Freiheit im Christentum
Dieses Thema kam kürzlich hier in einem anderen Thread auf, und wenn man über "Freiheit im Christentum" redet, dann muss man natürlich fragen, was "Freiheit" eigentlich überhaupt bedeutet. Und das kann sehr verschieden sein.
Für die meisten bedeutet "Freiheit" wohl so viel: "Ich kann tun, was ich will". Für den einen ist das Reisefreiheit, für den anderen die Freiheit der Rede. Viele meinen damit vor allem die eigene Freiheit... Faschisten wünschen sich allerdings die Freiheit, andere unterdrücken zu dürfen, wieder andere wünschen sich ein Land, das "frei" von Menschen ist, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen, andere verstehen darunter Reichtum, etliche auch sexuelle Freiheiten... der Möglichkeiten sind da viele.
Ich möchte mich hier mal auf einen bestimmten Gegensatz konzentrieren, der wohl für das Christentum prängend ist. Denn das Christentum wird von vielen Menschen - häufig durchaus zu recht - als einengend und unfrei wahrgenommen. "Christentum" bedeutet für viele Menschen Beschränkungen und Verbote... dies ist schlecht, das ist "Sünde", alles ist verboten. Und etliche Threads hier im Forum in der Form: "Darf man als Christ dieses oder jenes tun...?" scheinen das auch zu bestätigen.
Häufig steht dabei eine generelle Lustfeindlichkeit des Christentums im Zentrum, wobei die Sexualität natürlich eine sehr große Rolle spielt. Kein Sex vor der Ehe, keine Selbstbefriedigung, kein Fremdgehen, keine lüsternen Blicke oder Fantasien... alles ist verboten und eingeschränkt. Manchmal sogar bis hin zu bestimmten Praktiken in der Ehe. Hinzu kommen auch andere Dinge wie Völlerei, Gier und anderes... manche mögen sagen: Alles was Spaß macht ist nicht erlaubt.
Folglich gibt es Tendenzen, die "Freiheit" als etwas betrachten, das dem christlichen Glauben entgegensteht. Warum soll man erwachsene Menschen nicht tun lassen, was sie wollen? Wenn sie sich sexuell austoben wollen... bitte sehr, ist doch nichts dabei, solange alle einverstanden sind! Sollen die Leute doch machen was sie wollen, wer will sich da von irgendwelchen Vorschriften irgendwas verbieten lassen...? Wer Spaß an Orgien hat, welcher Art auch immer... bitte sehr, Freiheit ist angesagt!
Interessanterweise hat Paulus den Begriff der "Freiheit" ganz anders aufgefasst, und das finde ich tatsächlich spannend. Denn Paulus betrachtete jene Leute, die sich ganz ihren Trieben hingaben, als "unfrei". Denn sie waren ja Sklaven des Fleisches, also ihrer Triebe, hatten ihr Leben nicht unter Kontrolle, gaben sich Dingen hin, die ihnen letztlich schadeten.
"Freiheit" bedeutete für Paulus, sich nicht von seinen Trieben beherrschen zu lassen, sondern die Kontrolle dem "Geist" zu übergeben - und nicht dem "Fleisch".
Paulus hat den Begriff der "Freiheit" also quasi ins Gegenteil verkehrt: "Freiheit" bedeutete nicht, seinen Trieben jederzeit folgen zu können - sondern genau das eben nicht zu tun... bzw. nicht tun zu müssen!
Allerdings besteht der Verdacht, dass Paulus hier möglicherweise zu weit ging. Denn er hat ja auch die Ehelosigkeit propagiert, und das mit der Bemerkung, dass jene, die es halt sonst nicht aushalten, durchaus heiraten mögen... es aber besser sei, es nicht zu tun.
Hier zeigt sich wohl auch die Lustfeindlichkeit, die man dem Christentum oft vorwirft, in dem es nicht nur darum geht, die fleischlichen Gelüste zu kontrollieren - sondern sie vollkommen zu unterdrücken oder sogar zu negieren.
Damit geht der Glaube aber meiner Ansicht nach zu weit, weil das letztlich eine Selbstverleugnung bedeutet. Den Ansatz, die eigenen Triebe zu kontrollieren kann ich noch mitgehen... alles zu leugnen und zu unterdrücken hat aber nichts mehr mit "Freiheit" zu tun, meiner Ansicht nach.
Wichtig finde ich jedenfalls, die unterschiedlichen Vorstellungen von "Freiheit" zu berücksichtigen... und die Frage zu bedenken, wie viel "Freiheit" (in deren Vorstellung) man anderen Menschen zugestehen kann.
Wie sehr ihr das?
Ist Christentum mit "Freiheit" vereinbar... oder ist es eher eine Einschränkung...?
Um mal das Thema zur wirklichen Freiheit und etwas weg von der triebgesteuerten zu lenken, hier mal meine Def.:
Christliche Freiheit ist Selbstbestimmung, die sich bewusst für das Gute, gegen das Böse und für verantwortliches Handeln entscheidet — im Einklang mit Gottes Willen.
- bewusst → nicht blind, nicht triebgesteuert
- für das Gute → Ausrichtung auf Liebe, Wahrheit, Gerechtigkeit
- gegen das Böse → klare Abgrenzung gegen das, was zerstört
- verantwortlich → Folgen bedenken, Reife leben
- Handeln → Freiheit ist nicht Gefühl, sondern Tat
Diese Freiheit ist nicht die schrankenlose Freiheit des modernen Individualismus, sondern eine Freiheit, die (sich) selbst erkennt, sich selbst führt und sich selbst verantwortet. Sie ist Selbstbestimmung, die sich nicht gegen Gott richtet, sondern sich in Gottes Licht klärt: Der Mensch sieht, was gut ist, und wählt es nicht aus Zwang, sondern aus Einsicht und Liebe.
(Copilot, weil so schön formuliert <3)
Sie ist Selbstbestimmung, die sich nicht gegen Gott richtet, sondern sich in Gottes Licht klärt: Der Mensch sieht, was gut ist, und wählt es nicht aus Zwang, sondern aus Einsicht und Liebe.
Aber bedeutet das nicht am Ende, dass man keine Wahl hat, weil man ja unbedingt das "Gute" tun muss?
Wenn nur noch die Option bleibt, das "Gute" zu tun, dann hat man auch keine Freiheit mehr.
Denn wenn man zwei Türen zur Auswahl hat - A, die Richtige, die zum "Guten" führt und B, die Falsche, die zum "Schlechten" führt - dann geht es nicht mehr um "Freiheit", sondern nur noch darum, Tür A zu erkennen und diese dann zu wählen.
Freiheit gibt es dann nicht mehr.
Veröffentlicht von: @lucan-7... wenn man zwei Türen zur Auswahl hat - A, die Richtige, die zum "Guten" führt und B, die Falsche, die zum "Schlechten" führt - dann geht es nicht mehr um "Freiheit", sondern nur noch darum, Tür A zu erkennen und diese dann zu wählen.
Freiheit gibt es dann nicht mehr.
Nun ja - wäre es 'Freiheit', die als 'falsch' erkannte Tür zu wählen?
