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Serienthread 2024

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Jack-Black
Themenstarter
Beiträge : 6217

Der Ordnung halber starte ich nun mal zum Frühjahrsanfang den entsprechenden Serienthread für das Neue Jahr... 🙂

Am besten sowohl den Titel als auch die Stelle in der Medienwelt nennen, wo man die Serie, für die geworben oder vor der gewarnt wird, zu sehen bekommt!

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Lucan-7
Beiträge : 29478

Siren

Eine Meerjungfrauengeschichte, ernsthaft und realistisch erzählt soweit das bei dem Thema halt möglich ist. An sich keine Serie, die durch ihre Handlung irgendwie heraussticht oder die man unbedingt gesehen haben muss... nette, gut gemachte Fantasy-Serienkost mit den üblichen Zutaten, würde ich sagen.

Was ich daran aber erwähnenswert finde und ein Grund ist, warum ich sie mir immer noch anschaue, ist dass die Serie ihre Darsteller ernst nimmt. Ich ärgere mich ja jedesmal, wenn irgendwelche Leute als komplette Volltrottel dargestellt werden, nur um künstlich Spannung und Dramatik zu erzeugen. Typische Beispiele sind "Am besten trennen wir uns, so spüren wir das gefährliche, absolut tödliche Monster am besten auf!" oder auch: "Alice ist meine allerbeste Freundin, der ich zu 100% vertrauen kann... deshalb kann ich ihr das düstere und tragische Geheimnis, das alles erklären würde, auf keinen Fall mitteilen!" oder edloses Herumgestammel statt Klartext zu reden: "So hör' doch... du musst mir zuhören... so hör' doch..." blah, blah, stammel, stammel zehn Minuten lang bis die Person, für die die unheimlich wichtige Information bestimmt war, entnervt das Haus verlassen hat...

Bei solchen Darstellungen bekomme ich inzwischen jedesmal die Krise... und gerade dadurch hebt sich "Siren" so wohltuend von vielen anderen Serien ab: Die Figuren handeln angemessen und vernünftig, sie sprechen miteinander, sie ziehen die richtigen Schlüsse, sie vertrauen einander. Und wenn dann doch mal jemand ausrastet, lügt oder Geheimnisse hat, dann ist auch nachvollziehbar warum und wieso. Zudem sind die Rollen gut und glaubwürdig besetzt... die Hauptdarstellerin kannte ich bisher nicht, aber sie wirkt mit ihrem einerseits hübschen und andererseits doch irgendwie fremdartigen Gesicht jedenfalls sehr überzeugend.

An anderer Stelle haben sie es leider mit der diversity Regel wieder übertrieben, was der Glaubwürdigkeit einerseits schadet... auf der anderen Seite, es geht um Meerjungfrauen, wie glaubwürdig kann das schon sein...?

Empfehlenswert für Leute, die das Thema interessiert und etwas zum Nebenbeischauen suchen, das nicht unbedingt tiefsinnig, aber gut erzählt und umgesetzt ist.

 

lucan-7 antworten
8 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@lucan-7 Wo zu sehen?

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

@jack-black 

Wo zu sehen?

Früher Amazon (da hätte ich für die Folgestaffeln noch zusätzlich zahlen müssen), zur Zeit auf Disney

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@lucan-7 Danke für die Info! 🙂

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

Siren

Habe jetzt die drei Staffeln durch und wollte jetzt doch noch etwas dazu bemerken, weil mir das ein oder andere aufgefallen ist...

Die Serie heisst auf "deutsch" übrigens "Mysterious Mermaids", was schon mal sehr merkwürdig ist, weil man einen englischen Titel durch einen anderen englischen Titel ersetzt... aber anscheinend fand man "Sirenen" nicht eindeutig genug und "Meerjungfrauen" zu uncool... wie auch immer...

Es wird übrigens keine weitere Staffel geben, und nachdem ich gelesen habe, dass die dritte Staffel ein offenes Ende haben soll war ich natürlich sofort enttäuscht und verärgert, weil ich mich jedesmal betrogen fühle, wenn eine Serie mitten in der Handlung abgesetzt wird - allerdings war das hier gar nicht so, es gibt zwar eine nicht unwesentliche offene Frage, aber die Handlung wird dennoch weitgehend abgeschlossen und aufgelöst.

Wobei man in der dritten Staffel wohl an die Grenzen des Budgets kam, und das ist der Punkt, den ich hier noch einmal ansprechen will, weil mir das schon bei vielen Serien aufgefallen ist: Wenn den Autoren nichts mehr einfällt... dann eskalieren sie einfach. Und es wird immer epischer... aber nicht unbedingt besser.

Das kennt man ja von "Aliens"... hat beim ersten Teil noch ein einziges Alien für Horror gesorgt, waren es beim zweiten Teil schon hunderte... und das nimmt man sich wohl vielfach zum Vorbild.

Da ich hier nicht spoilern will, nehme ich mal ein allgemeines Beispiel:

Eine Serie beginnt damit, dass ein Außerirdischer auf der Erde landet. Und zwei Freunde finden ihn und müssen ihn verstecken. Und das sorgt für allerlei komische und spannende Situationen. Und das funktioniert gut, weil es witzig, glaubwürdig und unterhaltsam ist.

Dann fällt den Schreibern nicht mehr viel ein, weil sie praktisch jegliche Situation bereits durchgespielt haben: Die Eltern, Freunde, Lehrer, Kumpels, peinliche Situationen, kreative Erklärungen, ungewöhnliche Vorkommnisse, düstere Geheimnisse... irgendwann ist das alles durch.

Also muss man eskalieren... das bedeutet: Noch mehr Außerdische! Und dann alles noch mal vorn, aber größer, schneller, extremer... was auch immer. Und die beiden Freunde haben alle Hände voll zu tun. Und das ist dann gerade noch so glaubwürdig.

Dann fällt den Schreibern aber wieder nichts neues ein. Also: Noch mehr Außerirdische! Die Erde wird angegriffen, große Gefahr, die Menschheit ist bedroht, das Ende der Zivilisation naht!

... aber die Protagonisten sind immer noch die beiden Freunde aus der ersten Staffel, und statt einen einzelnen Außerirdischen im Schrank zu verstecken müssen sie jetzt verhindern, dass eine Invasionsarmee ihre tödlichen Laserwaffen auf die Erde richtet...

Und, seien wir mal ehrlich: Das mit der Glaubwürdigkeit lässt dann doch stark nach. Gelinde gesagt.

"Siren" geht hier nicht ganz so weit, so viel sei gesagt... aber es tappt doch in eine ähnliche Falle, weil die anfängliche Stärke, nämlich die Glaubwürdigkeit der Protagonisten, in den Hintergrund tritt vor einer Story, die gerne episch sein will... aber nicht, weil es dramaturgisch notwendig wäre, sondern weil den Autoren offenbar nichts Besseres mehr eingefallen ist.

Das ist ein wenig schade, auch wenn es immer noch spannend und sehenswert bleibt. Und ich hätte gerne noch ein wenig mehr gesehen... nicht von der Handlung, sondern von den Protagonisten und wie sie sich weiter entwickeln.

Da hat die Serie nach wie vor einen Punkt, der vielen Anderen fehlt...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@lucan-7 Wenn den Autoren nichts mehr einfällt... dann eskalieren sie einfach. Und es wird immer epischer... aber nicht unbedingt besser.

 

Diese Methode hast Du nachfolgend gut an Deinem "Alien"-Beispiel vorgeführt, man kennt sie nun wirklich zur Genüge und irgendwie weiß ich jetzt, ohne auch nur eine Folge der Serie gesehen zu haben, wie die ungefähr über ihre Staffeln hinweg abläuft. 😀

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29478

@jack-black 

Diese Methode hast Du nachfolgend gut an Deinem "Alien"-Beispiel vorgeführt, man kennt sie nun wirklich zur Genüge und irgendwie weiß ich jetzt, ohne auch nur eine Folge der Serie gesehen zu haben, wie die ungefähr über ihre Staffeln hinweg abläuft.

"Aliens" halte ich nach wie vor für die beste Fortsetzung eines Films überhaupt und ist mein Top 1 Actionfilm... und genau deshalb wird wohl das Prinzip gerne kopiert. Wobei die Macher dann aber meist nicht verstehen, dass "Aliens" ganz bewusst ein völlig anderer Film ist als der erste. Und nicht einfach nur "mehr Monster".

Wie gesagt, bei "Sirens" ist es nicht ganz so extrem, aber an irgendeinem Punkt spätestens bei der dritten Staffel ist die Serie einfach falsch abgebogen.

Dabei gab es die bodenständigen und vielverprechenden Handlungsstränge bereits, die man hätte weiter ausbauen können, einschliesslich Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Da hätte die Serie ihre Stärke voll ausspielen können... aber anscheinend kam da irgendwann ein Produzent rein, der meinte es müsse epischer und actionreicher werden, mit möglichst vielen Special Effect, weil er dachte, dass das die Leute wollen. Auch wenn das bedeutete, dass dann für vieles Andere kein Budget mehr übrig bleibt.

