Fifa WM im Katar - ...
 
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Fifa WM im Katar - wo stehen wir?

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tristesse
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Beiträge : 18048

Hallo Community.

in den letzten Monaten wurde hier und da schon über die umstrittene Fussball WM in Katar diskutiert. Nun geht es bald los. In 10 Tagen ist Anpfiff. Wie geht es Euch beim Gedanken an die bisherigen Opfer (man geht davon aus, dass rund 15 000 Menschen in den Vorbereitungen der WM zu Tode kamen), der religiösten Ausrichtung, der klimatechnischen Faktoren, des Hypes um die WM?

Schaut Ihr die Spiele oder boykottiert Ihr bewußt dieses Ereignis? Ich wünsche uns eine respektvolle Diskussion 🙂 

Trissi

Ein paar Links zum informieren:

https://www.spiegel.de/kultur/wm-in-katar-wer-fussball-liebt-darf-ueber-die-toten-nicht-schweigen-a-dc3d98b6-40b3-4dc7-9d82-69a6b07f6600

https://www.focus.de/sport/fussball/wm-2022/gastbeitrag-von-veronika-ertl-katar-verspricht-erste-co2-neutrale-wm-doch-wie-realistisch-ist-das_id_167484726.html

https://www.bundestag.de/resource/blob/894468/064cc205bdc6f151f8fb0a2242284ad1/Stellungnahme-Mirzo-data.pdf

 

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Kaffeepott
(@kaffeepott)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 52
Veröffentlicht von: @tristesse

Hallo Community.

in den letzten Monaten wurde hier und da schon über die umstrittene Fussball WM in Katar diskutiert. Nun geht es bald los. In 10 Tagen ist Anpfiff. Wie geht es Euch beim Gedanken an die bisherigen Opfer (man geht davon aus, dass rund 15 000 Menschen in den Vorbereitungen der WM zu Tode kamen), der religiösten Ausrichtung, der klimatechnischen Faktoren, des Hypes um die WM?

Schaut Ihr die Spiele oder boykottiert Ihr bewußt dieses Ereignis? Ich wünsche uns eine respektvolle Diskussion 🙂 

Trissi

Opfer: Ja, fürchterlich. Aber wenn wir ehrlich sind: entweder wir geben internationale Sportereignisse nur noch an westliche Demokratien und laden damit den Rest der Welt aus oder wir werden diese Probleme in irgendeiner Form immer wieder haben. 

Religiöse Ausrichtung: ist mir bei einem Gastgeberland bei internationalen Sportereignissen egal, solange sie das nicht den SportlerInnen oder Gästen aufdrücken. 

Klima: ja....die Welt fragt sich: Warum???

Hype: habe ich nicht mitbekommen....eher das Gegenteil?

Im Endeffekt ist es so oder so albern die WM in einem nicht Fußball-begeisterten Land abzuhalten.

Boykott: jein....normalerweise interessiert mich WM schon, aber bei den Bedingungen ist mir die Lust vergangen. Boykott würde ich es nicht nennen, weil ein Boykott für mich involviert, dass ich damit irgendwas erreichen kann oder es wenigstens gemerkt wird. Ob ich Fußball gucke oder nicht, merkt kein Mensch.

Aber ich gucke es mir nicht an....zugegebenermaßen ist das auch wieder heuchlerisch, weil ich die Olympischen Spiele in China auch geguckt habe. 

Ein richtiger Boykott wäre gewesen, wenn wir nicht angetreten wären. 

 

 

 

kaffeepott antworten
Nitak34
Beiträge : 21

@tristesse 

 

Veröffentlicht von: @tristesse

Hallo Community.

in den letzten Monaten wurde hier und da schon über die umstrittene Fussball WM in Katar diskutiert. Nun geht es bald los. In 10 Tagen ist Anpfiff. Wie geht es Euch beim Gedanken an die bisherigen Opfer (man geht davon aus, dass rund 15 000 Menschen in den Vorbereitungen der WM zu Tode kamen), der religiösten Ausrichtung, der klimatechnischen Faktoren, des Hypes um die WM?

Schaut Ihr die Spiele oder boykottiert Ihr bewußt dieses Ereignis? Ich wünsche uns eine respektvolle Diskussion 🙂 

Trissi

Ein paar Links zum informieren:

https://www.spiegel.de/kultur/wm-in-katar-wer-fussball-liebt-darf-ueber-die-toten-nicht-schweigen-a-dc3d98b6-40b3-4dc7-9d82-69a6b07f6600

https://www.focus.de/sport/fussball/wm-2022/gastbeitrag-von-veronika-ertl-katar-verspricht-erste-co2-neutrale-wm-doch-wie-realistisch-ist-das_id_167484726.html

https://www.bundestag.de/resource/blob/894468/064cc205bdc6f151f8fb0a2242284ad1/Stellungnahme-Mirzo-data.pdf

 

 

15 000 Tote. Wers glaubt wird selig. Das ist eine absolut schwachsinnige Zahl und von mehreren Seiten auch schon widerlegt worden. Ich meine wir reden hier von einer Anzahl, mit der man eine Kleinstadt bevölkern könnte. Wir reden hier von 2-3 Toten täglich auf einer einzigen Baustelle in einem Zeitraum von 12 Jahren. Da hätte die Fifa sich schon lange zurückgezogen. 

 

Ich habe letztens eine Talkshow zum Thema "Doppelmoral Deutschen" gesehen. War ziemlich interessant. Die Toten in Südafrika 2010 waren uns auch egal. Die Zustände in Brasilien 2014 waren erst recht wumpe, Deutschland hat ja den Pokal geholt. 

 

Jetzt sind wir in Katar und auf einmal schreien alle Boykott. Gas kaufen ist aber in Ordnung. Homosexuelle gehen auf die Barrikaden, weil die Auslebung von Homosexualität dort aufgrund religiöser Ausrichtung verboten ist.

 

Das hier in Berlin gleichzeitig der erste supertolle "LGBTQ-Kindergarten" eröffnet worden ist, wird medial totgeschwiegen. Schön die Kinder sexualisieren, ist ja alles normal und natürlich, deshalb muss man den Kindern schon mir 3 Jahren klar machen, dass man auch als Junge mit einem Jungen sex haben kann. Das der Pädophilie-Verfechter Rüdiger Lautmann (ich verweise hier auf sein im Handel erhältliches Buch: "Die Lust am Kind. Portrait des Pädophilen") im Vorstand von jenem KiGa sitzt, interessiert auch keinen. 

 

Das Homosexuelle sich aber auch mal anpassen müssen, wenn sie ein anderes Land bereisen, das ist natürlich undenkbar. Jedem Menschen hierzulande aber die eigene sexuelle Richtung regelrecht aufdrücken ist legitim.

 

Das ist heuchlerisch.

nitak34 antworten
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lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2618

@nitak34 Moin.

Darf ich dir erst mal nen Tee anbieten? Du bist ja so hochgefahren, komm mal wieder runter.

Das mit den Toten wurde bereits richtig gestellt - kein Grund, da jetzt nochmal in Aufregung zu verfallen.

2010 ist 12 Jahre her - meinst du nicht, man kann Menschen auch zugestehen, sich zu entwickeln, und zwar zum Guten? Weg von der "Hauptsache, ich hab Spaß"-Mentalität hin zu einer, die das Wohl oder zumindest die Grundrechte vieler ("aller" wage ich nicht, zu schreiben) stärker in den Blick nimmt? Schon in Brasilien gab es viele kritische Stimmen, mich wundert, dass du da so gar nichts von mitbekommen hast.

Ja, das mit dem Gas sehe ich auch kritisch - da löst man den Pakt mit dem Teufel, und schließt einen mit dem Beelzebub. Oder so.

Da ich aus den Medien schon vor vielen Wochen von diesem Kindergarten erfahren habe, kann er nicht totgeschwiegen worden sein, da irrst du also schlicht.

Was heißt denn "Pädophilie-Verfechter"? Herr Lautmann selbst erklärt, es ginge ihm darum, zu verstehen. Nun, auch andere Verbrecher zu verstehen, ist häufig Ziel von ...logen unterschiedlicher Art - wenn man etwas versteht, kann man es besser verhüten oder behandeln etc. Und der Mann ist aus dem Vorstand des Vereins, der die KiTa eröffnet hat, zurückgetreten, eben weil Menschen offenbar zunehmend Schwierigkeiten haben, differenziert zu betrachten.

