Straft Gott?
Hallo zusammen,
Dass Gott in der Bibel AT straft, ist mir bekannt.
Was mir aber letztens aufgefallen ist, ist dass Jesus nie von Strafe gesprochen hat. Sehr ihr das auch so oder interpretiere ich da was?
Es gibt Konsequenzen von etwas, auch bei Jesus, also zB im Sinne von nicht ausreichend vorbereitet sein oder keinen Glauben haben oder ähnliches. Aber nie straft er. Und da wir ja Gott in ihm sehen, würde das ja heissen, dass Gott auch nie straft.
Kann ich jetzt also getrost alle jene Stellen ignorieren, die von Strafe reden? Ich meine schon…
Was meint ihr?
Straft Gott?
Irdisch? Wohl eher nicht. Schlimme Verbrecher können durchaus ein reiches und gesundes Leben haben, Gutherzige liebe Menschen mit Krankheit und Armut geschlagen sein. Natürlich kann man jeden Fall, wo es doch mal passt, so deuten, aber müsste das dann nicht doch eher die Regel sein, was es nicht ist?
Himmlisch? Wir werden sehen. Nach meinem Glauben im gewissen Sinne, da schlechte Menschen vergehen werden.
Allerdings ruft Gott uns auf, für einen gerechten Staat zu sorgen. Mittelbar straft er also doch, durch uns, wenn wir auf ihn hören.
VG
Chey
Allerdings ruft Gott uns auf, für einen gerechten Staat zu sorgen. Mittelbar straft er also doch, durch uns, wenn wir auf ihn hören.
Du meinst durch unsere irdische Gerichtsbarkeit?
Naja…vielleicht werden wir irgendwann Strafen abschaffen…wir haben auch hier Entwicklungen durchgemacht, wenn du auf die Geschichte schaust.
Himmlisch? Wir werden sehen. Nach meinem Glauben im gewissen Sinne, da schlechte Menschen vergehen werden.
Schlechte Menschen kommen eventuell auch in den Himmel…siehe zB der Mörder, der mit Jesus gekreuzigt wurde. Es scheint also nicht ausschließlich auf die Taten anzukommen.
Das ist Glaubenssache. Aber da eh Gott entscheidet muss ich mir keine großen Gedanken machen, wie er andere im Himmel beurteilt.
Und ich sage ja nicht, dass das irdische Rechtssystem perfekt ist und perfekt bleiben wird. Aber wir haben die Aufgabe, dahin zu wirken.
VG
Chey
@stern Naja…vielleicht werden wir irgendwann Strafen abschaffen…wir haben auch hier Entwicklungen durchgemacht, wenn du auf die Geschichte schaust.
Aber ob jede dieser Entwicklungen positiv ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Meinungen gehen auseinander. Es gibt antiautoritäre Erziehungsstile aber auch auf der anderen Seite, dass Kinder Grenzen benötigen. Und ich finde in der Bibel gerade nicht, dass Gott uns als Seine Kinder antiautoritär erzieht.
Schlechte Menschen kommen eventuell auch in den Himmel…siehe zB der Mörder, der mit Jesus gekreuzigt wurde. Es scheint also nicht ausschließlich auf die Taten anzukommen.
Weil er sich an Jesus wendete. Auch dem König David vergab Gott seinen Ehebruch mit Bathseba. Aber die Konsequenzen seines Handelns (Strefe ???) musst er trotzdem tragen - sein Sohn starb.
Es gibt antiautoritäre Erziehungsstile aber auch auf der anderen Seite, dass Kinder Grenzen benötigen
Grenzen setzen hat gar nichts mit bestrafen zu tun.
Aber die Konsequenzen seines Handelns (Strefe ???) musst er trotzdem tragen - sein Sohn starb.
Ja, stimmt.
Ich finde, wir wissen einfach nicht, was eine Konsequenz ist und was eine Strafe - einfach weil wir es gar nicht auseinanderhalten können. Wir sehen nur das Ergebnis aber nicht die Absicht dahinter.