Um bei den Ausserirdischen zu bleiben: Statt den Angriff auf die US Hauptstadt und den heldenhaften Abwehrkampf der Amerikaner zu zeigen sieht man einfach nur einen General in einem Sessel sitzen, der einen Anruf entgegennimmt:

"Sir! Die Ausserirdischen in Washington wurden zurückgeschlagen! Die Luftstreitkräfte waren erfolgreich!"

"Sehr gut, Sergeant! Ich bin stolz auf sie! Weitermachen!"

Tja, so kann man halt auch Budget sparen...

Wobei ich sagen muss, dass sie sich bei den Effekten bei "Siren" schon Mühe gegeben haben, das sieht schon alles recht gut aus (Zumindest auf meinem Computermonitor), aber sie haben einfach am Ende die falschen Prioritäten gesetzt...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@lucan-7 "Sir! Die Ausserirdischen in Washington wurden zurückgeschlagen! Die Luftstreitkräfte waren erfolgreich!"

"Sehr gut, Sergeant! Ich bin stolz auf sie! Weitermachen!"

😀

Danke sehr, aber im Sinne Deiner begrenzten Zeitressourcen: gib Dir keine weitere Mühe, ich weiß jetzt alles über die Serie und brauche sie nicht anzuschauen. 😉 (Hab heute nachts bis 5 Uhr weiter "Versailles" gesuchtet, wo ich sogar die zum barocken Setting eigentlich total unpassende Intro-Musik zu lieben beginne... - und daher gerade selber Zeitprobleme...)

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

@jack-black 

Danke sehr, aber im Sinne Deiner begrenzten Zeitressourcen: gib Dir keine weitere Mühe, ich weiß jetzt alles über die Serie und brauche sie nicht anzuschauen.

Ich sehe dich da auch nicht als Zielgruppe 😎 

Aber ich weiss ja nicht, wer hier noch alles mitliest, und die Serie war für mich schon allein deshalb hochinteressant, weil die Charakterisierung der Figuren und der Gesamtplot hier einfach so auffällig sind, dass man das ganze als Lehrstück für angehende Drehbuchautoren verwenden kann (Na ja, zumindest aus meiner begrenzten Perspektive heraus, die echten Drehbuchautoren dürften da schon um einiges weiter sein. Oder es ist wieder Wunschdenken, dass sie das sein sollten...).

Da ich mir ja auch selber gerne Geschichten ausdenke (Einmal im pen&Paper Rollenspiel, einmal auch für meine Comics) habe ich da doch einiges lernen können (positiv wie negativ)... und ich weiss auch, worauf ich demnächst bei dem ein oder anderen Film/Serie verstärkt achten werde...

lucan-7 antworten


Jack-Black
Themenstarter
Beiträge : 6217

Die Ringe der Macht (Rings of Power, abgekürzt RoP, RIP wäre mir lieber)

Staffel 2

Zu sehen bei amazon.prime

Hab mir gestern die ersten 4 Folgen hintereinander angetan. Eigentlich wollte ich schon nach der ersten Hälfte der ersten Folge mich dort über den Schund beschweren, aber das ging nicht, denn Rezensenten müssen sich das, was sie rezensieren wollen, erst komplett anschauen. Na gut, dachte ich, ergibt ja irgendwie sogar Fairness-Sinn, und vielleicht wird's ja nach einer Weile auch besser.

Leider nein.

Und als ich mit den vier Folgen durch war und eine Rezension auf amazon schreiben durfte - hatte ich keine Lust mehr dazu.

Es ist alles wie in Staffel 1 - nur noch blöder, peinlicher, ärgerlicher. Das liegt zu 90 Prozent am Drehbuch, dass aus Zwergen Witzfiguren beim Pilzekaufen macht und aus Elben, die auf tausende Jahre Lebenserfahrung zurückgreifen könnten, Dummdödel mit dem intellektuellen Niveau von Zweitklässlern (sorry, falls hier Zweitklässler mitlesen - ich sollte Euch eigentlich nicht beleidigen).

Dabei wird Ideenklau betrieben, dass ich mich frage, warum da nicht schon längst juristische Schritte eingeleitet wurden. Dialogzeilen wurden Wort für Wort aus der HdR-Trilogie von Jackson übernommen, ganze Szenen-Ideen geklaut.

WIE schlecht das alles ist, möchte ich mal anhand einer Figur erläutern, wofür Spoiler leider nötig sind, daher:

SPOILERWARNUNG

 

Wie wir uns erinnern, wurde gegen Ende der ersten Staffel ein Vulkan in die Luft gesprengt, bzw. ferngesteuert zum Ausbrechen gebracht. Dabei geriet das Numenorische Expeditionscorp mitten in eine pyroklastische Wolke und Isildur kam, als er irgendwelchen Pechvögeln helfen wollte, in einem brennenden und dann zusammenstürzenden Haus um.

Richtig? Wir haben es alle gesehen, es wurde gezeigt. Niemand überlebt sowas, mit Ausnahme von Daenaerys, Mother of dragons. Allerdings verlor die, als sie bei der Feuerbestattung Karl Drogos in die Flammen stieg, immerhin ihre Haare, weil Haare nun mal besonders schnell Feuer fangen. Alle Menschen, die nicht zur Targaryen-Familie gehören, insbesondere Menschen, die aus einem anderen Universum stammen, nämlich dem von J.R.R. Tolkien, tendieren dazu, in brennenden, zusammenstürzenden Häusern zu sterben.

Es sei denn, sie heissen Isildur und haben noch eine Rolle zu spielen (z.B. irgendwelchen Saurons einen Ring vom Finger zu schnitzen).

Also geht die Plotline von Isildur so: er wird in einer Szene von einem brennenden Haus verschüttet. Und in der nächsten Szene, in der wir ihn zu sehen bekommen, befindet er sich in einer dunklen Höhle in einem dunklen Wald und ist da in Spinnweben verwickelt an die Wand geheftet. Dass es sich um ihn handelt, wird schnell klar, weil der Kokon, in den man ihn verpackte, materialmäßig nicht ausreichte, um auch seinen Kopf noch mit zu verpacken. Der guckt da also raus samt seinen schönen langen schwarzen Haaren.

Wie kommt er von A (brennendes, enstürzendes Haus) nach B (Spinnenhöhle in verwunschenem dunklen Wald)? Nun ja: er wird wohl dahin gebeamt worden sein, was wir sicherlich vorgeführt bekommen hätten, wenn die Autoren auch Rechte am Raumschiff Enterprise-Franchise gehabt hätten.

Wie kommt Isildur da nun aus der misslichen Situation? Sein Pferd rettet ihn. Wie kommt das Pferd dahin? Naja, es hat ihn halt gesucht. Und vorher noch eine Bande von Orks platt gemacht, von denen wir erfahren konnten, dass der Wald, in den dieses Pferd läuft, so finster und verflucht ist, dass da niemand je wieder raus kommt.

Isildurs Pferd knabbert ihn dann also in seiner Höhle frei, gerade noch rechtzeitig, bevor eine böse Spinne, die, um zu zeigen, wie gefährlich sie ist, einen bewaffneten Orc (von wo kam der eigentlich auf die Bühne?) gekillt hat. Isildur schafft es dann, die Waffe, die dieser Orc fallen lies im Todeskrampf (Kampf kann man das nicht nennen!), zu ergreifen, und die böse Spinne zu verletzen. Und dann besteigt er sein treues Pferd, während die böse Spinne etwas verwirrt ist, und reitet hinaus aus der Höhle und dem verwunschenen Wald...

Dann hat er Durst. Kann man verstehen: brennendes zusammenstürzendes Haus und so. Seitdem hat er ja nix mehr getrunken. Und es dürften ja schon fast zwei Tage seit dem Vulkanausbruch vergangen sein. Vielleicht sogar drei, denn es musste ja noch der verwunschene Wald lange genug herumstehen, damit es sich unter den Orcs herumsprechen konnte, dass aus dem keiner mehr lebend herauskommt. Vielleicht hat Isildur also schon ganze drei Tage nix mehr zu trinken bekommen. Wie gut, dass da eine morastige Pfütze rumsteht. Aber als er sich niederbückt, um davon zu trinken, sieht man Leichen darin liegen. Also trinkt erlieber doch nix, sondern reitet weiter.

Nächste Szene: Nein, wie er dem Tod durch Verdursten entrann, wird nicht weiter erläutert, denn nun trabt sein treuer Brauner in eine Szenerie, die nach Orc-Überfall auf eine unschuldige-Zivilisten-Gruppe aussieht: Isildur zieht sein Schwert (WTF? Hatte gar nicht mitgekriegt, wie er das jetzt noch schnell in der dunklen verwunschenen Höhle fand und in die Scheide zurücksteckte...) und hält es in Abwehrstellung, weil: Man kann ja nie wissen. Aber naja, sieht so aus, als wäre die Gefahr doch nicht mehr so groß, also lässt er sein Schwert wieder sinken, während er an irgendwelche Wagen-Rückstände tritt, um zu schauen, ob sich hinter Stoffetzen vielleicht noch irgendwas (z.B. Trinkbares? Ich mein ja bloß...) verberge. Tatsächlich verbirgt sich da was: eine junge hübsche Frau, die ihm einen Dolch in den Oberschenkel rammt! Suprise, suprise! Erfahrener, hartgesottener Krieger, der er ist, lässt er nicht vor Schreck das Schwert fallen, sondern stürzt sich (oder fällt) auf die Angreiferin und hält ihr die Schwertklinge an den Hals.

