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Bibelstellen zum Thema Abtreibung?

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Themenstarter
Beiträge : 40

Hallo in die Runde!

Ich habe zwei Fragen insbesondere an diejenigen, die aus christlichen Motiven eine kritische bis ablehnende Haltung zu Schwangerschaftsabbrüchen haben:

  1. Hast du deine Position aus allgemeinen ethischen Überlegungen heraus, oder spielen konkrete Bibeltexte für dich eine entscheidende Rolle?
  2. Falls Letzteres zutrifft: Welche Bibeltexte sind das, und wie verstehst du sie, wenn du sie auf das Thema Abtreibung beziehst?

Zum Hintergrund der Fragen: Ich habe vor Kurzem einen Social-Media-Kanal eröffnet, in dem ich mich auf biblischer Basis mit christlichen Pro-AfD-Positionen kritisch auseinandersetze. Weil dabei das Thema Abtreibung oft eine große Rolle spielt, habe ich darin eine Playlist zum Thema "Abtreibung und die Bibel" erstellt, die ich in den nächsten Monaten nach und nach erweitern werde. Ich möchte die Positionen, mit denen ich mich dort auseinandersetze, besser verstehen und zugleich darüber ins Gespräch kommen. (Damit unterstelle ich nicht, dass alle, die gegen Abtreibung sind, auch die AfD gut finden; oft gibt es dabei aber Schnittmengen.)

Zur Transparenz meiner eigenen Position: Ich bezeichne mich nicht als Abtreibungsbefürworter. Ich denke, dass es in einer idealen Welt keine Abtreibungen geben müsste. Zugleich denke ich aber, dass aus der Bibel keine klare Position zu dem Thema zu gewinnen ist und viele Bezugnahmen auf Bibelstellen bei genauerer Betrachtung ihre Schwächen haben. Ich halte das Thema Schwangerschaftsabbruch für ein schwieriges ethisches Konfliktthema, bei dem es sich keine Seite leicht machen kann und sollte.

Mir geht es hier aber nicht um die große ethische Diskussion, sondern konkret um den Bezug zur Bibel. Darum auch das Unterforum "Bibel und Bibelstellen". (Mir ist bewusst, dass es im Forum "Ethik" hier eine längere Diskussion gegeben hat.)

Danke schon mal für euer Interesse an der Diskussion und viele Grüße

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Themenstarter
Beiträge : 40
Veröffentlicht von: @lucan-7

Interessant ist, dass hier nicht auf die Entwicklung des Kindes eingegangen wird... es wird also kein Unterschied gemacht, in welchem Schwangerschaftsmonat das Kind Schaden nimmt, lediglich die Schwangerschaft als solche ist entscheidend.

Interessanterweise trägt genau das die griechische Übersetzung der Hebräischen Bibel, also die Septuaginta, in die Stelle ein: Sie unterscheidet in Ex 21,22f. zwischen dem "nicht geformten" (V. 22) und dem "geformten" Fötus.

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Themenstarter
Beiträge : 40
Veröffentlicht von: @meriadoc

Jeremia 1,5 sagt uns, dass Gott uns kannte, bevor er uns im Mutterleib entstehen ließ. 

 

Man kann also  sagen. Man tötet das Leben was Gott sieht und kennt.

Genau genommen sagt Jeremia 1,5, dass Gott Jeremia kannte, bevor er ihn im Mutterleib entstehen ließ. In der eingangs verlinkten Playlist ist genau zu dieser Bibelstelle ein Video, das ich gerade erst erstellt habe. 🙂 

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JohnnyD
Beiträge : 1793

@suivant 

Welche AfD-Position soll das sein? Mir ist nicht bekannt, dass die AfD hier besonders auffällig wäre. Wieso spielt es überhaupt eine Rolle, welche Partei angeblich welche Position vertritt? 

johnnyd antworten
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(@suivant)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 40

@johnnyd 

Die AfD ist von den großen Parteien schon die Partei, die Abtreibungen am stärksten einschränken möchte: https://www.deutschlandfunk.de/afd-will-schwangerschaftsabbrueche-einschraenken-104.html.

Und für Christen aus dem evangelikal-bibelgläubigen Spektrum, die die AfD gut finden, ist das Thema Schwangerschaftsabbruch nach meiner Beobachtung das wichtigste Motiv.

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Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5680
Veröffentlicht von: @suivant

Und für Christen aus dem evangelikal-bibelgläubigen Spektrum, die die AfD gut finden,
ist das Thema Schwangerschaftsabbruch nach meiner Beobachtung das wichtigste Motiv.

