Taufe von größeren ...
 
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Taufe von größeren Kindern

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Banji
Themenstarter
Beiträge : 3581

Als Landeskirchler nehme ich sehr unterschiedliche Taufmöglichkeiten und Taufgepflogenheiten im Alter zwischen 0 und 110 war.

In unserer Familie wird grade diskutiert, ab welchem Alter Kinder eine Entscheidung für die Taufe treffen können.

Kann ein Kind mit 7 auf seiner Entwicklungsstufe eine entsprechende Entscheidung fällen? Kann der Sinn der Taufe einem Kind so erklärt werden, dass eine Entscheidung für die Taufe ernst zu nehmen ist?

Wie seht ihr das? Habt ihr Erfahrungen?

Antwort
365 Antworten
Neubaugöre
Beiträge : 11799

Das ist doch von Kind zu Kind verschieden. Die einen wissen einfach mit 5 schon felsenfest, dass sie Christus nachfolgen wollen, die anderen mit 7, wieder andere mit 10 ... es hängt doch mit ihrer eigenen Entwicklung, Umfeld, Erziehung etc. zusammen.

Es gibt keine "Pauschalaussage" ...

Veröffentlicht von: @banji

Kann ein Kind mit 7 auf seiner Entwicklungsstufe eine entsprechende Entscheidung fällen? Kann der Sinn der Taufe einem Kind so erklärt werden, dass eine Entscheidung für die Taufe ernst zu nehmen ist?

KANN definitiv ... ich täte das nur nicht automatisch auf alle ausweiten.

neubaugoere antworten
2 Antworten
Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3581

Also würdest du das von Fall zu Fall entscheiden? Je nach dem, wie ein Kind glaubensmäßig "drauf" ist?

banji antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11799

ja, ich würde jedes Kind selbst betrachten und dann entscheiden ..

neubaugoere antworten


Suzanne62
Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @banji

Kann ein Kind mit 7 auf seiner Entwicklungsstufe eine entsprechende Entscheidung fällen? Kann der Sinn der Taufe einem Kind so erklärt werden, dass eine Entscheidung für die Taufe ernst zu nehmen ist?

Ja, ich denke schon, dass das möglich ist. Bei uns gehen ja Kinder in der Regel im Grundschulalter zur Erstkommunion (das genaue Alter variiert von Gemeinde zu Gemeinde, es ist nicht im Kirchenrecht festgelegt).
Im Rahmen des vorbereitenden Unterrichts wird ihnen nicht nur der Sinn der Kommunion und Beichte (vor der Erstkommunion gehen Kinder auch zum ersten Mal zur Beichte), sondern auch der Taufe nahe gebracht.
Es kommt auch (gar nicht so selten) vor, dass Kinder, die an der Erstkommunionvorbereitung teilnehmen, noch nicht getauft sind - da muss natürlich vor der Erstkommunion die Taufe erfolgen.
Ich erlebe das bei Mitchristen, die als Schulkinder oder Jugendliche getauft wurden, so, dass sie dankbar dafür sind, dass sie sich an dieses wichtige Ereignis in ihrem Leben erinnern können.
Von daher halte ich es nicht unbedingt für einen Fehler, wenn Eltern mit der Taufe noch warten möchten.

Veröffentlicht von: @banji

Als Landeskirchler nehme ich sehr unterschiedliche Taufmöglichkeiten und Taufgepflogenheiten im Alter zwischen 0 und 110 war.

Das ist inzwischen auch bei uns sehr viel üblicher geworden als es noch in meiner Kindheit war.

suzanne62 antworten
3 Antworten
Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3581

Gut, dass Du das mit der Erstkommunion erwähnst. Daran hatte ich auch gedacht und wollte schon nach dem Modus nachfragen.
Grundschulalter heißt: nicht vor 6 Jahre. Aber irgendwo zwischen 6 und 9 ?

banji antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @banji

Aber irgendwo zwischen 6 und 9 ?