Sie so: "Oh, sorry, tut mir leid, ich wußte nicht, dass du es bist, ich dachte, du bist ein böser Orc!"

Er so: "Bin ich nicht, verdammte Scheiße, warum hast Du mich angegriffen?!"

Sie so: "Also echt, tut mir leid, lass mal sehen, ich helf dir! Tut das doll weh?"

Er so: "Nö, nicht so doll."

Sie zieht ihm, ganz die beherzte Krankenschweter, den Dolch aus dem Bein.

Er so: "Aua, verdammt, was machst Du da? Man darf doch in solchen Fällen die Waffe nicht aus der Wunde ziehen, weil das dann noch mehr blutet!"

Sie so: "Ja sorry, Mann, aber das wußte ich nicht! Ich hab keine Erfahrung mit solchen Verletzungen"

Er so: "Für mich ist es auch das erste Mal!"

 

Und man sitzt als Zuschauer vor dem Monitor und denkt sich: Hä?! Soll das jetzt comic relief sein, oder was? Aber nee, passt eigentlich nicht, denn, wie im Link zu erfahren:

Comic relief wird genutzt, um kurzfristig Spannung abzubauen.

Und hier brauchte ja keinerlei Spannung abgebaut zu werden, weil keine Spannung vorhanden...

Der Isildur-Strang geht noch weiter, und zwar reiten dann junge schöne Fremde und humpelnder Katastrophen-Überlebender weiter, und sie stoßen auf eine weitere Gruppe von verdächtig wirkenden Überfall-Opfern, die sich dann als Hinterhalt-Bösewichter entpuppen und in der Überzahl sind und Isildurs Pferd klauen und das Pärchen vermutlich irgendwenn dann doch massakrieren würden, wenn nicht...

... ein aus der ersten Staffel bekannter poc-Elb aus der Theaterbühnenapparatur mit drei Umdrehungen pro Sekunde herausgeschleudert würde, to save the day. Also wirklich: der springt da wie ein Propeller durch die Gegend, was wohl irgendwie voll krass heftig kickass-mäßig wirken soll, und macht alle nieder, die nicht bei drei auf den gestohlenen Pferden sind. Und nach zwei lakonischen Dialogzeilen geht er zurück in den Wald, weil er noch was anderes zu erledigen habe. Dabei einen Elben-Köcher mit zwei-einhalb Pfeilen auf dem Rücken. Früher waren da sicherlich ein paar mehr Pfeile drin, aber die sind ihm wohl bei seinen Spin-Jumps alle rausgefallen (diejenigen, die noch übrig sind, wurden vermutlich mit starken Magneten im Köcher festgehalten), weswegen er noch kurz ganz cool einen der Pfeile, die er einem der flüchtenden Bösewichter in den Rücken schoss (so macht man das als guter Elb nun mal: Flüchtende bekommen Pfeile in den Rücken), wieder rausziehen musste: Munition ist ja knapp...

So, das war jetzt nur die mehr oder minder hundertprozentig korrekte Wiedergabe eines kleinen Ausschnitts aus einer der Story-Lines. Die anderen sind nicht besser, sondern noch schlechter, weil es bei denen deutlich weniger Action gibt. Aber allen Story-Lines gemein ist, dass sie alle hinten und vorn keinerlei logischen Sinn ergeben, gespickt sind mit schlechten, pseudo-coolen, pseudo-tiefsinnigen Dialogen, dass sie stets und ständig gegen die etablierte Lore verstoßen und darüber hinaus mit einer Musik-Soße übergossen wurden, deren lautes "das ist so eeeeeepisch!"-Getöse den Zuschauer ständig dazu verleitet, den Soundregler so weit runterzudrehen, bis man die Dialoge kaum mehr verstehen kann. Naja, vielleicht ist das ja sogar beabsichtig: wer die Dialoge nicht versteht, kann sich auch nicht über deren Dummbatzigkeit ärgern...

 

Kurz zusammengefasst: Tolkiens Universum wird auf Kindergartenniveau herabgewürdigt, Heroen wie Isildur, Galadriel oder Elrond werden zu Kasperle-Theater-Puppen. Der Rest ist Geldverschwendung für teilweise unnötig aufwändiges und dennoch nie wirklich überzeugendes Szenen-Design, ich denke da nur an den Establishing-Shot, wo die Kamera entlang von Spiegelkonstruktionen entlangfliegt, um zu zeigen, wie das Sonnenlicht in die Tiefen Kazahd-Dums gelangt: um dann direkt auf Durin und seiner nervigenEhefrau (hatte die eigentlich in Staffel 1 schon den Backenbart-Ansatz? Der fiel mir erst jetzt auf...) zu landen, die sich beim Wochenendeinkauf über die Frage, welchen Pfifferling - den großen oder den kleinen - man sich für's Abendbrot leisten könne, in die Haare geraten.

Wer denkt sich sowas aus?

Showrunner, die aus Filmrechten, die allein schon eine Viertelmilliarde Dollars kosteten, irgendwas geschäftlich Nützliches für einen Versandhandelkonzern pressen sollen.

Es ist eine auf fünf ganze Staffeln hin konzipierte einzige Kathastrophe.

Die übrigens für Leute, welche nicht noch eine Hand voll Dollars mehr auf ihr Prime-Abo drauflegen mögen, ständig von Werbeunterbrechungen aufgelockert wird.

 

A propos eine Hand voll Dollars mehr: Kürzlich wurde der Clint-Eastwood-Streifen "Zwei glorreiche Halunken"  (Original: The Good, the Bad and the Ugly) in das kostenfrei anzuschauende Amazon-Prime-Programm aufgenommen. Eastwood hat da in ein paar (zusätzlich eingefügten? Bin mir da nicht so sicher...) Szenen zwar einen gewöhnungsbedürftigen Synchron-Sprecher, aber was soll's... Naja, es gibt eben doch auch extrem gute Filme bei amazon.prime zu gucken, Filme, bei denen man mit Begeisterung einem schwitzenden Mann zuschaut, wie der minutenlang im Kreis über einen Friedhof rennt...

jack-black antworten
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Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Ich bewundere deinen Mut, dir das noch einmal angetan zu haben... ich denke nicht, dass ich das noch tun werde. Na ja, vielleicht doch, um mich dann auch begründet aufregen zu können. Aber dann auch noch mit Werbung...?

Dafür müsste man eigentlich Schmerzensgeld bekommen...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@lucan-7 Mut, dir das noch einmal angetan zu haben... ich denke nicht, dass ich das noch tun werde.

 

Ich werde mir die nächsten Folgen nur noch indirekt antun: inform der teilweise sehr unterhaltsamen Review-Verrisse, die man so auf YT findet. Wie eingangs erwähnt: ich hatte es mir nur angetan, um nachher auf amazon meine Review-Meinung zum besten zu geben. Aber ich hätte meine Motivation besser hinterfragen sollen: Über die Hälfte der Leute vergibt da 5 Sterne, das sind dann Leute, die keine Ahnung haben, und wie sollte man die überzeugen können? Diejenigen, die es so sehen wie ich, haben da - weniger geht ja nicht - 1 Stern vergeben, zwischendurch gibt's kaum Kritiken (auch wenn als "am höchsten bewertete kritische Rezension" eine 2-Sterne-Wertung gefeatured wird, obwohl es auch eine 1-Stern-Review mit genausovielen (51) hilfreich-Bewertungen gibt). Wer informiert werden will, kann in denen nachlesen - oder halt gleich YT-Beiträge von Nerdrotic oder Disparu (beide sind nicht gerade Youtuber, die ich super finde, ihre kulturell-politische Agenda ist nicht mein Ding. Aber bezogen auf RoP sprechen sie mir aus dem Herzen und ihre Kritik ist da eben auch kenntnisreich unterfüttert) anschauen.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

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@jack-black 

Über die Hälfte der Leute vergibt da 5 Sterne, das sind dann Leute, die keine Ahnung haben, und wie sollte man die überzeugen können?

Wenn du mit "Keine Ahnung" meinst, dass die Leute nicht viel über das HdR Universum wissen... das tue ich ja im Grunde auch nicht. Ich habe die Hauptbücher gelesen und die Filme gesehen, aber mit den Hintergründen kenne ich mich da nicht wirklich aus.

Aber trotzdem merke ich doch, wenn eine Handlung einfach grottenschlecht erzählt wird. Und das völlig unabhängig vom Hintergrund... ich meine, wie anspruchslos muss man denn sein, um das einfach so hinzunehmen...?

Das akzeptiere ich auch nicht mehr als "Geschmacksfrage", das ist einfach eine Frage des Anspruchs, den man stellt.