Außerdem finde ich ja, dass an manchen Stellen in Deutschland etwas nicht rund läuft, sollte nicht dazu führen, dass man nicht anmerken darf, was anderswo nicht rund läuft. Ob man, wenn etwas an einer Stelle kritisiert wird, allerdings alles mögliche heranziehen muss, was an anderen Stellen der eigenen Meinung nach nicht läuft - ich möchte es bezweifeln.

Soll heißen: Die WM in Katar zu halten, kann aus unterschiedlichsten Gründen kritisiert werden. U.a., weil die Kataris zum Teil eklatant Menschenrechte mit Füßen treten.

Ob man dann dagegen halten muss, dass in Berlin ein Kindergarten eröffnet hat, in dem die Kinder lernen, dass Familie mehr sein kann als Vater, Mutter, 1,5 Kinder?

 

Gruß und Segen
lubov

lubov antworten
Nitak34
(@nitak34)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 21
Veröffentlicht von: @lubov

@nitak34 Moin.

Darf ich dir erst mal nen Tee anbieten? Du bist ja so hochgefahren, komm mal wieder runter.

Das mit den Toten wurde bereits richtig gestellt - kein Grund, da jetzt nochmal in Aufregung zu verfallen.

2010 ist 12 Jahre her - meinst du nicht, man kann Menschen auch zugestehen, sich zu entwickeln, und zwar zum Guten? Weg von der "Hauptsache, ich hab Spaß"-Mentalität hin zu einer, die das Wohl oder zumindest die Grundrechte vieler ("aller" wage ich nicht, zu schreiben) stärker in den Blick nimmt? Schon in Brasilien gab es viele kritische Stimmen, mich wundert, dass du da so gar nichts von mitbekommen hast.

Ja, das mit dem Gas sehe ich auch kritisch - da löst man den Pakt mit dem Teufel, und schließt einen mit dem Beelzebub. Oder so.

Da ich aus den Medien schon vor vielen Wochen von diesem Kindergarten erfahren habe, kann er nicht totgeschwiegen worden sein, da irrst du also schlicht.

Was heißt denn "Pädophilie-Verfechter"? Herr Lautmann selbst erklärt, es ginge ihm darum, zu verstehen. Nun, auch andere Verbrecher zu verstehen, ist häufig Ziel von ...logen unterschiedlicher Art - wenn man etwas versteht, kann man es besser verhüten oder behandeln etc. Und der Mann ist aus dem Vorstand des Vereins, der die KiTa eröffnet hat, zurückgetreten, eben weil Menschen offenbar zunehmend Schwierigkeiten haben, differenziert zu betrachten.

Außerdem finde ich ja, dass an manchen Stellen in Deutschland etwas nicht rund läuft, sollte nicht dazu führen, dass man nicht anmerken darf, was anderswo nicht rund läuft. Ob man, wenn etwas an einer Stelle kritisiert wird, allerdings alles mögliche heranziehen muss, was an anderen Stellen der eigenen Meinung nach nicht läuft - ich möchte es bezweifeln.

Soll heißen: Die WM in Katar zu halten, kann aus unterschiedlichsten Gründen kritisiert werden. U.a., weil die Kataris zum Teil eklatant Menschenrechte mit Füßen treten.

Ob man dann dagegen halten muss, dass in Berlin ein Kindergarten eröffnet hat, in dem die Kinder lernen, dass Familie mehr sein kann als Vater, Mutter, 1,5 Kinder?

 

Gruß und Segen
lubov

Moin,

grundsätzlich bin ich eigentlich ruhig ;). Zugegeben, die Debatte nervt mich. Wahrscheinlich wirkt der Post deshalb ein wenig aufbrausend.

 

Ja, es gab in Brasilien kritische stimmen. Die gab es auch in Südafrika. Trotzdem nicht im selben Ausmaß wie aktuell bei Katar. Allein das hier medial eine völlig absurde Zahl von 15000 Toten überhaupt erst präsentiert wurde, zeigt ja den "guten Willen" westlicher Medienlandschaften gegenüber Katar. Versteh mich nicht falsch, Katar ist sicherlich das Gegenteil einer lupenreinen Demokratie, allerdings frage ich mich, wer denn wir sind, dass wir uns immer in die Belangen anderer Staaten einmischen müssen. Wir handeln auch mit zig anderen Staaten, welche Menschenrechte mit Füßen treten. Dabei stellen die Kataris sicherlich nicht die schlimmsten dar.

Es ist halt verwunderlich, warum gerade jetzt, bei einem muslimischen Staat, die Debatte hochgefahren werden muss. Das ist einfach einer der Sachen, die mich hierzulande wirklich anfangen zu nerven. Die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China, findet auch hier medial kaum Beachtung. Ebenso wenig die Pogrome und Vertreibung der muslimischen Rohingya in Myanmar. Es ist halt mitunter sehr nervig anzusehen, wie gerade bei muslimisch geprägten Ländern eine Debatte angeheizt wird, welche man schon a) vor Jahren hätte führen können und b) auch in anderen christlich geprägten Ländern führen kann.

 

(gelöscht da off topic und dazu noch grenzwertig. LG, Channuschka-Mod)

 

nitak34 antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2618

@nitak34 Hi!

Ich ignoriere mal das zu Homosexualität, halte ich hier für offtopic und fehl am Platze, und deine Einlassungen dazu auch teilweise für polemisch bis zur Böswilligkeit. Hier geht es um Katar und die WM.

Ich sehe in der Kritik an den WM-Austragungsorten eine positive "Steigerung" - von Mal zu Mal reichen "uns" die "hübschen Bilder" weniger, machen "wir" uns mehr bewusst, dass da sehr viel Geld für "schönen Schein" hin- und hergereicht wird, und dass "wir" das jedes Mal blöder finden, ist doch super! Menschen, die da jetzt protestieren und oder boykottieren, entdecken und entwickeln ihr "soziales Gewissen" (grob gesprochen) - das ist super, das geht in die richtige Richtung! Und dass die Politik das aufgreift - nun ja, sie wurde ja von "uns" gewählt, also möge sie "uns" bitte auch vertreten.

Du und ich, vermute ich, beziehen unsere Nachrichten aus unterschiedlichen Medien. Jetzt gerade(!) sind die Rohinjar und die Uiguren nicht so ein ganz großes mediales Thema - aber sie waren es jeweils über lange Zeiträume und auch immer mal "in Wellen" wieder. Gerade auch die Uiguren um die Sportberichterstattung in China immer wieder. Wie gesagt, ich sehe da eine sich steigernde Empörung. Und die Empörung "gegen Katar" ist ja eine Empörung "für" die Frauen (ich vermute mal, auch in Katar ist das grob die Hälfte der Bevölkerung) und "für" einen gemäßigten Islam und "für" eine menschenwürdige Behandlung von Arbeitskräften - von denen ja die meisten selbst Muslime sind, da setzt sich der Westen also für Muslime ein! Die Bangladeshi sind überwiegend Muslime, ich vermute, dass überwiegend muslimische Inder nach Katar kommen, und auch aus den anderen Ländern könnte ich mir vorstellen, dass es eher Muslime sind, die dort arbeiten, oder?

 

Sollten "wir" denn schweigen, weil "wir" uns nicht gestern schon beschwert haben, oder weil die FIFA auch vor vier Jahren schon ein korruptes Pack war? Wie sinnvoll wäre das? Wollen "die Muslime" tatsächlich, dass "alle anderen" Unrecht nicht Unrecht nennen, sobald es Muslime betreffen könnte? Soll Unrecht nur so genannt werden dürfen, so lange nicht Muslime die sind, deren Verhalten kritisiert wird?

 

Gruß und Segen
luobv

lubov antworten
Nitak34
(@nitak34)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 21
Veröffentlicht von: @lubov

@nitak34 Hi!

Ich ignoriere mal das zu Homosexualität, halte ich hier für offtopic und fehl am Platze, und deine Einlassungen dazu auch teilweise für polemisch bis zur Böswilligkeit. Hier geht es um Katar und die WM.

Ich sehe in der Kritik an den WM-Austragungsorten eine positive "Steigerung" - von Mal zu Mal reichen "uns" die "hübschen Bilder" weniger, machen "wir" uns mehr bewusst, dass da sehr viel Geld für "schönen Schein" hin- und hergereicht wird, und dass "wir" das jedes Mal blöder finden, ist doch super! Menschen, die da jetzt protestieren und oder boykottieren, entdecken und entwickeln ihr "soziales Gewissen" (grob gesprochen) - das ist super, das geht in die richtige Richtung! Und dass die Politik das aufgreift - nun ja, sie wurde ja von "uns" gewählt, also möge sie "uns" bitte auch vertreten.