Ich schließe auf die Absicht dahinter aus Jesus Aussagen. Und ein strafender Gott ergibt für mich keinen Sinn im Zusammenhang mit Jesus Aussagen.
Aber ich weiss es nicht.
Veröffentlicht von: @sternIch finde, wir wissen einfach nicht, was eine Konsequenz ist und was eine Strafe - einfach weil wir es gar nicht auseinanderhalten können.
In Erziehungsratgebern wird da zwar irgendwie differenziert, aber im Prinzip werden diese Begriffe doch oft durcheinandergewürfelt.
Ich schließe auf die Absicht dahinter aus Jesus Aussagen.
Und ein strafender Gott ergibt für mich keinen Sinn im Zusammenhang mit Jesus Aussagen.
Der strafende Gott macht dann Sinn, wenn man bedenkt, dass Jesus diese Strafe getragen hat.
aber im Prinzip werden diese Begriffe doch oft durcheinandergewürfelt.
Ja, was nicht hilfreich ist. Denn eine Konsequenz folgt natürlicher Weise. Eine Strafe ist etwas Willkürliches (auch wenn es sowas wie ein Strafmaß und eine Rechtssprechung gibt).
Der strafende Gott macht dann Sinn, wenn man bedenkt, dass Jesus diese Strafe getragen hat.
„seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt“
“mein Leib für euch“
…
Ich kann gut akzeptieren, dass Jesus es vollbracht hat, die Welt mit Gott zu versöhnen. Was ich nicht akzeptieren kann und werde, ist das Gott Strafe will.
Ich akzeptiere, dass es in der Beschaffenheit dessen was wir sind keine andere Möglichkeit gab als diese, seinen Sohn zu schicken und durch seinen Tod den Weg zu ihm wieder zu öffnen.
Aber ganz sicher nicht, weil Gott jemanden bestrafen muss, um versöhnt zu sein.
Grenzen setzen hat gar nichts mit bestrafen zu tun.
Aber was soll man tun, wenn ein Kind bewusst immer wieder die Grenzen verletzt. Sollte hier nicht eine angemessene Strafe als Konsequenz folgen, damit das Kind lernt? Ich spreche jetzt nicht von körperlichen Züchtigungen oder Demütigungen, aber zum Beispiel ein Tag Fernsehverbot oder wenn das Kind etwas mutwillig kaputtmacht, muss es beim Reparieren helfen, oder dass es ein Geschenk, das es sich gewünscht hat, eben erst mal nicht bekommt, ...
Sollte hier nicht eine angemessene Strafe als Konsequenz folgen, damit das Kind lernt?
Meiner Meinung nach nicht.
Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe für mich gemerkt, dass das Konzept „Strafe“ der Liebe entgegensetzt ist.
Es reicht meiner Meinung nach völlig, das Kind am Grenzen-Überschreiten zu behindern. Wenn du das halt erst machst, wenn es fast erwachsen ist, dann ist es schwierig.
@stern Wenn du das halt erst machst, wenn es fast erwachsen ist, dann ist es schwierig.
Dann kann es zu spät sein.
Ich habe für mich gemerkt, dass das Konzept „Strafe“ der Liebe entgegensetzt ist.
Das sehe ich anders. Ich bin überzeugt, dass man auch aus Liebe strafen kann. Was ich darunter verstehe, habe ich oben geschrieben.
Ich habe mal den Copilot gefragt, seit wann es das Konzept "Kindererziehung ohne Strafe" gibt und folgende Antwort erhalten:
"Kurz gesagt: Das Konzept „Kindererziehung ohne Strafen“ ist überraschend jung. Es entsteht erst im 20. Jahrhundert, wird ab den 1970ern populär und ist seit den 2000ern ein breites pädagogisches Leitbild. Historisch gesehen ist es also eine sehr moderne Idee."
Die Frage ist halt: Hat man erst jetzt erkannt, was wirklich richtig ist, und die Menschen lagen die ganze Zeit falsch, oder entfernt man sich von dem, was richtig ist.
