Benachrichtigungen
Alles löschen

Alle Heiligen Schriften ...

Seite 4 / 4

AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2558

.... begegnen uns mit einem "Offenbarungsanspruch" - und das würde ich gerne hier mal zum Bedenken und Reflektieren einbringen.

Doch der Reihe nach und mit einem ersten Packende:

Häufig begegnet uns die Behauptung bzw. das Urteil, dass  alle (anderen) Religionen dieser Welt "Versuche sind, Gott/das Göttliche zu erreichen" oder durch eigene Bemühungen, Werke, Anstrengung & Erkenntnis-Bestrebungen mit Gott/dem Göttlichen "ins Reine zu kommen" - wie immer die Wege, Vorstellungen und Benennungen aussehen - während uns in der Bibel GOTTES OFFENBARUNG begegnet, die - von Israels Glaubensanfängen bis hin zum Neuen Testament die ALLEINIGE Wahrheit vermittelt.

Fakt ist nun, dass ALLE HEILIGEN SCHRIFTEN einen Offenbarungsanspruch haben - vom jüdischen Thora-& Schrift-Verständnis (das den nt.lich-christologischen Offenbarungsanspruch nicht als Wahrheit & Erfüllung akzeptiert) über den Koran (als "letzt-gültige" Gottesoffenbarung) bis hin zu den alt-indischen Heiligen Schriften (Veden, Upanishaden, Bhagavadgita), die ihre "Schau des Göttlichen" in ihrer Tiefe auch als Offenbarung verstehen, ebenso wie Gautama Buddhas Einsichten/Erkenntnise (auch ohne Gottesbezug) als Offenbarung (=Einsicht & Erfahrung in die Wahrheiten der Existenz) verstanden und weitergegeben werden.

Hinzukommt, dass Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten (und dazu noch manch andere religions-phänomenologische Verzweigungen) ebenso wie wir Christen in IHRER Offenbarung tiefe Erfüllungserfahrungen, inneren Frieden, Sinn, Trost, Lebenshilfe und Wegweisung "im Leben und im Sterben" finden - und u.U. (vorausgesetzt, dass sie ihre Heiligen Schriften nicht auch "exklusiv", "orthodox"  und ihren Glauben/ihre Spiritualität als "allein seligmachend" verstehen und gelehrt bekommen!) eine inter-religiöse Freiheit haben und entwickeln können, in der es so etwas wie einen gemeinsamen Grund von Liebe, Barmherzigkeit, Verbundenheit und Wertschätzung behaupten.

Erfüllung, Wahrheitsbezeugung, Gewissheiten, Gottes- und Transzendenzerfahrung und liebende Hingabe (Menschen- und Gottesliebe) gibt es also auch auf dem "Nährboden" anderer Heiliger Schriften.

Andererseits können ALLE Heiligen Schriften ebenso wie die Bibel missbraucht, missverstanden und instrumentalisiert werden. Sie können unduldsam und exklusiv verstanden werden. Und die Tatsache, dass sie geschichtliche, menschliche und in mancherlei Hinsicht auch relative BEZEUGUNGEN sind, kann man bestreiten ... wobei wir wieder bei der Tatsache sind, dass ALLE Heiligen Schriften den Anspruch haben, Offenbarung als Quelle & Ursprung zu haben.

Ist es also richtig, zwingend und nötig, die Bibel GEGEN andere Heilige Schriften mit ihren Wahrheiten zu stellen? Oder haben wir als Christen (ohne unseren Glauben zu verleugnen) die Freiheit, auch andere "Heiligen Schriften" mit Gewinn zu lesen - komplementär, das Gemeinsame suchend & findend, als Inspiration und im Wissen, dass Gottes Wirklichkeit, das Wirken seines Geistes und die in Jesus Christus (seinem Leben, Sterben und Auferstehen) offenbarte Wahrheit größer ist als alle "Schriften" ...?

L'Chaim

Antwort
138 Antworten
AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2558
Veröffentlicht von: @jack-black

Das klingt so, als würdest Du die Legitimität Deines Ideals irgendwie wissenschaftlich begründen können, so von wegen religions-phänomenologisch/-geschichtlich

Ein "Ideal", mmmh, das ist vielleicht nicht so weit entfernt von dem, was Du selbst politisch-weltanschaulich vertrittst und Dir wünscht, denke ich - also: Was erstrebenswert und gut ist/wäre, sollte man weiter verfolgen.

