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Kann man die Erettung verlieren?

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Schlüsselkind
Themenstarter
Beiträge : 997

Ich verzweifel noch an der Interpretation folgender Bibelstelle:

Hebräer 6 | Schlachter2000
1 Darum wollen wir die Anfangsgründe des Wortes von Christus lassen und zur vollen Reife übergehen, wobei wir nicht nochmals den Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott,
2 mit der Lehre von Waschungen, von der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht.
3 Und das wollen wir tun, wenn Gott es zulässt.
4 Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind
5 und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit,
6 und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!

Frage an diejenigen, die an die Heilsgewissheit glauben:

Wie ist das mit der Heilsgewissheit vereinbar? Wie interpretiert ihr diese Bibelstelle? 

Frage an alle Gläubigen: Kann man vom Glauben abfallen und was ist damit gemeint? Kann man die Erettung verlieren?

Falls ja: Wie soll das gehen und kann man etwas tun, um das zu verhindern?

Oder ist es dann nicht mehr Gnade und Gerechtigkeit aus Glauben, sondern Gerechtigkeit aus Werken? 

Ist das nicht ein Widerspruch zu anderen Bibelstellen? Wie löst man den?

 

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91 Antworten
kerygma
Beiträge : 320
Veröffentlicht von: @holger-f

Die Heilige Schrift ist kein Lehrbuch! Ist sie nicht und wollte sie nie sein. Nicht einmal die Taufe, das Abendmahl oder der Weg zum Heil sind dort so eindeutig hinterlegt, dass sich daraus eine Lehre stricken ließe, der man nicht vehement widersprechen könnte. 

Sorry, so funktioniert das nicht. Du führst die Schrift als Autoritätsargument an, und wenn man Dich darauf hinweist, dass die Schrift etwas anderes aussagt, dann ist es nicht so wichtig, was drin steht?

Du kannst nicht für die Beichte bei einem Priester mit der Schrift argumentieren, wenn die Schrift nicht dem Priester die Vollmacht gibt. Im übrigen wurde die Beichte auch in der Kirche, in Übereinstimmung mit der Schrift, immer vom Bischof abgenommen. Als vom Papst entschieden wurde, dass die Beichtvollmacht von den Bischöfen auf die Priester übergeht, ist das unter Protest der Bischöfe geschehen. Die Bischöfe argumentierten, dass es eine Machtverschiebung sei.

Konstruiert Euch doch nicht immer Schrift und Kirchengeschichte, wie es Euch argumentativ gerade in den Kram passt.

Ich habe ja genau deshalb nachgefragt, weil die Kirche die ersten Jahrhunderte in Übereinstimmung mit der Schrift handelte und das nach Überzeugung der Bischöfe auch so richtig und vorgesehen war.

Veröffentlicht von: @holger-f

Der für mich logischste Ausweg ist die Kirche als von Jesus gestiftete und bevollmächtigte Institution, die somit autoritativ von Beginn an Lehrentscheidungen treffen darf. Die Heilige Tradition bestätigt das, die Heilige Schrift und die bloße Existenz einer „entscheidenden Kirche“ ebenfalls. 

Du berufst Dich auf die Schrift, und wenn man Dir aufzeigt, dass die Schrift das nicht hergibt, verweist Du auf die Tradition. Wie kann man die Schrift nur so missbrauchen? Dann argumentiere doch gleich mit der Tradition.

Veröffentlicht von: @holger-f

2 Die Vorstellung, eine Unterscheidung von lässlicher und schwerer Sünde sei sinnvoll und hilfreich, die Vergebung der schweren heils-notwendig, ist eine sich über die Zeit entwickelnde Präzisierung. 

Also gilt das Kreuzesopfer, durch dessen Vergegenwärtigung die Vergebung der Sünden erfolgt, nur für lässliche Sünden? Wenn man konsequent wäre, dürfte dann auch die Taufe, in der man sich das erste Mal mit dem Kreuzesopfer verbindet, nur für die lässlichen Sünden gelten. Fatal, dass Jesus nur Abendmahl/Eucharistie per Befehl aufgegeben hat, wenn doch für die Vergebung vermeintlich schwerer Sünden die Beichte notwendig sei. Wäre vielleicht nicht passiert, wenn Jesus katholische Theologie studiert hätte.

Veröffentlicht von: @holger-f

Und nochmal mein Lieblingssatz: Die Bibel ist kein Lehrbuch… 😊

Dann solltest Du sie nicht wie ein Lehrbuch als Autoritätsargument einsetzen, besonders wenn sie inhaltlich nicht das hergibt, was Du beanspruchst.

Ich weiß, Du bist Katholik und damit bist Du quasi immer unfehlbar und kannst einfach die Schrift einsetzen wie es Dir passt, auch wenn sie Dir widerspricht.

kerygma antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5025
Veröffentlicht von: @kerygma

Wäre vielleicht nicht passiert, wenn Jesus katholische Theologie studiert hätte.

