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Absichtlich "sündigen", um Angst zu verlieren

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Schlüsselkind
Themenstarter
Beiträge : 997

Hallo!

Ich bin durch verschiedene Irrlehren von der Liebe die ich anfangs durch Gott erfahren hatte in eine 3 Jahre anhaltende Panik gekommen, die immer schlimmer wurde. Ich dachte ich muss die ganze Zeit in Gedanken beten, hatte deshalb nicht mal mehr die Bibel gelesen, weil ich dachte geben ist besser als empfangen und konnte nichts mehr reflektieren oder zur Ruhe kommen und mich entspannen, weil ich ja ständig treu sein wollte im Dienen, nur dass ich das Dienen falsch verstanden hatte. Ich hatte Angst, satt zu sein vom Essen, hab phasenweise wochenlang nur in 1 ner Stunde am Tag was gegessen und jedes Mal geheult, wenn ich soviel gegessen hatte, dass ich kein Hunger mehr hatte und Angst gehabt dafür in die Hölle zu kommen. Phasenweise hatte ich kaum noch geschlafen und mich Nachts gezwungen wach zu sein, um zu jeder Zeit zu beten. Irgendwann hab ich es nicht mehr ausgehalten, ich hatte in der Zeit viele mystische Erfahrungen und extreme Gefühlszustände. Im Positiven und im Negativen. Hatte nach einer ganz heftigen Erfahrung, bei der ich die Kontrolle verloren hatte zu Jesus gebetet und ihn angefleht, dass diese Mystik endlich aufhört, weil mir das alles über den Kopf gewachsen war. Hab mir einfach nur noch ein ganz normales Leben gewünscht, bei dem der Mann mir die Schrift erklärt und Kinder und einen ganz normalen Job. 

Dann haben die mystischen Erfahrungen kurze Zeit später aufgehört. Aber nachdem ich den Irrpfad erkannt hatte, hatte ich ständig Zwangsgedanken wie z.B.: "Satan ist dein Herr", "Du kommst in die Hölle" und Panik Attacken und so ziemlich alles was in der Schrift über die steht, die bestraft werden, hab ich durch verschiedene Interpretationen auf mich beziehen können und einen Kampf gehabt das nicht anzunehmen und über den Gedanken, Gefühlen, den Menschen um mich herum und der Welt an meine Rettung zu glauben und Jesus zu vertrauen.

Auf dem Irrpfad hatte ich mich komplett von der Gesellschaft isoliert, weil ich geglaubt hatte, dass Bilder machen Götzendienst ist, konnte ich irgendwann nicht mal mehr technische Geräte benutzen, oder Geld abheben, oder Geld nutzen. Phasenweise habe ich sogar auf Wasser und Strom verzichtet. Meine Seele hat sich dadurch verändert und ich wurde immer schlimmer.

Jetzt versuche ich wieder von der Angst in die Liebe zu kommen und möchte wissen, was ihr davon haltet, wenn ich mir eine bestimmte Zeit festsetze, in der ich absichtlich alles mache was ich will, also mich vollstopfen darf mit Süßigkeiten und essen was ich will, nicht beten muss, überhaupt nichts tun muss und lernen soll mich auch dann geliebt zu fühlen. Weil wenn ich esse frag ich mich ständig ob das jetzt Gier ist, was zuviel ist, wo die Grenze ist zur Sünde und das ganze nachdenken bringt mich zu keinen Antworten, nur zu neuen Fragen und dem Gefühl, dass ich nichts verstehe. 

Meint ihr ein absichtliches nicht anstrengen und sündigen, indem man z.B. mehrere Tafeln Schokolade auf einmal isst, einfach nur rumliegt und sich vom Gefühl leiten lässt, mit dem Glauben, dass das jetzt genau das Richtige ist, also nicht mal bereut, weil man die Absicht hat die Angst loszuwerden, wäre in dem Fall hilfreich und falls ja, wielange darf so ein Zeitraum gehen? 

Oder würde das bedeuten nachzulassen darin Gott zu dienen, mich von IHM zu entfernen und wäre nicht in SEINEM Sinne? 

Was kann ich tun, damit ich wieder aus der Angst raus in die Liebe komme?

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84 Antworten
Schlüsselkind
Themenstarter
Beiträge : 997

Auf die anderen Beiträge möchte ich noch antworten, wenn ich mich bereit fühle. Danke für eure Antworten. 

LG

pumuckl97 antworten


Seidenlaubenvogel
Beiträge : 2325
Veröffentlicht von: @lucan-7

Nur eine gläubige Person kann mich wirklich verstehen und mir helfen.

Vielleicht. Aber da gibt es halt auch solche und solche... ich wünsche dir auch viel Glück dabei!

