Straft Gott?
Hallo zusammen,
Dass Gott in der Bibel AT straft, ist mir bekannt.
Was mir aber letztens aufgefallen ist, ist dass Jesus nie von Strafe gesprochen hat. Sehr ihr das auch so oder interpretiere ich da was?
Es gibt Konsequenzen von etwas, auch bei Jesus, also zB im Sinne von nicht ausreichend vorbereitet sein oder keinen Glauben haben oder ähnliches. Aber nie straft er. Und da wir ja Gott in ihm sehen, würde das ja heissen, dass Gott auch nie straft.
Kann ich jetzt also getrost alle jene Stellen ignorieren, die von Strafe reden? Ich meine schon…
Was meint ihr?
@stern Also ich zitiere hier aus folgendem Artikel ←[ https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/altes-testament/strafe ] der Deutschen Bibelgesellschaft:
Dem eindeutig umrissenen deutschen Wortfeld steht eine Vielzahl hebräischer Begriffe gegenüber, die in deutschen Bibelübersetzungen mit „strafen“ bzw. „Strafe“ übersetzt werden. Eine dem deutschen Sprachgebrauch entsprechende einheitliche Vorstellung wird dabei nicht greifbar. Dieses Phänomen erklärt sich dadurch, dass das Alte Testament von der Vorstellung des → Tun-Ergehen-Zusammenhangs geprägt ist, nach der die Tat selbst notwendigerweise ihre Folgen in negativer wie in positiver Hinsicht entfaltet; vor diesem Hintergrund kennt das biblische Hebräisch keinen einheitlichen Begriff für „Strafe“ (s. Koch 1991a, 91).
Dies erklärt auch Kollektivschuld als letztliche Konsequenz, kollektiv abwegiger Entwicklung einer Gesellschaft. Was sagt nun Gott mit Jesus dazu? Selig sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott sehen. Was ist hierzu notwendig? - "Jesus antwortete:" Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen" [Johannes 3:6, Luther 2017]. Wozu? "Bei dir soll es anders sein: Wenn du einem Bedürftigen hilfst, dann soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut;" [Matthäus 6:4, HOF], "Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist." [Johannes 3:8, Elberfelder].
Fazit: Ohne mystisches Erleben des heiligen Geistes Gottes im Gläubigen sowie zweifelloses Gottvertrauen kein Heil, weder für einen selbst noch für die Gesellschaft als ganzes. Dies erreicht man nur durch Jesus. Grundlage hierfür ist allerdings völlige Selbstentäußerung auf dem Pfade Gottes.
Jetzt können wir uns alle überlegen, ob wir diese Gnade wirklich annehmen und leben.
Dies erreicht man nur durch Jesus. Grundlage hierfür ist allerdings völlige Selbstentäußerung auf dem Pfade Gottes
Realistischer Weise würde ich sagen, dass das nicht die überwiegende Mehrheit so macht. Vielleicht muss man aber auch bis zum Schluss schauen. Wenn es Richtung Tod geht dann muss man schon aufgrund des Alters viel vom Selbst entäussern. Es geht also vielleicht auch unmystischer? Man sieht es den Menschen ja auch nicht an der Nasenspitze an, wieviel sie bereits von ihrem Selbst entäussert haben - warum auch immer- und um wieviel mehr als bei den anderen dadurch der Heilige Geist wirkt.
Ausserdem kann man um den Heiligen Geist ja bitten, sagt Jesus, und Gott gibt ihn gerne. Deshalb weiss ich nicht, ob das proportional zur Selbstentäusserung geht oder vielleicht auch einfach neben oder mit dem Selbst?
@chai Also das ist gemäß Jesus Anweisung, das man die linke Hand nicht wissen lassen soll, was die rechte tut (Vorsicht, aramäisch idiomatischer Ausdruck) die bewusste Entscheidung sich auf Inspiration des heiligen Geistes zu verlassen, jene in Gebet und Kontemplation zu suchen, Gott uneingeschränkt zu vertrauen und entsprechend erfahrender Inspiration intuitiv mit festem Vertrauen situativ zu handeln. Das Problem hierbei ist die Scheidung der Geister nach Paulus. Dies geht nur mit unschuldigem, reinen Herzen gut. Ohne Taufe im Geist nach Johannes ist dies illusorisch. Jene hängt völlig von der Gnade Gottes ab, deren Basis aufrichtiger Hinwendung zu Jesus bildet.
Da Gott gegen das Ursache-Wirkungs-Prinzip verstösst, müsste er sich eigentlich selber strafen.
Ja, weil er immer nur das macht, was er will, ohne irgendwelche Bewertungsrahmen.
@stern Mir ist gerade bewusst geworden, das die Begebenheit um Hananias und Saphira in Apostelgeschichte 5:1 folgend ein direktes Beispiel für göttliche Strafe im Neuen Testament darstellt. Das Kriterium hierfür ist nach Petrus 5:3 Entwürdigung des heiligen Geistes. Dahingegen lehrt ja auch Jesus, das Lästerung gegen den Heiligen Geist nicht vergeben werden wird.
