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Tatort / Polizeiruf Saison 2021/2022

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tristesse
Themenstarter
Beiträge : 17983

Willkommen liebe Krimifreunde!

Am Sonntag beginnt die neue Saison, die Frankfurter Brix und Janneke starten.

Hier ist der Ort, wo sich über die Sonntagskrimis ausgetauscht werden kann.

Bewährt hat sich:
Der Thread sollte die ganze Saison umfassen, aber dabei nicht zu unübersichtlich werden. Darum beschränkt er sich auf die Sendungen "Tatort" und "Polizeiruf 110". Sollte es ein interessantes Spin-Off geben (wie damals "Schmimanski"), klar, kein Problem. Aber jedes andere wertvolle Stück aus der Krimilandschaft würde den Rahmen sprengen. Faustregel: Lief es am Sonntagabend im Ersten?

Für die Erstausstrahlungen versuchen wir, jede anzulegen. Bei interessanten Wiederholungen alter Folgen fühlen wir uns frei, aus sie hinzuweisen oder nicht.

Manche von uns sehen den Film sofort im Fernsehen, andere später in der Mediathek. Manche auch nur, wenn sie hier lesen, ob er sehenswert ist. Für all die ist es wichtig: Wenn wir relevante Filminhalte posten, setzen wir bitte in den Betreff das Wort "Spoiler".
Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, wie relevant ein Inhalt ist. Wenn wir nicht sicher sind, wie andere das empfinden: Lieber einmal zu oft "Spoiler" schreiben.

(Danke andreas.wendt für die Vorlage, die ich nur einfügen und leicht verändern brauchte)

Seid Ihr wieder mit dabei?

Trissi

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242 Antworten
andreas
Beiträge : 1692

9.1. Polizeiruf Rostock "Keiner von uns"
Hab ihn erst in der Mediathek nachgeschaut.

Was für ein Brett!

Es ist, was ich vorher gar nicht mitbekommen hatte, die Abschiedsfolge von Charly Hübner als Bukow. Allein deswegen natürlich Guck-Pflicht.

Wie stellt man sich diese Folge vor? Genau so wird sie! Tempo, Schießereien, Intrigen, organisiertes Verbrechen, alte Geschichten, das volle Programm. Echte Mördersuche gab's nicht, aber den Rostockern verzeihen wir alles.
Stellenweise etwas over-the-top, okay. Und zum Ende ging der Folge für mein Empfinden ein wenig die Luft aus. Aber da hatte sie immer noch mehr Luft als manch guter Tatort.

Für mich bisher das Highlight dieser Saison. Und ich vermute, das wird höchstens zu toppen sein, wenn noch was aus Wien kommen sollte.

Ich hab ihn sehr gefeiert, wie Ihr möglicherweise merkt. Und Ihr so?

andreas-wendt antworten
1 Antwort
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Mein persönliches Highlight war der Auftritt von Bela B. von den Ärzten.
Die Lovestory zwischen Bukow und König war überflüssig und überfrachtete den Film noch zusätzlich.

ungehorsam antworten


andreas
Beiträge : 1692

16.01. Münster "Des Teufels langer Atem"
Feiner Film.

Münster in alter Stärke, wie man es kennt plus ein paar Variationen. Lustig, spannend, mit dann immer wieder überraschendem Ernst wie in den frühen Folgen. Den fand ich sehr gelungen.

Die Gastermittlerin hätte ich gern als neue feste Kollegin von Thiel.

andreas-wendt antworten
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Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

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Jou, der hat mir auch Spaß gemacht. Konnte man gut gucken.

tineli antworten
tristesse
(@tristesse)
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Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Münster in alter Stärke, wie man es kennt plus ein paar Variationen. Lustig, spannend, mit dann immer wieder überraschendem Ernst wie in den frühen Folgen. Den fand ich sehr gelungen.

Sagen wir es mal so: das Drumherum war interessant und unterhaltsam genug, um den dürftigen Fall an sich auszugleichen und so fanden wir ihn lustig, aber wie Münster halt so ist ziemlich an der Oberfläche.

Ich schätze es gar nicht, wenn in den letzten 15 Minunten auf einmal Tatsachen, Beweise und Täter aus der Torte springen, um dem Fall noch etwas Sinn zu verleihen. Und die Kiste mit dem Papa nachher war dann doch ne Schippe zu viel.

