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Bedeutung "geistlich arm".

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Blackswan
Themenstarter
Beiträge : 9

Math 5.3

"Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr."

Was alles versteht man unter "geistlich arm"? Sind damit nur die gemeint, die unter einer geistigen behinderung leiden oder gehören auch psychisch kranke (deren gehirn ja auch beeinträchtigt sein kann, durch zb traumata oder andern auslösern der psychischen krankheit) dazu?

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Geistlich arm ... durch welche Ursache auch immer bewirkt ... zeigt doch lediglich auf das gesamte Fülle des Geistes nicht erfasst wird. Ist das bei mir der Fall? Oder lässt es im Alter nicht nach?

Ich denke das kann in Richtung kindlichen Glaubens gehen, vorbehaltlos vertrauen und glauben was der Heilige Geist bewirkt.

In Richtung "geistig" kann es ggf. auch mal gehen als Ursache, wer weiß? Doch muß ja nicht jedem Gotteskind alles zu jeder Zeit wunschgemäß oder gar optimal zur Verfügung stehen resp. möglich sein. Wie oft war schon eine "einfache" Wortverkündigung eines Schusters vollwertiger als die geschliffene Predigt eines Bankers? Ich kenne diesen krassen Gegensatz.

Anonymous antworten


Uri.Kulm
Beiträge : 183

Bedeutung Matthäus 5,3
"Glückselig die die Armen im Geist, ihrer ist das Reich der Himmel"

Der verheißene und vor ca. 2000 Jahren erschienene König Israels, Jesus Christus, hatte die Menschen damals aufgefordert: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen“. Indem einige den Worten glaubten, kamen sie als seine Jünger zu ihm in sein Reich/Bereich. Matthäus 4 Der König Christus wurde aber verworfen und das Reich nicht aufgerichtet bis heute und ist noch zukünftig. Dennoch gelten die Prinzipien durchgängig von damals an.

In Matthäus 5 – 7 proklamiert er vor seinen Jüngern und zu Ohren der Menschenmenge (die damit aufgefordert wurden, auf dem beschriebenen Weg ebenfalls glücklich errettet zu werden und Eingang in sein Reich zu haben) die himmlischen Grundsätze seines Königsreiches, das im Begriff stand, in Israel (auf der Erde, nicht im Himmel) aufgerichtet zu werden. Auch wenn Er sich zunächst an seine damaligen Jünger wandte, so gelten seine Worte auch uns.

Jesus beginnt die 9 Glückseligpreisungen mit den „Armen im Geist". Er spricht nicht von Menschen, die eine geistige Behinderung haben, in ihrer Intelligenz beschränkt oder materiell arm oder gesellschaftlich oder sonst wie benachteiligt sind. Auch nicht davon, asketisch, eremitisch, sich selbst kasteiend, auf den Knien nach Jerusalem/Rom rutschend, in Armut als Bettel - oder sonst wie als – Mönch oder Almosen Spender zu leben. Auch die Gesetze der fünf Säulen des Islam oder die der anderen Religionen führen nicht in dieses Reich.

Es geht hier um Menschen die in ihrem menschlichen Geist, in ihrer Gesinnung und Gedanken die Stellung von Armen vor Gott eingenommen haben. Sie haben sich im Licht der Gegenwart des vom Himmel gekommenen (sündlosen) Messias und damit vor Gott als „geistlich arm“ (Römer 3,10 - 18) erkannt und sind nun von sich aus bereit auch in den Augen der Menschen „arm" zu sein, nicht als große Geister erscheinen zu wollen.

Der Herr preist also diejenigen glückselig, die demütig sind und nicht hoch von sich denken. Wer sich im Licht Gottes sieht und vor Gott selbst steht, der wird sich seiner Kleinheit bewusst sein. Größe vor Gott geht einher mit Demut, mit dem Bewusstsein, dass ER alles ist, man selbst jedoch nichts. Sprüche 29,23; Römer 12,16; 1. Korinther 1,26ff; 1, Petrus 5,5b.6a Das ist übrigens praktische Gerechtigkeit, sich in dem rechten Licht zu sehen. Für diese Haltung gibt es eine Reihe von Beispielen. Denken wir an Hiob, der in Staub und Asche bereute (Hiob 42,5.6). Abraham sagte sogar, er sei Staub und Asche (1. Mo 18,27). Auch Jesaja war sich angesichts der Herrlichkeit Gottes bewusst, dass er sündig und nichts war (Jes 6,1-5). „Denn diese Gesinnung sei in euch, die in Christus Jesus war …“ Philipper 4,5

