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Wie würde sich bei uns das Klima ändern, wenn...

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Orangsaya
Themenstarter
Beiträge : 2894

... wir doppelt so viel Wald hätten. Brasilien wird ja vorgeworfen, dass sich das Klima ändert, weil der Regenwald abgeholzt wird. Postwendend kam die Antwort, wir sollten lieber unseren Wald in Ordnung bringen. Auf der einen Seite ist das richtig, auf der anderen Seite ist der Regenwald nicht mit unserem Forst zu vergleichen. Wir haben unseren ursprünglichen Wald schon lange samt dem ungeliebten Teil der Fauna vernichtet. Das ist allerdings nicht mein primäres Thema.
Die Frage, die dadurch entstanden ist, wenn wir doppelt so viel Wald in Deutschland hätten, wie würde sich das Klima eurer Einschätzung nach ändern?
Auf den Gedanken bin ich gekommen, weil ich einen Artikel mal über Israel gelesen habe. Darin stand, dass es in Israel vier Wochen mehr regnet, weil dort Wald angepflanzt wurde. Ich vermute, wenn das wahr ist, dann betrifft es nur eine Region. Es ist ein Hinweis dass sich das Klima ändert. Was würde sich eurer Einschätzung nach ändern?

Antwort
125 Antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

ich denke, dass jeder Wald ab einer bestimmten Größe helfen kann, das Klima zu verbessern. Jeder Baum nimmt Schadstoffe auf, absorbiert Gerüche und Anderes, speichert CO2 und gibt Sauerstoff ab.
Und selbst neben einem Vorgarten, der auf über 600 qm (ich glaube es sind sogar mehr, wenn ich die ganze Auffahrt mitrechne, die sehr sehr breit wird vor dem Haus für mehrere Fahrzeuge) nur Stein enthält (mit größeren grauen Steinen belegte Auffahrt und einen komplett auf Folie verlegten neumodernen Steingarten, der aus vielen kleinen (hässlichen, Hüstel..) grauen bis dunkelgrauen (je nach Nässe) Bruchsteinen besteht, mit sehr sehr wenigen einzelnen Kübeln darin bzw. am Haus.
Das heißt spürbar mehr auf im Sommer, als der Garten mit seinen Büschen und seinem Rasen bei uns.
Was bedeutet das insgesamt bei all den inzwischen "versteinerten" Vorgärten dieser Art?
Und dann auch noch für Wald?

Ja, ich glaube da würde sich etwas ändern.

Wobei ich auch sehe, dass sogar wir am Wald in Brasilien arbeiten können, indem wir keinerlei Produkte essen die von Tieren kommen, die mit Soja-Futter aus dieser Region gefüttert werden.
Bzw. halt Deutschland - noch besser die EU - kein Soja mehr importiert.
Aber dann geht es ja auch wieder nach hinten los:
Dann brauchen wir mehr Anbaufläche oder andere Importe für Tierfutter und haben noch weniger Flächen für Wald?`
Das beißt sich.
Aber wenn der Wald in Brasilien wichtiger ist, dann halt so rum?
Wir haben viel ungenutzte Flächen wo es Aufforstung geben könnte.
Alleine den Grundstückbesitzern große Steinflächen verbieten und Büsche und Bäume befehlen (wir wohnen neben 2000 qm Haus, Steinen und super kurz gemähten Einheitsrasen mit wie gesagt sehr sehr wenig Kübeln und 2 kleinen Büschen).
In unserem Garten hat das Reh letzten Sommer seine beiden Kitz groß gezogen (erst eins abgelegt, dann das zweite dazu geholt später), weil es sonst keinen Platz dafür hatte - im angrenzenden "Wald" (angelegte Baumstreifen als Lärmschutz und Ausgleich für Umgehungsstraße) laufen zu viele unangeleinte Hunde zu jeder Jahreszeit herum.
Warum bei uns?
Weil da Büsche, Bäume, hohes Gras und ähnlicher "Unsinn" wachsen und gedeihen. Totholz, freiwillig wachsende Blumen (nennen manche auch "Unkraut", wozu ja selbst Löwenzahn gehört)
Da leben die kleinen Eidechsen, Igel, Hase, Eichhörnchen, Rehe (nun nicht mehr so, aber monatelang), allerlei Arten Singvögel, Specht, Eichelhäher, selbst der Fuchs kam mal und einmal sogar ein Marderhund (die letzten Beiden hätte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht so gerne da hinten bei den Himbeer- und Johannisbeerbüschen, aber die hatte ja eh letztes Jahr das Reh abgefressen ....).
Jeder Gartenbesitzer kann da etwas tun, selbst bei wenig Platz geht immer eine kleine Bienenblumenwiese und es gibt auch kleine Bäume - wenn sonst der Nachbar zu sehr überwuchert wird.
Rasen wilder werden lassen, aber zumindest Grünrasen statt Steine.