Nun ja - wäre es 'Freiheit', die als 'falsch' erkannte Tür zu wählen?
Ich denke schon.
Und ich sage nicht, dass es jetzt so toll wäre, die falsche Tür zu wählen... es hat nur meiner Ansicht nach nicht viel mit "Freiheit" zu tun, wenn man davon ausgeht, dass es einen richtigen Weg gibt, den man dann zu wählen hat.
Denn wenn man sagt, man unterwirft sich ganz und gar Gott und tut nur noch das, was er für richtig hält - dann gibt man seine Freiheit ja auf.
@lucan-7 Es ist wie mit vielen Guten Sachen ... ka ... z. B. .... xD Mir fällt kein Beispiel.
Ich muss gerade Tabletten nehmen für meine Schilddrüse. Die bewirken ja Gutes. Für die ... Bremsung der Schilddrüse. Ich kann sie weglassen, dann land ich früher oder später wieder im KH. Aber die Möglichkeit bleibt mir trotzdem.
Ich muss gerade Tabletten nehmen für meine Schilddrüse. Die bewirken ja Gutes. Für die ... Bremsung der Schilddrüse. Ich kann sie weglassen, dann land ich früher oder später wieder im KH. Aber die Möglichkeit bleibt mir trotzdem.
Ja, du kannst die Tabletten natürlich weglassen... aber dann ginge es dir nicht gut, deshalb wäre das einfach nur dumm.
Deshalb denke ich, dass das auch ein schlechtes Beispiel für "Freiheit" ist.
Es gibt da mehrere Möglichkeiten, von "Freiheit" zu sprechen. Einmal geht es um eine Wahl, dass man also aus zwei guten Dingen sich für eines entscheiden kann.
Es gibt aber auch die Definition von "Freiheit", dass man "frei von Zwängen" ist, also nicht zu etwas gezwungen wird, sondern selbst entscheiden kann, was man tut.
Das ist im Prinzip ja das, was du geschrieben hast: Ein Christ tut das Richtige nicht aus Zwang, sondern weil er sich dafür entschieden hat.
Nur... ein "echter Christ" wird sich ja nicht freiwillig für etwas Böses entscheiden (Aus Versehen kann so etwas natürlich passieren).
Deshalb bin ich auch nicht ganz sicher, ob das wirklich eine Form der "Freiheit" ist... finde ich interessant, weil man es auf sehr verschiedene Weise verstehen kann.
@lucan-7 Wo im Leben gibt es diese Form von Freiheit, von der Du hier sprichst?
Wenn ich nach Hamburg will, nutzt es mir nichts, wenn ich so frei bin, auch die Autobahn nach Berlin zu nehmen.
Wenn ich ein bestimmtes Fach studieren will, hilft mir die Freiheit zu faulenzen nichts.
Irgendwo sind doch immer Linien vorgegeben.
Wo im Leben gibt es diese Form von Freiheit, von der Du hier sprichst?
Das ist ja gerade die Frage... ich bin mir da auch noch nicht ganz sicher.
Es gibt einerseits die Freiheit der Wahl - also, dass ich mir beispielsweise aussuchen kann, welchen Beruf ich ergreife oder in welcher Stadt ich wohnen will.
Und es gibt die Freiheit von Zwang, dass ich also nicht anderen äusseren Einflüssen unterworfen bin, die mir vorgeben, was ich zu tun und zu lassen habe.
Und ich denke, Paulus hat die zweite Form gemeint und ist davon ausgegangen, dass das "Fleisch" auch eine Form von "Zwang" ist, von dem man sich befreien muss, um "frei" zu werden.
Es geht um die Fähigkeit, aktiv und bewusst zu entscheiden, welche äußeren Erwartungen und Einflüsse man zulässt oder nicht, ob sie mit den eigenen Werten übereinstimmen, - ohne von inneren Zwängen gesteuert zu sein - und die Folgen dieser Entscheidung zu tragen.
@lucan-7 Du kannst Tür A erkennen und trotzdem Tür B wählen, und umgekehrt.
Denn wenn man zwei Türen zur Auswahl hat - A, die Richtige, die zum "Guten" führt und B, die Falsche, die zum "Schlechten" führt - dann geht es nicht mehr um "Freiheit", sondern nur noch darum, Tür A zu erkennen und diese dann zu wählen.
Es gibt auch noch eine Tür, die Jesus Christus heißt. Wenn man durch diese Tür geht, dann löst sich dieses Dilemma auf, und es öffnen sich noch unendlich viele weitere Türen.
Es gibt auch noch eine Tür, die Jesus Christus heißt. Wenn man durch diese Tür geht, dann löst sich dieses Dilemma auf, und es öffnen sich noch unendlich viele weitere Türen.
Nö... eigentlich schliessen sich eine Menge Türen. Nämlich all jene, die auf falsche Wege führen. Und es bleiben nur noch die "guten Wege" übrig.
Und das sind dann womöglich gar nicht mehr so viele.
@lucan-7 Das klingt als wärst du traurig, wenn Türen, die zu Zerstörung und Tod usw. führen, geschlossen werden...
Das klingt als wärst du traurig, wenn Türen, die zu Zerstörung und Tod usw. führen, geschlossen werden...
Das nicht.
Aber ich frage mich, ob Freiheit in diesem Zusammenhang etwas Gutes ist oder nicht...
@lucan-7 Ja, und?
Betrachtest du das als Verlust?
Betrachtest du das als Verlust?
Da bin ich mir eben nicht sicher.
Natürlich ist es gut, wenn man den "guten Weg" wählt.
Aber es hat dann nicht mehr viel mit Freiheit zu tun.
Vielleicht bedeutet das ja, dass "Freiheit" eben nicht nur positiv ist... aber an der Stelle wird es gefährlich, denn aus genau diesem Grund sehen Regierungen "Freiheit" ja auch mit Misstrauen.
Ich denke, wenn wir "Freiheit" als etwas Positives sehen wollen, dann brauchen wir eine "verantwortungsvolle Freiheit" - und "Verantwortung" stellt dann eben auch eine Einschränkung dar.
@lucan-7 Nun ja - wenn ich eine Straße langfahre und da sind an den Seiten Leitplanken, dann ist meine 'Freiheit', in der Pampa zu landen, eingeschränkt...
@chai xD Ist das Beispiel nicht schlecht? Im Ausland gibts die nicht immer. Und auf Landstraßen ,... bin mir gerade nicht sicher ... auch nicht
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai xD Ist das Beispiel nicht schlecht?
Keine Ahnung, was Besseres fiel mir auf die Schnelle nicht ein.
Im Ausland gibts die nicht immer.
Und auf Landstraßen ,... bin mir gerade nicht sicher ... auch nicht
Was ja wiederum bedeutet, dass man sich nicht immer eingeschränkt fühlen muss 😉
Dann kann man ja theoretisch auf den Acker oder den Berg runter fahren ...
Nun ja - wenn ich eine Straße langfahre und da sind an den Seiten Leitplanken, dann ist meine 'Freiheit', in der Pampa zu landen, eingeschränkt...
Da geht es um Fragen der Sicherheit. Es wird sicher niemand auf die Idee kommen, an einer Treppe auf das Geländer zu verzichten, um die Freiheit der Benutzer nicht einzuschränken, dort herunterfallen zu können...