Fakt ist aber ... "so von wegen ..." , dass wir mittlerweile im Wissen um die Welt (auch der Religionen und Kulturen) weiter sind und es in der Tat nicht nur interreligiöses Wissen haben, sondern ein Zueinander auch erfahrbar werden kann und faktisch erfahren wird.

Veröffentlicht von: @jack-black

witzigerweise setzt Du "biblisch" fein in Klammern, weil Du zu wissen scheinst, dass, wenn man dem Bibeltext zuviel Autorität zumisst,

Nein, ich setze es in Anführungsstriche, weil ich die oft begegnende argumentative Formulierung, was "BIBLISCH" ist, agedeutet als wörtliche Rede, aufgreife und gar nicht den biblischen BEZUG bestreite, sondern ihn anders verstehe und anders damit umgehe.

Veröffentlicht von: @jack-black

Weil ich ja eh mit dem Offenbarungsanspruch nichts anfangen kann und mir hier und sonstwo noch niemand so recht zu erklären vermochte, was das sei (Helmut hatte es weiter oben zumindest versucht, wenn auch vergeblich).

Genau ... 

Veröffentlicht von: @jack-black

Dass der jüdisch-christliche Gott sich nicht in anderen Religionen offenbare, lese ich allerdings aus dem Bibeltext heraus (ohne mich da sonderlich in sophistischen Turmübungen verrenken zu müssen), und viele Christen tun dies ebenso.

Korrekter würde ich formulieren: Nicht "der jüdisch-christliche Gott" (es gibt nach meinem Glauben nur Einen, nur Eine göttliche Wirklichkeit, die eben die solche ist), sondern "der jüdisch-christlich bezeugte Gott" ... und da bin ich in der Tat von der theologisch-liberalen Sorte ;-), dass wir im Fortgang der Geschichte, Globalisierung der Welt und im fortgeschrittenen Wissen (auch kulturell, geistig, religiös) den EINEN Gott, die EINE christliche Wirklichkeit in ein Verhältnis setzen dürfen, können und müssen, das über bloße Bibel-Verhaftung hinausgeht - nicht in Selbstaufgabe, sondern im besseren Verstehen.

Veröffentlicht von: @jack-black

Deine Lesart der Bibel ist eine Minderheitenposition.

Das ist jetzt - über die reine Feststellung hinaus - ein Argument für ... gegen ...?

Veröffentlicht von: @jack-black

sie läuft auf die Aufgabe des zentralen Kriteriums hinaus, das die christliche Religion ausmacht: des Exklusivitätsanspruchs, der im ersten Gebot schriftlich fixiert wurde, und den Turmfalke und Deborah gemäß der sich sehr überzeugend anbietenden Bibeltextinterpretation verteidigen.

Dieser Exklusivitätsanspruch passt zwar nicht zu dem, was sich historisch empirisch feststellen lässt. Aber zu dem passt eben die christliche Ideologie insgesamt nicht.

Dass Turmfalke und Debora eine "sich sehr überzeugend anbietende Bibeltextinterpretation" anbieten, gilt weder für Dich 😉 noch in der letzten Konsequenz für mich ...

Und "Exklusivitätsansprüche" (behauptete und in Stellung gebrachte) sind wohl eine echte Herausforderung, vor der man nicht kapitulieren sollte ... Sie sind auf ihre Wahrheitsgehalte UND ihre Relativitäten hin zu befragen.

L'Chaim

 

awhler antworten


AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2558
Veröffentlicht von: @ember

Doch genau darum dreht sich alles 😉.

Wie du das Evangelium von Jesus Christus, ganz persönlich für dich selbst,siehst.

Damit bestätigst Du ja nocheinmal, was ich Dir schon rückgemeldet habe: Du zeigst mit DEINEN Antworten eben diese persönliche Sichtweise, ich die meine.

Nicht mehr, nicht weniger - und beide tun wir es als Christen.

L'Chaim

awhler antworten
11 Antworten
Ember
 Ember
(@ember)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 240

@awhler 

Nicht mehr, nicht weniger - und beide tun wir es als Christen.

Hmmm..

🤔

Keine Ahnung..

Vielleicht ja,vielleicht nein..

Ich weiß es nicht..

Wir werden es sehen..