Dann noch etwas mehr Wald?
Jo, dann noch das Soja weglassen, und wir sind wieder auf einem guten Weg, denke ich mal.

Verzichtet hier jemand freiwillig auf sein Fleisch jeden zweiten Tag, oder dritten oder so?

Auch bei uns wird viel Fläche genutzt für Felder.
Unsere grüne Lunge ist auch super dünn inzwischen.
Und das auch für Maisflächen, die als Tierfutter dienen (und Biogas), und für Tiere selber die grasen müssen, aber dann halt natürlich gezüchtet regional und sehr lecker sind (und teurer, aber man kann es ja anderweitig wieder einsparen und auch weniger essen).

Der Fleischkonsum - ich liebe unser Gallowayfleisch hier aus der Region ... - ist unser großes Problem, egal ob hier oder unser Import aus Brasilien.

Wenn da nicht alle umdenken, bleibt es kritisch.
Milch und Eier (kriegen Hühner das auch ? Vermutlich, oder?) natürlich dann eingeschlossen.

Nicht alles verbieten, aber die Mengen reduzieren?
Wo Arbeitsplätze dran hängen und damit Lebensunterhalte?
Oh oh.

Wie gesagt, erstmal tun was geht, wenn ein jeder in seinem Garten anfängt oder seinen Hund in der Aufzuchtzeit der Waldtiere rigoros anleint (Grüße von "unseren" Rehen ...), dann wäre das schon mal ein Anfang.
Platz für einen Busch, einen Baum und eine Blumenwiese?
Dann los, Steine weg und anfangen, drumrum Bodendecker wenn man kein Unkraut will, oder halt Rasen - aber bitte keine Steine!
Oder nur sehr wenig.
Ein Vorgarten in der Nähe hat im Vorgarten auch Steine, aber so viele Grünpflanzen in Sandkreisen statt Kübeln oder so dazwischen, dass es die kleinere Fläche ausmacht und hübsch aussieht ohne den Boden dramatisch abzudichten.
Ich weiß, der Boden soll nicht dicht sein sondern wasserdurchlässig, aber stellt Euch im heißen Sommer mal auf Rasen und dann auf eine größere Steinfläche in einem Vorgarten, möglichst noch graue oder schwarze Steine, und ihr merkt den Temperaturunterschied.

Liebe Grüße
Karibu

Nachtrag vom 17.01.2020 1153
"heizt" mehr auf im Sommer, nicht "heißt"

Anonymous antworten


love.israel
Beiträge : 125
Veröffentlicht von: @orangsaya

Auf den Gedanken bin ich gekommen, weil ich einen Artikel mal über Israel gelesen habe. Darin stand, dass es in Israel vier Wochen mehr regnet, weil dort Wald angepflanzt wurde. Ich vermute, wenn das wahr ist, dann betrifft es nur eine Region. Es ist ein Hinweis dass sich das Klima ändert. /quote]

Wälder breiten sich in der Regel von der Küste in das Landesinnere aus, nicht anders herum. Denn von der Küste kommt der Regen, regnet über dem Wald ab, der das Wasser speichert. Das Wasser verdampft und geht ins Landesinnere, wo neue Wälder wachsen können. Ob es nun vier Wochen mehr in Israel regnet, weiß ich nicht, aber der Artikel hat grundsätzlich recht.
Der gesamte Nahe Osten (inkl. der Menschen und Tiere) leidet darunter, dass seit der Antike die Wälder verschwunden sind. Eine Neuaufpflanzung der Wälder ist dringend geboten um die Lebensbedingungen zu verbessern.

love-israel antworten
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