 

Liebe Pumuckl97,

es tut mir sehr leid, dass du bereits schlechte Erfahrungen mit psychotherapeutischer Begleitung gemacht hast. Dennoch empfehle ich dir da dran zu bleiben. Und - verbeiß dich dabei nicht zu sehr, dass die Person Christ sein muss. Vorrangiges Ziel darf sein, "einfach nur" wieder gesund zu werden. Wenn dir der Glaube dabei die vorrangige Richtschnur ist, kann das sogar eher zum Problem werden. Das liegt dann weniger am Therapeuten (unabhängig davon, "wie" gläubig er ist). So wie du deinen Glauben beschreibst (deine Fragen/ Erfahrungen mit Irrlehren), ist er Teil des Problems, da sich Glaube leider auch krankhaft verzerren lässt.

Wenn dir der direkte Gang zu einem Psychiater nicht zusagt, vielleicht möchtest du dich vorerst an einen sozialpsychiatrischen Dienst wenden? Hier ein Link für Stuttgart: https://www.caritas-stuttgart.de/hilfe-beratung/psychische-erkrankung/beratung-und-grundversorgung/sozialpsychiatrischer-dienst/sozialpsychiatrischer-dienst

Alternativen findest du je nach Wohnort auch etwas bei dir in der Nähe. 

Wie anfangs bereits geschrieben... Empfehlen möchte ich dir weiterhin: Suche dir fachliche Hilfe. Und lass dich dabei nicht von schlechten Erfahrungen abhalten. Leider stimmt es manchmal zwischenmenschlich nicht, passt therapeutische oder medizinische Vorgehensweise nicht, teils steht einem aber auch die eigne Wahrnehmung im Weg, um sich gut auf eine Behandlung einlassen zu können.

Sei ganz lieb gegrüßt und ich wünsche dir alles Gute auf deinem weiteren Weg!

 

seidenlaubenvogel antworten
15 Antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

Hallo Seidenlaubenvogel,

Mein aktueller Therapeut arbeitet sogar beim sozial psychiatrischen Dienst.

Der Freund, der bei mir wohnt sagt ich brauch keine Therapie. Er sagt, ich brauch ihn. 

LG

pumuckl97 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@pumuckl97 

Der Freund, der bei mir wohnt sagt ich brauch keine Therapie. Er sagt, ich brauch ihn. 

Das ist eine sehr merkwürdige Aussage. Das eine schließt das Andere doch nicht aus.

Warum glaubt dein Freund denn, er könne das beurteilen?

lucan-7 antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@lucan-7 Er sagt er kennt sich aus damit und muss nur verstehen in was für einer Lage ich bin und dass nur Jesus das heilen kann.

Er glaubt ich hab kein Problem im Körper und kein Problem mit Chemie im Gehirn sondern ein geistliches, dass nur geistlich geheilt werden kann und durch die Liebe und Jesus.

LG

pumuckl97 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@pumuckl97 

Er glaubt ich hab kein Problem im Körper und kein Problem mit Chemie im Gehirn sondern ein geistliches, dass nur geistlich geheilt werden kann und durch die Liebe und Jesus.

Verstehe mich nicht falsch... wenn es dir gut tut, dann ist das eine gute Sache, und die will ich dir sicher nicht ausreden.

Ich bin nur immer sehr misstrauisch, wenn Leute glauben, sie wüssten genau, was richtig ist, und das dann auch noch so absolut setzen.

Auch gläubige Christen dürfen sich der Hilfsmittel bedienen, die uns zur Verfügung stehen. Natürlich geht es am Ende darum, dass du ohne Chemie und dergleichen auskommst und eine innere Balance für dich findest. Manchmal ist es aber besser, wenn man sich dabei professionelle Hilfe sucht, und manchmal können da auch Medikamente helfen. Ich werde dir jetzt sicher nicht raten, irgendwelches Zeug zu schlucken, dafür bin ich gar nicht qualifiziert. Ich sage nur, dass man sich nicht generell vor allem anderen verschliessen sollte. Auch Jesus hat für eine Heilung beispielsweise zusätzlich Lehm verwendet.

Genau prüfen solltest du natürlich, keine Frage.

lucan-7 antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@lucan-7 

PS: Mein Freund meint, dass jeder Mensch der stark in Jesus ist und die Entschlossenheit hat und der den heiligen Geist und den Kampf mit dem Bösen versteht und die Energie und den Wunsch hat zu helfen und bei mir zu bleiben mir helfen kann. Und das kann Tage, Wochen, Monate oder länger dauern und er will solange bei mir bleiben. Und wenn das vorbei ist kann ich entscheiden ob ich bleiben oder gehen will. Finde das voll schön.

pumuckl97 antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2325

@pumuckl97 Spannende Aussage - denn die "genannten Qualifikationen" bestätigt der "im Glauben Starke" sich letztendlich nur selbst. Und aus meiner Sicht setzt er sich in eine Position, die ihm nicht zusteht und den "Schwachen" abhängig machen kann.