Die erste Glückseligpreisung ist sehr allgemein, auch was den Segen betrifft, den der Herr dem schenkt, der die richtige Haltung einnimmt. Für den, der sich vor Gott demütigt, hat Er das (König)Reich der Himmel (für die Zeit auf der Erde) gegeben. Die herausfordernde Frage an uns heute lautet: Haben wir vor Gott Buße getan und sind wir mit diesem Platz der Niedrigkeit in der Welt zufrieden, „arm im Geist“ zu sein und ausschließlich Gott, dem Vater, und seinem Sohn alle Ehre zu geben? Bedenken wir, wer wo anders mit Gewalt in das Reich des Sohnes seiner Liebe (Kolosser 1,13) eindringen will, wird abgewiesen! Matthäus 3,7-12; 11,12

uri-kulm antworten
1 Antwort
Blackswan
(@blackswan)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 9

Wow, vielen Dank für diese ausführliche, tolle und tiefergehende Antwort.
Ich muss das noch ein paarmal Lesen, um es erfassen zu können.

Ich merke, ich war auf dem völlig falschen Weg, mir zu denken, das geistlich arm, evtl auch mit psychischer Störung zu tun haben könnte. Aber genau deshalb, weil ich mir unsicher war, habe ich gefragt.
Danke Dir 🙂.

blackswan antworten
Irrwisch
Beiträge : 3339

"geistlich arm".........
....sind für mich demütige Menschen.
Menschen also, die darum wissen, was sie sind und können.
Die aber auch um ihre Schwächen und Begrenztheiten wissen.
Denen klar ist, dass es dort jemanden jenseits unseres Denkens und Wissens gibt, der größer und mehr ist, als sie selbst: Gott!

irrwisch antworten


Uri.Kulm
Beiträge : 183

"geistlich arm" oder "Arm im Geist"
Zur Beachtung:
1. Luther u.a. übersetzen "geistlich arm".
Interlineare Übersetzung und ELB schreiben (u.a.) "Arm im Geist".
Da kann leicht unterschiedliches Verständnis aufkommen.
"Geistlich" in Richtung Armut an Heiligem Geist.
"Arm im Geist" der menschliche Geist, Geisteshaltung.

Es handelt sich also nicht um geistliche und auch nicht um geistige Armut, sondern um eine Geisteshaltung des Menschen.

2. "Himmelreich" oder "(König)Reich der Himmel"?
Auch hier ist der gewählte Wortlaut der jeweiligen Übersetzung leicht misszuverstehen. Insbesondere bei der theologischen Sichtweise zu "Himmelreich" wäre ein zukünftig durch "Armut, Hunger, Trauer, Verfolgungen, Friedensaktivitäten" usw. zu erlangendes Reich im Himmel.

"Reich der Himmel" bedeutet damals das der König dieses Reiches, Jesus, der Christus, die Menschen einlud sich dem aufzurichtenden Reich durch Buße in den Satzungen der "Bergpredigt" anzuschließen, bedeutet heute ein noch zukünftiges (König)Reich auf der Erde. Das Friedensreich Christi.

Aber seit damals der Herr Jesus auf der Erde war und dieses Reich nicht aufgerichtet wurde, sind die heutigen Jünger gefordert sich den himmlischen Satzungen zu unterwerfen. Wir können für heute sagen: der persönliche und gemeinschaftliche Bereich in dem Gott wirkt und Jünger dem Herrn Jesus nachfolgen. Die sind aber nicht "geistlich arm", sondern reich! 2. Korinther 8,9; Titus 3,6; Römer 5,5b

Im Himmel gibt es kein Königreich und wird es kein Königreich geben. Aber im Himmel gibt es den bald wiederkehrenden König seines Reiches, unseren Herrn Jesus. Er ist der König der Könige und wird als solcher hier auf der Erde anerkannt werden.

uri-kulm antworten
Murphyline
Beiträge : 1277

die Einheitsübersetzung von 2016 (katholisch) übersetzt:
" Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. "
vielleicht hilft dir das weiter.

murphyline antworten
8 Antworten
Irrwisch
(@irrwisch)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3339
Veröffentlicht von: @murphyline

" Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. "
vielleicht hilft dir das weiter.

Eine feine Übersetzung!

irrwisch antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ich kenne diesen Versuch der Übersetzung und er hat sicher seine Reize. Für mich macht er aber den Kern der Aussage nicht deutlich. "arm vor Gott" kann ja auch materiell arm bedeuten. Das ist hier aber nicht gemeint.

