Frage an römische Katholikinnen und Katholiken
Guten Morgen,
die Frage richtet sich an Christen, die mit einer römisch-katholischen Gemeinde verbunden sind.
Nutzt Ihr den Katechismus? Ist er für Euch hilfreich oder eher nicht? Wie seht Ihr den Aufbau, könnte er anders strukturiert sein? Was fehlt Euch?
Veröffentlicht von: @kerygmaNutzt Ihr den Katechismus? Ist er für Euch hilfreich oder eher nicht? Wie seht Ihr den Aufbau, könnte er anders strukturiert sein? Was fehlt Euch?
Ich nutze ihn, um gezielt Sachen nachzuschauen oder nachzulesen, aber nicht als gewöhnliche Lektüre von vorne nach hinten.
Da ich wie gesagt gezielt suche, habe ich mit dem Aufbau kein Problem, habe mich damit aber auch nicht vertieft beschäftigt.
Für den Einstieg empfehle ich das Kompendium des Katechismus.
Wie ist es für dich?
Veröffentlicht von: @kappaA) seines Heils kann man schlecht gewiss sein unter der Prämisse das man völlige Freiheit hat als Person und nicht in die Zukunft sehen kann.
Das ist für mich erstaunlich, wenn getaufte Christen, die ihr Gewissen schulen, die Schrift lesen und in die Gemeinde gehen, nicht ausschließen können, wirklich schwere Sünden zu begehen - Mord, Ehebruch, Diebstahl. Und das in einer Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur die theoretische Möglichkeit, dass sich jemand selbst durch solche schweren Sünden aus der Hand Gottes reißt, bedacht werden muss, sondern dass eine regelrechte Heilsungewissheit existiert wie sie oben von der katholischen Kirche formuliert ist. Offensichtlich ist die Kirche nicht nur ein Krankenhaus, sondern ein Hochsicherheitsgefängnis.
Veröffentlicht von: @kappaEinmal errettet immer errettet ist Nonsens. Kommt nur Heraus wenn man einzelne Bibelstellen über alles andere stellt.
Das ist ein Zerrbild. Aus der Möglichkeit, dass sich jemand bewusst von Gott entfernen kann, als Gegenmodell "einmal gerettert, immer gerettet" abzuleiten, scheint nur noch extremes Denken zuzulassen.
Der biblische Normalfall und damit der Normalfall des Christen ist die Heilsgewissheit, das wird in der Schrift vielfach bezeugt. Bleibt in mir und ich bleibe in Euch. Niemand kann Euch aus meiner Hand reißen. "Wer glaubt und getauft ist, der wird gerettet werden."
Die Gemeinde ist die Arche. Was habt Ihr für eine Vorstellung der Arche, Moderholz, wo es jede Stunde heißt "Mann über Bord" ?
Veröffentlicht von: @kerygmaDas ist für mich erstaunlich, wenn getaufte Christen, die ihr Gewissen schulen, die Schrift lesen und in die Gemeinde gehen, nicht ausschließen können, wirklich schwere Sünden zu begehen
Uppps…
Sprich bitte mit einem Gefängnisseelsorger, der wird dir erläutern, dass ein solcher Tatbestand erstens vorkommt und zweitens Gründe auch in der „Natur“ des Menschen hat…
Ich könnte aus meiner Sicht den Fall eines etwas jüngeren „Mitbruders“ beisteuern, der 20 Jahren all deinen oben geschilderten positiven Einflüssen ausgesetzt war und dann einen schweren bewaffneten Raubüberfall „hingelegt“ hat…
Also: Nur weil dich etwas erstaunt, heißt es nicht, dass es das nicht gibt.
Und katholischerseits würde ich hinzufügen: Gut, dass es Seelsorger gibt, die solche seelischen „Abgründe“ mit dem Täter auszuloten, das Sündenbewusstsein bestärken, die notwendige Reue anregen und auf Wunsch die Beichte anbieten. Nach erfolgter Absolution ist die Sache vor Gott dann in Ordnung gebracht, die Schuld (!) ist durch Christus getilgt. Das ist aber keine „billige“ Gnade, denn die Strafe ist damit nicht aufgehoben…
Leider kenne ich nur die Erleichterung von Menschen, die nach schwerer Sünde die katholische Beichte in Anspruch genommen haben. Ob und wie das z.B. im Falle von Mord oder sonstigen schweren Straftaten in den reformatorischen Kirchen ganz konkret abläuft, weiß ich nicht.
Veröffentlicht von: @kerygmaDa bin ich ja froh, dass in meinem Freundeskreis keine Mörder und Ehebrecher unterwegs sind
Und wenn dem einmal so wäre, was wäre dann? Wie würde - bitte diesmal exakt, weil mich das wirklich brennend interessiert - die Gemeinde/ Gemeindeleitung reagieren?
Veröffentlicht von: @holger-fVeröffentlicht von: @kerygmaDa bin ich ja froh, dass in meinem Freundeskreis keine Mörder und Ehebrecher unterwegs sind
Und wenn dem einmal so wäre, was wäre dann? Wie würde - bitte diesmal exakt, weil mich das wirklich brennend interessiert - die Gemeinde/ Gemeindeleitung reagieren?
Keine Sorge, passiert nicht.
Veröffentlicht von: @chaiWarum nicht einfach mit Gott reden?
Gute Idee!
Katholiken machen das jedenfalls, z.B. dutzende Male in der Heiligen Messe und (falls man will) mehrfach täglich im Stundengebet (Laudes, Vesper, Komplet etc.). Es ist sehr zu empfehlen… 😀
Und zusätzlich dürfen Orthodoxe und Katholiken - müssen das aber nicht - die Heiligen um Fürsprache bitten, was man nur tun wird, wenn man zu einem solchen einen Bezug hat.
Da viele Katholiken einen solchen Bezug nicht haben, machen sie es genau wie du: Gebete nur zu Gott. Oder Jesus. Seltener auch an den Heiligen Geist 😀
Dass eine solche Möglichkeit ihren biblischen Niederschlag gefunden hat, dürfte ja bekannt sein. 😊
„Und ein anderer Engel kam und trat mit einer goldenen Räucherpfanne an den Altar; ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron darbringe. Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels vor Gott empor.“ (Offenbarung 8,3–4)
Veröffentlicht von: @kerygmaHeilige war glaube ich die übliche Anrede von Paulus an Gemeindemitglieder.
Exakt. Sagte ich doch. Eine Gemeinde voller Heiliger. Und du mitten drin. 😇
@holger-f Ja. Die einen leben in Gewissheit ihres Heils, andere mit Bangen und Furcht, weil ihnen gesagt wird, dass sie nie wissen können, ob die Gnade reicht. Das letztere Modell halte ich persönlich psychologisch für ungesund.