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Alle Heiligen Schriften ...

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AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2530

.... begegnen uns mit einem "Offenbarungsanspruch" - und das würde ich gerne hier mal zum Bedenken und Reflektieren einbringen.

Doch der Reihe nach und mit einem ersten Packende:

Häufig begegnet uns die Behauptung bzw. das Urteil, dass  alle (anderen) Religionen dieser Welt "Versuche sind, Gott/das Göttliche zu erreichen" oder durch eigene Bemühungen, Werke, Anstrengung & Erkenntnis-Bestrebungen mit Gott/dem Göttlichen "ins Reine zu kommen" - wie immer die Wege, Vorstellungen und Benennungen aussehen - während uns in der Bibel GOTTES OFFENBARUNG begegnet, die - von Israels Glaubensanfängen bis hin zum Neuen Testament die ALLEINIGE Wahrheit vermittelt.

Fakt ist nun, dass ALLE HEILIGEN SCHRIFTEN einen Offenbarungsanspruch haben - vom jüdischen Thora-& Schrift-Verständnis (das den nt.lich-christologischen Offenbarungsanspruch nicht als Wahrheit & Erfüllung akzeptiert) über den Koran (als "letzt-gültige" Gottesoffenbarung) bis hin zu den alt-indischen Heiligen Schriften (Veden, Upanishaden, Bhagavadgita), die ihre "Schau des Göttlichen" in ihrer Tiefe auch als Offenbarung verstehen, ebenso wie Gautama Buddhas Einsichten/Erkenntnise (auch ohne Gottesbezug) als Offenbarung (=Einsicht & Erfahrung in die Wahrheiten der Existenz) verstanden und weitergegeben werden.

Hinzukommt, dass Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten (und dazu noch manch andere religions-phänomenologische Verzweigungen) ebenso wie wir Christen in IHRER Offenbarung tiefe Erfüllungserfahrungen, inneren Frieden, Sinn, Trost, Lebenshilfe und Wegweisung "im Leben und im Sterben" finden - und u.U. (vorausgesetzt, dass sie ihre Heiligen Schriften nicht auch "exklusiv", "orthodox"  und ihren Glauben/ihre Spiritualität als "allein seligmachend" verstehen und gelehrt bekommen!) eine inter-religiöse Freiheit haben und entwickeln können, in der es so etwas wie einen gemeinsamen Grund von Liebe, Barmherzigkeit, Verbundenheit und Wertschätzung behaupten.

Erfüllung, Wahrheitsbezeugung, Gewissheiten, Gottes- und Transzendenzerfahrung und liebende Hingabe (Menschen- und Gottesliebe) gibt es also auch auf dem "Nährboden" anderer Heiliger Schriften.

Andererseits können ALLE Heiligen Schriften ebenso wie die Bibel missbraucht, missverstanden und instrumentalisiert werden. Sie können unduldsam und exklusiv verstanden werden. Und die Tatsache, dass sie geschichtliche, menschliche und in mancherlei Hinsicht auch relative BEZEUGUNGEN sind, kann man bestreiten ... wobei wir wieder bei der Tatsache sind, dass ALLE Heiligen Schriften den Anspruch haben, Offenbarung als Quelle & Ursprung zu haben.

Ist es also richtig, zwingend und nötig, die Bibel GEGEN andere Heilige Schriften mit ihren Wahrheiten zu stellen? Oder haben wir als Christen (ohne unseren Glauben zu verleugnen) die Freiheit, auch andere "Heiligen Schriften" mit Gewinn zu lesen - komplementär, das Gemeinsame suchend & findend, als Inspiration und im Wissen, dass Gottes Wirklichkeit, das Wirken seines Geistes und die in Jesus Christus (seinem Leben, Sterben und Auferstehen) offenbarte Wahrheit größer ist als alle "Schriften" ...?

L'Chaim

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30 Antworten
AWHler
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Beiträge : 2530
Veröffentlicht von: @queequeg

Es ist wie immer bedenkenswert, was Du schreibst. Aber manchmal verstehe ich Dich trotzdem nicht.

😉

Veröffentlicht von: @queequeg

Hier, was es mit dem "Gericht" auf sich hat. Natürlich kenne ich die übliche Vorstellung. Aber dass es möglich ist, einem Wesen (?) gegenüber, das der höchst denkbare Souverän sein soll, etwas zu tun, was einer Verurteilung bedarf, leuchtet mir nicht ein.

Unser aller Sprache, unsere Phantasie und unsere Vorstellung hat eben ihre Grenzen - und sobald wir anfangen, etwas zu benennen, zu konkretisieren, bleiben wir innerhalb dieser Grenze(n).

Gott/die Göttliche Wirklichkeit ist letzt-endlich mMn trans-personal, keine Gestalt,kein Figur , kein "Wesen", sondern eben transpersonal (auch wenn wir irdisch in einem "Du-Modus" zu "ihm" sind) - deshalb bevorzuge ich bei dem Stichwort "Gericht" eher die Vorstellung, dass wir in ein Licht treten, das unser Leben durchleuchtet und dass es ein Erkennen "angesichts" dieses Lichtes geben wird ... Vielleicht aber bekommt (personal verstanden) das "Angesicht Gottes" und das "vor Christus stehen" eben auch nocheinmal eine Gestalt, Form und Bedeutung, die alles übersteigt ... 

Die sog. Nahtoderfahrungen (wie immer wir sie bewerten) kennen ja beides: Ins Licht gehen UND Jesus begegnen, von ihm "empfangen zu werden"

So oder so eine Erfahrung,  die uns DANN "einleuchtet" ... 

L'Chaim

awhler antworten
1 Antwort
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 8026

@awhler 

Kann ich verstehen und - etwas begrenzt - nachvollziehen.

Erinnert mich an eine Filmszene, in der ein Mensch in einem untergehenden Schiff sieht, wie eine Welle in seinen Raum schwappt, kurz die Gestalt eines Menschen annimmt und dann wieder eine pure Welle ist.

queequeg antworten


AWHler
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Beiträge : 2530
Veröffentlicht von: @chey

Aber es sollte einem dann auch immer bewusst sein, dass man den anderen Glauben so auch nie ganz verstehen kann.

"GANZ verstehen?" Den Anspruch kann und sollte wohl niemand haben, aber mir geht es um ein BESSERES Verstehen und eine Bereitschaft, sich im eigenen Glauben (bestenfalls) inspirieren, bereichern und weiten zu lassen - und einen Beitrag dazu zu leisten, dass falsche Urteile, unnötige Abgrenzungen und Unwissen ggü. dem Anderen/Fremden (und damit im menschlichen Zu-einander) abgebaut werden kann.

Veröffentlicht von: @chey

Man kann ja auch viel über den christlichen Glauben lesen und diskutieren. Aber um ihn richtig zu verstehen   muss man christlich glauben. 

Mmmhh ... Selbst den eigenen Glauben "richtig zu verstehen" (im Sinne von korrekt, ganz, vollständig), auch das mag wohl niemand für sich in Anspruch nehmen können, oder? Auch unser Christsein ist ein Weg, unser Wissen Stückwerk, unser Erkennen & Begreifen immer noch "im Vorletzten" (Bonhoeffer).

L'Chaim 

awhler antworten
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