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Ist uns Christen der Schabbat verloren gegangen?

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derBuntschnabel
Themenstarter
Beiträge : 43

Diese Fragestellung dient nicht dazu über die Frage zu diskutieren, ob der Samstag oder der Sonntag der bessere/richtigere Ruhetag ist?

Sondern um ein eher grundsätzlichere Dinge.

In Gen 2, 2f heißt es "Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte.Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte."
Gott selbst ruhte am siebten Tag von all seinen Werken. Und dabei geht es um Vollendung. Ruhe vollendet unser Werk. Ich persönlich betrachte meinen Ruhestand als Schabbat meines Lebens. Vollendung meines Lebenswerk.
Auch die Wirtschaft hat diesen Aspekt erkannt ohne ihn ganz verstanden zu haben, wenn sie davon spricht, dass man seine Erfolge feiern muss.

Der Sonntag der Tag der Auferstehung ist eher ein Tag des Aufbruchs, des Neuanfangs. Der Tag nach Schabbbat, quasi der achte Tag. Und die meisten Predigten sind weniger der Ruhe als eher dem Aufbruch geschuldet. Dazu kommt, dass wir den Sonntag mit immer mehr Freizeitaktivitäten bis zum Freizeitstress auffüllen, so dass aus meiner Sicht der Ruhetag verloren geht und so vieles in unserem Leben unvollendet bleibt.

Eigentlich brauchen wir beides: Das Konzept vom Schabbat: Ruhe und das Konzept vom Sonntag: Aufbruch.

Der Schabbat war eine weise Idee Gottes, die wieder mehr Raum in unserem Leben bekommen soll.

Soviel für den Einstieg.

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22 Antworten
Groffin
Beiträge : 1872

Hi Buntschnabel,

ein paar Gedanken dazu:
Am sechsten Tag wurde der Mensch geschaffen - aus seiner Sicht war der erste ganze Tag den er erlebte, der Tag an dem Gott ruhte.

"Ruhte" bedeutet für mich an dieser Stelle nicht, dass Gott von seiner Schöpfung *er*schöpft war und sich regenerieren musste, sondern seine Schöpfung in ihrer Vollständigkeit genoss.

So gesehen ist der erste Tag des Menschen ein ruhiger Tag, der auf eine Begegnung mit dem Schöpfer angelegt ist. Mag nun ein egozentrischer Blick sein, aber ich finde den Gedanken schön, dass Gott am ersten Tag des neugeschaffenen Menschen sich Zeit genommen hat.

Egal ob nun Sonntag, Urlaub oder Sabbatjahr - ich habe den Eindruck, dass es Menschen heute schwerer fällt, Ruhe zuzulassen. Kein Handy, keine Party, keine Aufgabenliste, die noch abgearbeitet werden muss, kein Film oder Computerspiel mit dem man sich beschäftigt, kein Telefonat und auch keine Mail, die noch schnell geschrieben werden muss, usw. - für manche eine Horrorvorstellung.
Klar kann das auch langweilig werden, aber ich denke, das soll es auch ab und zu. 😉
In der Langeweile müssen wir uns zwangsläufig mit unseren eigenen Gedanken - also mit uns selbst befassen. Das kann ganz schön nervig werden. 😀

Es gibt Forscher, die Langeweile untersuchen. Neben dem Prozess der Selbstwahrnehmung ist der Ruhezustand auch für Kreativität förderlich. Gerade künstlerische Menschen sollten daher häufiger mal eine Ruhepause einlegen. Runterzufahren und Stille zuzulassen ist dabei gar nicht so einfach, wie man denkt. Probiert man es aber aus und ist dabei konsequent, merkt man schnell, wie gut es tut.

Ebenso wie der Ruhetag Gottes auch einer Bestandsaufnahme diente (alles vollständig und gut), kann dies auch uns dazu ermutigen ab und zu Tage der Bestandsaufnahme einzulegen. Nicht nur in Bezug auf unser Leben, unsere Ziele und Bedürfnisse, sondern auch in Bezug auf unsere Beziehungen - zu Gott, unserer Familie, Gemeinde, Nachbarn, Kollegen, usw.