Du und ich, vermute ich, beziehen unsere Nachrichten aus unterschiedlichen Medien. Jetzt gerade(!) sind die Rohinjar und die Uiguren nicht so ein ganz großes mediales Thema - aber sie waren es jeweils über lange Zeiträume und auch immer mal "in Wellen" wieder. Gerade auch die Uiguren um die Sportberichterstattung in China immer wieder. Wie gesagt, ich sehe da eine sich steigernde Empörung. Und die Empörung "gegen Katar" ist ja eine Empörung "für" die Frauen (ich vermute mal, auch in Katar ist das grob die Hälfte der Bevölkerung) und "für" einen gemäßigten Islam und "für" eine menschenwürdige Behandlung von Arbeitskräften - von denen ja die meisten selbst Muslime sind, da setzt sich der Westen also für Muslime ein! Die Bangladeshi sind überwiegend Muslime, ich vermute, dass überwiegend muslimische Inder nach Katar kommen, und auch aus den anderen Ländern könnte ich mir vorstellen, dass es eher Muslime sind, die dort arbeiten, oder?

 

Sollten "wir" denn schweigen, weil "wir" uns nicht gestern schon beschwert haben, oder weil die FIFA auch vor vier Jahren schon ein korruptes Pack war? Wie sinnvoll wäre das? Wollen "die Muslime" tatsächlich, dass "alle anderen" Unrecht nicht Unrecht nennen, sobald es Muslime betreffen könnte? Soll Unrecht nur so genannt werden dürfen, so lange nicht Muslime die sind, deren Verhalten kritisiert wird?

 

Gruß und Segen
luobv

Zu aller erst. Ich bin der letzte der ein Rechtssystem wie aus Katar verteidigen würde aber...

 

wir könnten hier eine philosophische Diskussion über "Recht" führen. Was ist denn jetzt nun Recht? Wem gebührt darüber zu entscheiden was rechtens ist und was nicht. Für die Kataris ist die Scharia gerecht. Für die Europäer die Demokratie. Beide Seiten nehmen für sich das Recht heraus, ihr eigenes Recht als rechtens (oder sollte ich sagen "gerecht") zu empfinden. Dort herrschen nun mal andere Zustände als hier. Eine ganz andere politische und historische Entwicklung hat stattgefunden. Natürlich kann man der Meinung sein, dass die dortigen Rechte humanistisch gesehen zweifelhaft sind. Damit hat man ja nun auch Recht. Nur durfte ich in diesem Forum eben auch den Humanismus als weltliche Philosophie kennen lernen und nicht als allumfassende Quelle für Recht und Unrecht. Es gibt sicherlich Kataris die würden eher sterben, als eine europäische Demokratie anzustreben. Es gibt Kataris die sehen in der Scharia göttliches Recht. Es gibt Kataris die wollen die einen Umsturz und ein Regierungssystem wie in Europa. So viele Perspektiven und jeder nimmt für sich das Recht raus zu entscheiden, welches Recht das bessere ist.

 

Damit will ich nur sagen, nur weil unsere Vorstellung eines Rechtsstaates nicht mit denen eines anderen Landes gleicht, müssen wir nicht medial wieder alles in Bewegung setzen, um dort eine Verschlimmbesserung zu bewirken. Denn aus Kritik für die Demokratie, wird schnell wieder Krieg für die Demokratie. Und den hatten wir in islamischen Staaten einfach zu oft.

nitak34 antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2618

@nitak34 Moin.

Was genau ist schlecht daran, dass ich meine Meinung zu bestimmten Rechtssystemen habe und formuliere? Die Kataris (und alle anderen) dürfen das doch ebenso und tun es auch. Warum stört es dich bei mir?

"Wir" setzen sicher nicht medial "alles in Bewegung". Ob es eine "Verschlimmbesserung" ist, dass in Katar seit einiger Zeit den ausländischen Arbeitern nicht mehr per Gesetz ihre Ausweispapiere beim Betreten des Landes entzogen werden dürfen... nun, ich denke, ein Blick auf die internationale Charta der Menschenrechte mag da bei der Einordnung vielleicht helfen? Nein?

Ich(!) gucke lediglich weniger WM als bisher. Das war in Südafrika schon nicht viel, über Brasilien kann ich grad keine qualifizierte Aussage machen, aber viel war's eher auch nicht, und das wird halt jetzt noch weniger.

Dadurch wird weder das wirtschaftliche noch das politische und schon gar nicht das religiöse System in Katar bedrängt.

Was passieren könnte, wenn sich viele Menschen auf der Welt ähnlich verhalten wie ich, besonders aus den finanzstarken Ländern, Europa, USA, könnte sein, dass die Sponsoren und damit auch die FIFA sich halt künftig andere Länder für große Sport-Events suchen. Auch davon wird Katar weder wirtschaftlich noch politisch noch religiös zusammenbrechen. Es wird lediglich - wie alle anderen Länder der Welt auch - zur Kenntnis nehmen, dass nicht alle Menschen völlig ungerührt mit der Chipstüte vor der Glotze Glanz und Glamour und bunte Bildchen gucken ohne jede Rücksicht auf Verluste. Und vielleicht führt das ja dazu, dass Mexiko im Vorfeld der WM verstärkt an seinem Problem mit den Drogenkartellen arbeitet, dass die USA... ach nee, die vielleicht eher nicht... und dass Kanada nochmal mehr Arbeit in den Umweltschutz und die Aufarbeitung seines Umgangs mit den Ureinwohnern steckt, oder so.

 

Der Gedanke an Krieg gegen Katar - mal ehrlich, hast du das Abendbrot schwer im Magen liegen, dass dir so schwere Gedanken so wirr kommen? Oder hast du einfach doch Freude an Polemik?

Gruß und Segen
lubov

lubov antworten
Nitak34
(@nitak34)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 21
Veröffentlicht von: @lubov

@nitak34 Moin.

Was genau ist schlecht daran, dass ich meine Meinung zu bestimmten Rechtssystemen habe und formuliere? Die Kataris (und alle anderen) dürfen das doch ebenso und tun es auch. Warum stört es dich bei mir?

"Wir" setzen sicher nicht medial "alles in Bewegung". Ob es eine "Verschlimmbesserung" ist, dass in Katar seit einiger Zeit den ausländischen Arbeitern nicht mehr per Gesetz ihre Ausweispapiere beim Betreten des Landes entzogen werden dürfen... nun, ich denke, ein Blick auf die internationale Charta der Menschenrechte mag da bei der Einordnung vielleicht helfen? Nein?

Ich(!) gucke lediglich weniger WM als bisher. Das war in Südafrika schon nicht viel, über Brasilien kann ich grad keine qualifizierte Aussage machen, aber viel war's eher auch nicht, und das wird halt jetzt noch weniger.

Dadurch wird weder das wirtschaftliche noch das politische und schon gar nicht das religiöse System in Katar bedrängt.

Was passieren könnte, wenn sich viele Menschen auf der Welt ähnlich verhalten wie ich, besonders aus den finanzstarken Ländern, Europa, USA, könnte sein, dass die Sponsoren und damit auch die FIFA sich halt künftig andere Länder für große Sport-Events suchen. Auch davon wird Katar weder wirtschaftlich noch politisch noch religiös zusammenbrechen. Es wird lediglich - wie alle anderen Länder der Welt auch - zur Kenntnis nehmen, dass nicht alle Menschen völlig ungerührt mit der Chipstüte vor der Glotze Glanz und Glamour und bunte Bildchen gucken ohne jede Rücksicht auf Verluste. Und vielleicht führt das ja dazu, dass Mexiko im Vorfeld der WM verstärkt an seinem Problem mit den Drogenkartellen arbeitet, dass die USA... ach nee, die vielleicht eher nicht... und dass Kanada nochmal mehr Arbeit in den Umweltschutz und die Aufarbeitung seines Umgangs mit den Ureinwohnern steckt, oder so.

 

Der Gedanke an Krieg gegen Katar - mal ehrlich, hast du das Abendbrot schwer im Magen liegen, dass dir so schwere Gedanken so wirr kommen? Oder hast du einfach doch Freude an Polemik?

Gruß und Segen
lubov

Ich sage doch gar nicht, dass deine Meinung schlecht ist oder ich was dagegen habe. Im Gegenteil, ich lebe auch lieber in einer Demokratie als in einem Gottesstaat.