😶

 

ember antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2558
Veröffentlicht von: @ember

@awhler 

Nicht mehr, nicht weniger - und beide tun wir es als Christen.

Hmmm..

🤔

Keine Ahnung.. Vielleicht ja,vielleicht nein..

 

 

Was meinst Du damit?

L'Chaim

awhler antworten
Ember
 Ember
(@ember)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 240

@awhler 

Was meinst Du damit?

 

Das was ich geschrieben habe.

 

???

ember antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2558

@ember 

Du greifst einen Satz von mir auf - und kommentierst ihn mit "Keine Ahnung, vielleicht" ... Und ich hätte gerne erklärt, was Du in Frage stellst.

L'Chaim

awhler antworten
Ember
 Ember
(@ember)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 240

@awhler 

Du greifst einen Satz von mir auf - und kommentierst ihn mit "Keine Ahnung, vielleicht" ... Und ich hätte gerne erklärt, was Du in Frage stellst.

 

???

 

 

 

Mk 16,16

Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

 

Spr 14,15

Der Unverständige glaubt jedem Wort, aber der Kluge gibt auf seine Schritte acht.

 

Joh 3,18

Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.

😶

ember antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2558

@ember 

Ich möchte Dich freundlich bitten, mir konkret, mit eigenen und persönlichen Worten zu antworten - und Dich nicht hinter drei Bibelzitaten selbst unerklärt zu lassen - DANKE.

L'Chaim

awhler antworten
Ember
 Ember
(@ember)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 240

@awhler

Ich möchte Dich freundlich bitten, mir konkret, mit eigenen und persönlichen Worten zu antworten - und Dich nicht hinter drei Bibelzitaten selbst unerklärt zu lassen - DANKE.

 

Ich habe auch mehrfach Fragen gestellt wo ich bedauerlicherweise auch keine Antwort erhalten habe.

Ich habe dir erklärt wie ich das christsein verstehen!

Leider bekomme ich das selbe nicht zurück.

Ich weiß nicht wie du es wirklich siehst?

Ich höre nur von dir das am Ende alle gerettet werden.

Das wiederspricht nun mal das was Jesus Christus sagt.

Was soll ich da denken?

Du kannst nicht von mir erwarten das ich Lüge nur das es dir dann besser geht.

Deshalb sagte ich wahrheitsgemäß " Ich habe keine Ahnung"

Vielleicht hätte ich einfach schweigen sollen ..

Sorry!

Mache mir einfach nur Sorgen um deine Seele..

Bin da irgendwie nicht lernfähig zu schweigen wenn ich meine das läuft in eine falsche Richtung.

Natürlich kann ich mich auch irren..

Wäre doch schön wenn ich mich hier irren würde...

Aber ich meine es ernst mit..

Keine Ahnung!

LG ❤️ 

 

 

 

 

ember antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2558

@ember 

Ich glaube, wir stoßen hier an die Grenze dessen, was kommunikativ möglich ist ... 

Wir kennen einander nicht und Du schreibst, dass Du Dir Sorgen um meine Seele machst. Das glaube ich Dir - aber es kommt mir komisch vor, denn darin zeigt sich, dass Du aus meinen Sätzen und Aussagen den Rückschluss ziehst, dass es Grund gibt, um mein Heil besorgt zu sein.

Ich denke, das musst Du nicht, denn wir haben durchaus nach 1.Kor 3,11 den gemeinsamen Grund, der uns beide trägt.

Ok?

L'Chaim 

 

awhler antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 1396

@ember 

Für mich klingt das so, als wenn Du awhlers Christsein in Frage stellst. 

Derartiges solltest Du hier lieber nicht machen. Was Du für Dich denkst, ist allerdings Deine Sache.

VG

Chey

chey antworten
Ember
 Ember
(@ember)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 240

@chey 

Ich entscheide nicht wer was ist oder nicht ist.

Gott entscheidet allein ❣️

ember antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 1396

@ember 

Gut, dass du das erkannt hast. Siehe Römer 14, 4

Dann allerdings kannst du solche Andeutungen und Bibelstellen auch stecken lassen.

