" Du kannst kein echter Christ sein, wenn du psychisch krank bist"
Diese Aussage ist immer wieder und leider noch immer zu hören, wenn Menschen an einer Depression erkranken, im Burnout landen, eine Angststörung haben, ein Trauma erleiden mussten oder sonstige psychische Krankheiten haben.
Ihnen wird nicht nur der richtige Glaube abgesprochen.
Auch ihre Identität als Christ wird verworfen.
Wie geht ihr damit um, die ihr auch schon einmal psychisch erkrankt ward.
Wie geht ihr damit um, wenn solche Lehren in euren Gemeinden oder eurem Umfeld verbreitet und geglaubt werden?
Was ist von solchen Aussagen zu halten?
Sehr gerne dürft ihr hier auch anonym schreiben.
Ich freue mich auf einen feinen Austausch und danke allen sich Beteiligenden schon jetzt
Herzliche grüße
Inge
Habe ich zum Glück so noch nicht erlebt, in der evangelischen Landeskirche.
Aber ich meide auch Gemeinden bestimmter Richtungen...
verschiedene christliche Gemeinschaften
Übrigens möchte ich hier gern noch anfügen, dass ich wunderbare Christen kenne, aus verschiedensten christlichen Richtungen stammend.
Ich denke auch, dass es seine Berechtigung hat, wenn verschiedene christliche Gemeinschaften unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Ich möchte aber trotzdem Vorgehensweisen und Lehren kritisieren dürfen, die ich als schädigend und problematisch empfinde.
Dies würde ich selbstverständlich auch so akzeptieren, wenn jemand der evangelischen Landeskirche gegenüber Kritik übte. Und wahrhaftig, da gibt es auch Vieles, was angesprochen gehörte.
Korpsgeist und Wagenburgmentalität ("wir müssen hier alle der gleichen Meinung sein, sonst ist es das Einfallstor des Antichristen") kann ich aus der Bibel so nicht herauslesen.
Selbstverständlich gibt es aber gewisse Fundamente, wo man sich einig sein sollte, und die möchte ich auch gewiss nicht angreifen.
" Du kannst kein echter Christ sein, wenn du psychisch krank bist"
Veröffentlicht von: @irrwischWie geht ihr damit um, wenn solche Lehren in euren Gemeinden oder eurem Umfeld verbreitet und geglaubt werden?
wie sind dann die Leute, die das verbreiten, zum Glauben gekommen bzw. waren diese immer gesund?
Veröffentlicht von: @irrwischWas ist von solchen Aussagen zu halten?
finde ich persönlich sehr fragwürdig...
> Matth.7, 21 - 23 fällt mir dazu noch ein...
wow ... jetzt ganz im ernst:
Veröffentlicht von: @halberichwie sind dann die Leute, die das verbreiten, zum Glauben gekommen bzw. waren diese immer gesund?
Das ist eine hammergute Frage. Vielen Dank dafür. Da werde ich ne Weile drüber nachdenken können.
Veröffentlicht von: @neubaugoerewow ... jetzt ganz im ernst:
Veröffentlicht von: @halberichwie sind dann die Leute, die das verbreiten, zum Glauben gekommen bzw. waren diese immer gesund?
Das ist eine hammergute Frage. Vielen Dank dafür. Da werde ich ne Weile drüber nachdenken können.
ja, das ist mein ernst....
gerne.
oh, ich muss wohl heute an meiner Kommunikation arbeiten;
das mit dem "ernst meinen" war anders gemeint von mir - eher in dem Sinne, dass ICH das ganz ernst sage und feststelle, wie gut die Frage ist, sodass das niemand als Scherz oder Boshaftigkeit auffasst.
Sorry für das Missverständnis.
Veröffentlicht von: @neubaugoereoh, ich muss wohl heute an meiner Kommunikation arbeiten;
das mit dem "ernst meinen" war anders gemeint von mir - eher in dem Sinne, dass ICH das ganz ernst sage und feststelle, wie gut die Frage ist, sodass das niemand als Scherz oder Boshaftigkeit auffasst.
irgendwie steh ich immer noch auf der Leitung..... sorry....
Okay, ich versuch mal eine Erklärung.
Wir spulen ganz zurück.
Ich schrieb:
Veröffentlicht von: @neubaugoerewow ... jetzt ganz im ernst:
Veröffentlicht von: @halberichwie sind dann die Leute, die das verbreiten, zum Glauben gekommen bzw. waren diese immer gesund?
Das ist eine hammergute Frage. Vielen Dank dafür. Da werde ich ne Weile drüber nachdenken können.
Und dieses "jetzt ganz im ernst" war eine Floskel, mit der ich nicht Dich, sondern mich selbst meinte. Meine Aussage ist also, dass ICH es jetzt ganz ernst meine mit meiner Bemerkung, dass die Frage/n von Dir richtig gut sind. Ich meinte also nicht Dich damit und fragte nicht, ob Du das ernst meinst. (Denn Du hattest reagiert mit : "ja, ich meine das ernst" oder so ähnlich.)
Jetzt verstanden?
Veröffentlicht von: @neubaugoereJetzt verstanden?
ja einigermaßen...
Konspirative Bedingungen
Das ist einer meiner Hauptkritikpunkte an manchen real existierenden christlichen Gemeinden. Ich habe jahrelang Patienten aus bestimmten Gemeinden nur unter regelrecht konspirativen Bedingungen behandeln können. D.h. sie mussten durch die Hintertüt in meine Praxis kommen, um nicht von jemandem, der sie kennt, gesehen zu werden.
In einer "Seelsorger-Sitzung" listete der Pastor auf, was geistliches und was ungeistliches Verhalten sei. Alle schrieben eifrig mit. Ungeistliches Verhalten sei u.a. Gott nicht vertrauen, allgemein Misstrauen, sich minderwertig fühlen oder sogar sich selbst verletzen. Psychologie oder Psychotherapie soll nur mit Vorsicht geglaubt werden, nur wenn es mit der christlichen Wahrheit übereinstimmt. Bekennen und Vergeben seien die richtigen geistlichen Schritte.
In seinem Denken gab es nur geistlich-ungeistlich, richtig-falsch, christlich-weltlich.
An dieser Sitzung hätte ich laut aufbegehren wollen. Hab lediglich ein paar kritische Fragen eingeworfen. Später wurde ich eh aus dieser Gruppe rausgeworfen - weil ich der Gemeinde und dem Pastor gegenüber negativ gesinnt sei.
Veröffentlicht von: @irrwischWie geht ihr damit um, die ihr auch schon einmal psychisch erkrankt ward.
Ich bin Traumabetroffene. Von solchen Leuten halte ich mich fern. D.h. von meiner ehemaligen Gemeinde halte ich mich fern. Mit der vorletzten Gemeinde habe ich leider ähnliche Erfahrungen gemacht. Deshalb halte ich mich zur Zeit generell von Freikirchen fern. Christen suche ich mir aus, mit wem ich mich einlasse und mit wem lieber nicht.
Heute aber bin ich gesünder als vor 10 Jahren, da kann ich mittlerweile durchaus kontern und aufzeigen, wie verletzend und schädlich eine solche Haltung ist.
Am liebsten halte ich mich an Jesus - er hat nämlich nie solchen Mist gesagt.
Befreiungs- und Heilungsdienste....
Liebe Inge,
Ihnen wird nicht nur der richtige Glaube abgesprochen.
Auch ihre Identität als Christ wird verworfen.
....und darüber hinaus auch dämonisiert. Ich habe das immer wieder erlebt, dass gerade psychisch Kranken dämonische Belastungen andichtet. Bis hin zu Exorzismen gerade bei traumatisierten Menschen. Fragwürdige Seelsorgepraktiken (z. B. prophetische Befreiungsdienste) verstärken das noch und was ich darin am meisten kritisiere, ist, dass man sich hier auf Gebiete wagt, die ausschließlich Ärzten/Therapeuten/Heilpraktikern vorbehalten ist. Da sollen Menschen in Wochenendseminaren von ihren Traumatisierungen geheilt werden, indem man mit Jesus in die Traumaerfahrung reingeht usw. Vor Jahren war das TBM, heute haben wir Sozo, Befreiungsdienste nach James und Kim Stanton usw....
Hier mal ein Link zu einem Statement von Peter Wenz bezgl. Dämonischer Belastung von psychisch Kranken.
http://equipping-the-saints.net/resources/wozu_Christ_sein_Erg$C3$A4nzung_Befreiungsdienst.pdf
Ein kurzer Auszug daraus.....
….Was für Menschen können belastet sein? – Alle Beispiele aus den Evangelien.Kranke, Epileptiker, Blinde, Stumme, Verkrümmte, Gewalttätige, Wahnsinnige, übernatürlich Starke, körperlich Schwache können dämonisch belastet sein. Ë Dies entspricht unserer Vorstellung von dämonischer Belastung.
Wie erkennt man dämonische Belastungen?a)
Chronisches Fehlverhalten KANN eine Auswirkung dämonischer Belastung sein. Stets wiederkehrendes Fehlverhalten, gegen das erfolglos angekämpft wird, KANN eine Auswirkung dämonischer Belastung sein.
-Perverses Sexualverhalten; der sexuelle Verkehr hat immer auch geistliche Anteile.
-Geistliche Dürre, das Wort Gottes nicht lesen können, geistliche Behinderung, gotteslästerliche Gedanken, geistliche Abnahme (statt Wachstum)
-Habsucht, Lüge-Zwanghaftes Verhalten (in den verschiedensten Variationen, z.B. auch Leistungsdenken)
-Süchte-Depression, Persönlichkeitsstörung, Magersucht, Selbstverstümmelung-Hellseherei-Familiäre Auffälligkeiten, Krankheiten, Tod, Lähmung-Phobien, Psychosen, Zwangsneurosen, Ängste-Chronische Krankheiten, Ekzeme, Allergien, Krebs
Solche Aussagen und Haltungen sind in Kreisen, die Dämonenlehre vertreten, häufig anzutreffen.
Wie geht ihr damit um, wenn solche Lehren in euren Gemeinden oder eurem Umfeld verbreitet und geglaubt werden?
Sie anprangern und den Vertretern Paroli bieten. Betroffene ermutigen, die Beine in die Hand zu nehmen und das Weite zu suchen. Prof. Hilfe ist da eindeutig der gesündere Weg....
Was ist von solchen Aussagen zu halten?
Nichts, denn diese Menschen tragen ja in erster Linie ihr Bildungsdefizit vor sich her. Es ist eine dämonischen Theologie, die die Medizin und heutigen Erkenntnisse ignoriert. Wobei es sicherlich auch jene gibt, die das als Spielwiese für ihre Machtgelüste betrachten. Allmachtsfantasien werden favorisiert Wer selbsternannte Heilsaufträge als Berechtigung ansieht, Kranken mit Befreiungsdiensten usw. das Leben zusätzlich zu erschweren, der hat eine Grenze überschritten. Gerade der Mangel an psychologischem oder medizinisches Hintergrundwissen, die Exaltation über den Stand der Medizin (die Größenvorstellung des eigenen Wirkens usw. zeigen deutlich auf, dass wir uns damit in einem Bereich bewegen, der streng genommen behandlungsbedürftig ist, so er denn an psychisch Kranke herantritt und deren Leiden mit diesen unseligen Vorstellungen und Praktiken, verschärft.
Lieben Gruß
Ahischa
Hi,
also ich sehe das nicht so eng wie du.
Denn sonst würde Jesus nicht das so offen ansprechen.
Aber das ist ein schwieriges Pflaster und darüber zu streiten lohnt sich nicht.
Ich bin mir sicher, das es Manifestationen gibt. Was sind denn sonst die politischen Ideologien der Nazis? Oder BokoHaram? AlKaida. Menschenmordende Hassende Vergewaltigende Monster. Oder einfach nur mal gestrauchelte arme Menschen? Massenmörder in Schulen? Frauenverachter? Sexuell pervertierte? Hormonell gestört?
Ich bin froh, das Jesus mehr erkennt als Menschen 😊
Max
Veröffentlicht von: @meriadocWas sind denn sonst die politischen Ideologien der Nazis? Oder BokoHaram? AlKaida. Menschenmordende Hassende Vergewaltigende Monster.
Darüber reden wir hier grad nicht. Hier geht es um den Umgang mit psychisch Kranken in christl. Kirchen/Gemeinden. Dein Thema ist sicherlich spannend, doch es verdient dann wohl einen eigenen Thread.
Lieben Gruß
Ahischa
Danke ❤
Falsch angehängt....
o.T.
Das ist je erschreckend, was für ein Driss heute noch gelehrt, geglaubt und wohl auch praktiziert wird.
Da wäre es ja völlig falsch und Betroffenen gegenüber extrem unsolidarisch, wollte ich solche Leute - wie es ein hochgeschätzter Mitforant meinte mir anraten zu müssen - "segnen" wollte.
Das hieße, sich mit ihnen gemein zu machen und ihr Tun gutzuheißen.
Veröffentlicht von: @ahischaSie anprangern und den Vertretern Paroli bieten. Betroffene ermutigen, die Beine in die Hand zu nehmen und das Weite zu suchen. Prof. Hilfe ist da eindeutig der gesündere Weg....
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Veröffentlicht von: @suzanne62Da wäre es ja völlig falsch und Betroffenen gegenüber extrem unsolidarisch, wollte ich solche Leute - wie es ein hochgeschätzter Mitforant meinte mir anraten zu müssen - "segnen" wollte.
Das war zwar nicht ich, aber dass wir sogar unsere Feinde segnen sollen, sehe ich auch so.
Letztlich bedeutet segnen ja, dass man dem anderen wünscht, dass Gott unterstützend/heilend/zum Guten wendend im Leben des anderen wirkt.
Veröffentlicht von: @groffinDas war zwar nicht ich, aber dass wir sogar unsere Feinde segnen sollen, sehe ich auch so.
Wenn mir jemand nicht gut tut, möchte ich das Recht haben, mich von diesen Leuten abzuwenden und sie hinter mir zu lassen.
Segnen würde eine Verbindung schaffen, die ich nicht mehr will.
Ihr könnt es ja meinetwegen anders halten. Aber ich nehme mir das Recht, nach eigenem Gewissen und eigener Überzeugung zu handeln.
Man kann ja niemanden zum Segnen zwingen, wenn das ganz und gar gegen die eigene Überzeugung geht und nicht ehrlich gemeint ist. Und das wäre es bei mir nicht.
Lukas 6, 28:
"Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen; 28 segnet die, so euch verfluchen und bittet für die, so euch beleidigen. 29 Und wer dich schlägt auf einen Backen, dem biete den anderen auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem wehre nicht auch den Rock.…"
Das in der Nachfolge Jesu nicht zu beachten, würde mir bedeuten in einem Punkt Jesus nicht gehorsam zu sein und Seine Liebe und Seine Nachfolge gar nicht richtig auszuleben.
Das gehört zu dem, wozu ER Seine Schafe befreit hat, Gottes Kinder die nun das Recht haben und auch die Verpflichtung übernommen haben zu werden wie ER.
Das Vater unser beinhaltet "wie auch wir vergeben unseren Schuldigern", an diesem Vers komme ich nicht vorbei beim Beten, daher geht nur Befolgen oder das Gebet lassen.
Denn wenn ich bete "vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern", dann bete ich ja "vergib' mir nicht", wenn ich dann nicht auch meinem Schuldiger vergebe.
Daher gehört das für mich zusammen.
Vergeben, Segnen, das ist eine Einheit.
"Segnen" bedeutet mir nun nicht, wie Manche (meines Erachtens viel zu leicht und oft) meinen andere segnen zu müssen, also Segen zusprechen zu müssen und zu können.