Ob du die WM guckst oder nicht, das ist deine Sache. Ich bin im Winter eh nicht so in Stimmung und die Türkei hats auch ganz übel verbockt ;).

Vielleicht solltest du nicht immer alles so wörtlich nehmen. Ich habe nicht gesagt, dass wir morgen in Katar einmaschieren. Lediglich zum Ausdruck bringen wollte ich, dass dieses mediale Schauspiel gegen Katar wieder die Meinung der Bürger aufkochen muss, ihre eigenen Regierungssysteme anderen Ländern aufdrücken zu wollen.

 

"Damit will ich nur sagen, nur weil unsere Vorstellung eines Rechtsstaates nicht mit denen eines anderen Landes gleicht, müssen wir nicht medial wieder alles in Bewegung setzen, um dort eine Verschlimmbesserung zu bewirken. Denn aus Kritik für die Demokratie, wird schnell wieder Krieg für die Demokratie. Und den hatten wir in islamischen Staaten einfach zu oft."

 

Hab ich hier irgendwo Katar erwähnt? Mir scheint du verstehst meinen Post nicht so ganz. Wir haben den Begriff "Recht" mal aus einem philosophischen Blickwinkel betrachtet, gefolgt von der Einsicht, dass aus Kritik für eine Demokratie, auch schnell Krieg für eine Demokratie werden kann. Dass das bei Katar eher unwahrscheinlich ist, ist ja wohl klar. Trotzdem müssen wir jetzt nicht die letzten 30 Jahre westliche Kriegsgeschichte aufgreifen, oder? Ich denke nicht.

nitak34 antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2618

@nitak34 Hi du! Du bist schon putzig! 🙂

Ich rede mit dir über die WM in Katar und habe das auch immer wieder betont. Woher soll ich ahnen, dass du mit mir sonstwohin in abgehobene Sphären reisen willst? Wo hätte ich das erkennen sollen, wo du doch selbst immer wieder auf die Kataris verweist? Kann es sein, dass du mich vera...lbern möchtest?

Du hast dich beschwert, dass es Proteste gegen die WM in Katar gibt - und zwar Proteste, die sich auf bestimmte Themen beziehen, und hast ganz konkret den Deutschen Doppelmoral vorgeworfen, und, dass sie die Kritik besonders laut gegen ein muslimisches Land richten.

Ich habe vermutet, dass der Protest gegen die Arbeitsbedingungen in Katar auch und vor allem Muslimen hilft, nichtkatarischen. Irre ich? Du bist nicht drauf eingegangen.

Ich habe deiner Wahrnehmung widersprochen, dass "uns" also "uns Deutschen und unseren Medien" muslimische Minderheiten egal sind.

Ich habe gefragt (und du hast nicht geantwortet):

Sollten "wir" denn schweigen, weil "wir" uns nicht gestern schon beschwert haben, oder weil die FIFA auch vor vier Jahren schon ein korruptes Pack war? Wie sinnvoll wäre das? Wollen "die Muslime" tatsächlich, dass "alle anderen" Unrecht nicht Unrecht nennen, sobald es Muslime betreffen könnte? Soll Unrecht nur so genannt werden dürfen, so lange nicht Muslime die sind, deren Verhalten kritisiert wird?

Woraufhin du dann zu Krieg gegen islamische Staaten gekommen bist. Was soll das denn? Das findest du redlich? Spannend.

Gruß und Segen
lubov

lubov antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2618

@nitak34 Dir geht es hoffentlich gut! Schade, dass du so lange schweigst, so mitten aus der Unterhaltung heraus, aber das Leben außerhalb des Netzes ist halt einfach manchmal so voll...

 

Gruß und Segen
lubov

lubov antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 17284

@nitak34 

Ich möchte an dieser Stelle auch mal ein paar Dinge einwerfen...

Ja, es gab in Brasilien kritische stimmen. Die gab es auch in Südafrika. Trotzdem nicht im selben Ausmaß wie aktuell bei Katar.

Richtig. Weil die Menschenrechtslage in Katar noch um einiges schlimmer ist. Stichwort Frauenrechte und die Behandlung ausländischer Arbeiter. Hinzu kommen einige Merkwürdigkeiten bei der Vergabe.

Davon abgesehen können wir uns so oder so nicht um die ganze Welt gleichzeitig kümmern... auch wenn es anderswo noch schlimmer ist.

Es ist halt verwunderlich, warum gerade jetzt, bei einem muslimischen Staat, die Debatte hochgefahren werden muss.

Dann würde mich an dieser Stelle doch mal interessieren, ob das dortige Staatssystem, mit dem die Unterdrückung von Frauen und Andersdenkender begründet wird, etwas mit dem Islam zu tun hat?

Denn es werden ja diese ganz konkreten Dinge kritisert - und nicht etwa, dass Katar ein muslimisches Land ist!

Die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China, findet auch hier medial kaum Beachtung. Ebenso wenig die Pogrome und Vertreibung der muslimischen Rohingya in Myanmar.

Da frage ich mich doch, was für Medien du verfolgst... ich sehe eher, dass das hier Dauerthema ist, insbesondere die Uiguren werden praktisch jede Woche in den großen Medien erwähnt.

Dieser Kindergarten ist ein völlig beschämendes Stück unserer "LGBTQ-Freundlichen"-Gesellschaft.

Unahängig davon, ob das jetzt zutrifft oder nicht... es gibt etliche Skandale überall. Was hat das jetzt mit Katar zu tun?

Was die vermeintliche "Scheinheiligkeit" betrifft... ja, das ist nicht ganz zu bestreiten. Allerdings sehe ich hier noch mal einen großen Unterschied zwischen dem Kauf von dringend benötigtem Erdgas, von dem das Überleben unserer Wirtschaft abhängt - und der Ausrichtung einer Veranstaltung, die sich ausdrücklich der Freude und der Völkerfreundschaft verpflichtet fühlt.

Wenn dann gleichzeitig andere Völker wie Sklaven behandelt werden, Frauen praktisch rechtlos sind und Menschen für ihre sexuelle Orientierung bestraft werden - dann widerspricht das massiv den Werten, für die die Fussballweltmeisterschaft eigentlich stehen sollten.

Und dann stellt sich eben die Frage, was wichtiger ist... Werte und Menschenrechte, oder die Fussballweltmeisterschaft? Für mich ist die Antwort klar...

Generell nervt es mich überall Homosexualität aufgedrückt zu bekommen.

Noch ein Wort dazu, weil du ja sehr viel zu dem Thema schreibst: Der Umgang mit Homosexualität ist ein Indikator dafür, wie frei ein Land ist und wie sehr es die Menschenrechte achtet. Das heisst, es geht gar nicht nur um die sexuelle Orientierung - sondern um die Frage, wie mit Menschen umgegangen wird, die nicht der "Norm" entsprechen.

Und das sagt viel über eine Gesellschaft aus.

 

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 3413

@nitak34 

Also, mir geht es bei einem Boykott nicht darum Katar abzustrafen, sondern die Fifa, die diese WM an den Meistbietenden verschachert hat; die sich Fairness, Gleichheit aller, Achtung von Menschenrechten auf die Fahne schreibt und die WM in ein Land vergibt, in dem Homosexualität unter bestimmten Umständen mit dem Tod bestraft wird, Frauen nichts wert sind und ein Menschenleben nichts zählt und das für eine Fußball WM einfach ungeeignet ist (Klima, Stadien, etc.)

Genauso darum die Sponsoren darauf aufmerksam zu machen, dass die Unterstützung einer solchen WM keine gute Werbung ist, sondern geschäftsschädigend sein kann. Da gibt es nämlich Leute, die beim nächsten Mal vielleicht weiter denken und sich überlegen, was sie sponsern.

Es geht darum, den "Großen, da oben" zu zeigen, was die Fans wollen. Denn ohne Fans läuft eine WM nicht so richtig gut.

Und zumindest in den Medien, die ich lese, ist auch das gerade viel Thema.

Wie übrigens auch die Uirguren und Rohingya immer wieder Thema sind, seit vielen Jahren. Aber ich habe das dumme Gefühl, dass Alogerythmen nicht so richtig gut sind, wenn es darum geht, dass man sich informieren möchte, was so alles los ist und was es für Meinungen gibt. Weil wenn man einmal ein Thema anklickt, dann kann es passieren, dass man nur noch dazu was sieht und andere Meldungen als "für diese Person unintressant" gar nicht angezeigt werden. dabei fände das diese Person durchaus auch intressant.

channuschka antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@nitak34

Respekt.