Wenn wir uns mal die entscheidenden Worte im griechischen ansehen, so haben wir einmal:

ptochos
https://biblehub.com/greek/4434.htm

Leider hab ich da nur die englische Seite, weil ich immer noch keine gescheite Seite auf Deutsch gefunden habe.

ptochos bedeutet also: Bettler sein, zum Bettler werden, die Haltung eines Bettlers einnehmen. Das Wort wird z.B. auch verwendet im Gleichnis vom armen Lazarus und dem reichen Mann.

Es kann auch heißen arm und bedürftig - bis hin zu überhaupt nichs besitzen.

Das zweite Wort ist pneuma:
https://www.bibletools.org/index.cfm/fuseaction/Topical.show/RTD/cgg/ID/3456/Pneuma.htm

https://studybible.info/strongs/G4151

Damit ist Geist gemeint. Es kann der Lebensgeist sein, der in einem Menschen ist, es kann auf seine mentale Verfassung abzielen. Das Wort wird auch für Heiliger Geist benutzt und auch für Wind oder Windhauch.

Und auf diesen zweiten Teil scheint mir die Einheitsübersetzung zu wenig fokussiert.

Es geht hier klar um eine geistig-mentale Dimension.

Als Käpsale, als schlauer Mensch, der meint, er habe den Durchblick, wird man von dieser Segnung also nicht besonders viel abbekommen - es sei denn man erkennt die Begrenztheit des eigenen Verstandes und wird bereit die Haltung des Bettlers einzunehmen, der sich danach sehnt mit Gottes Geist gefüllt zu werden.

Andere Menschen haben dann ganz natürlich nicht viel zu bieten was Wissen oder ausgebildetes Bewußtsein angeht. Ich fände es schlimm, diese Dimension bei der Übersetzung aus dem Fokus zu bekommen, weil es ihre ganz persönliche Segnung Jesu ist. Diejenigen, die Kind bleiben im Geist - sei es, dass sie nicht mehr können oder sei es, dass sie diese Haltung einnehmen, weil ihnen klar geworden ist, dass ihr Geist im Vergleich zu dem, was Gott zu geben hat, nichts ist, die werden hier gesegnet mit einem reichen Besitz der ewig hält: das Himmelreich!

Liebe Grüße
Ecc

Anonymous antworten
tf8
 tf8
(@tf8)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1255
Veröffentlicht von: @ecclesiaja

Es geht hier klar um eine geistig-mentale Dimension.

Das zusammen mit dem Rest Deines Beitrages scheint mir am ehesten zu passen.

Dazu auch:

34 Denn der, welchen Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß.

Für mich heißt das "geistig arm". Wie man da auf "geistlich" kommt, und was "geistlich" dort überhaupt bedeuten soll entzieht sich meinem Verständnis.

tf8 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tf8

Für mich heißt das "geistig arm". Wie man da auf "geistlich" kommt, und was "geistlich" dort überhaupt bedeuten soll entzieht sich meinem Verständnis.

Vielleicht könnte man ja sogar formulieren, dass jemand der geistig arm ist, automatisch geistlich reich ist?

Und andersherum hat es der geistig reiche oft schwer so demütig zu werden, dass er noch zu echtem geistlichem Reichtum kommen kann.

Vielleicht liegt hier die Aufgabe der geistig armen die geistlich reichen durch Gemeinschaft mit ihnen immer wieder an diese Notwendigkeit der Demut zu erinnern und da hineinzuführen.

Ich glaube nicht, dass es hier auf Erden einen Menschen gibt, der von Gott nicht mit einer Lebensaufgabe ausgestattet wurde. Es ist nur das Problem der Gesellschaft, dass nicht jedem das Ausfüllen seiner Funktion ermöglicht wird und so alle darunter leiden.

LG
Ecc

Anonymous antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @ecclesiaja

Ich glaube nicht, dass es hier auf Erden einen Menschen gibt, der von Gott nicht mit einer Lebensaufgabe ausgestattet wurde. Es ist nur das Problem der Gesellschaft, dass nicht jedem das Ausfüllen seiner Funktion ermöglicht wird und so alle darunter leiden.

Falls es wirklich Gott ist, der diese "Lebensaufgaben" erteilt - warum sollte er dann icht in der Lage sein, dafür zu sorgen, dass sie auch erfüllt werden?

Veröffentlicht von: @ecclesiaja

Vielleicht könnte man ja sogar formulieren, dass jemand der geistig arm ist, automatisch geistlich reich ist?

Nö. Es gibt auch dumme Atheisten.

