Halloween - kommerzialisierter Unfug oder Okkultismus?
Diese Frage beschäftigt mich, und ich gebe sie einfach mal weiter.
Schwesting
@schwesting
Ganz klar beides!
Meine ungläubige Frau und die Kinder wollen es leider auch mitmachen.
Ich hasse dieses Zeug.....
Hi, danke der Nachfrage!
Die eine ist einmal auf einer Geburtstagsparty eingeladen, meine Tochter dort ist das Thema Halloween :(.
Außerdem wollen wohl heute beide durch die Straßen laufen .
Die haben es bei anderen gesehen und meine Frau unterstützt das.
ich hab da so eine Idee zum beten.... oft hören Kinder auf andere mehr, als auf die eigenen Eltern.
Gott könnte ja eine Haustürbegegnung arrangieren, die sie ins Nachdenken bringt... ?
@schwesting
Eine gute "Antwort" (überhaupt auf Hallo-Wien) lese ich heute bei einer Schwester:
"Wir feiern:
die Liebe ❤️, nicht die Angst;
die Freude 🥳, nicht das Erschrecken;
das Licht ☀️, nicht die Finsternis;
das Leben 🐣, nicht den Tod.
Einen fröhlichen und gesegneten Reformationstag!"
Hallelujah!
@schwesting
Mir ist da keine tiefere "okkulte" Bedeutung bekannt, also dass Halloween in irgendeiner Form einen tieferen Sinn hätte.
Da ist Fastnacht vielerorts "okkulter", weil da ja (angeblich) irgendwelche Geister vertrieben werden sollen...
@schwesting Halloween steht ja im Zusammenhang mit "Allerheiligen".
Wer sich mit Halloween aus einer historischen Perspektive beschäftigt, der wird feststellen, dass eine Gemeinsamkeit aller Kulturen, die um den 1. November herum ein Fest begehen, dieses Fest der Begegnung des Jenseits mit dem Diesseits (und andersherum) gewidmet ist.
Der christliche Aspekt:
Schauen wir auf Allerheiligen, das nur in der katholischen Kirche gefeiert wird, dann finden wir dieses hier:
https://www.dbk.de/themen/allerheiligen-allerseelen
Dort finden wir:
"Zum Hochfest „Allerheiligen“ gedenkt die katholische Kirche jedes Jahr am 1. November „aller Heiligen“ und ehrt damit nicht nur die vom Papst heiliggesprochenen Frauen und Männer, sondern auch die vielen Menschen, die unauffällig ihren Glauben gelebt und ihr Christentum unbeirrt verwirklicht haben. Alle Gläubigen werden so daran erinnert, eine Gemeinschaft mit allen Verstorbenen zu bilden, durch die Kirche."
Es ist das also ein Gedenken an die Heiligen (nicht nur die Heilig-gesprochenen), also aller, die wir im Himmel wissen dürfen, die es am Ende ihres Lebens ins gute Jenseits, in den Himmel, geschafft haben. Und wer weiß, wie Heilig-gesprochene Heilige in der katholischen Kirche am Leben im Diesseits eingeschlossen sind, der kann vielleicht erahnen, welchen Inhalt und welche Möglichkeiten in so einem Fest liegen.
Gefolgt wird dem Festtag "Allerheiligen" am 1. November vom Fest "Allerseelen" am 2. November, wo aller Toten im Fegefeuer gedacht wird - und der ein geistliches Bemühen einschließt, dass diese Toten es in den Himmel schaffen mögen. Meine Interpretation: Da wird die Welt der Geretteten am 1. November angerufen, der Kontakt geknüpft und gefestigt, sodass dann diese Welt vorbereitet ist, am 2. November die Bitten für die Aufnahme der Toten mit unklarer Bestimmung zu empfangen und für den gelingenden Transfer der Seelen in die Errettung beizutragen bzw. diesen vorzubereiten.
Das Fest Allerheiligen wurde ursprünglich am Sonntag nach Pfingsten gefeiert, fokussierte exklusiv auf Märtyrer (seit dem 4. Jh. n. Chr.) und wird von der Orthodoxen Kirche immer noch dann gefeiert.
