Seid ihr bereit für eine gerechte Welt?
Mal angenommen, alle Regierungen würden beschliessen, dass alle Menschen weltweit das gleiche (bzw. ein vergleichbares) Einkommen bekommen, alle Menschen hätten gleichen Anteil an allen Ressourcen weltweit und würden verpflichtet, die Erde anteilsmäßig gerade soweit zu belasten, das keine extremen Veränderungen (Klimawandel!) zu erwarten sind...
... wärt ihr dann damit einverstanden, völlig unabhängig davon, welche persönlichen Einschränkungen dann damit verbunden wären?
Oder gäbe es Dinge, auf die ihr keinesfalls verzichten würdet, egal, ob andere Menschen dafür leiden werden?
Ja, da ist eine Suggestivfrage... aber eine, die so oder so auf uns zukommen wird!
stabile Regierungen und fair handelnde Institutionen schaffen
Wie ja schon Einige hier sagten:
Wenn wir eine Welt anstreben wollen, in der es mehr Chancengleichheit für alle gibt, dann ist nicht die erste Frage, wer auf was verzichten sollte.
Die erste Frage ist, wie man durch stabile Regierungen und verlässliche Institutionen und Infrastruktur den einzelnen Menschen die Möglichkeit gibt, wirtschaftlich zu handeln und damit den Reichtum seines Landes zu vermehren.
Dass jemand auf etwas verzichten muss, z.B. im Zuge der Politik gegen den Klimawandel, halte ich für fast sicher. Wir werden nicht alles mit neuer Technologie kompensieren können - und wenn, wird es für viele Leute nicht erschwinglich sein.
Wir haben also schon die große Aufgabe vor uns, einen gerechten Ausgleich in Deutschland zu sichern, dann vielleicht erst mal in der EU.
Aber da sehe ich bisher bei Beidem noch einen sehr weiten Weg....
Veröffentlicht von: @polyglottWenn wir eine Welt anstreben wollen, in der es mehr Chancengleichheit für alle gibt, dann ist nicht die erste Frage, wer auf was verzichten sollte.
Vielleicht nicht unmittelbar. Aber es wird einem Entwicklungslang nicht möglich sein, seine Industrie und Infrastruktur auf unser Niveau zu bringen, ohne dabei massiv das Klima zu gefährden... allein der Klimawandel zwingt uns bereits zum Verzicht.
Gleiches gilt aber auch für Elektroautos. Es wird darüber diskutiert, ob die Kapazitäten für Batterien für uns ausreichen.
Aber die Frage ist doch: Reichen die Kapazitäten, um jedes Land der Welt auf unseren Stand der Verkehrsmobilität zu bringen?
Das wird man nicht diskutieren können, ohne Verzicht unsererseits ins Spiel zu bringen...
öffentlicher Verkehr fördern statt Elektromobilität
Veröffentlicht von: @lucan-7Aber die Frage ist doch: Reichen die Kapazitäten, um jedes Land der Welt auf unseren Stand der Verkehrsmobilität zu bringen?
Niemals.
Man sollte sich sowieso - soweit es geht - vom Individualverkehr, wie wir ihn bisher kannten abwenden und stattdessen den öffentlichen Verkehr fördern.
Die Förderung des Indivualverkehrs, wie er seit den 1950ern im Gange ist, hat zwar den Wohlstand ungemein gefördert, das ist klar. Aber all das ging auf Kosten einer immensen Ressourceverschwendung.
So, wie wir den Individualverkehr heute haben, ist die Verkehrsmobilität extrem ineffizient. Allein schon der Wirkungsgrad bei Benzinmotoren ist sehr schlecht (nur 25 % der erzeugten Energie werden in Bewegungsenergie umgesetzt). Kommt dazu, dass ein PW im Schnitt gerade mal 1,1 Personen transportiert und die meiste Zeit ungenutzt in der Gegend rumsteht (Raumverschwendung).
Die Autos selber sind im Sommer zudem "mobile Hochöfen". Die Infrastruktur, die sie beanspruchen trägt ebenfalls zu einer massiven Erhitzung des Mikro- resp. Regionalklimas bei (direkter Wärmeeintrag in die Umgebungsluft).
Deshalb sollte also ein Verkehrssystem entwickelt werden, das in erster Linie auf den öffentlichen Verkehr setzt. Individualverkehr ist für den Nahverkehr (die Feinverteilung) sinnvoll und da wiederum würde ich in erster Linie auf das Fahrrad setzen, also Muskelkraft oder per elekrisch unterstützte Fahrräder und erst danach auf E-Mobile (resp. auch Hybrid oder Wasserstoff).
Darüber müssen wir auf jeden Fall nachdenken. Und ich hoffe, dass die klugen Köpfe in Politik und Wirtschaft das tun, um Schritt für Schritt geeignete Rahmenbedingungen zu setzen.
Allerdings wird es ganz ohne Individualverkehr auch nicht gehen...
Veröffentlicht von: @polyglottAllerdings wird es ganz ohne Individualverkehr auch nicht gehen...
Das ist schon klar. Ich bin auch nicht dafür, dass innerhalb von fünf Jahren der Individualverkehr abgeschafft werden sollte. Radikallösungen sind nie gut. Aber ich bin für eine sinnvolle Priorisierung, was die Verkehrsplanung für die nächsten Jahrzehnte angeht.
Die Menschen sollten ein Bewusstein entwickeln, wie verschwenderisch der heutige Individualverkehr funktioniert.
Momentan nehme ich v.a. Rufe wahr, die eine Umstellung auf E-Mobilität fordern. Dass ein Umdenken bezüglich Mobilität insgesamt erforderlich wäre, von dem habe ich noch nichts gehört, nicht mal von den Grünen.
Veröffentlicht von: @tamaroDass ein Umdenken bezüglich Mobilität insgesamt erforderlich wäre, von dem habe ich noch nichts gehört, nicht mal von den Grünen.
Doch, darüber wird natürlich nachgedacht.
Aber mit dem Slogan: "Wir nehmen euch euer Auto weg!" lässt sich natürlich keine Wahl gewinnen.
Dann lieber: "Wir fördern den Öffentlichen Nahverkehr, so dass man das Auto auch mal stehenlassen kann"
Veröffentlicht von: @lucan-7Aber mit dem Slogan: "Wir nehmen euch euer Auto weg!" lässt sich natürlich keine Wahl gewinnen.
Somit geht es den Grünen also in erster Linie darum, viele Stimmen zu erhalten und nicht die bestehenden Probleme beim Namen zu nennen... und das läuft nun seit 50 Jahren so.
Veröffentlicht von: @lucan-7Dann lieber: "Wir fördern den Öffentlichen Nahverkehr, so dass man das Auto auch mal stehenlassen kann"
Es wird auch konkret darüber nachgedacht, wie man die Situation für Radfahrer verbessern kann.
Bei S21 soll es jetzt übrigens zusätzliche Kopfbahnhofgleise geben.
Veröffentlicht von: @tamaroDass ein Umdenken bezüglich Mobilität insgesamt erforderlich wäre, von dem habe ich noch nichts gehört, nicht mal von den Grünen.
Dass die Mobilität in der Zukunft völlig anders aussehen müsse, davon hast Du echt noch nichts gehört?
Selbst hier im Forum wurde schon vor Monaten mal darüber diskutiert. Stichworte: selbstfahrende Fahrzeuge, integrierter Verkehr, Sharing-Modelle.
Ob das alles rechtzeitig sich durchsetzen wird, ist natürlich die Frage, und wenn man von den Grünen inzwischen keine wirklich überraschend vorausschauenden Konzepte mehr vertreten sieht, liegt das vermutlich an ihrer "Machtperspektive", also daran, dass sie inzwischen eher daran interessiert sind, selbst mitregieren zu können, statt gute Ideen zu propagieren.
Der Invidivualverkehr der Zukunft sieht so aus: keine Privatwagen mehr (da die viel zu teuer sind). Statt dessen eine integrierte Flotte selbststeuernder Fahrzeuge, die sich jeder jederzeit per App bestellen kann (und dann eben immer nur, wie beim Taxi heute, allerdings weitaus preisgünstiger, für die jeweilige Fahrt bezahlen braucht). Das läuft auf eine quantitative Reduktion der überhaupt fahrenden Fahrzeuge hinaus, so ungefähr um den Faktor 10. Diese zahlenmäßig insgesamt viel weniger Fahrzeuge werden per Software integriert sein, wodurch Staus oder überhaupt Unfälle irgendwann vollständig wegfallen (hängt davon ab, wie schnell die Entwicklung der dafür zuständigen KIs abgeschlossen ist).
Das Selbststeuern eines privaten Fahrzeugs wird ultrateuer werden und ein paar Reichen vorbehalten sein.
Die Shared Vehicles (SV) dieser Zukunft werden selbstverständlich E-Mobile sein, allein schon, da sich so die Verbrauchskosten senken lassen: per Einspeisung des Stroms, der von den Solarzellen der übernächsten Generation auf den Fahrzeugdächern, in den Fahrbahnen usw. herrührt (man fasse im Sommer mal auf eine dunkel asphaltierte Straße, um einen Eindruck zu bekommen, welche Solarstrom-Reserven da ungenutzt herumliegen).
Wir Deutschen müssen uns da freilich umstellen: Mit der Herstellung von Fahrzeugen selbst wird kaum noch viel Geld zu verdienen sein in der Zukunft.
Da Parteien allerdings die Wähler von heute ansprechen und nicht die im Jahre 2040, braucht man sich nicht wundern, dass die Politik sich mit diesen vorausschauenden Perspektiven nicht abgeben mag.
Ich wette, dass die wirtschaftlichen Chancen, die sich aus dem skizzierten zu erwartenden Infrastrukturwandel logisch zwingend ergeben, in anderen Gegenden der Welt (Silicon Valley, China...) schon emsig berechnet werden.
Na, setzen wir mal unsere teutonischen Hoffnungen auf Herrn Altmaier. 😊
Veröffentlicht von: @jack-blackDass die Mobilität in der Zukunft völlig anders aussehen müsse, davon hast Du echt noch nichts gehört?
Gehört schon, aber so richtig vehement gefordert wird doch nur die Umstellung auf die E-Mobilität. Die anderen Varianten stehen z.Z. kaum im Vordergrund.
Veröffentlicht von: @jack-blackStichworte: selbstfahrende Fahrzeuge, integrierter Verkehr, Sharing-Modelle.
In der Schweiz haben wir bereits seit den 1990er Jahren das sogenannte Mobility-Carsharing. Das funktioniert mit einer fixen Grundgebühr für die Mitglieder und nach jeder Benützung eines Autos (unterschiedliche Grössen, vom Kleinwagen bis zum Lieferwagen), wird nach Zeit/zurückgelegter Strecke abgerechnet. Mobility-Autos gibt's mittlerweile in Wohngegenden an fast allen Ecken. Zu Fuss sollte für einen Grossteil der Bevölkerung ein Auto in maximal zehn Minuten erreichbar sein.
Anfänglich war das so, dass dieses Car-Sharing in Zusammenarbeit mit der Bahn funktionierte. Optimal versorgt war man mit einem Generalabonnement und Mobility-Mitgliedschaft. Somit war es möglich vom Bahnhof des Wohnortes nach xy zu fahren und von dort aus auf's Land und wieder zurück z.B.
"Integrierter Verkehr" ist mir unbekannt.
Veröffentlicht von: @tamaroVeröffentlicht von: @tamaroDass die Mobilität in der Zukunft völlig anders aussehen müsse, davon hast Du echt noch nichts gehört?
Gehört schon, aber so richtig vehement gefordert wird doch nur die Umstellung auf die E-Mobilität. Die anderen Varianten stehen z.Z. kaum im Vordergrund.
Da geht es mir wie dir. In Deutschland höre ich immer nur von Elektroautos. Am absurdesten wird es, wenn wieder jemand mir erzählt, wie umweltfreundlich er jetzt unterwegs sei, mit seiner neuen Riesen-SUV-Kiste, ja, aber doch alles elektrisch!!
Die Schweiz ist in puncto öffentliche Verkehrsanbindung einfach großartig. Schon 1991 habe ich gestaunt, dass der Postbus noch in die kleinsten Bergdörfer fuhr. Und noch begeisterter war ich 2007, als ich mal wieder da war und die Preise für Postbus und Bahn kaum gestiegen waren. - Da hatte die Bahn in Deutschland ihre Preise seit 1991 schon etwa vervierfacht...
In Deutschland fehlt es ganz offenbar am politischen Willen, so zu handeln wie die Schweiz.
Veröffentlicht von: @polyglottIn Deutschland fehlt es ganz offenbar am politischen Willen, so zu handeln wie die Schweiz.
Wir Nachfahren hatten aber auch das Glück, dass in der Schweiz schon so früh so viel in den Bahnausbau investiert wurde. Würde man dies erste heute in Angriff nehmen, wäre das kaum zu bezahlen.
Am meisten beeindruckt bin ich immer wieder von der RhB im Kanton Graubünden. Wie da auch kleinste Dörfer und Weiler mit spektakulären Verbindungen ans Bahnnetz angeschlossen sind, das ist schon super. Dieser Kanton war übrigens noch bis 1925 autofrei (von Autos befreit), weil man damals nicht dachte, dass sich das Privatauto durchsetzen würde und es sich nur um eine Spinnerei der Reichen handle.
Initiiert wurde die RhB allerdings von einem Holländer...
Veröffentlicht von: @polyglottUnd noch begeisterter war ich 2007, als ich mal wieder da war und die Preise für Postbus und Bahn kaum gestiegen waren.
Als Einzelperson mit Halbtax-Abonnement ist es wirklich sehr günstig finde ich. Für Familien und/oder ohne Abonnement aber doch recht teuer.
Letzten Sommer wollte im Berner Oberland eine deutsche Familie das Postauto nehmen. Als der Chauffeur den Preis nannte (ich glaube es hätte 70 CHF) gekostet, verzichteten sie aber verdutzt dreinschauend auf die Fahrt.
Genau, die rhätische Bahn ist ein Hammer! 1991 durfte ich sie 9 Monate lang genießen. Wirklich beeindruckend.
Ich hatte immer ein Halbtax-Abo, das lohnt sich sogar für 2 Wochen Ferien.
Veröffentlicht von: @tamaroDie anderen Varianten stehen z.Z. kaum im Vordergrund.
Ja, weil eben immer der nächste Quartalsbericht und die nächste Legislaturperiode im Vordergrund stehen.
Veröffentlicht von: @tamaroIn der Schweiz haben wir bereits seit den 1990er Jahren das sogenannte Mobility-Carsharing.
Carsharing ist ja inzwischen in vielen Gegenden der Welt, gerade in Großstädten, bekannt und wächst (zu langsam). Der Gedanke, der dahinter steckt, ist m.M.n. auf jeden Fall der richtige, wird aber durch's kapitalistische und eigentumszentrierte Wirtschaftssystem immer noch sehr stark ausgebremst.
Veröffentlicht von: @tamaro"Integrierter Verkehr" ist mir unbekannt.
Integration gibt's ja auf unterschiedlichen Ebenen, Du erwähnst eine hier:
Veröffentlicht von: @tamaroAnfänglich war das so, dass dieses Car-Sharing in Zusammenarbeit mit der Bahn funktionierte.
Darf ich fragen, warum das nur anfänglich so war?
Was ich mit integriertem Verkehr allerdings meinte, war die Entwicklung, die erst dann wirklich so richtig effizient greifen kann, wenn "selbststeuernde" Autos ihre Kinderkrankheiten los sind und als die besseren (und daher versicherungstechnisch günstigeren) Konkurrenten zu den menschengesteuerten Fahrzeugen den Markt aufrollen können. Dies verbunden mit dem Car-Sharing-Konzept wird dann ermöglichen, dass die Fahrzeuge untereinander vernetzt sind, also der eine Wagen weiß, wo der andere hinfährt. Und dann am besten auch weiß, wo welche anderen Verkehrsmittel (Busse, Bahnen, Fähren/Schiffe...) unterwegs sind, wie sich also "Anschlüsse" optimal gestalten lassen. Das ist eine Frage der digitalen Infrastruktur: die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer sind dann insofern integriert, als alle Verkehrsmittel vernetzt sind und sich dadurch effizienter verhalten können. Damit können zuerst einmal Unfälle vermieden werden (dass an der schwer einsehbaren Spitzkehre, die man gleich auf dem Weg, die Kinder abzuholen, erreichen wird, gerade ein Bus angerauscht kommt, weiß der menschliche Fahrer nicht, die Software, die das selbstfahrende Auto steuert, indessen schon). Darüber hinaus können auch Staus vermieden werden. Und es kann auch das vermieden werden, was Du hier positiv bewertend beschreibst:
Veröffentlicht von: @tamaroZu Fuss sollte für einen Grossteil der Bevölkerung ein Auto in maximal zehn Minuten erreichbar sein.
Zehn Minuten zu Fuß? Bei Regen? Ist für viele Leute indiskutabel. Dann lieber - man kann es sich ja leisten - der eigene Wagen in der Garage. Und am Ankunftsort dann nochmal viermal um den Block, bis man einen Parkplatz gefunden hat, der nach genug zum Ziel ist (nicht weiter als 100 Meter zu Fuß...).