Und - wer versteht schon "den Kampf mit dem Bösen"? Wie will das definiert sein? Und - ist das überhaupt ein "menschlicher Auftrag"? Ich habe mir gerade Epheser 6 angeguckt. Ja, wir (alle) kämpfen (auch) einen geistlichen Kampf. Da steht aber nichts davon, dass sich einer über den anderen erhöht und die absolute Weisheit für sich gepachtet hat. 

Wir sind alle unterschiedlich aufgestellt - an Lebens- wie an Glaubenserfahrungen. Alles was wir erlangen ist Stückwerk.

Ja, wir können von anderen profitieren. Ja, Unterstützung ist etwas Schönes und Wertvolles. Es ist ein Segen, wenn Menschen füreinander da sind. 

Wer sich selbst erhöht, sich selbst absolut setzt, macht sich selbst zu Gott. Das will ich deinem Freund nicht unterstellen. Ich kenne ihn ja nicht. Nur - deine Aussagen über ihn lassen mich in diese Richtung denken.

Ich wünsche dir(!) viel Weisheit für weitere Schritte auf deinem Weg! Gott behütet dich.

seidenlaubenvogel antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@seidenlaubenvogel Ich habe mich auch schon gefragt, ob das Hochmut ist, wenn man sich selbst als erwachsen in Christus sieht, oder ob das einfach Erkenntnis eines reifen Christen sein kann, der durch Offenbarung gelernt hat zu unterscheiden, wer noch ein Baby, Kind oder Erwachsener in Jesus ist. Vielleicht gibt es welche, die noch ein Baby sind, aber glauben, dass sie stark und reif sind, bei denen es Hochmut ist und welche die wirklich reif in Jesus sind und das richtig erkennen. Die Frage wäre dann nur, wie ein Baby in Jesus erkennen kann ob der, der von sich sagt, dass er reif ist in Jesus, erkennen kann ob es Hochmut ist oder ein wahres Urteil.

pumuckl97 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@pumuckl97 

Und wenn das vorbei ist kann ich entscheiden ob ich bleiben oder gehen will. Finde das voll schön.

Ich finde das ziemlich dominant und übergriffig. Du darfst in einer Beziehung, wenn Du Dich nicht gut fühlst immer gehen. Du sollst natürlich nicht bei jedem kleinen Bisschen das Handtuch werfen, aber Dein Freund entscheidet nicht, wann Du gehst oder ob Du bleibst. Das ist Deine Entscheidung. 

Durch Deine Beiträge hier in den letzten Wochen hab ich das Gefühl, dass Du sehr wohl professionelle Hilfe in Anspruch nehmen solltest und ein Laie kann Dir vermutlich nur bedingt helfen. Du scheinst leicht beeinflussbar zu sein und Dein Freund suggeriert Dir jetzt, dass Du ohne ihn nicht klarkommst. Halte ich für sehr bedenklich.

Kann es sein, dass Dein Freund Angst hat, Dich zu verlieren, wenn Du in Therapie gehst? 

Wenn er wirklich meint, dass Gott Dir helfen und Dich heilen kann, dann sollte er das Gott und Dir überlassen, wie ihr zusammen an der Heilung arbeitet. Und das kann auch bedeuten, dass Du Dir einen Therapeuten suchen musst.
 
 
tristesse antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@tristesse Hab ja auch einen Therapeuten. Aber weil ich nicht das Gefühl hab, dass der mich versteht, hab ich vor einigen Tagen, auch wegen eurer Beiträge, darüber nachgedacht, ob ich nicht doch in eine Klinik sollte und es mit Medikamenten probieren. An dem Tag war es ganz schlimm mit den Gedanken. Konnte mich kaum noch auf die Arbeit konzentrieren. Als ich nach Hause kam, hab ich geweint und zu Jesus gesagt, dass ich weiß, dass ich ein ungehorsames störrisches Kind bin, wenn ich IHM nicht vertraue und immer wieder daran zweifel, ob ich gerettet bin. Und ich hab das so bereut und IHN darum gebeten Geduld zu haben, nicht weil ich gut bin oder es verdient hab, sondern weil ER gut ist, um SEINER Gnade und Treue willen. Und IHN gebeten darauf zu schauen, dass ich IHN suche und zu IHM will, und dass ich bereue IHM nicht zu vertrauen und mir wünsche zu vertrauen. Ob ER mir vergeben kann. Dass ich SEINE Gnade brauche, weil ich sie mir nicht durch Taten verdienen kann. Dass war ein ganz intensives Gebet vom Herzen. Dann hab ich den Gedanken gehabt und gesagt "Ich hab das Vertrauen wieder", und hab es auch wieder gefühlt und die nächsten Tage waren wieder viel viel besser. Jetzt will ich doch nicht mehr in eine Klinik. War das Vertrauen mein freier Wille oder SEINE Gnade?

pumuckl97 antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@pumuckl97 Ich gebe einen Tipp, der wird hier nicht allzuviel Beifall bekommen.