Veröffentlicht von: @ecclesiaja

Und andersherum hat es der geistig reiche oft schwer so demütig zu werden, dass er noch zu echtem geistlichem Reichtum kommen kann.

Warum sollte das so sein? Ein intelligenter Mensch wird sich viel eher seiner Begrenztheit bewusst als jemand, der ein wenig schlichter gestrickt ist.
Aber auch das bewirkt nicht automatisch Glauben.

Nachtrag vom 28.07.2019 0358
Ups, vertippt....sollte natürlich heißen:....warum sollte er nicht in der Lage sein...

suzanne62 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @suzanne62

Falls es wirklich Gott ist, der diese "Lebensaufgaben" erteilt - warum sollte er dann icht in der Lage sein, dafür zu sorgen, dass sie auch erfüllt werden?

Gott hat die Menschheit sogar mit einer Aufgabe bedacht:
1. Mose 1:
26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

Und? Wie machen wir den Job? Wohl eher katastrophal! Wir benehmen uns wie durchgeknallte Könige - eher Terroristen denn guten Herrschern gleich.

Gott hat den Menschen nicht als Marrionetten geschaffen, sondern ihnen ihre Verantwortung in Freiheit übertragen. Sie können ihre Aufgabe unmöglich aus sich selber heraus gut machen - sie brauchen Gott dafür. Und daher hat Gott:
27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

In den mir bekannten deutschen Übersetzungen wird dabei die im Begriff "Bild" steckende Bedeutungsebene sehr schlecht wiedergegeben.
Im Hebräischen steht da: tselem
Das bedeutet auch: "Repräsentant".

Vielleicht würde auch die Bedeutung, die der Begriff "Atavar" im Kontext mit dem Internet hat, passen. Denn wenn ich in einem Forum ein Bild als Atavar einstelle, dann steht dieses Atavar für mich. Interessant finde ich auch die Bedeutung des Begriffes (und da kommt es wohl her) im Hinduismus. Dort ist ein Atavar eine körperliche Manifestation Gottes.

Wir sind mit einer bestimmten Intention gemacht, wir haben eine Aufgabe - aber aus zumeist egoistischen Gründen nehmen wir diese Aufgabe nicht wahr. Wir geben uns nicht Gott als Werkzeug hin, damit er durch und mit uns in der Welt wirken kann und viele interessiert der Wille Gottes nur sehr perpher - wenn überhaupt.

Da macht gott auch nicht, dass wir unsere Lebensaufgabe erfüllen. Er lässt uns Freiheit, dies selber anzugehen und ihn zu suchen und aus der Beziehung zu Ihm zu agieren - oder aber uns gehen zu lassen.

Genauso stelle ich mir das für individuelle Lebensaufgaben vor.

Gott gibt uns Menschen mit limitierten geistigen Fähigkeiten, die aber oft über eine große soziale Intelligenz verfügen, die geitlisch reich gesegnet sind und bei der wir in Gemeinschaft mit Ihnen eine bessere Entwicklung nehmen, als wenn wir in geistigen Höhenflügen abheben, uns überheben und die PErspektive fürs Himmelreich in jeglicher Form verlieren.

Veröffentlicht von: @suzanne62

Nö. Es gibt auch dumme Atheisten.

Die haben dann eben noch nicht ihr wahres Potential entdeckt. Wie oft gehen Talente verloren, werden nie entdeckt und verkümmern und werden von den Personen mit ins Grab genommen, nur weil sie nicht den Mut hatten, sie herauszulassen, weil sie dogmatisch verbohrt durchs Leben gingen und irgendwelchen Ideologien gefolgt sind statt Gott.

Veröffentlicht von: @suzanne62

Warum sollte das so sein? Ein intelligenter Mensch wird sich viel eher seiner Begrenztheit bewusst als jemand, der ein wenig schlichter gestrickt ist.

Das passiert meist nur, wenn Lebensumstände ihn dahin drängen. Meine Erfahrung ist die, dass Menschen, die geistig reich gesegnet sind, irgendwann abheben, schnöselig werden, sich was auf ihren Hirnschmalz und die dadurch erkämpfte Position einbilden und dann in erster Linie sich selber und ihre Werke erhoben wahrnehmen - und nicht mehr Gott an der Stelle haben, wo er hingehört.

Da hilft es wirklich, wenn man in Gemeinschaft mit Menschen lebt, die geistig nicht so reich gesegnet sind. Einfach weil diese Menschen einem die eigene Begrenztheit auf anderen Gebieten immer wieder vor Augen führen: unsere Überheblichkeit, unseren Richtgeist, unsere Ungeduld, unsere Lieblosigkeit, das Übersehen eigener Bedürftigkeit, unsere Unbarmherzigkeit.