Ingegrierte Sharing-Modelle würden eben bedeuten: Ich orderen Wagen, der mich vor meiner Haustür abholt und vor der Tür meines Zielorts absetzt. Keine (zeit- und benzinfressende) Parkplatzsuche, kein zehnminütiges Durch-den-Regen-Latschen bis zum nächste Mobility-Auto. Selbstverständlich betanken sich die solcherart autonom fahrenden Autos auch von selbst an der nächsten Ladestation. Über ihre Vernetzung zu den anderen Fahrzeugen und mittelst entsprechender KIs wissen die autonom fahrenden Autos, wann wo voraussichtlich die größte "Nachfrage" nach Beförderung besteht (so werden sich z.B. gerade nicht benutzte Fahrzeuge in den frühen Morgenstunden in die Vororte begeben, von denen aus erwartungsgemäß morgens viele Leute ins Stadtzentrum oder zu den großen verarbeitenden Betrieben fahren wollen).
Integrierter Verkehr bedeutet, dass die unterschiedlichsten verkehrsrelevanten Faktoren per digitaler Vernetzung berechenbar und damit effizienter zu berücksichtigen sein werden. Während wir heute unter Verkehrsinfrastruktur vor allem Straßen, Schienen, Bahnhöfe oder Häfen verstehen, werden beim integrierten Verkehr die softwaregesteuerten Fahrzeuge ein integrierter Bestandteil dieser Infrastruktur sein: wie gut das deutsche Verkehrssystem funktioniert, wird dann in starkem Maße davon abhängen, wie gut die Logistik-KI ist.
Technisch sehe ich da auf längere Perspektive keine unüberwindlichen Probleme und übrigens auch keine ökologisch kompatiblen Alternativen. Die größten Hindernisse sehe ich gesellschaftlich-politisch: Dass die Leute schlicht nicht auf ihr "eigenes" Auto verzichten wollen (Deutschland mit seiner "Auto-Kultur"...) oder dass sie sich gegen die "Überwachung aller Mobilität" auf die Barrikaden treiben lassen (von denen, die an den bisherigen Verkehrskonzepten viel besser verdienen und dann z.B. ihre FDP-Sprechpuppen durch die Talkshows tingeln lassen oder in der BLÖD den Volkszorn beschwören).
Integrierter Verkehr würde bedeuten: beim Straßenbau oder bei Straßenrenovierungen würden entsprechende Anforderungen gleich mit berücksichtigt. Ich sprach die Möglichkeiten, aus jedem Quadratmeter Bodenversiegelung namens Straße auch eine Solarstrom-Quelle zu machen. Neben jeder Straße müßten/sollten also gleich entsprechende Kabelschächte verbaut werden, in denen man - entsprechend den technologischen Fortschritten - später Leitungen für alles Mögliche unterbringen könnte: Glasfaserkabel, um die Unmengen Daten, die der integrierte Verkehr generiert, schnell weiterleiten zu können. Stromkabel um den von Straßen und den darauf fahrenden Vehiceln produzierten Solarstrom zu den entsprechenden Ladestationen bringen zu können, etc. Viele zukünftige technologische Möglichkeiten wird man derzeit noch kaum ahnen können (was, wenn zukünftige autonom steuernde Kleinfahrzeuge kein eigenes Akku mehr brauchen, sondern per Induktionsstrom aus der Straße angetrieben werden könnten?) Entsprechend sollte Straßenbau modular ausbaufähig geplant werden...
Sooooo sehr Zukunftsmusik ist das gar nicht mehr, wie mir jüngst auffiel, als ich bei einem landwirtschaftlichen Großanbieter hier bei uns in der Gegend mal etwas Rasendünger kaufte, dort einen alten Schulkameraden traf und mit ihm "auf einen Kaffe" ins Büro mir reinkam. Dort sah ich auf einem riesigen Bildschirm eine Karte unseres Land, bzw. Gemeindekreises, und auf diesem Bildschirm blinkten diverse rote Punkte. Ich ließ mir erklären, dass jeder dieser Punkte für eine landwirtschaftliche Maschine stand, die dieser Anbieter an die Kunden (d.h. also Bauern) ausgeliehen habe - die meldeten sich brav per GPS. Mein alter Bekannter verriet mir da so nebenbei die Antwort auf eine Frage, die ich mir schon häufiger zur Erntezeit gestellt hatte, wenn ich mal wieder als Fahrradfahrer von einem der immer größer und breiter werdenden Erntefahrzeuge (Mähdrescher, Kartoffelroder, aber auch einfach nur Trecker, die riesige Wagen ziehen, wie es sie früher schlicht nicht gab) überholt wurde: Was machen, wenn sich mal zwei von denen auf der Landstraße begegnen und nicht weit genug zur Seite fahren können, weil da schon der Straßengraben oder die Bäume am Seitenrand dräuen?
Die Antwort lautet: passiert nicht. Weil die mit ihrer digital ständig aktualisierten Übersichtskarte halt wissen, wo welche der Großmaschinen unterwegs sind und man sich so abstimmen kann, damit an engen Stellen nie zwei dieser Fahrzeuge aus entgegengesetzten Richtungen aufeinandertreffen.
Das sind so die Anfänge. Und solange derartige Systeme ungeregelt sprießen, können sie aus logischen Gründen ihre volle Effizienz noch nicht entwickeln: Was, wenn jemand, der nicht seine extrabreite Erntemaschine bei diesem Anbieter leiht, die ganze schöne Planung über den Haufen wirft? Momentan fahren die großen Liefer-LkW, welche die Waren so an die Supermärkte der Gegend bringen, in der Regel nur auf den Landstraßen, die breit genug sind, dass sich da auch breite Fahrzeuge aneinander vorbeidrücken können. Aber was, wenn sich mal einer von denen auf eine der schmaleren Nebenstraßen verirrt?
Kinderkrankheiten... 😊
Das gefällt mir. 🙂
Mit dieser Zukunftsvision bleib ich dann doch weiterhin gerne
- Fußgänger
- Radfahrer
- Beifahrer
- Mitfahrer
- Nah- und Fernverkehrsfahrer
😊 😎
... und werde auf die Frage, warum ich mir kein Auto leiste, wo das doch so viel praktischer ist, nicht mehr nachdenklich, sondern bin - dank deiner feinen Ausführung - einfach nur der Zeit schon voraus. Da muss ich nun nicht noch mit einem Privat-PKW - wie old-schooled - überbrücken. Und nebenbei stelle ich erfreut fest, dass ich kein -in für mich brauche, nachdem ich in letzter Zeit das Gender* so liebevoll setze. 😉
Veröffentlicht von: @jack-blackJa, weil eben immer der nächste Quartalsbericht und die nächste Legislaturperiode im Vordergrund stehen.
Finde ich eben schlecht, denn der Klimawandel nimmt darauf ja keine Rücksicht.
Veröffentlicht von: @tamaroAnfänglich war das so, dass dieses Car-Sharing in Zusammenarbeit mit der Bahn funktionierte.
Veröffentlicht von: @jack-blackDarf ich fragen, warum das nur anfänglich so war?
Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Bahn auch heute noch irgendwelche Kombi-Angebote offeriert. Ich mag mich nur erinnern, dass früher sehr oft mit solchen Angeboten Werbung gemacht wurde. Dies habe ich nun (als regelmässiger Bahnbenutzer) schon lange nicht mehr gesehen.
Veröffentlicht von: @jack-blackZehn Minuten zu Fuß? Bei Regen? Ist für viele Leute indiskutabel.
Die Zehn Minuten zu Fuss waren jetzt einfach mal eine geschätzte Zeitangabe. Aber in der Regel befindet sich bei Mobility-Parkplätzen eine Strassenbahn- oder Busstation und/oder Abstellplätze für das Fahrrad. Natürlich ist ein eigener Wagen in der Tiefgarage, die mit dem Lift erreichbar ist, wesentlich bequemer. Umweltfreundliche Mobilität erfordert bei der Benützung nach wie vor einen gewissen Effort, wirklich tauglich für die grosse Zahl an Benützern ist sie deshalb wohl noch nicht.
Veröffentlicht von: @jack-blackDie größten Hindernisse sehe ich gesellschaftlich-politisch: Dass die Leute schlicht nicht auf ihr "eigenes" Auto verzichten wollen (Deutschland mit seiner "Auto-Kultur"...)
... und nicht zu vergessen der Faktor Mensch: Was wenn - salopp ausgedrückt - jemand die Sitzbank vollkotzt oder wenn sich Kriminelle an Bord von solch autonom fahrenden Fahrzeugen begeben?
Veröffentlicht von: @jack-blackDort sah ich auf einem riesigen Bildschirm eine Karte unseres Land, bzw. Gemeindekreises, und auf diesem Bildschirm blinkten diverse rote Punkte. Ich ließ mir erklären, dass jeder dieser Punkte für eine landwirtschaftliche Maschine stand, die dieser Anbieter an die Kunden (d.h. also Bauern) ausgeliehen habe - die meldeten sich brav per GPS
Solche Überwachungssysteme kenne ich schon seit Anfang der 00er Jahre, die zur Überwachung der Fahrten von Buschauffeuren dienten. In der Formel 1 gab es das schon in den 90ern (vielleicht sogar früher), wo die Fahrten detailgenau analysiert werden konnten und auch ersichtlich war, wann/wo ein Fahrer einen Fahrfehler begangen hat.
Nachtrag vom 07.05.2021 2102
Womöglich waren diese Systeme damals aber noch nicht in Echtzeit, resp. weiss ich nicht, inwiefern die GPS-Technologie hier einen Fortschritt bewirken konnte.Nachtrag vom 07.05.2021 2103
Das wirklich starke Argument für Mobility-Nutzer ist jenes, dass sich die Leute die Fixkosten für ein Auto sparen wollen, wenn sie realisieren, dass sie ihr Auto gar nicht so oft benötigen.
Veröffentlicht von: @tamaroFinde ich eben schlecht, denn der Klimawandel nimmt darauf ja keine Rücksicht.
Korrekt.
Veröffentlicht von: @tamaroUm ehrlich zu sein, bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Bahn auch heute noch irgendwelche Kombi-Angebote offeriert.
Meist sind solche Kampagnen ja zur Einführung neuer Angebote medial (auch per Werbung) präsent.
Veröffentlicht von: @tamaroUmweltfreundliche Mobilität erfordert bei der Benützung nach wie vor einen gewissen Effort, wirklich tauglich für die grosse Zahl an Benützern ist sie deshalb wohl noch nicht.
Tauglich ist sie dann, wenn es unangenehm wird, nicht diesen "gewissen Effort" (ist Effort in der Schweiz ein üblicher Ausdruck? Hier in Deutschland gehört er bei schätzungsweise 95% der Leute allerhöchstens zum passiven Wortschatz, ich mußte gerade kurz nachgoogeln, ob meine Übersetzung mit "Anstrengung" überhaupt korrekt sei...) aufzubringen. Kurz, wenn das hier:
Veröffentlicht von: @tamaroDas wirklich starke Argument für Mobility-Nutzer ist jenes, dass sich die Leute die Fixkosten für ein Auto sparen wollen, wenn sie realisieren, dass sie ihr Auto gar nicht so oft benötigen.
dadurch stärker wird, dass weniger umweltfreundliche Mobilität eben spürbar im Preis steigt. Also wirklich: spürbar, d.h. über jene Grenze hinaus, unterhalb derer die Leute mit folgenlosem Geschimpfe über die steigenden Benzinpreise reagieren. Die umweltschweinische Mobilität muß derart teuer werden, dass sie sich nur noch wirklich Reiche leisten können.
Davon sind wir noch recht weit entfernt. Leider.
Effort
Veröffentlicht von: @jack-black(ist Effort in der Schweiz ein üblicher Ausdruck? Hier in Deutschland gehört er bei schätzungsweise 95% der Leute allerhöchstens zum passiven Wortschatz, ich mußte gerade kurz nachgoogeln, ob meine Übersetzung mit "Anstrengung" überhaupt korrekt sei...)
Ja, Effort ist durchaus ein üblicher Ausdruck. Wir haben viele Wörter dem Französischen entlehnt.
Zudem ist es so, dass ja auch die deutschsprachigen Schweizer ihr eigenes Deutsch haben... und das ist nicht etwa die Variation, die wir als Hochdeutsch bezeichnen. Wenn wir Dialekt reden ist das nochmal ganz anders. Ich höre immer wieder, dass man sich dessen in Deutschland nördlich des Main nicht so bewusst ist.
Veröffentlicht von: @tamaroDie Förderung des Indivualverkehrs, wie er seit den 1950ern im Gange ist, hat zwar den Wohlstand ungemein gefördert, das ist klar. Aber all das ging auf Kosten einer immensen Ressourceverschwendung.
Beim Ausbau des Straßennetzes ging es schwerpunktmäßig nicht um den Individualverkehr, sondern um die Wirtschaft. Die Güter können so dynamisch und schnell verschoben werden. In den USA fehlt diese enge Netz. Unser Netz hat eine größere Dichte. Biden hat das Problem erkannt, und will siebzig Jahre später das Straßennetzt ausbauen.
Wie wichtig unser Netz ist, kann man auch an Corona sehen. Die einzigen Grenzen, die nicht geschlossen wurden, sind die zwischen Belgien und den Niederlanden. Nicht zuletzt wegen der Häfen in Rotterdam und Antwerpen wo von dort über das Straßennetz unsere Grundversorgung gesichert ist. Wären sie dicht gemacht, so wären in den Supermärkten die Regale nachhaltig leer. Unser enges Netz versorgt nicht nur uns, sondern auch die Länder in Osteuropa. Da wurden die Grenzen dicht gemacht. Die Folge waren Staus und leere Regale. Das Wirtschaftswunder wäre ohne ein gutes Straßennetz gar nicht denkbar gewesen.
Falsch ist auch, dass der öffentliche Verkehr vernachlässigt wurde. Der galt damals auch als wichtig, so wichtig, dass der öffentliche Verkehr fast nur in staatlicher Hand war. Der Staat hat viel Geld, in den Betrieb gepumpt und auch den öffentlichen Verkehr ausgebaut. Es waren damals die Umweltschützer, die den öffentlichen Verkehr behindern wollte. Wie den Aufbau der ICE Strecken. Verhindert haben sie den Transrapid, leider. Clemens war der Letzte, der das noch retten wollte. Dabei hätte auf dem Festland der Transrapid umweltfreundlich den Flugverkehr auf dem Festland ersetzen können. Mit Strom, der sehr effizient verbraucht wäre, würden fossile Brennstoffe ersetzt.
Ich glaube auch nicht, dass es bei der Frage des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs so sehr um den Umweltschutz geht. Das auch, aber es geht auch um die Frage, den individuellen Verkehr zu vergesellschaften.
Früher entschieden sich die Fragen zu einem großen Teil an einer Bedarfsanalyse. Heute geht es bei den Argumenten ehe um eine Ideologieanalyse. Es wird immer weniger danach gefragt, was der Mensch braucht, sondern eher darüber entschieden was für ihn gut ist.
Veröffentlicht von: @orangsayaDie einzigen Grenzen, die nicht geschlossen wurden, sind die zwischen Belgien und den Niederlanden. Nicht zuletzt wegen der Häfen in Rotterdam und Antwerpen wo von dort über das Straßennetz unsere Grundversorgung gesichert ist. Wären sie dicht gemacht, so wären in den Supermärkten die Regale nachhaltig leer.
Ein dichtes Verkehrsnetz wäre aber auch mit der Bahn (oder per Binnenschiffahrt) realisierbar, resp. indem Lastwagen auf die Bahn umgelagert werden und danach vor Ort die Detailhändler beliefern. Gut ausgebaute Verkehrswege müssen nicht unbedingt nur Strassen/Autobahnen sein.
... und für den Indivualverkehr wurde natürlich unglaublich viel getan. Wenn man an die ganzen Parkhäuser in den Städten denkt (was dann den motorisierten Verkehr anzieht). Jedes Häuschen auf dem Land muss an ein gut ausgebautes Strässchen angschlossen sein und jede Wohnüberbauung in der Agglomeration resp. jedes Geschäftshaus in der Stadt muss über ein unterirdisches Parkhaus verfügen, damit Herr Müller auch bei Regen trocken von seiner Wohnung in seine Bank in der Stadt bequem gelangen kann.
Veröffentlicht von: @orangsayaBiden hat das Problem erkannt, und will siebzig Jahre später das Straßennetzt ausbauen.
Chance verpasst, er müsste das Bahnnetz ausbauen und elektrifizieren.
Veröffentlicht von: @orangsayaFalsch ist auch, dass der öffentliche Verkehr vernachlässigt wurde.
So leid es mir tut: Aber sobald ich mich ins benachbarte Ausland begebe, stelle ich immer wieder fest, dass ich den öffentlichen Verkehr im Vgl. zur Schweiz praktisch unbrauchbar finde. Mit Abstand am schlimmsten ist es in Frankreich, in Norditalien fände ich es gar nicht so schlecht, aber es ist sehr umständlich organisiert.
Veröffentlicht von: @orangsayaIch glaube auch nicht, dass es bei der Frage des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs so sehr um den Umweltschutz geht.
Es geht v.a. auch um die Frage, wie die verschiedenen Verkehrsmittel, die wir zur Verfügung haben, sinnvoll eingesetzt werden. Die Energieeffizienz für Mobilität muss klar besser werden.
Veröffentlicht von: @tamaroEin dichtes Verkehrsnetz wäre aber auch mit der Bahn (oder per Binnenschiffahrt) realisierbar, resp. indem Lastwagen auf die Bahn umgelagert werden
Haben wir doch und wird auch genutzt. Was willst du für den Binnenverkehr mehr machen? Einen neuen Kanal durch Deutschland bauen? Bahn und Binnenschifffahrt ist bereits ein wichtiger Teil unserer Infrastruktur. Wie auch das Verkehrsnetz.