Aber wie steht es um die Freiheit, ungesund zu essen und sich damit zu schaden? Oder Drogen zu konsumieren?
Da fängt es dann an...
@lucan-7 Uff ...
Warum stellt Verantwortung eine Einschränkung dar?
Ich hab mich in den letzten Jahren von allem frei gemacht, was mich im Leben und in meiner freien selbstbestimmten Entfaltung behindert hat (Jobcenter, Betreuung ... wobei die mich eigentlich auch unterstützt hat dahin zu kommen, wo ich jetzt bin, eigene Wohnung (nicht frei gemacht aber frei geworden in ihr), toxische Menschen) und klar heißt das, dass ich jetzt die Verantwortung für alles selbst tragen muss, aber ich liebe es. Ich sehe das nicht als was Negatives.
und klar heißt das, dass ich jetzt die Verantwortung für alles selbst tragen muss, aber ich liebe es. Ich sehe das nicht als was Negatives.
Das glaube ich dir.
Worin genau besteht denn deine Freiheit jetzt? Inwiefern siehst du dich als "frei"... oder inwiefern wärst du es gerne?
@lucan-7 Meine Freiheit besteht darin, dass ich niemanden mehr um mich rum hab, der mir sagt, was ich tun oder lassen soll, und darin, dass ich meine (Lebens-)Zeit völlig frei gestalten kann und ich liebe beides so sehr!
Meine Freiheit besteht darin, dass ich niemanden mehr um mich rum hab, der mir sagt, was ich tun oder lassen soll, und darin, dass ich meine (Lebens-)Zeit völlig frei gestalten kann und ich liebe beides so sehr!
Das wäre dann also "Freiheit von Zwängen". Das kommt vermutlich auch dem am Nächsten, was Paulus unter "Freiheit" verstanden hat.
Nö... eigentlich schliessen sich eine Menge Türen. Nämlich all jene, die auf falsche Wege führen. Und es bleiben nur noch die "guten Wege" übrig.
Wenn du frei davon bist, alles durch eine trotzige Brille zu betrachten, dann bist du wirklich frei. Dann erkennst du, dass es nicht nur Tür A und Tür B gibt. Dann bist du ganz du in deinem Tun.
@mariposa22 Meinst mit der "trotzigen Brille", dass er die Augen vor den Türen verschließt?
Was gibt es denn noch, außer Tür A und B, neugierig gefragt?
Jein, ich meine mit der trotzigen Brille, einfach alles zu bewerten und in Schubladen einzuteilen, und zwar nicht um Gefahren zu entgehen, sondern um die eigene Überlegenheit zu sichern. Damit meine ich jetzt nicht explizit Lucan, sondern alle, die denken, dass ihre Betrachtung der Realität die einzig wahre ist.
Zu deiner Frage zu den Türen: wenn du vor einer Entscheidung stehst, gibt es doch so viel mehr als zwischen zwei Optionen zu wählen. Man könnte z.B. in Gottvertrauen abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Keine Tür ist die einzige gute Tür und keine Tür, die einzige, die ins Verderben führt, die Wege, die wir gehen, sind viel komplexer. Nicht jede gute Absicht führt zu etwas Gutem, und oft sind sogar schlechte Absichten für etwas gut.
ich meine mit der trotzigen Brille, einfach alles zu bewerten und in Schubladen einzuteilen, und zwar nicht um Gefahren zu entgehen, sondern um die eigene Überlegenheit zu sichern.
Ich denke, dass sind zwei verschiedende Dinge. "Bewerten und in Schubladen einordnen" tun wir ja alle ständig - irgendwie muss man sich ja in dieser Welt orientieren.
Kritisch wird es erst dann, wenn man diese Einordnung für die einzige wahre Ansicht hält...
"Bewerten und in Schubladen einordnen" tun wir ja alle ständig - irgendwie muss man sich ja in dieser Welt orientieren.
Du hast nach der Freiheit im Christentum gefragt. Und genau hier sehe ich die Freiheit. Durch den Heiligen Geist müssen wir eben nicht mehr alles bewerten. Auch erleben wir uns nicht als unfrei, wenn wir Gottes Willen tun, weil dieser Wille ja auch aus uns selbst kommt.
Na weil wir das Vertrauen haben, auch ohne aktives Bewerten durchs Leben zu kommen. Das heißt übrigens nicht, dass wir mit Scheuklappen durch die Welt laufen und uns kein Urteil mehr erlauben, manche Bewertungen drängen sich ja förmlich auf. Aber wir haben unser Gehirn nicht mehr ständig im Bewertungsmodus laufen, so ist es bei mir jedenfalls.
@mariposa22 Ah, im ersten Absatz weiß ich, was du meinst, und da muss ich gestehen, selbst ein bisschen aufpassen zu müssen. Ist mir bei mir auch schon aufgefallen.
Das ist sowas wie "es ist nicht alles nur schwarz oder weiß". Da hab ich tatsächlich auch meine Schwierigkeiten, ich sehe in dem Fall welche Farbe überwiegt und entscheide danach.
Was ist ein Gebiet?
@lucan-7 Also die Empfehlung zur Ehelosigkeit bei Paulus ergibt sich meiner Meinung nach recht deutlich formuliert aus einer Naherwartung der zweiten Wiederkehr Christi, die er wie andere ihrer Zeit möglichst zur Lebzeit prognostizierte. Selbst in der späteren Offenbarung nach Johannes findet sich jene Erwartungshaltung gleich zu Anfang recht eindeutig formuliert, woraus folgt das dies ein wichtiger Aspekt früher Lehre gewesen sein muss. Hieraus allein wird schon ersichtlich, das Paulus Argumentation - im übrigen ganz konform zum rabbinischen und pharisäischem Judentum, situativ gedacht und nicht dogmatisch definiert war. Dies bedeutet die sog. Leibfeindlichkeit sowie das Ideal der Ehelosigkeit finden ihre Begründung in der Heiligung für jenes Ereignis, sie waren nicht gedacht als dogmatisch fortschreitend gültige Lebensregel und insbesondere nicht als Maßstab zur Gestaltung christlicher Gesellschaft in der Welt. Man würde dem Autor (oder den Autoren?) meiner Meinung nach Unrecht tun, dies zu versuchen. Wenn man also Paulus im Sinne einer allgemeinen Glaubenslehre heranziehen will (was ich nach eigenem Studium ausdrücklich ablehne), dann ist es ratsam sich auf jene Aspekte seiner Briefe zu konzentrieren, in denen der literarische Autor Forderungen universell begründet. Dies ist tatsächlich nicht viel:
1. Paulus ist der wahre Apostel und allein er Vermittler wie Verfüger der göttlichen Lehre nach Jesus Auferstehung für alle Heiden. Mag der Gläubige Jesus Wirken und Lehre vor seiner Auferstehung auch kennen, so muss (und implizit hieraus folgend darf) der gläubige Christ ihn nach Paulus nun ausdrücklich nicht mehr kennen.