Segnen bedeutet mir da, für den Anderen um Segen bitten oder ihm durch meine Vergebung Gutes zu tun.
Evtl. auch direkt, materiell oder in Freundlichkeit, je nachdem wie die Situation ist und was Gott zeigt was zu tun ist.
Jemanden hinter sich lassen, sich abwenden, bedeutet weder denjenigen nicht segnen dürfen, geschweige denn ihm nicht vergeben.
Unvergebenes wird letztlich nur mir selber schaden.
Und was das Vergeben angeht, das für mich wie gesagt dazu gehört bzw. eh Bedingung ist um den anderen zu Segnen (wobei ich denke, dass er auch durch meine Vergebung bereits gesegnet wird, je nachdem wie man den Begriff nun füllt...), so tue ich es auch im Gehorsam Christi, ich tue es in Seinem Namen bzw. Gottes Namen dem Anderen gegenüber.
Das muss ich in dem Moment nicht empfinden, das Empfinden ist oft Etwas was Gott dann (erst) im Nachhinein nach meinem in Worte gefassten Gehorsam schenkt.
Liebe Grüße
Karibu
Veröffentlicht von: @karibu20"Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen; 28 segnet die, so euch verfluchen und bittet für die, so euch beleidigen. 29 Und wer dich schlägt auf einen Backen, dem biete den anderen auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem wehre nicht auch den Rock.…"
Schön, wenn du das immer hinbekommst. Ich bin leider nur ein normaler Mensch.
Veröffentlicht von: @karibu20Jemanden hinter sich lassen, sich abwenden, bedeutet weder denjenigen nicht segnen dürfen, geschweige denn ihm nicht vergeben.
Es bedeutet: diese Person lässt mich völlig kalt. Natürlich "darf" ich segnen, wenn ich will. Aber ich muss gar nichts. Weder fluchen, noch segnen.
Veröffentlicht von: @karibu20Und was das Vergeben angeht,
Bei Menschen, mit denen mich nichts (mehr) verbindet, reicht es, "es gut sein zu lassen", auf Vergeltung zu verzichten, friedlich meiner Wege zu gehen.
Handhabe du das, wie du es für richtig hältst. Ich jedenfalls werde niemanden segnen, mit dem ich schlicht nichts mehr zu tun habe.
Hört sich alles in allem nicht sehr "friedlich" an.
Ich merke, dass ich es nicht geschafft habe, Dir zu vermitteln, wie ich es meine.
Daher versuche ich es noch mal, direkt antwortend:
Veröffentlicht von: @suzanne62Schön, wenn du das immer hinbekommst. Ich bin leider nur ein normaler Mensch.
Nein, genau das bekomme ich in meiner Unzulänglichkeit ja nicht hin und dachte, das hätte ich deutlich gemacht.
Jesus ist es, der es in mir bewirkt.
ER hat es gesagt, ER verlangt es, aber ER befähigt auch dazu.
Ich lebe da nicht aus mir heraus, sondern aus Jesus heraus.
Das meinte ich damit, dass ich es "einfach tue" aus Gehorsam heraus.
Das bedeutet dann schon, dass ich ("einfach nur") sage "Du Herr, hast mir gesagt dass ich den anderen vergeben soll, das bedeutet dass ich es tun darf und kann. Ich vergebe daher dem und dem in Deinem Namen, aus Gehorsam Dir gegenüber, weil Du es möchtest.
Aber ich fühle es im Moment so gar nicht, bitte schenke Du das Gefühl dazu!".
Das tut ER, das habe ich so erlebt, das bedeutet nicht, dass es auch immer mal wieder versucht öfter aufzustehen und mich zu ärgern, aber dann darf ich sagen "in Gottes Namen ist es vergeben und darum sage ich mich los von solchen Gedanken in Jesu Namen".
Punkt.
Das ich das nicht nur "muss", sondern darf, dass es mich selber befreit - jemand schrieb mal hier im Forum (nicht Thread), dass man sich selber etwas Gutes tut wenn man vergibt, weil Unvergebenes einem selber schadet. Ich würde sagen einen blockiert oder blockieren kann, psychisch sehr schaden kann.
Vielleicht wurde es so deutlicher, wie ich es meine?
Gerade wegen meiner Schwachheit bete ich auch in meiner Schwachheit dann zu Gott um Hilfe bei der Vergebung anderen gegenüber. Ganz ehrlich und offen.
Das fand ich so gut bei Dir, dass Du das genau so offen und ehrlich angesprochen hast.
Dass wir da als Christen nicht bei stehen bleiben müssen, sondern es wie ich es schilderte direkt zum Herrn bringen und IHM abgeben dürfen, das habe ich als so wunderbar, helfend und befreiend erlebt.
Nicht, weil ich nun besser bin, sondern weil Jesus der Herr in meinem Leben ist und ER es schenkt.
Das gehört daher für mich zum "gut sein lassen" dazu.
Liebe Grüße
Karibu
Authentisch Christ sein..........
.........so heisst dieses Forum.
Sehr bewusst habe ich diesen Thread hier eröffnet.
Wenn es für dich, Karibu, authentisch ist, Vergebung und Segen sozu handhaben, wie du es hier beschreibst, dann ist das doch OK.
Aber ganz genau so OK, weil authentisch ist es auch, wenn ein anderer Christ seinen Weg in dieser Thematik geht.
Heilsam finde ich auf jeden Fall, Verletzendes aufzuarbeiten und nie irgend wen zu irgend etwas zu drängen, was ich oder du vielleicht anders handhaben.
Jesus verlangt nichts von uns, zu dem wir ( noch) nicht in der Lage sind.
ER begleitet uns aber auf unsere Weg der Heilung.
Reisst nicht durch drängen neue oder gar alte Wunden wieder auf.
Statt das Jesus dich heilt lässt du eben selbstgemachte Kompromisse für dich zu.
Kann für ,manche Dinge gut sein und in Ordnung, aber innere Abkehr und Ablehnung gegenüber anderen "Heiligen" ist meines Erachtens...und das sage ich ganz leise...Verbitterung.
Du, ich kenne das.
Max
Scherben....
Veröffentlicht von: @meriadocaber innere Abkehr und Ablehnung gegenüber anderen "Heiligen" ist meines Erachtens...und das sage ich ganz leise...Verbitterung.
Nein, das würde ich als eine gesunde Abgenzung bezeichnen.
Phil Bosmans hat das mal zu den Scherben unseres Lebens sehr schön formuliert. Es gibt Scherben, die wirst du los, wenn du sie Gott in die Hände legst. Es gibt Scherben, die kannst du heilen, wenn du vergibst. Und es gibt Scherben, die du mit aller Liebe nicht heilen kannst. Die mußt du liegenlassen.....................
Aufstehen und weitergehen kann durchaus bedeuten, sich abzukehren und Täter zurück zu lassen.
Lieben Gruß
Ahischa
Abkehr vs Flucht
Veröffentlicht von: @ahischaAufstehen und weitergehen kann durchaus bedeuten, sich abzukehren und Täter zurück zu lassen.
Das ist sogar zwingend notwendig, wenn der Täter nicht einsichtig ist.
Anders ist es, wenn jemand unbewusst oder bewusst immer noch auf der Flucht vor dem Täter ist. Das ist manchmal gar nicht so leicht zu entdecken.
Meriadoc hat mir da durch seine Erwähnung des Segnens nochmal einen sehr hilfreichen Blickwinkel eröffnet. In der Ausführung des Segnens wende ich dem Täter nicht mehr einen ungeschützten Rücken zu, sondern stoppe die Flucht, wende mich dem Täter zu in einer indirekten Konfrontation durch Segnen, bei der ich mich seiner Gegenwart nicht aussetzen muss, und habe Jesus zwischen ihm und mir.
Entmutigung als feuriger Pfeil des Bösen( hört das denn nie auf?) hat in dem Moment verloren.
Veröffentlicht von: @meriadocund das sage ich ganz leise...Verbitterung.
Du, ich kenne das.
Nein, das kennst Du nicht, weil Du nicht weißt, was suzanne meint (an anderer Stelle erwähnt sie es aber in einem neueren Beitrag) und - sorry - es als Mann auch nie verstehen wirst.
Aber auch ich nicht, da ich es nie erleben musste.
Das verlangt aber Diskretion und Vorsicht, solche Vorschlaghammer sind da eher nicht so nützlich.
Das wurde mir gestern als es mir einfiel auch bewusst, als ich dann schrieb, dass es natürlich sehr unterschiedliche Situationen gibt.
liebe Grüße
Karibu
Veröffentlicht von: @suzanne62Bei Menschen, mit denen mich nichts (mehr) verbindet, reicht es, "es gut sein zu lassen", auf Vergeltung zu verzichten, friedlich meiner Wege zu gehen.
Handhabe du das, wie du es für richtig hältst. Ich jedenfalls werde niemanden segnen, mit dem ich schlicht nichts mehr zu tun habe.
und das ist nichtmal "unchristlich"...
Jesus selbst weisst seine Jünger an (bei der Aussendung der 70):
Lk 9,5 Und wenn sie euch nicht aufnehmen, dann geht fort aus dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.
Klare "Trennung" ist also kein "Versagen", sondern legitimes/angezeigtes Mittel...
hg poimen
Anleitung zur Bitterkeit....
Veröffentlicht von: @karibu20Jemanden hinter sich lassen, sich abwenden, bedeutet weder denjenigen nicht segnen dürfen, geschweige denn ihm nicht vergeben.
Unvergebenes wird letztlich nur mir selber schaden.
Durch eine Beziehungswunde, Kränkung, was auch immer, entsteht in der Tiefe der Seele Zorn, Wut und wenn diese verdrängt wird, beginnt die Bitterkeit zu wurzeln. Durch eine Form zu schneller Verdrängung/Vergebung bleibt der Zorn ungelöst in der Seele gefangen. Eine bittere Seele jedoch bedeutet Gefangenschaft in der Vergangenheit. Sie lebt allein in der Erinnerung an den Schmerz.
Der Zorn und die Wut aber sind eigentlich eine gesunde Reaktion, die erforderlich ist, das Geschehen, die Kränkung aus sich heraus zu werfen, sprich zu ver-geben (ab-geben). Um das möglich zu machen, braucht es die Distanzierung von er Tat und dem Täter (so, wie Suzanne das beschreit, mit jemaden hitner sich lassen, abwenden....)
Nicht zugelassene Wut und Zorn, fehldende Distanzierung aber führen nicht nur in die Bitterkeit, sondern auch in eine destruktive Aggression.
Es gibt in der christl. Landschaft wirklich so manche krankmachende Vergebungslehre, die man wirklich sehr kritisch betrachten muss, will man Opfer in ihren Wunden wirklich gerecht werden.
Für mich steht Vergebung und Segen am Ende eines Heilungsprozesses und ist nicht die Voraussetzung für Heilung. Ich will es dir an einem Bild erklären, wie ich es meine. Stell dir vor, jemand rammt dir ein Messer in den Leib. Vergebung, so wie du beschreibst, würde bedeuten, dem Täter zu vergeben, solange das Messer in der Wunde steckt. Das empfinde ich als ein Form von Masochismus. Es braucht die Wut, um das Messer zu ziehen, es braucht die Wundversorgung und erst dann setzt man sich mit der Schuldfrage und deren Zuweisung useinander.
Vergebung kann da gelingen, wo man sich mit dem Geschehen, also versöhnt hat. Dann ist Vergebung der letzte Schritt der Lösung und auch dabei müssen wir bedenken, dass wir nicht alles, was wir loslassen, auch loswerden. Je nach Schwere der Verletzung, ändert sich damit das ganze Leben und auch das muss angenommen und gestaltet werden.
Lieben Gruß
Ahischa
Hast Du das so erlebt?
Veröffentlicht von: @ahischawas auch immer, entsteht in der Tiefe der Seele Zorn, Wut und wenn diese verdrängt wird, beginnt die Bitterkeit zu wurzeln. Durch eine Form zu schneller Verdrängung/Vergebung bleibt der Zorn ungelöst in der Seele gefangen. Eine bittere Seele jedoch bedeutet Gefangenschaft in der Vergangenheit.
Diese Regel würde ich nicht unterschreiben.
Nicht, weil es nicht so sein KANN, aber weil Jesus diesen Leidensweg auch abkürzen kann und sofort beenden kann mit sofortiger Wirkung.
Weg und quält nicht mehr.
Ich habe das mal bei etwas erlebt, wo ich mir mein Versagen und das was geschehen ist nicht vergeben konnte und 2 Wochen lang mich quälte, litt und weinte.
Und dann? Dann war es weg, tschüß und Schluß.
Es war nicht aus meiner Erinnerung verschwunden, aber es hat mich nie mehr so quälen dürfen wie die 2 Wochen davor.
Und das kann Jesus mit Allem und bei Allen tun, dafür ist ER Gott und nicht ein unseren Begrenzungen und Traumas ausgesetzter Herr.
Veröffentlicht von: @ahischaNicht zugelassene Wut und Zorn, fehldende Distanzierung aber führen nicht nur in die Bitterkeit
Bist Du da sicher?
Den Zorn an Gott abgeben kann man immer, es bedeutet wie ich an anderer Stelle schrieb, nicht dass man ihn NICHT empfindet oder rauslässt (Gott sagt und klagt und IHN um Hilfe darin bittet).
Doch die Bibel sagt auch "lass' die Sonne nicht untergehen über Deinem Zorn".
Das darf ich doch in Anspruch nehmen, das hat ER mir verheißen.
Dass es mich NICHT jahrelang quälen MUSS, das ist doch das Wunderbare daran.
Das ist eine Einladung, ein Hilfsangebot, ein in Seine Arme werfen.
Die Mutter wartet auch, bis das zornige Kind von sich aus kommt, wenn es sich selbst im Wege steht und da gerade gar nicht weiter kommt mit sich (sage es den vielen Erziehungsratgebern und Psychologen usw. bitte nicht!).
Aber es KANN jederzeit kommen, zumindest bei mir heißt es da nicht "so, jetzt bin ich sauer, jetzt darfst Du erst in einer Viertelstunden oder gar nächste Woche kommen".
So empfinde ich es, wenn ich mir gewiss mache, dass ich mit allem zu meinem Herrn gehen darf.
Dass das nicht auch ein langwieriger Prozess sein kann, das bedeutet mir nicht, diesen Weg gar nicht zu gehen oder ihn in Betracht zu ziehen?
Es geht doch nicht (nur) um die mögliche Länge dieses Weges, sondern auch um den Weg selber, um befreit aus der Situation heraus zu kommen?
Etwas hinter sich lassen und "Vergebung hinterher schicken", das schließt sich ja nicht gegenseitig komplett aus?
Veröffentlicht von: @ahischaVergebung, so wie du beschreibst, würde bedeuten, dem Täter zu vergeben, solange das Messer in der Wunde steckt. Das empfinde ich als ein Form von Masochismus
Zuerst: ich sage nicht, das könnte oder würde ich so tun (ich habe keine Ahnung, in so einer Situation war ich noch nie).
Aber hast Du schon mal Bücher von Damaris Kofmehl gelesen?
Es ist möglich, ja, sogar das.
Jesus selber hat es noch am Kreuz WÄHREND Seiner Schmerzen getan.
Du empfindest es als Masochismus, doch das diskriminiert dann auch die, die es vielleicht wirklich so erleben und handeln (können) in dem Moment, finde ich.
Denn weder Jesus noch Menschen die so handeln sind in meinen Augen Masochisten, sondern Menschen - Gläubige - die ihr Leben mit Jesus und aus Jesus heraus leben.
(nicht für Umkehrschlüsse geeignet, sondern als Gegenmeinung zum "Masochismus" zu sehen, bitte).