Veröffentlicht von: @tamaro... und für den Indivualverkehr wurde natürlich unglaublich viel getan. Wenn man an die ganzen Parkhäuser in den Städten denkt (was dann den motorisierten Verkehr anzieht). Jedes Häuschen auf dem Land muss an ein gut ausgebautes Strässchen angschlossen sein und jede Wohnüberbauung in der Agglomeration resp. jedes Geschäftshaus in der Stadt muss über ein unterirdisches Parkhaus verfügen, damit Herr Müller auch bei Regen trocken von seiner Wohnung in seine Bank in der Stadt bequem gelangen kann.
Natürlich und das ist auch gut so für Mensch und Wirtschaft. Wir brauchen die Parkhäuser, weil Menschen in die Stadt fahren und da was machen. Einkaufen, Dienstleistungen in Anspruch nehmen, usw. Dafür bekommen die Menschen die in der Stadt leben, etwas unglaublich wichtiges, nämlich Arbeit. Natürlich ändert und passt sich, die Infrastruktur der Problematik an. In Dortmund gibt es schon seit Jahren außerhalb der Innenstadt Parkplätze und man kann mit dem öffentlichen Verkehr in die Innenstadt. Das ist gut und richtig, besonders, wenn Feste in der Innenstadt sind. Aber die Parkhäuser brauchen wir trotzdem. Zumal ohne die Parkplätze in der Innenstadt, die Parkplätze die außerhalb sind, nicht reichen würde. Dann bräuchten wir mehr, dass würde nur noch mehr Fläche versiegeln.
Aber nochmal, für den öffentliche Verkehr wurde auch seit den 50er Jahren viel getan.
Veröffentlicht von: @tamaroChance verpasst, er müsste das Bahnnetz ausbauen und elektrifizieren
Ich glaube, du kennst das Programm nicht. Gut die Hälfte davon ist für den Öffentlichen Verkehr. Elektrifizierung soll für den öffentlichen Verkehr und in anderen erweitert werden. Das alles unter der Überschrift Klimaziel. Die Amerikaner haben schon lange, die Hybridwagen in ihrem Verkehr. Dafür braucht man auch Strom. Wir in unserem Land machen den Fehler, dass wir uns auf die reinen Elektrowagen verbeißen.
Aber ich denke, mit Bidens Plänen ist es wie bei Trump mit der Mauer. Es sind Luftschlösser, die sich nicht umsetzen lassen.
Veröffentlicht von: @tamaroSo leid es mir tut: Aber sobald ich mich ins benachbarte Ausland begebe, stelle ich immer wieder fest, dass ich den öffentlichen Verkehr im Vgl. zur Schweiz praktisch unbrauchbar finde. Mit Abstand am schlimmsten ist es in Frankreich, in Norditalien fände ich es gar nicht so schlecht, aber es ist sehr umständlich organisiert.
Die Schweiz, Italien, Frankreich sind nicht Deutschland. In Deutschland ist im allgemeinen das öffentliche Verkehrsnetz gut organisiert. Gebietsweise gibt es allerdings gravierende Mängel. Beim Nahverkehr häufig da, wo die Landesgrenzen liegen, oder da, wo wenig Menschen leben. Teilweise, je nach Region wird es kompensiert. Es gibt z.B. Konzepte, dass die Taxis mit Sammeltaxis an den öffentlichen Verkehr angeschlossen werden. Die Taxiunternehmen verpflichten sich, dass einige Strecken gefahren werden und die Kommune unterstützt das mit Geld. Der Fahrgast zahlt einen Monatsbeitrag und eine Kleinigkeit pro Fahrt.
Veröffentlicht von: @tamaroEs geht v.a. auch um die Frage, wie die verschiedenen Verkehrsmittel, die wir zur Verfügung haben, sinnvoll eingesetzt werden.
Ja, das wollen wir doch alle. Ein Mix war immer der Plan. Der einzige Unterschied ist, dass du einen Teil des Mix herausnehmen willst.
Veröffentlicht von: @tamaroEin dichtes Verkehrsnetz wäre aber auch mit der Bahn (oder per Binnenschiffahrt) realisierbar, resp. indem Lastwagen auf die Bahn umgelagert werden
Veröffentlicht von: @orangsayaHaben wir doch und wird auch genutzt.
Aber die Kapazitäten hierfür wären mit Sicherheit ausbaubar.
Veröffentlicht von: @orangsayaWir brauchen die Parkhäuser, weil Menschen in die Stadt fahren und da was machen. Einkaufen, Dienstleistungen in Anspruch nehmen, usw. Dafür bekommen die Menschen die in der Stadt leben, etwas unglaublich wichtiges, nämlich Arbeit.
Ich plädiere dafür, dass die Zentren von Städten zunehmend zumindest teilweise autofrei werden. Es ist auch sehr gut möglich in Städten zu arbeiten, einzukaufen etc. wenn sie nicht mit Autos vollgestopft sind.
Die Lebens- und Wohnqualität der Stadtbewohner wird gesteigert und übrigens sind solche Städte auch für den Tourismus attraktiver.
Veröffentlicht von: @orangsayaJa, das wollen wir doch alle. Ein Mix war immer der Plan. Der einzige Unterschied ist, dass du einen Teil des Mix herausnehmen willst.
Ich will nichts aus dem Mix herausnehmen. Aber so wie der motorisierte Individualverkehr heute funktioniert, verbraucht der ganz klar zu viele Ressourcen. So kann es keine 200 Jahre mehr weitergehen und deshalb müssen heute die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden. Der Mix müsste sich viel stärker in eine Zunahme der Nutzung von Bahn/öffentlichem und Langsamverkehr entwickeln.
Vergesellschaftung des Individualverkehrs
Veröffentlicht von: @orangsayaIch glaube auch nicht, dass es bei der Frage des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs so sehr um den Umweltschutz geht. Das auch, aber es geht auch um die Frage, den individuellen Verkehr zu vergesellschaften.
Ich bin der Meinung, dass es eben ein kapitaler Fehler der Menschheit war, den Verkehr im heutigen Ausmasse zu indivudualisieren. Eine Vergesellschaftung des Individualverkehrs wäre somit also im Grunde genommen die Aufhebung einer strukturellen Fehlentwicklung.
Veröffentlicht von: @tamaroIch bin der Meinung, dass es eben ein kapitaler Fehler der Menschheit war, den Verkehr im heutigen Ausmasse zu indivudualisieren
Der Verkehr wurde nicht individualisiert. Der war schon immer da. Nur die Möglichkeiten und die Bedürfnisse haben sich durch die Zeit geändert. Ich erinnere mich noch an Zeiten, da haben noch die Menschen zu Fuß den Weg in die nächst mögliche Stadt gemacht. Dort etwas gekauft, oder sind zum Arzt, oder haben ein Bad genommen. Das war die Zeit, als der Verkehr mit einem Goggomobil, mit einem Moped, oder ähnlichem möglich war. Die alten gingen noch zu Fuß. Mittlerweile hat sich das verbessert. Zu Fuß muss sich keiner mehr quälen und es gibt komfortablere Autos. Das ist doch gut.
Veröffentlicht von: @tamaroEine Vergesellschaftung des Individualverkehrs wäre somit also im Grunde genommen die Aufhebung einer strukturellen Fehlentwicklung.
Der Individualverkehr wird sich mit Sicherheit ändern, aber eine Fehlentwicklung ist der Individualverkehr bestimmt nicht. Umweltbedingte Verbesserung hat es schon immer dabei gegeben. Schon in den Siebzigern, aber besonders in den Achtzigern. Ein Auto, dass Anfang der Achtziger zugelassen wurde, hatte in den Neunzigern keine Chance, weil die Werte nicht stimmen. Mit so einem Benzin, wie Anfang der Achtziger, durfte man sowieso nicht mehr fahren. Es ist nichts neues, sogar der ideologische Hype der darum gemacht wurde, ist nicht neu,
Veröffentlicht von: @orangsayaZu Fuß muss sich keiner mehr quälen und es gibt komfortablere Autos. Das ist doch gut.
Sagen wir es so: Es ist bequem. Natürlich ist das von dir Geschriebene angenehm, die Leute wollen das, sonst hätte es sich nicht durchgesetzt.
Nur stellt sich die Frage, mit welchen Ressourcen wir diesen bequemen Lebensstil langfristig sicherstellen wollen. Alternativ müssen wir darauf hoffen, dass bald neue Verkehrskonzepte bereitstehen, die umweltverträglicher sind. Geredet davon wird schon seit langem, konkrete Ansätze bleiben eine Rarität.
Veröffentlicht von: @orangsayaUmweltbedingte Verbesserung hat es schon immer dabei gegeben.
Es muss aber weiter gehen. Von 8,3 Mio. Einwohnern in der Schweiz ist 1 Mio. am Wohnort mit übermässigem Lärm konfrontiert. Lärm macht krank. Die Feinstaubbelastung wird immer zum Problem, wenn es warm wird. Für die Tierwelt ist der Strassenverkehr ebenfalls ein grosses Problem.
Zudem wird massenhaft an rarem Wohnraum übermässig stark entwertet.
Veröffentlicht von: @orangsayaEs ist nichts neues, sogar der ideologische Hype der darum gemacht wurde, ist nicht neu,
Mir geht es nicht um Ideologie. Ich finde, dass man mit der heutigen Situation weder ressourcentechnisch noch was den Umweltschutz anbetrifft, sich zufrieden geben kann.
Zudem möchte ich als Fussgänger oder Radfahrer nicht mehr diskriminiert werden, sondern über ein vergleichbares Angebot an Verkehrswegen und Parkmöglichkeiten verfügen, wie das Autofahrer zur Verfügung haben.
Dass der "ideologische Hype" (wie du es nennst) nichts Neues sei, wundert mich nicht, weil die Entwicklung des motorisierten Individualverkehrs m.E. völlig zurecht, seit seiner Entstehung von einer Minderheit als massiven Eingriff in die Natur und auch als Bedrohung verstanden wurde und es auch ist.
Der motorisierte Individualverkehr hat uns viel Wohlstand beschert für den Preis einer Ressourcenverschwendung, der in der Menschheitsgeschichte seinesgleichen sucht.
Du hast die Bahn vergessen
Veröffentlicht von: @orangsayaDer Verkehr wurde nicht individualisiert.
Doch, wurde er!
Bei deinem Abriss über die Mobilitätsgeschichte hast du vergessen die Bahn zu erwähnen... Die Eisenbahn und auch die Dampfschiffe wurden vor dem Auto erfunden.
Zudem waren auch noch Reisekutschen verfügbar. Diese Transportmittel waren vergesellschaftet! Erst durch die Erfindung des Automobils wurde eine Individualisierung der Reisen über grössere Distanzen ermöglicht.
Das führt mich wieder zurück zu meinem ursprünglichen Posting in diesem Strang, wo ich folgendes schrieb:
Deshalb sollte also ein Verkehrssystem entwickelt werden, das in erster Linie auf den öffentlichen Verkehr setzt. Individualverkehr ist für den Nahverkehr (die Feinverteilung) sinnvoll und da wiederum würde ich in erster Linie auf das Fahrrad setzen, also Muskelkraft oder elektrisch unterstützte Fahrräder und erst danach auf E-Mobile (resp. auch Hybrid oder Wasserstoff).
Ich bin ja immer dafür, zunächst mal das zu tun, was ich selbst tun kann und mich bei dem zu engagieren, was in meiner näheren Umgebung passiert und worauf ich Einfluss haben kann.
Alles andere sind Träumereien.
Und wenn jemand von "gleich verteilen" anfängt, ist auch bei mir Alarmstufe Rot. Damit sind bisher sämtliche Länder gescheitert, die in Richtung eines wie auch immer gearteten "Sozialismus" wollten.
So ist der Mensch nicht, und so funktioniert die Wirtschaft nicht. Sichere Eigentumsrechte, stabile Verhältnisse und Anreize sind nötig. Alles, was verteilt werden soll, muss nämlich erst mal erarbeitet werden...
Veröffentlicht von: @polyglottIch bin ja immer dafür, zunächst mal das zu tun, was ich selbst tun kann und mich bei dem zu engagieren, was in meiner näheren Umgebung passiert und worauf ich Einfluss haben kann.
Richtig. Aber dafür muss man ja erst mal über die Verhältnisse nachdenken.
Wenn du Schokolade kaufst und dir bewusst machst, dass für einen Großteil des Kakaos immer noch Menschen in prekären Verhältnissen schuften müssen, zum Teil auch Kinder, dann bedeutet das, dass du dir klarmachst: Eigentlich sollten auch diese Arbeiter faire Löhne bekommen, und auch diese Kinder sollten die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen.
Du stellst dir also eine Welt vor, wie sie sein SOLLTE.
Und danach handelst du dann... und kaufst die Schokolade eben nicht. Oder ein eben fair-trade Produkt.
Das ist das, was wir tun können.
Veröffentlicht von: @lucan-7Oder ein eben fair-trade Produkt.
Da muss man aber auch genauer hinschauen, welches Siegel wirklich was taugt.
Mit meinem Sohn hatte ich letztens die Recherche nach Siegeln, die für wirklich nachhaltig und fair produzierte Kleidung stehen. Es kam heraus, dass man genau 2 Siegeln vertrauen kann: GOTs und der fair ware foundation.
Zum Glück gibt es Unternehmen in Deutschland, die nach diesen Standards produzieren (lassen) und vertreiben. Wir bemühen uns tatsächlich, bei diesen Unternehmen zu kaufen.
Allerdings: Sehr viele Menschen in Deutschland können das nicht, selbst wenn sie wollten.
Solange ich das ausreichende Einkommen habe, bin ich immer bereit, mehr zu bezahlen, wenn das Produkt wirklich nachhaltig und fair erzeugt und vertrieben wurde. Allerdings, wie gesagt, das muss man erst mal rausfinden, welchen Siegeln man wirklich vertrauen kann.
Bei Schokolade und Kaffee könnte ich das auch noch mehr machen. Ich bin mir aber nicht mal sicher, ob nicht Unternehmen, die gar kein solches Siegel haben, manchmal nicht fairer agieren als andere...
Und dann habe ich noch die Auseinandersetzungen mit meinem Mann, dass der lavazza-Espresso einfach um Klassen besser schmeckt als der fair gehandelte aus unserem Supermarkt...
Nachtrag vom 06.05.2021 1242
fair wear foundation heißt es natürlich.
Veröffentlicht von: @polyglottUnd dann habe ich noch die Auseinandersetzungen mit meinem Mann, dass der lavazza-Espresso einfach um Klassen besser schmeckt als der fair gehandelte aus unserem Supermarkt...
Ja, ganz genau! Auch ich trinke seit vielen Jahren Lavazza Crema e Aroma. Für meinen Geschmack kommt nur wenig daran. Früher bin ich deswegen sogar extra nach Venlo gefahren und habe das Zeug auf Vorrat gekauft. Der deutsche Markt hat sich verbessert. Die Qualität und der Geschmack spielt auch eine Rolle. Bei mir im Kühlschrank würdest du viel Demeter, Bioland finden, weil die Qualität einfach besser ist. Bei Regional verhält es sich genauso. Bestimmte Produkte bei mir kommen nur aus dem Reformhaus. Wenn Fair Trade von mir gekauft würden, dann müssten sie auch mit den Produkten überzeugen. Einen überteuerten Schiss kaufe ich bestimmt nicht. Da muss mehr geliefert werden, als ein moralischer Überbau. Wobei ich nicht sagen will, dass wäre bei Fair Trade grundsätzlich so. Bei mir ist nur kein Produkt gelandet, bei dem ich sagen würde: "Ja, das ist meins. ...
Mehrwert für den Kunden
Das sehe ich so wie du: Auch fair gehandelte und nachhaltig erzeugte Produkte werden sich nur durchsetzen, wenn sie gut sind.
In der warmen Jahreszeit kaufen wir meistens das Gemüse regional auf dem Markt, das hat sich bewährt. Irgendwann weiß man, welcher Anbieter ganz gutes Obst und Gemüse hat.
Schokolade ist eher ein Trauerspiel. Die gepa-Schokoladen schmecken ok, aber eigentlich mag ich am liebsten Lindt. Irgendwann hatte ich mal so eine sortenreine Schokolade - oberlecker, aber ich finde den Anbieter nicht mehr.
Und ja, Lavazza schmeckt einfach toll, da brauchst du nichts anderes.
Wenn ich einmal im Jahr einen Nerv habe, fahre ich in einen französischen Supermarkt - und bin einfach nur glücklich. Da kriegst selbst bei Lidl Käse, der schmeckt. Was anderes könnte man den Franzosen auch nicht verkaufen... Ähnlich ist es in Italien.
Die Deutschen verstehen einfach nichts von gutem Essen. Da macht es ein Bemühen um Nachhaltigkeit leider auch nicht besser, seufz...
Für Herrenkleidung habe ich einen guten nachhaltigen Anbieter gefunden, dessen Kleidung wirklich von Qualität und gut designt ist, den ich aber nicht öffentlich verrate, sonst gehen die Preise durch die Decke. Ich würde ihn dir per PN verraten. Der Anbieter für Damen, den ich bevorzuge, interessiert dich ja wahrscheinlich nicht...
Veröffentlicht von: @polyglottUnd ja, Lavazza schmeckt einfach toll, da brauchst du nichts anderes.