Wer also die geistig Armen aus seiner Gemeinschaft ausschließt, der wird in einer Gesellschaft leben, die für das Himmelreich verlorengeht, die sich in erster Linie selbst lebt und nicht einmal merkt auf was für einen Holzweg sie doch eigentlich ist.

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11889
Veröffentlicht von: @murphyline

die Einheitsübersetzung von 2016 (katholisch) übersetzt:
" Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. "
vielleicht hilft dir das weiter.

"arm vor Gott" ... ja ... genau das
😌

neubaugoere antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @murphyline

" Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. "
vielleicht hilft dir das weiter.

Sauber Auswahl. Gefällt mir sehr !

Niko

Anonymous antworten


Groffin
Beiträge : 1872

relativ einfach
das Wort "arm" deutet auf einen Mangel hin - hier im Fokus der "Geist".

Auf den Unterschied zwischen geistig und geistlich wurde hier bereits hingewiesen.

Trotzdem ist Jesu Aussage nicht ganz so einfach zu verstehen. Vor Gott sind erstmal alle Menschen "geistlich arm". Kein Mensch kann so leben, wie es sich Gott für uns wünscht. Predigt Jesus hier also die Allversöhnung?

Ich denke nicht. Es geht hier um die innere Haltung des Angesprochenen.
- Bin ich mir meines Mangels an Geist bewusst?
- Wenn ja, was folgt daraus aus Konsequenz für mein Leben?

Jesus möchte, dass wir uns von Gott beschenken lassen. Geistesgaben, Früchte des Geistes - geistlicher Reichtum: all das ist nicht unser Verdienst, unsere Leistung, unsere Intelligenz, sondern ein Wirken, ein Geschenk Gottes an uns.
Das Bewusstsein "geistlich arm" zu sein - soll in eine demütige und empfangende Haltung des Menschen führen, damit er sich von Gott beschenken lassen kann.
Wie so oft, steht hier also die Beziehung Mensch-Gott im Mittelpunkt.

Gruß,
Groffin

groffin antworten
4 Antworten
Turmfalke1
(@turmfalke1)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 3806
Veröffentlicht von: @groffin

Es geht hier um die innere Haltung des Angesprochenen.
- Bin ich mir meines Mangels an Geist bewusst?

Dazu fallen mir die Worte ein, die Johannes von der Insel Patmos an die Gemeinde zu Laodizea schrieb:

Offenbarung 3
17 Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts! und weißt nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß.
18 Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich antust und nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest.

Veröffentlicht von: @groffin

Das Bewusstsein "geistlich arm" zu sein - soll in eine demütige und empfangende Haltung des Menschen führen, damit er sich von Gott beschenken lassen kann.

... dass wir praktisch leere Hände zu Gott ausstrecken, um sie von Ihm füllen zu lassen.

turmfalke1 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Die Seinen haben ja die Zusage das der in Ihnen wohnende Heilige Geist sie mahnen, warnen, ermuntern und leiten wird.

Gelobt sei der Name des Herrn.

Anonymous antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @groffin

Predigt Jesus hier also die Allversöhnung?

Auch wenn ich daran glaube, so denke ich nicht, dass sie an dieser Stelle das Thema ist.

Veröffentlicht von: @groffin

Ich denke nicht. Es geht hier um die innere Haltung des Angesprochenen.

Genau darum geht es hier, denke ich.

Veröffentlicht von: @groffin

Das Bewusstsein "geistlich arm" zu sein - soll in eine demütige und empfangende Haltung des Menschen führen, damit er sich von Gott beschenken lassen kann.

Genau das.
Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass "geistlich arm sein" auch eine Haltung gegenüber anderen Menschen einschließt, die sich bewusst ist, nicht unbedingt immer recht zu haben, sich nicht einbildet, "das Wesen Gottes in seiner Komplexität erfasst" zu haben, sondern sich bewusst ist, dass auch das eigene Erkennen bestenfalls Stückwerk ist.
Das kann sich auf den Umgang miteinander nur positiv auswirken....

PS.: Schön, dass du mal wieder hier reinschaust!

suzanne62 antworten
Groffin
(@groffin)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1872
Veröffentlicht von: @suzanne62

PS.: Schön, dass du mal wieder hier reinschaust!

Danke für die freundliche Begrüßung! *wink*❤

groffin antworten
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