Von der WM zum LGBTQ Bashing in nur einem Beitrag muss man erst mal schaffen. 

Wozu wolltest du dich eigentlich wirklich äußern? 🙂 so viel zum Thema "heucheln"

 

tristesse antworten
Nitak34
(@nitak34)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 21
Veröffentlicht von: @tristesse

@nitak34

Respekt.

Von der WM zum LGBTQ Bashing in nur einem Beitrag muss man erst mal schaffen. 

Wozu wolltest du dich eigentlich wirklich äußern? 🙂 so viel zum Thema "heucheln"

 

Wenn du das als LGBTQ- Bashing sehen willst, bitte. Ich persönlich muss nicht jeden Tag eine Schwulensexszene im Fernsehen vorgekaut kriegen oder Kinder in einen sexualisierenden Kindergarten schicken. Wenn du das alles so gesund für die Gesellschaft findest, dann schlage ich vor, dass wir auch nicht weiter darüber reden.

Es fühlt sich langsam für mich so an, dass man es den Menschen regelrecht auf die Nase bindet. Das ist Kritik an die Politik, nicht an Menschen die andere sexuelle Ausrichtungen haben.

 

 

Warum heucheln? Ich habe mich zu Katar doch ebenfalls geäußert? Es gibt nun mal viele aus der LGBTQ-Community die gegen die WM schießen. Dabei auf Missstände im eigenen Land verweisen, welche ebenfalls z.T. von dieser Community ausgeht ist doch keine Heuchelei.

 

 

nitak34 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@nitak34 

Wenn du das als LGBTQ- Bashing sehen willst, bitte. Ich persönlich muss nicht jeden Tag eine Schwulensexszene im Fernsehen vorgekaut kriegen oder Kinder in einen sexualisierenden Kindergarten schicken. Wenn du das alles so gesund für die Gesellschaft findest, dann schlage ich vor, dass wir auch nicht weiter darüber reden.

Gute Idee, ich hab mit dem Thema nämlich nicht angefangen und finde es ziemlich unfein von Dir, meinen Thread dazu zu missbrauchen, Deine homophoben Äußerungen unters Volk zu bringen. Hier geht es nämlich um die WM im Katar und nicht um genderfreundliche Kindergärten oder die LGTBQ Community. Daher begrüße ich es ausserordentlich, wenn Du das hier nicht weiter thematisierst. Vielleicht machst Du dazu einen eigenen Thread auf, wenn es Dich so sehr beschäftigt.

Warum heucheln? Ich habe mich zu Katar doch ebenfalls geäußert?

Ja, als Sprungbrett. Um die WM ging es dann ziemlich schnell nicht mehr.

tristesse antworten


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Veröffentlicht von: @tristesse

So "aufgeblasen" kann die Fragestellung ja nicht sein, wenn Du Dich dann doch zu einer Antwort durchgerungen hast.

@tristesse

Eine moderative Vorwarnung: Noch einen so zynisch formulierten Beitrag der persönlich gegen ein*e User*in geht, wie der erste Absatz und ich denke ernsthaft über eine GK nach. LG, Channuschka-Mod

Sieh, wenn die Fragestellung nicht aufgeblasen wäre, hättest du nicht darüber geschrieben und mir also keinen Anlass gegeben zu kommentieren. Die erste Ursache liegt also bei dir. Nun hätte ich dein Schreiben darüber natürlich ignorieren können, weil mir die Fragestellung aufgeblasen erscheint und mir also ein Kommentar dazu nicht wert erscheinen könnte. Dann allerdings hätte ich nicht die Luft aus der aufgeblasenen Fragestellung rausgelassen, so dass sie einfach so stehenbleibt und niemand angeregt wird darüber nachzudenken, ob diese Fragestellung eigentlich sinnvoll ist.

Denn sieh, sinnvoll kann sie doch nur sein, wenn man durch einen Nicht-Schauen-"(Pseudo-)Boykott" irgendwas erreicht, entweder gegen das Regime dort, für die Unterdrückten dort oder zur Meinungsbildung hierzulande. Aber nichts davon wird erreicht. Es scheint vielmehr, dass solch ein "Boykott" nur dem Support der eigenen Selbst-Gefühlswelt dient, vielleicht derart, dass man sich innerlich edler fühlt als andere, weil man selbst - im Gegensatz zu anderen - diese Spiele nicht konsummiert.

Eine Verzicht auf TV-Unterhaltung ganz allgemein zur Buße oder zu Ehren Gottes ist dagegen was ganz anderes und sehr verdienstvoll, weil jegliche Unterhaltung einen selbst ja nur von Gott abwendet. Das betrifft dann aber den Verzicht auf alle Fußballübertragungen egal wo diese stattfinden, Verzicht auf alle Spielfilme, Serien, Klamauk/Comedy, Satire, Talkshows etc etc

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Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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@stero

 

Genau das ist der Punkt:

Es scheint vielmehr, dass solch ein "Boykott" nur dem Support der eigenen Selbst-Gefühlswelt dient, vielleicht derart, dass man sich innerlich edler fühlt als andere, weil man selbst - im Gegensatz zu anderen - diese Spiele nicht konsumiert.

Kommt noch dazu, dass zu den lautesten Boykott-Rufern manche gehören, die selbst nur selten Fussball am TV schauen. Da ist es natürlich um einiges einfacher, mit moralisch gutem Beispiel voranzugehen und selbiges von anderen zu fordern.

Wo waren eigentlich all diese Stimmen während der ganzen letzten zwölf Jahre? Ich mag mich noch gut erinnern, wie der Aufschrei unter den Fussballinteressierten gross war, als Katar als Austragungsort gewählt wurde (2. Dezember 2010) - insbesondere bei den Fans. Damals hätte ich mir schon mehr Support für meine Haltung gewünscht, dass die WM nicht in Katar stattfinden möge, aber von den weniger Fussball-Interessierten kam da kaum was.

Ich vermute, Argumente wie "keine Fussballtradition", konnte von den Letzteren eher weniger nachvollzogen werden und vielleicht herrschte auch die Meinung vor, dass die Skepsis gegenüber Katar deshalb vorhanden wäre, weil es sich um ein islamisches Land handle.

Ich mag mich auch noch erinnern, wie Josef Blatter irgendwann mal (etwa ein zwei Jahre nach der Wahl Katars) ein Machtwort sprach und sagte, dass die WM auf jeden Fall in Katar stattfinden werde, trotz all den Proteststimmen, die es damals schon gab.

Warum eigentlich erst jetzt der laute Ruf - auch der Nicht-Fussballinteressierten Protestler? Genau jetzt, wo es definitiv nichts mehr bringt, die Arbeiter ums Leben gekommen und der Schaden somit angerichtet ist? Boykottaufrufe zum jetzigen Zeitpunkt dienen eigentlich nur noch dazu, in den potenziellen Spiele-Zuschauern ein schlechtes Gewissen auszulösen und wie du richtig erkannt hast "der eigenen Selbst-Gefühlswelt".

tamaro antworten
tristesse
(@tristesse)
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@tamaro

Also ich für meinen Teil hab mich zb bei dem Turnier in Russland auch klar positioniert und die Spiele ignoriert. Und ich war damit nicht allein.

Nur weil Ungerechtigkeiten früher weniger bedacht wurden ist der heutige Protest doch nicht falsch! 

tristesse antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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@tristesse 

 

Nur weil Ungerechtigkeiten früher weniger bedacht wurden ist der heutige Protest doch nicht falsch! 

Wie schon geschrieben: der Aufschrei war schon gross, als Katar in 2010 den Zuschlag erhielt, das notabene mit England als Mitbewerber. Ungerechtigkeiten wurden früher sehr wohl auch schon bedacht und hervorgehoben, nur ist das nach nun 12 Jahren scheinbar ziemlich in Vergessenheit geraten.

Natürlich ist der heutige Protest nicht falsch, das schrieb ich ja gar nicht. Aber das Problem ist, dass er heute viel weniger bewirken kann... und es läuft eben eher darauf hinaus, dass man denjenigen vom Fussvolk, die sich die Spiele anschauen möchten ins Gewissen redet, als konkret irgend eine Änderung zu bewirken, die im Fussball-Business nachhaltig etwas zum Guten bewirken könnte.