Ja, das wird überproportional betont. (Ähnlich wie beim Wahlkampf in Amerika)

chai antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 26 Jahren

Beiträge : 1793

@suivant 

Wieso verweist du auf einen Entwurf des Wahlprogramms, der es so nicht ins endgültige Programm geschafft hat?

johnnyd antworten
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(@suivant)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 40

@johnnyd 

Stimmt, du hast recht: Die AfD hat ihre Position gegenüber dem Entwurf etwas entschärft. Das hatte ich übersehen. (Btw: Hast du oder hat sonst jemand Informationen darüber, warum die AfD ihre Haltung abgemildert hat?)

Trotzdem ist die AfD nach wie vor die Partei, die Abtreibungen am stärksten einschränken möchte, und das ist für viele Christen im konservativ-evangelikal-bibelgläubigen Spektrum das zentrale Wahlmotiv.

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JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 26 Jahren

Beiträge : 1793

@suivant 

Ich weiß nicht, warum die das abgemildert haben. Vielleicht will man dieses Feld nicht aufmachen.

Die Position ist also die, dass man strafrechtlich nichts ändert; das ist also keine Verstärkung einer Einschränkung, sondern lediglich die Beibehaltung des aktuellen Rechts gegen die virale Idee, die Abtreibung außerhalb des Strafrechts zu regeln oder gar komplett zu entkriminalisieren. Das Thema ist aus den USA zu uns rübergeschwappt, nachdem dort das höchste Gericht erkannt hatte, dass es keine Kompetenz zur Schaffung eines USA-einheitlichen Abtreibungsrechts hat und jeder Bundesstaat anfing sich eigene Gedanken dazu zu machen und viele sehr unterschiedliche Regelungen dazu entstanden.

johnnyd antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10510

@suivant (zum Beitrag)

Trotzdem ist die AfD nach wie vor die Partei, die Abtreibungen am stärksten einschränken möchte

Reicht aber meines Erachtens nicht aus, um sie zu wählen. es gibt noch andere Themen …

hkmwk antworten


Helmut-WK
Beiträge : 10510

@suivant 

  1. Hast du deine Position aus allgemeinen ethischen Überlegungen heraus, oder spielen konkrete Bibeltexte für dich eine entscheidende Rolle?

  2. Falls Letzteres zutrifft: Welche Bibeltexte sind das, und wie verstehst du sie, wenn du sie auf das Thema Abtreibung beziehst?

Beides. Abtreibung ist die billigste (und oft menschenverachtende) Art, einer ungewollt Schwangeren zu helfen. in einer kapitalistischen Welt setzt sich so was durch - das und Anderes als allgemeine ethische Grundlage.

Bibelstellen sind die, die den Wert jedes einzelnen Menschen betonen, und insbesondere auch auf vorgeburtliches Leben verweisen, z.B. Ps 139,13-16.

 

hkmwk antworten
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(@suivant)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 40
Veröffentlicht von: @hkmwk

Abtreibung ist die billigste (und oft menschenverachtende) Art, einer ungewollt Schwangeren zu helfen. in einer kapitalistischen Welt setzt sich so was durch - das und Anderes als allgemeine ethische Grundlage.

Was genau meinst du mit der Kapitalismuskritik? Weil Frauen nicht auf Beruf, Karriere und damit auf Geld verzichten wollen und dem dann ihre Leibesfrucht "opfern"?

Bibelstellen sind die, die den Wert jedes einzelnen Menschen betonen, und insbesondere auch auf vorgeburtliches Leben verweisen, z.B. Ps 139,13-16.

Dazu habe ich oben ja schon gesagt: Es ist die Bibelstelle, bei der mir noch am ehesten einleuchtet, dass man daraus eine Anti-Abtreibungshaltung ableiten kann. Allerdings sind solche Aussagen (in Ps 71 und anderen Psalmen finden sich noch ähnliche) ja keine dogmatischen Sätze über den Wert jedes einzelnen Menschen, sondern Vertrauensbekenntnisse frommer Beter, die rückblickend auf ihr Leben schauen, es im Horizont des Glaubens deuten und von Anfang an lauter Spuren Gottes erkennen. Es ist erst eine Übertragung notwendig, um zu sagen: Jedes werdende menschliche Leben ist von Anfang an bedingungslos schützenswert.

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JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 26 Jahren

Beiträge : 1793

@suivant 

@suivant

Zusammengefasst suchst du in der Bibel nach einer hinreichend ausdrücklichen Aussage dazu, ab wann menschliches Leben den vollen Schutz beanspruchen kann.

Weil du eine solche ausdrückliche Grenzziehung nicht findest und poetische Texte so nicht akzeptierst, ziehst du die Grenze eher später als früher.