Veröffentlicht von: @ahischaVergebung kann da gelingen, wo man sich mit dem Geschehen, also versöhnt hat.
Nein, das erlebe ich gerade entschieden anders.
Nicht, um zu sagen, es ist IMMER anders, aber um Deiner absolut wirkenden Aussage mein Erleben dagegen zu setzen.
Ob Vergebung gelingt, das hängt für mich in meinem Leben nicht mehr von mir und meinen Gefühlen ab, sondern von Jesus.
liebe Grüße
Karibu
Delegierte Vergebung....
Hast Du das so erlebt?
Ich bin kein Mensch, der Bitterkeit in seinem Leben kultiviert. Das würde mir die Luft zum Atmen nehmen. Nein, da gibt es andere Wege…..
Ich habe das mal bei etwas erlebt, wo ich mir mein Versagen und das was geschehen ist nicht vergeben konnte und 2 Wochen lang mich quälte, litt und weinte.
Und dann? Dann war es weg, tschüß und Schluß.
Selbstvergebung ist ein anderes Thema, als die Vergebung eines Tatbestandes, den ein anderer zufügte. Selbstvergebung hat noch mal eine ganz andere Dimension.
Bist Du da sicher?
Absolut…..
Doch die Bibel sagt auch "lass' die Sonne nicht untergehen über Deinem Zorn".
Das ist sicherlich eine hilfreiche Empfehlung im Alltagsgeschehen. Doch das darf nicht zu einer Form frommer Verdrängung werden. Es gibt sehr tiefe Verletzungen mit Miteinander, die da in ihrem Heilungsprozess ein ganz anderes Zeitfenster benötigen. Letztlich bestimmt es der jeweilige Betroffene selbst, wie lange er für seine Gefühle und Entscheidungen braucht.
Es geht doch nicht (nur) um die mögliche Länge dieses Weges, sondern auch um den Weg selber, um befreit aus der Situation heraus zu kommen?
Ja sicherlich. Nur das Tempo darin, welchen Weg man letztlich geht, das muss jeder für sich selbst heraus finden.
Aber hast Du schon mal Bücher von Damaris Kofmehl gelesen?
Nein, kenne ich nicht.
Jesus selber hat es noch am Kreuz WÄHREND Seiner Schmerzen getan.
Nein, genau das hat er nicht getan. Was genau schrie Jesus am Kreuz, in einer der ohnmächtigsten Lebenssituation überhaupt, der Folter? Warum schrie er wohl, Vater vergibt ihnen…………….. Damit folgte er nicht seinen eigen Worten. Er delegierte Vergebung. Wenn es ihm schon nicht gelingen konnte in dieser Foltersituation zu vergeben, dürfen wir darin auch barmherziger mit uns selbst (und anderen) umgehen.
Lieben Gruß
Ahischa
Zeitfenster
Veröffentlicht von: @ahischaDas ist sicherlich eine hilfreiche Empfehlung im Alltagsgeschehen. Doch das darf nicht zu einer Form frommer Verdrängung werden. Es gibt sehr tiefe Verletzungen mit Miteinander, die da in ihrem Heilungsprozess ein ganz anderes Zeitfenster benötigen. Letztlich bestimmt es der jeweilige Betroffene selbst, wie lange er für seine Gefühle und Entscheidungen braucht.
Deine Antwort bezieht sich ja auf Epheser 4, 26 Zürnet, und sündigt dabei nicht! Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn, 27 und gebt dem Teufel keinen Raum!
Jesus hat mir während einer Traumaverarbeitung diesen Vers mit Seiner Auslegung für den ganzen Prozess erweitert und einen angemessenes Zeitfenster geöffnet.
Seitdem ist er für mich nicht nur ein Vers für kleine Verletzungen des Alltags.
Er beginnt mit dem wesentlichen Teil: Zürnet...
Das ist genau das, was auch du von deinem therapeutischen Standpunkt als wesentliches Element vertrittst.
Zürnet........Zorn, Wut...über wen und über was.... damit fängt die Anerkennung der Tat an und dass sie mir! passiert ist.
Enttäuschung... Schmerz und evtl Angst vor Wiederholung
sündigt nicht... ist ein Triggerwort... doch was heißt es praktisch? Verdränge nicht, friss nicht rein... entwickle dich nicht zu einem Dampfkochtopf.... halte dich nicht verletzt... mach dir keine Selbstvorwürfe... übernimm nicht die Verantwortung für fremde Schuld.... hege keine Rachegedanken... glaube nicht der Hilflosigkeit, dass du in ihr bleiben musst....... mit einem Ausdruck: verletze dich nicht noch zusätzlich...hol dir Hilfe.
die bleibende Sonne ........ und da kam die persönliche Ansprache Jesu zum Tragen: "Halte mir deinen Zorn hin, Ich will ihn ausbrennen" und ER erinnerte mich an Maleachi 3,20... Jesus, die Sonne der Gerechtigkeit und Heilung ist unter ihren Strahlen...
Jesus geht nicht um 18:00 Uhr unter und kommt um 7:30 wieder.... Jesus ist immer da.... den ganzen Prozess durch... und vorher war ER da und ist hinterher immer noch da....
der Widersacher... mit seinen Lügen: dein Schmerz wird nie aufhören; es bringt ja doch nichts; keiner hilft dir; es ist zu schwer; du bekommst kein Recht; du darfst nicht wütend auf die Verantwortlichen sein; uvm..... und gesteigert und getarnt dann vielleicht noch in der Ich-form... ich werde das nie los; es bringt nichts, ich brauche es gar nicht erst versuchen....usw...
Ob nun mit oder ohne therapeutische Hilfe... Jesus ist die Sonne der Gerechtigkeit und bringt heilendes Licht in die Angelegenheit. 😊
Damals löste ER die fromme Fessel, dass man nichts Böses über seine Eltern sagen dürfe und nicht wütend auf sie sein dürfe.
Als ich die Wut anerkannte, begann der erste Schritt auf dem Weg der Heilung und Befreiung von diesem Punkt meiner Vergangenheit...
grün grün und grün
Veröffentlicht von: @deborah71Zürnet........Zorn, Wut...über wen und über was.... damit fängt die Anerkennung der Tat an und dass sie mir! passiert ist.
Enttäuschung... Schmerz und evtl Angst vor Wiederholung
Kann Ich als Vergewaltigte absolut unterschreiben. Eine Freundin sprach es aus und das brach dann die Mauern, sodass ich damit konfrontiert war, es anzuerkennen, es ist passiert. Es ist schlimm. Es ist passiert. Kein Aber, kein Dennoch, kein Obwohl ... nur die Anerkennung der Tatsache. Das war auch für mich der erste Schritt in die Heilung ...
Veröffentlicht von: @deborah71sündigt nicht... ist ein Triggerwort... doch was heißt es praktisch? Verdränge nicht, friss nicht rein... entwickle dich nicht zu einem Dampfkochtopf.... halte dich nicht verletzt... mach dir keine Selbstvorwürfe... übernimm nicht die Verantwortung für fremde Schuld.... hege keine Rachegedanken... glaube nicht der Hilflosigkeit, dass du in ihr bleiben musst....... mit einem Ausdruck: verletze dich nicht noch zusätzlich...hol dir Hilfe.
Unterschreibe ich ebenso. Nach dem Aufbrechen der Mauer erkannte ich, wie sehr ich mich zum "Dampfkochtopf" entwickelt hatte durch das Verdrängen und Nichtbearbeiten. Ich holte mir Hilfe. Gott kam gesellte sich ebenso an meine Seite und begleitete mich parallel.
Veröffentlicht von: @deborah71Ob nun mit oder ohne therapeutische Hilfe... Jesus ist die Sonne der Gerechtigkeit und bringt heilendes Licht in die Angelegenheit. 😊
Amen!
Danke für Deine mutigen und klaren Worte.
Wer zieht .....
..das Messer und wie?
Veröffentlicht von: @ahischaEs braucht die Wut, um das Messer zu ziehen, es braucht die Wundversorgung
um dein Bild aufzugreifen. Das Bild ist interessant...mir fehlt da allerdings die Erklärung, wie du das einem Klienten praktisch erklärst oder bei dir selbst praktisch umsetzt.
Veröffentlicht von: @ahischaVergebung, so wie du beschreibst, würde bedeuten, dem Täter zu vergeben, solange das Messer in der Wunde steckt.
Wenn du von Vergebung im Versöhnungsgespräch ausgehst, sehe ich das genau so.
Allerdings sehe ich an dieser Stelle keinen Ansatz für ein Versöhungsgespräch.
Veröffentlicht von: @ahischaEs braucht die Wut, um das Messer zu ziehen, es braucht die Wundversorgung
Das Messer sollte man von einem fähigen Arzt ziehen lassen, sonst kann man leicht verbluten. Und der Arzt braucht keine Wut.
Der Patient braucht Antrieb, sich ärztlicherseits versorgen zu lassen.
Hi Suzanne,
Veröffentlicht von: @suzanne62Wenn mir jemand nicht gut tut, möchte ich das Recht haben, mich von diesen Leuten abzuwenden und sie hinter mir zu lassen.
Klar. Damit habe ich auch überhaupt kein Problem. Man muss sich nicht Menschen aussetzen, die einem nicht gut tun.
Veröffentlicht von: @suzanne62Man kann ja niemanden zum Segnen zwingen, wenn das ganz und gar gegen die eigene Überzeugung geht und nicht ehrlich gemeint ist. Und das wäre es bei mir nicht.
Ich verstehe das. 😉
Auch weiß ich, dass der Weg von Verbitterung zum Segnen lange dauern kann.
Es liegt mir auch nicht daran, Dir hier einen Anspruch aufzudrücken, bitte nicht falsch verstehen.
Ich sehe das Heilende im Segnen. Wenn ich soweit bin, dann trage ich keinen Groll oder Verbitterung mehr mit mir rum - ich bin eben nicht mehr in dem Sinne nachtragend, dass ich eine Sünde mit mir rumschleppe, die eigentlich jemand anderem gehört. Das bedeutet für mich Freiheit.
Jemanden (ehrlich) zu Segnen, der mir schlechtes getan hat ist für mich ein Indikator, wie weit ich mich von der Schuld des anderen freigemacht habe.
Erzwingen kann man das selbstverständlich nicht.
Klarer?
Veröffentlicht von: @groffinAuch weiß ich, dass der Weg von Verbitterung zum Segnen lange dauern kann.
Ich hege keine Verbitterung - da ist einfach gar nichts mehr.
Veröffentlicht von: @groffinIch sehe das Heilende im Segnen.
Und ich sehe das Heilende darin, mich von diesen Leuten und euren Ansprüchen frei zu machen.
Veröffentlicht von: @groffinich bin eben nicht mehr in dem Sinne nachtragend, dass ich eine Sünde mit mir rumschleppe, die eigentlich jemand anderem gehört.
Und ich mag nicht solche unerfüllbaren Riesenansprüche mit mir rumtragen.
Veröffentlicht von: @suzanne62Und ich sehe das Heilende darin, mich von diesen Leuten und euren Ansprüchen frei zu machen.
Ist doch gut, wenn Du damit Deinen Frieden hast. 😉
Ich meinte es wie ich schrieb: kein Anspruch an Dich.
Was ich Dir vor allem wünsche ist Frieden. ❤
Veröffentlicht von: @suzanne62Wenn mir jemand nicht gut tut, möchte ich das Recht haben, mich von diesen Leuten abzuwenden und sie hinter mir zu lassen.
Segnen würde eine Verbindung schaffen, die ich nicht mehr will.
Ich kann dir da nur Mut zusprechen. Ich sehe das ganz ähnlich ("genau so" geht schlecht 😊 ).
In meinem Fall hat es Jahrzehnte gedauert, bis ich die Menschen lieben konnte. Und ich hatte es nicht mal darauf angelegt. Ich hab es nicht versucht, ich hab keine Lösung gesucht, nicht mal darum gebetet, wenn ich mich recht erinnere. Vielleicht hab ich das schon mal erzählt, drum mach ich das kurz, in einem Satz:
ich werkelte in meiner Wohnung rum und musste plötzlich an die denken. Und aller Hass war plötzlich weg, sogar dieses egal sein. Ich musste an sie denken und spürte Liebe.
Ok, das waren jetzt zwei Sätze. 😊
Veröffentlicht von: @klappstoolUnd aller Hass war plötzlich weg,
Hass empfinde ich nicht. Da ist gar nichts.
Veröffentlicht von: @klappstoolIch musste an sie denken und spürte Liebe.
Sollte das von selber so passieren - OK. Aber ich stzrebe derlei nicht an und habe es auch nicht so mit dem Übernatürlichen.
Veröffentlicht von: @suzanne62Hass empfinde ich nicht. Da ist gar nichts.
ich hab dich schon richtig verstanden. Ich wollte nur erzählen, wie es mir in ähnlicher Situation ergangen ist. War nicht als Anleitung gedacht oder so. 😀
Veröffentlicht von: @suzanne62und habe es auch nicht so mit dem Übernatürlichen.
Ich erlaube mir da mal einzuhaken und nach zu fragen, ob Du damit auch meinst, dass Jesus für Dich kein Übernatürlicher ist?
Also im Sinne von auferstanden und lebendig?
Oder verstehe ich da jetzt nur etwas falsch, biege also sozusagen in meinem Gedankengang falsch ab?
liebe Grüße
Karibu
wow, Danke für dieses Zeugnis von Gottes Wirken. 😊 Freut mich.
Mir ging es ähnlich. (Vergewaltigung, ihm vergeben, ihn segnen und für ihn beten)
Veröffentlicht von: @neubaugoereMir ging es ähnlich. (Vergewaltigung, ihm vergeben, ihn segnen und für ihn beten)
Was für ein Zeugnis!
Wenn ich da "wow" schreibe, sollte ich es eher Jesus zuordnen, ich weiß.
Aber an dieser Stelle ein dickes Danke für Dein Zeugnis.
Ich finde es schön, dass Du es so erlebt hast.
Da kann ich nicht mitreden (was ich auch gut finde so ...).
Den Schritt, den Du da gegangen bist, er erscheint mir soo schwer.
Jesus kann.
Das meinte ich mit "Er kann alles". Auch wenn ICH mich da bei bestimmten Themen eher raushalten muss, denn ich kann ja nur weiter geben was ich selber auch erlebt habe.
Mich hat Dein Post sehr berührt.
Liebe Grüße
Karibu
Es ist auch nicht mein Werk.
Gemacht hat alles ER. 😌
Veröffentlicht von: @suzanne62Wenn mir jemand nicht gut tut, möchte ich das Recht haben, mich von diesen Leuten abzuwenden und sie hinter mir zu lassen.
Segnen würde eine Verbindung schaffen, die ich nicht mehr will.
Ich kann das sehr gut verstehen. Mir geht es auch so. Es gibt Menschen, da war das so schmerzhaft, destruktiv etc, dass ich da einen Cut will und meine Seele auch einen Cut braucht. Und das bedeutet auch, dass ich nicht mehr ständig an sie denken möchte und mich mit ihnen konfrontieren möchte, indem ich sie segne. Für mich ist da loslassen dran. Das ist dann Gottes Sache und nicht mehr meine. Wenn ich sie aber ständig segnen müsste, dann könnte ich nicht loslassen.
Vielleicht ist da ein Verständnisproblem entstanden.
Von ständig an sie denken und segnen müssen lese ich nirgends?
Cut und vergessen, das schließt wie gesagt das "Vergebung (und damit auch Segen) hinterher geschickt" nicht aus.
Das ist aber kein zwingender ständiger Vorgang.
Das Loslassen kann doch viel einfacher sein, WENN man zunächst vergeben hat.
liebe Grüße
Karibu
Immer noch..........
..........heisst dieser Thread
" Authentisch Christ sein"!
