliche Handlungen‹ … wie das Taufen eines Täuflings durch den Geistlichen oder das Reichen von Hostie und Messwein beim Abendmal … machen keinen Christen.
Veröffentlicht von: @katechon@chai Vielleicht ist es hilfreich zu wissen, dass in meinem calvinistischen Glauben die Taufe nicht zwingend vorgeschrieben ist. Sola Scriptura und Sola Fide … nur Schrift und Glaube machen den Christen aus … und eben die Akzeptanz Gottes.
Zwar werden Taufe und Abendmal als Sakramente genannt (eine Beichte kennt der Calvinist nicht) aber es obliegt Gott allein, wen er als Christen akzeptiert.
›Menschliche Handlungen‹ … wie das Taufen eines Täuflings durch den Geistlichen oder das Reichen von Hostie und Messwein beim Abendmal … machen keinen Christen.
Vielleicht bin ich ein bisschen calvinistisch?
Nee, ernsthaft - ich hab mich noch nicht mit dem Calvinismus beschäftigt.
Aber ich denke auch, dass man auch 'ganz einfach' gläubig sein kann und es nicht zwingend gewisse Rituale dazu braucht.
Veröffentlicht von: @lucan-7ch? Ich wüsste nicht, womit so eine Annahme zu rechtfertigen wäre. Ich habe nur einen relativ geringen Einfluss darauf, was mir geschieht und kann mein Leben nur sehr bedingt steuern. Ich habe nichts von einem "Gott", wie er in den Religionen der Welt beschrieben wird.
Üblicherweise haben sich Atheisten selbst an die Stelle Gottes gesetzt: sie verlassen sich auf ihren eigenen Willen, ihr eigenes Können, ihre eigene Kraft und suchen sich ihre eigenen Werte im Leben.
Veröffentlicht von: @lucan-7Es waren eher die Widersprüche in der Bibel bzw. in der christlichen Lehre, die mich zweifeln liessen.
Letztlich lautet die zentrale Frage: Was ist, nüchtern betrachtet, wahrscheinlicher - dass die Bibel von einem göttlichen Wesen mit einem konkreten Plan inspiriert wurde - oder dass sich das Geschriebene auch auf einer rein psychologischen und gesellschaftlichen Basis erklären und herleiten lässt?
Die Antwort fiel da für mich recht eindeutig aus.
Was genau denkst Du, kann psychologisch und gesellschaftlich hergeleitet werden und wie soll etwas, was gesellschaftlich wächst, als Argument gegen Gott eingesetzt werden, wenn Gesellschaft das ist, was Menschen gestalten?
Was ist für Dich "christliche Lehre" ?
Veröffentlicht von: @lucan-7Und selbst wenn man das philosophisch einigermaßen fassen kann: Dann ist darüber ja immer noch nichts über den christlichen Glauben konkret ausgesagt - sondern allenfalls, dass etwas "Höchstes" gibt.
Man könnte an dieser Stelle die Frage stellen, ob etwas, das dieses Höchste ist, innerhalb von Zeit und Raum existiert. Wir stellen wahrscheinlich fest, dass dies nicht so ist. Wenn aber etwas außerhalb von Zeit und Raum existiert, was ja bei einem Schöpfer, der Zeit und Raum geschaffen hat, zwangsläufig ist, muss es ewige Existenz haben, da Vergänglichkeit zur Kategorie Zeit gehört. Wenn aber etwas außerhalb der zeitlichen Vergänglichkeit liegt, ist alles, was passiert, der gleiche Moment, womit dieses Höchste allwissend sein muss, weil es den Moment kennt. Man kann dieses Wesen auch mit Allmacht assoziiieren, weil es demnach Alles geschaffen hat, indem es Zeit und Raum schuf - wobei man anmerken muss, dass es in der Bibel eigentlich keinen Allmachtsbegriff gibt. Wir könnten daraus noch weitere Ableitungen ziehen.