Und das bedeutet nicht, dass es nicht eine Menge anspruchsloser Filme gäbe, von denen ich mich bestens unterhalten fühle... aber hier muss man doch angesichts des Hintergrundes ein Mindestmaß an Erwartungen haben, welche erfüllt werden sollten...

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

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@lucan-7 Wenn du mit "Keine Ahnung" meinst, dass die Leute nicht viel über das HdR Universum wissen...

Nein, ich meinte es im pauschalen Sinne: Die haben keine Ahnung von nix, schon erst recht nicht davon, was einen Film gut oder schlecht macht. Dennoch schreiben sie Reviews. Aber der Herr (der Ringe...) wird ihnen vergeben, immerhin wissen sie ja nicht, was sie tun. 😀 😎 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@jack-black 

Nein, ich meinte es im pauschalen Sinne: Die haben keine Ahnung von nix, schon erst recht nicht davon, was einen Film gut oder schlecht macht. Dennoch schreiben sie Reviews. Aber der Herr (der Ringe...) wird ihnen vergeben, immerhin wissen sie ja nicht, was sie tun.

Das macht mir tatsächlich ein wenig Angst. Ich meine, ich und meine Frau amüsieren uns immer über irgendwelche intellektuellen Eliten, die "anspruchsvolle Filme" schauen, was dann bedeutet, dass da irgendwelche komplizierten Handlungen stattfinden mit Leuten, die in französischen Kulissen Wein trinken und bedeutungsvoll ins Leere starren und nicht zu einem befriedigenden Ende kommen. Und dafür Preise bekommen, während wir uns "Star Wars" anschauen, was schlicht seichte Popkultur ohne tieferen Anspruch ist.

Aber ein gewisses Minimum an Anspruch sollte man dann am Ende doch haben... so etwas wie einen Kodex, der festlegt, was ein Film mindestens leisten sollte, um irgendwie "gut" genannt zu werden oder unterhaltsam zu sein, egal wie seicht es auch sein mag.

"Die Ringe der Macht" stellt nun genau das in Frage... da ist einfach gar nichts mehr "gut", von gewissen Effekten abgesehen, die sehr teuer eingekauft wurden.

Und wenn so etwas Erfolg hat und sich durchsetzt... was wird dann...?

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

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@lucan-7 Und wenn so etwas Erfolg hat und sich durchsetzt... was wird dann...?

 

We're all doomed!

jack-black antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2445

@lucan-7 

mit Leuten, die in französischen Kulissen Wein trinken

Das ist aber schon mal eine gute Voraussetzung für Spaß! 😀 Vor ein paar Tagen wieder gesehen: Le Souper über ein fiktiives Abendessen zwischen Talleyrand und Fouché im Frankreich des Jahres 1815. Es wird gegessen und getrunken, Handlung gibt's im Grunde keine, verfilmtes Kammerspiel, zum Glück nur mit deutschen Untertiteln, sodaß einem der Klang des Originals erhalten bleibt (auch wenn - wie bei mir - das Schulfranzösisch längst nicht mehr ausreicht, um dem Gespräch zu folgen). 

und nicht zu einem befriedigenden Ende kommen

Aber für dieses Bedürfnis gibt's doch diverse Kurzfilmchenseiten im Internet. 😉 

Aber ein gewisses Minimum an Anspruch sollte man dann am Ende doch haben... so etwas wie einen Kodex, der festlegt, was ein Film mindestens leisten sollte, um irgendwie "gut" genannt zu werden oder unterhaltsam zu sein, egal wie seicht es auch sein mag.

Den Kodex gibt es doch schon: Verkauft sich der Film, dann war er 'gut'. Im Ernst: Es gibt ja die 'deutsche Film- und Medienbewertung', die auf Antrag hin aktiv wird und ein Prädikat verleihen kann. Habe ich mich nun jemals danach gerichtet bei der Frage, ob ich einen Film schauen werde? Nein. Im Schuldienst würde ich es bestimmt tun, aber eher zur Absicherung gegen evtl. Elternproteste. Doch davon abgesehen soll jeder schauen, was er mag: Dank Internet hat doch mittlerweile jedes Nischengenre seine Fangemeinde, die sich über neue Produkte austauscht und - wie hier - Rezensionen schreibt. Und wenn ich Filme auf stehe, in denen meuchelmordende Tomaten in Hosenanzügen die tragende Rolle spielen, dann kann ich mich vorab erkundigen, ob 'Tomate des Grauens V' sehenswert ist, oder eher nicht. Das könnte der Kodex, an den Du denkst, nicht leisten - würde er auch gar nicht wollen - aber ich möchte nun mal Tomatenfilme sehen!

mrorleander antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

@mrorleander 

Das ist aber schon mal eine gute Voraussetzung für Spaß! 😀 Vor ein paar Tagen wieder gesehen: Le Souper über ein fiktiives Abendessen zwischen Talleyrand und Fouché im Frankreich des Jahres 1815. Es wird gegessen und getrunken, Handlung gibt's im Grunde keine, verfilmtes Kammerspiel, zum Glück nur mit deutschen Untertiteln, sodaß einem der Klang des Originals erhalten bleibt (auch wenn - wie bei mir - das Schulfranzösisch längst nicht mehr ausreicht, um dem Gespräch zu folgen). 

Nun ja, die Franzosen machen entweder wirklich geniale oder grottenschlechte Filme... dazwischen gibt es bei denen nichts... 😉

 

Den Kodex gibt es doch schon: Verkauft sich der Film, dann war er 'gut'. Im Ernst: Es gibt ja die 'deutsche Film- und Medienbewertung', die auf Antrag hin aktiv wird und ein Prädikat verleihen kann.

Ich meinte mit dem "Kodex" jetzt eher so etwas wie ein Anspruchsdenken der Zuschauer. Denn genau das würde ja dazu führen, dass weniger schlechte Filme produziert werden, weil die dann eben nicht erfolgreich wären.

Wenn aber teure Machwerke wie "Die Ringe der Macht" auch noch massenweise Zuschauer haben, dann wird auch das Gesamtniveau sinken.

Und ich weiss, dass ich mich wie ein alter Sack anhöre, der über die Anspruchslosigkeit der Jugend lästert, weil früher alles besser war... war es nicht, grottenschlechte Filme gab es schon immer.

Aber eben bislang noch nicht derartig teure, und das macht mir hier schon etwas Sorgen...

lucan-7 antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2445

@lucan-7 

Und ich weiss, dass ich mich wie ein alter Sack anhöre

Vermutlich - noch schlimmer - sogar ein alter weißer Sack. 😀 

Wenn aber teure Machwerke wie "Die Ringe der Macht" auch noch massenweise Zuschauer haben, dann wird auch das Gesamtniveau sinken.

Warum sollte das sinken? Und von welchem Niveau bzw. welchem Anspruch sprechen wir überhaupt? Ich kenne Menschen, die würden die Serie schon deshalb nicht anschauen, weil sie gar keinen Fernseher besitzen; dafür gehen sie ins Theater, besuchen Lesungen und Konzerte. Wäre das ein erstrebenswertes Niveau? Und falls ja: Warum? 

In meinen Augen krankt die 1. Staffel, die ich bislang gesehen habe, vor allem an einem Grundproblem: Amazon besitzt die Rechte am HdR und Hobbit, nicht aber am Simarillion und darf zudem kein Material verwenden, was Peter Jackson nicht schon abgefrühstückt hat. So bleibt nicht nur ein Zweites Zeitalter, das Tolkien zwar skizziert, aber nie richtig ausgearbeitet hat, sondern es geht vor allem die innere Spannung verloren, die in der Ankunft Frodos im Schicksalsberg mündet. Daraus resultiert (für mich) eine verwirrende Anzahl an Figuren, bei denen ich mich frage, warum wir etwas über sie erfahren und ob sie für die weitere Handlung (welche eigentlich?) von Bedeutung sind. Besser wäre es vermutlich gewesen, auf den klangvollen Namen 'Tolkien' zu verzichten und etwas Neues zu erfinden. 

mrorleander antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

@mrorleander 

Warum sollte das sinken? Und von welchem Niveau bzw. welchem Anspruch sprechen wir überhaupt?

Charakterentwicklung und Handlungsaufbau. Da stimmt in der Serie einfach gar nichts. Jack hat die Problematik ja schon gut beschrieben. Die Figuren stolpern durch die Serie und tun Dinge, die beliebig und unpassend wirken.

 

In meinen Augen krankt die 1. Staffel, die ich bislang gesehen habe, vor allem an einem Grundproblem: Amazon besitzt die Rechte am HdR und Hobbit, nicht aber am Simarillion und darf zudem kein Material verwenden, was Peter Jackson nicht schon abgefrühstückt hat.

Das sehe ich weniger als Problem. Das Thema und die Handlung im Groben passt ja, da kann man schon einiges draus machen.