Was ich sehr berührend fand war Thiels Aufrichtigkeit von der ersten Minute an. Da, wo ein Bukow, Karow oder Faber sich versucht hätten rauszulügen oder zu vertuschen ist er schnurstracks zur Klemm und der ermittelnden Kollegin gegangen und hat die Karten auf den Tisch gelegt. Aber das ist halt Thiel 😊

Schön zu beobachten natürlich Börnes Verbissenheit, dem Nachbarn zu helfen und die Sachlichkeit, mit der er von der ersten Minute an versucht hat, den Fall zu lösen und dabei dann sogar in Nacht und Nebel Aktionen das Gesetz beugt. Die Szene war zum schießen 😀

Nette Sidekicks diesmal und ich hoffe sehr, dass wir die ermittelnde Kollegin noch öfters sehen 😊 Nur der Assi gefällt mir nicht, der kann so gar nichts außer rumstehen und sein Auto verleihen. Der ist erschreckend farblos im Gegensatz zu Nadeshda, die ich sehr vermisse.

tristesse antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @tristesse

Was ich sehr berührend fand war Thiels Aufrichtigkeit von der ersten Minute an. Da, wo ein Bukow, Karow oder Faber sich versucht hätten rauszulügen oder zu vertuschen ist er schnurstracks zur Klemm und der ermittelnden Kollegin gegangen und hat die Karten auf den Tisch gelegt. Aber das ist halt Thiel 😊

Ja, das war mal was anderes - so gut, dass es auch solche gibt.

tineli antworten
tristesse
Themenstarter
Beiträge : 17983

How to Tatort (Bremen)
https://www.ardmediathek.de/sendung/how-to-tatort/staffel-1/Y3JpZDovL3JhZGlvYnJlbWVuLmRlL2JmNTQxZDkxLTcyNWEtNDQ4NS1hZTY3LWRhZmI2YTNkMGMwZg/1/

Ich weiß nicht, ob hier schon drauf aufmerksam gemacht wurde, aber es gibt eine kleine, feine und ziemlich komische Miniserie rundherum um die Anfänge des neuen Bremer Teams. Ich hab wirklich Spass gehabt, verraten möchte ich weiter nichts, weil die Überraschung beim Gucken kommt, ich hab ne Folge gebraucht um zu checken, was das ist.

Aber wirklich nett gemacht und unterhaltsam.

tristesse antworten


andreas
Beiträge : 1692

23.01. Saarbrücken "Das Herz der Schlange"
Die Fortsetzung der Hölzer-Schürk-Reihe, für die man sinnvollerweise die ersten beiden Filme in Erinnerung haben sollte. Denn in diesem Kriminal-Drama geht es vor allem um Schürk und seinen Vater. Den Kriminalfall, den sie offiziell zu ermitteln haben, sollten wir als Zuschauer so behandeln, wie es die Inszenierung auch tut: ihn weitgehend vernachlässigen.

Das Drama um Roland und Adam Schürk geht also in die nächste Runde, und das ist schon grandios anzusehen, vor allem wegen des charmant-diabolischen Spiels von Torsten Michaelis als Schürk Sr.

Dass daneben alle anderen Darsteller verblassen, kann man ihnen nicht verübeln.

Die beiden Ermittlerinnen haben neben den Kerls leider ungefähr so viel zu melden wie Schrader letzte Woche in Münster, sind eher Stichwortgeberinnen für die Hauptfiguren. Aber das ist auf hohem Niveau gemeckert.

Der Film ließ sich gut gucken. Klassischer Tätersuche-Krimi ist es mal wieder nicht. Damit kann ich leben.

andreas-wendt antworten
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tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983

Die Adam Schürk Show - Spoiler
Nun ja, hoffen wir mal, dass mit dem Tod des Schürk Senior endlich das elendige Vater-Sohn-Trauma-Thema abgehakt und durch "normale Tatort" Thematik zukünftig ersetzt wird.

Diese ständig anhaltende Trübnis, Humorlosigkeit und Anstrengung ging mir tierisch auf die Nerven, da hat mich das Sonnenlicht am Ende des Films doch sehr ermutigt. Und ich hoffe, dass Adam nicht in der nächsten Folge mit einem neuen BMW auftaucht 😊

Der Fall an sich war relativ unbedeutend, ich hab schon vergessen, worum es ging. Aber der Alte ist endlich tot und ich bin gespannt, ob Adam seine Dämonen endlich überwinden kann.