👍

chai antworten


AWHler
 AWHler
Beiträge : 2414
Veröffentlicht von: @kerygma

Ich weiß, Du bist Katholik und damit bist Du quasi immer unfehlbar und kannst einfach die Schrift einsetzen wie es Dir passt, auch wenn sie Dir widerspricht.

Sorry, wenn ich jetzt hier dazwischen gehe ... aber diesen letzten Satz (so personalisiert und verbunden mit der Grundhaltung des Postings - beginnend mit dem Basta eines "Sorry, so funktioniert das nicht!") finde ich doch recht unangemessen und unfreundlich. Die sachliche Divergenz ist das eine, aber "der Ton macht die Musik". 

"Ich weiß, Du bist Katholik" impliziert: "Damit ist für mich die Sache klar" ...

Und im Anschluss ein "damit bist Du immer unfehlbar ... und kannst einfach .. wie es Dir passt" ist mMn wenig hilfreich, weil es Willkür unterstellt und personalisiert.

L'Chaim

awhler antworten
1 Antwort
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 320

@awhler „Man unterscheidet eine aktive und passive Unfehlbarkeit. … letztere [kommt] allen Gläubigen bei der Zustimmung zur Glaubensbotschaft [zu].“ (Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik, S.344)

kerygma antworten
AWHler
 AWHler
Beiträge : 2414
Veröffentlicht von: @kerygma

Unfehlbarkeit. … letztere [kommt] allen Gläubigen bei der Zustimmung zur Glaubensbotschaft [zu]

Diesem "hermeneutischen Zirkel" unterliegst Du selbst ja auch und entkommst ihm nicht.

Wobei sowohl die katholische Traditionsgewichtung und Autorität, wie auch der Bezug auf das "Sola Scriptura" gemeinsam haben, dass die "Unfehlbarkeit" abgeleitet wird in der Inanspruchnahme bzw. in der Berufung auf eine trans-subjektive Gegebenheit, sprich: in der "Zustimmung" zu einer "Glaubensbotschaft", die als korrekt und  "unfehlbar" gilt ... 

Auch Du hältst Dich ja nicht selbst für "unfehlbar", sondern leitest zustimmend zu einer Grundlage eine Unfehlbarkeit ab, die nicht die Deine ist, die Du aber ins Feld führst, oder? 😉

L'Chaim

awhler antworten


kerygma
Beiträge : 320
Veröffentlicht von: @awhler

Auch Du hältst Dich ja nicht selbst für "unfehlbar", sondern leitest zustimmend zu einer Grundlage eine Unfehlbarkeit ab, die nicht die Deine ist, die Du aber ins Feld führst, oder?

Ich habe dem Verständnis nicht zugestimmt. Ich habe Dir durch das Zitat dargelegt, dass der "Vorwurf", katholische Gläubige würden sich als unfehlbar einstufen, sich aus dem katholischen Selbstverständnis, dass katholische Gläubige unfehlbar wären, ableitet und nicht aus meinem Verständnis.

kerygma antworten
5 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2414

@kerygma 

Und ich habe versucht Dir zu zeigen, dass es zwar ein unterschiedliches Verständnis dessen gibt, was Autorität beanspruchen darf (die Bibel oder Bibel UND Tradition im kath. Verständnis), dass die Frage der eigenen Zuordnung zur Instanz einer "Unfehlbarkeit" (vielleicht besser: Maßgebenden Richtigkeit) aber beidseitig gegeben ist 😉 

L'Chaim

awhler antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 320

@awhler Darum ging es gar nicht. Es ging darum, dass hier eine Bibelstelle als Beweis herangezogen wurde, die das, was bewiesen werden sollen, nicht hergibt. Das war eben kein Beweis aus der Tradition. Mal davon abgesehen, dass die Beichte bei Priestern eben erst einige Jahrhunderte später kam und daher sowieso eine spätere Hinzufügung ist, weshalb Bischöfe auch ursprünglich nicht mit der Verschiebung der Beichte auf die Priester einverstanden waren. Man kann hier also nicht einmal mit einer frühkirchlichen Tradition argumentieren. Es gibt noch etwas, das über Tradition und Schrift steht, das nennt sich Wahrheit. Kennt aber kaum noch jemand.

kerygma antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2414
Veröffentlicht von: @kerygma

@awhler Es gibt noch etwas, das über Tradition und Schrift steht, das nennt sich Wahrheit. Kennt aber kaum noch jemand.

Was soll der letzte Satz bedeuten? "... "kennt kaum noch Jemand" ... Du allerdings oder wer (noch, nicht)???

Und welche "Meta-Ebene" soll in Deiner Argumentation jetzt herhalten? 

"Die Wahrheit", die über allen steht - was immer Du jetzt meinst - gibt es (egal worauf wir uns berufen und wovon wir uns leiten lassen) in der Tat in unserer Rezeption und unserem Verständnisbemühen immer nur in Annäherung und unvollkommen.