Was mich stört ist einfach, dass man sich trotz Riesenbudgets gute Autoren gespart hat. Die Schauspieler sind völlig in Ordnung (Vielleicht zum Teil falsch besetzt, aber an denen liegt es nicht). Auch die Szenarien sind gut, und die beabsichtigte Erzählung ist auch nicht schlecht.

Aber die Umsetzung ist einfach derartig mies und lieblos, dass man sich als Zuschauer schon fast beleidigt fühlt, dass einem so etwas vorgesetzt wird und dann auch noch erwartet wird, dass man es gut findet.

 

Besser wäre es vermutlich gewesen, auf den klangvollen Namen 'Tolkien' zu verzichten und etwas Neues zu erfinden.

Das wäre dann wohl erst recht in die Hose gegangen... ohne den Namen "Tolkien" würde sich das vermutlich kaum jemand ansehen.

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@mrorleander Besser wäre es vermutlich gewesen, auf den klangvollen Namen 'Tolkien' zu verzichten und etwas Neues zu erfinden.

Naja - ich denke, damit triffst Du den Kopf des Verständnisproblem-Nagels auf die Mitte. Wenn man über RoP redet - oder auch über WoT (Wheel of time) - dann redet man nicht eigentlich über eine Geschichte, die so oder anders hätte erzählt und erfunden werden können. Sondern dann redet man eben um ein Geschäftsmodell, um eine bestimmte Art, die Verbundenheit mit Kulturgütern jener, denen man Geld aus dem Rücken leiern möchte, auszubeuten.

Du bist ja meines Erinnerns ein Musik-Fan, insbesondere auch der klassischen Musik. Nun wird Musik ja auf andere Weise vermarktet als verfilmte Literatur, aber wenn man sich anschaut, was amazon.prime mit den Leuchttürmen der Fantasy getan hat, könnte man es damit vergleichen, dass jemand die Rechte an den Werken Beethovens und Mozarts gekauft hat und nun den (einzig noch existierenden) Musik-Streaming-Markt mit Konzerten im "Geiste Ludwigs und Amadeus'" vollpumpt. Und damit wird dann Werbung gemacht, um aus Musikliebhabern Versandhandels-Abo-Kunden zu machen. Jaja, der Vergleich hinkt auf mehr als sieben Füßen, aber Du verstehst vielleicht, worauf ich hinaus will: der "klangvolle Name" ist das Wesentliche in diesem Zusammenhang.

Für jede grobe Leberwurst gibt es sowas wie EU-DIN-Normen, die eingehalten werden müssen, damit sie als grobe Leberwurst bezeichnet werden darf. Champagner muss aus der Champagne kommen, deutsches Bier braucht Hopfen und Malz usw. usf. Wo Mozzarella di Bufala Campana drauf steht, darf keine spanische Ziegenmilch drin sein, sonst handelt es sich um Produktfälschung, um Irreführung der Kunden und was es nicht sonst noch für gute Gründe gibt, die Einhaltung von Standards obligatorisch zu machen.

Tolkien ist da dann eine Marke, so, wie Beethoven eine Marke ist: Wer sich eine CD mit einer Beethoven-Sinfonie kauft, und sei es eine, die verspricht, darauf sei die aus Beethovens neulich wiederentdeckten Skizzen rekonstruierte Zehnte eingespielt - dem darf man dann nicht etwas bieten, was sich ein betrunkener Dorffest-DJ auf seiner alten Vuvuzela zusammengetrötet hat - selbst dann nicht, wenn er dies in einem sündhaft teuren Tonstudio tat, dessen Stundenmiete fünfzig Millionen Dollars beträgt.

Ohne den klangvollen Namen hätte es keine solche Fantasy-Serie gegeben. Ja, es hätte dann andere Fantasy-Serien gegeben; ist ja nicht so, als hätte Amazon nicht schon eine ganze Reihe mediokren Kitsch mit Fantasy-Versatzstücken in die Streaming-Regale gestapelt. Erinnert sei z.B. an Carnival Row, besetzt mit solchen Publikumsmagneten wie Orlando Bloom und Cara Delevingne (wenn ich mir aussuchen dürfte, von welcher Frau ich jede Nacht zu träumen hätte - meine Wahl fiele auf sie!)

Aber Suprise, Suprise! - selbst wenn man da dann Drehbuchschreiber und Producer wie Guillermo del Toro dran setzt, kommt eben nur Mittelmaß heraus - gemessen an Peter Jacksons HdR-Trilogie.

Oder eben auch gemessen an den ersten paar Staffeln von Game of Thrones* (für mich fiel die Serie schon ab Staffel 5 konstant ab mit Staffel 8 lediglich als Tiefpunkt).

Das kommt eben dabei heraus, wenn man Moloch huldigt (siehe meine Ausführungen im Thread "Was ich gut finde am Christentum"): der Konkurrenzdruck sorgt dafür, das das Gute und Beste, was Kultur zustande bringt, unter die Kommerz-Räder gerät. Weil es sich laut geschäftlicher Analyse eben lohnt, die Liebe der Menschen zu bestimmten Kulturgütern auszunutzen, um etwas mehr Geld aus ihnen rauszuholen.

Deswegen hat man die Rechte an "Das Rad der Zeit" und die Rechte an bestimmten Tolkien-Texten gekauft und drückt das, zu was man sie verwurstet hat, mit aller monopolistischen Macht, die man hat (wer ist denn der ernstzunehmende Konkurrent von amazon?), in das Wahrnehmungszentrum: Als ich gestern meine greise Mutter besuchte, guckte sie gerade irgendeine Quiz-Sendung im Fernsehen, da gab's eine Werbepause, und in der lief ein Werbeclip über "RoP".

Da wird mit der Überwältigungs-Strategie auf den unterschiedlichsten Ebenen gearbeitet: die Serie ist selbst nach Spektakel-Kritierien gedreht, beispielsweise indem ständig "epische Musik" inhaltliche Belanglosigkeit zu übertönen versucht, oder indem unnütze CGI-Effekte Monumentalität (die Schlucht, über die irgendeine kaputte Brücke einst sich spannte, ist nicht nur sehr tief, sie ist praktisch unendlich tief**) und unmotivierte Action-Szenen (Galadriel liefert sich mit Elrond eine Verfolgungsjagd per Pferd durch digitale Waldlandschaft, um ihm die drei Elbenringe, die er an einem Beutelchen am Gürtelchen trägt, abzunehmen) Handlung vortäuschen.

Auf der anderen Ebene vermag man der Werbung für diesen Schund nicht mal zu entkommen, wenn man sich als greise Dame das "Gefragt, Gejagt!"-Quiz anschaut, oder wenn man nur mal nach einem Rasensprenger-Düsenaufsatz googelt (denn wer bei sowas auf den ersten Link klickt, gerät mit ziemlicher Sicherheit auf die Amazon-Homepage...).

Man könnte solche Werbung ignorieren und nähme sie vermutlich als Durchschnittsverbraucher tatsächlich nicht wahr - wenn einem nicht das Markenzeichen "Tolkien" oder der Titel "Der Herr der Ringe" irgendwie positiv assoziiert im Hinterkopf säßen. Unsere kulturellen Prägungen bestimmen ja unsere Wahrnehmung: als Tolkien-Fan seit Kinderjahren kann ich "RoP"-Werbeclips so wenig ignorieren, wie manche Christen auch nur entfernt an Abendmahldarstellungen erinnernde Bilder in Olympiaeröffnungsfeier-Choreographien ignorieren können... 😉

Also ja:

Besser wäre es vermutlich gewesen, auf den klangvollen Namen 'Tolkien' zu verzichten und etwas Neues zu erfinden.

Aber ja! Und zwar wäre es moralisch besser gewesen. Weil es unmoralisch ist, kulturell Wertvolles, die menschliche Liebe für das ästhetisch Schöne zu Schweinefutter zu vermanschen, damit die Schweine schneller fett und schlachtreif werden. Es war unmoralisch, die kommerziellen Rechte an Tolkiens Namen und die Rechte an Peter Jordans Namen (WoT) zu erwerben und mit dem Erworbenen dann derartig verantwortungslos, ja zynisch umzugehen. So kann kulturelle Nachhaltigkeit nämlich nicht funktionieren.

 

Amen! 😀

 

 

 

 

 

*Marktstrategisch war selbstverständlich dies das avisierte Ziel: Einen Brand wie Game of Thrones ins amazon.prime-Regal stellen zu können.

 

** klar doch: wäre sie nur sehr tief, könnte Galadriel ja drüberhüpfen, jeweils drei ihrer Begleiter unter'n Arm geklemmt... 😀

jack-black antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
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Beiträge : 2445

@jack-black 

Sondern dann redet man eben um ein Geschäftsmodell, um eine bestimmte Art, die Verbundenheit mit Kulturgütern jener, denen man Geld aus dem Rücken leiern möchte, auszubeuten.