Ich würde fast wetten: ein Teil derjenigen, die nun vollmundig einen Boykott ankündigen und sogar dafür werben, werden irgendwann in den kommenden Wochen selber schwach werden und dann doch Spiele schauen. Insbesondere noch dann, wenn es der eigenen Mannschaft gut läuft ... und selbst die hartgesottenen Boykottierer, die ihr Ding auch tatsächlich durchziehen, werden ihr jetziges Engagement nach wenigen Wochen schon wieder vergessen haben und sich wieder anderen Dingen zuwenden - bis zum nächsten Boykott-Aufruf, insbesondere an andere, die gefälligst mitziehen sollen, sonst sind sie bliblablu (irgendwas nicht so Nettes).

 

tamaro antworten
tristesse
(@tristesse)
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@tamaro 

Wie schon geschrieben: der Aufschrei war schon gross, als Katar in 2010 den Zuschlag erhielt, das notabene mit England als Mitbewerber. Ungerechtigkeiten wurden früher sehr wohl auch schon bedacht und hervorgehoben, nur ist das nach nun 12 Jahren scheinbar ziemlich in Vergessenheit geraten.

Findest Du? Ich finde in den Medien wird das Thema immer noch, je dichter die WM ranrückt und vermehrt diskutiert. Neulich gab es erst bei Pro7 eine Talkshow mit Linda Zervakis und Matthias Opdendövel dazu, morgen in der ARD gibt es abend eine weitere Reportage und viele mehr oder weniger Prominente positionieren sich dazu in der Öffentlichkeit, es gibt so gut wie eine Public Viewings hier in Deutschland... von "vergessen" kann also keine Rede sein. Im Gegenteil.

Aber das Problem ist, dass er heute viel weniger bewirken kann... und es läuft eben eher darauf hinaus, dass man denjenigen vom Fussvolk, die sich die Spiele anschauen möchten ins Gewissen redet, als konkret irgend eine Änderung zu bewirken, die im Fussball-Business nachhaltig etwas zum Guten bewirken könnte.

Vielleicht warten wir erstmal den Beginn der WM ab. Das Turnier hat noch nicht angefangen und Du beurteilst im Vorfeld schon die Nachhaltigkeit von Boykotten.

Ich würde fast wetten: ein Teil derjenigen, die nun vollmundig einen Boykott ankündigen und sogar dafür werben, werden irgendwann in den kommenden Wochen selber schwach werden und dann doch Spiele schauen. Insbesondere noch dann, wenn es der eigenen Mannschaft gut läuft ... und selbst die hartgesottenen Boykottierer, die ihr Ding auch tatsächlich durchziehen, werden ihr jetziges Engagement nach wenigen Wochen schon wieder vergessen haben und sich wieder anderen Dingen zuwenden - bis zum nächsten Boykott-Aufruf, insbesondere an andere, die gefälligst mitziehen sollen, sonst sind sie bliblablu (irgendwas nicht so Nettes).

Klar wird es einem Teil so gehen. Und es gibt ja auch Menschen, die das Unrecht, was mit der WM einherging nicht interessiert, wie hier ja auch sehr deutlich bei Suzanne rauskam. Aber über die "hartgesottenen Boykottierer" zu urteilen kannst Du nicht vorab einfach nicht,  das ist eine Aussage, die Du so in der Form noch nicht treffen kannst, bis das Turnier begonnen hat, von dem her finde ich diese Bewertung wenig beeindruckend und überzeugend.

tristesse antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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@tristesse 

 

Ich finde in den Medien wird das Thema immer noch, je dichter die WM ranrückt und vermehrt diskutiert.

Das empfinde ich auch so, ich würde es sogar als eine regelrechte Kampagne bezeichnen, was in den Medien stattfindet. Nur kommt die mE eben viel zu spät.

 

von "vergessen" kann also keine Rede sein. Im Gegenteil

Ich nahm auf deine folgende Aussage Bezug:

Nur weil Ungerechtigkeiten früher weniger bedacht wurden ist der heutige Protest doch nicht falsch!

Früher wurden Ungerechtigkeiten (resp. Sinnlosigkeiten) eben nicht weniger bedacht als heute (und das scheint in Vergessenheit geraten zu sein). Ich mag mich noch sehr gut daran erinnern, dass schon gleich nach der Wahl von Katar am 2. Dezember 2010 lautstark gegen die Austragung protestiert wurde. Ich war ja auch von Anfang an vehement dagegen. Und dieser allgemeine Protest (meine Ablehnung wurde ja wohl kaum wahrgenommen) ist heute - während der aktuellen Kampagne - scheinbar in Vergessenheit geraten.

Es war von Anfang an klar, dass völlig sinnlos Luxusstadien in der Wüste gebaut werden, dass es keine Fussballkultur in Katar gibt, dass es Probleme für LGBTQ-Menschen in Katar und mit Alkoholkonsum geben wird. Es war auch absolut absehbar, dass es Ausbeutung von Arbeitern geben wird, denn das war auch schon in Südafrika, Brasilien und Russland der Fall.

 

tamaro antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@tamaro Nur so, einige die hier für einen Boykott sind, schauen auch so Fußball.

Ich hab mich übrigens schon 2010 geärgert. Und ich hab schon die WM in Russland boykottiert (Zu meiner Schande - ich hab es nicht ganz geschafft und ein Spiel oder so geschaut; aber nicht so wie sonst). Und ja ich hab auch die Olympischen Spiele in China nicht geschaut, obwohl ich das sonst schon hin und wieder schaue.

Ich hab sogar mal eine Fan-Initative für einen anderen Austragungsort unterschrieben.

Mich größer zu engagieren dafür leb ich dann doch nicht genug für den Fußball. Aber deshalb, die kleinen Dinge, die ich tun kann. Dazu gehört eben der Boykott. Und der ist erst jetzt möglich (Wobei man natürlich 2010 damit hätte anfangen können, aber das hätten damals schon alle tun müssen - und es wäre schwerer gewesen den Verantwortlichen klar zu machen, dass es um Katar geht. Denn dass diese Entscheidung nicht gut aufgenommen wurde, das ist der FIFA ja seit 2010 bekannt).

channuschka antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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@channuschka 

Dazu gehört eben der Boykott. Und der ist erst jetzt möglich

Im Grunde genommen war der Boykott schon seit Beginn der WM-Qualifikation möglich, denn mit dieser hat die WM in Katar begonnen. 🙂  

 

tamaro antworten
tristesse
(@tristesse)
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@tamaro

Wie stellst du dir so einen Boykott vor? 

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Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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@tristesse 

Na genau gleich wie derjenige, der nun bei der WM-Endrunde von den ethisch korrekt lebenden Vorbildern gefordert (und vielleicht auch gelebt) wird: keine Spiele am TV schauen, an keinen Tipprunden teilnehmen, sich nicht über die Resultate informieren, Banner in die Höhe strecken, einen Twitter-Hashtag ins Leben rufen, anderen ins Gewissen reden…

 

tamaro antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@tamaro Ich hab tatsächlich darauf geachtet keine Qualifikationsspiele zu schauen für diese WM.

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tristesse
(@tristesse)
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@stero

Klar kannst du an der Fragestellung rumnörgeln 🙂 Aber erwarte bitte Dann von mir keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dir

 

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Lucan-7
(@lucan-7)
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@stero 

Denn sieh, sinnvoll kann sie doch nur sein, wenn man durch einen Nicht-Schauen-"(Pseudo-)Boykott" irgendwas erreicht, entweder gegen das Regime dort, für die Unterdrückten dort oder zur Meinungsbildung hierzulande. Aber nichts davon wird erreicht.

Du übersiehst hier den eigentlichen Aspekt: Es geht hier immer noch um Geschäftemacherei. Einschaltquoten sind hier ein wichtiger Indikator für zu erwartende Einnahmen.

Und wenn die Einschaltquoten jetzt in den Keller gehen, dann ist das ein Warnschuss für die Verantwortlichen, dass sich die Fans durchaus Gedanken darüber machen, wie und wo die Weltmeisterschaft ausgetragen wird - und dass es bei einer zweifelhaften Vergabe auch zu wirtschaftlichen Einbußen kommen kann.

Zu sagen "da kann man eh nichts ändern" bedeutet hingegen, dass man den Verantwortlichen auch künftig alles durchgehen lassen wird und weiterhin fröhlich Geld in Massen fließt.

Es liegt bei uns, den Zuschauern weltweit, hier ein Zeichen zu setzen.

 

 

 

 

 

lucan-7 antworten
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Veröffentlicht von: @tristesse

Klar kannst du an der Fragestellung rumnörgeln 🙂 Aber erwarte bitte Dann von mir keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dir

@tristesse

Ich nörgle doch nicht rum. Ich gebe nur Denkanstöße, denen zu folgen jedoch vollkommen dem freien Willen unterliegt.