Geh zu einem Katholischen oder auch Ortodoxem Priester , bespreche das, lass für Dich dort beten. 

Ein Freund ist schön und gut , aber alleine sich nur auf Ihn sich zu verlassen, ist nicht so gut

 

 

kappa antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

Hallo nochmal,

Will jetzt was Neues versuchen. Jedes Mal, wenn was kommt, dass mich runter zieht

1) Entscheide ich mich, nicht mehr darüber nachzudenken

2) Gebe es bewusst an Jesus ab

3) Mache Lobpreis an und versuche anderen etwas Gutes zu wünschen

Kam mir gerade der Einfall, weil ich über deine Studie nachgedacht hab und der Freund meinte wenn man Liebe gibt kann man auch Liebe emfinden. 

Dann hab ich Lobpreis angemacht und als ich mitgesungen hab, hab ich mich glücklich gefühlt und dachte mir das ist ja viel einfacher so mit der Angst umzugehen und macht sogar glücklich.

Und ich will jetzt versuchen nicht mehr zu sagen, dass ich krank bin, sondern im Geist gesund und zu der kranken Seele zu reden im gesunden Geist. Keine Ahnung ob das stimmt, aber die Vorstellung einen gesunden Geist zu haben in den man rein gehen kann und aus dem man nur Gutes spricht zu der kranken Seele tut gut. Vielleicht hilft das ja. 

 

pumuckl97 antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2325

@pumuckl97 

Liebe Pumuckl97,

gut, dass du Wege findest, die dir gut tun. Und gut, dass du in Kontakt stehst - Therapeut und Freund hattest du genannt.

Die Äußerung von deinem Freund erscheint mir etwas merkwürdig. Warum meint er, dass du nur ihn brauchst? Es ist gut, wenn Freunde füreinander da sind. Nur - auch zwischen Freunden kann es ungesunde Abhängigkeiten geben. Wie das bei euch ist, kannst natürlich nur du wissen.

Wie steht dein Therapeut zu Medikamenten? Ich finde es gut, wenn er deinen Wunsch, auf Medikamente zu verzichten, respektiert. Empfehlen würde ich dir dennoch, einen Psychiater aufzusuchen, dem du schildern kannst, wie es dir ergangen ist und was du gegebenenfalls momentan für Beschwerden hast. Auch wenn es die Psyche ist (war), die Alarm schlägt, so ist alles ein Zusammenspiel (Wahrnehmungen, Seele - Körper, Gehirn, Botenstoffe) und so macht es auch Sinn mit Medikamenten darauf einzuwirken. Und - gerade wenn es dir besser geht, ist es empfehlenswert die medizinische Seite in Ruhe zu prüfen.

Im Alarm-Modus ist es schwieriger Hilfe anzunehmen und diese als solche zu erkennen. Und leider - so zeigt die Erfahrung - ist es vermutlich eher unwahrscheinlich, dass du "das Thema" komplett hinter dir hast. Medikamente - hmm, ja ok - schwieriges Thema, vielleicht... Denn bei anderen Krankheiten tun wir uns weniger schwer. Warum haben ausgerechnet Psychopharmaka solch einen schlechten Ruf?

Warum ich dir eine psychiatrische Behandlung empfehle? Was ich von dir lese, beschreibt eine Not, die dich immer und immer wieder einholen kann. Es liegt an dir alles dafür zu tun, um möglichst gesund und stabil durchs Leben zu gehen.

Ja, dein Freund kann dir dabei zur Seite stehen. Ja, ein Therapeut kann dich begleiten. Ob das ausreicht? Die Zeit wird es zeigen. Eine weitere Stütze kann dir - aus meiner Sicht - ein Psychiater sein. Eine Krankheit kann dann am besten überwunden werden, wenn Einsicht des Patienten gegeben ist und mögliche Mittel geprüft und ausgeschöpft werden. Mit Schweden und Studien kenn ich mich nicht aus. Genauso wird es auch Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten geben...  😉 Ich würde - je nach Diagnose - eine Medikamenteneinnahme nicht rigoros ablehnen - zu deinem Schutz und für ein stabiles, gesundes Leben.

Und Gott? Ja, Er kann uns heilen von allem. Er ist genauso aber auch dabei, wenn wir medizinische Unterstützung annehmen. 🙂

Alles Liebe für dich und danke für deine ausführlichen Antworten.

seidenlaubenvogel antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

@seidenlaubenvogel 

"auch zwischen Freunden kann es ungesunde Abhängigkeiten geben"

Theoretisch könnte ein Mensch, der einen liebt, Wunder wirken - jedenfalls bei allen psycho-reaktiven Erkrankungen oder Problemen.

