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Frage an römische Katholikinnen und Katholiken

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kerygma
Themenstarter
Beiträge : 507

Guten Morgen,

die Frage richtet sich an Christen, die mit einer römisch-katholischen Gemeinde verbunden sind.

Nutzt Ihr den Katechismus? Ist er für Euch hilfreich oder eher nicht? Wie seht Ihr den Aufbau, könnte er anders strukturiert sein? Was fehlt Euch?

Antwort
262 Antworten
1 Antwort
Pankratius
(@pankratius)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 1380
Veröffentlicht von: @kerygma

Nutzt Ihr den Katechismus? Ist er für Euch hilfreich oder eher nicht? Wie seht Ihr den Aufbau, könnte er anders strukturiert sein? Was fehlt Euch?

Ich nutze ihn, um gezielt Sachen nachzuschauen oder nachzulesen, aber nicht als gewöhnliche Lektüre von vorne nach hinten. 

Da ich wie gesagt gezielt suche, habe ich mit dem Aufbau kein Problem, habe mich damit aber auch nicht vertieft beschäftigt. 

Für den Einstieg empfehle ich das Kompendium des Katechismus. 

Wie ist es für dich? 

pankratius antworten
Holger F.
Beiträge : 285
Veröffentlicht von: @deborah71

Aha....  😉  

Ich habe jetzt eine zeitlang mitgelesen bei euch beiden...  

Jesus sagt: Niemand kommt zum Vater (nicht zum Papst) denn durch Mich. 

Dabei lese ich des öfteren... durch Maria käme ich zu Jesus, durch Jesus zu Maria....  wirkt wie ein Kreisverkehr.  Wo ist denn der Ausgang zu Gott-Vater hin? 

Ich sehe einen gewissen Konsens 😀, aber auch deine Frage, was „durch Maria zu Jesus“ bedeutet. 🤔

„Durch Maria zu Jesus“ kann bedeuten, dass das ganze Heilsgeschehen durch die Augen der Mutter Jesu betrachtet und regelmäßig meditiert wird. Genaueres habe ich im neu von mir eröffneten Thread „Rosenkranzbeten“ beschreiben. Nimm das dortige bitte wohlwollend zur Kenntnis unter der Fragestellung, ob derlei Beten zu Jesus hin- oder von ihm wegführt…

“Durch Maria zu Jesus“: Für einen Katholiken schwingt bei dieser Formulierung immer der klare Hinweis der Gottesmutter mit: „Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5). Das ist kein locker dahingeplauderter Satz in einer netten Hochzeisgeschichte aus Kana, sondern das, was sie uns auch heute noch sagen will. Wenn ich z.B. ein Marienbild betrachte, ist das oft der erste Gedanke, der mir dazu einfällt. Und der scheint mir nicht ganz falsch zu sein…

“Durch Maria zu Jesus“: Das bedeutet für Katholiken auch, sich ihren Lebensweg zu vergegenwärtigen und daran Maß zu nehmen. Man kann sich z.B. anstecken lassen durch ihren großen Lobpreis (Lk 1,46–55), den auch M. Luther regelmäßig betete, über den er viele Predigten gehalten hat und der in dem wunderbaren Satz gipfelt: „Mein Geist jubelt über Gott meinen Retter“ (Lk 1,46f). Da kann man regelrecht mitjubeln… 🥳

Außerdem hat Maria standhaft bis unter dem Kreuz ausgehalten. 🥲 Für viele ist das Vorbild für eigene Lebensprüfungen. Ihre Haltung „Mir geschehe nach deinem Wort!“ (Lk 1,38) kann alle Christen lehren, Gottes Willen und Heilsplan auch in schweren Zeiten anzunehmen.

Das ist also ungefähr das, was unter „durch Maria zu Jesus“ verstanden werden kann...

 

holger-f antworten


kerygma
Themenstarter
Beiträge : 507
Veröffentlicht von: @holger-f

Ich glaube, lieber kerygma, du müsstest irgendwann einmal erklären, warum du denkst, du wüsstest mit Abstand besser, was katholischerseits geglaubt wird. 