Veröffentlicht von: @lucan-7Ja und nein. In diesem Fall macht ja gerade das Unmögliche das Besondere aus. Wunder sind nicht rational erklärbar - sonst wären sie ja keine "Wunder" mehr. Theologisch betrachtet ist das nicht die Frage, sondern die Antwort.
Wissenschaftlich gesehen stellt sich hier natürlich dennoch die Frage: "Was ist als wahrscheinlicher zu betrachten - dass tatsächlich ein Mensch von den Toten aufersteht, oder dass einfach ein paar Leute so etwas behauptet und andere es geglaubt haben...?"
"einfach so behauptet haben" - ok, erst sprichst Du davon, wie naheliegend und wahrscheinlich etwas ist, jetzt willst Du mir aber erklären, dass es naheliegend ist, dass sich jemand foltern und töten lässt für etwas, das er sich ausgedacht hat? Es gibt geschichtliche Fakten. Dass das Grab leer war, gehört dazu. Schon damals behaupteten die Römer, die Jünger hätten den Leichnam geklaut. Aber warum sollten sie das tun? Und sich dann umbringen lassen, um eine Story zu erzählen, von der sie wissen, dass sie nicht stimmt? Und wenn ich eine Geschichte verbreiten will, wieso nehme ich dann Frauen in die Zeugenschaft? Das Urteil von Frauen war damals nichts wert. Man baut doch keine Geschichte, indem man Leute als Zeugen nimmt, deren Urteil keine Relevanz hat.
Veröffentlicht von: @lucan-7Die Frage ist doch, ob die Informationen tatsächlich ausreichend sind. Natürlich bekommen Nicht-Christen hierzulande etwas von Jesus mit. Sie wissen, dass es eine Bibel gibt, und dass die Kirche am Marktplatz dem christlichen Gott gewidmet ist.
Aber sind das tatsächlich ausreichende Hinweise, um womöglich sein ganzes Leben neu danach auszurichten? Wenn du an einem buddhistischen oder hinduistischem Tempel vorbeigehst - gehst du dann spontan hinein, um allen Hinweisen nachzugehen, ob sich darin womöglich die entscheidende Wahrheit finden lässt?
Man kann da mal reinschauen. Wenn Du den Buddhisten nach der Wahrheit fragst, wird er Dir sagen, dass es keine gibt, weil die Phänomenen frei von Eigenexistenz sind. Und gehst Du in einen Hindutempel kannst Du dort sicher gut essen. Man kann auch die Bhagavad Gita lesen. Aber spätestens wenn Du Dir dann einen Guru suchen und dafür nach Indien fahren musst, wirst Du Dich fragen, ob das wirklich ein Angebot für alle Menschen ist. Natürlich ist es das nicht, weil der Hinduismus eine Sammelbezeichnung für Schülernachfolgen ist, die hinter dem Indus praktiziert werden und die ganz wesentlich an das Kastensystem gebunden sind, in das Du nicht konvertieren kannst, sondern durch Geburt hineingeboren wirst und bestenfalls darauf hoffen kannst, im nächsten Leben eine bessere Geburt zu bekommen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, sich die einzelnen Religionen anzuschauen. Ich behaupte, das Christentum ist präsent genug, dass die Leute seine Botschaft kennen. Paulus schreibt, dass die Heiden es allerdings auch ohne Kenntnis des jüdischen Gesetzes erkennen können, dass es ein inneres Gesetz gibt, das sich im Gewissen ausdrückt.
Veröffentlicht von: @lucan-7Bedeutet es denn, eine "Entscheidungsfreiheit zu nehmen", wenn man Menschen glaubwürdige Informationen vorenthält? Was ist denn ein Wegweiser wert, der sagt die eine Richtung ist "grün" und die andere Richtung ist "blau", wenn man nicht weiss, was diese Farben bedeuten? Zumal dann noch ein Haufen Menschen am Wegrand steht, von denen die Hälfte behauptet, man solle "grün" wählen, während die andere Hälfte sagt, nein, auf jeden Fall "blau", den "grün" führt in einen Abgrund... na danke auch, und dann heisst es: "Ja, hättest du halt geglaubt und vertraut!". Jau, vielen Dank... aber wem denn?
