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Jesus oder vielmehr Christus als das, woraus wir alle bestehen.

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Stern
 Stern
Themenstarter
Beiträge : 3722

Guten Morgen,☀️😃

in Anlehnung an Joh 1,3

Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist

(man kann auch statt gemacht „geworden“ einsetzen steht in einer Fussnote)

 

frage ich mal ganz offen in die Runde:

ist es dann nicht so, dass wir jede Trennung  im Geiste aufheben können? Ist es dann nicht völlig egal ob wir einen Atheisten, einen radikalen Islamisten, einen Satanisten, einen Franziskaner, eine Marienschwester, einen Esoteriker, Donald Trump (oder wahlweise Putin), Hitler- wenn er noch vor uns stehen könnte, unseren Nachbarn oder wen auch immer vor uns haben?

Steht da nicht immer Christus vor uns?

(das ist sicher kein neuer Gedanke, das ist mir klar, aber er macht doch jede Unterscheidung völlig obsolet, wenn wir eh alle in Christus sind - auch wenn uns das nicht bewusst ist)

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Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311
Veröffentlicht von: @stern

ist es dann nicht so, dass wir jede Trennung  im Geiste aufheben können? Ist es dann nicht völlig egal ob wir einen Atheisten, einen radikalen Islamisten, einen Satanisten, einen Franziskaner, eine Marienschwester, einen Esoteriker, Donald Trump (oder wahlweise Putin), Hitler- wenn er noch vor uns stehen könnte, unseren Nachbarn oder wen auch immer vor uns haben?

Steht da nicht immer Christus vor uns?

Ich versteh die Frage bzw. den Gedanken dahinter nicht. 

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@chai 

Ich versteh die Frage bzw. den Gedanken dahinter nicht. 

Wenn alles auf der Welt durch ihn erschaffen wurde, dann unterscheide ich mich nicht von etwas anderem Geschaffenem. 

Also vielleicht habe ich eine andere Form und eine andere Funktion, aber ganz grundsätzlich habe ich mit allem die gleiche Quelle.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311

@stern Natürlich unterscheiden sich die Lebewesen trotzdem sie alle von Gott gemacht wurden. 
Mein Hund ist kein Pferd und das Schaf ist kein Fisch. 
Und mein Bruder hat die gleichen Eltern wie ich und trotzdem sind wir nicht gleich.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@chai 

Und mein Bruder hat die gleichen Eltern wie ich und trotzdem sind wir nicht gleich.

Ja. 

Aber kämst du jetzt auf die Idee zu sagen, dass deine Eltern dir alles vererben sollen, weil dein Bruder Mist baut? Hättest du nicht Verständnis dafür, wenn sie ihn auch lieben würden?

Oder deine Eltern, würden sie sagen: weil dein Bruder nicht auf uns hört und Sachen macht, die uns nicht gefallen, haben wir dich viel lieber und helfen nur noch dir, aber ihm nicht mehr?

 

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311

@stern Ich kann Deinen gedanklichen Verknüpfungen nicht folgen.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@chai 

Ich kann Deinen gedanklichen Verknüpfungen nicht folgen.

Ja, verständlich. Sorry.

Was ich meinte : wieso fühlen wir uns als Christen „safe“, wieso trennen wir in „Christ“ und „Nichtchrist“, wo doch alle Menschen den gleichen Ursprung haben? (=„durch dasselbse geworden sind“)

stern antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6292

@stern Wenn alles auf der Welt durch ihn erschaffen wurde, dann unterscheide ich mich nicht von etwas anderem Geschaffenem. 

Je nachdem, ob man da alle Dinge oder nur alle Lebewesen betrachtet, ist das entweder die Position des Pantheismus (Gott=Welt) oder folgt dem altindischen, vedischen Gedanken das "Tat tvam asi" (das bist du). Der z.B. seinen Niederschlag fand in der hinduistischen Religion, in welcher auch die Tiere sozusagen ein Anrecht darauf haben, als moralische Subjekte behandelt zu werden. Und worauf ein paar tausend Jahre später sich Schopenhauer bezog, als er als die Grundlage aller Moral das Mitleid auszumachen meinte.

Dieser Gedanke, dass sich Einzelne genaugenommen nicht von allem anderen (Geschaffenen oder auch einfach so Da-Seienden) unterscheiden, dass alle Grenzen zwischen den Dingen mehr oder weniger willkürlich definiert sind. Wo hört mein Körper auf, wenn doch andauernd ein Austausch zwischen ihm und der Umwelt durch Körperöffnungen/Hautporen statt findet? Und wenn ich etwas sehe, wo endet es und wo fange ich an? Da reflektiert ein Gegenstand einen Lichtstrahl - der von einer Lichtquelle ausgehend dann durch den Raum zwischen dem Gegenstand und meinem Auge sozusagen wellt... Wo ist die Grenze zwischen ihm und mir? Wo liegt die, wenn ich nur an einen solchen Gegenstand denke  (oder z.B. einen Menschen oder einen Hund oder an ein Bild von einer Blume...)?

Der Gedanke, dass alles eins sei und das Eine Alles umfasse - der ist nicht so ganz neu, sondern sozusagen ein Dauerseller der Mystik; aber halt doch immer wieder interessant neu zu durchdenken. Mir kam er kürzlich, als wir hier an anderer Stelle darüber diskutierten, was ein Axiom sei und was nicht. Da kam mir ein Interview mit einem der "Erfinder" der KI in den Sinn, der darüber sprach, wie die LLMs (Large Language Models /Große Sprach-Modelle) gerade die Konzepte von Linguisten (erwähnt wurde Noam Chomsky) über den Haufen würfen, weil Worte offenbar anders "funktionieren" würden, als man lange meinte, und Grammatik viel weniger wichtig sei für das Denken. Falls dies stimmen sollte, wären also Logik und Vernunft nicht sonderlich wichtig und damit auch nicht die Frage, ob Gedanken/Sätze/Aussagen wahr sind oder nicht.

Keine Ahnung, ob Du darin noch eine Verbindung sehen kannst zu dem, worum es Dir hier im Thread geht. Aber so ging grad mein Assoziieren. 🙂

jack-black antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@jack-black 

weil Worte offenbar anders "funktionieren" würden, als man lange meinte, und Grammatik viel weniger wichtig sei für das Denken. Falls dies stimmen sollte, wären also Logik und Vernunft nicht sonderlich wichtig und damit auch nicht die Frage, ob Gedanken/Sätze/Aussagen wahr sind oder nicht.

 

Wie funktionieren sie denn stattdessen? Und was wäre das Ziel bzgl. des „funktionierens“? 

Also, ich fand es früher sehr verwirrend, wenn ich zu einer „Lehrmeinung“ eine gegenteilige „Lehrmeinung“ gehört habe. (Das passiert häufiger in der Medizin oder in der Ernährungswissenschaft.) Das hat zu einer Blockade im Hirn bei mir geführt, weil ich nicht wusste, was ich denn jetzt lernen soll, was kann ich als „wahr“ ansehen.

Wenn der Wahrheitsgehalt keine Rolle mehr spielt, kann man dann noch etwas (aufeinander aufbauendes) lernen?

(Dass man durch Worte, auch wenn sie nicht wahr sind, jemanden „erreicht“ (verletzt oder aufmuntert, egal), das kennen wir wohl alle.)

Was das jetzt mit dem Nichtgetrenntsein zu tun hat, weiss ich grad auch nicht, aber es ist trotzdem interessant.

 

stern antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6292

@stern Wie funktionieren sie denn stattdessen? Und was wäre das Ziel bzgl. des „funktionierens“?

Wenn ich Dir das jetzt so genau referieren könnte... Manche Interview-Videos, die ich so gucke, sollte ich mir vielleicht doch mal bookmarken, um sie wiederfinden zu können.

Es ging um Sprache und um Denken. Darum, wie LLMs zu ihren Denk-Ergebnissen kommen und wie sie dafür mit Worten/Begriffen umgehen. Nehmen wir mal die zwei Begriffe "Vogel" und "Haus". Wenn Du diese zwei Begriffe hörst - was fällt Dir dann so an Bildern, Geschichten, Möglichkeiten ein? Ich denke z.B. zuerst an jene Brutkästen, wie ich sie in den Büschen/Bäumen des Gartens verteilt habe und bei denen ich mich immer freue, wenn nicht nur Kohlmeisen, sondern auch mal etwas seltenere Vogelarpärchen sie als Nistgelegenheit annehmen. Aber man kann auch den Gedanken haben, dass ein Vogel über ein Haus fliegt. Oder an ein Vogelhaus im Zoo. Aber vielleicht heißt ein Hausbesitzer mit Nachnamen Vogel? Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten, warum die Wörter nebeneinander in einem Satz zu finden sein könnten. Was sie bedeuten, hängt, so unsere bisherige Vorstellung von Sprache als Ausdruck des Denkens, stark von ihrer grammatikalischen Stellung ab. Das "das Haus des Vogels" sagt etwas anderes als "der Vogel dem Haus". Und da fehlt bei beidem sogar noch das für einen Aussagesatz so wichtige Prädikat...

"Das Haus des Vogels brennt" bedeutet schon etwas völlig anderes als "Der Vogel vertraut dem Haus"... Die Möglichkeiten, worum es in dem Satz oder Gedanken gehen könnte, werden immer kleiner und kleiner, bis am Ende nur noch eine einzige sinnvolle Bedeutung des Satzes übrig bleibt, d.h. er gar nicht mehr anders verstanden werden kann. Und dann, wenn er gar nicht mehr anders verstanden werden kann, kann entschieden werden, ob der Satz wahr oder unwahr ist.