Veröffentlicht von: @karibu20Das Loslassen kann doch viel einfacher sein, WENN man zunächst vergeben hat.
Wer bitte ist denn " man"?
Es wäre schön, gerade hier " Ich Botschaften" zu geben.
In etwa so:
Das Loslssen ist für mich viel einfacher,wenn ich vergeben habe."
Das läßt den Anderen stehen und nimmt ihm nicht die Luft zum atmen.
Was für dich authentisch ist, muss es für mich oder wen auch immer noch lange nicht sein.
Authentische Menschen stehen auch so vor ihrem Gott.
Du in deiner Weise, ich in meiner Weise, Andere auf ihre Weise.
Jeder Mensch hat seine Geschichte.
Jeder Mensch hat Wunden, deren Tiefe nur er selbst kennt, du und ich können mit viel Empathie wohl mances erahnen.
Wirklich wissen tut es der Andere nur selbst.
Und nur in ihm liegt der Weg verborgen, den er mit Jesus zum heil werden beschreitet.
Da gibt es keine fixen Lösungsvorschläge,die allumfassend sein können.
Da gibt es nur Wege, die jeder Mensch selbst finden und gehen muss.
Wir dürfen im besten Fall Begleiter sein, wenn uns Vertrauen geschenkt wird.
Ich und du werden nie zu Begleitern werden können,wenn wir meinen zu wissen, "wie das Häschen zu hoppeln hat ."
Mein Vorbild ist darin sehr faszinierend.
Jesus.
Der ist auf jeden Menschen so ganz persönlich zugegngen.
Dem einen sagte ER, dass seine Sünden vergeben sind und er aufstehen soll und laufen.
Einer Menschnmenge erlaubte ER, den ersten Stein zu werfen, wenn darunter einer ohne Sünde sei.
Eine junge Frau forderte ER auf, aufzustehen und zu essen.
Einen Blinden fragte ER, was dieser denn von IHM möchte.
Ein Simon bekam gesagt " Wem viel vergeben ist, der liebt auch viel"
Die Frau am Jakobsbrunnen durfte IHM das Wasser reichen.
Seiner Mutter hat ER ihre oder auch SEINE Grenzen aufgezeigt.
lg
Irrwisch
Veröffentlicht von: @irrwischEin Simon bekam gesagt " Wem viel vergeben ist, der liebt auch viel"
Wow, der kam bei mir gerade granatenstark an. Vielen Dank dafür.
Ich dachte gerade plötzlich daran, dass der Mensch (mein Vergewaltiger), dem ich vergebe, evtl. mehr lieben kann, wirklich lieben kann. Und so sehe ich für mich eine Chance darin, Menschen zu vergeben, damit sie lieben können oder auch mehr lieben können. Das ist ein wunderbares Ziel vor Augen für meine eigene Vergebung (also Vergebung, die von mir ausgeht).
Ich glaube, diese Bibelstelle ist anders zu verstehen.
Die Sünderin liebte, also sie tat Jesus viel Gutes, weil sie selber ihre große Sündhaftigkeit erkannt und Jesus ihr diese vergeben hatte. Sie war ihm dankbar.
Es ist also die Selbsterkenntnis über Sünde und die erfahrene Vergebung (Gottes), die zur Liebe treibt und nicht die Folge einer stillen Vergebung eines "Geschädigten". Wobei hier der Schwerpunkt auf "still" liegt.
Und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob dieser Liebesbeweis hauptsächlich nur den Täter*in gegenüber dem "Opfer" betrifft.
Gruß Andy
Veröffentlicht von: @neubaugoereIch dachte gerade plötzlich daran, dass der Mensch (mein Vergewaltiger), dem ich vergebe, evtl. mehr lieben kann, wirklich lieben kann. Und so sehe ich für mich eine Chance darin, Menschen zu vergeben, damit sie lieben können oder auch mehr lieben können. Das ist ein wunderbares Ziel vor Augen für meine eigene Vergebung (also Vergebung, die von mir ausgeht).
Jesus sprach von der Frau, die ihn salbte:
Lukas 7 von 36 an
Jesu Salbung durch eine Sünderin
Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen.
Und er ging hinein in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch.
Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Alabastergefäß mit Salböl und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu netzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl.
Da aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin.
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sag es!
Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig.
Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er's beiden. Wer von ihnen wird ihn mehr lieben?
Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er mehr geschenkt hat.
Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt.
Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzt und mit ihren Haaren getrocknet.
Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen.
Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt.
Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben.
Gerade die Fußwaschung hat zwei bemerkenswerte Aspekte, bzw. Bedeutungen. Die Erste ist eine rein Symbolische. Durch seine Menschwerdung beugt Jesus sich durch seinen Tod am Kreuz zu den Menschen herab. Da wo der Mensch sich schmutzig macht, dort reinigt ihn Jesus, indem er ihn liebevoll berührt.
Die zweite Deutung ist eine Moralische. Jesus ist das Urbild des neuen Verhaltens. Als sein Jünger erweist sich der, der anderen nicht den Kopf wäscht, sondern ihre Füße. Der, der anderen nicht auf die Füße tritt, sondern sich herab beugt, um die verwundetet Stelle zu berühren und zu heilen. Für die Griechen war die Achillesferse die verwundbarste Stelle des Menschen. Wir finden das auch heute noch in unserem Sprachgebrauch. An dieser verwundbarsten Stelle berührte Jesu. Das dürfen wir als sein Jünger ihm gleich tun.
Ich würde mir wünschen, dass die moralische Bedeutung hier mehr Raum gewinnen kann.......
Lieben Gruß
Ahischa
Ich bin dieser "Sprache" nicht mächtig.
Was genau möchtest Du mir sagen?
Veröffentlicht von: @neubaugoereIch dachte gerade plötzlich daran, dass der Mensch (mein Vergewaltiger), dem ich vergebe, evtl. mehr lieben kann, wirklich lieben kann. Und so sehe ich für mich eine Chance darin, Menschen zu vergeben, damit sie lieben können oder auch mehr lieben können. Das ist ein wunderbares Ziel vor Augen für meine eigene Vergebung (also Vergebung, die von mir ausgeht).
Aus der Perspektive habe ich es noch nie gesehen. Aber der Gedanke ist interessant. Danke!
Mir fallen zu deiner Gedankenverknüpfung zwei biblische Nachdenker ein:
Jes 58.... das Fasten, das darauf verzichtet, Menschen mit Worten zu binden, gefangen zu halten...
Matthäus 18, 28-30 den Schuldner nicht im Gefängnis halten...
meist wird bei der Auslegung darauf reflektiert, dass so jemand selbst der Gefangene bleibt... aber da ist eben auch ein anderer Aspekt drin...
Danke für deine Anregung 😊
Ich denke, wir verstehen unterschiedliche Dinge unter Vergebung und dem, was dazugehört oder auch nicht. Für mich ist Vergebung und Segnen nicht automatisch miteinander verknüpft.
Ich verstehe auch das Beispiel, dass Du weiter oben bringst, ganz anders (mit dem die an andere Wange hinhalten). Dazu wäre es wichtig mal zu forschen, was denn zu Jesu Zeit wirklich damit gemeint war, wenn jemand eine andere Backe anbietet, da wäre der Hintergrund zu Matthäus 5,39 hilfreich.
Vergeben heißt für mich, die Anklage sein zu lassen und Gott das Richten zu übergeben. Nicht verknüpft ist für mich, dass ich dem anderen dadurch automatisch Gutes tun muss. Er ist nun in Gottes Hand, ich bin nicht automatisch zuständig. Wäre ich zuständig, wäre ich noch immer an die andere Person gebunden. Das ist das Gegenteil von Loslassen.
Gott macht das schon, er ist ja auch Gott, er braucht mich nicht und wenn er mich da gebrauchen will, dann kann er mir das mitteilen-daraus mache ich aber keinen Automatismus für alle Situationen. Er ist in erster Linie nun zuständig, nicht ich.
Veröffentlicht von: @speedysweetyVergeben heißt für mich, die Anklage sein zu lassen und Gott das Richten zu übergeben
Unterschreibe ich ganz genau so.
Veröffentlicht von: @speedysweetyNicht verknüpft ist für mich, dass ich dem anderen dadurch automatisch Gutes tun muss.
Vielleicht ein Missverständnis, wobei es auch auf die Situation, selber ankommt finde ich, also es kann Beides bedeuten danach.
Gutes tun tut man aber auch dem anderen Menschen, wenn man vergibt?
Auch wenn es für einen selber und die eigene Beziehung zu Gott elementar ist, zu vergeben, unabhängig von der Situation, so kann es auch dem Anderen Gutes bedeuten (Neubaugoere erwähnte es in einem neueren Beitrag).
Einem Vergewaltiger anschließend Gutes tun hat sie getan, in dem sie ihn sogar segnete und für ihn betete.
Aber bei DIESEM Thema halte ich mich lieber raus, da ich da nicht mitreden kann (was ich auch gut finde so ...).
Es gibt so viele andere Beispiele im Leben.
Weniger krasse, aber auch recht harte "Schicksale".
Der Umgang damit ist für einen selber und die Beziehung zu Gott immens wichtig. Den kann man nicht "vorschreiben", nur eigene Sichtweisen aus eigenen Erfahrungen heraus weiter geben.
Wenn man mit jemandem gar keinen Kontakt mehr hat, dann ist das "Gutes tun" sowieso nicht materiell oder kontaktmäßig anzusehen.
Und es soll keine Regel daraus gemacht werden, genau.
Nur Hinweise für den eventuellen Umgang damit.
Man kennt ja die einzelnen Situationen und Hintergründe so wie den zeitlichen Ablauf gar nicht.
Also, ich würde einem frisch verletzen Menschen in dem Moment NICHT gerade sagen "so, nun vergib' man dem Anderen erstmal, dann reden wir weiter".
So liest sich Manches hier, daher grenze ich mich davon mal direkt persönlich ab.
Liebe Grüße
Karibu
Veröffentlicht von: @karibu20Auch wenn es für einen selber und die eigene Beziehung zu Gott elementar ist, zu vergeben, unabhängig von der Situation, so kann es auch dem Anderen Gutes bedeuten (Neubaugoere erwähnte es in einem neueren Beitrag).
Du beschreibst das gut und erwähnst auch das wichtige und für mich entscheidende Wort, deswegen habe ich das mal in fett hervorgehoben: kann.
Für den einen kann das genau der richtige Umgang damit sein und bei der Verarbeitung helfen.
Ich habe sogar mal ein Interview gesehen, wo eine Mutter dem Mörder ihrer Tochter vergeben hat und sich mit ihm persönlich auseinandergesetzt hat, bevor er gestorben ist und ein sehr gutes Gespräch mit ihm hatte. Das war ihr Weg, den Gott mit ihr gegangen ist und der für sie genau so richtig war.
Ich halte es aber auch für genauso richtig, wenn es in anderen Situationen nötig ist, dass jemand sich abgrenzt und etwas hinter sich lässt. Nur weil er diesen Weg geht, heißt das nicht automatisch, dass nicht auch dieser Weg von Gott ist. Leider wird dieser Weg aber oft von anderen Christen als der Schlechtere bewertet und das setzt den Opfern noch ein Paket obendrauf und sie haben noch mehr zu kämpfen. Sie bekommen Schuldgefühle eingeredet, fühlen sich als schlechter Christ, das kann bis zu einer Retraumatisierung führen. Deswegen finde ich auch diesen Satz hier von Dir ganz wichtig:
Veröffentlicht von: @karibu20Und es soll keine Regel daraus gemacht werden, genau.
Genau das ist das, was aber immer wieder in christlichen Kreisen geschieht. Da wird nur ein Weg als der richtige angesehen und eine Regel daraus gemacht, zum Schaden der Opfer.
Du ahnst nicht, wie kurz davor ich gerade war, mich hier endgültig abzumelden. Wie gut, dass ich da auf deinen Beitrag gestoßen bin. Wie gut, dass es auch Leute wie dich hier gibt. Das ist ein echter Grund zum Bleiben. Danke.
Bitte nicht gehen ❤ Das wäre so schade!
Veröffentlicht von: @suzanne62Mitforant meinte mir anraten zu müssen - "segnen" wollte.
Das hieße, sich mit ihnen gemein zu machen und ihr Tun gutzuheißen.
Frag ihn doch mal, wie er segnen versteht?
Ich verstehe es auch anders als du, denn Segnen heißt bei mir nicht, das üble Tun gut zu heißen, sondern bittet Gott darum, positiv verändernd dem anderen zu begegnen.
Es ist für mich auch ein Zeichen der Freiheit und neuer Handlungsfähigkeit.
Vorher kommt das Anerkennen, was einem passiert ist und man es nicht verhindern konnte. Vorher kommt die Wut, die Anklage, die Aufarbeitung.....
Veröffentlicht von: @deborah71Frag ihn doch mal, wie er segnen versteht?
Nö. Es interessiert mich nicht.
Veröffentlicht von: @deborah71bittet Gott darum, positiv verändernd dem anderen zu begegnen.
Wie Gott diesen Leuten begegnet, überlasse ich ihm. Ich bin da zum Glück raus.
Veröffentlicht von: @deborah71Es ist für mich auch ein Zeichen der Freiheit und neuer Handlungsfähigkeit.
Meine Freiheit besteht darin, Leuten, die mir nicht guttun, weiträumig aus dem Weg zu gehen und nichts mit ihnen zu tun zu haben.
Und selber zu entscheiden, wen ich segne und wen nicht.
Veröffentlicht von: @suzanne62Meine Freiheit besteht darin, Leuten, die mir nicht guttun, weiträumig aus dem Weg zu gehen und nichts mit ihnen zu tun zu haben.
Das ist auch wichtig.
Leider kann ich nicht allen Leuten, die mir nicht guttun, weiträumig aus dem Weg gehen.
Daher ist für mich eine andere Lösung notwendig. ...für mich wohlgemerkt..... bitte lies da jetzt keinen Anspruch an dich heraus... mir geht es um verstanden werden, wie unterschiedlich Wege und Verständnisse sein können...
Dein Weg ist dein Weg...
Veröffentlicht von: @deborah71Dein Weg ist dein Weg...
Den möchte ich auch niemand anderem aufdrücken.
Veröffentlicht von: @deborah71Leider kann ich nicht allen Leuten, die mir nicht guttun, weiträumig aus dem Weg gehen.
Daher ist für mich eine andere Lösung notwendig.
Da hast du recht, dass das nicht bimmer möglich ist. Ich hatte mal das Pech, einen ausgesprochenen Unsympathen als Vorgesetzten zu haben....so weit, ihn zu segnen hat auch damals meine Frömmigkeit nicht gereicht.
Aber ich habe es geschafft, mit ihm einigermaßen höflich und zivilisiert umzugehen und vernünftig zusammen zu arbeiten bis ich zum Glück dann eine andere Stelle gefunden habe (denn natürlich habe ich mich da weg beworben).
Veröffentlicht von: @suzanne62Da wäre es ja völlig falsch und Betroffenen gegenüber extrem unsolidarisch, wollte ich solche Leute - wie es ein hochgeschätzter Mitforant meinte mir anraten zu müssen - "segnen" wollte.
Das Spannende an der Diskussion, die sich auf dein Posting entwickelt, ist identisch mit den Reaktionen, die auf das Thema Vergebung reflexartig kommen. Da wird eine Leistung vom Opfer eingefordert, ohne das auch nur ansatzweise Forderungen an Täter gestellt werden.
Das ist so viel einfacher, als sich mit solche destruktiven Lehren und Mustern in Gemeinden auseinander zusetzen. Gerade weil das übergangen wird, sind solche Forderung neurotisierend für Opfer, die in solchen Gemeinden in ihren Leiderfahrenungen Unrecht erfahren.