Neulich beschrieb ein Redakteur der ZEIT seine Erfahrungen mit Booktok, daß er diese 'Bewegung' schon länger verfolge, mittlerweile ja auch die Verlage ganz begeistert davon seien, junge Menschen, die wieder Bücher läsen und davon begeistert berichteten, juchu! etc. p.p.
Zuweilen nimmt er sich auch eines der dort angepriesenen Bücher vor und bespricht es in seinem Blog, so auch den Besteller des Jahres aus dem Subgenre der Eisprinzessinenromane, sinniger Name 'Icebreaker'. Bei ihm fällt der Roman allerdings durch, er bemängelt das Fehlen einer Story und einen miserablen Schreibstil, vor allem aber den reichlich und drastisch geschilderten Sex, bei dem sich die Protagonistin in der selbst gewählten Rolle einer 'Schlampe' willentlich Männern unterwirft, die sie wie den letzten Dreck behandeln. Das irritiert den (männlichen) Redakteur doch arg: Booktok als primär weibliches Phänomen, gefüttert von Mädchen und jungen Frauen, und dann wird sowas Bestseller, von Bezieherinnen des von der Bundesregierung ins Leben gerufenen 200 Euro-Kultur-Passes massenhaft eingekauft? (Das läßt sich offenbar nachvollziehen, frag mich nicht, wie...).

Die Antwort der Leserinnen faßt er mit 'Er sei eben nicht die Zielgruppe' zusammen, und besser hätte man es in meinen Augen gar nicht formulieren können (auch wenn der Redakteur meinte, dabei handele es sich um eine 'pikierte' Reaktion). Ein Roman, der für junge Frauen - aus welchen Gründen auch immer -  funktioniert, muß für einen Mann mit Vornamen Volker, also vermutlich 50+, nicht funktionieren, sollte es in diesem Fall vermutlich auch nicht. 

Womit ich wieder bei Deiner oben zitierten Bemerkung bin: Wer ist denn die Zielgruppe der 'Ringe der Macht'? Diejenigen, die den Hobbit, HdR und das Silmarillion gelesen haben und diese für "Kulturgüter" halten? Also im Zweifelsfall hyperkritische Liebhaber von Tolkiens Welt im Alter von 50+, die als Jugendliche ihre Tagebucheinträge in Tengwar abgefaßt haben? 
Auf der (schmalen) Basis wollte ich kein Projekt ins Leben rufen, daß über 5 Staffeln laufen und über eine Milliarde Dollar kosten soll und - vermutlich - haben sich auch die Projektverantwortlichen bei Amazon nicht darauf verlassen. Die haben schließlich keinen Erziehungsauftrag, sondern nehmen, was sie als gegeben vorfinden (auf Heise gab es einen hymnischen Kommentar, der den Dialogen der Serie shakespearschen Charakter zuschrieb, und ich dachte mir: Das wäre der Selbstmord der Serie. Derart sind sie sicher nicht, denn sonst würden die Leute ja ins Theater strömen, wenn sie das haben wollten). 

könnte man es damit vergleichen, dass jemand die Rechte an den Werken Beethovens und Mozarts gekauft hat und nun den (einzig noch existierenden) Musik-Streaming-Markt mit Konzerten im "Geiste Ludwigs und Amadeus'" vollpumpt.

Wer will, kann sich Tolkiens Werke kaufen, vermutlich sogar bei Amazon. 

Aber ja! Und zwar wäre es moralisch besser gewesen.

Der Rufer in der Wüste. 😀 

mrorleander antworten
Jack-Black
(@jack-black)
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@mrorleander Wer ist denn die Zielgruppe der 'Ringe der Macht'? Diejenigen, die den Hobbit, HdR und das Silmarillion gelesen haben und diese für "Kulturgüter" halten? Also im Zweifelsfall hyperkritische Liebhaber von Tolkiens Welt im Alter von 50+, die als Jugendliche ihre Tagebucheinträge in Tengwar abgefaßt haben?
Auf der (schmalen) Basis wollte ich kein Projekt ins Leben rufen, daß über 5 Staffeln laufen und über eine Milliarde Dollar kosten soll und - vermutlich - haben sich auch die Projektverantwortlichen bei Amazon nicht darauf verlassen.

 

Jetzt hatte ich eine ellenlange Antwort verfasst, die Korrektur zu lesen mich selbst schon langweilte. Also frage ich lieber zurück: Denkst Du denn, dass die Projektverantwortlichen ihre avisierte Zielgruppe erreicht hatten, sich also die Millardeninvestition rentiert (hat)?

 

jack-black antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
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Beiträge : 2445

@jack-black 

Denkst Du denn, dass die Projektverantwortlichen ihre avisierte Zielgruppe erreicht hatten, sich also die Millardeninvestition rentiert (hat)?

Dazu müßte ich wissen, wer denn überhaupt zur Zielgruppe gehört. Ich kann, wie gesagt, nur vermuten, daß es die Fans - und damit auch meine Wenigkeit - eher nicht sind (oder wenn dann höchstens als Beifang). 

Ich fand die 2. Staffel übrigens gar nicht so schlecht. Auf dieses ganze Gemetzel hätte man gern verzichten können, aber das hat mich u.a. auch schon an der HdR-Verfilmung genervt.

mrorleander antworten
tristesse
(@tristesse)
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@jack-black

Das war sehr unterhaltsam erzählt  😆 

tristesse antworten
Jack-Black
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Bosch: Legacy (Staffeln 1 & 2)

Zu sehen auf amazon.prime/freevee (keine Ahnung, ob freevee unabhängig von a.p ist)

Die Werbeeinblendungen sind dankenswerterweise kurz - da ich Serien eh immer auf dem Zweitmonitor bei der Arbeit gucke, war ich flugs auf der Ton-Aus-Taste, sobald die Werbeunterbrechung startete. Knappe zwanzig Sekunden gemutet lassen, dann Ton wieder an... Weil man ja auch immer noch die Zusammenfassung und den Vorspann wegklicken muss, bereitet das kaum merklichen Zusatzaufwand.

 

 

Harry Bosch, den wir aus sieben "normalen" Bosch-Staffeln als Mordkomissar mit einem Faible für Modern Jazz (insbesondere Beebop) kennenlernen durften, hat den Dienst quittiert und arbeitet nun als Privatermittler. Dafür ist jetzt seine Tochter Maddie in seine Fußstapfen getreten und darf die ersten Runden im Polizeidienst drehen.

Viel Neues lässt sich über die Serie nicht sagen. Die Figuren gefallen mir so wie früher, der "Ton" dieser eigentlich klassischen Ermittler-Serie ist nach wie vor angenehm ernst und spannend. Viele Rezensenten dieser beiden Spinnoff-Staffeln bemängeln, dass Maddie in ihnen zuviel Raum bekommt. Und das kann ich nachvollziehen insofern, als die sie darstellende Madison Lintz zwar eine recht hübsche und nicht eigentlich schlechte Schauspielerin ist, aber eben auch keine herausragende Performerin, weswegen sie trotz Hauptrolle etwas gegen anderen "Nebenfiguren" ins Hintertreffen gerät. Ausserdem ist sie zu simpel gestrickt, zu ausschließlich die Gute Heldin, die dann die üblichen Probleme als Berufsanfängerin mit "berühmten Cop-Eltern" hat. Ihr fehlt eine echte im Dunkeln verbleibende Vorgeschichte, wie Bosch senior sie eben hatte, ihre Handlungen sind daher praktisch nie überraschend. Hhmm... Mal sehen, ob sie es schafft, in den (hoffentlich) kommenden nächsten Staffeln mehr eigene Konturen zu entwickeln.

Besonders viel Screentime bekommt weiterhin die schon etwas ältere Strafverteidigerin Honey Chandler (keine Ahnung, ob der Name irgendwie den Krimi-Autoren Raymond Chandler assoziieren soll) - eine Figur, bei der ich nicht so recht weiß, ob ich sie nur deswegen nicht recht zu würdigen weiß, weil ich sie stets mit Diane Lockhart (gespielt von Christine Baranski) aus den Serien "The Good Wife" und "The Good fight" (letztere leider nicht mehr komplett auf amazon.prime zu sehen 🙁 ) vergleiche, einer anderen toughen Anwältin in fortgeschrittenen Jahren, die mir mehr und mehr ans Herz wuchs.

Peu a peu bekommt Maurice "Mo" Bassi (gespielt von Stephen Chang), ein genialer Technikfreak und Computerhacker, der Harry Bosch zuarbeitet, in diesen zwei Staffeln mehr Screentime. Wie Harry liebt auch er guten Jazz - das macht ihn schon mal sympathisch. Darüber hinaus ist er sowas von cool und lässig... 😀 Kein crazy Nerd, sondern ein Tech-Maestro, der stets im layed-back-Modus unterwegs ist. Meine Lieblingsfigur, noch vor Bosch-Vater und Bosch-Tochter.

In der zweiten Staffel hat sein Privatleben dann einen wesentlichen Impact auf die Story.

Leider nur in der ersten Staffel bekommen wir eine (namenlose?) Profikillerin - gespielt von Tetiana Gaidar - zu sehen, die endlich mal die Quadratur des Kreises hinbekommt: gleichzeitig sexy und wirklich gefährlich und versiert in ihrem Job rüberzukommen. Sehr viele Dialogzeilen bekommt sie nicht (Lakonie gehört aber zu solchen Figuren) und taucht auch erst recht spät in der Story auf, aber wenn man sie agieren sieht, nimmt man ihr ab, dass sie kämpfen kann, weiss, wie man Waffen handhabt - und Nerven aus Stahl hat. Dass sie in der zweiten Staffel nicht mehr auftaucht, heißt für mich: hier wurde eine Figur mit Potential verschenkt.