Und Gott lässt das alles so geschehen, weil er annimmt, das würde an Informationen ausreichen, um die richtige Wahl zu treffen...?
Das Christentum ist die einzige universale Offenbarung, weil Gott sich im Handeln eines Menschen gezeigt hat, das jenseits von Sprachkenntnissen verstanden werden kann. Du behauptest jetzt erstmal, Gott habe nicht genügend Informationen hiergelassen. Woher nimmst Du die Behauptung, auf welcher Grundlage triffst Du diese Aussage?
Veröffentlicht von: @lucan-7Ich denke, dass das Konzept von "gut" und "böse" eine Metapher für unsere Entwicklung vom Tier zu Menschen ist. Wobei auch höhere Tierarten möglicherweise schon über so ein Konzept verfügen - aber das ist nach heutigem Wissensstand Spekulation.
Interessant, Du würdest mir also zustimmen, dass man das Handeln von Tieren nicht in gut und böse unterteilen kann? Liegt es an der fehlenden Handlungsfreiheit, die Tiere nicht haben, wenn sie gemäß ihrer Instinkte handeln?
Veröffentlicht von: @lucan-7Wie kann Gott die "Wahrheit" sein, wenn er es zulässt, dass Lügen über ihn verbreitet werden...?
Weil der Mensch entscheiden kann, sich außerhalb der Wahrheit zu stellen. Das ist aber nicht Gottes Sache. Du kannst es nicht auf Gott abschieben, wenn Du lügst. Allein aus der Tatsache, dass Menschen in ihrem Gewissen danach streben, das richtige zu tun, und dass es ihnen oft nicht gut geht, wenn sie widersprüchlich und nicht im Einklang mit sich selbst leben, können sie erkennen, dass Falschheit nicht ist, was zum Menschsein gehört. Sie könnten also auch aus rationalen Erwägungen erkennen, dass der Mensch auf das Wahre und Gute hingeordnet ist, ohne an einen Gott denken zu müssen.
Veröffentlicht von: @lucan-7Kann man so sehen... hat aber mit der Fragestellung hier erstaunlich wenig zu tun.
Das ist übrigens ein interessantes Phänomen. Atheisten nehmen für sich oft in Anspruch, die Ansprüche des Christentums für ungültig oder widersprüchlich erklären zu wollen. Und die eigenen Fragestellungen nehmen sie heraus. Dabei müssen Atheisten ja die gleichen Fragestellungen über die Grundbeschaffenheit des Menschen und der Welt beantworten. Kannst Du das? Hast Du denn ein Weltbild, das die Welt und das menschliche Handeln schlüssig und widerspruchsfrei erklären und damit beanspruchen kann, wahr zu sein? Ich habe oft erlebt, dass Atheisten sich nicht minder in unschlüssigen Erklären versuchen. Z.b. die Wissenschaft hätte bereits das ganze Universum erklärt, was ja völliger Nonsens ist, weil es für die Konstanten, die das Universum, wie es heute existiert, überhaupt erst möglich machen, noch gar keine Erklärung gibt, die sind mindestens so ein Wunder wie ein "auferstandener Toter". Oder sie argumentieren mit Kausalität, dabei gibt es auf Quantenebene gar keine Kausalität. Oder sie beanspruchen, Handlungen als moralisch falsch einzustufen, obwohl sie gar keine Grundlage für eine objektive Moral haben. Oder sie bestehen darauf, dass alles relativ ist und wir nichts wissen können, erheben aber bereits mit diesem Satz einen Wissens- und Wahrheitsanspruch. Umgekehrt bedeutet es nicht, dass jeder Christ ebenfalls sein Weltbild schlüssig darlegen kann, er steht wie der Atheist vor der gleichen Herausforderung, aber der Atheist müsste eben auch erstmal darlegen, ein widerspruchsfreies, wahres Weltbild zu haben, dass die Welt erklärt, bevor er Christen vorwirft, ihre Weltsicht wäre ein Irrtum (das ergibt sich aus Widersprüchen, denn ein wahres Weltbild muss widerspruchsfrei sein).