Es verstärkt die Ohnmachtserfahrungen, weil es Betroffene in ihrer jeweiligen Gefühlswelt übergeht und von außen etwas diktiert, was womöglich (noch) gar nicht dran ist.
Veröffentlicht von: @suzanne62Das hieße, sich mit ihnen gemein zu machen und ihr Tun gutzuheißen.
Nein, das heißt es erst mal nicht. Lat. benedicere - Gutes sagen, bzw. Gutes in das Leben eines anderen sprechen. Was könnte das "Gute" für diese Menschen bedeuten, die die Grenzen innerhalb der Gemeinden so überschreiten? Was könnte Ihnen zum Segen werden?
Das sie mit ihren Taten konfrontiert werden. Das kann sehr segensreich sein, nicht nur für weitere, potenzielle Opfer, sondern auch für die "Täter" selbst. Doch alles zu seiner Zeit.........
Für Menschen, die auf die hier angesprochene Weise in Gemeinden zu Opfern werden, ist das erst mal gar nicht dran. Gefühle, wie Wut, Verzweiflung oder Angst, sind eine natürliche Begleiterscheinung unseres Lebens bei Grenzüberschreitungen. Sie sind notwendig, um das Geschehen wahrzunehmen und einzuordnen, sich davon zu befreien. Fatal, wenn hier die zweiten, oder dritten Schritte vor dem ersten eingefordert werden.
Lieben Gruß
Ahischa
Veröffentlicht von: @ahischaGutes sagen, bzw. Gutes in das Leben eines anderen sprechen. Was könnte das "Gute" für diese Menschen bedeuten, die die Grenzen innerhalb der Gemeinden so überschreiten? Was könnte Ihnen zum Segen werden?
Ganz ehrlich: was diesen Leuten zum Segen werden kann, ist mir drissegal.
Veröffentlicht von: @ahischaFatal, wenn hier die zweiten, oder dritten Schritte vor dem ersten eingefordert werden.
Es ist lange her, ich habe mit diesen Leuten und dieser Glaubensrichtung nichts mehr zu tun. Ich bin die Schritte gegangen, die ich brauchte, weitere sind nicht geplant. Mir genügt das so.
Veröffentlicht von: @suzanne62Ganz ehrlich: was diesen Leuten zum Segen werden kann, ist mir drissegal.
Das kann ich verstehen und das ist auch ok so.........
Jeder muss da seinen eigenen Weg gehen.
Veröffentlicht von: @suzanne62Ich bin die Schritte gegangen, die ich brauchte, weitere sind nicht geplant. Mir genügt das so.
Das ist schön........... Warum solltest du andere Wege gehen, wenn es für dich so stimmig ist.
Lieben Gruß
Ahischa
Veröffentlicht von: @ahischaWarum solltest du andere Wege gehen, wenn es für dich so stimmig ist.
Danke, dass du das so akzeptieren kannst. Damit bist du hier eher die Ausnahme als die Regel - umso mehr weiß ich es zu schätzen.
Freiheit....
Für mich hat der Glaube etwas mit Freiheit zu tun und sicherlich auch mit dem tiefen Vertrauen, dass Gott mit jedem Menschen seinen ganz eigenen Weg geht. Gerade bei tiefen Verletzungen, missbräuchlichem Umgang in Gemeinden usw. kann das streckenweise ein sehr sehr einsamer Weg sein, sich gegen den Mainstream zu stellen, den Widerstand zu überwinden und das zu tun, oder zu leben, was man selbst für richtig hält. Das braucht sehr viel Mut und Stärke und davor habe ich Respekt.
Lieben Gruß
Ahischa
*mich anschließ*
LG flöckli
Veröffentlicht von: @suzanne62Damit bist du hier eher die Ausnahme als die Regel
Es gibt noch mehr Menschen, die so denken, nur nicht alle schreiben hier mit.
Ich denke: Gott hat für jeden Menschen seinen eigenen Lebensweg.
Jesus hat nie nach "Schema F" gehandelt.
Ihm war nie das geschriebene Wort und die Gesetze wichtiger, als der Mensch der dahinter stand.
Mit der Heilung der 10 Aussätzigen, brach er z.B. alle Reinheitsvorschriften der "frommen" Juden.
Trotzdem waren ihm die Menschen wichtiger, ihnen einen neuen Weg zu ermöglichen.
Jeder kennt ein Schuhgeschäft. Die vielen Schuhe, verschieden in Form, Farbe, Größe und Stil.
#Keiner# würde erwarten, daß #alle# Menschen #alle# das selbe Paar Schuhe tragen, in Form, Farbe und Größe.
Trotzdem erwarten manche Menschen, daß im Glaubensleben es nur dieses eine Paar Schuhe gibt.
LG flöckli
Gut formuliert! Ich möchte zu dem Beispiel mit den Schuhen noch hinzufügen, dass viele Menschen anders denken würden, würden sie in den Schuhe derjenigen laufen müssen, die sie von Außen beurteilen.
Da nehme ich mich mit ein. Ich habe auch schon über eine Person geurteilt. Als ich aber dann in Schuhen laufen musste, die den Schuhen dieser Person sehr ähnlich waren, bekam ich-oh Wunder-eine andere Sichtweise und ich muss gestehen, ich habe dieser Person Unrecht getan. Aber es lässt sich geistlich wunderbar von Außen urteilen, wenn man selbst nicht betroffen ist...das ist herrlich einfach. Leider hatte ich von da oben nicht so den Einblick, um das beurteilen zu können, wie ich in meiner Arroganz dachte. Ich hoffe, diese Lektion habe ich gelernt.
Veröffentlicht von: @speedysweetyGut formuliert!
Danke.
Wo steht hier im Thread etwas von einer Forderung am Anfang zu Segnen?
Kannst du mir das bitte zeigen?
Veröffentlicht von: @ahischaist identisch mit den Reaktionen, die auf das Thema Vergebung reflexartig kommen.
Der beste Reflex, den ich kenne, ist direkt in die Arme meines Herrn Jesus.
Jetzt nehme ich mal das Bild eines Kindes, das in die Arme seiner Mutter oder seines Vaters rennt.
"Bitte bitte hilf' mir, der hat mir so weh getan, oh den könnte ich"......
Dass ich da dann nicht bei stehen bleiben muss, sondern weiter gehen darf zu Vergebung und Liebe, das ist mir so wichtig dabei geworden.
Keiner weiß, was wir da erlebt haben, keiner kennt die grenzenlose Wut auf diese Person. Keinesfalls kann ich dieser Person da nun annähernd aus dem Weg gehen für die nächsten Monate, das ist situationsbedingt unmöglich.
Und Christ nennt er sich auch noch ....... waaaaah!
Da steh' ich nun davor und bin ausgebrannt, wütend, kann es gar nicht fassen was dieser Mensch vor hatte und immer noch möchte ....
da geht mir die Hutschnur, obwohl vorerst das in unseren Augen Schlimmste durch andere noch abgewendet wurde ....
Doch nun?
Nun sagt Jesus: "vergib' !!! Selbst wenn das für Dich Schlimmste noch eintreten sollte und er maßgeblich beteiligt sein sollte daran (bitte bitte bitte nicht!!! ), dann habe ICH es dennoch alles in der Hand und bin der, der es letztlich entscheidet, niemand sonst.
Gaanz ruhig, Du bist in MEiner Hand! Schon wieder vergessen?
Du und alle, die Du liebst, ebenso, ich liebe sie nämlich NOCH MEHR!!!"
Puuh, und alles was mir nun bleibt ist, das Alles im Gebet dem Herrn Jesus zu bringen und IHM abzugeben, aber auch gleichzeitig für diesen Menschen um Vergebung zu bitten, also dass ich ihm vergebe, obwohl ich ...
GOTT hat alles in der Hand, auch den letztendgültigen Ausgang dieser Sache - der mir das Herz brechen könnte, - aber nicht der Mensch mit seinen Gedanken und Plänen.
WER hat gesagt, dass es einfach ist?
Es ist soooo schwer, dass ich es NUR mit dem Herrn Jesus durchleben und "schaffen" kann.
Das hat nichts mit Muster in Gemeinden zu tun oder so.
Und es bedeutet übrigens nicht, dass ich demnächst noch mal wieder auch nur einen einzigen Fuß in die Gemeinde setzen möchte, in der (wie ich im Internet recherchiert habe) er hier im Ort ist.
Zur Vergebung und dem Segnen gehört, ihm nur Gutes zu wünschen (ihn nicht in derselben Situation denselben Dingen ausgesetzt sehen zu möchten ..... damit er lernt und "kapiert") und vielleicht wenn es sich mal ergeben sollte "trotzdem" auch mal wieder in der dortigen Gemeinde zu sein.
ABER es bedeutet weder, dass ich ihm die Hand schütteln und sagen muss "ich fand das unmöglich, aber ich vergebe Ihnen und segne Sie" (puuh, er würde nicht mal verstehen was es da wohl zu vergeben gibt, denke ich mal .... er meint es ja "sicher nur gut" ...)-
noch dass ich ihn in der nächsten Zeit weniger skeptisch und kritisch sehen werde, bis das Ganze so oder so ausgestanden ist.
Da diktiert mir niemand Etwas, aus freien Stücken kann und darf ich damit in einer Weise umgehen, die MICH befreit und mir hilft letztendlich. Diese Weise habe auch ich selber lernen dürfen, nicht nur im eigenen Bibelstudium, sondern auch durch liebe Mitchristen die mich da ran geführt haben, diesen wunderbaren Stand in Jesus einnehmen zu dürfen, der mich befreit letztendlich IN dieser Situation.
Puuh, ich habe gerade mir selber in den Hintern getreten und mich bepredigt, nicht irgend jemand Anderen, ob das wohl jemand gemerkt hat?
Mal kurz beten muss .....
Liebe Grüße
Karibu
Wie gesagt, MEINE Situation, andere haben Anderes erlebt.
Dass die Vergebung trotzdem auch für Andere - wesentlich Schlimmeres - gilt, ändert sich dadurch nicht.
Aber dass es unvergleichlich noch schwerer Situationen gibt, ist auch klar.
Und wie Deborah schrieb, dass zuerst die Wut und der Ärger raus muss unter Umständen, und dann nur langsam Heilung geschieht, ist auch situationsbedingt.
Für mich gehört zur Heilung nicht nur das befreite Aufatmen "puuh, endlich weg und erledigt, muss ich nicht mehr sehen, hinter mir und weg damit", sondern auch das "Vergebung hinterher schicken".
Dass es da grausame Situationen gibt, die das schier unmöglich scheinen lassen, das wurde mir erst heute wieder bewusst.
Als wir über Folter an Menschen sprachen, die wissen wo ein entführtes Kind ist aber es nicht sagen (Jakob von Metzler).
Und dann der Polizist die Eltern reinschicken kann, weil alles was sie tun als "Notwehr ausgelegt werden kann", aber der Polizist darf es nicht.
Was tust Du als Mutter, die dann reingeschickt wird, mit diesem Menschen?
Ich, als Löwin, die ihre Kinder eher heftig verteidigt als irgend etwas zu zu lassen ....
NIcht foltern? NICHT herausquälen, wo mein Kind ist und gerade grausam krepiert? Waaaaah!
Niemals erleben müssen ist das Einzige, was ich da denken kann.
Und dann? Dann denke ich an den 10-jährige Marco?
Ihr wißt Bescheid? Ging durch die Medien, wurde sogar verfilmt.
Monatelanges Bangen, Beten und Hoffen.
Und dann?
Die Eltern haben dem Entführer und Mörder ihres Sohnes - VERGEBEN!
Hut ab, also ich meine, ja wirklich, GUTE Christen ...
Nein, ich denke sie haben sich in Jesu Arme geworfen und es IHM geklagt und gesagt, und dann in Seinem Namen vergeben.
Anders - so denke ich - geht es gar nicht.
...
Ich finde dein post großartig. ❤
Es geht nur in, mit und durch Jesus...
In der Sache Marco habe ich auch mit gebetet. Ich kann mich gut daran erinnern.
Danke Dir.
Da war mein ganzes Herzblut drin, ich "hasse es", wenn es SO an die Substanz geht wie in unserer momentanen Situation und mir plötzlich bewusst wurde, moment mal .... und "bups", war die Falle schon zu 😀
Veröffentlicht von: @deborah71Es geht nur in, mit und durch Jesus...
Ja.
Sich nicht abwenden, sondern in SEINE Arme "Herr Jesus, hilf' mir".
Das Verrückte ist, dass ER es mir vor ca. 2 Jahren gesagt hat.
Gesagt? Ja, irgendwie in den Kopf hinein gesagt.
Und es ist wirklich so gekommen.
War also kein "unechter Tagalptraumgedanke" - beinahe hätte ich "leider" geschrieben, aber ER hat es zugelassen.
Und das auch noch mit Ankündigung!
Daher, sagte mir letztens eine liebe Bekannte am Telefon, darf ich auch den zweiten Teil in Anspruch nehmen, wo ER mir zugesagt hat, dass es aber zu einem guten Ende führen wird.
Irgendwann ........
(hätte ich gerne zwischendrin abgekürzt, hat aber nicht geklappt ....)
Ich schweife ab.
Veröffentlicht von: @deborah71In der Sache Marco habe ich auch mit gebetet. Ich kann mich gut daran erinnern.
Wie bist Du damit umgegangen (mit der Enttäuschung?), dass es dann nicht "gut" in unserem menschlichen Sinne ausgegangen ist?
[gestrichen - MfG Orleander]
Veröffentlicht von: @karibu20Da war mein ganzes Herzblut drin,
Das war deutlich zu merken.
Schon neulich war ein Herzblutpost in einem Thread (der Thread existiert nicht mehr, und das hatte nichts mir dir zu tun), ich hatte es noch gelesen und das warst du.... sehr berührend.
Veröffentlicht von: @karibu20Wie bist Du damit umgegangen (mit der Enttäuschung?), dass es dann nicht "gut" in unserem menschlichen Sinne ausgegangen ist?
(Gut nur für Marco, der beim Herrn Jesus war anstatt mit irgendeinem Trauma fertig werden zu müssen?).
Ich hatte dafür gebetet, dass Marco gefunden wird... unabhängig davon, wie er gefunden wird..... denn eine Nichtauffindung wäre entsetzlich gewesen........ und Jesus gab mir ein Bild, in dem ein Junge aus der Dunkelheit trat und sichtbar wurde.
Er wurde dann ja auch gefunden und die Eltern konnten mit dem Verlust und der Trauer weitergehen, statt in dieser quälenden Ungewissheit bleiben zu müssen.
Ohnmacht....
Mir fällt es schwer, deine Wort vollumfänglich zu verstehen. Ich denke schon, jeder muss da seinen ganz eigenen Weg gehen und das ist etwas, was ich respektiere.
Mit manchen Aussagen jedoch habe ich inhaltlich meine Schwierigkeiten, nämlich da, wo Vergebung als unumstößliche Forderung verstanden wird, die dem Menschen keine andere Wahl mehr lässt und Opfer zu Tätern macht, folgen sie dem nicht in der vorgegebnen Weise. Deiner Argumentation folgend, kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass es bei deinem Vergebungskonzept eigentlich um etwas ganz anderes geht. Die Umkehrung der Ohnmacht in die Macht. Wenn Menschen verletzt werden, erleben sie sich als ohnmächtig. Gerade bei tiefen traumatischen Verletzungen ist das ein einschneidende Erfahrung. Ohnmacht ist das Gefühl, dass der Mensch am schwersten aushalten kann. Ein innerseelischer Mechanismus ist der, stellvertretend Schuld, oder auch Macht zu übernehmen. Vergebung wird hier zum Mittel der Macht und das macht sie wirkungslos, denn die Bindung an den Täter wird damit nicht gelöst.