Das scheitert nur so gut wie immer daran, dass man auch ohne konkrete Abhängigkeit immer aufeinander bezogen ist. Wenn sich etwas bei anderen verändert, verändert sich auch etwas bei einem selbst - und beides in unvorhersehbarer Weise. Da es sich bei dem Menschen, der ein Problem schildert, fast immer - zumindest auch ganz wesentlich - um ein Frei-werden handelt, hat dessen Veränderung in einer Liebesbeziehung (Partnerschaft oder Freundschaft) auch immer einen bedrohlichen Charakter, was dazu führt, dass die Hilfe, die man ihm einerseits gibt, andererseits auch sofort wieder sabotiert wird.

Dem kann man sich so gut wie nicht entziehen.

queequeg antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

Hallo Seidenlaubenvogel,

Er sagt, ich brauch nur ihn und keinen Psychiater um heilen zu können von meinen Fragen, Problemen und Ängsten, weil er hat zu Gott gebetet, dass Er ihm jemanden schickt, den er heilen wird und sagt alles was er gebetet hat trifft auf mich zu. Und er lebt in Jesus und ist sein Kind und kann mir helfen dass ich auch zu ihm komme mit einem starken Glauben und der wird mich heilen. Nicht irgendeine Medizin. Weil Gott würde mich drinnen heilen und Medizin würde nur den Schmerz wegmachen, aber die Urdache drinnen wäre noch da.

Mein Therapeut sagt eigentlich fast nie was. Dafür guckt er einem immer so tief in die Augen. Seit einer Weile mache ich nur noch so Papier Kram mit ihm. Eigentlich ist das auch offiziell keine Psychotherapie. Er hat mir ganz viel schon geholfen mit Ämtern und oft mehr gemacht als er tun müsste, weil er so wundervoll ist. 

LG

pumuckl97 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@pumuckl97 

Zum Beitrag

Er sagt, ich brauch nur ihn und keinen Psychiater um heilen zu können von meinen Fragen, Problemen und Ängsten, weil er hat zu Gott gebetet, dass Er ihm jemanden schickt, den er heilen wird und sagt alles was er gebetet hat trifft auf mich zu.

Das klingt sehr fromm.... fromm verbrämtes Helfersyndrom......  aber wenn du nein sagst, du willst das nicht so, dann sitzt dahinter der Vorwurf versteckt, dass du dich gegen Gottes Willen stellen würdest. 

Gott kann zu dir selbst reden, welche Beziehung ER für dich als nützlich ansieht und welche nicht.

Es ist sehr gut, dass du dir hier verschiedene Meinungen und Sichtweisen einholst und deine Situation daran überprüfst.

 

deborah71 antworten
Wasilis
Beiträge : 520

@pumuckl97

Angst ist meistens eine angeborene Angelegenheit. So wie du es beschreibst glaube ich daran. Klinkt nicht nach einer Person die übermäßig glaubt.  Auch der Zweifel an das was du machst, hat nicht mit Glauben zu tun. Wenn du die Angstgefühle in irgendeine Weise immer hattest deutet an diese angeborene Angst. Ein Gefühl der nicht Selbsttätigkeit.  Du muss es besser beurteilen können. Aber die Krankheit..... kann niemand dir heilen, außer dass du selbst es versuchst. In deinem GEN wird es immer bleiben wenn sie dort sitzt! Ist aber keine lebensbedrohliche Angelegenheit. 

Du hast versucht mit tiefen Glauben deine Situation zu helfen. Es funktioniert nicht, weil du wichtige und elementare Lebensweise deinem Körper entzogen hast. Das kann zu schlimmen Folgen führen. Warum hast du dich entschlossen so stark das Glauben an Gott zu verstärken? Ein normales Leben wieder führen mit normalem Kontakt zum Gott wird dem Gott besser gefallen. Keine vier Tafel Schokolade auf einmal essen. Das wäre nicht normal. Was deine Angstgefühle betrifft würde ich dir raten nicht daran zu denken, dass du Angst hast. Wenn du Angst spürst schreie laut: verschwinde du Teufel von mir! und atme tief. Atem Übungen tun gut, weil sie das Gehirn mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgen.

wasilis antworten
3 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@wasilis 

Zum Beitrag

Von welcher Angst redest du hier?

a) von der Vorsichtsangst, die zur nützlichen Warnung in unseren Gefühlsfähigkeiten angelegt ist?

b) von übertragener Angst durch traumatisierte oder traumatisierende Eltern?

c) von wahrgenommener Angst der Mutter während unguter Ereignisse während der Schwangerschaft ?

d) von übertragener Angst als Generationsmuster an Verhalten?