Da fällt mir gerade bei den Geschichten ein. Ich habe früher Kaffee aus Nicaragua auf dem Marktplatz verkauft. Davon abgesehen, dass der Kaffee im Hinblick, was sonst so getrunken wurde gut war. Wollte ich de Revolution in dem Land unterstützen. Wobei wir damals unter Revolution nicht so sehr die Ideologie sahen, sondern den Menschen, die mit Kaffee ihre Grundlage aufbauen wollten, oder das Schneeballsystem zur Alphabetisierung des Landes. Das dahinter ein nackte und brutale Ideologie steckte, habe ich erst viel später durchschaut bzw. eingestanden. Auch war es dumm, zu meinen es sei im Gegensatz zum Osten, ein guter Sozialismus. Wenn es einen Konflikt damals gab, dann war es die Frage der Gewalt. Ich war ja damals in einer Friedensgruppe und das hatte die Gruppe gespalten. Die einen sahen die Gewalt als notwendiges Übel, die anderen begrüßten die "Verbesserungen" im Land lehnten aber die Gewalt ab. Dabei war es nicht schwer menschlicher als der Somoza-Clan zu sein.
Ich ordne es heute so ein, dass ich damals in eine ideologische Sackgasse geraten bin, ohne selbst wahrzunehmen, wie ideologisch das war.
Veröffentlicht von: @polyglottDie Deutschen verstehen einfach nichts von gutem Essen.
Ja, Deutschland hat keine besondere Affinität für gutes Essen.
Die Deutschen werden immer nach dem billigst und vermeintlich besten Kaufen. Sie werden immer die billigste Ecke suchen und das Beste ist vordergründig eine optische Frage. Sieht etwas schlecht aus, weil die Frucht reif ist, bleibt es in der Kiste ein Ladenhüter. Sei es beim Discounter, oder im Bioladen. Man wird immer die Gurke wählen, die jugendlich grün glänzt.
Salonkommunisten
Ich freue mich, wie immer, dass du in der Lage bist, dein früheres Handeln zu reflektieren.
Ganz im Gegensatz zu Bekannten von mir, die mir noch heute erzählen, wie toll die DDR war. Mit der Begründung, als Sozialdemokrat habe man ja in Bayern nichts werden können... Da gucke ich dann immer nur fassungslos und frage nach, warum er dann nicht nach NRW gegangen ist, z.B. ...
Generell ist es typisch, dass diejenigen die kommunistischen Länder am tollsten fanden, die einen Pass besaßen, mit denen sie sie jederzeit hätten verlassen können.
Ja, das ist sympathisch, dass du dich als junger Mensch für Nicaragua engagiert hast. Wie sagt man so: "Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz. Aber wer mit 50 noch links ist, hat keinen Verstand."
Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass die Begriffe "rechts" und "links" gar nicht mehr taugen, den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. Ich hoffe auf mehr Politiker und Wirtschaftslenker, die "out of the box" denken.
Gerade eben, ich hätte es nicht gedacht, machen mir Joe Biden und Janet Yellen Hoffnung.
Veröffentlicht von: @polyglottGenerell ist es typisch, dass diejenigen die kommunistischen Länder am tollsten fanden, die einen Pass besaßen, mit denen sie sie jederzeit hätten verlassen können.
Auch in der DDR nur seltener. Berthold Brecht, der sein Paradise der Gerechtigkeit, in der DDR fand, hatte zur Sicherheit die österreichische Staatsbürgerschaft.
Karl Eduard von Schnitzler hatte einen Pass mit dem er jederzeit in den Westen konnte. Auch seine Frau, die im Westen beim Klauen erwischt wurde.
Veröffentlicht von: @polyglottdie kommunistischen Länder am tollsten fanden, die einen Pass besaßen, mit denen sie sie jederzeit hätten verlassen können.
Interessant. Lag es vielleicht daran, dass diese Leute mehr gereist und rumgekommen sind als andere? Oder hatte das gar keine praktische Grundlage?
Nein! *lach*
Das lag daran, dass der normale DDR-Bürger in der DDR eingesperrt war und dort elementarer Freiheiten beraubt war!
(bis auf ganz wenige Richtungen eingesperrt: Tschechien und Polen waren lange visafrei, aber selbst für alle anderen Ostblockländer brauchte man ein Visum und jede Menge Ostgeld. Und dass Reisen in den Westen nicht möglich waren, dürfte bekannt sein. Außer für Rentner, die wollte man ganz gern loswerden.)
Veröffentlicht von: @polyglottWie sagt man so: "Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz. Aber wer mit 50 noch links ist, hat keinen Verstand."
Das schrieb man Adenauer zu . Er setzte die Grenze aber schon bei 40 an.
😊
Danke für die Korrektur und die Urheberangabe! Ich bin da halt ein bisschen toleranter, den Menschen Zeit zum Lernen zu geben...
Joe Biden
Nu ja, vielleicht muss ich mich revidieren.
Seit er mit der Freigabe der Patente auf Impfstoffe um die Ecke gekommen ist. Bin noch nicht ganz fertig, mir meine Meinung zu bilden.
Ich glaube aber nicht, dass der Impfstoffmangel (Covid19) der Welt kurzfristig durch Freigabe der Impfstoffpatente behoben wird. Er würde eher schnell dadurch behoben, dass Biden die Exportbeschränkungen der USA aufhebt...
Und sicher ist, dass durch Freigabe der Patente Biontech um seinen verdienten Lohn gebracht wird. Ich hoffe doch mal, dass das, wenn überhaupt nur zeitweise gemacht wird???
Sollte Herr Biden doch nur eine Fortsetzung von "America First" mit freundlichem Gesicht sein? Ein Schlitzohr ist es auf jeden Fall.
Und ich fürchte, dass unsere EU-Politiker der zweiten Reihe dem mal wieder nichts entgegenzusetzen haben. Klar, wir schenken alles her, was wir mal entwickelt haben... Das wird der Welt helfen.
Biden hat begriffen , dass die USA nur dann gegen China ankommen wenn sie in der Außenpolitik etwas kooperativer werden und in der Innenpolitik einen Keynsyianismus fahren.
Das Programm das er da vorgeschlagen hat ist wirklich atemberaubend und würde das Ruder für die untergehende Weltmacht USA noch mal rumreißen.
Hätte ich nicht gedacht.
Republikaner
Veröffentlicht von: @polyglottSollte Herr Biden doch nur eine Fortsetzung von "America First" mit freundlichem Gesicht sein? Ein Schlitzohr ist es auf jeden Fall.
Ich hoffe es, denn leider stehen sonst seine Chancen bei der nächsten Wahl schlecht oder der Senat wird wieder in 1.5 Jahren von den Republikanern übernommen, die eine Blockadepolitik fahren (werden).
Für die USA ist seine Politik auf jeden Fall gut.
Nur wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass die USA nicht immer zuallererst ihre eigenen Interessen verfolgen.
Denen würde nie einfallen, wie es Deutschland einfiel, Impfstoff nicht zuerst für die eigene Bevölkerung herzustellen oder zu bestellen.
Mit der Naivität der EU kann man leider keine Weltpolitik machen.
Und es ist einfach nur Hybris (sträfliche Überheblichkeit), wenn die EU immer noch meint, sie sei so stark, der ganzen Welt helfen zu sollen.
(ganz besonders meinen das ja die führenden deutschen Politiker)
Da lächelt der Rest der Welt nur, und nimmt die sich bietenden Vorteile sofort dankbar an.
Veröffentlicht von: @polyglottUnd es ist einfach nur Hybris (sträfliche Überheblichkeit), wenn die EU immer noch meint, sie sei so stark, der ganzen Welt helfen zu sollen.
Da liegt ein Irrtum vor. Die EU hat wohl kaum Staaten wie Saudi Arabien bevorzugt vor der eigenen Bevölkerung mit Impfstoffen versorgt weil sie helfen wollte sondern weil die Pharma Firmen bei der Lieferung an SA besser verdient haben.
Veröffentlicht von: @johannes22Die EU hat wohl kaum Staaten wie Saudi Arabien bevorzugt vor der eigenen Bevölkerung mit Impfstoffen versorgt
Hat sie das denn?
Abgesehen davon, auch die Bevölkerung in Saudi-Arabien muss ja geimpft werden.
Veröffentlicht von: @polyglottHat sie das denn?
Ja
Veröffentlicht von: @polyglottAbgesehen davon, auch die Bevölkerung in Saudi-Arabien muss ja geimpft werden.
Wird sie aber nicht. Sondern die Saudi Arabier. Die 60% Gastarbeiter die da leben sind egal.
Aber noch mal: Die EU hat keine Impfstoffe ausgeführt um zu helfen sondern um den Pharmaunternehmen nicht die Gewinne zu schmälern.
Veröffentlicht von: @johannes22Wird sie aber nicht. Sondern die Saudi Arabier. Die 60% Gastarbeiter die da leben sind egal.
Dass das nicht gut ist, da sind wir uns einig. Aber das ist doch zuallererst die Verantwortung von Saudi-Arabien.
Übrigens hat auch Israel die Palästinenser nicht geimpft. Und das ist die Verantwortung von Israel.
Mir geht diese ganze moralisierende Attitüde auf de Nerven: Als wenn Deutschland oder die EU dafür verantwortlich seien, wenn irgendwo auf der Welt Menschenrechte nicht gewahrt werden oder Ressourcen nicht gerecht verteilt werden.
Veröffentlicht von: @johannes22Aber noch mal: Die EU hat keine Impfstoffe ausgeführt um zu helfen sondern um den Pharmaunternehmen nicht die Gewinne zu schmälern.
Die EU hat vor allem nicht rechtzeitig bestellt bei den Pharma-Unternehmen. Die EU-Beamten wollten an der falschen Stelle sparen. Das wäre aber genau der Punkt gewesen, wo man das Geld mal wirklich mit vollen Händen hätte ausgeben sollen: beim Aufbau einer Impfstoffproduktion in Europa. Und natürlich haben die europäischen Hersteller, die es gibt, dann ihren Impfstoff an die verkauft, die zuerst bestellt haben und bereit waren, höhere Preise zu bezahlen. Und das in dem Fall nicht aus Gewinnsucht, sondern weil sie schon sehr viel vorfinanziert hatten.
Na ja, Biden muss einfach die Wähler bedienen und in den USA hat sich nunmal eine recht nationalistisch gesinnte Wählerschaft aufgebaut.
Veröffentlicht von: @polyglottUnd es ist einfach nur Hybris (sträfliche Überheblichkeit), wenn die EU immer noch meint, sie sei so stark, der ganzen Welt helfen zu sollen.
Ich habe noch nie gehört, dass jemand aus der EU meint, der ganzen Welt helfen zu sollen. Ich vermute, der Satz ist überspitzt gemeint.
Veröffentlicht von: @lombard3Ich vermute, der Satz ist überspitzt gemeint.
Ja und nein.
Veröffentlicht von: @lombard3Ich habe noch nie gehört, dass jemand aus der EU meint, der ganzen Welt helfen zu sollen.
Denn ich nehme das eigentlich sehr oft so wahr.
Gesund ist das nicht, wenn ein Teil der Welt meint, meist nur geben zu sollen oder die anderen belehren zu müssen. Wir sollten auch ab und an mal innehalten und schauen, was wir von anderen lernen können oder wo unsere eigenen Widersprüche und Probleme sind.
Veröffentlicht von: @polyglottDa muss man aber auch genauer hinschauen, welches Siegel wirklich was taugt.
Und hier kapitulieren sehr viele. Verständlich, da das sehr komplex ist. Je nach Produkt gibt es diverse Siegel, die alle damit Werben das richtige zu sein.
Aber spätestens wenn man Elektrogeräte kaufen möchte, fehlt es komplett an transparenten und fairen Lieferketten. Fairphone versucht es z.B. für Smartphones durchzuziehen, schafft es aber nach eigener Aussage nicht komplett (wobei ich die Lieferkette des aktuellen Modells nicht kenne; lediglich Aussage zum vorherigen Modell).
Oft ist man dann einfach überfordert, weil es einem so vor kommt, als ob man es einfach nicht richtig machen kann. Oder das faire Produkt ist einfach extrem teuer, was sich nicht alle Leisten können.
Aber nicht verzagen, sondern immer Kopf hoch und weiter aufmerksam bleiben!
Es gibt auch ein aktuelles Buch, das sich mit dem Themenfeld befasst:
Was, wenn wir einfach die Welt retten?: Handeln in der Klimakrise
Frank Schätzing, erschienen am 15.04.2021
Bereit für ein anderes Leben?
Ja, ich kann mir ein anderes Leben vorstellen. Die Maxime "Im Verzicht liegt Gewinn" - sie könnte viele bereichern. Denn worum geht es im Leben? Um Anhäufung von Reichtum oder materielle Gegenstände oder um Bequemlichkeit?
Den Weg dorthin kann ich mir nicht vorstellen. Eine weltweit organisierte Verteilung von Gütern macht mir Angst - vor Macht und Kontrolle der ausführenden Instanz. Eine "organische Entwicklung" dahin wird es es nicht geben.
Was bleibt mir?
- Ich lebe mein Leben im Genuss materieller Dinge und gewohnter Bequemlichkeit.
- Individuell entscheide ich über Verzicht oder zumindest Ressourcen-schonenden Umgang.
- Die Welt gerechter "machen" ? Mir bleibt mein Umfeld, mein Handlungsspielraum - so begrenzt er ist, so viel Kraft ich habe - mein Potential ist da nicht sehr groß. Ich finde das aber ausreichend, auch wenn ich sicher schuldig bin, dass ich stets "mehr" hätte tun können. Aber - so ist das mit dem Konjunktiv. Hätte können - ja, aber ich tat es nicht, weil ich - wie wir alle - diversen Zwängen unterliege. So 100% FREI sind wir alle nicht - auch nicht in Christus.
Was Gerechtigkeit angeht - im Ganzen kann sie gar nicht Ziel sein auf Erden. Und schon gar kein Ziel, das Menschen erreichen können. Dafür sind wir Menschen zu individuell und haben teilweise entgegengesetzte Bedürfnisse. Selbst genug Nahrung und "ausreichend Wohlstand" für alle als Basis würde nicht funktionieren. Es würde sich immer in irgendeiner Form ein "Missverhältnis" entwickeln - es sei denn wir setzen auf die Super-Kontrollinstanz; diese - wie vorhin gesagt - macht mir Angst.
Danke
Ich kann jeden Satz unterstreichen.
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelDen Weg dorthin kann ich mir nicht vorstellen. Eine weltweit organisierte Verteilung von Gütern macht mir Angst - vor Macht und Kontrolle der ausführenden Instanz. Eine "organische Entwicklung" dahin wird es es nicht geben.
Ich kann es mir - unter den jetzigen Umständen - auch nicht vorstellen. Es würde im Grunde nur dann funktionieren, wenn es ein allgemeines, weltweites Umdenken gibt und sich die Menschen selber sagen: "Ja, lasst uns eine gerechte Welt schaffen!" - und wir dann gemeinsam auf so eine Welt hinarbeiten. Wäre ja zumindest mal was Neues 😉
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelWas Gerechtigkeit angeht - im Ganzen kann sie gar nicht Ziel sein auf Erden. Und schon gar kein Ziel, das Menschen erreichen können. Dafür sind wir Menschen zu individuell und haben teilweise entgegengesetzte Bedürfnisse.
Ich denke, "Gerechtigkeit" bedeutet nicht automatisch "Gleichheit". Wie du schon sagst, unsere Bedürfnisse sind ja auch sehr unterschiedlich.
Was aber überhaupt nicht ginge, wäre übertriebener Luxus auf Kosten anderer, so wie wir es ja jetzt haben. Und ich würde es durchaus großzügig auslegen, was hier "übertrieben" ist... als Grundsatz sollte aber gelten: Je reicher jemand ist, desto schwerer sollte es sein, noch mehr zu bekommen... und nicht umgekehrt, so wie es jetzt ist.
Veröffentlicht von: @lucan-7Ich kann es mir - unter den jetzigen Umständen - auch nicht vorstellen. Es würde im Grunde nur dann funktionieren, wenn es ein allgemeines, weltweites Umdenken gibt und sich die Menschen selber sagen: "Ja, lasst uns eine gerechte Welt schaffen!" - und wir dann gemeinsam auf so eine Welt hinarbeiten. Wäre ja zumindest mal was Neues 😉
Gerade findet der EU-Gipfel in Porto statt - "Soziales Europa".
Ist das Deiner Meinung nach ein Fortschritt..
Veröffentlicht von: @giliGerade findet der EU-Gipfel in Porto statt - "Soziales Europa".
Ist das Deiner Meinung nach ein Fortschritt..
Das alleine sicher nicht... aber wenn ich mal die Geschichte der letzten paar tausend Jahre betrachte, dann ist es schon eine gute Richtung.
Ha!
Dabei wird rauskommen, "dass wir ja alle das Renteneintrittsalter in der EU erhöhen müssen" und dass wir natürlich alle mit den Mitteln des "Corona-Rettungsprogramms" (sprich, der gemeinsamen EU-Verschuldung) "nie und niemals nicht/wieder unsere Sozialsysteme quersubventionieren.
Und dann fahren alle nach Hause, die Italiener, Franzosen Spanier und Griechen gehen weiter mit ca. 60 in Ruhestand.
Und nur die blöden Deutschen will man zwingen, bis 70 zu malochen (sonst massive Rentenkürzung!)
So sieht es doch aus.
Optimist
Veröffentlicht von: @polyglottUnd nur die blöden Deutschen will man zwingen, bis 70 zu malochen (sonst massive Rentenkürzung!)
Oder auch nicht, weil man sie gar nicht lässt.
Kommt die künftige Energieversorgung hier so wie von Manchen erhofft, werden sich Chemie-, Metallindustrie u.a. wohl großflächig verabschieden und die Menschen dort landen dann vielleicht eher in Harz 4 als in der Rente mit 70.
Veröffentlicht von: @staffanKommt die künftige Energieversorgung hier so wie von Manchen erhofft, werden sich Chemie-, Metallindustrie u.a. wohl großflächig verabschieden und die Menschen dort landen dann vielleicht eher in Harz 4 als in der Rente mit 70.