Veröffentlicht von: @karibu20Für mich gehört zur Heilung nicht nur das befreite Aufatmen "puuh, endlich weg und erledigt, muss ich nicht mehr sehen, hinter mir und weg damit", sondern auch das "Vergebung hinterher schicken".
Vergebung kann am Ende eines Heilungsprozesses stehen, muss es aber nicht. Vergebung ist ein Geschenk und zum Prozess der Vergebung gehört auch die Reue und Bitte des Täters darum. Das kommt mir in der Diskussion viel zu kurz.
Lieben Gruß
Ahischa
Veröffentlicht von: @ahischaVergebung kann am Ende eines Heilungsprozesses stehen, muss es aber nicht. Vergebung ist ein Geschenk und zum Prozess der Vergebung gehört auch die Reue und Bitte des Täters darum. Das kommt mir in der Diskussion viel zu kurz.
eehmm...nein.
Das was du hier beschreibst ist Versöhnung.
Das wovon Karibu redet ist eine ganz andere Dimension von Vergebung, und zwar die im OP-Saal Gottes, der das Messer des Täters aus der Wunde zieht und Täter und Opfer trennt.
Veröffentlicht von: @ahischaDie Umkehrung der Ohnmacht in die Macht.
Das Bild gefällt mir ...
Meine Ohnmacht, die wandle ich (nein, der Herr Jesus natürlich) um in Vergebung und dadurch Befreiung aufgrund Seiner Macht.
Für mich ist Vergebung Befreiung.
Von Qual, von Angst, von Trauma, von schlaflosen Nächten u.U., von dem "um mich selber kreisen", von Magenschmerzen und Kopfweh.
Nicht als "Forderung", sondern als Angebot zur Befreiung von der Qual.
Das finde ich positiv.
Also selbst wenn ich das Wort "Forderung" stehen lasse und sage, Gott fordert es in SEinem Wort von mir, dann stelle ich heutzutage trotzdem das Positive daran in den Vordergrund, das Angebot mich befreien zu lassen.
Wenn jemand von mir "fordert", ich solle das Geschenk doch endlich annehmen und in die Hand nehmen, dann ist das auch eine Forderung.
Was ist daran schlimm dran?
Veröffentlicht von: @ahischaVergebung kann am Ende eines Heilungsprozesses stehen, muss es aber nicht.
Für mich steht sie am Anfang, weil ich da ja nicht allein durch muss, sondern mit dem Herrn Jesus zusammen durch gehen darf.
Veröffentlicht von: @ahischaund zum Prozess der Vergebung gehört auch die Reue und Bitte des Täters darum.
Nein, denn genau DAS wurde mir so wichtig für mein Leben.
Wo hat Jesus jemals jemanden erst vergeben, als er IHN darum gebeten hat?
Er hat es von sich aus den Menschen zugesagt, noch bevor sie überhaupt an Ihn glaubten!
Das ging allem anderen vorweg.
Auch wenn irgendein Täter oder eine Täterin mich nie um Vergebung bittet oder bitten wird, kann ich trotzdem vollumfanglich vergeben.
Nicht weil ICH es kann, sondern es Jesus abgebe und ER mir die Vergebung ins Herz schenkt.
Mein Leben wäre ja traurig und unter Umständen das vieler Gläubiger qualvoll belegt, wenn ich oder sie erst auf das Bereuen und "um Vergebung bitten" des Täters warten müssten.
Nein, Jesus Zusagen gelten mir vollkommen und komplett, da ist - Gott sei Dank im wahrsten Sinne des Wortes - kein Anderer mehr nötig dafür.
Zum Prozess meiner Vergebung die ich dem Anderen in Jesu Namen zuspreche oder besser gesagt Gott sage, dass ich ihm in Seinem Namen vergebe, gehört daher nichts weiter, schon gar nicht zwingend die Reue und Bitte des Täters.
Das ist doch gerade das - sofort wirkbare oder wirken könnende - Wunderbare an Jesu und Seiner Heilstat so wie Seinen Zusagen!
liebe Grüße
Karibu
Veröffentlicht von: @karibu20Das Bild gefällt mir ...
Meine Ohnmacht, die wandle ich (nein, der Herr Jesus natürlich) um in Vergebung und dadurch Befreiung aufgrund Seiner Macht.
Du solltest meine Worte nicht aus ihrem Kontext reißen. Ein innerseelischer Mechanismus ist der, stellvertretend Schuld, oder auch Macht zu übernehmen. Vergebung wird hier zum Mittel der Macht und das macht sie wirkungslos, denn die Bindung an den Täter wird damit nicht gelöst.
Dieser Satz mit seiner Schlussfolgerung gehört unbedingt dazu.....
Ohnmacht bekämpft man nicht, indem man sie durch eine Größenvorstellung der Macht überlagert. Ohnmacht will angenommen werden. Erst dann kann sie sich wandeln........
Veröffentlicht von: @karibu20Für mich steht sie am Anfang, weil ich da ja nicht allein durch muss, sondern mit dem Herrn Jesus zusammen durch gehen darf.
Ja, das habe ich schon verstanden. Das ist auch ok. so, wenn du das mit Blick auf dich so siehst. Es lässt sich jedoch nicht generalisieren.
Veröffentlicht von: @karibu20Auch wenn irgendein Täter oder eine Täterin mich nie um Vergebung bittet oder bitten wird, kann ich trotzdem vollumfanglich vergeben.
Vollkommen ok, wenn du das so praktizieren kannst. Vergebung ist m. E. erst mal ein Akt, indem der Mensch, der an einem anderen schuldig wurde, Schuldeinsicht zeigt und um Vergebung bittet. Dieser Aspekt ist häufig sehr unterbelichtet. Wobei man dabei nicht übersehen darf, dass eine einseitige Vergebung ja nichts an der Schuld des Täters ändert. Vor Gott bleibt sie so lange bestehen, bis der "Täter" Buße tut und Wiedergutmachung leistet. Menschliche Vergebung ist kein Ersatz für Gottesvergebung.
Lieben Gruß
Ahischa
Ich habe meine Sicht und mein Erleben dargestellt.
Daher habe ich das Bild gewählt, dass Du genannt hast.
Dem Anderen, was Du schreibst, kann ich nicht zustimmen.
Es ist schwer, da etwas zu zu schreiben, was nicht falsch verstanden werden könnte.
Daher beende ich das hier mal.
Wir kommen da gedanklich nicht zusammen, zumindest lebe und erlebe und sehe ich es nun mal auch anders als Du.
Deine Worte empfinde ich da sehr absolut, oder wie Du es schreibst generalisierend.
Auch wenn Du dann betonst, dass es sich nicht generaliseren lässt.
Das empfinde ich ebenfalls nicht so, denn Jesus Wort und Macht und Hilfe gilt Allen.
Aber wie gesagt, da kommen wir nicht zusammen.
liebe Grüße
Karibu
Veröffentlicht von: @karibu20Wir kommen da gedanklich nicht zusammen, zumindest lebe und erlebe und sehe ich es nun mal auch anders als Du.
Wir müssen da auch nicht zusammen kommen. Es kann sehr gut nebeneinander stehen bleiben.
Veröffentlicht von: @karibu20Deine Worte empfinde ich da sehr absolut, oder wie Du es schreibst generalisierend.
Auch wenn Du dann betonst, dass es sich nicht generaliseren lässt.
Ich habe eine gefestigte Meinung, die sich nicht so leicht erschüttern lässt. Bin da immer offen für Argumente und Horizonterweiterung, keine Frage. Aber es muss mich schon überzeugen. Allerdings lasse ich anderen die Freiheit, die Dinge anders zu sehen, als ich. Mein Sendungsbewusstsein hält sich da in Grenzen.
Veröffentlicht von: @karibu20Daher beende ich das hier mal.
Das ist ok........
Dir noch einen schönen Abend,
lieben Gruß
Ahischa
Veröffentlicht von: @ahischaVergebung ist ein Geschenk und zum Prozess der Vergebung gehört auch die Reue und Bitte des Täters darum.
Vergebung ist in erster Linie etwas gutes das man sich selber tut, Vergebung entlässt den Täter nicht aus seiner Verantwortung aber es entlässt das Opfer aus dem Zwang recht schaffen zu müssen. Vergebung ist etwas befreiendes. Denn was Rache und Recht erhalten nicht schaft, nämlich Frieden zu bringen, das schaft Vergebung.
Aus deinen Beiträgen die bis jetzt von dir gelesen habe sehe das du Vergebung noch nicht wirklich verstanden hast.
Und wer Vergebung nicht verstanden hat der hat das Evangelium nicht verstanden.
Und was heilungs oder befreiungs dienste Anbetrifft so habe ich schon sehr viel positves aber leider auch weniger erfreuliches erlebt. Es ist ein Werkzeug das wie jedes Werkzeug richtig aber auch falsch verwendet werden kann. Wer den Menschen im Blick hat (und nicht seinen "Dienst") der wird dieses Werkzeug auch richtig einsetzen können.
Veröffentlicht von: @arcangelVergebung ist in erster Linie etwas gutes das man sich selber tut, Vergebung entlässt den Täter nicht aus seiner Verantwortung
Dem kann ich absolut zustimmen.
Veröffentlicht von: @arcangelAus deinen Beiträgen die bis jetzt von dir gelesen habe sehe das du Vergebung noch nicht wirklich verstanden hast.
😀 😀 😀
Veröffentlicht von: @arcangelUnd wer Vergebung nicht verstanden hat der hat das Evangelium nicht verstanden.
Ich glaube kaum, dass es dir zusteht, das zu beurteilen, zumal ich hier nur einen Bruchteil dessen beschrieben habe, was ich unter Vergebung verstehe.
Lieben Gruß
Ahischa
Veröffentlicht von: @ahischaIch glaube kaum, dass es dir zusteht, das zu beurteilen,
Ich kann nur beurteilen was ich hier von dir lesen, weshalb ich das ja auch so geschrieben habe. Und wenn ich lese das zur Vergebung die Reue des Täters gehört, dann muss ich aus dieser Aussage schliessen, das für die Vergebung erst eine Art Genugtuung oder Wiedergutmachung braucht, und das widerspricht dem Evangelium.
Falls du eine andere Meinung hast, dann hast du dich entweder ungeschickt ausgedrückt, oder du wolltest in diesem Zusammenhang etwas anderes sagen was nicht klar rüberkam.
Und wenn ich lese das zur Vergebung die Reue des Täters gehört, dann muss ich aus dieser Aussage schliessen, das für die Vergebung erst eine Art Genugtuung oder Wiedergutmachung braucht, und das widerspricht dem Evangelium.
Vergebung hat viele Facetten und die Reue und Bitte um Vergebung ist eine davon. Macht schließlich auch den Kern des Evangeliums aus. Die Schuld, das Scheitern und Versagen des eigenen Lebens zu erkennen und um Vergebung zu bitten, da, wo man andere verletzte. Menschliche Vergebung ersetzt keine Gottesvergebung und da, wo ein Täter keine Schuldeinsicht hat, geschweige denn die Notwendigkeit der Vergebung einsieht, bleibt der Prozess für ihn erst mal offen (und manchmal auch für das Opfer). Das Opfer ist an der Stelle nicht verantwortlich für den innerseelischen Zustand des Täters.
aber es entlässt das Opfer aus dem Zwang recht schaffen zu müssen. Denn was Rache und Recht erhalten nicht schaft, nämlich Frieden zu bringen,
Opfern Zwanghaftigkeit und Rachebedürfnis zu unterstellen, ist für mich eine Pervertierung. Nimm als Beispiel Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Mord, was auch immer aus dem Bereich der schwerwiegenden Taten. Natürlich hat ein Opfer das berechtigte Bedürfnis, Gerechtigkeit zu erfahren, dass Täter in die Verantwortung genommen werden. Das hat überhaupt nichts mit Rache zu tun. Das zu pervertieren, ist für mich die übelste Umgangsweise mit verletzen Menschen.
Jemanden vergeben heißt verstanden zu haben, wie es zu einer Situation gekommen ist und dem Gegenüber einen friedlichen Lernprozess zuzustehen. Das ist eine sehr große Leistung und gerade bei schwerwiegenden Verletzungen ein sehr langer Weg, so man ihn gehen will. Der Vergebung geht eine Kränkung voraus. Eine Verletzung in einem Bereich, der unsere Identität ausmacht. In der Regel sind dies die Bereiche, die narzisstisch besetzt sind. Kränkungen geschehen also auf subjektiver Ebene und weniger auf der objektiven Ebene. Das heißt, Vergebung muss auch auf der subjektiven Ebene geschehen. Und das ist ein sehr entscheidender Punkt. Vergebung auf eine Formel reduziert, die Gefühl übergeht, verkommt zu einer Form frommer Verdrängung und führt letztlich in die Bitterkeit.
Vergebung bedeutet an der Stelle für mich viel mehr, mich mit meiner eigenen Geschichte auszusöhnen, mich mit mir selbst, meinem Gewordensein und auch den Leiderfahrungen, die das mit sich gebracht hat, zu versöhnen. So steht Vergebung für mich am Ende eines Heilungsprozesses, nicht am Anfang. Das ist ganz wichtig, denn Vergebung ist nicht die Bedingung für Heilung, also die Voraussetzung, sondern sie ist das Ergebnis eines Heilungsprozesses……….(bestenfalls….) Ein solcher Heilungsprozess mündet in der Versöhnung mit dem Erlebten, der Annahme und des Loslassens. Je nach Art und natürlich auch der Schwere der Verletzung kann im Ergebnis der Vergebung auch eine Versöhnung mit dem Täter stattfinden. Wobei es sicherlich Taten gibt, wo sich das eigentlich verbietet.
Lieben Gruß
Ahischa
Hi Ahischa,
Veröffentlicht von: @ahischaVergebung bedeutet an der Stelle für mich viel mehr, mich mit meiner eigenen Geschichte auszusöhnen, mich mit mir selbst, meinem Gewordensein und auch den Leiderfahrungen, die das mit sich gebracht hat, zu versöhnen.
das sehe ich auch so, stolpere aber immer wieder über die verschiedenen Begrifflichkeiten, was m.E. auch hier zu Missverständnissen führt.
Wie grenzt Du Verzeihen, Vergeben und Versöhnung gegeneinander ab?
Für mich ist das ein Prozess. Versöhnung mit einem Täter ist m.E. nur möglich, wenn dieser seine Schuld (im vollen Umfang) anerkennt.
Ein Schritt der nicht zwangsläufig kommen muss - auch in christlichen Kreisen nicht.
Gruß,
Groffin
Veröffentlicht von: @groffindas sehe ich auch so, stolpere aber immer wieder über die verschiedenen Begrifflichkeiten, was m.E. auch hier zu Missverständnissen führt.
Das kann gut sein......
Veröffentlicht von: @groffinWie grenzt Du Verzeihen, Vergeben und Versöhnung gegeneinander ab?
Veröffentlicht von: @groffinFür mich ist das ein Prozess.
Das ist es für mich auch. Nach einer Tat kommt erst einmal die Distanzierung, die Wahrnehmung, was und in welchem Bereich eine Kränkung stattgefunden hat. Dazu gehört für mich, die entsprechenden Gefühle zuzulassen, sie ernst zu nehmen und mich damit auseiander zu setzen. Es gibt Kränkungen, wo dieser Prozess in eine Konfrontation mit dem "Täter" führt und da entsprechend auch aufgelöst werden kann. Das ist jedoch nicht immer möglich und auch nicht immer angezeigt. Je tiefer ein Mensch in seiner Identität verwundet wird, umso länger braucht die Seele Zeit der Heilung. Das ist im somatischen Bereich nicht anders. Wenn du dir in den Finger geschnitten hast, ist das Thema nach drei Tagen vergessen und abgehakt. Brich dir ein Bein, dann dauert es Wochen….