Der Satz "Das Haus des Vogels brennt um blau." ergibt beispielsweise keinen Sinn. Obwohl wir uns ja zu jedem einzelnen Wort des Satzes etwas denken können. Da sind keine unsinnigen oder inhaltsleeren Begriffe im Satz enthalten - aber ihre grammatikalischen Beziehungen zueinander ergeben keinen Sinn.

Die konventionelle Ansicht der Linguistik - so hatte ich das verstanden - ging daher davon aus, dass die Strukturen der Grammatik für das Denken der Menschen das Wichtigste ist, dass sie sozusagen die Grundlagen der Sprache bilden, das Regelwerk - und dass dann gemäß diesem Regelwerk einzelne Begriffe/Worte verarbeitet werden beim Denken. Die grammatikalische Stellung eines Wortes in einem Satz entscheidet so viel: es sagt etwas darüber aus, ob von der Vergangenheit oder der Zukunft gesprochen wird, ob das Wort ein Subjekt oder ein Objekt ist, ob von einer möglichen oder einer realisierten, bzw. notwendigen Angelegenheit die Rede ist... Und so weiter und so fort. Beim Erlernen einer Fremdsprache ist des demnach wichtiger, deren grammatikalische Regeln zu verstehen, als Vokabeln zu pauken, wobei andererseit die Grammatik verschiedener Sprachen denoch viel ähnlicher zueinander sein muss als deren Wörter, weil es ja in allen Sprachen notwendig zu sein scheint, Aussagen in ihrem Wahrheitsgehalt voneinander unterscheiden zu können, Vergangenheit und Zukunft verlässlich voneinander zu trennen, mitzuteilen, ob etwas ein Objekt oder ein Subjekt ist - und so weiter und so fort.

Die Grundannahme darüber, wie Menschen sprechen lernen, war also, dass sie zwar auch einzelne Worte und Begriffe lernen, dass sie aber vor allem lernen, wie man diese Begriffe zueinander in Relation setzen muss: und dann, auf einmal, können Kleinkinder, die bis gestern noch vor sich hinbrabbelten, plötzlich "ganze Sätze sprechen" und sich verständlich ausdrücken und auch umgekehrt verstehen, was man ihnen sagt. Und wenn sie einen Satz nicht verstehen, dann fragen sie nicht nach, weil sie dessen Grammatik nicht verstehen, sondern weil sie nur nicht wissen, welchen Inhalt ein bestimmtes Wort hat: "Mami, was ist ein Bordell?"

Die Sprache wurde also analog zur Mathematik oder anderen logischen Systemen verstanden: in der Mathematik sind die Zahlen gar nicht so besonders wichtig - sondern deren Stellung zueinander in irgenwelchen mathematischen Ausdrücken (Formeln). 5-4=X bedeutet etwas völlig anderes als: 5:x=4

Aber anscheinend funktioniert Sprechen und Denken eben - das hat man beim Training der LLMs beobachtet - anders. Bei der Analyse eines Textes kommt es z.B. stark darauf an, wie nahe die Worte Vogel und Haus aneinander dran sind. Aber auch darauf, wie viele "Andock-Möglichkeiten" diese Worte haben. Das Wort Haus beispielsweise kann in vielen tausend, vielleicht millionen Zusammenhängen mit anderen Worten Sinn ergeben, im Unterschied zum Wort "Flötenreiniger". Und wenn wir nun Vogel+Haus+Flötenreiniger zusammenstellen, dann fällt uns so auf die Schnelle vermutlich gar kein sinnvoller Zusammenhang dazu ein. Diese drei Worte stehen derart selten zusammen, haben so wenige "Andockmöglichkeiten", dass wir zu kichern anfangen, wenn wir uns - im Rahmen eines lustigen Geselleschaftsspiels beispielsweise - Sätze ausdenken müssen, in denen sie allesamt enthalten sind.

Hier stellt man sich also Worte wie so eine Art amorpher Zellen vor, die überall an ihrer "Begriffsgrenze" Andockmöglichkeiten für anderen Worte haben: an das Wort "Mama" können z.B. bei einem Kleinkind fast die Hälfte aller überhaupt existierenden Worte andocken, während an das Wort "Bremsscheibenjustierung" kein einzelnes Wort andockt. Und selbst, wenn das Kleinkind irgendwann mal zur Mechatronikerin ausgebildet worden sein sollte, so bleiben die Zusammenhänge, in denen dieses Wort Verwendung finden kann, dennoch überschaubar: "Bremsscheibenjustierung" hat kaum Andockmöglichkeiten zu Essen und Trinken und Sex und Wohnungseinrichtung und Lokalpolitik...

Und wenn wir mal die Worte "Bremsscheibe" und "Justierung" als eigenständige Begriffe betrachten, mit jeweils eigenen Andockstationen für andere Begriffe, so haben die zwei für sich genommen möglicherweise durchaus mehr mögliche Zusammenhänge. Justiert kann alles mögliche werden und Bremsscheiben kann man produzieren oder verwenden, vergessen oder verkaufen, aus der Hand fallen lassen oder suchen... Aber wenn die zwei Worte nebeneinander stehen, dann geht es mit höchster Wahrscheinlichkeit darum: Bremsscheibenjustierung. Während, wenn die Worte "Bremsscheibe" und "Verhaftung" nebeneinander zu finden sind, die Wahrscheinlichkeit, dass die Bremsscheibenverhaftung nicht der in Rede stehende Zusammenhang sein dürfte, sehr hoch ist. Die Wörter Bremsscheibe und Verhaftung haben überhaupt keinen direkten Andockpunkt. So ließe sich also sagen, dass ein Satz, in welchem das (sprachlich ja durchaus unseren grammatikalischen Regeln gemäß mögliche) Wort "Bremsscheibenverhaftung" vorkommt, mit höchster Wahrscheinlichkeit inhaltlicher Unsinn ist. Wir Menschen denken praktisch - abgesehen von den wenigen Fällen, wo mal ein prokrastinierender Forumsuser die Sache thematisiert 😉 - nie über Bremsscheibenverhaftungen nach, und deswegen - also aus einem statistischen Grund - ist ein Satz, indem in ihm das Wort "Bremsscheibenverhaftung" vorkommt, fast immer Unfug. Hier jetzt gerade mal nicht, aber wie wir wissen, bestätigt die Ausnahme die Regel, auch wenn es sich bei diesem Wissen ebenfalls um Unfug handelt...

Worin das "Ziel" dieser Art des Funktionierens von Sprache/Denken bestehe, ist, so meine ich, wieder mal teleologisch und somit falsch gefragt. Es hat sich ja niemand hingesetzt und gedacht: "Jetzt überlege ich mir mal, wie man das Denken strukturieren könnte, um so die Ziele X, Y und Z zu erreichen." Da wäre er nicht weit gekommen, weil er ja, um sich hinsetzen und was denken zu können, schon hätte denken können müssen... 😉

Denkenkönnen hilft beim Überleben. Also überlebten im Selektionskampf aller gegen alle nur diejenigen unter den affenartigen Wirbeltieren, die denken konnten. Naja, der Vorteil, den das Denkenkönnen beim Überleben bringt, hatte vermutlich schon etwas früher statistische Relevanz, als sie die ersten Wirbelartigen erst zu bilden begannen. Oder sogar noch früher - ich war ja nicht dabei und mag mich deswegen auch nicht festlegen. Aber Deine Frage ist ebenso gut und erhellend, wie sie falsch ist, denn sie ließe sich vielleicht auch so beantworten: "Jedenfalls ist die Erkenntnis von Wahrheit nicht das primäre Ziel."

Unsere Denktätigkeit richtet sich üblicherweise nicht darauf, Wahrheiten zu finden. Sondern darauf, Vorteile, Möglichkeiten, Optimierungschancen zu finden.

Um den Bogen zurück auf das Threadthema zu schlagen: Falls es wahr sein sollte, dass Alles Eins ist, dass wir Menschen eigentlich überhaupt niemand anders sind als unsere Mitmenschen - wahr in dem Sinne, dass sich keine klaren Grenzen zwischen uns definieren ließen, die nicht ständig übertreten werden - so ist es dennoch der Normalfall, dass wir diese Wahrheit ignorieren und ganz selbstverständlich so handeln, als sei es wahr, dass unsere Mitmenschen von uns getrennte, andere Wesen seien, dass wir und die Welt unterscheidbar seien, dass wir ein Subjekt sind, dem der Rest der Welt gegenüber steht. Gegenüber, also von uns getrennt.

Warum ist es der Normalfall? Weil die Welt so funktioniert. Weil sie gewissermaßen die Möglichkeit der innerweltlichen Individualisation (schönes Wort, bin mir nicht sicher, ob es das so überhaupt gibt... 😉 ) in sich trägt und realisiert hat. Indem die Welt ist, wie sie ist, hat sie biologische Lebensformen hervorgebracht, die Strategien des Weitergebens ihrer Baupläne an Nachfolgegenerationen entwickelten, Strategien, zu denen das Entwickeln selbstreflexiven Denkens gehörte.

 

Gut möglich, dass ein Denken, das sich mit der Suche nach Wahrheiten beschäftigt, eine Art dysfunktionalen Denkens ist, ein Abweg, bzw. eine Sackgasse der Evolution: Wahrheit gibt's vielleicht gar nicht und alle Kalorien, die wir dafür verbrennen, sie zu finden, könnten wir an anderer Stelle vorteilhafter einsetzen? Was bringt mir die Einsicht in die mögliche Wahrheit, das Alles eins sei und zwischen mir und meinen Mitmenschen keine Grenze besteht?