Deine Betrachtung des Schabbats im Hinblick auf das Lebensende finde ich auch nicht verkehrt. Auch dort geht es um Bestandsaufnahme und Aufbruch. Ob nun der Schabbat am Ende des alten Lebens oder zum Beginn des neuen Lebens steht, ist dann zweitrangig.

Gruß,
Groffin

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1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo,

ein Gedanke dazu:

Veröffentlicht von: @groffin

Klar kann das auch langweilig werden, aber ich denke, das soll es auch ab und zu. 😉
In der Langeweile müssen wir uns zwangsläufig mit unseren eigenen Gedanken - also mit uns selbst befassen. Das kann ganz schön nervig werden. 😀

für mich ist Langeweile ein Zeichen, dass es mir nicht gut geht. Besser als das Gefühl des Rumrödelns vorher. Aber wenn ich beim Nichtstun in etwas verfalle, was ich Langeweile nennen würde oder meine eigenen Gedanken nervig finde, dann war die Pause lange überfällig.

Merk ich dann natürlich auch immer erst hinterher... Aber nach Langeweile kommt die Ruhe. Das ist anders.

Liebe Grüße
kueken

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

mir nicht
Sonntags hat alles zu, außer einem Spaziergang läuft da nicht viel bei mir.

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1 Antwort
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Sonntags hat alles zu

außer Tankstellen, Restaurants/Cafes, Krankenhäuser, Eisenbahn, ÖPNV, Taxi, Polizei/Feuerwehr/Rettungsdienst, Kirche, Internet ...

Und die großen Einzelhandelskonzerne wollen sich da auch gerne mit einreihen, wie es in unseren Nachbarländern bereits üblich ist.

ungehorsam antworten
Channuschka
Beiträge : 3316

Jesus sagt, der Shabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Shabbat. Wie ich meinen Ruhetag fülle, ist mir als Mensch überlassen. Wir haben in Deutschland noch sehr gute Bedingungen derzeitum den Sonntag wirklich als Ruhetag zu halten, da die meisten Geschäfte geschlossen haben und wir den Tag somit wirklich auch in Gemeinschaft mit den anderen verbringen können.

Und ob Samstag oder Sonntag Ruhetag ist, das halte ich für egal. Wichtigist, dass es einen Tag in der Woche gibt, wo Mensch und Tier von der Arbeit ausruht und Zeit hat für Gott und seine Mitmenschen und sich.

channuschka antworten


billy-shears
Beiträge : 1612
Veröffentlicht von: @derbuntschnabel

Gott selbst ruhte am siebten Tag von all seinen Werken. Und dabei geht es um Vollendung.

Aus der Idee des Sabbats hat sich bei uns die 40h Woche entwickelt.

billy-shears antworten
7 Antworten
derBuntschnabel
(@derbuntschnabel)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 43
Veröffentlicht von: @billy-shears

Aus der Idee des Sabbats hat sich bei uns die 40h Woche entwickelt.

Aber die Idee 40h Woche bröckelt, Ladenöffnung bis 22 Uhr am Samstag, Ladenöffnung am Sonntag immer häufiger, zu viel Freizeitangebote am Sonntag, die für viele Arbeit bedeutet. Das 14 tägige freie WE in der Pflege wird unterwandert. Ein freier Tag unter der Woche ist nur bedingt ein Ersatz dafür. Zunahme der 7Tg/24h Woche in der Industrie wird propagiert.
Die Immer-Verfügbarkeit durch die neuen Medien erhöhen den Stress und vermindert die Zeit zum Ruhen und Entspannen.

derbuntschnabel antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 1612
Veröffentlicht von: @derbuntschnabel

Aber die Idee 40h Woche bröckelt, Ladenöffnung bis 22 Uhr am Samstag, Ladenöffnung am Sonntag immer häufiger, zu viel Freizeitangebote am Sonntag, die für viele Arbeit bedeutet. Das 14 tägige freie WE in der Pflege wird unterwandert. Ein freier Tag unter der Woche ist nur bedingt ein Ersatz dafür. Zunahme der 7Tg/24h Woche in der Industrie wird propagiert.