Gerade diesen Schluss finde ich erstaunlich. Denn wenn die Quellen die Grenze nicht eindeutig bestimmen, folgt daraus doch nicht ohne Weiteres, dass man den Schutz später einsetzen lassen darf. Ganz im Gegenteil: Bei einer Frage, bei der es um die vorsätzliche Beendigung menschlichen Lebens geht, läge doch eher nahe, mit dieser Unsicherheit auch vorsichtig umzugehen.

Es ist erklärungsbedürftig, warum menschliches Leben vor einem bestimmten Zeitpunkt aus dem allgemeinen Lebensschutz herausfallen oder einen wesentlich geringeren Schutz genießen soll.

johnnyd antworten
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(@suivant)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 40

@johnnyd 

Weil du eine solche ausdrückliche Grenzziehung nicht findest und poetische Texte so nicht akzeptierst, ziehst du die Grenze eher später als früher.

Weder habe ich selbst eine Grenzziehung vorgenommen noch habe ich gesagt, dass ich poetische Texte nicht akzeptiere.

Mein Gedankengang ist wie folgt:

  1. Ich beobachte, dass einige Christen - auch aufgrund der Bibel - Abtreibung für ein schlimmes Verbrechen halten.
  2. Ich schaue mir die Bibelstellen, auf die sich diese Christen berufen, genauer an.
  3. Nach meiner bisherigen Erkenntnis stelle ich fest, dass die entsprechenden Bibelstellen die an sie herangetragenen Prämissen nicht oder nur eingeschränkt tragen können.

Für Ps 139 habe ich eingestanden, dass ich die Berufung auf diesen Psalm gegen Abtreibung immerhin nachvollziehbar finde. Mein Einwand betrifft nicht die poetische Sprache des Textes, sondern die kommunikative Funktion als Vertrauensbekenntnis eines individuellen Beters.

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JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 26 Jahren

Beiträge : 1793

@suivant 

Meinst du diese Bibelstelle beschreibt nur David selbst, ist aber nicht generalisierbar? Was macht diese Bibelstelle oder diesen Psalm so spezifisch, so dass eine Generalisierung unzulässig wäre und womöglich sogar zu einem unbiblischen Ergebnis führen würde?

Ich denke, dass die Zuschreibung zu vorgeburtlichem Leben hier naheliegend ist und auch nicht der übrigen Wertung menschlichen Lebens in der Bibel widerspricht (insb. zehn Gebote).

johnnyd antworten
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(@suivant)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 40

@johnnyd 

Ich würde es nicht an der Person Davids festmachen. Die Psalmen sind schließlich auch Gebetsvorlagen zum Nachbeten.

Ich würde aber sagen: Es ist eine religiöse Lebensdeutung, die im Rückblick auf das eigene Leben erfolgt. Eine Generalisierung ist dadurch nicht direkt unzulässig, aber es ist eine Übertragung notwendig, die nicht selbstverständlich ist und sich nicht direkt aus der kommunikativen Funktion der Aussage im Psalm ergibt.

Was man daraus macht, hängt aber auch am Bibelverständnis. Wenn ich sage: Auch jedes menschliche Gebet in der Bibel ist letztlich verbalinspiriertes und autoritatives Gotteswort, dann geht das schon weit über eine menschliche Deutung des eigenen Lebens im Angesicht Gottes hinaus.

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Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10510

@suivant (zum Beitrag)

Weil Frauen nicht auf Beruf, Karriere und damit auf Geld verzichten wollen und dem dann ihre Leibesfrucht "opfern"?

Nein, das wäre die Frage, warum Frauen abtreiben, und so leichtfertig wie du das schilderst dürfte es eher selten sein.

Ich sprach davon, den Frauen zu helfen, Ein soziales Umfeld aufzubauen, in dem sie akzeptiert ist, eine ausreichend große Wohnung für die vergrößerte Familie bereitstellen, Geld für Babybedarf und was Kind sonst noch kostet geben, durch den Bürokratiedschungel begleiten …

All das kostet Ressourcen, bei Lebensrechtsorganisationen kannst du das genauer erfahren als von mir. Und häufig läuft es auf Geld hinaus (da kommt der Kapitalismus ins Spiel). Und am billigsten ist es, mal kurz einen Beratungsschein ausfüllen zu lassen und das Kind wegzumachen.

hkmwk antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5680
Veröffentlicht von: @hkmwk

... durch den Bürokratiedschungel begleiten …

Ich bekam grad von meiner Tochter erzählt, dass es keine Stelle gibt, die Dir wirklich beim Elterngeld-Antrag hilft. 
Das ist nämlich schon eine Wissenschaft für sich und die Diakonie (oder Caritas) sagt, da muss man sich halt durch den Rechner kämpfen ...

chai antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10510

@chai 

Ich bekam grad von meiner Tochter erzählt, dass es keine Stelle gibt, die Dir wirklich beim Elterngeld-Antrag hilft.