 

Ohne Rückmeldung von Pumuckl97 zu deinen Vermutungen bleiben es Vermutungen und mit Vorsicht zu betrachtende Ferndiagnosen.

deborah71 antworten
Wasilis
(@wasilis)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 520

@deborah71

Keine von diesen vier Angstsorten gleichen den Erzählungen der Pumuckl97. Es gibt die angeborene Angst die sehr viele wenn sie sie haben, nichts davon wiesen. Wenn du mein Kommentar liest habe nicht fest behauptet, dass sie die Angst angeboren hat, aber ein Hinweis dass Ihr weiter helfen könnte. Aber es ist bei Ihr merkwürdig dass durch den festen Glauben statt es Ihr besser zu gehen, ist Ihr schlechter geworden. Also etwas negatives steckte in Ihrem Versuch fest an Gott zu glauben. Sie war seelisch nicht gut vorbereitet auf diese Aggressivität die Sie gespürt hat. Ihre Seele war labil. Und der Teufel hat sie in der Hand gehabt. Viele Menschen können dem Bösen nicht entgegentreten. Es ist auch Charakter Sache. Oft setzt man große Hoffnungen am Gott hat man keine Geduld auf die Früchte des Gebetes zu warten und ist man tief enttäuscht. Langsam langsam wird eine Traube süß. Außerdem Gott ist nur eine seelische Hilfe, alles andere muss der Mensch im Leben erarbeiten. Vielleicht ist ein Grund zum nachdenken. Aber jetzt wo sie halbwegs draußen ist kann sie langsam beginnen normal zu leben. Natürlich das braucht unterstützt zu werden.

wasilis antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@wasilis 

Zum Beitrag

Das klingt alles reichlich seltsam, mal hüh mal hott. Da leuchtet kein Lösungsansatz auf....  Und was diese "angeborene" Angst sein soll, hast du auch nicht greifbar erklärt.  Ich halte deine Einlassungen nicht für empfehlenswert für jemanden in einer unsicheren emotionalen Lage.

deborah71 antworten


Deborah71
Beiträge : 29331

@pumuckl97 

Zum Beitrag

Was kann ich tun, damit ich wieder aus der Angst raus in die Liebe komme?

Lass dir von Gott- Vater-Sohn-Heiliger Geist dienen, in dem Sinne wie Maria etwas Zeit ruhig zu Füßen Jesu saß und seine liebevolle Gegenwart  erlebte und seinen liebevolle Lehre, bis das Essen fertig war, das Martha für alle bereitete.

Jesus hat die Wartezeit bis zur Mahlzeit genutzt, aber er hat das Essen nicht ausfallen lassen und somit auch Marthas Einsatz gewürdigt und seine Jünger nicht hungern lassen.

Im Buch Prediger gibt es einen wichtigen Satz: Alles hat seine Zeit...

Schlafen hat seine Zeit, Wachsein für die Tagesaufgaben hat seine Zeit
Körperpflege in Hygiene und gesund essen hat seine Zeit, Pausen zwischen den Mahlzeiten haben ihre Zeit.
Hausarbeit hat ihre Zeit, Pausen haben ihre Zeit
ein schönes Buch oder schöne Musik hat ihre Zeit, Reden mit Jesus und dem Vater hat seine Zeit.

Als ich die Jüngerschaftschule begann, hatte ich mich für 15 Minuten Zeit für Bibellese und darüber Reden mit Jesus festgelegt, bevor ich zur Arbeit musste. Abends dann brauchte ich etwas Zeit, um für die Menschen zu beten, deren Mitteilungen nicht im Betrieb blieben und für die ich beten sollte. Danach kehrte Ruhe ein und ich hatte ja noch andere Aufgaben zu Hause.

Jesus sucht zuerst die Herzensgemeinschaft mit uns, nicht unsere Leistung, die schnell in frommen Aktivismus ausarten kann.

Trink doch mal mit Ihm nen Kaffee oder Tee um Runterzufahren und zu hören, was er dir mitteilen will....seine Freude über dich...  er freut sich auch mit dir, wenn du ein paar Streifchen Schokolade und den guten Geschmack genießt. Und vor allen Dingen: ER macht dir niemals ein schlechtes Gewissen. 

Tu dir die Liebe, deinen Tag ein wenig zu ordnen, eine entspannte Routine für die Alltagsdinge zu bekommen, Frieden zu erleben. Und wenn ein Tag mal hektisch war.... morgen ist wieder ein Tag, den der HERR gemacht hat...seine Gnade ist neu jeden Morgen.

deborah71 antworten
1 Antwort
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

Danke nochmal, für das zuhören und die guten Absichten und dass ihr eure Erfahrungen geteilt habt und Ratschläge gegeben habt. Hat so gut getan, darüber zu schreiben und nicht ignoriert zu werden. Ich weiß, dass ich manchmal sehr durcheinander wirken kann. 