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tristesse
(@tristesse)
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@stero

Indem du meine Fragestellung als "albern" und meine Meinung als "aufgeblasen" bezeichnest?

Sehr merkwürdige Art hier Denkanstöße abzuliefern. Vielleicht klappts ja beim nächsten Mal mit mehr Respekt 🙂 

tristesse antworten


Murphyline
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@tristesse Ich hab mich noch nie für die Fußball WM interessiert. Nur wenn Deutschland im Endspiel oder Halbfinale war, hab ich die Spiele anzusehen, damit ich mitreden kann.

Für alle Fußballfans: guckt doch mal, wann und wo euer örtlicher Dorf-Fußballverein spielt. Die freuen sich auch über Zuschauer und du bist sogar noch an der frischen Luft live dabei, meist ohne Eintritt.

murphyline antworten
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Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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@murphyline 

 

Für alle Fußballfans: guckt doch mal, wann und wo euer örtlicher Dorf-Fußballverein spielt.

 

Das tue ich ja schon - hatte ich auch geschrieben. 😉 

Du denkst wohl, ein "Fussballfan" könne gar nicht anders als mit der Bierdose in der Hand vor dem TV sitzen, herumproleten und mit dem Schiedsrichter unzufrieden sein. Das muss aber nicht gezwungenermassen so sein, es gibt auch andere Arten von Fussball-Interessierten. 🙂 

Ein kleines Problem gibt es bzgl. Dorf-Fussballverein: die haben ab Ende November Winterpause.

 

tamaro antworten
Murphyline
(@murphyline)
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Beiträge : 1391

@tamaro

Mein Vater war Fußballspieler in einer Kreisligamannschaft in einem kleinen Verein und Fußballtrainer für Jugendliche. Und so mussten wir Kinder zusammen mit der Mama fast jedes Wochenende mit zum Sportplatz, wenn Papa spielte. "Papa vor, noch ein Tor". Natürlich waren da auch noch die Ehefrauen und Kinder der anderen Spieler, mit denen wir spielten. Es gab einen kleinen Kiosk am Spielfeldrand und wir sammlten die leeren Bier-Pfandflaschen der Zuschauer auf, um sie am Kiosk gegen Lakritzschnecken oder Gummiteufelchen einzutauschen. Das war ein "Event" wie man heutzutage sagt, bei dem man sich traf. Es gab am Vormittag noch kein Fernsehprogramm, also war das Fußballspiel eine willkommene Unterhaltung.

Wenn ich jetzt an einem Sportplatz vorbeigehe, auf dem eine normale Mannschaft spielt, haben die keine Zuschauer mehr und es gibt auch keinen Kiosk für Lakritzschnecken 😉 Ist doch schade irgendwie.

murphyline antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1289

@murphyline 

Das ist ja eine nette Geschichte, aber ich kapiere gerade nicht so ganz, wie ich diese in Bezug auf mein Posting verstehen soll.

Ich stelle fest: wenn jemand den Vorschlag macht, Amateur-Fussballspiele zu besuchen, so ist das gut angesehen. Wenn es jemand mit Begeisterung tut und es dem Profifussball sogar vorzieht, ist es offenbar nichts Besonderes.

Dieses Forum werde ich irgendwie nie richtig verstehen, aber ist auch kein Problem. 🙂 

tamaro antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@tamaro Ich finde es durchaus besonders, wenn jemand den Amateur-Fußball vorzieht, wobei es vermutlich sehr drauf ankommt, wie gut der Verein ist.

Aber meine wenige Erfahrung was die Spiele (vorallem der Jugend) angeht, aber bei den Herren ist es wohl nicht besser. Es stehen seit 20 Jahren die selben am Rand und falls mal wer neues kommt (auch wenn er zu einem der Spieler gehört) wird er ignoriert und schief angeschaut. Da vergeht einem die Lust und ich bleibe lieber vor meinem Fernseher und schau den Profis (m/w) zu. Ich bin eh oft nicht ganz so auf den Kontakt zu Mitmenschen aus.

channuschka antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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Beiträge : 1289

@channuschka 

 

Ich finde es durchaus besonders, wenn jemand den Amateur-Fußball vorzieht, wobei es vermutlich sehr drauf ankommt, wie gut der Verein ist.

Ich mag die Atmosphäre im kleinen Stadion und dasjenige "meines" Vereines befindet sich ganz in meiner Nähe. Ein jedes Heimspiel ist fast so etwas wie ein kleines Dorffest, es riecht nach Grilliertem vom Wurststand und es stehen Bänke bereit, wo man sich hinsetzen und etwas verweilen kann.

Ich finde es immer faszinierend, wie sich quasi vor der Haustüre eine ganz eigene Welt befindet, in die man eintauchen kann. Grossen Respekt habe ich davor, wie sie das organisatorisch immer hinkriegen, dass pünktlich zwei Mannschaften und drei Schiedsrichter auf dem Platz stehen. Im Frühling und Herbst ist es auch von den jahreszeitlich bedingten Stimmungen sehr schön.

 

Es stehen seit 20 Jahren die selben am Rand und falls mal wer neues kommt (auch wenn er zu einem der Spieler gehört) wird er ignoriert und schief angeschaut.

Das erlebe ich teilweise etwas ähnlich. Ich habe aber nicht den Eindruck schief angeschaut zu werden. Dadurch, dass ich keine grossen Erwartungen habe, macht es mir nichts aus, wenn ich mich "ignoriert" fühle. Ich will mich ja auf das Spiel konzentrieren und mich da rein vertiefen. Beim live schauen gibt es aber fast immer irgendwelche "Störfaktoren" und es ergibt sich meistens ein kleines Gespräch.

Womit ich etwas Mühe habe ist das permanente "Gefluche" und die Zigaretten-Raucherei, wobei es da, wo ich jetzt wohne (urban geprägt) weniger ist als da wo ich aufgewachsen bin, v.a. das "Gefluche".

 

tamaro antworten
Murphyline
(@murphyline)
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@tamaro In Bezug auf dein Posting: Boykottiert die WM und geht zum Spiel des Heimatvereins. Aber es wurde schon richtig angemerkt, dass diese Vereine jetzt Winterpause machen.

In Bezug auf Fußball allgemein: Ich finde die Profispiele im TV stinklangweilig. Die Mannschaften sind strategisch so gut ausgebildet, dass das Spiel wie Schach wirkt. Jeder Spieler macht die richtigen Züge und alle warten auf einen kleinen Fehler um eine Chance zu bekommen. Im Grunde ist es nur interessant, wenn irgendeine Außenseitermannschaft spielt und nicht so kalkulierbar professionell ist.

Bei den Hobbyspielern ist es dagegen spannend. Die machen viele Fehler, der Schiedrichter trifft auch mal ne Fehlentscheidung mangels Videoassistenten, Linienrichter gibt es oft auch nicht. Das Publikum muss verschossene Bälle aus dem Gebüsch holen, die Spieler zeigen sich den Vogel oder beschimpfen sich. Da ist richtig was los auf dem Platz.

 

murphyline antworten
tristesse
(@tristesse)
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Beiträge : 18048

@murphyline 

In Bezug auf Fußball allgemein: Ich finde die Profispiele im TV stinklangweilig. Die Mannschaften sind strategisch so gut ausgebildet, dass das Spiel wie Schach wirkt. Jeder Spieler macht die richtigen Züge und alle warten auf einen kleinen Fehler um eine Chance zu bekommen. Im Grunde ist es nur interessant, wenn irgendeine Außenseitermannschaft spielt und nicht so kalkulierbar professionell ist.

Wann hast Du denn das letzte Mal ein Profiturnier im Fernsehen gesehen? Also bei der EM hatten wir wirklich ein paar sehr spannende Partien, die mit einem Schachturnier wirklich nichts zu tun hatten.

tristesse antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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ich grübel grade ... irgendwann im Lockdown habe ich mir ein "Geisterspiel" angesehen. Spielten aber keine Geister sondern nur Fußballer 😉

murphyline antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

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@murphyline 

Ich sprach ja von einem Turnierspiel, nicht von irgendeinem unbestimmten Spiel in Coronazeiten. Da gehen  durch die mangelnden Zuschauer ja sowieso schon ein paar Stimmungspunkte runter.