VG

Chey

chey antworten
Rafael
 Rafael
Beiträge : 378

@awhler 

Vor einigen Jahren habe ich ein paar Bücher aus der Reihe Risale i-nur von dem islamischen Theologen Said Nursi gelesen. Besonders die Beschreibungen der Schöpfung und Natur fand ich großartig. Daher glaube ich ein bisschen zu verstehen was Du meinen könntest.

rafael antworten


Maria
 Maria
Beiträge : 1413

@awhler Ich glaube, dass Gott sich zu allen Zeiten und in allen Kulturen Menschen geoffenbart hat. Wie die Menschen damit umgegangen sind und was sie daraus gemacht haben, ist aber teilweise ganz unterschiedlich, auch welche Aspekte ihnen besonders wichtig sind in ihrem Bemühen, Gott nah zu kommen, was durchaus inspirierend sein kann.

Wie ich finde, kommt es bei einer Offenbarung nicht nur auf den Sender (Gott) sondern auch auf den Empfänger an, wie seine Vorstellungswelt ist und vor allem, welche Vorstellungen er sich von Gott macht und wie nah er Gott ist. Aus dem AT lese ich eine lange Geschichte, wie sich die Vorstellungen von Gott langsam änderten und das Wesen Gottes immer besser verstanden wurde, bis zu Jesus, der eins ist mit dem Vater.

Für Abraham war die Vorstellung ganz normal, dass man einen Gott durch Menschenopfer besänftigen muss. Deswegen kam für ihn nur ein Schlachtopfer in Frage, als er Isaak opfern sollte. Wir wissen heute, dass Gott keine derartigen Opfer will. Gott erwartet, dass wir Ihm unsre Kinder im Herzen aufopfern. Wir sollen unsere Kinder nicht als unseren Besitz ansehen sondern ihnen ihr eigenes Leben mit Gott zugestehen. Das ist das Opfer, das Gott erwartet. Dass wir das wissen, haben wir Jesus zu verdanken, weil Er uns das Wesen Gottes näher gebracht hat. 

Gott offenbart sich auch heute noch, und oft passiert es, dass Seine Offenbarung falsch gedeutet wird. Ich denke z.B. an Franziskus von Assissi, dem Gott sagte: Baue meine Kirche neu auf". Er dachte zuerst an die gemauerten Kirchen und reparierte etliche Kapellen, bis ihm nach und nach aufging, dass die Kirche dabei war zu zerfallen in Weltlichkeit und Hierarchiedenken und im Sinne Jesu erneuert werden sollte.

 

 

maria antworten
4 Antworten
Turmfalke1
(@turmfalke1)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 4609

@maria Für Abraham war die Vorstellung ganz normal, dass man einen Gott durch Menschenopfer besänftigen muss. Deswegen kam für ihn nur ein Schlachtopfer in Frage, als er Isaak opfern sollte. Wir wissen heute, dass Gott keine derartigen Opfer will. Gott erwartet, dass wir Ihm unsre Kinder im Herzen aufopfern. 

Es waren Gottes eigene Worte:

1. Mose 22, 2: Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.

turmfalke1 antworten
Maria
 Maria
(@maria)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1413

@turmfalke1

Es waren Gottes eigene Worte:

Wer hat denn Gottes Worte protokolliert?

Vergleiche mal Joh 12,28Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.29Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. 30Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. 31Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden.

Jesus vernimmt die Stimme des Vater rein, weil Er selbst rein ist. Wie die anderen die Stimme des Vaters vernehmen, hängt davon ab, wie sie selbst beschaffen sind, je nach dem, welche unreinen Geister sie beeinflussen. Das ist das Gericht.

 

 

 

maria antworten
Turmfalke1
(@turmfalke1)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 4609

@maria Wer hat denn Gottes Worte protokolliert?

Sein Heiliger Geist, der dafür gesorgt hat, dass Gottes Wort unverfälscht in der Bibel niedergeschrieben wurde.

Wie die anderen die Stimme des Vaters vernehmen, hängt davon ab, wie sie selbst beschaffen sind, je nach dem, welche unreinen Geister sie beeinflussen. Das ist das Gericht.

Da steht aber nicht, dass Abraham die Stimme Gottes so vernommen hat, sondern da steht ganz klar und unmissverständlich: "Und er sprach ..."