Versöhnung mit einem Tatgeschehen bedeutet für mich, nicht mehr dagegen anzukämpfen (z. B. warum musste mir das passieren usw. ) Anzunehmen, dass es passiert ist und damit zu meiner Biografie gehört. Die Annahme darin befähigt zum Loslassen. Nicht alles, was ich loslasse, werde ich auch los. Mit manchen Folgen und Konsequenzen aus vorangegangen Taten muss ich leben. Das ist dann so und wenn es mir gelingt, das zu aktzeptieren, dann ist das Freiheit und der Ausdruck des Versöhnseins. Aus der Position heraus lässt sich dann auch vergeben, weil der innerseelische Prozess abgeschlossen ist. Dem kann, muss aber nicht unbedingt, eine Versöhnung mit dem Täter folgen. In den kleinen alltäglichen Kkänkungen ist das notwendig, denn Beziehung und Bindung lebt u. a. von der Vergebung/Versöhnung. In schwerwiegenden Fällen, jedoch will das gut abgwogen werden.
Lieben Gruß
Ahischa
Veröffentlicht von: @ahischaSo steht Vergebung für mich am Ende eines Heilungsprozesses, nicht am Anfang.
Worin ich mit dir einig bin ist das es ein Prozess ist. Wobei für mich Vergebung an und für sich bereits ein Prozess ist, der unabhängig von dem Heilungsprozess ist. Auch an welcher Station im Heilungsprozess die Vergebung stattfindet, ist nicht nur sehr individuell, sondern auch situativ.
Aber grundsätzlich hat Vergebung intrinsischen Wert, auch wenn kein Heilungsprozess stattfindet. Und aus deinem Beitrag entnehme ich das du eben diesen intrinsischen Wert der Vergebung nicht beachtest.
Sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich kann auch diese ganzen Vergebungsdiskussionen nicht abhaben, indem von den Opfern gefordert wird, dass sie vergeben, weil das ja christlich ist, ohne dass auch die berechtigte Wut und alles, was dazu gehört, Raum haben durfte. Die Opfer haben ohnehin schon zu kämpfen und nun wird ihnen auch noch von ihren Mitgeschwistern vermittelt, sie wären christlich nicht gut genug, nur weil sie Wut verspüren über die Dinge, die ihnen angetan wurden.
Gehen die Mitchristen, die solches fordern, eigentlich auch zu den Tätern und konfrontieren diese mit ihren Taten? Sicher mag es auch solche geben, meine persönliche Erfahrung ist aber leider, dass sich eher auf die Opfer gestürzt wird und diese dadurch noch schlimmer zu kämpfen haben, für die Täter aber der Mut oder was auch immer nicht ausreicht. Gegen die Opfer wird der Zeigefinger erhoben, weil sie völlig natürliche Reaktionen entwickeln, bei den Tätern wird oft nichts gesagt.
Eines meiner einprägsamsten Erlebnisse aus der Jugendzeit war, als ich unter einem falschen Vorwand in das Büro unseres damaligen Pastors gelockt wurde, er mir eine Predigt gehalten hat, warum ich einem Täter zu vergeben habe und das Ganze krönte er am Schluss mit einem Gebet, und vor diesem Gebet hat er mir nicht erlaubt, den Raum zu verlassen. Genug A*** in der Hose, um den erwachsenen Täter zu konfrontieren, hat er nie gehabt, da war es einfacher, die Jugendliche zum Problem zu machen, weil sie ja nicht vergibt.
So ähnlich kann das meines Erachtens auch bei Segnungsdiskussionen laufen. Da bekommt das Opfer ein schlechtes Gewissen gemacht und Druck, weil es nicht "christliche genug" ist, aber viele verlieren dabei aus dem Blick, dass nicht das Opfer das Problem ist, sondern der Täter.
Veröffentlicht von: @speedysweetySehr gut auf den Punkt gebracht. Ich kann auch diese ganzen Vergebungsdiskussionen nicht abhaben, indem von den Opfern gefordert wird, dass sie vergeben, weil das ja christlich ist, ohne dass auch die berechtigte Wut und alles, was dazu gehört, Raum haben durfte. Die Opfer haben ohnehin schon zu kämpfen und nun wird ihnen auch noch von ihren Mitgeschwistern vermittelt, sie wären christlich nicht gut genug, nur weil sie Wut verspüren über die Dinge, die ihnen angetan wurden.
Dabei ist interessant, dass die Bibel diesem Aspekt eigentlich sehr viel Raum gibt, man lese nur die Rache Psalmen. Da Kotzt sich David aber mal so richtig aus und lässt seiner Wut Raum.
Aber genauso wichtig ist die Beobachtung das er, am Ende eigentlich immer wieder rum kommt und zur Güte des Herrn zurückfindet. Wir dürfen uns ärgern und den anderen vor Gott anklagen, dennoch kommt irgendwann der Punkt wo wir es dem Vater überlassen können recht zu schaffen, wo wir zurück zu ihm kommen, und dann haben wir auch die Kraft zu vergeben, denn wir wissen, dass Gott uns recht verschaffen wird.
Veröffentlicht von: @speedysweetyGehen die Mitchristen, die solches fordern, eigentlich auch zu den Tätern und konfrontieren diese mit ihren Taten?
Wenn ich eine Beziehung zum Täter habe und es meine Aufgabe ist.
Veröffentlicht von: @speedysweetyGegen die Opfer wird der Zeigefinger erhoben, weil sie völlig natürliche Reaktionen entwickeln, bei den Tätern wird oft nichts gesagt.
??? das habe ich so bisher noch nie erlebt. Wenn beide sowohl Täter als auch Opfer in der Gemeinde sind, dann wurde der Täter eigentlich immer konfrontiert. Und meist wurden alle Beteiligten zu einem moderierten Gespräch herbeigezogen, wenn alles andere nichts nützte.
Hast du mehrere solche Erlebnisse wie aus deiner Jugendzeit, und weist du mit Sicherheit das er den Erwachsenen nicht konfrontiert hat?
Veröffentlicht von: @arcangelDa Kotzt sich David aber mal so richtig aus und lässt seiner Wut Raum.
Aber genauso wichtig ist die Beobachtung das er, am Ende eigentlich immer wieder rum kommt und zur Güte des Herrn zurückfindet.
Das ist mir so wichtig, dass ich nicht bei der Wut dann stehen bleiben muss, sondern weiter gehen darf, direkt in Jesu Arme.
Und das möchte ich persönlich gerne immer so schnell wie möglich (was nicht heißt wo war und ist es immer ...), um es los zu werden und getrost und fröhlich weiter leben zu können.
Die Macht des Anderen darüber, dass ich weiterhin wütend bin oder Opfer bleibe und damit letztlich mir mein Leben selber schwer und kaputt mache(n lasse vom Täter), statt die Heilung zu zu lassen, die gebe ich nämlich nicht auch noch gerne hinterdrein.
Nö, "gönne ich ihm nicht", sozusagen.
...
Veröffentlicht von: @arcangelDabei ist interessant, dass die Bibel diesem Aspekt eigentlich sehr viel Raum gibt, man lese nur die Rache Psalmen. Da Kotzt sich David aber mal so richtig aus und lässt seiner Wut Raum.
Ich stimme Dir da zu, aber in manchen Glaubensauslegungen spielt das leider keine Rolle, sondern da zählt nur, dass ein "guter Christ" demütig ist, vergibt und keine Grenzen setzt.
Veröffentlicht von: @arcangelAber genauso wichtig ist die Beobachtung das er, am Ende eigentlich immer wieder rum kommt und zur Güte des Herrn zurückfindet. Wir dürfen uns ärgern und den anderen vor Gott anklagen, dennoch kommt irgendwann der Punkt wo wir es dem Vater überlassen können recht zu schaffen, wo wir zurück zu ihm kommen, und dann haben wir auch die Kraft zu vergeben, denn wir wissen, dass Gott uns recht verschaffen wird.
Auch da gebe ich Dir recht. Nur wird Vergebung, bzw was dazugehört oder auch nicht, unterschiedlich definiert, das sieht man ja hier in dem Thread auch ganz gut.
Veröffentlicht von: @arcangel??? das habe ich so bisher noch nie erlebt. Wenn beide sowohl Täter als auch Opfer in der Gemeinde sind, dann wurde der Täter eigentlich immer konfrontiert. Und meist wurden alle Beteiligten zu einem moderierten Gespräch herbeigezogen, wenn alles andere nichts nützte.
Dann kannst Du Dich glücklich schätzen. Da bin ich leider ganz anders aufgewachsen. Sachen wurden unter den Tisch gekehrt und die Schwächeren waren leider oft die Leidtragenden. Die Täter mussten sich bis heute nicht ändern. In den letzten 3 Jahrzehnten gab es genau einen Pastor, der gewagt hat den Täter zu konfrontieren (und dazu einen der Pastoren mitgenommen hat, der es nie gewagt hat), aber ohne Erfolg. Der Mann geht heute noch unbehelligt in die Gemeinde und kann sich schrecklich verhalten.
Veröffentlicht von: @arcangelHast du mehrere solche Erlebnisse wie aus deiner Jugendzeit
Ein anderer Pastor hat mich zu einem Gespräch bestellt und mir erklärt, dass er sich Sorgen mache, weil ich in der Hölle landen würde, wenn ich nicht vergeben würde. Mit solchen Theologien bin ich aufgewachsen. Es wurde sehr viel Wert auf die Vergebung bei den Opfern gelegt. Wenn man sich gegen Ungerechtigkeiten gewehrt hat, dann war man sogar noch schuld an der Situation.
Es ist halt super einfach, auf Jugendlichen herumzuhacken anstatt sich mit dem Täter auseinanderzusetzen, der einem auf Augenhöhe begegnen könnte.
Mir wurde übrigens auch nicht geglaubt, als ich irgendwann angesprochen habe, dass ich in der anderen Situation sogar unter falschen Vorwand zu dem anderen Pastor gelockt wurde. Sonst hätte man ja diesen Pastor mit seinem Fehlverhalten konfrontieren müssen, aber das war undenkbar, dass so eine hoch angesehene Persönlichkeit so etwas macht. Und so wird ein Opfer zum zweiten Mal zum Opfer.
Veröffentlicht von: @arcangelnd weist du mit Sicherheit das er den Erwachsenen nicht konfrontiert hat?
Er sagte zu der Ehefrau des entsprechenden Täters, dass der Täter halt so sei.
Liebe Speedysweety, mir bleibt echt die Luft weg. Dafür, dass du es schaffst, davon zu erzählen, hast du meinen tiefen Respekt.
Veröffentlicht von: @speedysweetyDie Opfer haben ohnehin schon zu kämpfen und nun wird ihnen auch noch von ihren Mitgeschwistern vermittelt, sie wären christlich nicht gut genug, nur weil sie Wut verspüren über die Dinge, die ihnen angetan wurden.
Das ist ja auch der einfachste Weg. Du findest in Gemeinden sehr viele konfliktscheue Menschen, die sich in diesem Kollektiv natürlich auch mit dieser Bedürftigkeit einrichten. Der Störer ist dann nicht der Täter, sondern das Opfer, das die Harmonie aufmischt, indem es auf einen Missstand aufmerksam macht.
Veröffentlicht von: @speedysweetySo ähnlich kann das meines Erachtens auch bei Segnungsdiskussionen laufen. Da bekommt das Opfer ein schlechtes Gewissen gemacht und Druck, weil es nicht "christliche genug" ist, aber viele verlieren dabei aus dem Blick, dass nicht das Opfer das Problem ist, sondern der Täter.
Genau darum geht es. Da, wo es extrem moralisierend wird,
ist die Gefahr groß, dass abgespalten wird und dies dann an Schwächeren ausgelebt.
Lieben Gruß
Ahischa
Veröffentlicht von: @ahischaDer Störer ist dann nicht der Täter, sondern das Opfer, das die Harmonie aufmischt, indem es auf einen Missstand aufmerksam macht.
Gut auf den Punkt gebracht. Volle Zustimmung und das habe ich auch so erlebt.
Veröffentlicht von: @speedysweety, indem von den Opfern gefordert wird, dass sie vergeben, weil das ja christlich ist, ohne dass auch die berechtigte Wut und alles, was dazu gehört, Raum haben durfte. Die Opfer haben ohnehin schon zu kämpfen und nun wird ihnen auch noch von ihren Mitgeschwistern vermittelt, sie wären christlich nicht gut genug, nur weil sie Wut verspüren über die Dinge, die ihnen angetan wurden.
Nein, da gebe ich Dir absolut Recht.
Ich glaube, dass da Vieles hier auch durch eigene Situationen und Verletzungen gefärbte Sichtweisen schlichtweg falsch verstanden und in (verständliche..) Schubladen eigener Erfahrungen und Denkweisen Anderer gesteckt wird.
Das ist ganz natürlich bei jedem Menschen, je nachdem womit er es gerade assoziiert.
Nicht christlich genug oder die Wut "darf einfach nicht da sein", so wurde es mir auch nicht vermittelt und ich hoffe, dass man das auch meinen Worten nirgends entnehmen kann, wenn man es nüchtern und sachlich liest und nicht die eigenen Erfahrungen und Empfindungen da mit hinein liest.
Daher an dieser Stelle von mir zumindest die klare Aussage, dass ich das nie so gemeint habe.
Aber das schrieb ich an anderen Stellen ja heute auch bereits deutlich.
Einer nur im PN, weil das nicht hierher gehört, ansonsten aber auch.
Auf ein "Opfer stürzen", so habe ich Jesus nie erlebt und es wäre mir fern, das vermitteln zu wollen.
Im Gegenteil, oft muss man erstmal erkennen und zulassen, DASS man wütend ist, bevor man es überhaupt fokussieren und es Jesus sagen kann.
Sagen, beten, schreien, klagen, um Hilfe bitten, so wie es die Klagelieder und teilweise auch die Psalmen vormachen.
Es ist da eher die Richtung - da geht's lang, alles zu Jesus bitte -
nicht, um das Opfer zum Täter zu machen oder irgend etwas über zu stülpen, sondern um ihm in seinem Schmerz eine Hilfe zu zeigen, einen Weg wo es damit hin kann.
Es ist nicht alleine damit.
Jesus war selber ein Opfer. ER kann mitleiden, ER kann auch helfen das Leid nicht mehr zu empfinden.
Darum geht es.
Da wird dann sonst die Hilfe - ich kenne keine bessere Hilfe als der Herr Jesus selber - zu Etwas instrumentalisiert, was nicht gut ist, und das lehne ich ab.
Denn das meinte ich nie.
Wobei die Bedeutung von "Vergebung" und "Segnen" so wie von "Gutes tun" sehr unterschiedlich angesehen wird hier, merke ich.
Veröffentlicht von: @speedysweetyDa bekommt das Opfer ein schlechtes Gewissen gemacht und Druck, weil es nicht "christliche genug" ist, aber viele verlieren dabei aus dem Blick, dass nicht das Opfer das Problem ist, sondern der Täter.
Nein, wer Schlimmes erlebt hat, dem ist das Problem die eigene Erfahrung und der Umgang mit den Verletzungen.
Sorry, aber der Täter interessiert da zuerst unter Umständen mal nicht die Bohne, kann später dem Gläubigen dazu kommen, ist aber nicht zwingend - geschweige denn von Anfang an dabei.
Kann, Jesus kann. Von "muss" reden wäre da aber wieder etwas Anderes, finde ich.
Aber gerade das Opfer hat man doch im Visier.