Wenn Du "die Schrift" anführst (als Korrektiv gegen spätere Tradition & Entfaltung) gilt dies ja auch.

L'Chaim

awhler antworten
Holger F.
(@holger-f)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 98

@kerygma 

Ist nicht die hinter der Notwendigkeit von Beichte und Absolution stehende „geistliche Wahrheit“ die Tatsache, dass der Mensch sündig und unfähig ist, die sich daraus notwendig ergebende Trennung von Gott aus eigener Kraft zu überwinden?
 
Und da Sünde die Beziehung zu Gott objektiv stört, bleibt der Mensch da nicht auf Vergebung angewiesen, die ihm - in schweren Fällen - nur von außen zugesprochen werden kann?
 
Diese Vergebung wird letztlich allein durch Gottes Gnade bewirkt (in „leichten Fällen“ im Stillen mit und vor Gott), aber wie ist das bei schweren Sünden wie z. B. Mord und Totschlag konkret erfahrbar?
 
Kirchlicherseits geschieht das z.B. mit Verweis auf Jesu Bevollmächtigung zur Sündenvergebung in Johannes 20,23 durch die von Christus berufenen Amtsträger, die diese Gnade gleichsam rechtsverbindlich zusprechen.
 
 
 
holger-f antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10286

@holger-f 

durch die von Christus berufenen Amtsträger

… was gemäß Mt 28,20 dann entsprechend für alle Jünger gilt. Wer das nicht kann, was Jesus den Zwölfen anvertraut hat, der ist kein echter Jünger (vielleicht auf dem Weg dazu?).

hkmwk antworten
Holger F.
Beiträge : 98
Veröffentlicht von: @kerygma

Sorry, so funktioniert das nicht. Du führst die Schrift als Autoritätsargument an, und wenn man Dich darauf hinweist, dass die Schrift etwas anderes aussagt, dann ist es nicht so wichtig, was drin steht?

Da gibt es wohl ein grundsätzliches Missverständnis… Wenn ich biblische Belege anführe, behaupte ich doch gar nicht, dass daraus zwangsläufig und eins zu eins das folgt, was die Kirche lehrt, sondern ich zeige damit nur, dass sich das, was die Kirche lehrt, auch in der Heiligen Schrift Schrift niedergeschlagen hat. Aber eben nicht in der Weise, wie man sich das wünschen würde bzw. müsste, wenn man als alleinige Autorität die Heilige Schrift heranziehen würde.

Dass Katholiken daran glauben, dass die Kirche die Instanz ist, die die Lehre entfalten darf und soll, ist der dogmatische Hintergrund dazu.

Und noch mal zu Schrift und Tradition: Sie sind historisch und theologisch so eng miteinander verzahnt, dass das eine ohne das andere nicht geht. Ohne Tradition keine Schrift, ohne Schrift keine Tradition. Oder anders gesagt: Die Tradition erzeugte die Schrift, die Schrift erzeugte die Tradition…

Und deshalb gerne noch einmal mein Mantra: Die Heilige Schrift ist kein dogmatisches Lehrbuch!

LG ❤️

 

 

 

holger-f antworten


kerygma
Beiträge : 320
Veröffentlicht von: @awhler

Wenn Du "die Schrift" anführst (als Korrektiv gegen spätere Tradition & Entfaltung) gilt dies ja auch.

L'Chaim

Hier wurde die Schrift als Beleg für etwas angeführt, was sie nicht hergibt.

 

kerygma antworten
6 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2414

@kerygma 

Was die Schrift "hergibt" - und ich hänge mich jetzt nicht an dieser oder jener Stelle auf - bleibt ja in der Rezeption und Entfaltung, im Verstehen, Aufgreifen und Fortführen der Streitpunkt bzw. eine Frage der unterschiedlichen Zugangsweise.

z.B. eben in der Petrus-Frage ("Auf diesen Fels...") - da "steht geschrieben" ist eben eine Aussage, die man so oder so verstehen, bzw. auf ihr aufbauen kann  - lässt sich darin eine Grundlage für das spätere bis heutige Papsttum ableiten? Die einen sagen so, die anderen so.

Die Frage der Tradition (die Bibel selbst ist und bleibt ja in ihrer Entstehung ein Teil davon) gilt für JEDE Fortführung, Entwicklung, Konfession und Kirchenbildung - auch für die evangelische, lutherische oder reformierte, orthodoxe oder freikirchliche - und keine steht außerhalb einer solchen.

Mehr isses ja nich, aber so isses 😉

L'Chaim

awhler antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 320

@awhler Das war nicht der Punkt.

kerygma antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2414

@kerygma 

Doch.

awhler antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 320

@awhler möglicherweise in deinem Selbstgespräch.

kerygma antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2414

@kerygma 

Lass gut sein ... 

awhler antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10286

@kerygma 

Was war denn der Punkt in deinem »Selbstgespräch«?

hkmwk antworten
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