Das ist leider das wahrscheinlichste Szenario. Leider gehöre auch ich zu der Gruppe dieser zwischen 1960 und 1970 Geborenen. Für die es schon sehr schwer ist, bis zum vollendeten 67. Lebensjahr in sozialversicherter Beschäftigung zu bleiben. Im Grunde ist das also einfach nur eine Rentenkürzung, aber das war immer klar.
Für unsere Kinder tut es mir auch leid, denn natürlich wird das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht werden müssen und dann etwas in 20 Jahren voll zuschlagen. Aber da müssen dann unsere Kinder kämpfen, um etwas vom Kuchen abzubekommen.
Veröffentlicht von: @polyglottDas ist leider das wahrscheinlichste Szenario. Leider gehöre auch ich zu der Gruppe dieser zwischen 1960 und 1970 Geborenen. Für die es schon sehr schwer ist, bis zum vollendeten 67. Lebensjahr in sozialversicherter Beschäftigung zu bleiben. Im Grunde ist das also einfach nur eine Rentenkürzung, aber das war immer klar.
Im Vergleich der europäischen Länder ist der Anteil von Steuern und Sozialabgaben am Bruttolohn in Deutschland ja am höchsten.
Eigentlich sollte dann auch die Altersversorgung einen Spitzenplatz einnehmen, könnte man meinen.
Dem ist aus unerfindlichen Gründen aber überhaupt nicht so.
Wo bleibt das Geld?
Veröffentlicht von: @staffanDem ist aus unerfindlichen Gründen aber überhaupt nicht so.
Wo bleibt das Geld?
Bei den Firmen.
Die Deutschen sind darauf trainiert, die Wirtschaft nicht zu hinterfragen.
Und kommt jemand doch mal auf die Idee, dann genügen die Stichworte: "Zu teuer!" und "Arbeitsplätze!" um jeden unverzüglich zum Schweigen zu bringen.
Und das funktioniert selbst dann noch, wenn der Mittelstand immer weiter verarmt.
Veröffentlicht von: @lucan-7Bei den Firmen.
Vielleicht.
Sicher ist, dass sehr viel von unserem Steuergeld bei anderen EU-Ländern bleibt, deren Bevölkerung noch immer mit 60 Jahren in Ruhestand geht (was für Frankreich zutrifft).
Ich glaube gar nicht, dass so Vieles, was heute in Deutschland schief läuft, an den bösen "Kapitalisten" mit ihren Firmen liegt -
ich fürchte, dass Vieles schief läuft, weil wir so unfähige Politiker haben. Das dürfte eher der Wahrheit entsprechen.
Veröffentlicht von: @polyglottich fürchte, dass Vieles schief läuft, weil wir so unfähige Politiker haben. Das dürfte eher der Wahrheit entsprechen.
Und wer wählt diese Politiker...?
In Frankreich gehen die Leute auf die Straße. In Deutschland schaut man auf die "faulen" Franzosen herab, die lieber streiken als zu arbeiten... mit der Konsequenz, dass die Franzosen bekommen, was sie wollen, und hier in Deutschland ist man stolz auf die eigene Ausbeutung.
Dass in Frankreich auch nicht alles zum Besten steht ist mir natürlich auch klar... aber letztlich ist erst mal die Mentalität entscheidend, wenn man etwas ändern will.
Veröffentlicht von: @lucan-7Und wer wählt diese Politiker...?
Sehr witzig. Ich habe schließlich nicht die Möglichkeit, über den Kanzlerkandidaten der CDU/CSU zu entscheiden. Mir bleibt hinterher nur "Friss oder stirb." Für andere Parteien gilt leider Ähnliches.
Veröffentlicht von: @polyglottSehr witzig. Ich habe schließlich nicht die Möglichkeit, über den Kanzlerkandidaten der CDU/CSU zu entscheiden. Mir bleibt hinterher nur "Friss oder stirb." Für andere Parteien gilt leider Ähnliches.
Ich denke dass unser Einfluss tatsächlich größer ist als wir glauben... aber nicht bezogen auf einen einzelnen Stimmzettel, sondern bezüglich langfristiger Stimmungen. Sowohl der Erfolg der Grünen wie auch der AfD bilden beide gewisse Stimmungen im Volk ab. Wäre "Gerechtigkeit" ein Thema, dann würde auch eine entsprechende Partei Erfolg haben.
Aber die SPD, die dieses Thema ja immer wieder aufgreift, wird halt von niemandem gewählt. Und auch keine andere Partei... es interessiert halt im Moment keinen, da sind andere Themen mehr im Vordergrund.
Ich habe mich inzwischen eher darauf verlegt, zu versuchen, über Petitionen und NGOs, also Nichtregierungsorganisationen (die, denen ich vertraue), Einfluss zu nehmen.
Wählen gehe ich aber trotzdem auf jeden Fall. Zu lange habe ich um dieses Recht kämpfen müssen. Vermutlich wird es dann dieses Mal wohl irgendeine Partei sein müssen, die unter der 5%-Hürde bleibt, was schade ist, aber dann immer noch das geringste Übel.
Veröffentlicht von: @polyglottIch habe mich inzwischen eher darauf verlegt, zu versuchen, über Petitionen und NGOs, also Nichtregierungsorganisationen (die, denen ich vertraue), Einfluss zu nehmen.
Auch das kann ein guter Weg sein.
Grundsätzlich sollte es ja so sein, dass die Parteien darauf achten, was im Volk für eine Stimmung herrscht und was verlangt wird. Und entsprechend sollten sie dann gewählt werden.
Das System funktioniert aber auch nur dann, wenn eine Partei, so sie denn ihre Versprechen nicht erfüllt, auch wieder abgewählt wird. Daran scheitert es dann auch oft...
Veröffentlicht von: @lucan-7Das System funktioniert aber auch nur dann, wenn eine Partei, so sie denn ihre Versprechen nicht erfüllt, auch wieder abgewählt wird. Daran scheitert es dann auch oft...
Ich habe noch ein ganz anderes Problem: Zur Zeit gibt es keine Partei mehr, die über die 5%-Hürde kommt und die ich wählen möchte. (Das hat bei jeder dieser Parteien andere Gründe, das Resultat ist aber genau das. Und bitte, schlag mir jetzt nicht die LINKE vor...)
Veröffentlicht von: @polyglottDas hat bei jeder dieser Parteien andere Gründe, das Resultat ist aber genau das. Und bitte, schlag mir jetzt nicht die LINKE vor...
Die Linke wäre nach der AfD die letzte Partei, die ich vorschlagen würde... da sind mir immer noch zu viele weltfremde Spinner mit autoritären Ideen in der Partei.
Auch die Grünen sind mir da immer noch suspekt... kürzlich wurde da ja vorgeschlagen, "Deutschland" aus dem Titel des Wahlprogramms zu streichen:
Was diese Leute damit selbst nicht merken: Wenn sie "Patriotismus" und deutschlandbezogene Politik ablehnen, dann erheben sie damit praktisch Anspruch auf Allgemeingültigkeit in der Welt, die sie ja offenbar in ihre Politik einbeziehen wollen.
Und das ist dann wieder nichts anderes als "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen", nur halt nicht am "deutschen", sondern am "grünen" Wesen...
Viele linke Politiker landen sehr schnell in einer autoritären Ecke, die sie vermeintlich bekämpfen, merken es aber nicht, weil sie ja die vermeintlich "Guten" sind.
Und das macht es mir selbst so schwer, wirklich "links" zu sein, so sehr mir da manche Ideen auch rein äusserlich gefallen mögen. Aber wenn man da zu weit vorprescht, dann findet man sich schnell bei Mao oder Putin wieder...
Vor diesem Hintergrund kann ich gut verstehen, dass du dich für keine Partei entscheiden kannst... ich habe da auch keine, die ich wirklich priorisiere, aber eine muss es am Ende halt sein...
Und wo findest du dich dann am ehesten wieder?
Veröffentlicht von: @banjiUnd wo findest du dich dann am ehesten wieder?
Nirgendwo. Ich habe einerseits recht konservative Werte, halte aber auch radikale Veränderungen in vielen Bereichen für notwendig.
Ich wähle immer jene demokratische Partei, die mir mit ihrem Wahlprogram gerade am günstigsten scheint, bezogen auf das, was in Deutschland gerade ansteht.
D.h. Du arbeitest Dich durch alle Programme? Und entscheidest dann pragmatisch nach dem größten gemeinsamen Nenner?
Das wäre ja dann die logische Konsequenz, wenn man keine favorisierte Partei hat, bei der man die nicht übereinstimmende Punkte einfach nur in Kauf nimmt.
Alle Achtung!
Veröffentlicht von: @banjiD.h. Du arbeitest Dich durch alle Programme? Und entscheidest dann pragmatisch nach dem größten gemeinsamen Nenner?
Nicht nur. Wenn ich nur nach dem Wahlprogramm gehe, dann finde ich sogar Gemeinsamkeiten mit der Linken, der AfD oder sogar der NPD (soweit es einzelne Punkte betrifft), aber da gibt es zum einen klare Ausschlusskriterien und zum anderen ist es auch immer die Frage, wie glaubwürdig das wohl ist.
Aber die Richtung gibt natürlich das Wahlprogramm vor, klar.
Es würde eher funktionieren, wenn es ein Limit an Reichtum gäbe, das man erreichen kann und ab dem man teilt. Wie sich das weltweit organisieren ließ, erschließt sich mir wiederum nicht ...
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelEs würde eher funktionieren, wenn es ein Limit an Reichtum gäbe, das man erreichen kann und ab dem man teilt. Wie sich das weltweit organisieren ließ, erschließt sich mir wiederum nicht ...
Die Schwierigkeit, noch mehr Geld zu verdienen, müsste exponentiell steigen... dann gäbe es zwar theoretisch kein Limit, es wäre für einen Milliardär praktisch unmöglich, noch eine weitere Milliarde zu verdienen. Weil darauf dann 99,9 % Steuern anfallen, welche dann allen anderen Menschen zugute käme.
Wie so ein Mechanismus und eine solche Wirtschaft aussehen könnte ist mir auch schleierhaft... im Moment haben wir aber gerade das umgekehrte System: Wer bereits sehr reich ist hat es sehr leicht, noch viel reicher zu werden. Und da ist es natürlich kein Wunder, wenn die Schere immer weiter auseinandergeht...
Was tun mit den Milliarden?
Veröffentlicht von: @lucan-7Die Schwierigkeit, noch mehr Geld zu verdienen, müsste exponentiell steigen... dann gäbe es zwar theoretisch kein Limit, es wäre für einen Milliardär praktisch unmöglich, noch eine weitere Milliarde zu verdienen. Weil darauf dann 99,9 % Steuern anfallen, welche dann allen anderen Menschen zugute käme.
Ob es immer so eine gute Idee ist, den Milliardären das Geld wegzunehmen und es stattdessen den Politikern zu geben, da bin ich mir gar nicht so sicher.
Veröffentlicht von: @lucan-7Die Schwierigkeit, noch mehr Geld zu verdienen, müsste exponentiell steigen...
Soweit ich das beobachte, ist das in der modernen hochtechnisierten Wirtschaft so, dass man, um ein Unternehmen aufzuziehen, erst mal sehr viel Geld braucht, bis es läuft. Wenn du die Unternehmer daran hinderst, dieses Geld zusammenzubringen, wird niemand mehr ein Unternehmen gründen können, oder die wenigsten.
Aber ja, Janet Yellen und Biden haben den Vorschlag gebracht, eine weltweite Mindestbesteuerung für Unternehmen durchzusetzen. Wenn da die große Mehrheit der Industrieländer mitmacht, wird es künftig sehr viel schwerer werden, z.B. für deutsche Industriekonzerne, ihre Sitze in Steuerparadiese zu verlegen. Davon, Steuerparadiese für Konzerne zu sein, leben übrigens die EU-Mitglieder Irland und Luxemburg hervorragend. So viel schon wieder zur Gerechtigkeit in der EU.
Veröffentlicht von: @lucan-7Wie so ein Mechanismus und eine solche Wirtschaft aussehen könnte ist mir auch schleierhaft...
So schleierhaft ist das gar nicht. Wir brauchen nur dringend wieder mehr Politiker mit wirtschaftlichem Sachverstand und Arsch in der Hose. Nur sehe ich da leider im Moment in Deutschland in der ersten Riege keinen einzigen.
Ich hoffe, dass Yellen und Biden zumindest mit dieser Initiative durchkommen.
Es kommt leider in der Politik oft viel weniger auf gute Absichten an - als darauf, auch das know-how und die guten Berater und den Mut zu haben, sie auch durchzusetzen.
Veröffentlicht von: @polyglottSoweit ich das beobachte, ist das in der modernen hochtechnisierten Wirtschaft so, dass man, um ein Unternehmen aufzuziehen, erst mal sehr viel Geld braucht, bis es läuft. Wenn du die Unternehmer daran hinderst, dieses Geld zusammenzubringen, wird niemand mehr ein Unternehmen gründen können, oder die wenigsten.
Nein, so etwas sollte natürlich gefördert werden. Mir geht es vor allem um absurd hohes Privateigentum. Dass reiche Leute sich zurücklehnen können, gar nichts mehr tun und dabei immer reicher werden.
Es geht mir auch nicht darum, dass ich den Leuten ihren Reichtum nicht gönne... von mir aus sollen die den ganzen Tag Champagner trinken, in einer großen Villa wohnen und Sportwagen fahren. Für mich wäre das kein Leben.
Es geht mir um Leute, die so viel Geld besitzen, dass sie allein dadurch polischen Einfluss haben. Leute, die enorme Summen an Parteien spenden oder Aufgaben übernehmen, die der Staat leisten sollte... wie etwa Schulen oder Krankenhäuser bauen. Darin sehe ich große Gefahren.
Veröffentlicht von: @polyglottSo schleierhaft ist das gar nicht. Wir brauchen nur dringend wieder mehr Politiker mit wirtschaftlichem Sachverstand und Arsch in der Hose. Nur sehe ich da leider im Moment in Deutschland in der ersten Riege keinen einzigen.
Das allein wird nicht reichen. Es wird erst dann etwas passieren, wenn es in Deutschland ein Bewusstsein dafür gibt, wie groß die Ungleichheit hier tatsächlich ist.
Da heulen die großen Industrieverbände jedesmal, wieviel Arbeitsplätze doch der Klimaschutz kosten wird und feilschen um jeden cent, wenn es um Löhne geht... fahren aber gleichzeitig fette Milliardengewinne ein.
Da braucht es dringend neue Konzepte, etwa die Beteiligung der Angestellten an Aktienanteilen und dergleichen.
Aber wie gesagt: Da muss es überhaupt erst mal ein Bewusstsein geben... viele Leute hier lassens ich brav ausbeuten, wissen nicht, wie sie ihre Rente finanzieren können... glauben aber trotzdem fest daran "Mittelstand" zu sein, obwohl sie längst zum Präkariat gehören.
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelwenn es ein Limit an Reichtum gäbe,
Die Schweizer haben schon seit sehr langer Zeit sowohl eine gesetzlich organisierte Mindestrente, als auch eine gesetzliche Höchstrente. Dadurch funktioniert ihr System sehr stabil, und der Reichtum ist gleichmäßiger verteilt.
Wer mehr will, muss sich zusätzlich versichern oder sein Geld gut anlegen.
An eine Höchstrente oder an die Angleichung von Renten und Pensionen traut sich allerdings in Deutschland niemand ran. Denn wer ist die bei weitem größte Wählergruppe in Deutschland...
Viele Dinge wären möglich, werden in anderen Ländern auch schon gemacht. Aber in Deutschland fehlt der politische Mut, so etwas durchzusetzen.
Die Letzten, die sich in Deutschland so was getraut haben, waren Gerhard Schröder und die Mitglieder seiner Regierung. (Über das Resultat, HartzIV, kann man geteilter Meinung sein, in dem Moment war die Einführung offenbar nötig. Nur jetzt hat wieder keiner den Mut, beim HartzIV-System die nötigen Reformen vorzunehmen).
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelEs würde eher funktionieren, wenn es ein Limit an Reichtum gäbe, das man erreichen kann und ab dem man teilt. Wie sich das weltweit organisieren ließ, erschließt sich mir wiederum nicht ...
Nun, Gottes Möglichkeiten sind unendlich. Warum alos etwas beschränken wollen, das unendlich da ist?
Es wäre eventuell zu hinterfragen, warum Menschen überhaupt so viel Reichtum anhäufen wollen? Da gibt es ja Menschen, die haben so viel, dass sie nicht nur ihr Leben und das Ihrer Kinder und Enkel in großer Fülle leben könnten, ohne dass da noch etwas hinzu kommt. Es gibt Menschen, deren Reichtum ist so groß, dass sie und ihre Zeitgenossen das niemals wirklichsinnvoll materiell realisiern können.
Ich frage mich da, was diese Menschen treibt. Ist es Gier, so wird es sie zerfressen. Sie glauben, viel gewonnen zu haben und haben doch an zentraler Atelle alles verloren. Kämen diese Menschen zu Verstand, so könnten sie viel Gutes tun für sich und die ganze Welt. Aber es wäre nach meinem Eindruck kein Segen darauf, so etwas erzwingen zu wollen.
Wichtiger finde ich, selbst mit dem was ich habe, gerecht zu handeln. Dazu gehört nicht allein, ethisch bewußt und vielleicht mit Gott an der Seite einzukaufen, sondern auch den Bedürftigen von dem, was ich nicht zum eigenen LEben gebrauche abzugeben, von meinen Mitteln zu teilen, damit am Ende jeder was hat. So etwas ist ja zum Teil organisiert von Brot für die Welt und ähnliche Organisationen. Hier könnte es sicher auch noch kreative Vielfalt an Organisationen geben, die sich nicht nur um die unmittelbare Linderung von Not, sondern um den Aufbau, nachhalitg gerechter Strukturen bemühen.