Nein, ich weise Dich durch entsprechende Zitate nur darauf hin, was der katholische Glaube ist. Was katholischer Glaube ist, bestimmt nämlich üblicherweise nicht der einzelne Katholik, sondern das authentische Lehramt, das den katholischen Glauben den Katholiken vorlegt.

Für mich ist eher unklar, warum Leute nicht Protestanten bleiben, sondern in die katholische Kirche wechseln, wenn sie am Ende den katholischen Glauben sowieso ablehnen oder zumindest ignorieren. 

Dass die katholische Kirche nicht die Wahrheit ist, wissen viele Christen. Die Ignoranz und das Desinteresse gegenüber den Wahrheiten, die Dir das unfehlbare Lehramt vorlegt, zeigt aber nur etwas, was man schon oft erleben durfte: dass Katholiken das, was die Kirche lehrt, selbst nicht für die Wahrheit halten. Allerdings wünsche ich Dir nicht, dass Deine Kirche in dem, was sie unter Mitwirkung an der Rechtfertigung versteht, recht hat, denn dann ist nach den Canones von Trient wahrscheinlich schlecht um Dich bestellt.

Nein, Trient darf man als Katholik nicht ablehnen, ohne sich selbst zu exkommunizieren. Das willst Du aber wahrscheinlich nicht hören.

Wenn Du nicht weißt, was Deine Kirche lehrt, ist das nicht das Problem von Konvertiten, die wegen dem, was die Kirche lehrt, ausgetreten sind.  Ökumenische Stuhlkreise, wo eh allen alles egal ist, sind nun kein Argument.

Lass uns das an dieser Stelle beenden. 

 

 

kerygma antworten
Holger F.
Beiträge : 285
Veröffentlicht von: @chai

formelhafter' Gebete

Gutes Stichwort. In meiner wechselhaften christlichen Sozialisation habe ich beides schätzen gelernt: Freies und auch gebundenes Beten. Beides ist ja biblisch bestens belegt. 

Meiner Erfahrung nach erstarrt das „Freie Beten“ sehr schnell in immer die gleichen Phrasen, bis das nicht nur abgedroschen klingt, sondern ggf. auch der geistlichen Konzentration abträglich ist.

Genauso hat gebundenes Beten seine „geistlichen Gefahren“. Ein zweizeiliges Morgengebet, ein ebensolches Abendgebet und dann noch vielleicht ein Mittagsspruch, das ist nicht zu kritisieren, könnte aber auf Dauer auch mehr Tiefgang vertragen.

Ich rate deshalb zu mehr Variation, indem man sich die Vorteile der beiden Gebetsarten vor Augen führt…

Jungen Menschen, die sich z.B. für das Neues geistliche Lied interessieren, rate ich z.B., statt irgendeine Gebets-Quälerei zu exekutieren, einfach morgens und abends ein Lied zu singen, eine Strophe reicht, das Pfeifen oder Vor-sich-hin-Summen erfüllt ebenfalls den Gebetszweck…

holger-f antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5122

@holger-f Warum nicht einfach mit Gott reden?

chai antworten


Eowen
 Eowen
Beiträge : 42
Veröffentlicht von: @kerygma

Canones von Trient

Zitate aus dem Konzil, bitte. 

🍕 🍹 🙂  *Pizza für euch zwei 

Ich fang mal an,
Konzil von Trient, Dekret über die Rechtfertigung, 6. Sitzung (1547), Kapitel 5 (aus dem Jahr 1547):