Was Gott betrifft, finde ich in der Bibel durchaus Hinweise, dass Gott auch aus Liebe straft.
Die Frage ist halt: Hat man erst jetzt erkannt, was wirklich richtig ist, und die Menschen lagen die ganze Zeit falsch, oder entfernt man sich von dem, was richtig ist.
Deswegen sagte ich ja, das muss jeder für sich herausfinden. Und wir werden es tatsächlich erst merken in ein paar Jahren, wenn diese so erzogenen Menschen selbst Verantwortung tragen.
Nur weil man etwas schon immer so gemacht hat, muss das ja nicht deswegen auch richtig sein…
Was Gott betrifft, finde ich in der Bibel durchaus Hinweise, dass Gott auch aus Liebe straft.
Ja, aber musst du nicht auch ehrlicherweise sagen, dass es vieles in der Bibel gibt, was du heute als nicht richtig empfindest, weil wir als Gesellschaft nicht mehr so handeln….Auge um Auge, Zahn um Zahn hat sich gewandelt in Schmerzensgeld und Rechtsprechung mit entsprechendem Strafmaß.
Und wenn Jesus im Neuen Bund Gewalt gegen Feinde ablehnt, dann ist es mMn nicht richtig mit dem AT zu kommen und zu sagen, ja aber Gott hat gesagt, ich soll meine Feinde hassen….
Ich sehe im Neuen Bund keine Anzeichen mehr für Strafe…wenn ich mit Gott versöhnt bin.
Dann will ich doch sowieso machen was er will, wieso sollte er mich dann bestrafen??
@stern aber musst du nicht auch ehrlicherweise sagen, dass es vieles in der Bibel gibt, was du heute als nicht richtig empfindest, weil wir als Gesellschaft nicht mehr so handeln….Auge um Auge, Zahn um Zahn hat sich gewandelt in Schmerzensgeld und Rechtsprechung mit entsprechendem Strafmaß.
Das war ja auch die Ordnung des Gesetzesbundes.
Und wenn Jesus im Neuen Bund Gewalt gegen Feinde ablehnt, dann ist es mMn nicht richtig mit dem AT zu kommen und zu sagen, ja aber Gott hat gesagt, ich soll meine Feinde hassen….
Ich glaube, das macht auch keiner. Aber das hat ja nichts mit der Frage zu tun, ob Strafe berechtigt ist oder nicht. Strafe aus Hass würde ich zum Beispiel nie befürworten, aber es gibt m.E. auch Strafe aus Liebe.
Ich sehe im Neuen Bund keine Anzeichen mehr für Strafe…wenn ich mit Gott versöhnt bin.
Dann will ich doch sowieso machen was er will, wieso sollte er mich dann bestrafen??
Es wäre schön, wenn wir immer so im Einklang mit Gottes Willen stehen. Aber wenn ich mein Leben betrachte, ist das leider nicht immer so. Sicher will ich im Willen Gottes leben, aber da sind doch oft noch Dinge, wo ich Vergebung nötig habe. Und ich denke mal, solange wir auf dieser Erde leben, hat Gott schon noch Grund uns zu erziehen - aus Liebe.
Aber wenn ich mein Leben betrachte, ist das leider nicht immer so. Sicher will ich im Willen Gottes leben, aber da sind doch oft noch Dinge, wo ich Vergebung nötig habe.
Vergebung nötig haben hat doch nichts mit Bestrafung zu tun. Wenn ich etwas falsch mache, erlebe ich die negativen Konsequenzen doch in meinem Leben selber, brauche ich dann auch noch zusätzlich eine Bestrafung ( zur Erziehung) ?
@stern Wenn ich etwas falsch mache, erlebe ich die negativen Konsequenzen doch in meinem Leben selber, brauche ich dann auch noch zusätzlich eine Bestrafung ( zur Erziehung) ?