Veröffentlicht von: @lucan-7Ich kann es mir - unter den jetzigen Umständen - auch nicht vorstellen. Es würde im Grunde nur dann funktionieren, wenn es ein allgemeines, weltweites Umdenken gibt und sich die Menschen selber sagen: "Ja, lasst uns eine gerechte Welt schaffen!" - und wir dann gemeinsam auf so eine Welt hinarbeiten. Wäre ja zumindest mal was Neues 😉
Dann müssten viel mehr Menschen auch bereit sein auch wirklich zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.
Es gibt viel zu viele Menschen, die sich in der Hängematte ausruhen oder nur das Nötigste tun, und dann über "die Chefs" schimpfen, die "das große Geld einsacken". Dass "die Chefs" aber große Verantwortung tragen, zumindest im Handwerk und Einzelhandel oft die volle finanzielle Verantwortung tragen und nicht nach einem 8 Std. Tag die Beine hochlegen können, will oder kann man weder sehen noch verstehen.
Ich finde es absolut gerecht, dass Menschen, die viel arbeiten, auch mehr haben. Und dass Menschen, die viel Verantwortung tragen, auch viel haben. Oder Menschen, die in ihrer Position auf einem Schleudersitz sitzen. - Man mag Managergehälter für nicht gerechtfertigt halten, aber da sind 38Std.-Wochen NICHT die Regel.
Die ersten, an deren Gehalt ich ginge, und wo ich für eine Gleichverteilung wäre, sind Fußballer und irgendwelche Stars.
Ach ja, und diejenigen, die sich ihr Haus oder ihre Wohnung oder gar mehrere erarbeitet haben und erspart, oder die das Ersparte und Erarbeitete ihrer Vorfahren geerbt haben, denen gönne ich das von Herzen. Denn sie rechnen und wirtschaften und verzichten auf so manches, das sich andere, die dann deren Wohnungen mieten und u.U. auf "die Vermieter" schimpfen, einfach so leisten.
Übrigens: Ich kenne diese ganzen Beispiele, negativ wie positiv, aus meinem kleinen Umfeld und gehe davon aus, dass das keine Einzelfälle sind.
Ich bin jedenfalls nicht bereit, auf das zu verzichten, was wir uns erarbeitet und erspart haben, oder was unsere Eltern sich mit vielen Stunden harter Arbeit und Verantwortung erarbeitet und erspart haben.
Was mich echt nervt, uns was ich ungerecht finde ist, dass sich das Sparen nicht mehr lohnt, dass es keine Zinsen mehr gibt, und dass die kleinen Unternehmen Steuerlasten zu zahlen haben, während die großen durch Netzwerke und Berater ... tricksen bzw Schlupflöcher nutzen und Steuern vermeiden.
Hallo Seidenlaubenvogel,
mir gefällt Dein Posting - ziemlich sogar. Im Ziel sind wir uns einige, die Gefahren sehe ich wie Du auch.
Eine verordnete Gerechtigkeit kann nicht funktionieren. Neben der vielfachen historischen Erfahrung, die totalitäre Systeme mit Planwirtschaft und harter Vorgabe konkreter Ziele, die allesamt im Strudel wirtschaftlichen Misslingens und Erreichen eines dekadenten kutlutrellen Tiefpunkts geendet sind, ist es allein schon die theoretische Unmöglichkeit, so etwas gangbar zu konstruieren.
Das ist alles viel zu starr, als dass es sich in Zeit und Raum an die entsprechenden Bedürfnisse anpassen könnte und es ist zu gleichmacherisch, als dass es das Potential einzelner Menschen und damit der Menschheit fördern könnte. Das ist wie eine ständig überforderte Maschine, die ihr wahres Potential nicht nutzt, weil sie genau da blockiert wurde.
Wie also könnte es gehen?
Es gibt ja Ansätze genug, den eigentlichen Warenwert einen ethischen Wert beizugeben. Man denke nur mal an die ganzen Label, die "Bio" oder eine gerechtere Bezahlung der Produzenten garantieren sollen. Allein, es gibt mir dazu viele Berichte über Missbrauch und Ineffizienz dieser Konzepte. Wenn dem Erzeuger 10 ct extra versprochen werden - und es kommen vielleicht grad mal 1ct bei ihm an, dann kann ich das Konzept in Gänze vergessen.
Es geht in die richtige Richtung - allerdings geht es so nicht.
Ich könnte mir vorstellen, dass es möglich wäre, die Verbindung zwischen Kunden und Erzeugern, Veredlern oder Produzenten neu zu Knüpfen und die jeweiligen Umfelder transparent zu machen.
Ich habe ja oft einen QR Code auf Lebensmittelverpackungen, die dann allerdings oft genug nur auf igendwelchen Firmenwebseiten enden - wo mir klassisches Markteing begegnet.
Wie wäre es, wenn ich in den Kuhstall und die Molkerei hineinschauen könnte (per Video), wo meine Milch produziert wurde? Wie wäre es, wenn ich mit den Arbeitern der Bananenplantage chatten könnte, die meine Banane gepflegt und gepflückt haben? Vielleicht habe die aber auch zu viel zu tun, um da noch Kapazitäten zu haben.
Meine Idee allgemein wäre, über Transparenz eine Beziehung zum Erzeuger aufzubauen und so dann zu erkennen, in wie weit der höhere Preis der Ware zu mehr gereichtigkeit und ein glücklicheres Leben der an der Ezreugung der Produkte beteiligten Personen beiträgt.
Der andere Aspekt ist der, Konsumentscheidungen bewußter zu treffen, ws dann allerdings wieder die notwendige Information über die Produktionsbedingungen und somit die Transparenz in diesem Umfeld bedarf. Vo Marketing maßnahmen belogen zu werden, ist da der denkbar schlechtetee Einstieg.
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelo 100% FREI sind wir alle nicht - auch nicht in Christus.
Warum eigentlich nicht? Gott, der alles sieht und alles weiß, ist immer nur ein Gebet weit entfernt. Warum nicht mit Gott im ebet einkaufen gehen? "Vater, was meinst Du: sind die Bananen hier OK?" Warum nicht mal so? Das würde nicht nur zu bewußteren Einkäufen sondern auch in eine lebendigere Gottesbeziehung führen!
LG
GoodFruit
Veröffentlicht von: @goodfruitVeröffentlicht von: @goodfruito 100% FREI sind wir alle nicht - auch nicht in Christus.
Warum eigentlich nicht? Gott, der alles sieht und alles weiß, ist immer nur ein Gebet weit entfernt. Warum nicht mit Gott im ebet einkaufen gehen? "Vater, was meinst Du: sind die Bananen hier OK?" Warum nicht mal so? Das würde nicht nur zu bewußteren Einkäufen sondern auch in eine lebendigere Gottesbeziehung führen!
Mit diesen Gedanken bist du, wären wir, schon ganz gut unterwegs.
Allerdings finde ich es übertrieben, am Obstststand Gott zu fragen,
ob die Bananen ok sind. 😉😇
Bewußtes Einkaufen, Freizeitgestalten, die tägliche Arbeit verrichten, das tägliche Fortbewegen, den Urlaub planen, den Umgang mit anderen Menschen und nicht zuletzt ein Verantwortungs-
voller Umgang mit der Umwelt und unserer Resourcen fände ich da
wesentlich nachhaltiger und am Ende auch sinnvoller.
Damit geben wir Gott die Ehre, die Ihm gebührt und die uns am Ende
glücklich und zufrieden machen kann.
Und wenn das dann viele, viele weitere Menschen übernehmen würden, hätten wir die Chance auf etwas mehr gelebte Gerechtigkeit.
LG
ChristosFilios
Veröffentlicht von: @christosfiliosMit diesen Gedanken bist du, wären wir, schon ganz gut unterwegs.
Allerdings finde ich es übertrieben, am Obstststand Gott zu fragen,
ob die Bananen ok sind. 😉😇
Nun, warum eigentlich nicht?
Es darf uns nur nicht blockieren und wenn meine im Gedanken formulierte Frage unbeantwortet bleibt, dann nehme ich halt das, was mir am Besten dünkt.
Ich weiß von einem Menschen, der sich jeden morgen von Gott zeigen lassen wollte, welche Socken er anziehne sollte - und der hat da gewartet bis was kam. Das halte ich mal für nicht so wirklich hilfreich - denn einmal ist es vermutlich wirklich egal, welche Socken ich anziehe - und zum anderen kann ich eine Reaktion von Gott auch nicht erzwingen. Wenn der Ansatz in so eine Richtung abgleitet, dann lieber sofort damit aufhören.
Aber andererseits halte ich es für wichtig, das Leben hörend zu leben. Die Stimme des Heiligen Geistes ist oft sehr, sehr leise. Und wenn ich da immer (oder möglichst oft) im Zwiegespräch mit Gott bin, dann kann ich da auch mein Hören auf den Heiligen Geist trainieren.
Also ich habe da manchmal schon ein "Is OK so - kauf das ruhig" oder ein "brauchst Du das wirklich?" oder ein "hätt ich jetzt nicht genommen - aber wenn Du Freude dran hast ...", vielleicht auch ein "das leg mal lieber zurück - da wirst Du keine Freude dran haben" gehört. Das ist dann hilfreich und es ist ein gutes Training für Situationen, wo es deutlich mehr darauf ankommt, die Stimme Gottes zu hören als bei der Entscheidung am Bananenstand.
LG
GoodFruit
warum eigentlich nicht?
... weil wir so gemacht sind.
Mensch sein...
... heißt streben - nicht schon-erreicht-haben.
... unterwegs sein - nicht schon-angekommen-sein.
... ein Leben lang dazu lernen - nicht ab-einem-bestimmten-Zeitpunkt-fertiggestellt-sein.
... fehlbar sein - sich-nicht-vorzumachen-alles-schaffen zu können.
Je "heiliger" Menschen sich selbst halten, umso mehr machen auch diese mir Angst.
Nachtrag vom 11.05.2021 2337
... "heiliger" hatte mir schon beim Schreiben nicht so sehr gefallen. Das Wort kann schnell missverständlich verstanden werden. Mir geht es darum, dass wir als Menschen nie vollkommen sein werden und uns erst recht nicht dafür halten sollten.
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelJe "heiliger" Menschen sich selbst halten, umso mehr machen auch diese mir Angst.
Das Kernproblem daran ist für mihc, dass diese Menschen sich einbilden, sie wüssten, was richtig und was falsch ist.
Diese Problematik teilen sie übrigens mit Menschen, die eine harte ethische Linie aus anderen Gründen und auf anderem Fundament vertreten: nimm nur Lucans Eingangsposting - da wird ja davon ausgegangen, dass ein richtiger Weg bekannt sei und den müsse man nur durchsetzen. ABer stimmt das? Gibt es pauschal richtige Wege oder gibt es nicht für jeden seinen individuell richtigen Weg, den er sich von Gott zeigen lassen kann, einen Weg, der nicht nur für ihn der Beste ist sondern auch für die Welt, in der wir leben?
Ein Kernproblem christlicher Kirchen ist nach meinem Eindruck auch, dass hier zu wenig auf Gott und zu viel auf menschliche Interpretationen der Schrift, menschliche Konzepte und menschliche Planungen gebaut wird.
Jesus hat uns - z.B. im hohepriesterlichen Gebet in Johannes 17 - uns ja klar vorgestellt, wie er die Christen in der Gemeinschaft mit ihm und damit in der Gemeinschaft mit Gott sieht: Wir in Ihm und Er in uns. Ich bin Werkzeug - nicht der Architekt.
Der Mensch liebt Macht - und das wird ihm zum Verhängnis. Mit so jemanden kann gott nichts anfangen. Ein Mensch, der sich seinen Machtgelüsten hingibt und nicht den Plänen Gottes folgt (und das sind oft nicht unbedingt die Pläne von Kirchen oder Gemeinden, weil sich da oft Machtmenschen an entsprechende Positionen setzen, die dann den Bau des Himmelreiches mehr behindern als wie fördern, oft mit besten Absichten) mag Großes erreichen. Aber wirklich gut wird es in der Regel nicht sein.
Wenn ich also das Richtige tun will, dann muss ich herausfinden, was mein aktueller Auftrag ist, dann muss ich immer feststellen können, was grad dran ist. Das funktioniert aber weder mit dem Befolgen starrer Schemen, erlernter Konzepte oder menschengemachter Pläne - das funktioniert nur, wenn ich von Gott selber die Inspiration und die Rückmeldung bekomme.
Meine Freiheit bekomme ich durch Christus - und das ist eine Freiheit weg vom menschlichen Klein-Klein, eine Befreiung von Machtgelüsten und eine Freiheit von den Machtgelüsten anderer, die sich selbst verwirklichen wollen und nicht das einzig Gute tun wollen, das geht: Sich in die Pläne Gottes einzuordnen und seinen Willen zu tun.
Gottes Wille erfahre ich auch nur sehr bedingt aus der Bibel - denn da steht nicht, ob die Entscheidung für eine bestimmte Bananenmarke wichtig ist oder nicht. Aber wenn ich Gemeinschaft mit dem Herrn habe, ich in ihm bin und er in mir - dann kann ich mich mit Jesus darüber unterhalten und das richtige tun. Und dann lenkt Jesus möglicherweise meinen Blick auf den Apfel, den er mir aus Gründen, die ich nicht zu wissen brauch, aber über die ich mich mit ihm unterhalten kann, empfehlen würde.
Mein "Warum eigetnlich nicht?" war Antwort auf Deine Aussage, dass wir nie 100%ig frei sind.
Doch, in Christus sind wir frei - weil wir durch das Evangelium und seine Annahme so geworden sind.
Ich bin frei zu Tun und zu Lassen, was ich will. Und wenn ich mich an den Willen Gottes gebunden fühle, dann nur deshalb, weil es eine Freude ist, das richtige zu tun und es eine Freude ist, dem Herrn bei dem Bau seines großen Werks dienen zu können - und darüber hinaus ist es eine große Freude, nie allein zu sein, immer den Herrn an der Seite zu haben und ihn fragen zu können, wenn mir nicht klar ist, wohin es denn nun gehen soll.
Heilig wirst Du nicht dadurch, dass Du bestimmte Dinge tust oder nicht tust, eine bestimmte Ethik verinnerlichst hast und Dich stregn daran hälst.
Heilig wirst Du, wenn Du Jesus annimmst, er Dir Deine Schuld nimmt und Dich befreit von den Zwängen des Gesetzes und den Früchten der Verdamnis darin.
Es ist kein Maßstab, der mich für "heilig" erklären könnte. Es ist eine Tat, die vor etwa 2000 Jahren getan wurde, die mich allein heilig macht, indem ich den Sieg, der da errungen wurde, für mich annehme. Warum also Angst vor Heiligen? Das sind HErausgerufene, die Gottes Willen tun. Und wenn sie behaupten, es gebe einen Maßstab für "heilige" und vielleicht auch noch anfangen, diesen Maßstab für richtendes Sprechen und Handeln nehmen, dann sei Dir sicher, dass Du es auf gar keinen Fall mit Heiligen zu hast - denn die wissen, dass richten nicht ihre Aufgabe ist und Lieben zentrales Moment ihres Seins ist.
Warum also Angst vor Menschen, die Dich nur Wohlwollend und in Leibe ansehen?
Der Blick muss weg von mir zu auf Jesus, damit ich frei werde, dem Herrn zu folgen.
Klar ist das ein Weg mit Wachsum, mit Rückschlägen, mit Lernen und auch mit der eigenen Fehlbarkeit. Aber das ist ja nicht schlimm, denn wir haben das Kreuz, dass uns immer wieder den Neuanfang ermöglicht, wenn wir denn mal gefallen sind.
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelsich-nicht-vorzumachen-alles-schaffen zu können.
Ich bin nur Mensch - ich kann schon mal so gut wie gar nichts schaffen - zumindest nichts Gutes aus mir heraus. Gott schafft, Gott tut gute Dinge - und ich bin gesegnet, wenn ich mich dafür ihm hingeben darf. Meine Kraft ist klein - aber Gott ist kein Ding unmöglich. Wenn Er in mir ist und ich in Ihm - dann können auch durch mich Dinge geschehen, die für unmöglich gelten.
Je mehr ein Christ bereit ist, auf den Heiligen Geist zu hören und der Inspiration zu folgen, die er uns gibt, desto mehr wird Gott uns auch benutzen, für ihn zu handeln.
Immer wenn Menschen meinen, sie wüßten, was gut und richtig ist, dann muss ich ein wenig schmunzeln. Wenn diese Menschen dann aber meinen, diese Ethik totalitär durchzusetzen, damit alles besser wird, dann muss uns das keine Angst machen - aber es gibt gute Gründe zu erwarten, dass es mit solchen Konzepten erstmal ganz schnell südwärts geht Richtung Ruin. Das funktioniert halt alles nicht - einfach, weil es nur menschlich ist. Das reicht einfach nicht für wirklich gute und funktionelle Lösungen. Und wenn die Menschen dann in diesen Diesen und Idealen verhärten, dann ist die Macht in den Händen dessen, der alles zerstören will und kein Interesse für irgendeine Rettung hat.
Veröffentlicht von: @goodfruitGibt es pauschal richtige Wege oder gibt es nicht für jeden seinen individuell richtigen Weg, den er sich von Gott zeigen lassen kann, einen Weg, der nicht nur für ihn der Beste ist sondern auch für die Welt, in der wir leben?