Sobald ich versuche, mit dieser Einsicht "ernst" zu machen, beispielsweise bei der hübschen Nachbarin, krieg ich eine geklatsch: "Nimm deine Scheißfinger von meinen Titten!" Mein Argument, dass die Vorstellung, ihre Titten wären nicht auch Teil von mir und umgekehrt meine Scheißfinger Teil von ihr, beruhe auf einem Mißverstehen der Wahrheit, hört sie sich nicht mal bis zur Mitte hin an...

Kurz: ich werde keinen Erfolg damit haben, meine Gene in einer Realisation unserer gemeinsamen Wahrheit und Einsheit mit ihren Genen, die ja auch meine Gene sind, irgendwie... zu vereinen, auf dass in der Nachfolgegeneration neue Einheit entstehe... Öhm... Also...

Am Ende flattert mir eine Vorladung in's Haus wegen sexueller Übergrifflichkeit, das ist doch alles nicht schön, es hätte vermutlich besser funktioniert, die Unwahrheit als Wahrheit zu akzeptieren und weiter so zu tun, als wären meine hübsche Nachbarin und ich unterschiedliche Individuen mit unterschiedlichen Interessen und Zielvorstellungen zur Familienplanung... 

😉

 

jack-black antworten
Holger F.
(@holger-f)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 485

@jack-black 

Hochinteressant. Weißt zu zufällig, ob das bei KI eine Rolle spielt?

holger-f antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6292

@holger-f Weißt zu zufällig, ob das bei KI eine Rolle spielt?

Ob was da eine Rolle spielt?

jack-black antworten
Holger F.
(@holger-f)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 485

@jack-black Eine Rolle bei der Programmierung der KI…

holger-f antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@jack-black 

Vielen Dank für die unterhaltsame Zusammenstellung des Themas 🙂.

"Jedenfalls ist die Erkenntnis von Wahrheit nicht das primäre Ziel.

Was mich offen gesagt etwas irritiert, um nicht zu sagen schockiert. Wozu soll ich denn bitteschön kommunizieren, wenn das Gesagte keinen bedeutsamen Inhalt hat.

Eine meiner frühesten Erinnerungen als Kleinkind ist eine Biene, die vor mir auf dem Weg im Garten liegt/krabbelt. Ich war barfuß und ich erinnere mich noch gut an meinen Gedanken: Wenn ich jetzt auf sie drauftrete, wird sie mich dann stechen?

Ich wollte wissen, ob die von meiner Mutter ehemals gehörten Worte („Bienen stechen“) wahr sind. Ich wusste, dass die Biene vielleicht kaputt geht wenn ich drauftrete, aber der Drang zu wissen ob es wahr ist, war grösser…wie dann der darauffolgende Schmerz 🙂.

(Manchmal frage ich mich, ob sie vielleicht auch nicht gestochen hätte, wenn ich sie nicht bemerkt hätte…und es keine Notwendigkeit gegeben hätte, mir meine Frage zu beantworten).

Später im Leben habe ich darunter gelitten, dass es scheinbar mehrere Wahrheiten gibt, sei es jetzt in Emotionen oder in Lehrmeinungen…für meinen Lebensbegriff müsste Wahrheit singulär sein. Nur eine, bitte, nicht mehrere.

Dass du die Suche nach Wahrheit als dysfunktionales Denkmuster und Energieverschwendung einordnest (also zumindest die Möglichkeit) erschreckt mich etwas, aber zugegebener Maßen kann ich es nicht abstreiten. Das würde dann doch vieles in meinem Leben erklären 🙂.

Aber was stattdessen? Bedeutungsloses Geschwätz? Sprechen um der Sprache willen? 

Ich verstehe mal wieder nur Bahnhof  🙂

 

stern antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6292

@stern Vielen Dank für die unterhaltsame Zusammenstellung des Themas 🙂.

Gern geschehen. Leider hab ich heute weniger Zeit...

(Zitat von mir) "Jedenfalls ist die Erkenntnis von Wahrheit nicht das primäre Ziel. (Zitatende)

Was mich offen gesagt etwas irritiert, um nicht zu sagen schockiert. Wozu soll ich denn bitteschön kommunizieren, wenn das Gesagte keinen bedeutsamen Inhalt hat.

Hhmm... Da fühle ich mich gerade auf mehrere Weisen mißverstanden und weiß grad nicht, wie ich das Missverständnis am nachvollziehbarsten ausräumen kann.

Zuerst mal: Du sollst gemäß dem, wie ich die Welt sehe, gar nix. Es gibt keine Ziele per se in dieser Welt* und auch die Art und Weise, wie sich die Denkfähigkeiten von uns Menschen entwickelten, hatte dementsprechend kein Ziel.

Wenn ich also darüber nachdenke, wie unser Denken funktioniert, dann denke ich darüber nach, auf welche Weise es sich so entwickelte, wie es sich entwickelte. Also darüber, welche Faktoren hier entscheidenden Einfluss hatten. Welchen Nutzen haben wir, bzw. hatten unsere Vorfahren von der Anwendung ihrer Denk-Fähigkeiten? Irgendwelche Wahrheiten herauszufinden - wie es per Anwendung von logischem Denken allein möglich ist - war zwar sicherlich sehr häufig hilfreich - aber solche Arten von Erkenntnisgewinn hatten ja insofern einen Wert, als man dadurch besser, sicherer, effektiver, schneller auf Strategien kommen konnte, die jeweils eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das meinte ich, als ich - sprachlich unsauber und damit mißverständlich -  schrieb, Erkenntnis von Wahrheit sei nicht das primäre Ziel unseres Denkens. Denken ist ja eine Tätigkeit - und Tätigkeiten per se haben kein Ziel. Ziele hegen diejenigen, die Tätigkeiten gezielt ausüben.

Beispiel:

Ich denke nach, um herauszufinden, wie ich das Finanzamt betuppen und so mehr Geld für mich zurücklegen kann, um damit dann der Frau, die ich schon länger anschmachte, Geschenke machen zu können, damit sie mich endlich in ihr Bett lässt... 

Ich denke nicht nach, weil ich nach irgendwelchen Wahrheiten forsche. Ich will nur Sex mit dieser Frau, und dieser Wunsch ist keineswegs vernünftig, sondern schlicht ein ziemlich unerfüllbarer Triebwunsch - Danke, liebe Gene! Dieser Sex ist also hier das Ziel meines Nachdenkens. Wenn ich schließlich mit der Frau im Bett lande, ist mein Ziel erreicht. Who the fuck interessiert sich dann noch für irgendwelche Wahrheiten? Hauptsache, mein Denken half mir dabei, das Finanzamt zu betuppen!

Darauf hin: in dieser Welt so zu funktionieren, dass die denkenden biologischen Wesen sich erfolgreich fortpflanzen konnten - hat sich unser Denkvermögen also - planlos!!!!! - entwickelt. Die Modelle der Welt, die sich in unseren Köpfen finden, bilden also die Welt nicht primär so ab, wie sie "wirklich" ist - sondern so, dass sich anhand dieser Modellvorstellungen erfolgreich Prognosen über Ereignisse stellen lassen, die relevant für unsere Fortpflanzungsmöglichkeiten sind.

Vielleicht hat ein meditierender Mönch irgendwann die Einsicht, dass er und die Welt eins sind. Die Vorstellung, es gäbe eine Trennung zwischen den einzelnen Dingen und somit auch zwischen den einzelnen Menschen, stellt, so seine Wahrheitserkenntis, nur eine Illusion dar. Damit kommt er vielleicht der Wahrheit, wie die Welt an sich sei, so nahe, dass er im nächsten Augenblick erleuchtet wird und, per Verschmelzung dessen, was zusammengehört, als Individuum aus der Welt, in ihr aufgehend, verschwindet.

Aber dieser beim Meditieren auf die Wahrheit gestoßene Mönch wird dann eben verschwinden** und nicht mit einer Frau Kinder zeugen. Wenn es keine Grenze zwischen ihm und den Frauen gibt, dann ergibt es ja auch keinen Sinn, diese Grenze per sexueller Aktivität zu übertreten, das, was von aussen bei dem Mönch wie "Enthaltsamkeit" aussieht, ist aus seiner erleuchteten Perspektive die einzig sinnvolle Verhaltensweise.

Der Gensatz, der so ein Gehirn wie das des Mönchs hervorbrachte: ein Gehirn, dass fähig ist, die Wahrheit über die Welt zu erkennen - der Gensatz wird sich im Konkurrenzkampf der Gensätze nicht durchsetzen. Andere Männer, mit zum Erkennen der Wahrheit untauglichen Gehirnen, werden die Frauen schwängern und die Baupläne ihrer Gehirne werden also in die nachfolgende Generation weitergegeben...

Wobei ich nun zurück komme zum Ausgangspunkt meiner Abschweifungsreise: Das Interview darüber, wie KI denkt, und wie der Grammatik in diesem Denken eine sehr untergeordnete Rolle zufällt, brachte mich ja auf die Idee, dass unsere Konzepte, wie Sprache und Denken funktionieren, grundsätzlich mißverstehend sind. Ohne Grammatik keine Wahrheit. Dessen bin ich mir sicher: Einzelne Worte sind weder wahr noch unwahr, auch die bloße Aneinanderreihung von Worten resultiert nicht in wahren Sätzen. Ohne die Grammatik, d.h. die Regeln, denen gemäß Worte zueinander in Relation stehen, lassen sich keine sinnvollen Sätze formulieren, also auch keine wahren Sätze (Wahrheiten***). Wenn nun also die Grammatik in unserer Sprache gar nicht die leitende, das Denken ordnende Rolle spielt, wie bisher angenommen: dann spielt auch die Frage, ob ein Satz wahr sei oder nicht, keine so große Rolle.