Kamera und Sound sind wie schon in den früheren Bosch-Staffeln gut bis sehr gut. Die Erzähl-Welt ist realistisch und ich gehe mal davon aus, dass alle Details, was jetzt juristische und Cop-Angelegenheiten angeht, grundsolide recherchiert sein dürften. Inhaltlich wird allerdings da das Rad nicht neu erfunden, der ewige Kampf zwischen Staatsanwaltschaft und Strafverteidigern, die Konkurrenz zwischen FBI und "normaler" Polizei, die Vermengung zwischen Polizeiarbeit und politischen Motiven - das kennt man so ähnlich inzwischen zur Genüge. Aber dennoch gelingt es dem Drehbuch, hier genügend Spannung aufzubauen - was umso bemerkenswerter ist, weil die Spannungsbögen stets nach dem gleichen Muster hoch und runter gehen, damit jede Folge mit einem Cliffhanger enden kann. Was okay ist, in einer Streaming-Welt, wo man ohnehin immer eine Serie in ein oder zwei Tagen durch-bingt.

Etwas ärgerlicher ist, dass auch am Ende der jeweiligen Staffel ein recht heftiger Cliff-Hanger platziert werden musste. Bei Staffel 1 nervte mich das nicht so, weil ich ja gleich mit Staffel 2 weitermachen konnte. Aber nun heißt es warten bis die dritte Staffel rauskommt... Find ich nicht so dolle.

Meine persönliche Wertung: 7,5 von 10 Punkten - einen glatten Punkt weniger, als ich den "echten" ersten 7 Bosch-Staffeln geben würde. Damit immer noch durchaus empfehlenswert, insbesondere für Genreliebhaber. Aber keine must-see-Kultserie mehr.

 

jack-black antworten


Jack-Black
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Versailles

 

Zu sehen (noch bis zum 10.10.) in der ard-Mediathek

 

Hab nicht soooo viel Zeit, diese bisher (Bin bei Folge 6 der ersten Staffel angelangt) großartige Serie hier ausführlich zu würdigen und möchte beide Staffeln auch erstmal zuende gucken, um meinen Ersteindruck zu überprüfen. Aber da man sie immer erst nach 22.00 Uhr gucken kann aus irgendwelchen Jugendschutzgründen, und da der 10. Oktober schneller herangeeilt kommen kann, als man sich versieht, möchte ich hier schon mal drauf hinweisen.

Ganz kurz (für meine Verhältnisse 😉 ): Erzählt wird bisher die Entstehungsgeschichte des Versailler Schlosses, bzw. wie Louis XIV. dafür sorgte, dass aus einem kleinen Jagdschloss in der Provinz der gewaltigtste Monumentalbau des Barock und der damaligen Welt wurde.

Die Serie ist von 2013 und wurde direkt an den "Originalschauplätzen" gedreht. Computereffekte dienen in dieser Serie fast ausschließlich dazu, Teile dieser Oritinalschauplätze (des Versailler Schlosses) auszublenden und an einigen ganz wenigen Stellen Schlachtfelddarstellungen größer wirken zu lassen. Zwar war, soweit ich recherhiert habe, diese Serie zur Entstehungszeit die teuerste je in Europa gedrehte Serie, aber das bedeutete halt: sie soll nur rund 30 Millionen gekostet haben. Zum Vergleich: Eine einzelne Staffelepisode von RoP kostet 15 Millionen. Mit 30 Mio. Gesamtbudget lassen sich große Kriegsschlachten mit Tausenden von Komparsen, die aber nur ein, zwei Minuten füllen würden, sich nicht eben mal produzieren, wennn das Geld noch für "den Rest" reichen soll.

Entsprechend sieht diese Serie auch aus: weil das Budget für so einen bombastischen Gegenstand eben immer noch relativ mickrig war, hat man mit dem gearbeitet, was man sich leisten konnte: mit hervorragend spielenden Schauspielern und mit den Originalschauplätzen, die man nicht aufwendig erst als 3D-Hintergründe am Computer generieren musste. So unterscheiden sich Bildkompositionen und insbesondere auch die Beleuchtung der Szenen angenehm von der visuellen Einheitskost, die wir inzwischen von anderen "historischen Serien" a la "Those about to die" usw. gewohnt sind: die "Shots" sind weniger spektakulär, als dass sie vielmehr das Spektakuläre auf nüchternere Weise zeigen: die riesigen Gartenanlagen, die zeitgenössische Mode und Innenarchitektur... Dafür, dass durchaus recht viel Gewalt zum Inhalt der Serie gehört, ist diese Gewalt wenig actionreich inszeniert - auch hier machte man aus der budgetbedingten Not eine Tugend: Kampfszenen wirken zwar etwas "echter" als in TerraX-Historie-Dokus, aber werden eher als für das Verständnis des Plots nun mal benötigte Handlungselemente inszeniert, denn als Action-Scenes um ihrer selbst willen.

Also lasst Euch bitte nicht davon abschrecken, dass die Serie anfangs mit vergleichsweise wenig eye candy aufwartet und sehr viel geredet wird... Lasst Euch auch nicht von der Vielzahl der storyrelevanten Charaktere abschrecken: man hat genügend Zeit, sich "reinzugucken" und ist im Verlauf der Handlung eigentlich nur selten verwirrt ob all der Figuren und Handlungsebenen. Das Drehbuch - soweit, wie ich bisher geguckt habe - schafft es ähnlich wie die Gartenarchitekten von Versailles, das riesig Umfangreiche nachvollziehbar zu strukturieren. So läßt sich vielleicht schon der interessant geschnittene Vorspann verstehen, in dem keine der im Film auftretenden Figuren zu finden ist - dafür aber viele geometrische Formen, die an Baupläne erinnern...

Als jemand, der schon immer - oder spätestens nach der Lektüre der Barock-Trilogie von Neal Stephenson - das siebzehnte Jahrhundert als das Interessanteste in der europäischen Geschichte empfand, bin ich bisher absolut begeistert von dieser Serie, die sich vielleicht nicht in jedem Detail, aber doch sehr vielen an die historischen Tatsachen hält. Damals entstand unsere heutige moderne Welt, die Grundlagen der politischen Landkarten, die wir noch heute haben, die westeuropäische Lebenskultur, die Naturwissenschaften und auch die wirtschaftlichen Grundstrukturen des Kapitalismus.

Höchst empfehlenswert ist die Serie für alle, die sich für europäische Geschichte interessieren, die politische und "familiäre" Intrigen lieben und gut geschriebene Dialoge .

Weniger empfehlenswert für Leute, die ordentlich (Kampf-) Action, rasante Kamerafahrten und gewagte Schnitte wollen oder für Leute, die keine Nackt/Sex-Szenen sehen mögen (der König hatte allerhand Mätressen und sexuelle Beziehungen waren genaugenommen immer auch Politik am Hofe).

Wer jetzt unentschieden ist: gebt der Serie eine erste Folge lang Zeit. Wenn Ihr nach der ersten Folge keine rechte Lust habt, weiter zu gucken, dann lasst es, denn dann kommt nicht später irgendwas ganz anderes, für das sich das Durchhalten lohnt. Wenn Ihr aber nach der ersten Folge angefixt seid... Willkommen! 🙂

jack-black antworten
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Beiträge : 30188

peacemaker

Bisher eine Staffel mit 8 Folgen (abgeschlossene Handlung nach 8 Folgen) auf amazon prime

Peacemaker ist eine Serie von DC und schließt an den Film Suicide Squad (2021-Verfilmung, also die 2.) an.

In Suicide Squad werden Superschurken dazu gezwungen, lebensgefährliche Einsätze für "das Gute" (mehr oder weniger) zu machen, gezwungen mit einem implantierten Sprengsatz.

Peacemaker ist nun die wohl unsympathischste Figur von Suicide Sqaud. Seine Fähigkeit ist, mit allen Waffen sehr effektiv töten zu können. Er selbst hält sich für einen Superhelden, der für Frieden eintritt. Um den Frieden zu erreichen, tötet er aber alle, die ihm dafür im Wege stehen, ohne Probleme auch Unschuldige. Weshalb er mit der Meinung, er sei ein Superheld, ziemlich alleine da steht.

Daneben ist er rassistisch, narzisstisch, frauenfeindlich und etwas dämlich. 

Und genau diese Figur hat sich Produzent James Gunn (das ist der, der jetzt DC retten soll) als Hauptfigur seiner Serie ausgesucht.

Kann das klappen? Und wie!