Erlebe ich die Konsequenzen hier wirklich immer? Tauchen nicht gerade hier oft Fragen auf in Bezug auf Gottes Gebote: "Was soll es mir denn schaden, wenn ich dies und jenes tue bzw. nicht tue?"
Was soll es mir denn schaden, wenn ich dies und jenes tue bzw. nicht tue?
Das ist eben der Punkt: wenn du Gott liebst, dann weisst du, dass es dir schadet, gegen den Willen Gottes zu handeln. Denn das, was Gott als Gebot aufgestellt hat, ist immer zu Deinem und jedermanns Nutzen. Das ist das einzige, worin du dir sicher sein kannst.
Veröffentlicht von: @sternWas soll es mir denn schaden, wenn ich dies und jenes tue bzw. nicht tue?
Das ist eben der Punkt: wenn du Gott liebst, dann weisst du, dass es dir schadet, gegen den Willen Gottes zu handeln.
Denn das, was Gott als Gebot aufgestellt hat, ist immer zu Deinem und jedermanns Nutzen. Das ist das einzige, worin du dir sicher sein kannst.
Ich fürchte, da bist Du etwas blauäugig.
Es gäbe deutlich weniger Diskussionen in frommen Kreisen, wenn das immer so klar wäre.
@chai Warum? Ist eigentlich ersichtlich, imho, in den Geboten.
@samira-jessica Nee, so einfach ist es eben nicht.
Nimm doch nur mal das in (einigen) frommen Kreisen so beliebte Verbot des Ehebruchs.
Und dann hör Dich mal um, wie 'Ehebruch' definiert wird.
@chai Ich hab mich außerhalb des Religionsunterrichts nicht damit befasst, habe keine "frommen Kreise" und in meinem Umfeld sowohl langjährige, als wirklich lange >20 Jahre, als auch wieder geschiedenen erlebt ...
Ich persönlich halte nicht viel von Ehe, weil ich mir denke, man kann auch so glücklich lange oder für immer zusammen sein, und heute ... scheint mir eine Ehe nicht mehr denselben Wert wie früher zu haben (wobei ich ehrlich zugeben muss, ihn glaube nicht zu kennen).
Es gäbe deutlich weniger Diskussionen in frommen Kreisen, wenn das immer so klar wäre.
Hm, kann ja sein. Das ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt der Aussage.
Das man manchmal sich nicht klar darüber ist, was denn nun Gottes Willen ist, das führt zu Diskussionen, ja.
Jesus spricht im Zuge des Weltgerichts von Strafe.
- Matthäus 25,46 Dann werden sie für immer Strafe erleiden. Aber die, die gerecht gelebt haben, werden in das unzerstörbare Leben eintreten.
Auch an anderen Stellen wird vor "Strafen" gewarnt, ohne das Wort explizit zu nutzen.
- Matthäus 5,22 Jeder, der voller Zorn gegen seinen Bruder ist, muss verurteilt werden*. Und wer seinen Bruder unbeherrscht anschreit, der muss vor dem Hohen Rat erscheinen*. Wer aber seinen Bruder als Idiot beschimpft, der muss in die Feuerhölle** hinein!
* verurteilt = Strafe als Folge; Hohe Rat = Entscheidung über die Strafe
** Feuerhölle als Strafe
Nur um Missverständnissen vorzubeugen. Ich denke schon, dass es diese Trennung irgendwann geben wird. Zu oft und zj deutlich wird darauf Bezug genommen und gewarnt, als dass man es überlesen sollte.
aber: Dienst du einem Gott, der Strafen will?
Ich möchte darauf hinaus, dass wir in die Hände eines liebenden Gottes fallen, der gerecht richtet und dessen Intention es ist, zj retten. Davor müssen wir uns also nicht fürchten. Denn er ist nicht darauf aus, dir etwas aufzubrummen.
Ich habe mit meinem Beitrag noch keine Einordnung der Bibelstellen geben wollen. Es waren nur jene, die mir zu dem Thema eingefallen sind.