Meistens zwischen 8 und 10, jedenfalls in den Gemeinden, die ich kenne.

suzanne62 antworten
marieta
(@marieta)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 434

Bei uns ist es in der Regel die dritte Klasse, in sehr kleinen Gemeinden werden mehrere Jahrgänge (2.-4. Klasse) zusammengenommen. Der Kommunionunterricht bereitet ein halbes bis ein Jahr darauf vor, also kann es sein, dass ein Kind mit sechs bis sieben Jahren das Verständnis entwickeln soll - und aus Erfahrung kann ich sagen, dass das klappen kann. Ich selbst habe ab Einschulung ministriert und wusste sehr genau, worum es da ging und was ich tat.

marieta antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 945
Veröffentlicht von: @banji

Kann ein Kind mit 7 auf seiner Entwicklungsstufe eine entsprechende Entscheidung fällen? Kann der Sinn der Taufe einem Kind so erklärt werden, dass eine Entscheidung für die Taufe ernst zu nehmen ist?

Ja. Ich habe erlebt, wie eins meiner Kinder mit viereinhalb von sich aus anfing zu fragen und nicht aufhörte, bis ich ihm die Grundlagen des Evangeliums erklärt hatte. Ich habe immer wieder gebremst, aber es wollte sein Leben Gott geben. Von Taufe habe ich damals nichts erzählt. Das ist mehr als 20 Jahre her und die Entscheidung stand nie zur Debatte. Getauft wurde es erst mit 13.

Natürlich ist man vorsichtig, ein Kind oder auch einen stark geistig Behinderten zu taufen. Man weiß nie, wie kräftig da jemand eingewirkt hat. Ich würde aber lieber einmal zu viel taufen als zu wenig. Unter geistig Behinderten habe ich schon mehrmals wunderbaren Glauben gesehen, bei Kindern sowieso.

Eine gute Möglichkeit, die Ernsthaftigkeit zu prüfen, kann das Zeugnis sein, das oft vorher gegeben wird. In meine letzte Gemeinde wollten öfter mal Menschen dazukommen, um mehr Zugehörigkeit, Freundlichkeit, vielleicht auch materiellen Segen zu genießen. Haben sie aber erlebt, dass sie das alles auch als Gäste der Gemeinde bekommen, war es mit der "Bekehrung" doch nicht mehr so dringend. Öffentliche Taufen mit Zeugnissen und Glaubensbotschaften vermitteln etwas von der Ernsthaftigkeit der Sache. Das bewirkt oft Klarheit bei den nächsten Kandidaten.

tagesschimmer antworten
2 Antworten
Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3581

Bei Dir klingt ein freikirchlicher Background durch?

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Ich würde aber lieber einmal zu viel taufen als zu wenig.

War auch immer meine Devise. Ich glaube (aus der Perspektive von Jesus) eine Taufe abzulehnen, wäre "schlimmer" als einmal zu viel getauft zu haben. Ich "sichere" mich dann im stillen Gebet ab: "Lieber Herr, ich weiß nicht so richtig, aber Du weißt es. Du wirst das schon machen." 😀

banji antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 945
Veröffentlicht von: @banji

Bei Dir klingt ein freikirchlicher Background durch?

Hintergrund ja, ein Hauskreis für knapp 2 Jahre. Ich komme ursprünglich aus einem nichtchristlichen Elternhaus. Nach einem Umzug kam ich in ein Dorf (wenn ich richtig informiert bin, in deinem Bundesland), in dem es nur eine ev. Kirche gab, aber keine Lehre außer dem Gottesdienst, deshalb "nährte" mich aus einem Sammelsurium aus Kassetten und Büchern, die ich irgendwie erreichen konnte. Dort wurden meine Kinder geboren.