Handlung: Peacemaker wird erneut zwangsrekrutiert, aber dieses Mal in einer Gruppe mit einer Agentin, einem Computernerd (beide kennt man aus kleinen Nebenrollen aus Suicide Suad, wo sie gegen den Willen ihrer Vorgesetzten tausende Unschuldige gerettet haben), seinem Sidekick Vigilante (ähnlich verrückt und intelligent wie Peacemaker), noch einem Chef

und Leota, eine Neue in dem Geschäft, intelligent, übergewichtig, Schwarz, lesbisch, die eigentlich gar nicht dabei sein will. Sprich hier ist der Gegenpart zu Peacemaker, die sich herrliche Streitereien mit ihm liefert. Und ein Geheimnis hat.

Es geht darum, die ganze Welt zu retten. Und natürlich darum, wie diese unterschiedliche Truppe nach und nach ein wirkliches Team wird.

Die Serie ist teilweise etwas brutal (weniger als GoT) und hat auch (eher harmlose) Sexszenen (viel weniger als GoT). Wer das gar nicht mag, sollte sie nicht schauen.

 

Weshalb gebe ich der Serie 5 von 5 Sternen:

- Hauptdarsteller John Cena ist ehemaliger Wrestler. Und im Gegensatz zu manch anderen, der ins Filmgeschäft gewechselt ist, ist er für mich völlig überraschend ein richtig guter Schauspieler. Was er auch sein muss bei seiner Rolle. Denn Peacemaker ist eben nicht einfach nur ein Killer, er ist auch ein einsamer Mensch, der sehr mit seiner Vergangenheit kämpft.

- Ein großer Teil der Serie besteht aus Rückblenden auf Peacemakers Kindheit. Man erfährt nach und nach, warum er so wurde, wie er ist. Er wird einem nie absolut sympathisch (ganz am Ende vielleicht doch irgendwie), aber doch immer etwas mehr.

- Die Serie nimmt sich immer wieder Zeit für viel Dialoge und Streitgespräche, die alles andere als politisch korrekt sind. Und irgendwie wieder doch, denn Rassismus, Frauenfeindlichkeit und ähnliches wird nicht hingenommen sondern als eben das auch benannt.

- Eagly, Peacemakers Adler ist natürlich der absolute Sympathieträger

 

Ich will nicht mehr verraten. Ich denke, wer diese Art von Serien/Filmen mag, wird das jetzt schon wissen.

 

Aber eines noch:

Ihr kennt doch bei Serien die langweiligen Vorspänne, die man sich bei der 1. Folge noch anschaut und dann dank Streaming zukünftig überspringt.

Da hat sich James Gunn etwas besonderes ausgedacht: Peacemaker hat nichts, aber auch gar nichts mit Tanzen zu tun. Deshalb ist es doch naheliegend, einen Tanzclip mit allen Haupt- und Nebendarstellern als Vorspann zu machen. Man nehme einen Song einer recht unbekannten norwegischen Glamrockband (das Originalvideo ist furchtbar), einen Tanz, der ähnlich aussieht wie der Ententanz und verbietet allen Darstellern jedes Lächeln.

Heraus kommt ein Vorspann, den ich bisher schon mehr als 30mal gesehen habe. Und damit nicht allein stehe. Sorgt einfach für gute Laune:

Peacemaker | Opening Credits | Max - YouTube

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2 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6217

@chey Liest sich super, bisher mochte ich da nicht reinschalten, aber Deine Rezension hat das geändert. Danke für den Tipp! 🙂

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

@chey 

klingt in der Tag gut und absurd genug, dass ich da mal reinschauen werde...

lucan-7 antworten


Jack-Black
Themenstarter
Beiträge : 6217

So long Marianne

 

Serie über die Liebesbeziehung zwischen Leonard Cohen und Marianne Ihlen (ich verlinke mal gleich eine Rezension in der FAZ, die man sich ohne allzuviele Spoiler durchlesen kann, statt auf 'nen Wiki-Artikel), die seit Kurzem in der ARD-Mediathek zu finden ist. Ein guter Freund von mir, der gerade mal wieder eine Woche auf Rhodos verbringt, empfahl sie mir gestern am Telefon, und nun hab ich mir in der Nacht mal die drei ersten Folgen gegeben.

Ich weiss noch nicht so recht, wie ich die finden soll. Vermutlich bin ich zu sehr "vorbelastet" und kann nicht kritisch genug drauf schauen, weil erstens eben dieser gute Freund von ihr schwärmt und das bei Kunstwerken genauso ist wie bei Frauen: Wenn der Freund sie liebt, müssen sie ja irgendwie liebenswert sein... Darüber hinaus kenne ich prinzipiell das Setting: junge Künstler-Aussteiger, die sich auf einer griechischen Insel ihr Boheme-Habitat einrichten, nicht zuletzt auch, weil da das Leben so billig ist. Denn sowas erlebte ich Mitte/Ende der 80er Jahre selbst noch, als ich mal mehrere Ferien in einem ziemlich ähnlichen Idyll auf Rhodos verbrachte, mit vielen der im Film auftauchenden Details: so schön waren damals (also auch über zwanzig Jahre später, bis schließlich der Massentourismus über die Inseln hereinbrach) kleine, verwinkelte Dörfer auf griechischen Inseln, und die Künstler lebten irgendwie ein Parallelleben neben den Einheimischen; mit viel Retsina am stets sonnigen Tage, Longdrinks am Abend, leckerem Essen, Zigaretten, ständig wechselnden Liasons (und den entsprechenden Eifersuchts- und Verlassenwerden-Dramen), mal mehr, mal weniger freier Liebe (Sex) und dem Abhängen in Tavernen oder am Strad. Zwischendurch mal ins kristallklare Wasser hüpfen und sich da treiben lassen oder Abends mit dem Blick in die Sterne sich eins fühlen mit dem Universum...

Wenn ich nun also diese Serie mir angucke, dann denk ich so: War das, was ich in den Achtzigern damals in Griechenland erlebte, nicht vielleicht schon bloß noch eine Art abgelutschtes und attitüdenhaftes "Remake" der tatsächlichen, wahren Zustände ein Vierteljahrhundert vorher? Das ist also ein Rezeptionsproblem, das ich hier persönlich habe, ein Wahrnehmungs-Filter, den ich schlecht ausblenden kann.

Dazu kommt dieses auf mich als älteren Herrn inzwischen übertrieben wirkende Emotions-Pathos, welches sich in der Serie nicht nur in der Handlung, sondern auch durch sämtliche Dialoge zieht. Da habe ich die Vermutung (so sehr viel hatte ich bisher von Leonard Cohen mitbekommen), dass in vielen Dialogen Zeilen aus seinen Songs, seiner Literatur zur Vorlage dienten. Das ist mir dann in der Regel immer zuviel Poesie und zu wenig "authentische den Leuten auf's Maul schauen", die ständige Tiefsinnigkeit wirkt auf mich wie ein zu schwerer, zu süßer Wein, der einem ständig angeboten wird und den man nicht trinken möchte, weil man das Gefühl hat, da wollen einen nur jemand abfüllen...

Darüber hinaus, soviel sei hier gespoilert (und in der FAZ-Rezension wird es ja auch schon verraten) wird eine bestimmte Figur im Film einfach zu mies dargestellt: Mariannes Mann. Den kann man einfach nicht mögen, den mag man schon nach der zweiten oder dritten Einstellung nicht, und als Zuschauer kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als würde mit ihm ein Laborzucht-Exemplar toxischer Männlichkeit in der Künstler-Variante vorgeführt, das nur dazu dienen soll, die titelgebende Marianne irgendwie sympathischer per Opfer-Status wirken zu lassen.

Aber vielleicht war es ja genau so, wie im Film gezeigt? Vielleicht waren junge männliche Künstler damals so und die Frauen, je schöner umso mehr, welche sich mit ihnen einließen, hatten halt die Arschkarte gezogen? Man(n), also ich, weiß es nicht und kann es nicht objektiv beurteilen. Vielleicht nimmt die Serie ja auch noch eine Wendung, ich hab sie ja noch nicht mal zur Hälfte (?) durch.

 

Bisher möchte ich nur 3/5 Sternen vergeben, die vor allem der sehr schwelgerischen Kameraarbeit zu verdanken sind, der wunderschönen Kulisse (Hydra ist eine Art Trauminsel) und den Schauspielern, die ihre Arbeit sehr gut machen. Was Story und Dialoge angeht, also den "eigentlichen" Inhalt, bin ich mir uneins. Die Dialoge sind für meinen Geschmack zu schwülstig und pseudo-tiefsinnig, so, als sollten Emo-Teenies als Zielgruppe beeindruckt werden. Ja, die sprachliche Kraft der Lyrik ist häufig in ihnen enthalten, gerade die im Oritinal gesprochenen/gesungenen und untertitelten Passagen sind es wert, beachtet/gelesen zu werden. Aber so durchgehend poetisch reden meiner Erfahrung nach auch Schriftsteller und Bohemiens nicht wirklich. Oder vielleicht doch, wenn es sich bei ihnen wirklich um Ausnahme-Genies wie L. Cohen und die anderen hier gezeigten Figuren handelt?

Bildet Euch selbst ein Urteil darüber.

jack-black antworten
Seite 3 / 5
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