2. Erlösung durch Glauben an Jesus als finales (und eindeutig gemäß der Argumentation logisch notwendig als solches zu verstehendes) Menschenopfer nach dem Schema der 'ǎqedat jiṣḥaq bei Ignorierung aller Stellen des Tanach aus dem wiederum eindeutig hervorgeht, das Menschenopfer Gott ein Gräul sind sowie der Tatsache, das in den hebräischen Schriften wie auch immer geartete Opfer gar keine zwingende Bedingung zur Vergebung vor Gott darstellen, der rituelle Opferdienst jedoch rein ethnisch definiertem Israel allein in Reaktion auf einen Bundesbruch geboten worden sein soll.
3. Der Notwendigkeit einer Bewährung des Glaubens durch Werke selbstloser Nächstenliebe aus dem Glauben heraus. DIes sei nach der Auferstehung möglich, weil das Menschenopfer die Bedingung zur exemplarischen Auferstehung Jesus als אָדָם קַדְמוֹן, dem ursprünglichen Menschen gewesen sei, und dieser auferstandene neue Mensch im Sinne des Menschensohnes eine ursprüngliche Qualität der Schöpfung wiederherstellt, welche es dem Gläubigen durch seinen Glaubensakt (noch nicht Transfiguration oder Mysterium der Eucharistie) ermöglicht hieran Anteil wie Transformation gleich Jesus zu finden.
4. Die Lehre der Toleranz gegenüber andersartiger Glaubenspraxis nach der Regel des schwachen und starken Glaubens.
5. Das Essen von Götzen geweihtem Fleisch als Zeichen starken Glaubens.
6. Die prinzipielle Minderwertigkeit von Frauen mit der Begründung des literarischen Autors, das jene aus funktionalen Gründen aus einer Rippe? des Mannes geschaffen wurde und ihre Unterordnung unter dem Mann in wörtlicher Lesung damit der göttlich gewollten Schöpfungsordnung entspreche; wiederum unter Ignorierung der Lehre, das Mann und Frau ein Fleisch bilden sollen sowie sämtlicher Tradition jüdischer Glaubenspraxis inklusive Ignoranz gegenüber Jesus eigener Glaubenspraxis wie Lehre, die jene eindeutig bestätigt und sogar hervorhebt (sonst macht das Scheidungsgebot nämlich gar keinen Sinn). Darüber hinaus muss man auch die ganze, frühe Kirchengeschichte ignorieren, welche anhand archäologischer Funde weibliche Priester sowie literarisch Diakone und im einzelnen auch Gemeindeleiter dokumentiert.
7. Ein didaktisch strategisch ausgerichtetes, relatives Verständnis zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Lügen nach moderner Auffassung ist ausdrücklich angebracht, wenn dies der Bekehrung dient. Der Zweck heiligt für den literarischen Autor die Mittel.
8. Paulus allein ist zu folgen, selbst wenn ein Engel des Herrn eine andere Botschaft verkünden würde. Sein Geltungsanspruch ist absolut, weil direkte Offenbarung Gottes oder Jesus (je nach Adressat versteht sich), für die der literarische Paulus keines weiteren Zeugen bedarf - allein sein Wort genügt.
9. Honotheismus: Es gäbe zwar viele Herren und Götter, aber für den Gläubigen gelte nur einer. Alles andere sind dämonische Götter und Herren.
Mal kurz dazwischen:
Paulus ist der wahre Apostel und allein er Vermittler wie Verfüger der göttlichen Lehre nach Jesus Auferstehung für alle Heiden. Mag der Gläubige Jesus Wirken und Lehre vor seiner Auferstehung auch kennen, so muss (und implizit hieraus folgend darf) der gläubige Christ ihn nach Paulus nun ausdrücklich nicht mehr kennen.
Wie verhält sich der historische Jesus zu dem Christus, den Paulus verkündet?
@martha ich denke der literarische Paulus hat explizit deutlich gemacht, das der historische Jesus gegenüber dem auferstandenen seiner visionären Offenbarung keinerlei Bedeutung haben soll. Soweit mein derzeitiger Studienstand. Liebe Grüße
Veröffentlicht von: @claudius@martha ich denke der literarische Paulus hat explizit deutlich gemacht, das der historische Jesus gegenüber dem auferstandenen seiner visionären Offenbarung keinerlei Bedeutung haben soll. Soweit mein derzeitiger Studienstand. Liebe Grüße
Woher weißt Du, was Gottes Wille ist, wenn Du nicht weißt, wie der historische Jesus war? In Jesus Christus wurde Gott Mensch und hat uns gezeigt, wie er und was sein Wille ist. Den historischen Jesus als bedeutungslos einzustufen stuft die Offenbarung Gottes als bedeutungslos ein.
Für mich bleibt es ein Spannungsfeld, das ich so interpretiere:
Jesus argumentiert innerhalb einer jüdischen Debatte.
Paulus muss eine grenzüberschreitende Gemeinde aus Juden und Heiden organisieren.
Sein sich ihm geoffenbarter Christus muss sich für mich am historischen Jesus messen lassen.
Und natürlich an allen Heils- und Gemeindemodellen in der "nachösterlichen Heidenwelt".
@lucan-7 Die christliche Freiheit ist keine Freiheit von, sondern eine Freiheit für... "nicht in der Freiheit, euren sündigen Neigungen nachzugeben, sondern in der Freiheit, einander in Liebe zu dienen." (Gal 5,13)
Die christliche Freiheit ist keine Freiheit von, sondern eine Freiheit für... "nicht in der Freiheit, euren sündigen Neigungen nachzugeben, sondern in der Freiheit, einander in Liebe zu dienen." (Gal 5,13)
Wenn man in Liebe zueinander dienen muss... was hat das dann mit "Freiheit" zu tun?
Es steht doch fest, wie die Sache auszusehen hat.
@lucan-7 ein „muss“ lese ich nirgendwo, dennoch unterscheidet die Schrift, ob wir dem Herrn oder der Sünde dienen. Die Schrift sagt uns, worin unsere Bestimmung zur Freiheit liegt, aber ob Du dieser Bestimmung entsprechen willst, ist zumindest in Deinen Alltagsentscheidungen Dir überlassen. Due christliche Erwähltheit lässt Dir immer den Spielraum.
Generell würde ich sagen, findet wirkliche Freiheit erst in einer Beziehung zum Du „Verwirklichung“… auch die Beziehung zwischen Vater und Sohn verwirklicht sich im Heiligen Geist.
Freiheit, die sich im „Ich“ verschränkt, ist keine Freiheit im christlichen Sinne. Denn die Freiheit Christi zielt auf Dein Heil ab. Dieses verwirklicht sich nicht in der Ich-Bezogenheit, die vielmehr die Quelle des Unheils ist.
ein „muss“ lese ich nirgendwo, dennoch unterscheidet die Schrift, ob wir dem Herrn oder der Sünde dienen. Die Schrift sagt uns, worin unsere Bestimmung zur Freiheit liegt, aber ob Du dieser Bestimmung entsprechen willst, ist zumindest in Deinen Alltagsentscheidungen Dir überlassen. Due christliche Erwähltheit lässt Dir immer den Spielraum.