Sondern seine Bedeutung. 😀

 

Mir fällt gerade - ich weiß nicht, ob es hilfreich oder nur noch verwirrender ist, aber schnurzpiepegal, ich bringe es einfach - gerade dieses Beispiel ein.

Die zweijährige Mallika steht vor einem Mann und kräht: "Papahungapopkorn!"

Der Mann mach eine lustig gequälte Miene, der man ablesen kann, dass er sich unter gesunder Kinder-Ernährung was anderes vorstellt als ausgerechnet fünfmal Popkorn am Tag - aber Mallika ist nun mal sein allersüßester Fratz und also langt er hoch zum Regal, wo der Vorratsbecher mit dem Zeugs steht.

Die Kommunikation funktioniert hier völlig ohne Grammatik. Drei Worte werden zusammengestellt, sie hätten auch in anderer Reihenfolge zusammengestellt worden sein können: der Zweck Mallikas wurde erreicht.

Sie hätte ebenso einen grammatikalisch korrekten und wahren Satz sprechen können: "Verehrter Herr Papa, ich spüre Hunger und hätte gern, dass du mir Popkorn reichst, so dass ich diesen Hunger stillen kann."

Allerdings hätte so ein Satz auch unwahr sein können: z.B. in demFall, dass sie eigentlich überhaupt keinen Hunger spürt, sondern einfach nur das Bedürfnis, ihren Vater herumzukommandieren, weil der immer, wenn sie ihn herumkommandiert, so ein lustiges Gesicht zieht... 

Indem sie auf Grammatik verzichtet und also auch darauf, dass die von ihr aufgestellte Behauptung kritisch auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden könnte... erreicht sie so oder so ihr Ziel: das lustige Gesicht ihres Vaters oder das leckere Popkorn.

Das von ihr Gesagte hat also sehr wohl einen bedeutsamen Inhalt. Dazu muß sich ihm kein Wahrheitswert (1 oder 0) zuordnen lassen.

Eine meiner frühesten Erinnerungen als Kleinkind ist eine Biene, die vor mir auf dem Weg im Garten liegt/krabbelt. Ich war barfuß und ich erinnere mich noch gut an meinen Gedanken: Wenn ich jetzt auf sie drauftrete, wird sie mich dann stechen?

Ich wollte wissen, ob die von meiner Mutter ehemals gehörten Worte („Bienen stechen“) wahr sind. Ich wusste, dass die Biene vielleicht kaputt geht wenn ich drauftrete, aber der Drang zu wissen ob es wahr ist, war grösser…wie dann der darauffolgende Schmerz 🙂.

Und? Wußtest Du hernach, dass die Worte Deiner Mutter wahr waren? Konntest Du es wissen und konntest Du auf diesem Wege zu dem Wissen gelangen?

Was du tatsächlich danach wußtest, war doch lediglich, dass diese eine Biene Dich gestochen hatte. Über andere Bienen sagte das noch recht wenig aus... Wollte man dieses Beispiel nun erkenntnisphilosophisch betrachten, könnte man was von Induktion vs. Deduktion reden, darüber nachdenken, wie aus Einzelerfahrungen Regelmäßigkeitsbehauptungen geschlossen werden können und so fort. Und käme damit dem worum es der kleinen Stern damals ging, nicht sonderlich nahe. Die erprobte hier ja gewissermaßen das, was Adam und Eva im Paradies erprobten: ist auf die Worte meiner Mama/Gotte Verlass? Indem Du auf die Biene tratest, demonstriertest Du, dass Du gerade den ersten geistigen Emanzipationsschritt gemacht hattest: weg vom blinden Vertrauen auf das, was Deine Mutter Dir erzählt hatte hin auf die Biene... 😀

Übrigens tatest Du damit einen Schritt weg von der Akzeptanz des Autoritätsarguments hin zur Wertschätzung der empirischen Methode: nicht einfach glauben, sondern per Messung überprüfen. Ein kleiner Schritt in Richtung Atheismus... 😎

 

Später im Leben habe ich darunter gelitten, dass es scheinbar mehrere Wahrheiten gibt, sei es jetzt in Emotionen oder in Lehrmeinungen…für meinen Lebensbegriff müsste Wahrheit singulär sein. Nur eine, bitte, nicht mehrere.

Es gibt - falls wir die klassische zweiwertige Logik (die, für die die Grammatik so substantiell ist... 😉 ) anlegen, für jede Sachaussage immer nur zwei Möglichkeiten: dass sie wahr ist oder dass sie unwahr ist.

Allerdings sind Sachaussagen nun mal etwas anderes als die Gegenstände (Sachverhalte/Tatsachen/Fakten), auf die sie sich beziehen. Eine Emotion kann dementsprechend überhaupt keine Wahrheit sein, und falls "Lehrmeinungen", also Behauptungen mit Wahrheitsanspruch einander widersprechen, kann nur eine von ihnen wahr sein (dass sie allesamt unwahr seien, ist damit nicht ausgeschlossen).

Diese immer wieder mal zu hörende Forderung, man solle doch bitte unterschiedliche (im Sinne von: einander widersprechende) Wahrheiten nebeneinander als gleichwertig stehen lassen, ist eine blödsinnige Forderung: sie ignoriert, dass nur dort sinnvollerweise von Wahrheit die Rede sein kann, wo man die Regeln der Logik akzeptiert.

Alternative Wahrheiten oder -  Danke, aber nein Danke, Amerika! - alternative Fakten sind Unsinnsformulierungen.

Vielleicht dringt unser Denken mit seiner durch die Grammatik strukturierten Logik nicht wirklich bis zum Kern der Weltwirklichkeit. Vielleicht sind Weltmodelle (also die Vorstellungen, mit denen wir in unseren Köpfen beim Denken arbeiten), die strikte Formulierungsregeln (wie die Mathematik oder natürliche Sprachen) enthalten, nicht der Welt adäquat. Vielleicht ist der Umstand, dass bisher sich so gut wie alles, was wir in der Welt erleben, in mathematischen Formeln ausdrücken lässt, nur ein gang gigantischer Zufall.

Aber selbst, wenn sich irgendwann herausstellen sollte, dass es keine wahren Sätze geben könne bezüglich dessen, was in der Welt geschieht - selbst dann würde das Gefasel von alternativen Wahrheiten nicht sinnvoller. Ganz im Gegenteil: Falls es keine Wahrheit gibt, gibt es schon erst recht nicht mehrere Wahrheiten.

Wobei... falls Logik keine Gültigkeit mehr haben sollte...

Hhmmm... 🤔 

 

 

 

*Darin liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen meiner Weltsicht und der von Theisten - wie z.B. Dir: teleologische Vorstellungen sind m.A.n. Unfug, Entwicklungen haben keine vorgegebene Richtung.

 

** Aus unserer Normalo-Perspektive verschwindet er freilich nicht auf der Welt: wir wundern uns nur darüber, wie der da so lange in Lotussitz-Pose hockt, bis er dehydriert tot vornüber sackt. Aber wir Normalos erkennen ja die Wahrheit nicht... 😉

 

***Es gibt aus Perspektive der Vernunft keine Wahrheiten an sich. Es gibt nur zutreffend formulierte Urteile über Tatsachen/Fakten/Sachverhalte, also Sätze des Inhalts "X verhält sich so und so." Solche zutreffend formulierten Urteile bezeichnen wir als wahr und die Inhalte dieser Sätze dann als "Wahrheiten".

jack-black antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@jack-black 

Zuerst mal: Du sollst gemäß dem, wie ich die Welt sehe, gar nix. Es gibt keine Ziele per se in dieser Welt* und auch die Art und Weise, wie sich die Denkfähigkeiten von uns Menschen entwickelten, hatte dementsprechend kein Ziel.

Das ist natürlich eine ganz andere Sicht der Dinge als sie bei mir stattfindet. (Wobei ich ihr durchaus etwas abgewinnen kann). 

Wenn ich als Christin davon ausgehe, dass ich am Ende meines Lebens bzw. wenn Jesus wiederkommt einen Lohn entsprechend meiner Werke bekomme… (Offenbarung 22,12 „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie sein Werk ist“)

(Wobei, da fällt mir ein : vielleicht findet das jetzt schon statt? Jeder bekommt immer das, was er selbst investiert?🤔)

Das mit dem dysfunktionalem Denken hat mir etwas die Augen geöffnet und mich motiviert, weniger Zeit damit zu verbringen und mehr Zeit in anderes zu investieren.

Übrigens tatest Du damit einen Schritt weg von der Akzeptanz des Autoritätsarguments hin zur Wertschätzung der empirischen Methode: nicht einfach glauben, sondern per Messung überprüfen. Ein kleiner Schritt in Richtung Atheismus... 😎

😂

Ja. Und wo steh ich heute? Am anderen Ende des Spektrums 🙂😉.

 

stern antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6292

@stern Ja. Und wo steh ich heute? Am anderen Ende des Spektrums 🙂😉.

Tja. Und nun stelle man sich mal vor, Dein erster emanzipatorischer Ausflug in Richtung Skeptizismus wäre nicht so schmerzhaft ausgegangen. 🙂 

jack-black antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@jack-black 

Und nun stelle man sich mal vor, Dein erster emanzipatorischer Ausflug in Richtung Skeptizismus wäre nicht so schmerzhaft ausgegangen.

Ich glaub ich habs schon mal irgendwo gesagt: ich kann dem Skeptizismus keine Geborgenheit abgewinnen. Und ich glaube, das ist für mich etwas Essentielles.

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29678

@stern 

Wie funktionieren sie denn stattdessen? 