Ich bin doch das Opfer, das zu Jesus geht und IHM alles vor die Füße wirft. Von da aus geht es (mir in meinem Leben möglichst ...) weiter.
Hm, mal weiter gedacht. Auf MICH bezogen.
Wenn ich da nun sagen würde "oh, ich kann nicht vergeben, nicht vergessen, nicht segnen, der Täter war zu gemein und grausam und ich bin verletzt worden", das würde mich erstens künstlich in einer Opferrolle halten, aus der ich ja gerade heraus will.
Der Täter hat nicht die Macht mehr, mich in meiner Opferrolle zu halten. Hm, mal auf meine Situation und die erlebte Befreiung beziehe. Aufatmen, frei!
NUN bin ich frei von dem Täter, auch wenn ich ihm heute noch wieder begegnen muss. Täter im anderen Sinne, wie gesagt MEINE Situation.
Wenn es nun Etwas ist, wo keine weitere Konfontration mit dem Täter nötig ist, dann - gerade dann?- ist es für mich doch eine Befreiung von dem Täter und damit von meiner Opferrolle, wenn ich es zu Jesus bringe und vergebe.
Dann nehme ich dem Täter und dem Erlebten die Macht über mich, im geistigen Sinne meiner Empfindungen.
Das kann Heilung auslösen.
Eben, WEIL es nicht den Täter, sondern das Opfer im Blick hat.
Ich muss doch an dieser Stelle damit leben, unabhängig davon wie es dem Täter geht, ob er bereut oder nicht, usw.
Denn es ist nicht das Problem des Täters, ob ich damit fertig werde, sondern meines.
Liebe Grüße
Karibu
Liebe Grüße
Karibu
Veröffentlicht von: @karibu20Hm, mal weiter gedacht. Auf MICH bezogen.
Wenn ich da nun sagen würde "oh, ich kann nicht vergeben, nicht vergessen, nicht segnen, der Täter war zu gemein und grausam und ich bin verletzt worden", das würde mich erstens künstlich in einer Opferrolle halten, aus der ich ja gerade heraus will.
Der Täter hat nicht die Macht mehr, mich in meiner Opferrolle zu halten. Hm, mal auf meine Situation und die erlebte Befreiung beziehe. Aufatmen, frei!
NUN bin ich frei von dem Täter, auch wenn ich ihm heute noch wieder begegnen muss. Täter im anderen Sinne, wie gesagt MEINE Situation.
Wenn es nun Etwas ist, wo keine weitere Konfontration mit dem Täter nötig ist, dann - gerade dann?- ist es für mich doch eine Befreiung von dem Täter und damit von meiner Opferrolle, wenn ich es zu Jesus bringe und vergebe.
Dann nehme ich dem Täter und dem Erlebten die Macht über mich, im geistigen Sinne meiner Empfindungen.
Das kann Heilung auslösen.
Eben, WEIL es nicht den Täter, sondern das Opfer im Blick hat.
Ich muss doch an dieser Stelle damit leben, unabhängig davon wie es dem Täter geht, ob er bereut oder nicht, usw.
Denn es ist nicht das Problem des Täters, ob ich damit fertig werde, sondern meines.
Da würde ich Dir auch zustimmen, da wirst Du keinen Widerspruch von mir hören. Der Diskussionsauslöser war aber meiner Erinnerung nach, ob zum Vergeben das Segnen dazugehört und ob ich weiter damit evtl. in einer Bindung leben muss. Und hier finde ich einfach, dass es nicht nur eine Variante gibt. Es gibt Situationen, da kann das durchaus ein Weg sein, es gibt aber auch Situationen, da halte ich es für völlig legitim, wenn man da einen absoluten Cut macht und es Gott ganz alleine überlässt. Ich denke, das ist auch das, was Suzanne aussagen will. Das hat dann auch nichts damit zu tun, dass derjenige dann verbittert oder so ist, er zieht "einfach" eine Grenze, lebt sein Leben weiter, idealerweise in der Sicht nach Vorne, wenn er es mit Gott aufgearbeitet hat und der Täter spielt keine Rolle mehr, für den ist nun Gott zuständig.
Ich will nicht wissen, wie es mir heute ohne Befreiungsdienst gehen würde!
Hi zusammen, ich bin wieder da 😊 Hatte mich abgemeldet, weil ich zu viel Zeit im Internet verbracht habe. Werde auch dieses mal nicht lange bleiben. Habe in den letzten Wochen ab und zu hier mitgelesen. Bei diesem Thema hier "musste " ich mich einfach wieder anmelden.
Es tut mir sehr, sehr leid dass viele von euch so schreckliche Erfahrungen machen mussten. Bei mir ist es so:
Ich will nicht wissen, wie es mir heute ohne Befreiungsgebet gehen würde!
Ich weiß noch nicht, ob ich so sehr ins Detail gehen werde, falls Fragen von euch dazu kommen, aber ich musste das einfach mal loswerden.
Seid gesegnet ihr Lieben!
Veröffentlicht von: @kucheka139Ich weiß noch nicht, ob ich so sehr ins Detail gehen werde, falls Fragen von euch dazu kommen,
???
Bei mir kommen da schlicht und einfach die Fragen auf, WIE das wohl vor sich ging und WER da WAS gebetet hat, usw.
So ein in den Thread geworfenes "Juhuu, Befreiungsgebet hat mir geholfen" finde ich persönlich daher nicht so hilfreich.
Denn der Begriff weckt in mir ungute Assoziationen, die vielleicht gar nicht gemeint sind und zutreffen, die aber vielleicht hier auch bei manch anderen Usern in unguter Weise entstehen (können).
Und das willst Du mit Sicherheit n i c h t mit Deinem Post bezwecken.
Ich habe auch schon in meinen Glaubensleben sehr gute, befreiende (von Sündenlast und Bindungen) und daher hilfreiche gemeinsame seelsorgerliche Gebete erlebt.
Aber ich würde sie nicht "Befreiungsgebete" titulieren, da ich wie gesagt damit etwas ganz Anderes assoziiere aufgrund meines Wissens und meiner Erfahrungen.
Fragende Grüße
Karibu
Ich hatte in zehn Jahren 3 Psychosen. Mit Klinikaufenthalt jedes mal...
Wie Jesus mich befreit hat, das war nicht von heute auf morgen. Es ging über viele, viele Monate. Immer wieder hat er dazu u.a. auch Menschen gebraucht.
Ich bin davon überzeugt, dass Jesus ALLES möglich ist!
Was mir sehr geholfen hat: VIEL in der Bibel lesen. Die WAHRHEIT wird euch frei machen, steht da und die Bibel IST die Wahrheit.
Wie gesagt, Gott hat auch Menschen gebraucht, die im Befreiungsgebet Erfahrung haben. Bei mir waren es vier Menschen.
Der erste: Es war ein Pastor einer kleinen Gemeinde. Ich kannte ihn nur vom Telefon. Er hat mal am Telefon für mich gebetet. Dann bin ich an einem Sonntag die ca 3 Stunden mit dem Auto in den Gottesdienst bei ihm gefahren. Als ich den Raum betrat, lief dort schon Lobpreismusik. Ich kam also rein, und sofort musste ich heulen. Ab dem ersten Schritt, als ich den Raum betrat!
Das ging den ganzen Gottesdienst so. Ich schluchzte und schluchzte und wusste nicht genau warum. Nach dem ganzen Weinen fühlte und wusste ich mich total befreit.
Am Ende haben der Pastor und ein paar Leute aus der Gemeinde noch für mich gebetet (Befreiungsgebet). Ich heulte wieder-oder immer noch- und hinterher war ich nur glücklich und hatte diesen Frieden und die Gewissheit : Jetzt geht es aufwärts!
So war es auch!
Die 2. Person die für mich gebetet hat: Es hört sich unglaublich an, aber es war so: Gott hat extra für mich eine alte Bekannte von mir aus Kamerun einfliegen lassen, dass sie für mich betet.
Sie kommt aus Kamerun und hat vor ca 13 Jahren in Deutschland gelebt.
Wir hatten dazwischen absolut keinen Kontakt. Durch "Zufall" erfuhr ich von meiner Schwester, dass sie für kurze Zeit in Deutschland ist.
Ich rief sie an, sie meinte, sie hat bald einen Arzttermin bei mir in der Nähe, sie übernachtete 2 Nächte bei uns.
In diesen Nächten und auch am Tag hat sie lange für mich gebetet (Befreiungsgebet). Ich heulte wieder und merkte, dass viel furchtbares von mir abfiel.
Das Gefühle danach , DAS kann dir niemand beschreiben, der das erlebt hat.
Meine Befreiungsgeschichte ist lang, ich möchte hier nicht alles erzählen.
Ach ja, unter anderem hat Gott ein Seminar gebraucht wo es um das Thema "Befreiung" ging und das auch praktisch gemacht wurde.
Heute geht es mir - ich find keine Worte dafür- soooooooooooo gut!!!
Natürlich hab ich auch mal n Tag der nicht so toll ist oder Herausforderungen aber - ich wünschte du könntest mich jetzt sehen wie ich das sage - ICH LIEBE JESUS UND BIN IHM UNENDLICH DANKBAR FÜR ALLES! IHM SEI ALLE EHRE!
Liebe Grüße
Nachtrag vom 18.12.2019 1306
In der 7. Zeile von unten: Es muss natürlich heißen: das kann dir niemand beschreiben, der das NICHT erlebt hat
Nachtrag vom 18.12.2019 1459
Entschuldigt den Tippfehler: Es waren drei Psychosen innerhalb von FÜNF Jahren. Seit 2014 keine mehr!
😊
Möge es dir weiter gutgehen.
Wenn es dein Weg war und dir geholfen hat, dann ist es doch gut so.
Ja! Danke dir.
LG
Vielen vielen Dank für Dein Teilen!
Das finde ich wunderbar, wie Du das erleben durftest.
Und es ist für mich persönlich auch lieb von Dir zu berichten, was da wie passiert ist. Dass es länger gedauert hat (und dauern durfte ..) und wie es im Einzelnen passieren durfte.
Wie gesagt danke dafür, ich finde das sehr wertvoll.
Liebe Grüße
Karibu
😊
Hallo Karibu!
Vorhin gerade habe ich aus der Forenbeschreibung gelernt, dass wir das hier genau nicht machen sollen:
nach dem "Prinzipiellen" und der kompletten Theorie dahinter fragen... diese dann zerpflücken
und sehr persönliche Erfahrungen, die hier offenbart werden, in Frage stellen
Mit dem Beitrag von Kucheka139 kann ich eigentlich sehr gut leben...
Grüße!
Wenn es ein Mod auch so sieht und meint, dann wird er mich dafür rügen oder anräuspern. Bzw. massregeln.
Solange danke ich Kucheka einfach für den Bericht darüber, den sie inzwischen geschrieben hat.
Ich finde das so wertvoll, und "nebenbei" nimmt das auch den Wind aus den Segeln der großen Gefahr, es misszuverstehen und zu deuten.
Gerade hier in diesem Thread fand ich es schwer, es so stehen zu lassen, da es nun mal auch wie "tut mir Leid für Euch- dass Ihr es nicht so kapiert habt - aber ich ..." (FALSCH !) hätte rüberkommen können.
Und "Befreiungsdienste" kann nun mal wie gesagt auch (hier ja eindeutig komplett falsche!) Gedanken hervorrufen.
Ich bin wie gesagt da sehr dankbar, dass Kucheka das nun genauer geschildert hat und sich da nicht hat von abbringen lassen.
Finde ich daher einen sehr wichtigen Beitrag hier im Thread.
Liebe Grüße
Karibu
Veröffentlicht von: @karibu20Gerade hier in diesem Thread fand ich es schwer, es so stehen zu lassen, da es nun mal auch wie "tut mir Leid für Euch- dass Ihr es nicht so kapiert habt - aber ich ..." (FALSCH !) hätte rüberkommen können.
So ging es mir damit nun gerade gar nicht.
Ja, ist doch schön, wenn es zum Schluss konstruktiv endet.
Hallo Kucheka139!
Deinen Beitrag kann ich genauso annehmen und stehenlassen, wie du ihn geschrieben hast.
Im Gegenteil, ich finde ihn sehr gut, weil du ganz bei dir geblieben bist. Und weil du sogar noch Mitgefühl für andere Erfahrungen ausgedrückt hast.
Danke dafür! (Ich glaube, das war dann wohl ein Beitrag, so wie die Erfinder dieses Unterforums ihn sich wünschen. Darum drücke ich mal grün, was ich selten tue 😊 (ebenso wie rot...)
Dir weiter alles Gute!!
Kausalität
Na ja das Problem ist ja nicht das man geistliches und ungeistliches Verhalten beschreibt oder das man von ungesund und gesund spricht.
Zumindest wenn es um das Thema Burnout geht weis man da ja mittlerweile mehr.
Das Problem ist die Kausalität die hergestellt wird.
Das währe in etwa so, als ob man behaupten würde das jeder Raucher zwangsläufig Lungenkrebs bekommt, oder das wer nie Raucht ganz sicher garnie Lungenkrebs bekommt.
Wir wissen das beides nicht der Fall ist.
Aber generell ist bei psychischen Erkrannkungen sowiso fragwürdig ob unsere Gedanken da ein Einfluss haben und wenn ja welchen. Ich kann mir zwar vorstellen das unsere Gedankenwelt risikos für eine Erkrankung erhöhen oder senken kann je nach dem.
Aber dazu gibt es keine Studien.
Haben angstzustände und mangelndes Gottvertrauen wirklich einen kausalen zusammenhang? Vielleicht, auch möglich ist das beides Symptome des selben "defektes" sind.
Aber das ist für viele dann zu naturalistisch gedacht.
https://www.erf.de/themen/leben/foerdert-der-christliche-glaube-depressionen/6866-542-4379
Sehr interessanter und lesenswerter Artikel aus ERF
Besonders die Frage, ob mangelnder / weniger Glaube schuld ist.
Und da finde ich auch das was ich wiederum über lese und erlebe.
Ich kenne eine frau, die hat eines ihrer Kinder durch einen tragischen Unglück verloren und sie musste das mit erleben. Sie geht offen damit um.
Ich erlebe sie nicht depressiv. Ich fragte sie was ihr Geheimnis ist.
Sie sagte: JESUS und das Wort.
Und die Hoffnung, das sie ihr Kind wieder sieht.
Mein Bruder ist mit 15 verstorben und da war ich 9. Ich vermisse ihn unendlich sehr. auch mit meinen 54 Jahren. Aber ich glaube, er würde es wollen das ich Freude habe.
Max
liebe Irrwisch,
in Deutschland leiden immer mehr Menschen an dieser Depression. Hauptgrund ist, das die "Liebe" in vielen erkaltet, die Liebe weniger wird.
Viel mehr Scheidungen, Trennungen, Menschen fühlen sich immer einsamer, verbittern........
Leider habe ich in meiner früheren christlichen Gemeinde da auch keine guten Erfahrungen gemacht. Vom Ausnutzen, bis Mobbing, Machtmissbrauch. Doch durch Gottes Hilfe wurde ich innerlich stärker, habe die Gemeinde gewechselt, da ist plötzlich viel mehr Liebe und Annahme für mich als vorher.................
Wir Christen sind nicht besser, aber besser dran.........................
Unsere Welt schreit nach Liebe, und wir Christen wissen wo wir Liebe und Annahme finden dürfen, bei Gott, unserem guten Vater im Himmel.
Diese so einfache Botschaft dürfen wir weitersagen, "Versöhnung mit Gott." Anstatt in den Gemeinden zu streiten, richten sollten wir mit der guten Botschaft der Liebe ganz einfach zu den Menschen gehen, sie brauchen die Liebe Gottes.
liebe Grüße an dich,
Frederick