Benachrichtigungen
Alles löschen

Alle Heiligen Schriften ...

Seite 5 / 5

AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2563

.... begegnen uns mit einem "Offenbarungsanspruch" - und das würde ich gerne hier mal zum Bedenken und Reflektieren einbringen.

Doch der Reihe nach und mit einem ersten Packende:

Häufig begegnet uns die Behauptung bzw. das Urteil, dass  alle (anderen) Religionen dieser Welt "Versuche sind, Gott/das Göttliche zu erreichen" oder durch eigene Bemühungen, Werke, Anstrengung & Erkenntnis-Bestrebungen mit Gott/dem Göttlichen "ins Reine zu kommen" - wie immer die Wege, Vorstellungen und Benennungen aussehen - während uns in der Bibel GOTTES OFFENBARUNG begegnet, die - von Israels Glaubensanfängen bis hin zum Neuen Testament die ALLEINIGE Wahrheit vermittelt.

Fakt ist nun, dass ALLE HEILIGEN SCHRIFTEN einen Offenbarungsanspruch haben - vom jüdischen Thora-& Schrift-Verständnis (das den nt.lich-christologischen Offenbarungsanspruch nicht als Wahrheit & Erfüllung akzeptiert) über den Koran (als "letzt-gültige" Gottesoffenbarung) bis hin zu den alt-indischen Heiligen Schriften (Veden, Upanishaden, Bhagavadgita), die ihre "Schau des Göttlichen" in ihrer Tiefe auch als Offenbarung verstehen, ebenso wie Gautama Buddhas Einsichten/Erkenntnise (auch ohne Gottesbezug) als Offenbarung (=Einsicht & Erfahrung in die Wahrheiten der Existenz) verstanden und weitergegeben werden.

Hinzukommt, dass Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten (und dazu noch manch andere religions-phänomenologische Verzweigungen) ebenso wie wir Christen in IHRER Offenbarung tiefe Erfüllungserfahrungen, inneren Frieden, Sinn, Trost, Lebenshilfe und Wegweisung "im Leben und im Sterben" finden - und u.U. (vorausgesetzt, dass sie ihre Heiligen Schriften nicht auch "exklusiv", "orthodox"  und ihren Glauben/ihre Spiritualität als "allein seligmachend" verstehen und gelehrt bekommen!) eine inter-religiöse Freiheit haben und entwickeln können, in der es so etwas wie einen gemeinsamen Grund von Liebe, Barmherzigkeit, Verbundenheit und Wertschätzung behaupten.

Erfüllung, Wahrheitsbezeugung, Gewissheiten, Gottes- und Transzendenzerfahrung und liebende Hingabe (Menschen- und Gottesliebe) gibt es also auch auf dem "Nährboden" anderer Heiliger Schriften.

Andererseits können ALLE Heiligen Schriften ebenso wie die Bibel missbraucht, missverstanden und instrumentalisiert werden. Sie können unduldsam und exklusiv verstanden werden. Und die Tatsache, dass sie geschichtliche, menschliche und in mancherlei Hinsicht auch relative BEZEUGUNGEN sind, kann man bestreiten ... wobei wir wieder bei der Tatsache sind, dass ALLE Heiligen Schriften den Anspruch haben, Offenbarung als Quelle & Ursprung zu haben.

Ist es also richtig, zwingend und nötig, die Bibel GEGEN andere Heilige Schriften mit ihren Wahrheiten zu stellen? Oder haben wir als Christen (ohne unseren Glauben zu verleugnen) die Freiheit, auch andere "Heiligen Schriften" mit Gewinn zu lesen - komplementär, das Gemeinsame suchend & findend, als Inspiration und im Wissen, dass Gottes Wirklichkeit, das Wirken seines Geistes und die in Jesus Christus (seinem Leben, Sterben und Auferstehen) offenbarte Wahrheit größer ist als alle "Schriften" ...?

L'Chaim

Antwort
167 Antworten
Chey
 Chey
Beiträge : 1407

@awhler 

Die Frage nach dem Sinn des Lebens und allem ist allerdings inzwischen abschließend beantwortet. 

Wenn auch nicht für alle zufriedenstellend, aber immerhin kurz und präzise:

https://youtu.be/VUWv2GGii4s?si=VigsShxk10fBYZa6

VG

Chey

chey antworten


Herbert52
Beiträge : 262
Veröffentlicht von: @tamaro

Die Reformatoren befürchteten, dass die unmittelbare, wortlose Gotteserfahrung im Inneren dazu führen könnte, dass das Studium des geschriebenen Wortes vernachlässigt würde und man eben vom Glauben abfallen könnte

.... nicht abfallen, sondern sich ihrer Kontrolle entziehen.

herbert antworten
AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2563
Veröffentlicht von: @turmfalke1

Nein, hier war es genau umgekehrt: Nicht der Mensch opfert sich für Gott, sondern Gott opfert sich selbst für den Menschen. Jesus war kein unbeteiligter Dritter, den Gottes Zorn traf, Jesus ist Gott Selbst, der Mensch wurde. Paulus schreibt im 2. Korintherbrief 5,19: „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber...“ Das bedeutet: Gott hat die Strafe und das Leid, das eigentlich die Menschheit getroffen hätte, aus Liebe auf sich selbst genommen. 

Ja, diese Sichtweise halte ich für sehr, sehr wichtig.

Gott ist Subjekt (der Handelnde, sich Gebende), nicht (das zu besänftigende, milde und gnädig zu stimmende) Objekt des Heilsmysteriums - der, der handelt und sich selbst.

"Geheimnis des Glaubens!" ❤️ ... ist das nicht Teil der Liturgie einer katholischen Messe und Eucharistie?

L' Chaim 

awhler antworten


Seite 5 / 5
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?