In einem der Videos, die Jack hier mal gepostet hat, wurde das recht anschaulich erklärt: Jedes Wort kann mit anderen Worten beschrieben und dargestellt werden. "Tomate" beispielsweise mit "Pflanze", "Rot", "Pizza" etc... jedes dieser Wörter kann wiederum mit anderen Wörtern beschrieben werden und steht mit anderen Worten im Zusammenhang. 

Aus diesen Zusammenhängen holen sich die LLM's ihre Informationen. Grammatik ist dann nur noch die Form der Präsentation.

 

Wenn der Wahrheitsgehalt keine Rolle mehr spielt, kann man dann noch etwas (aufeinander aufbauendes) lernen?

Es geht weniger ums lernen sondern darum, was mit bestimmten Aussagen erreicht werden soll.

Wenn ich will, dass Menschen in den Krieg ziehen, dann erzähle ich ihnen keine "Wahrheit" - ich erzähle ihnen etwas, das die Bereitschaft stärkt, in den Krieg gegen einen bestimmten Gegner zu ziehen. Propaganda eben.

Und genau das tritt ja längst immer mehr in den Vordergrund. Den Menschen geht es nicht um Wahrheit, sondern nur darum, was sie interessiert und was ihr Weltbild bestätigt. Und diesen Leuten wird genau das erzählt, was nötig ist, um etwas Bestimmtes zu erreichen... dass sie AfD wählen, oder sonst was.

 

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@lucan-7 

Wenn ich will, dass Menschen in den Krieg ziehen, dann erzähle ich ihnen keine "Wahrheit" - ich erzähle ihnen etwas, das die Bereitschaft stärkt, in den Krieg gegen einen bestimmten Gegner zu ziehen. Propaganda eben.

Genau. Das hat natürlich in dem Bereich noch größere Auswirkungen als im Bereich des Lernens.

Aber damit genau das nicht passiert, müsste die Sprache doch erst recht der Erkenntnis von Wahrheit dienen und nicht beliebig bleiben.🤔

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29678

@stern 

Aber damit genau das nicht passiert, müsste die Sprache doch erst recht der Erkenntnis von Wahrheit dienen und nicht beliebig bleiben.🤔

Sprache dient in erster Linie der Vermittlung von Botschaften. "Erkenntnis von Wahrheit" ist ein sehr spezieller Teilbereich der Philosophie, der im Alltag nur eine geringe Rolle spielt.

Für mich dient hier mal wieder mein Hund als vorzügliches Beispiel (die Katzen auch, aber die sind nicht so mitteilsam):

Es geht um die Frage, inwiefern mein Hund denn seine Umgebung versteht. Kennt er die "Wahrheit" hinter den Dingen, durchschaut er die Funktionen und den Sinn in seiner Welt?

Ich vermute mal: In den allermeisten Fällen wohl nicht. Aber das muss er auch gar nicht. Er muss die Welt nicht verstehen - er muss nur darin klarkommen. Er versteht viele wichtige Funktionen, soweit sie ihn und sein Leben betreffen, und das läuft prima für ihn.

Und ich denke den Menschen geht es letztlich auch nicht anders. Wir mögen vielleicht vieles besser verstehen als ein Hund... aber am Ende geht es einfach darum, in dieser Welt klar zu kommen.

Glaube ist, so denke ich, ein Teil davon, mit dieser Welt klar zu kommen, sich zu orientieren und einen Sinn darin zu sehen.

Ob das, was wir da alles glauben, tatsächlich wahr ist... das ist eine interessante Frage, aber zu endgültigen Lösungen werden wir da wohl nicht kommen. 

Da geht es uns - sicher auf einem anderen Level - am Ende auch nicht viel anders als dem Hund...

 

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@lucan-7 

Ich kann deiner Antwort nur voll und ganz beipflichten.

Es macht die Sache nur unnötig kompliziert, wenn da die Sprache nicht wahre Botschaften transportiert. - auch wenn es erstmal nicht vordergründig darum geht.

stern antworten
CredoGer
(@rudi)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 157
Veröffentlicht von: @stern

 

Steht da nicht immer Christus vor uns?

Ja.

Denke ich mal, gehe davon aus, dass es alles Kinder Gottes sind.

Oder liege ich Falsch?

Liebe Grüße

rudi antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@rudi 

Oder liege ich Falsch?

Für mich nicht. Aber vielleicht liegen wir beide falsch 🙂.

Es gibt eine Bibelstelle, da sagt Jesus zu irgendwelchen Leuten: „ihr habt den Teufel zum Vater“….also scheint es zumindest geistig gesehen einen Unterschied zu geben.

Das ist besagte Stelle in Joh 8,44:

Denn ihr seid Kinder des Teufels. Und deshalb tut ihr bereitwillig das, was euer Vater wünscht. Der war schon von Anfang an ein Mörder und stand nie auf der Seite der Wahrheit, denn sie ist ihm völlig fremd. Sein ganzes Wesen ist Lüge, er ist der Lügner schlechthin – ja, der Vater jeder Lüge.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311
Veröffentlicht von: @stern

Es gibt eine Bibelstelle, da sagt Jesus zu irgendwelchen Leuten: „ihr habt den Teufel zum Vater“….also scheint es zumindest geistig gesehen einen Unterschied zu geben.

Das ist besagte Stelle in Joh 8,44:

Denn ihr seid Kinder des Teufels. Und deshalb tut ihr bereitwillig das, was euer Vater wünscht. Der war schon von Anfang an ein Mörder und stand nie auf der Seite der Wahrheit, denn sie ist ihm völlig fremd. Sein ganzes Wesen ist Lüge, er ist der Lügner schlechthin – ja, der Vater jeder Lüge.

Das kannst Du doch nicht einfach aus dem Kontext reißen.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@chai 

Das kannst Du doch nicht einfach aus dem Kontext reißen.

Weil?

Es geht mir doch hier darum, ob ich überhaupt noch irgendwas unterscheiden muss. Und an dieser Stelle sagt er etwas, das mich darauf schließen lässt, dass es wohl einen Unterschied macht, wie man geistig „drauf“ ist. 

Wieso ist das deiner Ansicht nach nicht passend?

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311

@stern Hm. Für mich ist es logisch, dass es Unterschiede gibt.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@chai 

Für mich ist es logisch, dass es Unterschiede gibt.

 

Für mich ist es nur vordergründig logisch. Tiefer nicht mehr.

Klar haben wir unterschiedliche Ansichten und Prägungen - aber darunter?

Sind wir darunter nicht alle sein?

Es gibt eine Stelle die heisst: 

Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen*.10Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht.11Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Es geht weiter mit der Bedingung, dass jene, welche ihn aufnahmen, Kinder Gottes wurden.

Aber davor: sie gehören alle ihm, sind sein Eigentum.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311

@stern Sorry, Du hast andere Denkschleifen als ich. 
Ich kann Deiner Eingangsthese, dass in jedem (beispielhaft genannten) Menschen Christus ist, nicht folgen und nicht zustimmen.

chai antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 2 Monaten

Beiträge : 774
Veröffentlicht von: @chai

@stern Sorry, Du hast andere Denkschleifen als ich. 
Ich kann Deiner Eingangsthese, dass in jedem (beispielhaft genannten) Menschen Christus ist, nicht folgen und nicht zustimmen.

Meinem Eindruck nach ging es nicht um die Aussage, ob Christus in jedem ist, sondern darum, Christus im Nächsten zu sehen. . 

kerygma antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@kerygma 

Meinem Eindruck nach ging es nicht um die Aussage, ob Christus in jedem ist, sondern darum, Christus im Nächsten zu sehen. . 

Naja…das kommt ja dann aufs Gleiche raus. Wenn da nichts wäre, könnte ich auch nichts sehen…

Es war für mich schon so gedacht, dass wir erstmal auch alle zu ihm gehören, durch ihn gemacht sind.

Aus Johannes 1:

Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen*.10Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht.11Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

 

 

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311
Veröffentlicht von: @stern

@kerygma 

Meinem Eindruck nach ging es nicht um die Aussage, ob Christus in jedem ist, sondern darum, Christus im Nächsten zu sehen. . 

Naja…das kommt ja dann aufs Gleiche raus. Wenn da nichts wäre, könnte ich auch nichts sehen…

Es war für mich schon so gedacht, dass wir erstmal auch alle zu ihm gehören, durch ihn gemacht sind.

Aus Johannes 1:

Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen*.10Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht.11Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Ja, und wenn sie ihn nicht aufnahmen, ist er nicht drin. Und somit nicht zu sehen. 

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@chai 

Ja, und wenn sie ihn nicht aufnahmen, ist er nicht drin. Und somit nicht zu sehen. 

Ja, das verstehe ich. Das hat mir Arcangel erklärt, dass Jesus auch nicht gegenwärtig sein kann, obwohl die Welt  durch ihn geschaffen wurde.

stern antworten
neubaugoere
Beiträge : 19313

@stern

Nnnnjjoooonnnein 😀

Veröffentlicht von: @stern

Steht da nicht immer Christus vor uns?

Da steht nicht immer Christus vor uns in dem anderen. Aber Christus ist immer an unserer Seite mit seinem Heiligen Geist, der uns in solchen Situationen, wie von dir beschrieben, die Möglichkeit gibt, den anderen mit den Augen Christi oder eben durch die Augen Christi zu betrachten/anzusehen. Diese Möglichkeiten haben wir immer durch Gott. Ob wir sie nutzen, ist eine andere Frage ...

neubaugoere antworten
4 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@neubaugoere 

Da steht nicht immer Christus vor uns in dem anderen

Ich weiss nicht. Wenn alles Geschaffene einen Ursprung hat…das ist doch wie Geschwister von einem Elternpaar. 

stern antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19313

@stern 

Da wir wie Gott gemacht sind, haben auch wir eine Schöpferkraft ... auch wir erschaffen Dinge ... 