Bei Lebensrechtlern ist das wohl auch keine »Stelle«, sondern jemand, der sich die Zeit nimmt, mit der Frau zusammen den Antrag auszufüllen und abzugeben, oder so ähnlich …

Und ich vermute, deine Tochter war nicht bei einer Schwangerschaftsberatung …

hkmwk antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5680
Veröffentlicht von: @hkmwk

Und ich vermute, deine Tochter war nicht bei einer Schwangerschaftsberatung …

Vermutlich nicht. 
Nichtsdestotrotz - hilfreiche Beratungsstellen sind Mangelware. 

chai antworten
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(@suivant)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 40

@hkmwk

Ich stimme dir zu, dass gesellschaftliche Rahmenbedingungen (die man auch das "System" nennen könnte) die Entscheidung pro Kind leichter machen sollten. Wie ich im Eingangsbeitrag schrieb: In einer idealen Welt müsste es keine Abtreibungen geben. Es wäre von beiden Seiten - von Pro Life und von Pro Choice - zu kurz gegriffen, wenn sie ihren Fokus auf die Entscheidung der Schwangeren bzw. auf deren Strafbarkeit oder Straffreiheit reduzieren würde.

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Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10510

@suivant 

Es wäre von beiden Seiten - von Pro Life und von Pro Choice - zu kurz gegriffen, wenn sie ihren Fokus auf die Entscheidung der Schwangeren bzw. auf deren Strafbarkeit oder Straffreiheit reduzieren würde.

Klar soll man es nicht darauf reduzieren (was nach meinen Eindrücken vor allem pro »choice« macht), aber die Strafbarkeit hat auch einen Einfluss darauf, wie Leute darüber denken. Das Bewusstsein, dass es um eine Tötung geht, wird durch das Verbot gestärkt.

hkmwk antworten
Simba
 Simba
Beiträge : 403
Veröffentlicht von: @suivant

Aus Ps 139 kann man schon ableiten, dass vorgeburtliches menschliches Leben schützenswert ist. Allerdings sagt der Text ja nichts über einen bestimmten Zeitpunkt, und es ist ein Vertrauensbekenntnis eines frommen Beters, der auf sein Leben zurückschaut und im Rückblick sein Leben von Anfang an als von Gott begleitet sieht. Daraus folgt in meinen Augen nicht zwingend ein ethisches Verbot der Abtreibung. Aber ich räume ein, dass es der biblische Text ist, der m.E. am ehesten zur Begründung einer Anti-Abtreibungs-Haltung in Frage kommt.

Richtig, in der Bibel wird nicht von einem "Zeitpunkt" gesprochen (das ist eine moderne Diskussion, seit man embryonale und fetale Entwicklungsstadien kennt und daraus den Anspruch bzw. die Zuschreibung des Menschseins herleitet); die Bibel spricht von einer Beziehung des Menschen zu seinem Schöpfer, die bis in den Mutterleib reicht ("im Schoß meiner Mutter hast du mich gewoben") bzw. weit darüber hinaus ("Vor Grundlegung der Welt an" in seinem göttlichen Ratschluss). Menschsein und Würde wird nicht vom Entwicklungsstadium her verstanden, sondern vom Lebensgeber her. 

Es ist aber auch weniger Sache der Christen, Abtreibungsgesetze bzw. -verbote zu fordern oder zu fördern, sondern vielmehr, von diesem kostbaren Leben zu sprechen und es den Menschen nahezubringen und Menschen beizustehen, die dieses Thema umtreibt oder belastet. Es geht dabei, meiner Auffassung nach, nicht einfach nur um "konservative Gesetze". 

simba antworten
1 Antwort
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10510

@simba 

ist aber auch weniger Sache der Christen, Abtreibungsgesetze bzw. -verbote zu fordern oder zu fördern, sondern vielmehr, von diesem kostbaren Leben zu sprechen

Ich finde eher, dass das zwei Seiten einer Medaille sind.

hkmwk antworten


Simba
 Simba
Beiträge : 403
Veröffentlicht von: @hkmwk

Ich finde eher, dass das zwei Seiten einer Medaille sind.

Wenn ich so darüber nachdenke, ja, da hast du eigentlich recht. 

simba antworten
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