Nein, diesen Spielraum sehe ich hier nicht. Als Christ ist man gehalten, das Richtige zu tun. Da mag es manchmal mehrere Wege zum Ziel geben, aber die Möglichkeiten sind beschränkt.
Deshalb ergibt "Freiheit" im christlichen Sinne auch nur dann Sinn, wenn man sie als "Freiheit von der Sünde" betrachtet - man ist also frei von den Zwängen des Fleisches oder was immer einen davon abhält, das Richtige zu tun.
Und es ergibt natürlich auch nur dann Sinn, wenn das "Richtige" dann auch das ist, was man selber eigentlich tun will...
Ich sehe hier nicht die geringste Einschränkung der Freiheit.
Wir haben keinen Glaubenszwang, d.h. die Entscheidung zum Glauben ist eine Entscheidung in Freiheit, die bestimmte Folgen hat, wenn man sie trifft. Aber diese Folgen sind freiwillig
Nehmen wir mal an, Du entscheidest Dich aus Überzeugung, Veganer zu werden. Ist es dann wirklich eine Einschränkung der Freiheit, keine tierischen Produkte mehr zu nutzen? Ich finde nicht, denn Du kannst es ja jederzeit, nur bist Du dann eben kein Veganer mehr.
VG
Chey
Nehmen wir mal an, Du entscheidest Dich aus Überzeugung, Veganer zu werden. Ist es dann wirklich eine Einschränkung der Freiheit, keine tierischen Produkte mehr zu nutzen? Ich finde nicht, denn Du kannst es ja jederzeit, nur bist Du dann eben kein Veganer mehr.
Natürlich ist das eine Einschränkung der Freiheit. Wobei es im Falle des Veganers kein allmächtiges Wesen gibt, das einen jederzeit beobachtet und mit dem man es sich verscherzen könnte, falls man sich doch einmal eine Bratwurst genehmigt.
Falls man an eine ewige Hölle glaubt, dann ist die Sache ohnehin klar. Aber auch wenn man "nur" auf eine Erlösung hofft: Es gilt, klare Regeln zu befolgen. Und die sind für Christen noch einmal strenger als für andere Menschen.
Deshalb ergibt es nur auf andere Weise Sinn, wenn man nämlich davon ausgeht, dass diese strengen Regeln eigentlich genau das sind, was man im Innersten tatsächlich möchte. Wenn der christliche Glaube letztlich zufrieden macht und erfüllt, dann wäre die "Freiheit" dieses Glaubens eben nicht die Möglichkeit, auch böse oder schlechte Dinge zu tun, sondern der Umstand, von Zwängen befreit zu sein, die einen bisher daran gehindert haben das zu tun, was man eigentlich in seinem Innersten tun wollte.
Was im übrigen nicht bedeutet, dass das auch der leichtere Weg sein muss... das "Richtige" zu tun, selbst wenn man es will, ist ja oft der sehr viel schwerere Weg.
@lucan-7 Anderes Beispiel: Es wird (oder wurde) ja immer mal wieder gesagt, dass Frauen die Möglichkeit haben sollen, sich zu entscheiden, ob bzw. wie lange sie nach der Geburt ihrer Kinder zuhause bleiben wollen. Dann gibt's eine Zeitlang Elterngeld, aber wenn sie dann nicht (oder nicht so schnell) wieder in den Beruf zurückkehren, bringt das finanzielle Einschränkungen mit sich.
Das ist keine göttliche Willkür, sondern es wurde von der Politik so beschlossen.
@lucan-7 Ich finds immer wieder befremdlich, wie du ... ich sag mal es negierst, dass man böse oder schlechte Dinge nicht tun sollte, ich verstehe das nicht. Willst du das so dringend?
dann wäre die "Freiheit" dieses Glaubens (...) der Umstand, von Zwängen befreit zu sein, die einen bisher daran gehindert haben das zu tun, was man eigentlich in seinem Innersten tun wollte.
So hab ich das verstanden; wir müssen nicht den bösen und schlechten Zwängen nachgeben.
Ich habe durch meine "Aufarbeitung mit KI" verstanden, wie schlechte Menschen vorgehen anderen das Gefühl zu geben, sie hätten keine andere Wahl. Wenn man durch diese Hölle mal gegangen und das verstanden hat, kann man widerstehen (so wie es ja auch gewollt ist, wir sollen dem Teufel widerstehen).
Insofern kann ich für mich sagen von den Zwängen befreit zu sein, die mich davon abgehalten haben, wirklich mich selbst frei zu entfalten.
Ich finds immer wieder befremdlich, wie du ... ich sag mal es negierst, dass man böse oder schlechte Dinge nicht tun sollte, ich verstehe das nicht. Willst du das so dringend?
Die Frage verstehe ich jetzt nicht so richtig... was meinst du?
Ich finde es ja selber komisch, wenn Christen sich als "frei" betrachten, weil sie ja auch etwas Böses tun könnten.
Natürlich gibt es hier verschiedene Perspektiven. Ich selber habe ja behauptet, dass man nach dieser Definition "unfrei" wäre, wenn man innerhalb der christlichen Parameter bleibt. Denn dann muss man ja ein guter Mensch sein und darf nichts Böses tun.
Die andere Perspektive lautet, dass Menschen zwanghaft ihren Trieben unterliegen, auch "Fleisch" genannt. Das treibt uns zu Gier, Eifersucht, Neid und allen möglichen unguten Dingen, die uns daran hindern, das zu tun, was wir eigentlich wirklich wollen.
Der "Geist" befreit uns dann von diesen Zwängen, weil man als Christ neu geboren wird. Und dann kann man endlich das Gute tun, was man eigentlich tun will - man ist dann "frei".
Äußerlich mag beides recht ähnlich scheinen, aber ich sehe da schon einen ganz erheblichen Unterschied, ob man "frei" ist, weil man vom Bösen befreit wurde - oder ob man "frei" ist, weil man auch etwas Böses tun könnte.
@lucan-7 Ich finde Deine Gedanken höchst philosophischer Natur.
Aber irgendwie hat's was von 'Ich fühl mich unfrei, weil ich auf der A81 nicht in entgegengesetzter Richtung fahren darf'. Auch diese 'Unfreiheit' schränkt mich ja (gefühlt) ein.
@chai Ich erkenne die Philosophie nicht, nur die A81...
@samira-jessica Die Philosophie ist 'Ich bin nur frei, wenn ich auch Böses tun dürfte'.
Und die ist halt auch in vollkommen unreligiösen Bereichen nicht haltbar.
Zudem kam mir noch ein Beispiel in den Sinn.
Bei uns in der Ecke läuft eine Muslima (vielleicht sind's auch zwei, lässt sich ja nicht erkennen) im schwarzen Gewand von oben bis unten incl. Gesicht spazieren. Wird als Religions'freiheit' verkauft - ich selber empfinde es als unfrei.
Bei uns in der Ecke läuft eine Muslima (vielleicht sind's auch zwei, lässt sich ja nicht erkennen) im schwarzen Gewand von oben bis unten incl. Gesicht spazieren. Wird als Religions'freiheit' verkauft - ich selber empfinde es als unfrei.
Das ist aber defacto Religionsfreiheit. Sie hat dieses Ding ja vielleicht auch freiwillig an? Man schließt besser nicht von sich auf andere.