Also quasi einen "richtigen Weg" und einen "noch richtigeren Weg"...
Aber tatsächlich geht ja vor allem das Christentum davon aus, dass es ein Optimum für alle gibt, "Paradies" genannt, eine Welt, die so gut und großartig ist, dass sich daran nichts mehr verbessern lässt.
Aber das Christentum sagt auch, dass diese Welt hier verdammt ist und kein Optimum möglich... bedeutet das dann aber nicht auch, dass Christen dazu neigen, das Handtuch zu werfen, weil man da eh nichts machen kann?
Oder sollten wir nicht zumindest in Richtung eines "Optimums", streben, auch wenn wir wissen dass so etwas letztlich nicht möglich ist... aber vielleicht wird die Welt zumindest ein wenig besser?
Veröffentlicht von: @lucan-7Also quasi einen "richtigen Weg" und einen "noch richtigeren Weg"...
Der richtige Weg ist der richtigere Weg, wenn ich ihn mit einem weniger richtigen Weg vergleiche. Ist doch klar - das ist dasselbe.
Ich würde diese Betrachtung aber ausschlic0lich aus heilsgeschichtlicher Perspektive machen. Denn es ist ja Gottes Reich und eine von Gott geformte Welt, die man so fördert. Ich halte das für sinnvoll, mit den Dingen so umzugehen, wie es der Hersteller, der Schöpfer, empfiehlt. So wird es dann gut.
Veröffentlicht von: @lucan-7Aber das Christentum sagt auch, dass diese Welt hier verdammt ist und kein Optimum möglich...
Das gilt aber nur für die gefallene Welt! Jesus der Retter ist da - und wenn der über mehr Nachfolger mehr Einfluss in der bekommt, dann streben wir schneller einem Optimum zu.
Veröffentlicht von: @lucan-7. aber vielleicht wird die Welt zumindest ein wenig besser
Wenn ich mich auf das Optimum zubewegen, dann wird die Welt automatisch besser - mit großer Sicherheit und der größtmöglichen Geschwindigkeit, weil da nicht Menschenwerk sondern Gotteswerk geschieht.
frei sein, frei werden
Danke für deinen Beitrag. ... habe meine Wortwahl (wg heilig) als Nachtrag korrigiert.
Du schreibst: Ich bin frei zu Tun und zu Lassen, was ich will.
Entschuldige die starke Kürzung - Ja, Freiheit in Christus - ich kenne und erlebe sie; aber eben nicht beständig. Dazu hält mich das Leben mit seinen "Zwängen", meinen "Vorgaben" gegenüber Arbeit und auch Beziehungen immer wieder zurück. Ja, ich kann sogar in ALLEM frei sein, aber es gelingt mir nicht immer. Es ist wie eine Schwerkraft, was das banale Leben als Mensch auf diesen auswirkt... Ja, BEFREIT bin ich und darf ich immer wieder NEU sein - ich bin es aber nicht beständig.
Vielleicht erleben wir das sogar gleich, wenn ich auf das schaue, was du im weiteren beschrieben hast. 😊
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelJa, BEFREIT bin ich und darf ich immer wieder NEU sein - ich bin es aber nicht beständig.
Ja, das ist so.
Paulus berichtet davon ja auch im Römerbrief, wo er ziemlich tief, authentisch und offen mit dem Problem umgeht.
Ich weiß oft, was das richtige wäre - aber das Verlangen von Körper und Seele drängt mich in die falsche Richtung. Das ist eine menschliche Realität und Gott weiß das auch. Deshalb hört das Kreuz nie auf für einen Christen wichtig zu sein. In dem Moment, wo uns der falsche Weg bewußt wird, ist immer der Weg zum Kreuz, zum Abladen der Schuld und zum Neuanfang möglich.
Überigens sind wir auch, wenn wir uns als Gottes WErkzeuge verstehen keinesfalls Gottes Marionetten. Gott liebt mich und ich kann ihm meine Wünsche bringen und er wird sie berücksichtigen. Dann kann es möglich werden, dass ich das, was ich aus gehorsam nicht tue, plötzlich als Geschenk vom Herrn kommt (natürlich nicht alles!)
Gott ist auch unser Empfinden wihtig und dass wir es mit ihm teilen. Ich denke, dass so manch ein Mensch in seinem Leid, dessen Leid von einem Christen gesehen wurde und vor Gott gebracht wurde, gehlfen worden. So funktioniert Fürbitte und Gott setzt dann frei, was er so gern für diesen Menschen tun will, es aber nie als Herzensanliegen vor den Tron gelegt bekam.
In allem bin ich frei - aber es führt nicht alles zum Guten. So in etwas sagt es Paulus. Das ist schon eine absolute Freiheit - die ich aber mit Hilfe meines Verstandes und des Heiligen Geistes zügeln kann und soll. Aber wenn das was Blödes passiert - dann ist immer der Weg zur Umkehr offen.
Wichtig finde ich es, Achtsam für die leisen Impulse des Heiligen Geistes zu sein. Wenn wir denen folgen und so in ene Verlässlichkeit n der Nachfolge hineinkommen, dann werden wir zu wirklich brauchbaren Werkzeugen in der Hand Gottes - und er wird uns gerne und oft gebrauchen. Das ist dann das vielleicht Größte, was ein Mensch so auf Erden erleben kann.
Angst machen
In diesem Thread drücke ich bereits zum zweiten Mal aus, was mir Angst macht ... Das ist auch nur eine sprachliche Krücke, ist mir aufgefallen.
In der Welt habt Ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Was ich meine ist letztendlich das, was du beschrieben hast ...
- Menschen, die meinen sie haben alles umrissen und voll im Griff oder
- ein Staat oder eine Welt, die volle Kontrolle darüber hat, dass (materiell) ein fairer Ausgleich vorliegt
... sie können genau das, was sie vorgeben nicht erreichen. Stattdessen verursachen sie Leid und das Gegenteil dessen, was sie propagieren. Ich halte dies nicht für erstrebenswert - weder für den Akteur noch für den, der damit in Berührung kommt. Das ist es, was ich eigentlich ausdrücken wollte.
Angst ist aus dem Werkzeugkasten des Teufels.
Und doch wird es auch von Christen oft benutzt und ist in der Geschichte der Christenheit ziemlich oft benutzt worden.
Wer so in den Glauben hineingeführt wird, der wird schwerlich das Evangelium als wirklich gute, befreiende Botschaft erleben und zu jemanden werden, der das Reich Gottes wirklich voranbringt.
Hallo GoodFruit,
Hallo Seidenlaubenvogel,
ich habe euren Austausch mit großer Freude gelesen und möchte euch beiden meinen Dank und Anerkennung für diese sehr hilfreichen und
zielführenden Beiträge aussprechen.
In der großen Liebe Jesu fest verbunden
grüße ich euch ganz herzlich.
Seid gesegnet und bleibt gesund. ❤❤
ChristosFilios
Danke ChristosFilios,
Es tut gut solche Rückmeldung zu erhalten!
Viele Grüße
GoodFruit
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelWas ich meine ist letztendlich das, was du beschrieben hast ...
- Menschen, die meinen sie haben alles umrissen und voll im Griff oder
- ein Staat oder eine Welt, die volle Kontrolle darüber hat, dass (materiell) ein fairer Ausgleich vorliegt
Da hast du vollkommen recht.
Und das ist auch das, was Tagesschimmer an anderer Stelle in diesem Thread schon schrieb.
Durch eigenen materiellen Verzicht kann man nur in einem relativ engen Bereich und sehr unvollkommen Gerechtigkeit erwirken. Das halte ich trotzdem für sehr wertvoll.
Es gibt ein gesundes Maß an materiellem Wohlstand, das in Deutschland fast jedem erreichbar ist. Das bedeutet aber nicht, dass auch Teilhabe und Entwicklungsmöglichkeit so leicht verfügbar sind. Wer über "sicher und satt" hinaus nicht über weitere Merkmale verfügt, kommt kaum weiter. Unsere Standarts in Sprache, Verhalten, Markenaffinität, Herkunft, Optik ... sind sehr hoch. Allein schon die Tatsache, dass das Elternhaus kein Geld für einen Kiefernorthopäden hatte und eine zu geringe Distanz für normal hielt, kann Leute ins berufliche Aus werfen und den Zugang zu Freundeskreisen verwehren.
Es würde weitere Hilfe brauchen und größere Liebe. Das, was Eltern für ihre Kinder tun und sie meistens an ihre Grenzen bringt, können sie nicht für alle anderen Kinder tun. Im Gegenteil, helfen sie anderen Kindern so sehr, dass sie eine Konkurrenz für ihre Kinder darstellen, würden sie diesen sogar schaden.
Wir Menschen sind einfach nicht gut genug, um Gerechtigkeit zu schaffen. Für besonders gefährlich halte ich Gesellschaftsordungen, die auf der Güte des Menschen basieren.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerWir Menschen sind einfach nicht gut genug, um Gerechtigkeit zu schaffen. Für besonders gefährlich halte ich Gesellschaftsordungen, die auf der Güte des Menschen basieren.
So etwas wie "totale Gerechtigkeit" kann es natürlich nicht geben.
Aber es wäre schon viel gewonnen, wenn zumindest die gesellschaftliche Tendenz in Richtung "mehr Gerechtigkeit für alle Menschen" geht - und nicht in: "Die Welt wird immer ungerechter".
Was du mit einer Gesellschaftsordnung meinst, die auf Güte basiert ist mir nicht so ganz klar... meinst du damit eine Gesellschaft, die etwas behauptet, was sie aufgrund der Natur des Menschen nicht halten kann?
Veröffentlicht von: @lucan-7Was du mit einer Gesellschaftsordnung meinst, die auf Güte basiert ist mir nicht so ganz klar... meinst du damit eine Gesellschaft, die etwas behauptet, was sie aufgrund der Natur des Menschen nicht halten kann?
So in etwa. Die Annahme, der Mensch sei grundsätzlich gut und würde sich in günstigen Umständen dazu entwickeln, Böses ganz auszumärzen, öffnet Machtmenschen und Ideologen die Türen. Man könnte sagen: Wer Verdrehtheit säht, erntet noch mehr Verdrehtheit.
In so einer Gesellschaftsordnung werden Maßstäbe von Menschen aufgestellt. Gemessen wird das, was dargestellt bzw. wahrgenommen wird. Eine solche Ideologie führt zu einer Herrschaft, die auf Manipulation, Scheinbeweisen und Seilschaften beruht, Eliten, die sich selbst bestätigen. Wenn es immer noch Schwierigkeiten gibt, muss einer dran Schuld sein und der muss weg.
Veröffentlicht von: @lucan-7Aber es wäre schon viel gewonnen, wenn zumindest die gesellschaftliche Tendenz in Richtung "mehr Gerechtigkeit für alle Menschen" geht - und nicht in: "Die Welt wird immer ungerechter".
Ja, der einzige Weg, den ich sehe, ist eben ziemlich radikal, nämlich sich Gott unterzuordnen. Die konkreten Schritte können immer verschieden sein. Die Losung von heute:
Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Sprüche 1,7
In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2,3
Trotzdem bin ich dankbar für jeden, der von sich aus versucht, selbst irgendwie gut zu leben. Aber lass mal einen fehlgeleiteten Demagogen aufstehen, der kann viele Wohlmeinende verblenden oder unterdrücken.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerSo in etwa. Die Annahme, der Mensch sei grundsätzlich gut und würde sich in günstigen Umständen dazu entwickeln, Böses ganz auszumärzen, öffnet Machtmenschen und Ideologen die Türen. Man könnte sagen: Wer Verdrehtheit säht, erntet noch mehr Verdrehtheit.
Das ist natürlich richtig... da hat ja auch Paulus schon davor gewarnt, man solle nicht zu blauäugig sein, weil das Böse sich dort breitmachen kann, wo man es nicht vermutet.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerJa, der einzige Weg, den ich sehe, ist eben ziemlich radikal, nämlich sich Gott unterzuordnen. Die konkreten Schritte können immer verschieden sein.
Da muss man allerdings sagen, dass das auch nicht immer auf einen guten Weg geführt hat, wenn man so schaut was im Namen Gottes alles getrieben wurde... und viele Menschen, die böse Dingen taten, glaubten ja auch, sie hätten sich Gott untergeordnet.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerTrotzdem bin ich dankbar für jeden, der von sich aus versucht, selbst irgendwie gut zu leben.
Und das sind gar nicht mal so wenige. Man sollte halt nicht immer nur auf die schlechten Menschen schauen... es gibt auch viele Menschen, die sich zumindest bemühen, gut zu sein.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerAber lass mal einen fehlgeleiteten Demagogen aufstehen, der kann viele Wohlmeinende verblenden oder unterdrücken.
Die Gefahr besteht immer. Wobei ich denke, dass man hier immer auch das Ganze sehen muss. Selbst ein Mensch wie Hitler war ja eigentlich völlig harmlos. Unterm Strich hat der nur dummes Zeug erzählt und von Krieg und Vernichtung phantasiert. Ein Spinner halt, aber im Grunde nicht gefährlich. Der hat ja nicht mit einer Pistole um sich geschossen oder so etwas.
Gefährlich wurde es erst dann, als die Leute auf ihn gehört haben. Als die Leute beschlossen, Krieg und Vernichtung in seinem Namen tatsächlich durchzuführen. Als sie ihm willig die Macht überliessen.
Deshalb schaue ich auch weniger auf die Verbrecher und Diktatoren, sondern mehr auf die Leute, die ihnen folgen... warum tun die das? Warum erkennen die nicht die Gefährlichkeit und Bösartigkeit, was ist daran so faszinierend?
Wenn wir das verstehen sind wir schon ein gutes Stück weiter...
Veröffentlicht von: @lucan-7Da muss man allerdings sagen, dass das auch nicht immer auf einen guten Weg geführt hat, wenn man so schaut was im Namen Gottes alles getrieben wurde... und viele Menschen, die böse Dingen taten, glaubten ja auch, sie hätten sich Gott untergeordnet.
Ja, deshalb kann man das auch nur für sich festmachen und sich immer wieder in Frage stellen, während man gleichzeitig in Freude und im Frieden lebet. Selbst Christ-sein ist nicht so einfach, aber besser als alles andere.
Veröffentlicht von: @lucan-7Und das sind gar nicht mal so wenige. Man sollte halt nicht immer nur auf die schlechten Menschen schauen... es gibt auch viele Menschen, die sich zumindest bemühen, gut zu sein.
Das Bemühen sehe ich auch. Gerade die Tatsache, dass mit Begriffen wie "moralisch, gut usw." für eine Sache geworben werden kann, zeigt, wie tief sich die Menschen danach sehnen. Ich unterscheide auch nicht zwischen guten und schlechten Menschen. Das Problem ist, dass automatisch die schlechten Anteile die Oberhand gewinnen, wenn wir uns nicht Gott unterordnen. Das kann auch so aussehen, dass wir vermeindlich berufenen Menschen unabsichtlich zur Macht verhelfen, vielleicht ganz selbstlos und wir erfahren vielleicht nie, dass wir damit Ungerechtigkeiten unterstützt haben, sondern glauben bis ans Ende unserer Tage an unser gut-sein.
Veröffentlicht von: @lucan-7Gefährlich wurde es erst dann, als die Leute auf ihn gehört haben. Als die Leute beschlossen, Krieg und Vernichtung in seinem Namen tatsächlich durchzuführen. Als sie ihm willig die Macht überliessen.
..und das geschieht, weil wir in einem System leben, in dem der "Gott dieser Welt" regiert. Solange wir uns auf unsere eigene Weisheit verlassen, passiert es uns immer wieder, dass wir in echter Selbstlosigkeit mit gutem Willen etwas aufbauen und es endet ganz anders.
Ich beschäftige mich etwas mit dem Stalinismus, gerade bin ich bei dem Holodomor (Ukraine 1933). Die Geschichte strotzt nur so von wohlmeinenden Menschen und brutalster Gewalt.
Ich erinnere mich auch daran, wie mein Mathelehrer (ein kluger, sachlicher Mann, den ich zu den besseren Pädagogen zählte, aber auch Kommunist der ersten Stunde) von den Anfängen der DDR erzählte. Völlig unreflektiert begeisterte er sich in den 80ern immer noch über seine Jugendgruppe, die über die Dächer zog, westlich ausgerichtete Antennen umknickte, Kabel in die Wohnungen verfolgte, denunzierte und gelegentlich auch was mitgehen lies, als dürfe man mit Andersdenkenden alles machen, weil sie nichts menschliches an sich haben.
Hab' mal einen Film gesehen über die stillgelegten Kohleabbauwerke in den USA - das war soo trostlos.. 😢 Viele sind in diesen Gebieten dort jetzt heroinsüchtig. Man muss sich schon auch um die betroffene Bevölkerung mit guten Programmen usw. kümmern, die dann die Arbeit verliert!
Das ist einfach nur so was von richtig.
Danke nochmals, dass du dir die Mühe gemacht hast, es aufzuschreiben.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerFür besonders gefährlich halte ich Gesellschaftsordungen, die auf der Güte des Menschen basieren.
Danke, danke, danke.
Auch dafür.
Veröffentlicht von: @tagesschimmerEs würde weitere Hilfe brauchen und größere Liebe.
So ist es. Und da sehe ich eine Aufgabe für unsere Gemeinden.
Deine Beobachtungen zum gesellschaftlichen Status und zu Zugang zur Teilhabe in Deutschland kann ich ebenfalls nur unterstreichen.
Veröffentlicht von: @polyglottSo ist es. Und da sehe ich eine Aufgabe für unsere Gemeinden.