Wir sind alles seine Geschöpfe und sind doch nicht alle gleich. Wir sind nach seinem Bild geschaffen und doch ist sogar bei den vielen Menschen auf diesem Erdball kein Fingerabdruck wie ein anderer.

Ich finde dieses "Geschwisterdenken" reichlich ... "menschlich" ... kein "Maßstab" für die Welt Gottes ... <- denke ich.

neubaugoere antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 3626

@neubaugoere 

... , haben auch wir eine Schöpferkraft ... auch wir erschaffen Dinge ... 

... aus etwas bereits vorhandenem ...

adjutante antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19313

@adjutante 

Ja, natürlich, wir sind ja nicht Gott. 😉 Dennoch haben wir diese Fantasie, diese Schöpferkraft nicht umsonst erhalten, sondern weil wir sie nutzen sollen und weil sie im schönsten Fall uns den Zugang zur übernatürlichen Welt öffnen. 🙂

neubaugoere antworten


BePe0905
Beiträge : 654

@stern

ist es dann nicht so, dass wir jede Trennung  im Geiste aufheben können? Ist es dann nicht völlig egal ob wir einen Atheisten, einen radikalen Islamisten, einen Satanisten, einen Franziskaner, eine Marienschwester, einen Esoteriker, Donald Trump (oder wahlweise Putin), Hitler- wenn er noch vor uns stehen könnte, unseren Nachbarn oder wen auch immer vor uns haben?

Steht da nicht immer Christus vor uns?

"von Einem gemacht" bedeutet doch nicht, dass auch das Gleiche dabei rauskommt. 
Und so muss auch nicht zusammenpassen, was unterschiedlich ist. 
Das fängt schon ganz bescheiden an - im Elternhaus. Da wundert man sich manchmal, wie unterschiedlich die Kids sind. 

Und auch, wenn wir und letztlich alle auf einem gemeinsamen Schöpfer berufen - so haben wir einen freien, eigenen Willen und die Freiheit, uns völlig gegensätzlich zu entwickeln. Also auch von Gott abzuwenden.
Und bei einem Menschen, der sich bewusst gegen Gott stellt - wo soll ich dann Christus in ihm finden?
Aber ich stimme dir trotzdem grundsätzlich etwas zu:
In jedem Menschen findet sich irgendwo ein kleiner göttlicher Funke, manchmal kaum am glimmen und schwer zu erkennen. 

bepe0905 antworten
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Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@bepe0905 

"von Einem gemacht" bedeutet doch nicht, dass auch das Gleiche dabei rauskommt. 

Nein, das nicht. Aber es bedeutet, dass sich niemand über ein anderes Menschenkind erheben kann und sich geliebter fühlen kann.

 

stern antworten
Holger F.
Beiträge : 485

@stern 

Der Johannesprolog will sagen, dass Jesus Gottes Wort ist, das von Beginn der Welt an besteht. Sein Anfang knüpft somit bewusst an den Schöpfungsbericht an. Eigentlich ist der Prolog für jeden, der sich erstmals mit „diesem Jesus“ beschäftigt, ungeheuerlich: Er besagt, dass Jesus mit dem Schöpfergott untrennbar verbunden ist; er ist dessen „Wort“, das alles ins Leben gerufen hat.

Nimmt man nun speziell Johannes 1,3 („Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“), stehen wir vor exakt derselben Problematik wie beim ersten Schöpfungsbericht: 

Wenn alles von Gott „gut geschaffen“ ist, insbesondere alle Menschen, wie erklärt sich dann das Böse in der Welt und das Böse im Menschen? Die Schöpfungserzählung deutet eine Antwort an… 

Du schreibst bzw. fragst: „Steht da nicht immer Christus vor uns?“ Klare Antwort: Nein. Es steht immer ein Mensch vor uns, der zwar Ebenbild Gottes, aber nicht Gott (Christus) selbst ist. Zur Würde des Menschen, die auf dieser Gottebenbildlichkeit beruht, gehört es essenziell, sich frei auf Gott zuzubewegen oder sich von ihm wegzubewegen, Gott anzuerkennen oder nicht.

Die „unsympathischen Typen“, von denen du geschrieben hast, besitzen ebenso die freie Entscheidungsgewalt über die Richtung, die sie einschlagen wollen. Wohin deren Weg am Ende der Zeiten führt, lässt sich nicht abschließend sagen. Es gibt jedoch ein biblisch angedeutetes, mögliches Ende in der „äußersten Finsternis“, wo „Heulen und Zähneklappern“ sein wird.

 

holger-f antworten
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Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@holger-f 

Du hast mir das gut erklärt.

Wieso hab ich immer noch Mitleid mit den unsympathischen Typen und wünsche mir für sie auch sowas wie ewiges Leben? Warum finde ich es dann nicht gut, wenn manche das nicht erleben? Und vor allem: es sind auch weniger unsympatische Typen dabei, für die das auch gelten würde, oder?

Ich verstehe es selbst nicht…ich finde das nicht gerecht, dass es am eigenen Bewusstsein scheitern soll bei der Allmacht Gottes….die Einwände sind berechtigt: er (Gott) kann Herzen verändern; wieso tut er es dann nicht bzw. nicht immer? 

Du musst mir nicht erklären, dass er in Jesus ja schon alles getan hat…ich weiss das. Aber was ist mit all jenen, die es nicht wissen?

stern antworten


Maria
 Maria
Beiträge : 1357

@stern 

Dass wir alles, was wir unseren Nächsten tun, Christus tun, sagt Jesus doch ganz klar in Matthäus 25,40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. usw.

Ich finde, damit sagt Jesus ganz klar, dass Christus in allen Menschen ist, ob es ihnen und mir bewusst ist oder nicht. Auch wenn Er noch nicht in ihnen lebt, so ist Er doch mit ihnen verbunden und wartet darauf, in ihren Herzen geboren zu werden und in ihnen zu leben. Jesus sagt nicht, das gilt nur für den Nächsten, der Christ gibt. Er macht keine Unterschiede und wir sollen diese Unterschiede auch nicht machen, jedenfalls verstehe ich ihn so. 

maria antworten
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Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Ich finde, damit sagt Jesus ganz klar, dass Christus in allen Menschen ist, ob es ihnen und mir bewusst ist oder nicht. Auch wenn Er noch nicht in ihnen lebt, so ist Er doch mit ihnen verbunden und wartet darauf, in ihren Herzen geboren zu werden und in ihnen zu leben.

Genau so denke ich mir das auch. Aber ich lasse mich verunsichern von Ansichten (die ich durchaus auch in der Bibel finde- zB „einer wird mitgenommen, der andere wird dagelassen“) die sagen , dass es eben ein „Zuspät“ gibt.

stern antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@stern

Aber ich lasse mich verunsichern von Ansichten (die ich durchaus auch in der Bibel finde- zB „einer wird mitgenommen, der andere wird dagelassen“) die sagen , dass es eben ein „Zuspät“ gibt.

Es kommt halt darauf an, wie man das versteht. Ich verstehe das so: Jetzt wird einer mitgenommen, der andere dagelassen. Die Zurückgelassenen bekommen immer wieder die Chance, mitgenommen zu werden. Wenn sie reif dafür sind. Gott hat alle Zeit der Welt, denn Zeit spielt für Ihn keine Rolle.

Mir leuchtete schon als Kind nicht ein, wie es denn sein kann, dass wir sieben mal siebenundsiebzigmal zur Vergebung aufgefordert werden, Gott uns aber nur eine einzige Chance geben sollte. Sollen wir barmherziger sein als Gott? Das passt nicht zusammen, finde ich.

maria antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Mir leuchtete schon als Kind nicht ein, wie es denn sein kann, dass wir sieben mal siebenundsiebzigmal zur Vergebung aufgefordert werden, Gott uns aber nur eine einzige Chance geben sollte. Sollen wir barmherziger sein als Gott? Das passt nicht zusammen, finde ich.

Das ist ein guter Punkt, ja. Und selbst wenn es dann (wie in der Bibel beschrieben) einen Endpunkt gibt, einen Tag an dem Jesus wiederkommt und für alle dann sichtbar ist: selbst zu diesem Zeitpunkt wird es die Möglichkeit der Umkehr geben.

In einem anderen Strang hast du erzählt, dass du nicht durch die Bibel Gott kennengelernt hast. Vielleicht hast du schon mal davon erzählt, aber ich erinnere mich nicht mehr. Wie war das? Lässt sich das überhaupt mit Worten transportieren?

stern antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

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@stern 

In einem anderen Strang hast du erzählt, dass du nicht durch die Bibel Gott kennengelernt hast. Vielleicht hast du schon mal davon erzählt, aber ich erinnere mich nicht mehr. Wie war das? Lässt sich das überhaupt mit Worten transportieren?

Ja, das war in dem Noah-Strang. Das Bild des strafenden Gottes war mir als Kind überhaupt nicht präsent. Da habe ich wohl das Glück gehabt, dass meine Eltern uns zwar religiös erzogen aber auf Angstmacherei verzichtet haben. Das neue Testament kannte ich und Teile des AT, aber ich habe sie anders wahrgenommen. Bewusst geworden ist mir das erst, als ich meinem kleinen Sohn ein Bilderbuch über die Arche Noah vorlas. In dem Text wurde ausdrücklich darauf eingegangen, dass Gott die Bösen in der Flut ertrinken ließ und selbst dann keine Rettung zuließ, als sie ihn darum anflehten, weil sie nicht rechtzeitig dem Ruf gefolgt waren, zur Arche zu kommen. Es gab ein Bild, in dem ein Ertrinkender mit den Wogen kämpfte und verzweifelt zu Gott flehte, ihn zu retten. Da ist mir erst bewusst geworden, welches Gottesbild diese Geschichte erzeugen kann, und ich wusste, dass das falsch ist.