Das ist aber defacto Religionsfreiheit. Sie hat dieses Ding ja vielleicht auch freiwillig an?
Von wem stammt denn die Idee, dass sich Frauen derartig zu verhüllen haben?
Mir ist keine Kultur bekannt, wo dieses Bestreben von den Frauen selbst ausgeht... und "Religionsfreiheit" bedeutet ja nicht, dass in der Religion "Freiheit" zu finden wäre.
Ganz im Gegenteil.
Veröffentlicht von: @lucan-7Von wem stammt denn die Idee, dass sich Frauen derartig zu verhüllen haben?
Ich habe bereits häufiger über das Thema mit säkularen Muslimen über diesen Punkt diskutiert und wir sind übereingekommen, dass die Vollverschleierung nicht durch den Koran gestützt | begründet werden kann. Die Burka ist demnach eine Interpretation von religiösen Hardlinern und Fundamentalisten die ›ihre‹ Schrift strengstmöglich interpretieren.
Gläubige Juden tragen eine Jarmulke (Kippa) um nicht barhäuptig vor Gott zu treten, ich nehme in der Kirche mein Kopfbedeckung ab … und gläubige Muslima tragen Kopftuch … sei es auch nur ein transparentes Seidentuch um den Glaubensvorschriften gerecht zu werden.
Lange Rede, kurzer Sinn … ich wage zu behaupten dass die Vollverschleierung weder von Gott, dem | den Propheten oder der Schrift stammt … sondern vom fehlbaren Menschen.
"Religionsfreiheit" bedeutet ja nicht, dass in der Religion "Freiheit" zu finden wäre.
Nein, sondern dass jeder seine Religion ausüben darf ohne dass er dafür Konsequenzen oder Ausgrenzung zu fürchten hätte. Das ist doch gut. Also was sollten wir dann gegen ein Kopftuch oder eine Burka haben? Es spielt gar keine Rolle, oder?
Von wem stammt denn die Idee, dass sich Frauen derartig zu verhüllen haben?
Ist das wichtig? Selbst wenn sie von Männern stammt, die nicht wollen, dass ein anderer Mann ihre Frau sieht- muss ich mich da einmischen? Kann ich die Menschen der Freiheit wegen nicht einfach „ihr Ding/ ihre Religion“ machen lassen?
Für uns ist das undenkbar, sich durch eine derartige Verschleierung nicht in seinen Grundrechten beschnitten zu fühlen- für andere Menschen hat das eine ganz andere Bedeutung (welche auch immer).
Ich finde der Respekt vor anderen Religionen gebietet mir, diese Art der Kleidung ohne Murren zu akzeptieren.
Dass die Frauen sich darunter unfrei fühlen, könnte auch nur in unseren Gedanken so sein- ich habe noch nie tatsächlich eine Muslima danach gefragt, wie das für sie ist (auch nicht mit dem Kopftuch).
Ist das wichtig? Selbst wenn sie von Männern stammt, die nicht wollen, dass ein anderer Mann ihre Frau sieht- muss ich mich da einmischen? Kann ich die Menschen der Freiheit wegen nicht einfach „ihr Ding/ ihre Religion“ machen lassen?
Wenn du wüsstest, dass dein Nachbar seine Frau im Haus einsperrt und sie nicht nach draussen lässt... würdest du ihn dann auch "sein Ding" machen lassen?
Wo setzt du da die Grenze an?
Ich kenne da persönlich einige Geschichten. Zum Beispiel die von einem intelligenten Mädchen. Hat hier in Deutschland Abitur gemacht, hat sich verliebt, wollte eine Familie gründen. Aber ihre Familie war dagegen und hat sie unter Drohungen gezwungen, einen anderen, viel älteren Mann zu heiraten, denn sie nicht wollte. Mit dem musste sie dann Kinder haben... und jetzt lebt sie ein Leben, das nicht ihres ist, sondern das ihrer Eltern.
"Religionsfreiheit" mag ein hohes Gut sein. Aber es gibt auch Religionen, die unfrei machen, und Menschen daran hindern, so zu leben, wie sie es unserem Grundgesetz nach eigentlich können sollten.
Dass die Frauen sich darunter unfrei fühlen, könnte auch nur in unseren Gedanken so sein- ich habe noch nie tatsächlich eine Muslima danach gefragt, wie das für sie ist (auch nicht mit dem Kopftuch).
Tja.
Ich schon. Nicht die mit der Vollverschleierung - die lassen sich kaum blicken, und oft sprechen sie kein Deutsch.
Aber mit den Töchtern habe ich gesprochen... die so etwas gar nicht wollen, aber trotzdem unter so einem Umhang landen werden, weil es von ihnen verlangt wird. Sobald die Schulpflicht vorbei ist, natürlich - denn dann kommt der Staat nicht mehr ran.
Nix mit Freiheit. Nix Deutschland. Nur Familie und eine Religion, die Frauen einsperrt.
Wenn du wüsstest, dass dein Nachbar seine Frau im Haus einsperrt und sie nicht nach draussen lässt... würdest du ihn dann auch "sein Ding" machen lassen?
Wo setzt du da die Grenze an?
Das stimmt natürlich. Ich würde sofort die Polizei rufen. Die Grenze ist bei mir auch da, vielleicht nur an einer anderen Stelle.
Du erzählst Sachen, die alles andere als menschenwürdig sind und mich ratlos sein lassen - weil ich natürlich nicht will, dass diese Mädchen/Frauen in solcher totaler Unfreiheit aufwachsen und leben müssen.
Ich habe das nur nicht damit in Verbindung gebracht.
Du erzählst Sachen, die alles andere als menschenwürdig sind und mich ratlos sein lassen - weil ich natürlich nicht will, dass diese Mädchen/Frauen in solcher totaler Unfreiheit aufwachsen und leben müssen.
Ich habe das nur nicht damit in Verbindung gebracht.
Es ist halt ein schwieriges Thema. Der Punkt ist halt, dass es verschiedene Varianten des Islam gibt, und man da genau unterscheiden muss. Und es reicht halt nicht, dass die Leute keine Bomben legen, um damit als "friedlich" und "gemäßigt" zu gelten, denn das sind sie deshalb noch lange nicht.
Ich kenne Frauen, die freiwillig zum Islam konvertiert und dort glücklich sind. Das muss man respektieren. Viele Mädchen tragen ihr Kopftuch mit Stolz, auch das ist völlig in Ordnung.
Aber es gibt eben oft auch eine düstere Seite, und die sollte man auch nicht völlig ausklammern, wenn wir über den Islam in Deutschland sprechen. Denn die Ansichten vieler dieser Leute sind mit den Werten unseres Landes absolut nicht zu vereinbaren.
Denn sie nehmen für sich selbst zwar die "Religionsfreiheit" in Anspruch - kämen aber nie auf die Idee, ihren Kindern so etwas wie "Religionsfreiheit" zuzugestehen.
Darüber sollte gesprochen werden, und das Thema sollte man weder den Linken (Die in dieser Hinsicht alles ignorieren) noch den Rechten (Die in dieser Hinsicht alles übertreiben) überlassen.