Wir hatten ja gerader letztes Jahr EM. Hast Du da evtl. mal reingeschaut?

tristesse antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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Beiträge : 1289

@murphyline 

 Ich finde die Profispiele im TV stinklangweilig.

Ich denke, man muss zwischen Länderspielen und Vereinsfussball unterscheiden.

Bei Länderspielen ist es halt so, dass die Mannschaften viel weniger gut eingespielt sind als die Vereine. Manche Positionen in Nationalmannschaften sind schlecht besetzt, weil sie ja den Bestmöglichen mit der entsprechenden Nationalität hinstellen müssen, während Vereine sich auf dem Transfermarkt bedienen können, wenn sie z.B. keine guten Stürmer haben.

Zudem ist bei den Nationen auch ein viel grösseres Gefälle vorhanden als in einer Meisterschaft oder in der Champions League. Schwächere Nationen müssen sich also hinten reinstellen und wenn sie das gut machen, wovon man bei einer Nation, die bei einer WM/EM dabei ist, ausgehen kann, so kann es zum Zuschauen sehr langweilig werden, wenn der Favorit immerzu gegen eine Mauer anrennt.

Die wirklich guten und attraktiven Partien finden von daher eher in der Champions League oder einer europäischen Topliga als an einer EM/WM statt.

 

tamaro antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 322

@murphyline hallo, Profifußball wird immer extremer und unnatürlicher. Es geht nur noch um das Geld. Ein  Spiegelbild unserer oft brutalen Leistungsgesellschaft. Da finde ich deine Idee super, bei einem örtlichen Dorf Fußballverein zu schauen. Anstatt vor dem Fernsehsessel zu sitzen, ist sich selbst bewegen immer noch besser. 

Bewegung bewegt, ist entspannend, wenn es nicht nur um Leistung geht......

 

viele liebe Grüße,

hundemann antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@murphyline 

Leider verliert unser Verein momentan ständig 😉 Es ist schon sehr frustrierend, dabei zuzusehen, wie er in die dritte Liga absteigt.

tristesse antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1391

@tristesse musst ihn mehr anfeuern 😉 Fanschal stricken und umbinden - die werden gucken.

murphyline antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@murphyline 

Bei der Gurkentruppe? 😆 

tristesse antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1391

@tristesse das motiviert sie!!!

murphyline antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@murphyline 

Nee, ich glaub nicht 🤣 

tristesse antworten
BeLu
 BeLu
(@belu)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4631

@murphyline 

Für alle Fußballfans: guckt doch mal, wann und wo euer örtlicher Dorf-Fußballverein spielt. Die freuen sich auch über Zuschauer und du bist sogar noch an der frischen Luft live dabei, meist ohne Eintritt.

Das Eine schließt das Andere doch nicht aus. Ich sehe mir im Normalfall gerne Fußball im TV an, aber ich bin auch seit längerer Zeit Dauerkarteninhaber meines örtlichen Vereins und praktisch bei jedem Heimspiel live an der frischen Luft dabei.

belu antworten
mmieks
 mmieks
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@tristesse Ich bin schon sehr fußballbegeistert (obwohl wir Österreicher international nix hinkriegen). Aber Fußball im Advent? Wo normalerweise diese Sportart Winterpause hat?

Blatter hat inzwischen zugegeben, dass die Vergabe an Katar unter seiner Präsidentschaft falsch war - stand vor ca. 10 Tagen im ORF-Teletext (kann ich leider nicht mehr aufrufen).

Aber: ich gucke lieber Wintersport, da kann ich meinen Patriotismus ausleben. 😀 😎 . Wenn auch die Schweizer und andere Nationen harte Konkurrenten sein werden.

mmieks antworten
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Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
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@mmieks 

 

Wenn auch die Schweizer und andere Nationen harte Konkurrenten sein werden.

Ja, Schweiz gg. Österreich, dieses Duell im Ski Alpin begleitet mich schon seit meiner Kindheit... und hat mir viele wunderbare oder auch ganz betrübte Momente beschert. 🙂 

Ihr Österreicher bezeichnet uns immerhin als harte Konkurrenten - ein solches Kompliment würden uns Deutsche nie machen. 🙂 

Schade, dass der Skisport immer stärker vom Klimawandel betroffen sein wird.

tamaro antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1113

@tamaro Wir Österreicher waren für die Deutschen Konkurrenten. Z.B. Hirscher/Neureuther.

Nicht nur der Klimawandel bremst den Skisport, auch die Energiekosten ...

mmieks antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 3413

@mmieks 

Blatter hat inzwischen zugegeben, dass die Vergabe an Katar unter seiner Präsidentschaft falsch war - stand vor ca. 10 Tagen im ORF-Teletext (kann ich leider nicht mehr aufrufen).

Falls das eine wahre Erkenntnis von ihm ist und nicht nur PR, dann kam die Erkenntnis aber sehr spät.

channuschka antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1113

@channuschka Jetzt, wo er kein Präsident mehr ist, kann er es ja sagen .... 

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Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 10 Monaten

Beiträge : 8723

@mmieks 

ich liebe Biathlon und Skispringen.

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tristesse
(@tristesse)
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Beiträge : 18048

@mmieks 

Ihr habt ja auch einen ausgezeichneten Wintersport im Land. Ich hab das auch sehr spannend gefunden, als ich dort gewohnt hab.

tristesse antworten


Gelöschtes Profil
Beiträge : 8723

@tristesse 

Hallo tristesse,

ich habe kein Interesse  auf dieses Milliardenschwere, ausbeutende, Menschenverachtende Fußball WM. Es liegt nicht nur an Katar, es liegt auch an die FIFA. Sie predigen Antirassismus und Antihomosexualutät…..schaut aber weg wenn Staaten es anders sehen. Bei Russland sie konsequent, aber bei Katar kuschen Sie. Sie werden nur eben reicher. 

Ich schaue es mir einfach nicht an.

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6 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@meriadoc 

Bei Russland sie konsequent

inwiefern ist die FIFA bei Russland "konsequent"? Vor gar nicht langer Zeit hat dort ein großes Turnier stattgefunden. Ich sehe auch nicht, dass die FIFA vor Katar "kuscht", sie hat sich da einfach schlicht und ergreifend kaufen lassen, aber "kuschen" sehe ich nicht.

 

tristesse antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1113

@tristesse Was ich bisher nicht wusste: Dass Katar selbst Sponsor sein soll. Bayern-München wurde genannt; Paris-St. Germain und noch einiges, was ich in der Schnelle des Films vergessen habe. Es waren einige Kurzfilme unter dem Slogan: Katar - WM der Schande. Muss noch schauen, ob es das noch in der Mediathek gibt.

mmieks antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@meriadoc 

Bekomm ich auch eine Antwort oder belässt Du es einfach mal wieder dabei Deine Verachtung für irgendwas rauszurotzen und dann wieder wortlos abzutreten, wenn es konkret wird?

tristesse antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
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Beiträge : 8723

@tristesse 

Russland wurde wegen dem Angriffskrieg ausgesperrt. Da war die FIFA konsequent.

 

Mittlerweile gibt es kein Bier in Katar. Ich glaube schon das die FIFA mittlerweile kuscht.

 

Lächerliche WM!

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tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18048

@meriadoc 

Russland wurde wegen dem Angriffskrieg ausgesperrt. Da war die FIFA konsequent.

Aber nicht bei der Vergabe der WM vor einigen Jahren. 

Mittlerweile gibt es kein Bier in Katar. Ich glaube schon das die FIFA mittlerweile kuscht.

Was soll die FIFA denn machen?! Katar befehlen, Bier auszuschenken oder wie stellst Du Dir das vor? Das hat doch nichts mit kuschen zu tun. Sein Land, seine Regeln. Hätte man vielleicht vorher wissen können, allerdings geht es ja der FIFA nicht um Bier sondern um Fussball. 

Lächerliche WM!

Deine Argumentation steht aber auch nicht gerade auf festen Füßen 😉 

tristesse antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 375

@meriadoc Zu der Aussage, dass es kein Bier gäbe, hätte ich gerne eine Quelle, denn erst heute las ich in der Tagesschau-App, dass die Zelte für den Ausschank alkoholhaltigen Bier vor und nach den Spielen an andere Orte gestellt wurden und das es Orte über die WM gibt, wo auch abends Ausländern der Alkoholkonsum erlaubt ist.

Hier der Artikel auf sportschau.de

Also, bitte an alle - Keine reißerischen Falschaussagen!

LG, Channuschka-Mod 

channuschka-mod antworten
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