Veröffentlicht von: @banji

Ich "sichere" mich dann im stillen Gebet ab: "Lieber Herr, ich weiß nicht so richtig, aber Du weißt es. Du wirst das schon machen." 😀

find ich gut.

tagesschimmer antworten


Ungehorsam
Beiträge : 3336

Meine Tochter besuchte einen evangelischen Kindergarten und trat dann mit dem Wunsch, getauft zu werden, an uns heran. Den Wunsch haben wir ihr erfüllt. Da war sie fünf Jahre alt.
Den Konfirmandenunterricht verließ sie aber nach ein paar Wochen. Sie könne das nicht glauben, was da gelehrt wird.

Unser Sohn ging ungetauft in den Konfirmandenunterricht. Ein halbes Jahr vor der Konfirmation fand die Taufe statt. Das wurde alles im Unterricht besprochen und vorbereitet.

ungehorsam antworten
13 Antworten
Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3581

Immerhin eine sehr ehrliche Entscheidung von ihr. Die meisten Entscheidungen werden pro Konfirmation gefällt, nicht unbedingt aus heißem Glauben, aber im Blick auf die Geschenkeoption.
Wie seid ihr damit umgegangen?

banji antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Wie seid ihr damit umgegangen?

Wir haben es akzeptiert. Sie wollte statt der Konfirmation eine "Jugendfeier". Dem Wunsch haben wir eine Absage erteilt. Das hat wiederum sie akzeptiert. Zum Glück wohnen wir im Westen, wo es keine Jugendweihe gibt. So gab es nicht wirklich eine Alternative.

ungehorsam antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Sie wollte statt der Konfirmation eine "Jugendfeier". Dem Wunsch haben wir eine Absage erteilt.

Warum?

suzanne62 antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Mit welchen Inhalten soll so eine Feier gefüllt werden?
Am meisten geht es den Jugendlichen doch um die Geschenke. Ich sagte ihr, sie bekommt von uns alles, was sie benötigt. Das bekam sie auch alles: Führerschein A1 und BE, 125er, Helm und Schutzkleidung.
Im Osten unseres Landes nehmen zwar viele Jugendliche an der Jugendweihe teil, wenige an der Konfirmation oder Firmung - trotzdem gibt es immer noch viele, die weder an dem einen noch dem anderen Übergangsritus teilnehmen.

ungehorsam antworten
Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3581

Es hab m.E. diverse Versuche eine jenseits von Konfirmation und Jugendweihe geartete Feier zu kreiren. Ich denke an die "Maiglöckchenfeier" … aber es scheint nirgendwo irgendwas davon Fuß gefasst zu haben.

banji antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535

Danke für deine Antwort!
Es gibt hier an meinem Wohnort seit vielen Jahren eine von der Freigeistigen Gemeinschaft ausgerichtete "Jugendfeier" für Jugendliche, die nicht konfessionell gebunden sind - das wird jedes Jahr sehr gut angenommen.
Ich war einmal dabei, weil die Schwester meines Patenkindes sich dafür (und gegen die Firmung) entschieden hatte. Es war eine sehr schöne und würdige Feier, eben (wie angekündigt) ein "Fest zum Ende der Kindheit und Beginn des Erwachsenwerdens".
Allerdings ist das hier auch nicht so politisch belastet wie in den neuen Bundesländern.

suzanne62 antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1643

Wenn ein Konfirmand nicht konfirmiert werden will (o.t.)
etwas off-topic, aber vielleicht auch nicht ganz:

Wenn ich den Info-Abend für den Konfirmandenunterricht mache, sage ich den Kindern und Eltern immer, dass ich ihr "Ja" ernstnehmen möchte, und dass deswegen auch ein "Nein" ohne Nachteile möglich sein muss.

Wenn man mit 14 sich nach Ende der Konfirmandenzeit bewusst gegen die Konfirmation entscheidet, macht man zum ersten Mal Gebrauch von seiner Religionsfreiheit und -mündigkeit. Um die Religionsfreiheit beneiden uns viele Menschen. Darum ist so eine Entscheidung für gute Demokraten immer ein Grund zu feiern.

Darum empfehle ich den Eltern immer, auf jeden Fall eine Feier zu machen.