Als ich 22 war und mich für Jesus entschied, hatte ich ein Erlebnis, das ich hier schon öfter erzählt habe. In mir und um mich herum wurde es ganz hell, hell ohne Schatten, und mich durchströmte Liebe. Als ich in den Wald ging, sah ich, dass die Ränder der Blätter an Büschen und Bäumen aufleuchteten, wenn ich meine Aufmerksamkeit dorthin wendete. Das war meine Begegnung mit Gott, die mir gezeigt hat, wie Gott wirklich ist ,was Er tut und was letztendlich auch ich tun soll. Das ist so, wie Jesus sagt: Ich tue nur, was ich den Vater tun sehe. Er schenkt das Leben, aber Er vernichtet es nicht, nie und nimmer.

 

 

maria antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Als ich in den Wald ging, sah ich, dass die Ränder der Blätter an Büschen und Bäumen aufleuchteten, wenn ich meine Aufmerksamkeit dorthin wendete.

Das ist interessant. 

Ich denke, das mit dem Licht und der Liebe muss man selbst erleben, um es in sich aufnehmen zu können. Wie hat sich Dein Leben dann danach verändert zu davor? Oder gab es kein Veränderung?

Das mit den Lichträndern finde ich deswegen interessant, weil ich ja über den Umweg der Esoterikecke zu Jesus kam. Und da gibt es ja ettliche solche Darstellungen (die ich aber selbst nicht so erlebt habe).

stern antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@stern

Wie hat sich Dein Leben dann danach verändert zu davor? Oder gab es kein Veränderung?

Ich war mir von da an sicher, dass der Weg mit Jesus der richtige für mich ist und wie mein Ziel aussehen würde. Da gab es überhaupt keine Zweifel mehr für mich.

Das mit den Lichträndern finde ich deswegen interessant, weil ich ja über den Umweg der Esoterikecke zu Jesus kam. Und da gibt es ja ettliche solche Darstellungen (die ich aber selbst nicht so erlebt habe).

Das interessiert mich jetzt. Wie sehen die Darstellungen in der Esoterik aus und wie werden sie gedeutet? Mir ist schon einiges geschehen, was sich ähnlich in der Esoterik findet aber anders gedeutet wird. Ich deute die Wahrnehmungen auf Gott hin. 

 

maria antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7900

@maria 

"Ich war mir von da an sicher, dass der Weg mit Jesus der richtige für mich ist und wie mein Ziel aussehen würde. Da gab es überhaupt keine Zweifel mehr für mich."

Wo ist denn für Dich die Verbindung zwischen Blatträndern und Jesusß

queequeg antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@queequeg

Ich hatte erzählt, wie ich von Licht durchflutet und von Liebe durchströmt wurde, genau zu dem Zeitpunkt, als ich mich für den Weg mit Jesus entschied. Die aufleuchtenden Blattränder zeigten mir, dass dieses Licht und diese Liebe nicht nur auf mich begrenzt waren sondern auch in meine Umgebung ausstrahlten. So wie Jesus sagt: Lasst euer Licht leuchten!

maria antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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@maria 

ja, verstehe ich so.

queequeg antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Das interessiert mich jetzt. Wie sehen die Darstellungen in der Esoterik aus und wie werden sie gedeutet?

Die intensivsten Berührungspunkte hatte ich mit dem“Kurs in Wundern“, ein von einer Psychaterin angeblich von Jesus empfangenes Werk. Dort werden die Lichtränder so beschrieben, wie du es auch tust und als „die Schau“ benannt. Das Kursbuch, welches für jeden Tag des Jahres eine Übung enthält, zielte darauf ab, diese zu erfahren (unter anderem). 

Das haben dann auch einige beschrieben, dass sie es auch genauso erlebt und gesehen haben.

Auch auf anderen ernsthafteren Seiten (also wo es nicht um Reiki, Lichtarbeit oder Chakren ging) hat man immer wieder gelesen, dass man sich darauf konzentrieren soll, Licht an den Dingen bewusst wahrzunehmen.

Viel mehr weiss ich aber auch nicht. Was hast du denn sonst noch erlebt, das du dem Göttlichen zuordnest?

“meine Heiligkeit umfasst alles was ich sehe“ war zB auch eine Übung, das erinnert mich an das was du an queequeg geschrieben hast 

stern antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7900

@stern 

Ich habe selbst keinerlei Erfahrung mit diesen Dingen. Sie waren mir von Anfang an suspekt - als ich meine gesteigert neugierige Phase so um 17 Jahre hatte.

Zu Reiki kann ich nur sagen, dass ich vor einigen Monaten ein Frau getroffen habe, die erzählte, dass sie da genau den Frieden und die Sinnbestätigung ihres Lebens gefunden hat, die sie im christlichen Glauben vergeblich gesucht hatte.

Davon abgesehen: Auch Psychiaterinnen und Therapeutinnen können einen Lütütü haben. Ich habe bei einer Fortbildung mal eine getroffen, die ging mit jedem ihrer Patienten zu einem Grab von deren Eltern oder anderen Vorfahren und erklärte ihnen dann, was die ihnen zu sagen hatten. Umgekehrt sagte sie den Verstorbenen, was ihre Patienten wollten.

queequeg antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 4755

@queequeg 

Lütütü

Spannend wäre, ob sie selber von der Wirklichkeit ihrer Aussagen überzeugt war, oder das eher im Sinne des Wohls der Patienten zurechtschusterte.

Aber da müsste man wahrscheinlich in einen Menschen hineingucken können.

 

lg Tatokala

tatokala antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7900

@tatokala 

Ja, sie war überzeugt davon, mit den Verstorbenen sprechen zu können und den Lebenden Nachrichten von ihnen geben zu können.

queequeg antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Wie sehen die Darstellungen in der Esoterik aus und wie werden sie gedeutet?

Weil das vorhin zu kurz kam: 

gedeutet werden sie insofern, dass wenn du die Lichtränder siehst, du quasi mit dem Heiligen Geist/ im Licht Gottes auf die Dinge schaust und eben die „wirkliche Welt“ wahrnimmst….die wirkliche Welt  ist die Welt des Friedens und der Liebe, aber nicht der Himmel. Sie ist sozusagen der letzte Schritt vor dem Einssein mit Gott, der hier gegangen wird.

stern antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@stern

gedeutet werden sie insofern, dass wenn du die Lichtränder siehst, du quasi mit dem Heiligen Geist/ im Licht Gottes auf die Dinge schaust und eben die „wirkliche Welt“ wahrnimmst….die wirkliche Welt  ist die Welt des Friedens und der Liebe, aber nicht der Himmel. Sie ist sozusagen der letzte Schritt vor dem Einssein mit Gott, der hier gegangen wird.

Ja, das habe ich damals auch so wahrgenommen: die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist durch die Augen Gottes. Vor allem auch, wie dieses Licht, diese Liebe, dieses Leben aus Gott mich erfüllt und auch alles, dem ich meine Aufmerksamkeit schenke. Das war übrigens 1976.

Ich würde aber nicht auf die Idee kommen, das Schauen zu trainieren und so zum Einssein mit Gott zu gelangen sondern. Liebe Gott über alles und den Nächsten wie dich selbst, das ist der rechte Weg. Für mich ist Jesus der Weg, auf dem sich alles so ergibt, wie die Zeit/ich dafür reif ist. Mich interessiert hier, ob der "Kurs in Wundern" auch zum Gebet zu Jesus, zu Gott, rät oder ob er dazu anleitet, der Mensch solle sich alles selbst erarbeiten.

Merkwürdigerweise wurde mir auch anderes eröffnet, was einerseits die Esoterik in ihren Aussagen bestätigt, andererseits den Weg der Esoterik aber als falsch zeigt. Z.B. habe ich gelernt, dass Christus mir Sein Licht schenkt, damit ich es leuchten lassen kann, und zwar da, wo ich sehe, dass es mangelt. Das sieht ja verblüffend nach dieser sogenannten Lichtarbeit aus. Ich weiß aber, dass Christus das Licht der Welt ist. Er gibt Sein Licht und ohne Ihn gibt es kein Licht. Soweit ich weiß, arbeiten "Lichtarbeiter" ohne Christus, und das ist nicht möglich.

 

 

maria antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Liebe Gott über alles und den Nächsten wie dich selbst, das ist der rechte Weg.

Ja, das denke ich auch.

Mich interessiert hier, ob der "Kurs in Wundern" auch zum Gebet zu Jesus, zu Gott, rät oder ob er dazu anleitet, der Mensch solle sich alles selbst erarbeiten.

Da es ein Kurs ist, wird trainiert, ein Jahr lang mit aufeinander aufbauenden Übungen.  Wobei ab einer bestimmten Zeit die Übungen wie Gebete sind.

Das Textbuch dazu spricht nicht von Gebeten, glaube ich. Es spricht davon, die Sühne anzunehmen zu d die Schildlosigkeit zu akzeptieren, indem man Vergebung übt. Aus meinem heutigen Verständnis heraus zwar alles christlich, aber mir hat es nicht geholfen. Ich habe es irgendwann in den Müll geschmissen, weil ich nichts damit anfangen konnte- obwohl ich irgendwie mir sicher war, dass alles stimmt, was da steht.