Das ändert ja nichts an der 40h Woche.

billy-shears antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

 Das 14 tägige freie WE in der Pflege wird unterwandert.

Ähhh was ? Es mag zwar eine betriebliche Übung mancherorts geben.
Aber der Anspru h auf einen Festen 14 tägigen Freirythmus gibt es nicht.
Das ist ein Mythos

Nach ( wimre $ 11 ) Arbeitszeitgesetz gibt es gesetzlich nur Anspruch auf 15 arbeitsfreie Sonntage per Anno

Nachtrag vom 15.10.2019 1146
https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__11.html

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Und selbst eine völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten, zB im Rinzelhandrl, würde ja nichts an den individuellen Arbeitszeitrichtlinien für den einzelnen AN ändern.

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Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2523

So ein Unsinn. Die 40 stundenwoche gibt's erst seit dem letzten Jahrhundert. Dafür, daß die Kirche ein paar Jahrhunderte älter ist, in denen man von der 40 stundenwoch weit entfernt war, ist das ziemlicher quatsch.

tatokala antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 1612
Veröffentlicht von: @tatokala

Die 40 stundenwoche gibt's erst seit dem letzten Jahrhundert. Dafür, daß die Kirche ein paar Jahrhunderte älter ist, in denen man von der 40 stundenwoch weit entfernt war, ist das ziemlicher quatsch.

Die Entwicklung zur 40h Woche heute war lang, richtig. Und am Anfang dieser Entwicklung stand eben der Sabbat.

billy-shears antworten
Liberatus
(@liberatus)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 132

Arbeitsfreies Wochenende: Faulpelze untergraben die Sklavenmoral

Veröffentlicht von: @billy-shears

Aus der Idee des Sabbats hat sich bei uns die 40h Woche entwickelt.

Ja, so wie überhaupt die Idee, daß auch abhängig Beschäftigte in einer Klassengesellschaft ein Recht auf Freizeit haben könnten. Genau diese revolutionäre Sozialgesetzgebung der Juden gab Intellektuellen der Römischen Oberschicht Anlaß für antijüdische Schmähungen. Leute, die überhaupt nicht arbeiteten und sich 24/7 von ihren Sklaven bedienen ließen, warfen den Juden Faulheit vor, so wie laut Exodus 5,17 seinerzeit der Pharao, als seine hebräischen Bauarbeiter sich über das erhöhte Plansoll beschwerten. Kein Wunder, daß Hadrian 135 das Halten des Sabbats im Röm. Reich zur Straftat erklärte.

Mehr hierzu:
http://www.christen-und-juden.de/html/tacitus.htm
'Judenhaß und Judenfurcht, Die Entstehung des Antisemitismus in der Antike' von Peter Schäfer
https://de.wikipedia.org/wiki/Hadrian_%28Kaiser%29 Abschnitt: Jüdischer Ausfstand
https://de.wikipedia.org/wiki/Bar-Kochba-Aufstand Abschnitt: Folgen

liberatus antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @derbuntschnabel

Dazu kommt, dass wir

Wer oder was ist dieser ominöse "wir" ?

Veröffentlicht von: @derbuntschnabel

mit immer mehr Freizeitaktivitäten bis zum Freizeitstress

Mag sein, das es solche Menschen gibt aber es sind nicht alle. Daraus ein pauschalistisches *wir* zu machen find ich schon reichlich *hmpf*

Letzendlich bleibt es jedem selbst überlassen und sein gutes Recht seine Freizeit so zu planen und zu verbringen wie er es möchte.

Veröffentlicht von: @derbuntschnabel

Eigentlich brauchen wir beides: Das Konzept vom Schabbat: Ruhe und das Konzept vom Sonntag: Aufbruch.

Mit der hier üblichen 35-40 Stunden und i.dR. 5 Tage Woche, sind recht gute Rahmenbedingungen , in denen jeder sein Leben mit seinem Glauben in Einklang bringen kann und das von Dir gewünschte Konzept umgesetzt.

Anonymous antworten


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