Sündenstrafe, Gnadenschatz und Ablass
Liebe Forums-Mitglieder,
ich bin neu hier und gespannt, ob interessante Diskussionen zustande kommen. Aktuell interessiert mich der Zusammenhang zwischen Sündenstrafe, Gnadenschatz der Heiligen und Ablass in der Katholischen Kirche. Ich sehe das so:
Aus kirchlicher Sicht lässt sich das Zusammenspiel von Sündenstrafe, dem Gnadenschatz der Heiligen und dem Ablass an einer Analogie verdeutlichen, denn zugegebenermaßen ergibt sich diese in 2000 Jahren entfaltete Gnadenlehre nicht direkt aus dem Bibeltext; sie entfaltet ihn jedoch folgerichtig, wozu die Kirche nach katholischer und orthodoxer Sicht durch den Heiligen Geist autorisiert ist.
Wenn ein Junge das Fenster einer Nachbarin zertrümmert, vergibt sie ihm zwar sofort, doch das Fenster bleibt kaputt. Dies spiegelt die zeitliche Sündenstrafe wider: Gottes Vergebung tilgt die Schuld, löscht aber nicht die Schadensfolgen in der Seele.
So verkündet der Prophet Nathan König David zwar Gottes Vergebung („Der HERR hat deine Sünde weggenommen“), kündigt aber dennoch zeitliche Konsequenzen zur Bereinigung des Schadens an (2. Samuel 12,13-14).
Weil der Junge mit der Reparatur überfordert ist, helfen ihm seine älteren Brüder. Dies entspricht den Verdiensten der Heiligen: Sie sind keine Erlöser, sondern vollendete Geschwister. Da alle Christen einen einzigen Leib bilden, gilt nämlich das Solidaritätsprinzip: „Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit“ (1. Korinther 12,26). Die Früchte ihrer Liebe kommen dem gesamten Organismus zugute.
Der Ablass ist der Akt, in dem die Kirche dem umkehrenden Sünder diese „Gnadenschätze“ im Gebet zuwendet, damit die Seele schneller heilt. Sie nutzt dabei die von Christus übertragene Vollmacht: „Was ihr auf Erden lösen werdet, das soll auch im Himmel gelöst sein“ (Matthäus 18,18).
Ein Ablass ist somit kein „billiger“ Freikauf, sondern die biblisch begründete Zusage göttlicher Hilfe durch den Dienst der Kirche.
LG Holger F.
@holger-f Kann die Zusage göttlicher Hilfe durch den Dienst der Kirche erkauft oder erworben werden?
ܠܗܳܠܶܝܢ ܬ݁ܪܶܥܣܰܪ ܫܰܕ݁ܰܪ ܝܶܫܽܘܥ ܘܦ݂ܰܩܶܕ݂ ܐܶܢܽܘܢ ܘܶܐܡܰܪ ܒ݁ܽܐܘܪܚܳܐ ܕ݁ܚܰܢܦ݂ܶܐ ܠܳܐ ܬ݁ܺܐܙܽܠ݈ܘܢ ܘܠܰܡܕ݂ܺܝܢ݈ܬ݁ܳܐ ܕ݁ܫܳܡܪܳܝܶܐ ܠܳܐ ܬ݁ܶܥܠܽܘܢ ܀
Jene 12 sandte Yešūᶜ aus, befahl ihnen und sprach:" Bereist nicht den Weg der {Heiden, Profanen, Gottlosen} und zur Stadt {Samarias|der Samaritaner, wörtlich: Stadt der Wächter - šāmrāye, Heb. schamerim}: Betretet sie nicht.
ܙܶܠܘ ܠܟ݂ܽܘܢ ܕ݁ܶܝܢ ܝܰܬ݁ܺܝܪܳܐܝܺܬ݂ ܠܘܳܬ݂ ܥܶܪܒ݁ܶܐ ܕ݁ܶܐܒ݂ܰܕ݂ܘ ܡܶܢ ܒ݁ܶܝܬ݂ ܝܺܣܪܳܝܶܠ ܀
Sondern geht speziell zu Ihnen: Den {zerstörten, verlorenen, verschwundenen, geschwundenen, geschundenen} Schafen des Hauses Israel.
ܙܶܠܘ ܠܟ݂ܽܘܢ ܕ݁ܶܝܢ ܝܰܬ݁ܺܝܪܳܐܝܺܬ݂ ܠܘܳܬ݂ ܥܶܪܒ݁ܶܐ ܕ݁ܶܐܒ݂ܰܕ݂ܘ ܡܶܢ ܒ݁ܶܝܬ݂ ܝܺܣܪܳܝܶܠ ܀
Und wenn ihr zu Ihnen geht: Predigt und sagt:" Die Herrschaft der Himmel ist nahe herangekommen"¹
ܟ݁ܪܺܝܗܶܐ ܐܰܣܰܘ ܘܓ݂ܰܪܒ݁ܶܐ ܕ݁ܰܟ݁ܰܘ ܘܕ݂ܰܝܘܶܐ ܐܰܦ݁ܶܩܘ ܡܰܓ݁ܳܢ ܢܣܰܒ݂ܬ݁ܽܘܢ ܡܰܓ݁ܳܢ ܗܰܒ݂ܘ ܀
Heilt die Kranken! Reinigt die Leprösen! Verjagt die Dämonen! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt.
Du hast die Wahrheit geschrieben.
¹ Das ist hier der sog. Prophetische Perfekt, was bedeutet das Königreich der Himmel ist ganz sicher als Prozess gerade am herankommen, es ist gegenwärtig (ausgebreitet auf den Straßen, aber die Menschen 'sehen' es nicht). Spezieller Perfekt meint im besonderen, das etwas mit absoluter Sicherheit gegenwärtig gerade zu Stande kommt oder in naher Zukunft innerhalb eigener Lebenszeit eintreffen wird.