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1692
Veröffentlicht von: @tristesse

Und ich hoffe, dass Adam nicht in der nächsten Folge mit einem neuen BMW auftaucht 😊

Da kannst Du aber sowas von drauf wetten. 😀
Dass er am Ende mit einem Arm im Verband ohne jegliche Hilfe das Geld ausbuddelt, dass sein Vater und Onkel Boris erbeutet haben, lässt nicht darauf schließen, dass er es ordnungsgemäß bei der Polizei abgeben will.

Onkel Boris will immer noch an das Geld rankommen. Und was haben wir gehört? "Ein Jahr hier drinnen habe ich noch" - bei einem Tatort, der nur einmal im Jahr kommt - alles klar?
Vielleicht hat auch noch der Anwalt irgendwas gegen ihn in der Hand. Der Prozess wird neu aufgerollt, die misstrauische Kollegin ihm nachspionieren etc.

Sorry, aber das wird jetzt immer so weitergehen. Wie Polizeiruf Rostock, nur deprimierender.

Auf den "normalen Tatort" aus Saarbrücken wirst Du noch länger warten.
Meine Prognose.

Und ich kann voll verstehen, wenn das nervt und keine Lust aufs Einschalten macht.

Aber man hat nach den Stellbrinck-Marx-Jahren zum ersten Mal den Eindruck, der SR weiß, was er mit seinem Tatort will, und zieht das durch, und inszeniert das richtig gut, und hat irgendwie sein Alleinstellungsmerkmal in der Tatort-Landschaft gefunden. Das hätte ich dem kleinen Sender nicht mehr zugetraut, und bin von dieser Leistung sehr beeindruckt. Ob man persönlich das gern anschaut, ist natürlich eine völlig andere Frage.

Nachtrag vom 25.01.2022 0845
"das Geld, das[del]s[/del] sein Vater und Boris erbeutet haben" natürlich.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

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Spoiler

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Onkel Boris will immer noch an das Geld rankommen. Und was haben wir gehört? "Ein Jahr hier drinnen habe ich noch" - bei einem Tatort, der nur einmal im Jahr kommt - alles klar?
Vielleicht hat auch noch der Anwalt irgendwas gegen ihn in der Hand. Der Prozess wird neu aufgerollt, die misstrauische Kollegin ihm nachspionieren etc.

Och nö 🙁 Da hab ich keine Lust drauf. An sich mag ich die Jungs, die Frauen dürfen gern noch mehr Profil bekommen, aber ich fände es echt nervig, wenn jahrelang dasselbe Thema durchgekaut würde.

Das ist wie beim Mentalisten, der den Red John durch alle Staffeln jagt 😕 Zumal man auch Vorwissen mitbringen muss, um mitzukommen. Es wird zwar im Laufe des Films das Nötigste erklärt, aber gerade wenn man 1 Jahr lang kein Saarbrücker Tatort mehr hatte, wird es schon die eine oder andere Erinnerungslücke geben. Jedenfalls ging das uns so.

Fachlich fand ich es auch etwas sonderbar. Wer lässt denn einen Polizisten in Untersuchungshaft unbeschützt mit den Gefangenen allein? Und welcher Beamte gibt einem Verdächtigen eine Waffe und lässt den damit rumlaufen? Mal abgesehen davon, dass Leo von Anfang an sich unprofessionell verhält, aber irgendwie kommt er immer damit durch. "Wir sind vom Fall abgezogen." - "Super, dann lass uns gleich weiter ermitteln, wird schon nicht rauskommen." - "Gut, ich jage mal eben alles durch die Datenbank." *facepalm*

Und grausam fand ich ihn, das war für mich fast unerträglich in manchen Szenen, z.B. in der Kapelle.