Aber es gibt eben oft auch eine düstere Seite, und die sollte man auch nicht völlig ausklammern, wenn wir über den Islam in Deutschland sprechen
Ja, das war mir tatsächlich nicht klar. Ich kenne ein Mädchen, das von zu Hause ausgebüxt ist in Teenagerjahren um dem zu entgehen und es auch geschafft hat, sich von der Familie zu lösen. Aber das ist 35 Jahre her…und auch der einzige Fall, den ich kenne.
Eine lustige Begegnung gab es mit einer Burka tragenden Frau, als mein damals Jüngster fragte, ob „das da ein Gespenst sei“? So süss 🥰…
Die Frau meinte darauf hin zu mir, ob sie ihn erschreckt hätte…in perfektem Hochdeutsch. Das hatte ich so auch nicht erwartet und ich frage mich bis heute, ob es wohl eine konvertierte Deutsche gewesen ist…
@stern Das ist ja ein weites Feld.
Und so wenig ich abstreiten mag, dass manche Frauen ihr Kopftuch freiwillig tragen, so wenig überzeugt bin ich davon, dass da nicht oft auch Zwang oder Abgrenzung dahinter steckt.
Aber gerade bei den komplett vermummten Frauen (kann man bei 40° wirklich freiwillig unter mehreren Lagen Stoff incl. Handschuhen daherwallen??? Und warum läuft der Mann in kurzen Hosen und T-Shirt rum???) kommt für mich tatsächlich noch der Aspek der Unsichtbarkeit dazu. Die Frauen machen sich unsichtbar oder werden unsichtbar gemacht - es ist ja auch für das Gegenüber nicht komplett unwichtig zu sehen, mit wem man es zu tun hat.
Mir war der Aspekt, den Lucan angesprochen hat, nicht so klar. Ich habe einfach zu wenig Berührungspunkte mit islamischen Familien.
Dem Unsichtbarsein hinter dem Schleier kann ich sogar was abgewinnen…man muss sich um keine Blicke mehr sorgen und kann eigentlich ganz bei sich sein - völlig unabhängig von Frisur, Figur und sonstigem Tagesformat. Ein Schutzraum sozusagen. Hat auch was für sich, so ganz nur doof ist das nicht. (Mal abgesehen von der religiösen Seite.)
Veröffentlicht von: @sternMir war der Aspekt, den Lucan angesprochen hat, nicht so klar. Ich habe einfach zu wenig Berührungspunkte mit islamischen Familien.
Dem Unsichtbarsein hinter dem Schleier kann ich sogar was abgewinnen…man muss sich um keine Blicke mehr sorgen und kann eigentlich ganz bei sich sein - völlig unabhängig von Frisur, Figur und sonstigem Tagesformat. Ein Schutzraum sozusagen. Hat auch was für sich, so ganz nur doof ist das nicht. (Mal abgesehen von der religiösen Seite.)
Ich halte dieses 'Unsichtbarsein' für ziemlich blöd.
Stell Dir vor, Du hast kein Gesicht, keine Stimme - Du bist einfach nur ein schwarzer Schleier.
Und auch Dein Gegenüber sieht keine Person, sondern einfach nur einen schwarzen Schleier.
@chai Wäre ich eine Frau … wäre ich nicht nur ein ergrauter alter weißer Mann mit (ebenfalls grauem) Rausche-Bart … hätte ich ein apartes Äußeres und wollte nicht, dass mich die Lustgreise anstarren und mir hinterhersabbern … dann würde ich mich vielleicht auch verhüllen wollen.
Aber auch diese Frage ist akademisch.
Und auch Dein Gegenüber sieht keine Person, sondern einfach nur einen schwarzen Schleier.
Das ist zwar gewöhnungsbedürftig…aber eine Stimme und eine Kommunikation ist ja dabei trotzdem möglich…
Für einen längeren Kontakt (also keinen flüchtigen) würde ich mir aber auch das Gesicht zur Stimme wünschen, das stimmt.
Veröffentlicht von: @sternUnd auch Dein Gegenüber sieht keine Person, sondern einfach nur einen schwarzen Schleier.
Das ist zwar gewöhnungsbedürftig…aber eine Stimme und eine Kommunikation ist ja dabei trotzdem möglich…
Für einen längeren Kontakt (also keinen flüchtigen) würde ich mir aber auch das Gesicht zur Stimme wünschen, das stimmt.
Der einzige Gedanke, der mir hierzu problematisch erscheint, ist das gesetzliche Vermummungsverbot (Kollisionsgefahr von staatlicher Gewalt und Personenfreizügigkeit | Glaubensfreiheit) … und natürlich davon unberührt auch die Tatsache, dass ich (rein persönlich) dem Gegenüber beim Gespräch ins Gesicht gucken möchte, denn non-verbale Kommunikation findet auch über die Mimik statt.
Veröffentlicht von: @katechonDer einzige Gedanke, der mir hierzu problematisch erscheint, ist das gesetzliche Vermummungsverbot (Kollisionsgefahr von staatlicher Gewalt und Personenfreizügigkeit | Glaubensfreiheit) … und natürlich davon unberührt auch die Tatsache, dass ich (rein persönlich) dem Gegenüber beim Gespräch ins Gesicht gucken möchte, denn non-verbale Kommunikation findet auch über die Mimik statt.
Mimik, Blickkontakt - das sind Mittel der Kommunikation.
Lustigerweise ist das selbst dem Hund wichtig. Bei dem läuft ja auch viel über Blickkontakt.
Dem Unsichtbarsein hinter dem Schleier kann ich sogar was abgewinnen…man muss sich um keine Blicke mehr sorgen und kann eigentlich ganz bei sich sein - völlig unabhängig von Frisur, Figur und sonstigem Tagesformat. Ein Schutzraum sozusagen. Hat auch was für sich, so ganz nur doof ist das nicht.
Grundsätzlich ist es eine Frage der persönlichen Freiheit. Wenn man gerne so herumlaufen will... bitte sehr.
Wenn es denn freiwillig ist und man eine echte Wahl hat, aus einer souveränen und selbstbestimmten Position heraus.
Und eben das ist meist nicht der Fall. Das heisst nicht, dass alle diese Frauen unglücklich sind... aber eine echte Wahl hatten sie eben auch nicht.
Wenn es denn freiwillig ist und man eine echte Wahl hat, aus einer souveränen und selbstbestimmten Position heraus.
Und eben das ist meist nicht der Fall. Das heisst nicht, dass alle diese Frauen unglücklich sind... aber eine echte Wahl hatten sie eben auch nicht.
Ist halt die Frage, was höher zu bewerten ist: die persönliche subjektive Empfindung oder ein allgemeines Freiheitsgebot für jedes Individuum…das finde ich für mich auch schwierig zu beantworten.
Ist halt die Frage, was höher zu bewerten ist: die persönliche subjektive Empfindung oder ein allgemeines Freiheitsgebot für jedes Individuum…das finde ich für mich auch schwierig zu beantworten.
"Freiheit" schliesst die Freiheit ein, in so einem Sack herumzulaufen, wenn man es denn unbedingt will.
Nur die Wahl sollte man halt haben.