Üblicherweise haben sich Atheisten selbst an die Stelle Gottes gesetzt: sie verlassen sich auf ihren eigenen Willen, ihr eigenes Können, ihre eigene Kraft und suchen sich ihre eigenen Werte im Leben.
Auf welcher Basis sollte ich das tun? Es interessiert doch keinen, was ich für einen Willen oder welche Werte ich habe. Letztlich lebe ich, so wie wir alle, in einer menschlichen Gesellschaft, und muss mich mehr oder weniger in dieser zurecht finden. Und damit ist mir ja schon ein Rahmen gesetzt, den ich selbst nur sehr wenig beeinflussen kann.
Was genau denkst Du, kann psychologisch und gesellschaftlich hergeleitet werden und wie soll etwas, was gesellschaftlich wächst, als Argument gegen Gott eingesetzt werden, wenn Gesellschaft das ist, was Menschen gestalten?
Religion vermittelt Werte und hält eine Gesellschaft zusammen. Und sie liefert Erklärungen. Wenn das Volk in Not gerät, dann war es eben nicht fromm genug und muss sich wieder Gott zuwenden. Das schafft eine gemeinsame Perspektive - und findet sich überall auf der Welt wieder.
Was ist für Dich "christliche Lehre" ?
Das, was in christlichen Kirchen gelehrt wird. Wobei mir klar ist, dass es da auch Unterschiede geben kann.
Wenn aber etwas außerhalb von Zeit und Raum existiert, was ja bei einem Schöpfer, der Zeit und Raum geschaffen hat, zwangsläufig ist, muss es ewige Existenz haben, da Vergänglichkeit zur Kategorie Zeit gehört. Wenn aber etwas außerhalb der zeitlichen Vergänglichkeit liegt, ist alles, was passiert, der gleiche Moment, womit dieses Höchste allwissend sein muss, weil es den Moment kennt. Man kann dieses Wesen auch mit Allmacht assoziiieren, weil es demnach Alles geschaffen hat, indem es Zeit und Raum schuf
Wenn dieses Wesen außerhalb von Zeit und Raum existiert, dann kann es weder denken noch handeln, denn beides setzt Zeit voraus. Und damit wäre dieses "Wesen", welches auch kein "Wesen" in unserem Sinne sein kann, für uns weitgehend irrelevant. Wir würden hier dann eher von einem physikalischem Phänomen reden.
einfach so behauptet haben" - ok, erst sprichst Du davon, wie naheliegend und wahrscheinlich etwas ist, jetzt willst Du mir aber erklären, dass es naheliegend ist, dass sich jemand foltern und töten lässt für etwas, das er sich ausgedacht hat?
Wäre ja nicht das erste Mal. Menschen lassen sich für alles möglich töten - für Glauben, fürs Vaterland, für ihre Familie, für Religion, für Autoritäten. Das hat nicht das Geringste über den Wahrheitsgehalt dessen, woran sie glauben oder wofür sie sterben zu sagen.
Es gibt geschichtliche Fakten. Dass das Grab leer war, gehört dazu. Schon damals behaupteten die Römer, die Jünger hätten den Leichnam geklaut. Aber warum sollten sie das tun?
Es gibt Erzählungen. Was davon ein historischer Fakt ist wissen wir nicht. Deshalb habe ich mir die Frage gestellt, auf welche Weise diese Erzählung zustande gekommen sein könnte. Und da gibt es ja gar nicht so viele Möglichkeiten.
Eine Möglichkeit ist natürlich, dass alles genau so passiert ist, wie es da geschildert ist, logisch. Das sollte man nicht einfach ignorieren. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich die Jünger die Sache einfach ausgedacht haben. Und dann gibt es noch verschiedene andere Varianten, dass also die Geschichte teilweise stimmt, teilweise aber auch Dinge hinein interpretiert wurden.