In Hebräer 11, 17 ff wird Abraham sogar genau wegen dieser Tat als Glaubensvorbild dargestellt:
„Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, als er versucht wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, als er schon die Verheißungen empfangen hatte, von dem gesagt war: ‚Nach Isaak soll dein Geschlecht benannt werden.‘ Er dachte: Gott kann auch von den Toten auferwecken; darum erhielt er ihn auch als Gleichnis wieder.“

Ebenso in Jakobus 2, 21 ff:
„Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt worden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. Und so ist die Schrift erfüllt, die da spricht: ‚Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden‘, und er wurde ein ‚Freund Gottes‘ genannt.“

Außerdem übernimmt Paulus die Bereitschaft Abrahams als leuchtendes Beispiel für Gottes Liebe, der Seinen eigenen Sohn für uns geopfert hat:

Gott zu Abraham: 
1. Mose 22, 12: ... nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.

über Jesus:
Römer 8, 32: „Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“

Während Abraham bereit war, seinen Sohn Isaak für Gott zu opfern (es aber am Ende nicht tun musste), hat Gott seinen eigenen Sohn tatsächlich am Kreuz dahingegeben.

Weitere prophetische Parallelen:

Der einzige geliebte Sohn: Gott sprach zu Abraham "Nimm deinen Sohn, den du lieb hast ..."/ Bei der Taufe Jesu sagt Gottes Stimme: "'Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe ..."

Das Holz auf den Schultern: Isaak musste das Holz für das Brandopfer selbst den Berg hinauftragen/ Genauso musste Jesus Sein eigenes Kreuz zur Hinrichtungsstätte tragen.

Ort des Geschehens: Der Chronikbericht (2. Chronik 3, 1) identifiziert den Berg Morija, wo Abraham Isaak opfern sollte, mit dem späteren Tempelberg in Jerusalem. Jesus wurde in unmittelbarer Nähe gekreuzigt.

Auferstehung am dritten Tag: Die Reise Abrahams mit Isaak dauerte 3 Tage (1. Mose 22, 4) - für Abraham war Isaak diese Zeit schon so gut wie tot - am dritten Tag bekam er ihn lebend zurück/ Jesus auferstand am 3. Tag

der Widder als Stellvertreter: Gott stellt einen Widder als Ersatzopfer für Isaak bereit/ Jesus stirbt als Opferlamm stellvertretend für die Sünden der Menschen

turmfalke1 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29960

@maria 

Zum Beitrag

Turmfalke1: Es waren Gottes eigene Worte:

Maria: Wer hat denn Gottes Worte protokolliert?

Die Autoren der Bibel unter Führung des Hl Geistes. 

Abram kam aus Chaldäa, dort waren Menschenopfer gebräuchlich. Abram war dort hinaus geführt worden und nun war es an der Zeit, dass er auch von den Menschenopfern gelöst wurde. Wie Gott das über den Treuebeweis und den Ersatz durch den Widder auflöste, ist genial. 

Erstaunlich, wie sich die Aussage Abrahams aus Vers 8 erfüllte. 

1. Mose 22, 8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. 

1. Mose 22, 11 Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. 13 Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich im Gestrüpp mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt. 

Er knüpfte da an, wo Abraham stand und machte unmißverständlich klar, dass für Abraham das Ende der Menschenopfer gekommen war. Und er zeigt Abraham als Propheten mit der Schaf-Vorhersage. 

Vers 8 lässt sich auch anders übersetzen: Gott hat sich ein Schaf zum Brandopfer ersehen, Seinen Sohn. 

Diese Geschichte ist eine starke Vorschattung auf Jesu Tod am Kreuz, um als das Lamm, das die Sünden der Welt trug, uns zu erlösen. 

deborah71 antworten
Herbert52
Beiträge : 260

@awhler 

Vielen Dank für dieses wichtige Thema

Fakt ist nun, dass ALLE HEILIGEN SCHRIFTEN einen Offenbarungsanspruch haben.  

Für mich ist nicht der Anspruch das Problem, sondern der Inhalt. Das ´Göttliche` begegnet uns ja überall. In dem Sinne kann auch ein Sonnaufgang etwas über Gott offenbaren – es hängt von der Empfangsbereitschaft ab. Was die nicht-monotheistischen Religionen angeht, dass sie den Weg einer individuellen und unmittelbaren Gotteserfahrung betonen und ihre Lebensweisheiten dazu angetan sind, eine heiligenden Lebensführung zu unterstützen. Vor allem in Bezug auf die Überwindung der Welt im eigenen Inneren, einen liebvollen Umgang mit sich, dem Nächsten und der Natur.