Das im erst Jh. n. Chr. errichtete Pantheon wurde nach heidnischer Nutzung 608 der katholischen Kirche (Papst Bonifatius IV) übergeben, der es 609 Maria und der Märtyrer weihte.
Wer sich einmal die gigantische Kuppel des Pantheons ansieht, das ein offenes Loch im Zentrum hat, der mag an die Blende eines Kameraobjektives erinnert sein. So eine Blende bündelt die Strahlen und projiziert die große Welt draußen auf die kleine Filmfläche bzw. den Sensor drinnen. Die kleine Welt verbindet sich da mit der Unendlichkeit, was ein schönes Bild für die Begegnung unserer Welt mit der geistlichen Welt sein mag:
Erst 835 wurde der Festtag Allerheiligen auf den 1. November verlegt.
Das alles ist Kirchengeschichte und zwar eine Geschichte, die katholische und protestantische Kirchen gleichermaßen haben, da es vor der Reformation stattfand.
Biblisch gegründet aber, ist das alles nicht.
Heidnische Aspekte:
In keltischer wie in germanischer Kultur finden wir einen Festtag um den 1. November bzw. 31. Oktober.
Hier der keltische Jahreskreis:
https://de.wikipedia.org/wiki/Keltischer_Jahreskreis
Dort findet sich das Fest Samhain aus dem Halloween hervorgegangen ist. Ich zitiere aus dem Link:
In Teilen Irlands ist Samhain die Nacht auf den 1. November, das wichtigste Fest, aus dem Halloween entstand. Es gilt als Fest des Spätherbstes, als Mitte des keltischen Jahres, und als Fest der Toten, bei dem die Tore zur Anderswelt offenstehen und die Sidhe die Welt der Sterblichen besuchen und Sterbliche sich in die Welt der Sidhe verirren konnten. Die weit verbreitete These, es sei das Fest des keltischen Jahresanfangs, geht auf John Rhys zurück; seine Behauptungen[2] sind allerdings wenig schlüssig,[3] der Jahresbeginn war wohl, wie überall bis zur Einführung des Julianischen Kalenders, der 1. oder der 25. März, wie auch teilweise am Osterfest das christliche Kirchenjahr begann. Das Fest entspricht weitestgehend dem gallischen „Trinox Samonis“ welches von den historischen Kelten Anfang November begangen wurde und auch im Kalender von Coligny erwähnt wird. Im ehemals germanischen oder keltisch-germanischen Raum ist traditionell der 11. November das wichtigere Datum. Bei den Schotten entspricht Samhain weitestgehend dem Fest „Féile na Marbh“ sowie in Wales „Nos Galen-gaeof“. Christianisiert entspricht das Samhain Fest Allerheiligen und Allerseelen.
An Volksbrauchtum ist die Dekoration des Hauses mit Symbolen des Todes wie Weidenzweigen und Kürbissen (früher Steckrüben) und anderen Pflanzen überliefert, Backwerk (in Teilen Englands in Form von Hirschgeweih) des Weiteren mantisches Brauchtum wie Bleigiessen und festliche nächtliche Umzüge mit Laternen oder Fackeln. In Irland wurde vor Samhain auch Gericht gehalten und im Mittelalter Todesurteile vollstreckt. Die Ulstersage erwähnt das Berühren eines Erhängten als Mutprobe, was häufig als Überbleibsel heidnischer Menschenopfer gedeutet wurde.
Gottheiten, die heute von Neuheiden zu Samhain verehrt werden, sind unter anderem der Gott Esus (als Gott der Gehenkten), Cernunnos (aufgrund der Geweihsymbolik), die Morrigan oder Badb sowie das Paar Samhain und Sawan als Totengötter und Verkörperungen des Samhainfestes.
Verbreiteter ist die kommerzialisierte Variante, das amerikanische Halloween.