Immerhin fanden sich die Jünger in einer Ausnahmesituation wieder. Ihr Lebensinhalt war zusammengebrochen, und sie fragten sich, wie es weitergehen sollte. Denn einen genauen Plan hatten sie nicht.
Dann fanden sie das leere Grab vor. Der Gärtner erzählte den Frauen, dass Jesus nicht mehr da sei. Und einige andere Jünger hatten ein längeres Gespräch mit einem Fremden, der sie irgendwie beeindruckte. Es wird auch berichtet, dass die Römer in der Nacht am Grab waren.
Für mich ist hier die plausibelste Erklärung, dass die Römer den Leichnahm entfernt haben. Für die war der Stein kein Problem. Die Römer hatten mitbekommen, dass Jesus viele Anhänger hatte, und wollten vielleicht vermeiden, dass es hier zu einer Pilgerstätte kommt, die zu Unruhen führt. Die Behauptung, die Römer selbst hätten verhindern wollen, dass die Jünger den Leichnahm stehlen, kam erst im Nachhinein auf, um die Auferstehung zu unterstreichen.
Der Gärtner war tatsächlich der Gärtner, und der Fremde war tatsächlich nur ein Fremder... aber daraus entstand dann die Geschichte der Auferstehung.
Und ich behaupte jetzt nicht, dass das die historische Wahrheit ist - denn die kenne ich nicht, ich war auch nicht dabei. Es ist lediglich eine mögliche Erklärung von vielen. Aber sie ist meiner Einschätzung nach als wesentlich wahrscheinlicher anzusehen, als dass hier jemand tatsächlich von den Toten auferstanden ist.
Und das ist der Punkt: In dem Moment, wo es eine logischere Erklärung gibt ist eine Auferstehung eben nicht mehr als wahrscheinlich zu betrachten.
Du behauptest jetzt erstmal, Gott habe nicht genügend Informationen hiergelassen. Woher nimmst Du die Behauptung, auf welcher Grundlage triffst Du diese Aussage?
Das Christentum präsentiert sich als eine Religion von vielen. Die meisten Menschen haben in den letzten zweitausend Jahren kaum etwas davon mitbekommen. In Amerika erfuhr man erst 1500 Jahre später etwas von Jesus, und das nicht gerade im besten Sinne. In Indien, China, Japan und Australien bekam man auch nichts davon mit. Und die meisten Leute waren Christen, weil sie in einer christlichen Kultur aufwuchsen und nichts anderes kannten - nicht, weil sie durch Informationen überzeugt wurden.
Interessant, Du würdest mir also zustimmen, dass man das Handeln von Tieren nicht in gut und böse unterteilen kann? Liegt es an der fehlenden Handlungsfreiheit, die Tiere nicht haben, wenn sie gemäß ihrer Instinkte handeln?
Um etwas in "gut" und "böse" einteilen zu können braucht man ein entsprechendes Konzept. Ist das vorhanden, kann man alles mögliche entsprechend beurteilen. Die Basis dafür ist die Frage, ob etwas einer Gesellschaft nützlich ist oder nicht. Töten und Stehlen bringt Unruhe, gefährdet die Ordnung und schwächt damit die Gemeinschaft - also ist das "böse".
Ähnliches findet sich auch bei Tieren, die in Rudeln und Gemeinschaften leben. Auch die haben Regeln, an die sie sich halten. Und diese Regeln stellen die Basis für ein solches moralisches Konzept dar.
Weil der Mensch entscheiden kann, sich außerhalb der Wahrheit zu stellen. Das ist aber nicht Gottes Sache. Du kannst es nicht auf Gott abschieben, wenn Du lügst.
Nein. Aber wenn ich belogen werde. Denn das vermag ich oft gar nicht zu beurteilen. Wenn es heißt: "Gott will es!" - wer bin ich, dass ich das anzweifle, wenn es doch von seinen höchsten Dienern verkündet wird? Und dann zieht man eben in einen Kreuzzug, oder was auch immer da als "gottgefällig" behauptet wird.
