Benachrichtigungen
Alles löschen

Am Mittagstisch


Arcangel
Themenstarter
Beiträge : 4664

Gestern am Mittagstisch gab es wieder einmal ein spannendes Thema im Lehrerzimmer. Irgendwie sind wir auf die Täufer und deren Verfolgung in Zürich gekommen. In dieser Diskussion steuerte der Wirtschaftslehrer eine Anekdote von einem Täufer, der auf der Flucht vor seinen Häschern über einen gefrorenen See lief. Einer seiner Häscher brach im Eis ein, und der Täufer kehrte um und rettet ihn, worauf hin er gefasst und hingerichtet wurde. Besagter Lehrer ereiferte sich darüber, wie dumm, dass dies sei und er würde sein Leben nie für sowas opfern. Die Diskussion nahm ihren Lauf und später liess sich der Lehrer zu der Aussage hinreissen, dass alle Motivation auf Sex oder Geld beruht und sonst gar nichts, alles kann auf Sex oder Geld reduziert werden.

Ich habe ihn dann gefragt, ob es nun Sex oder Geld war, welches den Täufer umkehren liess und den Mann rettet.

Er hat dann irgendwas von Ideologie gemurmelt. Eine Ideologie, die das Wohl des Anderen über das Eigene stellt, war meine Antwort darauf. Danach kam nichts mehr.

Irgendwie lässt mir die Haltung dieses Lehrers keine Ruhe. Sich lustig machen über Menschen, die bereit sind, für eine Überzeugung ihr Leben zu geben, ist das eine. Dies kann ich ja noch nachvollziehen.

Einen Glauben aber, der bereit ist, das Wohl eines Andern über das Eigene zu stellen als blosse ideologische Verblendung abzutun? Da frage ich mich, wer hier ideologisch verblendet ist.

Antwort
1 Antwort
MrOrleander
Beiträge : 2229
Veröffentlicht von: @arcangel

Einen Glauben aber, der bereit ist, das Wohl eines Andern über das Eigene zu stellen

War das denn die Motivation des Täufers? 🙂 Vielleicht war seine weitere Flucht aussichtslos und er dachte, wegen der Rettung des Verfolgers würde man ihn milde behandeln. Daß er sein Wohl über das Anderer stellt, ist eine (die fromme) Interpretation des Geschehens.

Veröffentlicht von: @arcangel

Ich habe ihn dann gefragt, ob es nun Sex oder Geld war, welches den Täufer umkehren liess und den Mann rettet.

Wenn der Täufer in der Hoffnung auf Gottes Lohn gehandelt hätte, wäre das zwar kein Geld im oben genannten Sinne, aber doch verwandt. 

mrorleander antworten


Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?