Aber ich wollte halt wissen, wie es ausgeht und bin dran geblieben.

tristesse antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 1058

😉
Und ich fühle mich ertappt. Eben fiel mir auf. Ja, ich mag den Widerstreit. 😎

Und was bemängelt wurde, gefällt mir sehr. Ich find das total spannend zu sehen, was mein Gedächtnis noch ergibt, wo es hängt und was sich mit weiteren Anhaltspunkten wieder neu findet. Gerade das, ja ich weiß noch, aber nicht mehr so genau und wie es sich dann entwickelt, hat mir sehr gefallen. Und der Tatort ließ einen ja nicht unwissend und unerinnert hängen.
Mir gefallen auch die langen Linien und ja, es gibt Themen (im Leben wie im Tatort), die begleiten einen ... vielleicht sogar lebenslang und eben auch ein Darstellerleben-lang.

So ein paar Details sind immer unstimmig, aber gut - damit kann ich leben. Da habe ich auch keine Erwartungen. Das fällt mal auf - mal ist es mir gar nicht bewusst, ist für mich ein filmisches Hinbiegen und gut ist. Solange die Handlung plausibel ist, habe ich kein Problem damit, dass dies keine Darstellung echter Ermittlungsarbeit ist. Es ist ein fiktiver Film und liefert keine klaren Eindrücke von Ermittlungsarbeit. Von daher habe ich kein Problem mit "so läuft das "in echt" sicher nicht ab. Es ist ja auch nicht in echt.

seidenlaubenvogel antworten
Irrwisch
(@irrwisch)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3403

Ich habe mir gestern noch einmal den 1. Film von den mittlerweile Dreien angeschaut.
Hatte ihn zwar schon angeschaut, aber jetzt noch einmal sehr viel bewusster.
Nr 2und 3 habe ich bisher nicht gesehen.

Ein Satz der Täterin auf die Nachfrage des Kommisars, weshalb sie denn
die schrecklichen Taten der Vergangenheit nicht angezeigt habe, ist mir dabei sehr nahe gegangen.
Nicht zuletzt auch wegen so manchen Verständnis von Vergebung generell und auch hier auf Jesus.de.

" Ich dachte, ich hätte ihm vergeben"

Dieser Satz, diese Aussage macht mir erneut bewusst, dass Vergebung nichts mit echter Aufarbeitung und nötiger Straffverfolgung von ( an mir) begangener Verbrechen zu tun hat.

Deswegen an dieser Stelle ein herzliches Danke an dich/ euch für den Hinweis auf die Vorgänger- Tatorte!

irrwisch antworten
andreas
Beiträge : 1692

30.1. Polizeiruf Slubice "Hildes Erbe"
Der PolRuf Frankfurt/Oder-Slubice hat eine Frischzellenkur verpasst bekommen. Bin fast geneigt zu sagen, es gibt nicht einen neuen Ermittler, Vincent Ross, sondern zwei, nämlich auch den erneuerten Adam Raczek. Der ist nämlich ein weit weniger glatter Typ als zuvor.
Beide neue Charaktere gefallen mir, jedenfalls beim Zusehen. Ob ich ihnen bei der Aufklärung eines Mordfalls vertrauen würde, ist eine andere Frage.

Regie und Drehbuchmitarbeit lag bei Eoin Moore, dem Vater des Rostocker Polizeirufs.

Dies war frisch, mit grotesken Anklängen, die fast an den Weimarer Tatort erinnerten, ohne ins Alberne abzugleiten.

Und der Fall war sehr solide gearbeitet.

Ich vermisse Lenski jetzt schon kein bisschen.

Aber ich kann mir vorstellen, dass es dazu unterschiedliche Empfindungen gibt.

andreas-wendt antworten
2 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Dies war frisch, mit grotesken Anklängen, die fast an den Weimarer Tatort erinnerten, ohne ins Alberne abzugleiten.

Ja, zu der Einschätzung kamen wir auch zwischendurch, dass hier eine Art "Weimar" wieder aufersteht. Und wir waren damit völlig einverstanden.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Beide neue Charaktere gefallen mir, jedenfalls beim Zusehen. Ob ich ihnen bei der Aufklärung eines Mordfalls vertrauen würde, ist eine andere Frage.

Die Stereotypen waren ein wenig zu stark überspitzt.
Der Röcke tragende geschminkte, junge und unbedarfte Yoga praktizierende Vincent trifft auf den harten Hund, Adam, mit allen Wassern gewaschen, tablettensüchtig, müde und ausgelaugt ohne seine gewohnte Partnerin mit genau diesem Yogatypen konfrontiert.