Allein aus der Tatsache, dass Menschen in ihrem Gewissen danach streben, das richtige zu tun, und dass es ihnen oft nicht gut geht, wenn sie widersprüchlich und nicht im Einklang mit sich selbst leben, können sie erkennen, dass Falschheit nicht ist, was zum Menschsein gehört. Sie könnten also auch aus rationalen Erwägungen erkennen, dass der Mensch auf das Wahre und Gute hingeordnet ist, ohne an einen Gott denken zu müssen.
Die Basis für diese Frage ist, ob etwas gut oder schlecht für die Gemeinschaft ist. Und das ist überall in der Welt ähnlich. Deshalb ähneln sich auch die Religionen. Die Gesellschaft entscheidet auch, ob sich eine neue Religion durchsetzt. Das Christentum traf auf einen gewissen Punkt, der dem Zeitgeist bei einem gewissen Klientel entsprach. Deshalb setzte es sich durch. Nicht, weil es die "Wahrheit" war - sondern weil es viele Menschen ansprach.
Dabei müssen Atheisten ja die gleichen Fragestellungen über die Grundbeschaffenheit des Menschen und der Welt beantworten. Kannst Du das? Hast Du denn ein Weltbild, das die Welt und das menschliche Handeln schlüssig und widerspruchsfrei erklären und damit beanspruchen kann, wahr zu sein?
Sicher. Im Grunde lässt sich tatsächlich alles aus der Evolution und der Gesellschaft heraus erklären, welche Verhaltensweisen und welcher Glaube sich als nützlich erweist und sich deshalb durchsetzt. Die Gesellschaft entscheidet, was nützlich ist, und aus der Evolution heraus lässt sich erklären, warum Menschen an personalisierte Gottheiten glauben.
Aber natürlich muss man hinzufügen, dass jede Erklärung nur nach aktuellem Wissensstand erfolgen kann - da ist vieles im Fluss.
Umgekehrt bedeutet es nicht, dass jeder Christ ebenfalls sein Weltbild schlüssig darlegen kann, er steht wie der Atheist vor der gleichen Herausforderung
Das Problem sind die Widersprüche der Lehre in sich. Also etwa ein allmächtiger Gott, der es nicht fertig bringt, alle Menschen zu erlösen. Oder der aus Versehen das Böse schafft, ohne es zu wollen. Oder der ein Blutopfer braucht, um vergeben zu können. Und eben die Tatsache, dass sich jede Geschichte der Bibel auch auf andere, plausiblere Weise erklären lässt.
Als Atheist gibt es selbstverständlich viele Dinge, die ich nicht weiß. Aber die Wissenschaft entwickelt sich weiter. Neues wird entdeckt, Irrtümer werden verworfen.
Religion tritt auf der Stelle, da entwickelt sich Nichts, da wird nichts verworfen - es sei denn, es finden sich unwiderlegbare Sachverhalte, wie etwa die Evolution und die Erde, die wesentlich älter ist als in der Bibel geschildert. Oder dass es keine Sintflut gab. Oder dass in der Bibel zwar historische Orte genannt werden, die Entwicklung dort sich aber doch etwas anders abspielte, als in der Bibel geschildert, was in christlichen Kreisen aber gerne weiter geleugnet wird, weil der Nachweis hier komplexer ist.
@samira-jessica Ich denke, es wurden alle Argumente ausgetauscht und mein Austausch mit ihm hatte jetzt einen natürlichen Endpunkt gefunden. Die Einwände sind nicht neu und wurden von vielen Fachleuten schon durchleuchtet. Möchte sich jemand damit noch tiefer befassen, stehen ihm viele Wege an Literatur und Vorträgen zur Verfügung. Für mich zählt eher, dass ich ein paar Argumente einwerfen kann, die vielleicht für potentiell Mitlesende interessant sind. Lucan werde ich wohl nicht mehr bekehren können 😀
Lucan werde ich wohl nicht mehr bekehren können
![]()
Vermutlich nicht. Trotzdem ist es auch für mich interessant zu erfahren, aus welchen Gründen jemand meiner Argumentation nicht zustimmt.