In der irischen Volksmystik gibt es die Geschichte von Jack O`Lantern. Dieser Jack (ganze Geschichte im Link hinter dem Namen) entkam über einen Trick der Hölle, wurde aber nicht im Himmel aufgenommen. So geistert er in einer Zwischenwelt herum. Ihm wird da auch gedacht. Die Lichter in den Kürbissen sollen böse Geister fernhalten und mit den Süßigkeiten werden die Dämonen quasi bestochen, um keinen Schaden anzurichten. Es ist das also eine Art "Drachenfutter", was man den Kids gibt, wenn sie an der Tür klingeln (wir machen da gar nicht erst auf ...)
Samhain ist auch einer der Hexensabatte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hexensabbat
Das ganze steht also in einem satanischen Kontext, im Kontext mit Totenkult und okkultem Treiben.
Das Fest Samhain ist im Jahreskeis der Wicca Religion enthalten. Die Wicca Religion ist eine neuer im Kontext mit Hexerei stehende Religion, die dem Neopaganismus zuzuordnen ist. Bei Wikipedia finden wir dazu:
Samhain
Samhain (ausgesprochen: „Sa-un“ oder „Sow-in“) (irisch Halloween, christl. Allerheiligen) wird am 31. Oktober und 1. November gefeiert. Es war ursprünglich das keltische Neujahrsfest und ist heute noch der erste Tag des Hexenjahres. An diesem Tag werden häufig Ritualgegenstände geweiht und neue Hexen initiiert. Da in dieser Nacht die Tore zur Anderswelt offen stehen sollten, wurden Schutzfeuer entzündet, um die Geister zu bannen. In dieser Nacht soll es auch möglich sein, mit den Seelen der Verstorbenen zu kommunizieren. Daher gilt Samhain auch als Totengedenktag der Hexen und ist das Schattenfest im Stregheria. Irische Einwanderer brachten diese Traditionen nach Amerika, wo es noch heute am 31. Oktober als Halloween gefeiert wird. Im Hexenglauben stirbt der gehörnte Gott an diesem Tag, doch die Göttin trägt bereits seinen Samen in sich.
Meine Haltung zu Halloween:
Ich distanziere mich von diesem Fest. Ich sehe in die zeitliche Verlegung von Allerheiligen, dem ja eine wirklich biblische Begründung fehlt, den Versuch, das heidnische Fest zu "christianisieren". Das scheint nicht gelungen zu sein und so haben wir hier eine in Volksmystik gegründete Kultur im Kontext mit Hexerei und Totenkult.
Ich bin mir sicher, dass diejenigen, die es heute und hier feiern, nicht die leiseste Ahnung haben, was die Fundamente dieser Festlichkeiten sind.
Meine Haltungen zu denen, die das Fest feiern ist keine verurteilende, aber ich bin um Aufklärung bemüht.
Inwieweit das ein harmloser Spaß mit etwas Gruseln ist oder aber Türen in ungute Welten öffnet, ist mir nicht klar. Aber ich sehe da Möglichkeiten, dass junge Menschen in eine Akzeptanz von Dingen kommen, um die man besser einen großen Bogen macht bzw. die ich als Christ mit dem Blut Jesus Christi konfrontieren kann - mit dem Leben, das den Tod besiegt hat. Vielleicht kommen die Kids ein wenig ins Nachdenken, wenn man ihnen fragt, warum sie denn unbedingt einen Looser feiern müssen und ob sie Interesse daran haben, den Sieger kennenzulernen.
@goodfruit gut ausgearbeitet
hier mal eine Ausführung aus katholischer Sicht
https://www.youtube.com/watch?v=lGu-jorDtRo
Allerheiligen / Allerseelen / und das Kürbis-Fest (Halloween)
Das Fest ist eindeutig überfrachtet.
wiki geht über die Etymologie dem Namen Halloween auf den Grund.
All hallows' eve Der Abend vor Allerheiligen. Am Vorabend von Allerheiligen wurde eine Vigil gefeiert.