Das Kriterium hierfür ist nach Petrus 5:3 Entwürdigung des heiligen Geistes
mir ist gerade nicht klar, welche Bibelstelle du damit meinst
Mir ist gerade bewusst geworden, das die Begebenheit um Hananias und Saphira in Apostelgeschichte 5:1 folgend ein direktes Beispiel für göttliche Strafe im Neuen Testament darstellt
Das kann natürlich sein. Wobei sie ja nicht den HG gelästert haben, sondern ihn belogen haben. Aber das kann gleichwertig sein…
3Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und etwas vom Geld für den Acker zurückbehalten hast?
Das ist die Stelle, auf die du dich beziehst.
Und meines Erachtens nach ist hier nirgends von einer Strafe Gottes die Rede.
Eher davon, dass Satan das Herz erfüllt hat…und dann kommt der Tod vielleicht auch daher?
@stern Ja, aber wie ist das zu verstehen? Also entweder Hananias hatte einen freien Willen, dann konnte er auch dem Teufel widerstehen, oder er war vom Teufel kontrolliert, dann wird nach menschlichem Gerechtigkeitsempfinden nicht ersichtlich warum er stirbt und nicht der Teufel in ihm erkannt und ausgetrieben wurde? Vielleicht hatte er ja auch ab einem Zeitpunkt die Wahl, sich dann falsch entschieden und der Tod ist letztlich unvermeidliche Folge teuflischen Einflusses? Nur, in diesem Fall wäre er nicht zu retten gewesen. Dann gibt es Menschen, die nicht gerettet werden können. Dies halte ich für eine seltsame Position in Hinblick auf die Aussage, Jesus habe die Macht des Teufels gebrochen.
Hm…
Also mal rein theologisch können wir ja festhalten, dass durch Jesus die Macht des Teufels gebrochen wurde, ohne wenn und aber.
Wie sehr man das dann im Leben eines Menschen sieht, wieviel Raum Jesus da bekommt…das ist damit ja noch nicht gesagt.
Ich würde auch nicht sagen, dass der Teufel Hananias besessen hat und er ein Opfer des Teufels war, sondern dass das eine bewusste Haltung war…er hätte vermutlich auch anders entscheiden können - nämlich dann, wenn sein Herz mehr von Jesus erfüllt gewesen wäre, dann hätte logischerweise der Teufel weniger Raum eingenommen.
Wir wissen ja nicht, ob Hananias verloren ist, oder? Wir können nicht sagen, welche jenseitigen Konsequenzen folgen, wir sehen nur die diesseitigen.
Ich verstehe es so, dass die Haltung Hananias, die dem Teufel bewusst Raum gibt, Einlasstor für dem Leben entgegengesetzte Kräfte ist…worauf der Tod zwangsläufig folgt.
Aber ich weiss es nicht.
Ich habe das zuerst als Strafe Gottes interpretiert…bis mir irgendwann aufgefallen ist, dass das eben eine Interpretation ist.
Fällt euch auf, das er an sich nichts so ungewöhnliches gemacht hat? Er hat geheuchelt, angegeben.
Das ist fast jeder schonmal gemacht.
Hier heißt es, er hat gegen Gott gesündigt.
Entweder weil er gegen die Ekklesia, oder Paulus als Apostel gelogen hatte.
Die Menschen an sich , weder Paulus oder die Mitglieder, sind nicht Gott.
Hier sieht man das etwas mehr als die Summe seiner Teile betroffen wurde.
Entweder am Apostel der eben in Persona Christi handelt, oder gegen die Ekklesia als Ganzes, wo auch etwas übergeordnetes als höchst zu gewichtendes (als die einzelnen Menschen) im Umkehrschluss im Vordergrund steht, bedeutet.
Entweder am Apostel der eben in Persona Christi handelt, oder gegen die Ekklesia als Ganzes, wo auch etwas übergeordnetes als höchst zu gewichtendes (als die einzelnen Menschen) im Umkehrschluss im Vordergrund steht, bedeutet.
Klar, Petrus war nicht persönlich getroffen…nur in dem Sinne, dass er und Hananias gemeinsam Teil dieses größeren waren.
@stern vermute ich auch eher in dem Fall. Theoretisch könnte es aber beides sein. Er hat die Schlüssel und Vollmacht direkt bekommen von Jesus. Sein Amt.
So ähnlich wie wenn man Politiker angreift, oder Polizisten beleidigt
Ist der Tod schlimm?
Was ein Mensch vereinbart hat, das soll Gott nicht trennen.
Ich hab mich heute Morgen mal durch den Thread gelesen und denke ,ich hab was grundsätzliches verstanden, das viele vielleicht nicht aufm Schirm haben :
Das harte Leben nach dem Sündenfall war keine Strafe sondern die Folge (Konsequenz) dass Gott nicht mehr versorgt etc. und wir jetzt "alleine machen müssen", weil wir ihm nicht vertraut haben und Eva und Adam sogar ihre Fehler nicht zugegeben haben.
Eva und Adam haben sich bewusst aus Gottes Vertrauen hinausbewegt, und somit auch aus seiner Versorgung und deshalb muss der Mensch sich seither selbst mühsam versorgen. Weil aber der Sündenfall nur die Bedingungen, aber nicht Gottes Herz verändert hat, hat er sich ausgestattete mit Kleidung usw. und steht noch immer bei bei allem was wir tun (wenn wir hinsehen, es erkennen und annehmen). Wir müssen das Leben selbst bewältigen, aber nicht alleine.