LG

 

pumuckl97 antworten
Schlüsselkind
Themenstarter
Beiträge : 997
Veröffentlicht von: @queequeg

hat dessen Veränderung in einer Liebesbeziehung (Partnerschaft oder Freundschaft) auch immer einen bedrohlichen Charakter, was dazu führt, dass die Hilfe, die man ihm einerseits gibt, andererseits auch sofort wieder sabotiert wird.

Das hab ich nicht verstanden. Warum sollte diese Veränderung immer einen bedrohlichen Charakter haben? Und wie und warum sollte die Hilfe die man gibt von dem der sie braucht sabotiert werden? 

pumuckl97 antworten
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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

@pumuckl97 

Ja, ist nicht einfach zu verstehen. Dazu muss ich etwas ausholen.

Menschen in einer Beziehung (Partnerschaft, Freundschaft) sind diese eingegangen, weil am Anfang ihre Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse, Hoffnungen und Ängste zusammengepasst haben wie Schloss und Schlüssel. Es ändern sich aber beide im Laufe der Zeit, so dass es nicht mehr so wie am Anfang ist. Im Idealfall geschieht die beiderseitige Veränderung aber so langsam bzw. kleinschrittig, dass nicht viel davon zu merken ist und man sich quasi permanent neu aufeinander einstellt und einstellen kann. Dadurch ist dieser Prozess kaum bemerkbar.

Dieser Idealfall ist eher selten, weil der Anfang zumeist von falschen Annahmen zu dem anderen, aber auch sich selbst bestimmt war. Z.B. imponiert der eine als sehr ordentlich, beständig und zuverlässig und der andere als flippig, chaotisch und für jede Überraschung gut. Beide scheinen gut zusammen zu passen, wehren aber in ihren Eigenarten spezifische Ängste ab, die ihnen selbst gar nicht bewusst sind. Der Ordentliche ist eigentlich ein geborener Chaot, der aber nicht chaotisch sein darf, und der Chaot eigentlich sehr zwanghaft, was er aber auch nicht sein darf.

Kommt es jetzt durch irgendeinen Einfluss - wie z.B. einer Therapie - dazu, dass einer seine grundlegenden Ängste bearbeitet und sich weitgehend von ihnen befreit, ist er ein anderer, als er vorher war und die Grundlage der Beziehung zueinander stimmt nicht mehr, weil diese Veränderung dann vergleichsweise sehr schnell erfolgt ist. Der Partner/Freund kennt einen sozusagen nicht wieder und wird das verhindern wollen und sabotiert deshalb die Therapie. Und das, obwohl er bewusst durchaus will, dass es dem anderen besser geht.

Der gleiche Mechanismus findet auch innerhalb von Beziehungen statt. Wenn ein Partner begriffen hat, dass man ernsthafte Probleme hat, will er normalerweise wirklich helfen. Aber er tut es auf eine Weise, die von ihm unbewusst und ungewollt, letztlich das genaue Gegenteil bewirkt.

Einfaches Beispiel: Ich habe eine ganze Reihe von Beziehungen erlebt, in denen einer der beiden großräumig Aufgaben des anderen übernommen hat, um diesen zu entlasten und zu unterstützen. Das hört sich gut an, führte aber dazu, dass der mit z.B. einer Depression oder Angsterkrankung immer unselbständiger wurde und wie in einer Spirale immer tiefer in seine Probleme rutschte.

Bei einer solchen Sachlage ist eine Therapie für den anderen eine Bedrohung, weil ja zu erwarten ist, dass sich der Betreffende, wenn die Therapie gelingt, immer mehr von den Beeinflussungen des Partner löst.

Und das ist auch der Grund, warum eine partnerschaftsinterne Hilfe so gut wie immer sabotiert wird.

Der eine will, dass der andere sich positiv verändert, aber nur, wenn er dabei so bleibt, wie er ist. Und das funktioniert nicht.

queequeg antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@queequeg

Danke für deine Gedanken.

Mein Freund sagt, das ist eine ganz andere Ebene ob 2 Menschen zusammen kommen wegen irgendetwas Weltlichem oder wenn sie durch den heiligen Geist zusammen kommen.

Bist du gläubig?

pumuckl97 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

@pumuckl97 

Was auch immer Dein Freund, der Papst, Queequeg oder sonst wer Dir sagen - benutze beim Hören und Geltenlassen Deinen kritischen Verstand.

Ich glaube - für mich -, dass mein Leben und Sterben einen Sinn hat und ich mir um nichts Sorgen machen muss, weil was immer kommt, gut sein wird.

 

queequeg antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@queequeg 

Glaubst du, dass es auch dann so ist, wenn man das selbe Ziel hat und den selben Glauben, auf welche Weise man auf dieses Ziel hinarbeitet?

Weil wenn jetzt z.B. buddhistische Mönche in einem Kloster zusammen leben, weil sie Nirvana erreichen wollen und das auf der selben Weise, nämlich die buddhistische Lehre. Die wegen dieser Lehre und diesem Ziel zusammen kommen, glaubst du dann nicht, dass es in dem Fall egal ist, welche persönlichen Erfahrungen sie in ihrem Leben gesammelt haben?