Es wird ferner erklärt, daß der Anfang dieser Rechtfertigung bei den Erwachsenen von der zuvorkommenden Gnade Gottes durch Christus Jesus herzuleiten sei, das ist, von der Berufung durch ihn, durch welche sie ohne irgend ein Verdienst zu haben, berufen werden, so daß sie, welche durch Sünden von Gott abgewendet waren, durch seine anregende und hilfreiche Gnade fähig gemacht werden, sich zu ihrer eigenen Rechtfertigung zu bekehren, indem sie dieser Gnade freiwillig beistimmen und mitwirken; so daß während Gott das Herz des Menschen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes rührt, weder der Mensch selber gar nichts tut, indem er diese Geisteseingebung aufnimmt, da er sie ja auch abweisen könnte, noch auch er sich selbst ohne die Gnade Gottes durch seinen freien Willen hinzuwenden vermöchte zu dem, was vor Ihm Gerechtigkeit ist. Daher werden wir in der heiligen Schrift an unsere Freiheit erinnert, wenn gesagt wird (Zach. 1,3): „Bekehret euch zu mir, und ich werde mich zu euch kehren“; und wenn wir entgegnen (Jer. Thren 5,21): „Bekehre du uns, o Herr, zu dir, und wir werden bekehrt werden“, so bekennen wir, daß uns Gottes Gnade zuvorkomme.

Zu Deutsch: erleuchtet werden kriegste nicht hin, Umkehr kriegste nicht hin, Ja zu Gott sagen kriegste nicht hin - kriegste alles geschenkt, seine Gnade am Anfang kriegste auch geschenkt . Aber es wird wert darauf gelegt, dass du ja" sagst. 

eowen antworten
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Holger F.
(@holger-f)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 285

@eowen 

Besser kann man‘s nicht ausdrücken…

Kriegste nen Lachanfall… 😅😂🤣

holger-f antworten
Eowen
 Eowen
(@eowen)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 42

@holger-f 

😀  

eowen antworten
Holger F.
Beiträge : 285
Veröffentlicht von: @kerygma

Ökumenische Stuhlkreise, WO EH ALLEN ALLES EGAL IST, sind nun kein Argument.

Ich wäre gespannt auf solcherlei Stuhlkreise, die dich zu dieser Einschätzung verleiten.

Wenn du solche ausfindig gemacht haben solltest, würde ich mit dir dort aufkreuzen und wir mischen den Laden auf.

😅😂🤣

holger-f antworten


kerygma
Themenstarter
Beiträge : 507
Veröffentlicht von: @eowen

Aber es wird wert darauf gelegt, dass du ja" sagst. 

Im Konzil von Trient (1545 bis 1563) verwarf die katholische Kirche die aus ihrer Sicht „irrige Lehre von der Rechtfertigung“. Gute Werke und Leistungen, etwa Teilnahme an Gottesdienst, Wallfahrt, Beichte oder Abendmahl, trügen durchaus zum Seelenheil bei, hieß es. Die Rechtfertigungslehre bildete seit dem Konzil ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen evangelischer und katholischer Kirche.“

https://www.luther2017.de/reformation/und-kirche/spaltung/rechtfertigungslehre/index.html

kerygma antworten
2 Antworten
Eowen
 Eowen
(@eowen)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 42

@kerygma

Du zitierst luther2017.de, um zu behaupten, was die katholische Kirche angeblich gesagt hat? 🙃 

Gilt nicht. 

Zitier bitte die katholische Kirche. 😎 

eowen antworten
Holger F.
(@holger-f)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 285

@kerygma 

Kann es sein, dass du hinsichtlich theologischer Begründungssuche ähnlich vorgehst, wie das in vielen christlichen Kreisen verbreitete Methode ist?

Nämlich sich zu einer schon bestehenden Lehre/ Ansicht - auf „Teufel-komm-raus“ - die passenden Bibelstellen (hier: die mehr oder weniger passenden Internetzitate) zusammenzukratzen?

Mit dieser Methode ist meist kein wesentlicher Erkenntnisgewinn verbunden und schon gar nicht jener, der deine eigene Vorentscheidung noch einmal hinterfragbar werden lässt.

Ein solches Vorgehen ist nicht zielführend. Ich würde anders herum vorgehen: ALLES was ich zu einem Thema finde zusammenzudenken und sich dann daran erfreuen, dass das differenzierte Bild viel spannender ist, als die hektische Suche nach immer neuen Zitaten, die eine Interpretation gar nicht mehr erfordern, weil sie ja nur belegen sollen, was ich schon als richtig präjudiziert hatte.

 

holger-f antworten
Seite 9 / 12
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