Ich möchte darauf hinaus, dass wir in die Hände eines liebenden Gottes fallen, der gerecht richtet und dessen Intention es ist, zj retten. Davor müssen wir uns also nicht fürchten. Denn er ist nicht darauf aus, dir etwas aufzubrummen.
Was bedeutet zj? Ansonsten stimme ich dir zu.
Veröffentlicht von: @sternNur um Missverständnissen vorzubeugen. Ich denke schon, dass es diese Trennung irgendwann geben wird. Zu oft und zj deutlich wird darauf Bezug genommen und gewarnt, als dass man es überlesen sollte.
aber: Dienst du einem Gott, der Strafen will
Will Gott das? Ich glaube nicht. Er sagt selbst irgendwo, das er keinen Gefallen am Tod der Gottlosen hat.
Aber all das ist offenbar etwas, was auf jeden Fall in Gang gesetzt wird. Auch wenn das nicht explizit Gottes Ziel mit uns war und ist. Ich denke das hängt mit verschiedenen Dingen zusammen, die wir nur annähernd verstehen:
- Gottes Wesen/seine Heiligkeit ist der komplette Gegenpol zu einem sündigen Menschen, es muss für Gott, für den Menschen oder für beide nahezu abstoßend sein zusammen zu sein, es würde keine Verbindung stattfinden können
- Gottes Herrschaftsbereich ist der Bereich, in dem sich (entschiedene) Menschen befinden. Wenn Menschen nicht in diesen Bereich sind, befinden sie sich in einem anderen Herrschaftsbereich. Laut biblischen Befund ist es der Herrschaftsbereich des Satans. Die logische Folge davon ist: Satans Anspruch auf Menschen erlischt in Gottes Herrschaftsbereich. Gottes Anspruch auf Menschen erlischt in Satans Bereich. Es sind zwei komplett voneinander getrennte Reiche, mache man sich das mal bewusst!
Deshalb steht auch sowas in der Bibel, dass Gott Menschen teuer (mit seinem Leben/Blut) erkauft hat, weil er sie anscheinend rechtlich gesehen "zurück erobern" musste.
- das himmlische Gesetz könnte anders als unser irdisches Gesetz funktionieren. Gott legt sich oft auf Dinge fest, die für ewig so bleiben.
- z.b. seine Liebe zu Israel
- das Jesus der einzige Weg zum Leben ist
- das wir nicht wegen eigener Leistung gerettet werden können
Gott bleibt (zum Glück) an den prägnanten Stellen immer gleich, beugt weder für sich noch für andere irgendeine Regel oder ein Gesetz.
Die logische Folge davon ist: Satans Anspruch auf Menschen erlischt in Gottes Herrschaftsbereich. Gottes Anspruch auf Menschen erlischt in Satans Bereich. Es sind zwei komplett voneinander getrennte Reiche, mache man sich das mal bewusst!
Genau deshalb ist es keine Strafe. Gott bestraft dich nicht, wenn du im falschen Herrschaftsbereich bist. Du bist einfach nur im falschen Herrschaftsbereich.
Kann ich jetzt also getrost alle jene Stellen ignorieren, die von Strafe reden? Ich meine schon…
Du kannst getrost davon ausgehen, dass Gott nicht straft.
Das AT ist eine lange Geschichte darüber, wie schwer sich die Menschen getan haben, Gottes Wesen zu verstehen. Deswegen haben sie die Ereignisse aus ihrem Verständnis heraus gedeutet. Sie stellten sich Gott als einen Mächtigen vor, der Leben und Tod bringt, Gesundheit und Krankheit, Glück und Unglück. So ist es aber nicht.
Gott ist gut und gibt nur Gutes, Leben und Segen. Wenn sich der Mensch aber von Gott abwendet, ist er getrennt von Gottes Segen und ihn trifft der Tod usw. Das heißt aber keinesfalls, dass Gott den Tod bringt. Der Tod kommt, weil das Leben aus Gott fehlt. Gott gibt immer das Leben. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn und barmherzigen Vater hat Jesus das ganz deutlich gemacht. Solange der Sohn beim Vater lebte, ging es ihm gut. In der Ferne ging es ihm schlecht und als er wieder zum Vater zurückkehrte, ging es ihm wieder gut.