Weil dann hält nicht etwas aus der persönlichen Vergangenheit zusammen, sondern was, dass man glaubt, dass nicht vergänglich ist, dass die Gegenwart und die Zukunft beeinflusst und diese Übereinstimmung ändert sich nicht durch das aufarbeiten von Unbewusstem.

 

pumuckl97 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

@pumuckl97 

Die persönliche Vergangenheit, das, was man erlebt hat, spielt immer die erste entscheidende Rolle und färbt das, was wir dann gegenwärtig erleben. Das bedeutet auch - weil ja jeder andere Erfahrungen gemacht hat -, dass man mit einem anderen Menschen nie 100% einig ist und man ihn auf seine Seite ziehen will und das umso mehr, je weniger ich mir meiner selbst bewusst bin und Stärkung von außen erwarte. Da wundert man sich mitunter, wie schwach besonders stark wirkende Menschen letztlich sind.

 

queequeg antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@queequeg Was kann man machen, damit man so wenig wie möglich von der persönlichen Erfahrung beeinflusst wird und soviel wie möglich von der Wahrheit? Wie wird man sich seiner selbst bewusst und unabhängig von der Stärkung anderer Menschen? 

pumuckl97 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

@pumuckl97 

"Was kann man machen, damit man so wenig wie möglich von der persönlichen Erfahrung beeinflusst wird"

Leider (?) gar nichts, weil diese persönlichen Erfahrungen "wir" sind. Es ist nicht so, dass "wie" hier sind und die Erfahrungen da und wir müssten uns nur von ihnen verabschieden, dann wären wir sie los.

Wir können nur auf zwei Wegen mit ihnen umgehen. 1. können wir uns bewusst machen, welche Erfahrungen uns in unserem Lebensalltag so beeinflussen, dass wir eigentlich gar nicht auf das reagieren, was im Moment gerade ist, sondern auf etwas, was in der Vergangenheit so ähnlich war. Das wäre die Möglichkeit bei z.B. neurotischen Persönlichkeitsstrukturen. 2. können wir rein handwerklich Strategien entwickeln, bei denen wir es lernen, immer wiederkehrenden Schwierigkeiten im Erleben, Denken, Fühlen oder Handeln anders zu begegnen als man es gewohnt ist. Das wäre die Möglichkeit z.B. bei Problemen im Rahmen von Borderline Persönlichkeitsorganisation oder Psychosen.

"soviel wie möglich von der Wahrheit?"

Wahrheit gibt es nicht als isoliertes Faktum außerhalb unserer Existenz - quasi wie einen Ort, zu dem man nur laufen müsste, um dann da zu sein. Wahrheit ist immer der Eindruck persönlichen Empfindens. Deshalb ist es ja auch so gut wie unmöglich, einen Menschen von etwas zu überzeugen, was er nicht sowieso schon glaubt. MaW, ob etwas Wahrheit ist oder nicht, entscheidet nicht die Sache selbst, sondern unsere Vorstellung davon.

"Wie wird man sich seiner selbst bewusst"

Ich sage mal, indem man sich seiner Gefühle und Gedanken bewusst wird und sie als Abbild der Wirklichkeit begreift, die nicht eine Wahrheit an sich beschreibt - siehe oben -, sondern unsere Vorstellung dieser Wahrheit. 

Wenn man z.B. einem Menschen gegenüber einen "bösen" Gedanken hatte, aber glaubt, keine bösen Gedanken haben zu dürfen, dann ist man geneigt, solche Gedanken sozusagen im Moment ihres Entstehens schon zu verdrängen. Aber sie sind dann nicht wirklich weg, sondern arbeiten nur im Untergrund weiter. Wenn man sie aber - erst einmal - zulässt und sich fragt, wieso man die überhaupt hatte, dann sieht man vermutlich die Verletzung, die sie erzeugt hat. Dann fühlt man einen Schmerz, aber keine bösen Gedanken mehr. Und mit dem Schmerz kann man dann konstruktiv umgehen.

"unabhängig von der Stärkung anderer Menschen"

Ganz unabhängig davon kann man nicht sein. Es gibt immer Situationen oder Umstände, in denen man auf andere angewiesen ist. Dann sollte nur der andere Mensch diese eigene Schwäche nicht zu seiner eigenen Stärkung nutzen.

queequeg antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@queequeg 

Danke.

pumuckl97 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7591

@pumuckl97 

Gerne doch.

Wünsch Dir gute Weihnachtstage.

queequeg antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@queequeg 

Dir auch.

pumuckl97 antworten


Murphyline
Beiträge : 1894

@pumuckl97 Klingt stark nach Schizophrenie. Gehe bitte zu einem Psychiater.

murphyline antworten
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