Ja!!! 😊
Christian Baron
Veröffentlicht von: @tagesschimmerEs gibt ein gesundes Maß an materiellem Wohlstand, das in Deutschland fast jedem erreichbar ist. Das bedeutet aber nicht, dass auch Teilhabe und Entwicklungsmöglichkeit so leicht verfügbar sind. Wer über "sicher und satt" hinaus nicht über weitere Merkmale verfügt, kommt kaum weiter. Unsere Standarts in Sprache, Verhalten, Markenaffinität, Herkunft, Optik ... sind sehr hoch. Allein schon die Tatsache, dass das Elternhaus kein Geld für einen Kiefernorthopäden hatte und eine zu geringe Distanz für normal hielt, kann Leute ins berufliche Aus werfen und den Zugang zu Freundeskreisen verwehren.
Liebe Tagesschimmer,
dazu möchte ich dir ein Interview mit Christian Baron auf FAZ.net aktuell empfehlen. Schau mal rein, es ist ganz toll. Er spricht genau darüber. Auch das Buch von Christian Baron, "Ein Mann seiner Klasse" ist großartig und aufschlussreich. Ich empfehle das Interview gerade allen, die mir einfallen. Kein besseres Mittel als über den Tellerrand seiner "Blase" und seines Milieus herüberzuschauen.
Ich habe den Podcast von Palina Rojinsky ("Podkinski") gehört, in dem sie mit dem Rapper Summer Cem spricht (hörenswert). Er erzählt, dass das Einkommensniveau in der Türkei deutlich unter dem deutschen liegt, dass aber die Lebensqualität (für viele) gleichwohl eine gute ist. Wenn nicht eine deutlich bessere als in Deutschland ...
Das fand ich eine schöne Beobachtung: dass gute Lebensqualität nicht einkommens-/vermögensabhängig ist. (Klar, gibt es Zusammenhänge ...) Aber man kann auch mit weniger gut leben.
Das wünsche ich mir, dass die nachkommenden Generationen - und bei meinen Nichten und Neffen erlebe ich es bereits so - gar nicht alle möglichen Güter brauchen, um ihre Lebensqualität als "gut" zu empfinden. Denen muss man nichts staatlich "verordnen" (= deine Denkvoraussetzung), sondern sie suchen von sich aus einen massvollen Lebensstil.
Veröffentlicht von: @jeddie-xEr erzählt, dass das Einkommensniveau in der Türkei deutlich unter dem deutschen liegt, dass aber die Lebensqualität (für viele) gleichwohl eine gute ist. Wenn nicht eine deutlich bessere als in Deutschland ...
Wurde dabei auch die Kaufkraft des Geldes sowie Nebenausgaben berücksichtigt?
Wenn hierzulande etliches an Geld für Heizung bezahlt werden muss während das in der Türkei kaum ins Gewicht fällt ist da ja schon keine Vergleichbarkeit gegeben. Da müsste man schon die einzelnen Aspekte vergleichen, die "Lebensqualität" ausmachen...
Veröffentlicht von: @lucan-7Wurde dabei auch die Kaufkraft des Geldes sowie Nebenausgaben berücksichtigt?
Wenn hierzulande etliches an Geld für Heizung bezahlt werden muss während das in der Türkei kaum ins Gewicht fällt ist da ja schon keine Vergleichbarkeit gegeben. Da müsste man schon die einzelnen Aspekte vergleichen, die "Lebensqualität" ausmachen...
Es ging nicht um eine "Rechenaufgabe" - die man ja wirklich aufmachen könnte. Summer Cem hat von einer Lebenshaltung erzählt, die er in der Türkei öfter antrifft als bei uns . .... Und das kennen wir doch alle: dass es Menschen, auch Kulturen, gibt, deren Haltung gegenüber dem Leben (Grosszügigkeit, Gastfreundschaft, Bescheidenheit ...) zu einem Gewinn an Lebensqualität wird.
Ich meine, solche Lebenshaltung kann man lernen. Meiner Meinung nach steckt die westliche Welt tief in einer Gemeinschafts-Krise. Einem Verlust des Wir-Gefühls. Und die Kirchen stecken erstmal mit drin, merken das aber (überwiegend) nicht.
Veröffentlicht von: @jeddie-xEs ging nicht um eine "Rechenaufgabe" - die man ja wirklich aufmachen könnte. Summer Cem hat von einer Lebenshaltung erzählt, die er in der Türkei öfter antrifft als bei uns . .... Und das kennen wir doch alle: dass es Menschen, auch Kulturen, gibt, deren Haltung gegenüber dem Leben (Grosszügigkeit, Gastfreundschaft, Bescheidenheit ...) zu einem Gewinn an Lebensqualität wird.
Ja schon klar... auf der einen Seite jammern die Leute im Luxus, und anderswo sind sie glücklich in ihrem Elend.
Aber das ist ja auch individuell ganz verschieden, auch hierzulande. Da kann man im Grunde nichts direkt vergleichen...
Veröffentlicht von: @jeddie-xDu liest, was du lesen willst, was? Schade.
Wenn du sagst, dass die "Haltung" zur Lebensqualität beiträgt und nicht nur reine Zahlenvergleiche... was sonst könntest du denn wohl gemeint haben? Ich habe das ja nur noch mal überspitzt wiedergegeben.
Veröffentlicht von: @lucan-7Wenn du sagst, dass die "Haltung" zur Lebensqualität beiträgt und nicht nur reine Zahlenvergleiche...
Habe ein Interview mit der Iran-Reporterin Natalie Amiri, die in einer deutsch-iranischen Familie aufwuchs, gesehen, sie sagte, wenn sie im Iran sei, wäre dort gleich ein anderes Gefühl bei ihr, das sie durch das Gemeinschaftsempfinden, gegenseitiges Helfen etc., bekäme..
(Es gibt auch ein Buch von ihr mit dem Titel "Zwischen den Welten").
Ich seh' das schon auch durch den Glauben/Islam begründet und halt auch aus Notwendigkeit zum Überleben, dort spielt auch der Familienverbund eine andere Rolle..
In der DDR fand man das ja auch ähnlich mit dem Gemeinschaftsempfinden und Helfen gegenseitig, glaub.
Wird man (nehme mich nicht aus) nur durch eine Mangelsituation klug? Wie jetzt auch durch die Pandemie..-
Veröffentlicht von: @giliIn der DDR fand man das ja auch ähnlich mit dem Gemeinschaftsempfinden und Helfen gegenseitig, glaub.
Das hab ich so wirklich nicht erlebt. Meines Erachtens ging es da eher um die allgemeine Mangelwirtschaft, und je mehr "Beziehungen" einer hatte, desto eher kam er an sein Baumaterial oder seinen Spargel...
Veröffentlicht von: @giliHabe ein Interview mit der Iran-Reporterin Natalie Amiri, die in einer deutsch-iranischen Familie aufwuchs, gesehen, sie sagte, wenn sie im Iran sei, wäre dort gleich ein anderes Gefühl bei ihr, das sie durch das Gemeinschaftsempfinden, gegenseitiges Helfen etc., bekäme..
(Es gibt auch ein Buch von ihr mit dem Titel "Zwischen den Welten").Ich seh' das schon auch durch den Glauben/Islam begründet und halt auch aus Notwendigkeit zum Überleben, dort spielt auch der Familienverbund eine andere Rolle..
Grosses und interessantes Thema, finde ich.
Kennst Du wohl schon, aber da es eben Erwähnung fand, es gibt die fünf Grundpfeiler des Islam, u.a.:
Ein Pfeiler:
- Das Gebet
(...) Jeder Muslim ist gehalten, das Gebet möglichst nicht alleine, sondern in großer Gemeinschaft mit anderen in der Moschee zu verrichten. So kommt die soziale Bedeutung der Gemeinschaft der Gläubigen zum Ausdruck. Das Gebet reinigt von Sünden und gewährleistet - regelmäßig ein Leben lang durchgeführt - die Aufnahme ins Paradies.
Ein Pfeiler:
- Die gesetzliche Almosengabe: Es ist die Pflicht eines jeden Gläubigen, schwächere Mitglieder der Gemeinschaft durch die Almosengabe zu unterstützen. Diese Gabe reinigt ebenfalls von Sünden und bringt natürlich auch reichen Segen im Jenseits.
Ich habe berichtet, dass Summer Cem sagt, die Lebensqualität in der Türkei sei für viele Menschen eine gute. Und dass, obwohl das Einkommensniveau deutlich unter dem in D liegt.
Du machst daraus: "und anderswo sind sie glücklich in ihrem Elend"
Warum lässt du die von mir zitierte Aussage nicht stehen? "Haltung" meint z.B., dass Menschen massvoll leben können. Dass sie eben nicht immer mehr, mehr, mehr von allem brauchen, um ihre Lebensqualität als gut zu empfinden.
Gemeinschaftskrise der westl. Welt
Veröffentlicht von: @jeddie-xMeiner Meinung nach steckt die westliche Welt tief in einer Gemeinschafts-Krise. Einem Verlust des Wir-Gefühls. Und die Kirchen stecken erstmal mit drin, merken das aber (überwiegend) nicht.
Das ist toll auf den Punkt gebracht.
Woran liegt das? Ich denke, das kam nicht erst durch Corona...
Und was könnte eine Lösung dieser Krise sein? Wie findet man zu einem Zugewinn an Wir-Gefühl? Mein Eindruck ist ja, der Rand der Randgruppen wird immer breiter...
Attitude Behaviour Gap
https://utopia.de/zalando-studie-nachhaltigkeit-mode-235724/
Daran wird es scheitern den vielen mögen so eine Welt befürworten, aber effektiv entsprechend handeln tun die wenigstens.
Bio ja aber Hänchen für 1,99 kaufen.
Veröffentlicht von: @arcangelDaran wird es scheitern den vielen mögen so eine Welt befürworten, aber effektiv entsprechend handeln tun die wenigstens.
Das war doch schon immer klar.
Ich möchte allerdings hinzufügen: In dieser Weise effektiv handeln können auch in Deutschland nur die wenigsten: Versuche mal, nur noch Kleidung zu kaufen mit dem GOTs-Siegel oder dem Siegel der fair wear foundation. Da kommst du nicht weit, vor allem, wenn du Kleidung für Kinder brauchst, die ja bekanntlich schnell wachsen. (Da geschieht bereits seit langem übrigens ein anderer Nachhaltigkeitsansatz, nämlich dass die jungen Eltern sich die gebrauchte Kleidung weitergeben. So schlecht sind die Leute gar nicht...)
und weiterhin: ausgerechnet Zalando...
Meine Erfahrung ist, dass alle, die heute Textilien verkaufen wollen, mit einer verwirrenden Fülle von Siegeln werben, die aber meist nicht das Papier wert sind, auf das sie gedruckt sind.
Viele Verbraucher wollen aber nur zu gern glauben, dass eine 5er-Packung T-Shirts bei bonprix, die 12 Euro kostet, angeblich nachhaltig produziert sei (An der Stelle hab ich wirklich mal nachrecherchiert... und natürlich war es kompletter Quatsch, das Siegel).
Also: Der deutsche Normalbürger kann nachhaltig handeln, allerdings eher durch Weitergabe und Tausch gebrauchter Kleidung oder durch Kauf von second-hand-Ware.
Will ich nachhaltig kaufen, suche ich jedenfalls ganz bestimmt weder bei Zalando, noch bei CundA, noch bei hundm, noch bei bonprix und anderen derartigen Händlern. Ganz egal, welche Fantasiesiegel sie angeblich führen.
Das nicht nachhaltige Handeln ist sehr oft gar nicht den Verbrauchern geschuldet, sondern damit anfangen müssen die großen Handelsketten (aber die erfinden lieber da 10. Siegel, um zu verschleiern, dass sie Kleidung gar nicht nachhaltig erzeugen und vertreiben können zu dem Preis, zu dem Verbraucher sie kaufen können und wollen.)
Veröffentlicht von: @polyglottAlso: Der deutsche Normalbürger kann nachhaltig handeln, allerdings eher durch Weitergabe und Tausch gebrauchter Kleidung oder durch Kauf von second-hand-Ware.
In meinem Umfeld wird bei kleinen Kindern kleidungsmässig gar nix mehr gekauft. Es läuft eher so: Die Mütter bekommen eine Riesen Plastik-Box mit einer bestimmten Kleidergrösse von Bekannten (Zitat: "Ich musste (!) die ganze Box mitnehmen.")
Und auf Online-Plattformen kaufen sie von privat eine Kiste mit (hochwertigem) Spielzeug für 10,-. Von dem die neue Mutter bald merkt, dass ihr Kind eh kaum was davon braucht. Oder ich hole für Familienmitglieder irgendwo einen Kinder-Hochstuhl in einem Nachbardorf für 5,- ab. Und der Vater, der ihn mir gibt, sagt: "Wenn ihr mehr braucht, einfach anrufen und fragen."
Ja, so ist es bei den meisten Eltern kleiner Kinder, und das ist auch gut so.
Früher waren es die Flohmärkte, jetzt beobachte ich, dass man sich zunehmend z.B. über whats app - Gruppen vernetzt.
Veröffentlicht von: @polyglottüber whats app - Gruppen
Meinst du eigentlich, dass Mütter mit niedrigem Einkommen in diesen Dingen ebensogut vernetzt sind wie Mütter, die eigentlich nicht drauf angewiesen sind, Kinderkleidung zu tauschen oder preiswert zu kaufen? ... Das ist eine echte Frage.
Die, die ich kenne, kaufen nicht darum "gebraucht", weil sie kein Geld haben, sondern weil sie es Blödsinn finden, neues Zeug zu kaufen.
Veröffentlicht von: @jeddie-xMeinst du eigentlich, dass Mütter mit niedrigem Einkommen in diesen Dingen ebensogut vernetzt sind wie Mütter, die eigentlich nicht drauf angewiesen sind, Kinderkleidung zu tauschen oder preiswert zu kaufen? ... Das ist eine echte Frage.
Ich denke, dass Mütter mit geringen Einkommen fast alle ebenso gut vernetzt sind wie Mütter mit hohen Einkommen. Denn in der Gruppe der Mütter mit niedrigen Einkommen gibt es ganz verschiedene Personen. Längst nicht alle, die materiell arm sind, sind auch sozial arm.
Veröffentlicht von: @jeddie-xDie, die ich kenne, kaufen nicht darum "gebraucht", weil sie kein Geld haben, sondern weil sie es Blödsinn finden, neues Zeug zu kaufen.
Das kann ich nur bestätigen. Allerdings kenne ich sowohl Mütter, die reich sind, als auch Mütter, die materiell arm sind, die so denken. Da ist kein Unterschied.
Übrigens ist das ein sehr gutes Beispiel dafür, wie nachhaltiges Handeln einfach von selbst entsteht und dadurch, dass alle das vernünftig finden. Ich denke, dass es sehr oft so ist, dass nachhaltiges Handeln quasi nebenbei entsteht, weil es auch aus wirtschaftlichen und sonstigen Gründen vernünftig ist. (allein aufgrund moralischer Appelle würden sich die Menschen nie so verhalten)
Deswegen finde ich alle die Fragen, die in eine von vornherein so moralisierende Richtung gehen wie die Ausgangsfrage dieses Threads, nicht zielführend.
Das Verhalten einer menschlichen Gesellschaft folgt auf vielen Gebieten sehr vielen Regeln (Moral ist nur eine davon).
Im Moment ist es so, dass z.B. die Grünen denken, sie könnten allein über das Setzen neuer moralischer Regeln unsere Gesellschaft umbauen. Was auf keinen Fall funktionieren kann. Der Unternehmer verhält sich in großen Teilen nicht so, wie er sich verhält, weil er moralisch gut oder böse ist, sondern weil er den Gesetzen unserer Wirtschaftsordnung folgt (sonst kann er nämlich auch mal ganz schnell untergehen).
Eine Nation von über 80 Mill. oder gar Europa kann man nicht mit moralischen Appellen reagieren. Da gehört Sachverstand auf vielen vielen Gebieten dazu. Und den sehe ich halt bei den Grünen nicht. Allerdings z. Zt. auch weder bei der Führungsriege der CDU, noch der SPD, noch der LINKEN, noch der FDP. Und das ist es, was mir Sorgen macht.
Dass diese Parteien sich offenbar mit keinem einzigen Problem unseres Landes beschäftigen, sondern im Prinzip den ganzen Tag nur damit, wer wieder welches falsche Wort gebraucht hat und darum rausfliegen sollte...
Veröffentlicht von: @polyglottEine Nation von über 80 Mill. oder gar Europa kann man nicht mit moralischen Appellen reagieren. Da gehört Sachverstand auf vielen vielen Gebieten dazu. Und den sehe ich halt bei den Grünen nicht. Allerdings z. Zt. auch weder bei der Führungsriege der CDU, noch der SPD, noch der LINKEN, noch der FDP. Und das ist es, was mir Sorgen macht.
Was den Sachverstand angeht, so ist das oft schwer abzuschätzen. Für mich war z.B. Olaf Scholz immer eine graue Maus. Aber fachlich muss der es wirklich drauf haben und auch seinen Bereich sehr gut aufgestellt haben. Das sieht bloss keiner.
Und wenn die Grünen sich zum Wahn des Moralisierens verleiten lassen, dann heißt das nicht automatisch, dass sie sonst auch undifferenziert und deppert sind. Da kann durchaus Potential da sein, das aber niemand sieht, weil sich alle nur mit irgendwelchem Geschrei beschäftigen.
Das weitergeben funktioniert auch hier ganz gut bis zu einem bestimmten alter.
na ja man kauft auch bereits nachhaltig wenn man Ware kauft die länger hält mit mehr als nur einem Kleidungstück kombiniert werden kann, und dadurch länger verwendet werden kann.