Da befasse ich mich schon mit... aber es ist richtig, dass da nach all den Jahren nur selten etwas wirklich Neues kommt.
@lucan-7 Da kann auch nichts neues mehr kommen, weil es bestimmte historische und überlieferte Informationen gibt, zu denen alles gesagt wurde. Wenn wir jetzt mal die liberale Theologie ausklammern, die eigentlich auch nur sagt „alles Metaphern“. Das halte ich allerdings nicht für redlich.
Da kann auch nichts neues mehr kommen, weil es bestimmte historische und überlieferte Informationen gibt, zu denen alles gesagt wurde. Wenn wir jetzt mal die liberale Theologie ausklammern, die eigentlich auch nur sagt „alles Metaphern“. Das halte ich allerdings nicht für redlich.
Na ja, ich lerne da schon immer wieder etwas Neues. Ich bin ja kein Spezialist auf dem Gebiet, ich kenne weder die alten Sprachen noch die genauen Gepflogenheiten und Bräuche der damaligen Kulturkreise... ich lese halt hin und wieder einen Fachartikel zum Thema, selten auch mal ein Buch, aber das wars dann auch.
Und so kam es dann schon gelegentlich hier dazu, dass etwa die ein oder andere Bibelstelle noch einmal in einem völlig anderen Licht erschien, wenn sich hier jemand dazu besser auskannte. Das hat zwar auch nichts Grundlegendes geändert, aber zu sagen: "Das war's jetzt, ich habe alles gehört, da kommt nichts mehr!" wäre halt auch zu früh...
Ich liebe deine Antworten, bin aber gespannt, welch langen Atem du hast; Lucan lässt sich nicht so leicht bekehren äh beirren ... Und hat darin auch einen sehr langen Atem ...
Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, hier jetzt ewig die immer gleichen Positionen zu wiederholen.
Ich denke es geht darum, die eigene Position darzulegen und die Gründe, weshalb jemand diese Meinung vertritt. Das kann man dann zur Kenntnis nehmen, zustimmen muss da keiner - schon gar nicht wenn jemand glaubt andere und bessere Gründe zu haben.
Die kann man dann auch noch vortragen... aber damit ist dann auch alles gesagt.
Es sei denn, jemand möchte das unbedingt weiter vertiefen und weitere Argumente austauschen - dann habe ich notfalls in der Tat einen "langen Atem". Aber das muss dann halt auch so gewünscht sein...
@lucan-7 Ich stelle in letzter Zeit fest, dass einige hier schon "alles gesagt haben" und du drehst trotzdem immer wieder neu deine alten Kreise ... naja ... wenn jmd mitmacht ...
Ich stelle in letzter Zeit fest, dass einige hier schon "alles gesagt haben" und du drehst trotzdem immer wieder neu deine alten Kreise ... naja ... wenn jmd mitmacht ...
Wenn jemand meint, darauf unbedingt noch einmal eingehen zu müssen und alles für unsinnig zu erklären, was ich schreibe, dann erkläre ich es halt nochmal.
Denn wenn jemand schreibt: "Das ist Blödsinn!", dann verlangt das nach Argumenten.
Wenn jemand schreibt: "Ich bin anderer Ansicht.", dann kann man das so stehen lassen.
Es kommt also immer drauf an, wie die Reaktion erfolgt...
@samira-jessica
Kommen halt immer mal wieder neue Gesprächspartner und dann wird nochmal 'alles gesagt'.
Kommen halt immer mal wieder neue Gesprächspartner und dann wird nochmal 'alles gesagt'.
Kannst ja mal gerne ein Thema eröffnen, das es hier noch nie gab und dabei Argumente vortragen, die noch niemand hier erwähnte... bin neugierig 😋
Veröffentlicht von: @lucan-7Du magst das vermutlich anders interpretieren. Aber das tust du dann für dich, damit es in dein Weltbild passt - nicht für mich.
Es war der Versuch Deine Fragen(n) nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten, nicht ›Weltbilder‹ zu postulieren oder zu vergleichen.