Bezügliche der Bibel ist aus meiner Sicht einzigartig, dass dort berichtet / behauptet wird, dass Gott sowohl unmittelbar selbst wie auch durch Propheten spricht. Das Evangelium ist einmal ein an die Zeit angepasster Kommentar / Erläuterung der altt. Gottesoffenbarung und darüber hinaus ein durch Lehre und praktisches Vorbild Jesus des Herrn vorgelebte ´Operationalisierung` einer heiligenden Lebensführung.

Den Islam verstehe ich als einen kritischen Kommentar an der Auslegung und Glaubenspraxis der frühen Christen. Das gleiche gilt aus meiner Sicht für die zahlreichen Varianten (bewusst nicht ´Abspaltungen`) des Christentums. Neben der Orthodoxen vor allem für Mormonen und Quäkern.

Bezüglich des Geltungsanspruchs teile ich also den besonderen Offenbarungsgehalt der Bibel. Allerdings bin überzeugt, dass es nicht die letzte Ansprache Gottes an die Menschen ist. Ich denken z.B. an die Bahai Religion, die ich ebenfalls als einen Kommentar zur Theorie und Praxis des Christentums verstehe.

Das tiefer liegende Problem ist eine Antwort auf die Frage, warum Gott überhaupt sich so vielgestaltig – vielsprachig an die Menschheit wendet. Warum es diese Vielfalt gibt und warum es wohl nicht möglich ist, dass es einen Text-Corpus gibt, der so eindeutig ist, dass man nicht so viel darüber diskutieren und nachdenken muss und warum Gott es zulässt, dass ALLE Heiligen Schriften ebenso wie die Bibel missbraucht, missverstanden und instrumentalisiert werden können.

Ist es also richtig, zwingend und nötig, die Bibel GEGEN andere Heilige Schriften mit ihren Wahrheiten zu stellen? … Nein. Sinnvoll ist es umgekehrt, die anderen von Standpunkt des NT aus zu lesen.

Oder haben wir als Christen (ohne unseren Glauben zu verleugnen) die Freiheit, auch andere "Heiligen Schriften" mit Gewinn zu lesen - komplementär, das Gemeinsame suchend & findend, als Inspiration und im Wissen, dass Gottes Wirklichkeit, das Wirken seines Geistes und die in Jesus Christus (seinem Leben, Sterben und Auferstehen) offenbarte Wahrheit größer ist als alle "Schriften" ...? 

… Ja- Unbedingt. Unter der Voraussetzung, dass man sich klar macht, dass sich die Wahrheit einer Schrift nicht durch den Text der Schrift vermittelt, sondern erst im Prozess der aktiven – praktisch – glaubenden Aneignung. Was mich stört ist das Wort größer … als alle „Schriften“. Ich würde sagen ´unmittelbarer`, also nicht nur durch Propheten. Inhaltlich ist hervorzuheben die Einmaligkeit der sonst nirgends berichtet unerreichte Übereinstimmung zwischen Lehre und Leben: nämlich die Auferstehung von den Toten. Der Glaube daran, mit all den Implikationen, ist das Einmalige des Evangeliums.

Grüß Gott

herbert antworten
1 Antwort
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6684

@herbert 

Fakt ist nun, dass ALLE HEILIGEN SCHRIFTEN einen Offenbarungsanspruch haben.  

Äm nein. 

Sedarta Gautama, hatt keine göttliche Offenbarung empfangen er hat seine erleuchteten Erkenntnisse aufeschrieben. Auch die ganzen heidnischen Kultischen Schriften wurden nicht als Göttliche Offenbarung betrachtet sondern war Erzählungen über Mythologische Erreignisse, kein heidnischer Text hatte den Ansprucht Göttlich inspiriert zu sein. Auch in der Bibel ist nicht jeder Text eine Offenbarung Gottes. Aber auch in den Kulten die keine Schriften haben, wird nicht von einer Göttlichen Offenbarung gesprochen, die Traumwelt der Aborigines, oder die grosse Buch der Schöpfung der Kelten, wird nicht als Göttliche Offenbarung sondern erfahrbare Realität beschrieben. 

Das Konzept, dass sich eine ansonsten nicht begreifbare Gottheit, durch erwählte Propheten offenbart, haben längst nicht alle Religionen, und religösen Schriften. 