Ein Freund von mir  sagte, er (das Buch) beschreibt sowohl das unerlöste Sein wie auch das erlöste Sein ganz akkurat- so dass man denkt, man wäre zu Hause angekommen, wenn man darin liest. Aber er umgeht den Kreuzestod - und damit hält er einen von Gottes Heilswerk fern, indem er sagt, dass Gott das ja nicht gewollt haben kann, seinen Sohn zu opfern.

Trotzdem stellt Gott darin aber die Sühne bereit….und macht auch unmissverständlich klar, dass wir selbst die Vergebung nur haben können, wenn wir bereit sind sie weiterzugeben an unsere Geschwister.

Ja, schwierig. Da sind viele Wahrheiten, die sich decken. Aber ich habe dadurch nicht meinen Frieden gefunden.

Z.B. habe ich gelernt, dass Christus mir Sein Licht schenkt, damit ich es leuchten lassen kann, und zwar da, wo ich sehe, dass es mangelt.

Genau, der Kurs sagt dazu: die Antwort ist immer Liebe - auf Liebe ist die Antwort Liebe und auf einen Mangel an Liebe ist die Antwort auch Liebe.

Das sieht ja verblüffend nach dieser sogenannten Lichtarbeit aus. Ich weiß aber, dass Christus das Licht der Welt ist. Er gibt Sein Licht und ohne Ihn gibt es kein Licht. Soweit ich weiß, arbeiten "Lichtarbeiter" ohne Christus, und das ist nicht möglich.

Genau, das ist das Problem. Und du erkennst es nicht. Weil es sich so heimatlich anfühlt.

stern antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@stern Ja, da stecken viele Wahrheiten drin, deswegen ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, dass da trotzdem etwas nicht stimmt.

Ich glaube, dein Freund hat ganz gut erkannt, was der Haken dabei ist. Ja, es ist richtig, dass immer Liebe die Antwort sein sollte, das hat ja auch Jesus schon gesagt. Aber welchem Menschen gelingt das denn aus eigener Kraft? Man kann es noch so sehr einsehen und wollen, trotzdem wird man immer wieder scheitern. Jesus ist gekommen, um die Menschen von ihrer Hartherzigkeit zu erlösen. Ohne Jesus als Erlöser anzuerkennen und sich von Ihm an der Seele heilen zu lassen, kann das nicht gelingen.

Wie war das denn in dem Kurs? Wurde man da angehalten, eine persönliche Beziehung zu Jesus aufzubauen?

maria antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Wie war das denn in dem Kurs? Wurde man da angehalten, eine persönliche Beziehung zu Jesus aufzubauen?

Nein, aber wenn ich mich richtig erinnere, dann war der Heilige Geist derjenige, auf den man hören üben sollte. Also auch nicht falsch - und trotzdem falsch…

stern antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@stern Der heilige Geist geht vom Vater aus und auch über den Sohn. Indem  man zu Vater und/oder Sohn betet, strömt der heilige Geist zu einem. Wurde denn zum Vater oder zu Jesus gebetet?

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Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Zu Gott in den Übungen schon.

stern antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@stern Leider kenne ich diesen Kurs in Wunder nicht. Wie hast du dich denn dabei gefühlt? Fühltest du dich unter Leistungsdruck?

maria antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@maria 

Fühltest du dich unter Leistungsdruck?

Eigentlich nicht, du arbeitest ihn ja selbstständig durch. Aber den Heiligen Geist hab ich trotzdem erst in einer christlichen Kirche gespürt.

stern antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 4755

@maria 

Das war übrigens 1976.

Wie, so alt bist du schon. 😯 

Das ist ja Wahnsinn. 

🤗

 

lg Tatokala

tatokala antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@tatokala 🤣 Überrascht? 72 Jahre finde ich nun nicht so wahnsinnig alt ... kommt vermutlich auf die Perspektive an 🤣 LG

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Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 4755

@maria Ich habe mir dich immer jünger vorgestellt, das ist alles.

So kann man sich verschätzen. 😊 

Alles Liebe Dir.

 

lg Tatokala

 

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kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 2 Monaten

Beiträge : 774

@maria mit 72 ist man demnächst noch nicht einmal in Rente 🙂

kerygma antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1357

@kerygma Mit 72 sind auch heute nicht alle in Rente, selbst und ständig und so 😉

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Salvatore23
(@salvatore23)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 88
Veröffentlicht von: @maria

@stern 

Dass wir alles, was wir unseren Nächsten tun, Christus tun, sagt Jesus doch ganz klar in Matthäus 25,40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. usw.

Ich finde, damit sagt Jesus ganz klar, dass Christus in allen Menschen ist, ob es ihnen und mir bewusst ist oder nicht. Auch wenn Er noch nicht in ihnen lebt, so ist Er doch mit ihnen verbunden und wartet darauf, in ihren Herzen geboren zu werden und in ihnen zu leben. Jesus sagt nicht, das gilt nur für den Nächsten, der Christ gibt. Er macht keine Unterschiede und wir sollen diese Unterschiede auch nicht machen, jedenfalls verstehe ich ihn so. 

Sehr treffend geschrieben, Maria. Jesus sagte ja auch, dass jene die den Willen Gottes dem himmlischen Vater tun ihm Bruder, Schwester ist, respektive Zugang zum Himmel hat.

Zudem finde ich das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter auch sehr passend, wo er zeigt, dass weder der Priester noch der Levit dem Willen der gelebten Nächstenliebe nachkamen sondern ausgerechnet ein von Juden eher geschmähter Mann aus Samarien.

Vor längerer Zeit las ich ein Buch von Paul Ferrini "Denn Christus lebt in jedem von Euch".  was zu Deinen obigen Worten auch passt.

salvatore23 antworten
Holger F.
Beiträge : 485
Veröffentlicht von: @stern

Wieso hab ich immer noch Mitleid mit den unsympathischen Typen und wünsche mir für sie auch sowas wie ewiges Leben? Warum finde ich es dann nicht gut, wenn manche das nicht erleben? Und vor allem: es sind auch weniger unsympatische Typen dabei, für die das auch gelten würde, oder?

 

Dein Mit-Leiden auch mit den „üblen Typen“ zeigt, dass dein Gewissen gut geschult ist und du etwas von der Liebe Gottes verstanden hast! Freu dich darüber!

Die Frage, wer nun angesichts der umfassenden Liebe Gottes letztlich gerettet ist, hat die Theologie seit jeher beschäftigt (und beinhaltet auch noch die Frage wie es mit der „Errettung“ von Nicht-Christen aussieht).

Ich skizziere einmal anschaulich einige Denkmodelle, die sich übrigens alle biblisch unterfütterten lassen:

A) Von 100 Menschen werden nur 5 oder 6 gerettet, deren Rettung beruht auf deren Entscheidung für Gott und dem damit verbundenen Lebenswandel.

B) Von 100 Menschen werden nur 5 oder 6 gerettet, die Gott vor allen Zeiten dazu vorherbestimmt hat, deren freiwillige Zustimmung ist zweitrangig.

C) Es werden alle gerettet, die in ihrem Leben - bewusst oder unbewusst - in Richtung Gottes unterwegs waren, also vielleicht 90 von 100.

D) Gott will, dass alle Menschen - also 100 von 100 - gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.


Wir können noch so geschickt Bibelverse rauspicken und kunstvoll miteinander verknüpfen, die Frage nach der endgültigen Rettung der Menschen können wir abschließend nicht ergründen - und das ist auch gut so…

Der große Theologe Hans Urs von Balthasar brachte dieses Dilemma auf eine - wie ich meine - prägnante Formel: 

„Wir wissen nicht, ob die Hölle besiedelt ist, aber wir dürfen (und müssen) hoffen, dass sie am Ende leer sein wird.“

holger-f antworten
4 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@holger-f 

„Wir wissen nicht, ob die Hölle besiedelt ist, aber wir dürfen (und müssen) hoffen, dass sie am Ende leer sein wird.“

Ok, da kann ich mitgehen!

Danke fürs teilen.

stern antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 3626

@holger-f 

Bei einigen dieser Denkmodelle wären aber manche Bibelstellen zu streichen.

adjutante antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5311

@adjutante Er hat ja nur skizziert, welche (biblsich begründbaren) Denkmodelle es gibt. 

Mir wär's natürlich auch am liebsten, wenn Gott so großherzig ist, wie ich ihn sehe. 

chai antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 3626

@chai 

Ja, so habe ich holger-f auch verstanden. Ich wollte nur ergänzen.

 

Verstehe ich gut! Deswegen gibt es Leute mit einer glühenden Retterliebe ... 

 

 

adjutante antworten


Arcangel
Beiträge : 6555

@stern 

Wie kann Gottes Gegenwart einen Tempel erfüllen, wenn eh schon alles mit Jesus erfüllt ist? Und wie kann diese Gegenwart Gottes den Tempel verlassen, wenn Jesus doch sowieso alles erfüllt? 

arcangel antworten
3 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@arcangel 

Soll heißen: das Denkmodell ist falsch? Es ist nicht überall Jesus drin?

stern antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6555

@stern 

Nein soll heissen, dass nicht überall wo Jesus drin ist auch Jesus gegenwärtig ist.

Hier hilft vielleicht ein panentheistische Betrachtung. 

„Gott der Welt immanent und zugleich zu ihr transzendent ist, insofern die Welt ihrerseits Gott immanent, in Gott, von Gott umfasst ist“.

von Wiki

Der Transzendente Gott übersteigt die immanente Welt, und somit kann er sich aus der Welt zurückziehen, obwohl er immanent immer noch präsent ist. 

arcangel antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3722

@arcangel 

ok, das übersteigt meinen Verstand…aber ich akzeptiere es

stern antworten
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