Meine 5ct

andreas-wendt antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Wenn ich den Info-Abend für den Konfirmandenunterricht mache, sage ich den Kindern und Eltern immer, dass ich ihr "Ja" ernstnehmen möchte, und dass deswegen auch ein "Nein" ohne Nachteile möglich sein muss.

Chapeau, Herr Pastor!

ungehorsam antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1643

Vielen Dank!

Ich warte allerdings immer noch auf den Konfirmanden, der sich nicht konfirmieren lässt und dessen Familie dann eine Party feiert. Die meisten machen beides, und einige wenige beides nicht.

Aber zumindest lag es dann nicht an mir.

andreas-wendt antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Naja - zumindest hier auf dem Dorf lassen sich diejenigen, die eigentlich nicht dran glauben, konfirmieren, weil es sich schlicht finanziell rentiert. Das war bei mir vor über 30 Jahren so und daran hat sich nichts geändert. Dass jemand, der sich nicht konfirmieren läßt, dann eine Feier von der Familie ausgerichtet bekäme, ist in Träumweiteratien zwar üblich, geht aber wohl an der schnöden diesseitigen Lebenswirklichkeit etwas vorbei. 😀
Und selbst, falls sich da einer fände: wieviele Umschläge mit Zehn-Euro-Scheinen würden so einem dann in's Haus flattern?*

*Andekdote am Rande: Meine große Enttäuschung damals: als "Zugezogene" war unsere Familie zur Zeit meiner Konfirmation noch nicht wirklich vernetzt, so schnell wir der norddütsche Kerl nicht warm mit Fremden. Dadurch entgingen mir so um die 500 Mark (die eigentlich schon verplant waren! Um soviel mehr wurden meine Mit-KonfirmantInnen aus dem Dorf durchschnittlich beschenkt als ich (meine Eltern hatten ja vorher auch nie entsprechende Umschläge an die Konfirmanden aus dem Dorf geschickt). Fühlte sich für mich wie ein Betrug an, aber zwei Jahre mußte ich noch zornglühend warten, um aus der Kirche austreten zu können. 😉

Anonymous antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1643
Veröffentlicht von: @blackjack

Dass jemand, der sich nicht konfirmieren läßt, dann eine Feier von der Familie ausgerichtet bekäme, ist in Träumweiteratien zwar üblich, geht aber wohl an der schnöden diesseitigen Lebenswirklichkeit etwas vorbei. 😀

Was interessiert mich als Pastor die schnöde Lebenswirklichkeit? 😉

Aber fändest Du aus atheistischer Perspektive diesen Traum so schlecht?

andreas-wendt antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Aber fändest Du aus atheistischer Perspektive diesen Traum so schlecht?

Aus atheistischer Perspektive gebe ich mich nicht mit kleinen Träumen ab. 😉

Anonymous antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Um die Religionsfreiheit beneiden uns viele Menschen. Darum ist so eine Entscheidung für gute Demokraten immer ein Grund zu feiern.

Das sehe ich auch so. Die Schwester meines Patenkindes ist gegen Ende der Firmvorbereitung zu dem Schluss gekommen, dass das Christentum "nicht ihres" ist und hat sich dann entschieden, an der "Jugendfeier" der Freigeistigen Gemeinschaft teilzunehmen.
Das haben die Eltern akzeptiert, und es war dann eine sehr schöne Feier.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Darum empfehle ich den Eltern immer, auf jeden Fall eine Feier zu machen.

Das finde ich sehr gut.

suzanne62 antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Meine jüngste Nichte ist mit 8 getauft worden ( ev.) mein 2.ältestes Patenkind mit 9 ( kath.) vor der ersten Komunion.

Beiden war sehr bewusst und klar was sie machten und wofür sie sich entschieden haben.

In beiden Fäkken kam der Wunsch zur Taufe vom Kind her

Nachtrag vom 07.12.2019 1235
In beiden Fällen

Anonymous antworten


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