Wenn man von Strafe spricht, verstehe ich immer darunter, dass jemand aktiv etwas Unangenehmes bewirkt. Gott bewirkt eben nicht aktiv den Tod, die Krankheit usw. sondern das ist eine Folge der Trennung von Gott. Das was Gott gibt und aktiv bewirkt, kommt nicht mehr an.
Vergleichen könnte man das mit dem Bild der Sonne, die ihr Licht und ihre Wärme immer ausstrahlt. Wenn sich aber jemand in einer Höhle verkriecht und sich dann beklagt, dass die Sonne ihn mit Dunkelheit und Kälte bestraft, ist diese Behauptung doch absurd, oder?
Vergleichen könnte man das mit dem Bild der Sonne, die ihr Licht und ihre Wärme immer ausstrahlt. Wenn sich aber jemand in einer Höhle verkriecht und sich dann beklagt, dass die Sonne ihn mit Dunkelheit und Kälte bestraft, ist diese Behauptung doch absurd, oder?
Ja. So in etwa verstehe ich Gott auch.
Veröffentlicht von: @sternNein. Jemand, der vom Prinzip her nicht straft, straft auch später nicht, wenn wir gestorben sind. Das wäre sehr unlogisch.
Genau: Auch Höllenqualen, die diejenigen erleiden werden, weil sie sich zu irdischen Lebzeiten dafür entschieden haben, werden nicht ewig dauern (sie mögen den Betroffenen so vorkommen), denn wie kann Gott von uns Feindesliebe fordern und selbst diese nicht ausüben?
denn wie kann Gott von uns Feindesliebe fordern und selbst diese nicht ausüben?
Ja, genau. 🥰
Wie das mit den Menschen ist, die hier leiden, weiss ich nicht.
Die Erklärung, dass sie nur gottferne sind, kann man nicht zulassen - sie ist zu lieblos, als dass man sie annehmen kann.
Dass sie aus erzieherischen Gründen leiden, ist noch liebloser.
Ich muss es erstmal stehen lassen.
@stern Die Antwort darauf sollte besser meiner Meinung nach aus dem Neuen Testament - und zwar aus allen relevanten Aussagen von Jesus in den den Evangelien abgeleitet werden. Im nächsten Schritt könnte man dann, sozusagen von Jesus ausgehend das sog. Alte Testament heranziehen. Die Schwierigkeit hierbei liegt allerdings darin, das in jenem sehr unterschiedliche Konzepte vorliegen, von der Gerechtigkeit Gottes in diesseitiger Konsequenz als Vergeltung an den Nachfahren und einer relativ unbekannten wie undifferenzierten Schattenexistenz aller Seelen nach dem Tod bis hin zum Konzept der Auferstehung und eines (körperlichen) Endgerichts im anschließenden, materiellem Leben (in welcher Art auch immer). Der aramäische Begriff Gehenna meint jedenfalls die ehemalige Müllkippe bei Jerusalem zur Abschreckung. Jesus verglich damit meiner Meinung nach das Nachleben der nicht bewährten Seelen wie Menschen in ihrem Leben und/oder Nachwirken mit einem dahin vegetierenden Dasein auf erwähnter Müllkippe - ein Ort des "Weinens und des Zähneknirschens".
Ist dies nun Gottes Schuld und Urteil (Gott behüte) oder haben sich jene Menschen selbst hierzu verurteilt? Ich denke letzteres ist der Fall.
Ist dies nun Gottes Schuld und Urteil (Gott behüte) oder haben sich jene Menschen selbst hierzu verurteilt? Ich denke letzteres ist der Fall.
Das denke ich zwar auch…aber es gefällt mir trotzdem nicht, also für die Menschen. Man erwartet von Gott doch irgendwie, dass er in der Lage ist alle zu retten.
Ich kann mir diesen Graben nicht wirklich erklären.