Es haben noch nicht einmal alle Schriften einen Wahrheitsanspruch. 

arcangel antworten


Tamaro
 Tamaro
Beiträge : 2056

@awhler 

 

Ist es also richtig, zwingend und nötig, die Bibel GEGEN andere Heilige Schriften mit ihren Wahrheiten zu stellen?

Das mache ich ja gar nicht. Aber für mich ist die Bibel meine geistige Heimat, anhand derer ich versuche, diese Welt zu ergründen.

 

Oder haben wir als Christen (ohne unseren Glauben zu verleugnen) die Freiheit, auch andere "Heiligen Schriften" mit Gewinn zu lesen - komplementär, das Gemeinsame suchend & findend,

Natürlich haben wir diese Freiheit, aber was soll es mir denn genau bringen?

Ich denke, wenn du dich an eine Heilige Schrift aus einem anderen Kulturraum heranwagen willst, so müsstest du die entsprechende Kultur und Sprache zuvor schon gut kennengelernt haben, um sie richtig verstehen und einordnen zu können. Dieser ganze Aufwand scheint mir eigentlich nur sinnvoll zu sein, wenn du bspw. intensive Kontakte zu Menschen pflegst, die diesem Kulturraum entstammen.

 

dass Gottes Wirklichkeit, das Wirken seines Geistes und die in Jesus Christus (seinem Leben, Sterben und Auferstehen) offenbarte Wahrheit größer ist als alle "Schriften" ...?

Im Endeffekt denkt ja jeder, dass seine Version der offenbarten Wahrheit grösser ist als alle Schriften.

Was aber wirklich zählt ist, dass wir immer freundlich, witzig und gut drauf sind und gut aufeinander acht geben. 🙂  (Diese Aussage ist jetzt eher ironisch gemeint, mir ist das jetzt spontan in den Sinn gekommen, aber etwas mehr davon im Alltag wäre manchmal nicht schlecht).

 

In einer Antwort an Helmut-WK hast du geschrieben, dass du jahrelange Erfahrung in Praxis von Meditation und Kontemplation hättest. Ich denke, was du und auch andere Menschen in anderen Heiligen Schriften zu finden hoffen, hätten wir schon längst in unserem Christentum.

Bei uns im Westen ist aber wohl vieles davon verloren gegangen. Meines Wissens haben die verschiedenen Orthodoxen Kirchen und vor allem die ägyptischen Kopten eine sehr lange, alte und natürliche Tradition einer kontemplativen Praxis. Auch in der römisch-katholischen Kirche ist wohl noch einiges davon erhalten geblieben. Aber unsere evangelischen (oder auch evangelikalen) Denominationen sind äusserst wort- und kopflastig und oftmals staubtrocken. Die Kanzel wurde durch die Reformation zum optischen und inhaltlichen Mittelpunkt anstelle des Altars. Die Reformatoren befürchteten, dass die unmittelbare, wortlose Gotteserfahrung im Inneren dazu führen könnte, dass das Studium des geschriebenen Wortes vernachlässigt würde und man eben vom Glauben abfallen könnte.

 

auch andere "Heiligen Schriften" mit Gewinn zu lesen

Noch mehr lesen... ach du meine Güte. Wenn man schon beruflich einiges lesen muss, danach die ganzen Nachrichten sind auch wiederum viel Text und dann gehört man noch einem Glauben an, der wie schon geschrieben vor allem kopf- und wortlastig funktioniert... Nein, ich denke, es wird mal Zeit, den Glauben zu leben oder auch zu erleben.

 

tamaro antworten
1 Antwort
Rafael
 Rafael
(@rafael)
Beigetreten : Vor 2 Monaten

Beiträge : 378

@tamaro 

Guten Punkt, den Du anbringst, der zeitliche Aufwand, der benötigt wird, wieviel fruchtbringender wäre es, die eigene Tradition zu vertiefen?

Bei einer oberflächlichen Betrachtung läuft man schnell Gefahr, Strohmänner über die anderen Religionen aufzubauen, und statt mich anderen Religionen anzunähern, erkläre ich ihren Abgehörigen ihre Religion, und das auch noch falsch.

Hier im Thread hatte ich schon vom Purusha als Schöpfungsgott gelesen. Das scheint mir sehr an der indischen Religion vorbei zu sein.

rafael antworten
Seite 4 / 4
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?