Eine Vigil: ist eine nächtliche Gebetswache vor einem Fest des Kirchenjahres, die meist in Gemeinschaft gefeiert wird. Ihre Elemente sind Psalmen und Lesungen biblischer und anderer geistlicher Texte, wie die der Kirchenväter. Im Stundengebet ist die Matutin mit ihren Nokturnen die ursprünglich für die Nacht oder die frühen Morgenstunden bestimmte Hore des liturgischen Tages, die deswegen in monastischen Klöstern auch als Vigilien bezeichnet wird. Bis 1955 wurden auch die Vortage bestimmter Hochfeste als Vigil(tag) bezeichnet.
wiki:
Herkunft und Etymologie
Das Wort Halloween, in älterer Schreibweise Hallowe’en, ist eine Kontraktion von All Hallows’ Eve („Aller Heiligen Abend“), benennt den Tag bzw. den Abend vor Allerheiligen (wie auch bei Heiligabend, englisch Christmas Eve). Vor jedem kirchlichen Hochfest wurde am Vorabend eine Messe gefeiert, die Vigil, so auch vor Allerheiligen. Die heute noch üblicherweise gefeierten Vigilien sind der Heiligabend (vor Weihnachten) und die Osternacht (vor Ostern).
Herleitung aus der Kirchengeschichte
Die Entstehungsgeschichte des Festtags Allerheiligen geht auf ein Fest aller heiligen Märtyrer zurück, das am 13. Mai, dem Weihetag der Kirche Sancta Maria ad martyres in Rom, gefeiert wurde, als Papst Bonifatius IV. das Pantheon, einen allen römischen Göttern gewidmeten Tempel, im Jahre 609[3] oder 610[4] der Jungfrau Maria und allen heiligen Märtyrern weihte. Papst Gregor III. weihte über hundert Jahre später eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte dabei für die Stadt Rom den Feiertag auf den 1. November, Gregor IV. übernahm diesen Festtermin in den römischen Generalkalender.
Die Anregung einer Gebetsnacht wäre doch eine Rückeroberung des ursprünglichen Gedenkens von gläubigen Vorfahren und Märtyrern.
Worum sollen die Gedanken denn kreisen? Um den inzwischen entwickelten Aberglauben oder im Schauen auf Christus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens?
Die Anregung einer Gebetsnacht wäre doch eine Rückeroberung des ursprünglichen Gedenkens von gläubigen Vorfahren und Märtyrern.
Das gibt es alles schon:
Diese Teen-neight hat am Lebenszentrum Adelshofen schon eine lange Tradition. Ich bin mir sicher, dass es da noch viel mehr vergleichbare Angebote gibt. Das Problem dabei ist, dass das meist nur von denen wahrgenommen wird, die eh schon im Glauben stehen.
naja....nicht nur Teensnacht... auch die Erwachsenen können sich zu einer Gebetsnacht zusammenfinden. Geht sogar alleine zu Hause.
@deborah71 Die Idee bei der Teennacht zu Halloween ist, den Kids eine Alternative zum Treiben in den Straßen in jener Nacht zu bieten. Und zwar eine, die mehr so konstruktiv als wie destruktiv ist.
@schwesting Meine (sehr gläubige) Mutter hat immer gesagt, hinter Halloween stecken böse Mächte.. Selbst kann ich weder sonderlich viel mit Halloween anfangen, noch verabscheue ich es oder habe gar Angst davor, so wie vielleicht manch andere - ich stehe Halloween also komplett neutral gegenüber.. 🙂
Was ich aber wirklich hasse wie nochmal was, ist Fasching! In unserer Gegend wird es blöderweise auch immer total groß gefeiert.. Furchtbar.. 😖 für mich ist jedes Jahr der Aschermittwoch ein regelrechter Feiertag, wenn es endlich vorbei ist (sorry an alle Faschingsfans an dieser Stelle)
@schwesting
Netter Artikel, wie wir mit dem Hype Halloween umgehen können ... ein Nachdenken lohnt sich.
https://www.queenmaryofheaven.com/micah-turnbo/jesus-und-halloween-sigkeiten