"Freiheit" schliesst die Freiheit ein, in so einem Sack herumzulaufen, wenn man es denn unbedingt will.
Nur die Wahl sollte man halt haben.
Aber müssen die Menschen, wenn sie glücklich sind (also kein Gefühl des Mangels erleben und sich damit auch nicht als unfrei sehen)unbedingt eine Wahl haben?
Aber müssen die Menschen, wenn sie glücklich sind (also kein Gefühl des Mangels erleben und sich damit auch nicht als unfrei sehen)unbedingt eine Wahl haben?
Wenn sie in einem freien Land leben, dann sollten sie auch an der Freiheit dieses Landes teilhaben können, so wie sie sich eben bietet.
Einschränkungen gibt es ja eh schon genug, weil ja nicht alle Menschen die gleichen Voraussetzungen und Möglichkeiten haben.
Wenn sie in einem freien Land leben, dann sollten sie auch an der Freiheit dieses Landes teilhaben können, so wie sie sich eben bietet
Ja, für unser Land ist das nachvollziehbar.
Ich meinte es mehr grundsätzlich. Manchmal denke ich (und ich kann mich dunkel erinnern, dass ich auch eine Studie dazu gelesen habe) dass eine Wahl das subjektive Glücksempfinden nicht erhöht, im Gegenteil .
Ich meinte es mehr grundsätzlich. Manchmal denke ich (und ich kann mich dunkel erinnern, dass ich auch eine Studie dazu gelesen habe) dass eine Wahl das subjektive Glücksempfinden nicht erhöht, im Gegenteil .
Das stimmt. Viele empfinden das als anstrengend.
Das mag für manche auch den Reiz einer strengen Religion mit klaren Vorschriften ausmachen... das Leben ist geregelt, man muss nicht mehr viel nachdenken und weniger Verantwortung übernehmen, weil ja alles klar ist.
Denn dann muss man ja ein guter Mensch sein und darf nichts Böses tun.
Für mich liest es sich so, als würdest du dagegen sein, vermeintlich nichts Böses oder Schlechtes tun zu können, wenn du dich an die Gesetze hältst.
Die andere Perspektive lautet, dass Menschen zwanghaft ihren Trieben unterliegen, auch "Fleisch" genannt. Das treibt uns zu Gier, Eifersucht, Neid und allen möglichen unguten Dingen, die uns daran hindern, das zu tun, was wir eigentlich wirklich wollen.
Wir unterliegen ihnen nicht, wir können entscheiden ihnen nachzugeben oder auch nicht, auch wenn es schwer sein mag. Was für eine schreckliche Welt wäre es, wenn wir alle triebgesteuerte Menschen wären und ihnen ausnahmslos maßlos nachgeben würden .. oder müssen, so wie du es formulierst?!
... einen ganz erheblichen Unterschied, ob man "frei" ist, weil man vom Bösen befreit wurde - oder ob man "frei" ist, weil man auch etwas Böses tun könnte.
Irgendwie beides?
Wir sind frei, das Böse zu tun, und gleichzeitig davon befreit, oder können es werden, von ihm beherrscht zu werden. So hab ich das verstanden.
Veröffentlicht von: @lucan-7Nein, diesen Spielraum sehe ich hier nicht. Als Christ ist man gehalten, das Richtige zu tun. Da mag es manchmal mehrere Wege zum Ziel geben, aber die Möglichkeiten sind beschränkt.
Dass wir gehalten sind, das richtige zu tun, setzt voraus, dass wir das Falsche tun können. Sonst wäre eine moralische Bewertung unserer Handlungen überhaupt nicht möglich.
Veröffentlicht von: @lucan-7Deshalb ergibt "Freiheit" im christlichen Sinne auch nur dann Sinn, wenn man sie als "Freiheit von der Sünde" betrachtet - man ist also frei von den Zwängen des Fleisches oder was immer einen davon abhält, das Richtige zu tun.
Das hatte ich im ebenfalls letzten Abschnitt geschrieben. "Freiheit, die sich im ,Ich' verschränkt, ist keine Freiheit im christlichen Sinne."
Dennoch mahnt schon Paulus an, sich hier nicht zu sicher zu sein, denn "wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind" (2. Kor 5,6). Zwar werden uns unsere Sünden nicht mehr angerechnet, weil wir, nachdem uns die Sünde anklagte, von Gott freigesprochen wurden, aber wir werden im Fleische immer wieder Sünden begehen. Deswegen mahnt Paulus auch im Hebräerbrief an, dass jene, die abfallen, wieder vor das Gericht und in die Verdammnis gehen werden. Denn sie haben keinen Fürsprecher mehr beim Vater und ihre Sünden werden ihnen wieder angerechnet.
Christus hat uns zur Freiheit befreit (Gal 5,1), deswegen sind wir zur Freiheit berufen (Gal 5,13).
Veröffentlicht von: @lucan-7Falls man an eine ewige Hölle glaubt, dann ist die Sache ohnehin klar. Aber auch wenn man "nur" auf eine Erlösung hofft: Es gilt, klare Regeln zu befolgen. Und die sind für Christen noch einmal strenger als für andere Menschen.
"Das ganze Gesetz ist in einem einzigen Gebot erfüllt: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.‘" (Gal 5,14)
Veröffentlicht von: @samira-jessica@kerygma Das stimmt, Liebe zum Nächsten führt eigentlich automatisch zur Einhaltung der Gebote und so. Dann will man das ganze Schlechte ja auch nicht mehr tun, wenn man seine(n) Nächsten liebt.
Meines Wissens heißt es im hebräischen bei den 10 Geboten auch nicht „Du sollst nicht“, wie es immer ins Deutsche übersetzt wird, sondern „Du wirst nicht“, was eben auch diese Zuversicht anzeigt:
Es geht nicht um Verbote, sondern um die Zuversicht, dass ein gläubiger Mensch bestimmte Dinge nicht mehr tut. Meinen Nächsten werde ich nicht mehr anlügen, wenn ich in ihm den Christus sehe, Gottes Ebenbild.
@kerygma Dieser Perspektivwechsel nimmt einen gewaltigen Druck raus.
@chai Für mich ist das auch der Unterschied zwischen anderen Religionen und dem Christentum. Während andere Religionen Regeln und Gebote vorgeben, durch deren Erfüllung die Menschen zu Gott kommen will oder sich zumindest erhofft, "durch gute Führung" ins Paradies zu gelangen, weiß der Christ, dass er niemals Gott gerecht werden und sich für seine Handlungen niemals rechtfertigen kann.
Die Rechtfertigung des Christen erfolgt immer aus Gnade, niemals aufgrund seiner Werke. Die Heiligung geht niemals der Rechtfertigung voraus, sondern die Heiligung ist das Wachstum des gerechtfertigten Christen durch den Heiligen Geist. An diesem Punkt unterscheiden sich auch die christlichen Gruppen. Immer, wenn die Rechtfertigung am Ende steht und durch die Heiligung erarbeitet werden soll, haben Christen keine Heilsgewissheit. Sie denken dann "Du sollst nicht...", während das biblisch begründete Denken Christen die Einsicht schenkt: Durch die Freiheit in Gott "wirst Du nicht..."