Und sie raufen sich zusammen... stehen eine absurde Täter-Opfer-Geschichte miteinander aus, trinken Bier und grillen zusammen, nehmen sich in den Arm, streiten und entschuldigen sich und am Ende scheint alles harmonisch zu verlaufen, ich hab mich schon ein wenig gefreut... und dann kommt dieser eine Moment, kurz vor Ende wo man denkt "Hoppsala... das wird noch interessant."

Ich mag das Team, wie es ist. Ich finde Vincent gut und ich wünschte, er hätte den Rock nicht so schnell ausgezogen. Denn es sollte heutzutage auch möglich sein, dass ein Mann einen Rock trägt und Kajal dazu.

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1692
Veröffentlicht von: @tristesse

Die Stereotypen waren ein wenig zu stark überspitzt.

Ja, sie wurden zumindest ziemlich zugespitzt. Das ist bei einer de-facto-Pilotfolge wohl kaum vermeidbar.
Sie waren aber, anders als einige in Münster, nicht parodistisch gespielt. Beide Charaktere für sich sind Typen, die man auch aus der Realität kennt und die je unter Ihresgleichen kaum eine Erzählung tragen würden. Erst wo man sie in ein Team packt, werden die Unterschiede deutlich und entsteht das Gefühl von Stereotypen.

Als Vincent etwa zu Adam zum Grillen ging, habe ich noch laut gedacht "Ich wette, er ist Vegetarier". In Berlin-Mitte wäre das gar kein Thema. Erst im Garten von Adams Datsche wird es zum Persönlichkeitsmarker.

Veröffentlicht von: @tristesse

Ich mag das Team, wie es ist.

So geht's mir auch. Freue mich schon auf die nächste Folge.

Und der Clash zwischen Adam und Vincent war ja harmlos gegen den der Figuren in der Familie Butzke. Die Oma mit Sauerstofftank und Kippe und Schrotflinte, der verängstigte obdachlose Sohn, die traumatisierte Enkeltocher, alle großartig gespielt, aber - meine Güte, was ging denn da ab? In Weimar hätte die Familie vermutlich Kippe oder Flinte geheißen und die Folge "Die rauchende Flinte" oder so.

Und auch wenn ich die Auflösung nicht ahnte, dachte ich bei all der Situationskomik irgendwann, es würde vermutlich eine richtig bittere Auflösung werden.

Man kann eventuell anmerken, dass am Ende viel mehr von der Ermittlerkonstellation im Gedächtnis bleibt als von diesem gar nicht schlecht konstruierten Fall. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, und bei einer Pilotfolge ... nunja, wie ich sagte.

Nachtrag vom 31.01.2022 1505
Interessant dürfte noch das Thema von Vincents abgebrochenem Psychologiestudium werden. Gab es dafür einen Grund?
Erinnerte das noch jemanden an Robin Ellacotte aus den Cormoran-Strike-Krimis?

andreas-wendt antworten


tristesse
Themenstarter
Beiträge : 17983

Tatort Köln 6.2. 22
Mein Lieblingsteam.
Mehr weiß ich nicht, ich lese auch nicht vor 😊

tristesse antworten
8 Antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1692

War ein guter Film.
Ein anfangs etwas verwirrendes, weil auf zwei Zeitachsen spielendes, dann aber sich sortierendes sehr gut inszeniertes Familien-, Justiz- und Kriminaldrama.
In einem solchen muss natürlich auch ermittelt werden, und das taten dankenswerterweise die Kölner Tatort-Kommissare in einer größeren Nebenrolle.

Gleichzeitig war es ihre Jubiläumsfolge zu 25 Jahren Tatort Köln. Dazu war es nett, im Schauspielermilieu zu ermitteln und eine Figur zu haben, die eine Fernsehkommissarin spielt. Das ließ ein bisschen Metaebene und Selbstironie zu, ohne dass sie thematisiert werden musste.

Es gab am Anfang Mord und am Ende Auflösung, und das war auch das Thema des Films. Trotzdem mehr Drama als Krimi, weil die Sicht der Beteiligten im Vordergrund stand und nicht die der Ermittler.

Aber auch das anzusehen lohnt sich.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

War ein guter Film.

Bin diesmal nicht Deiner Meinung 😊

Das war alles sehr schwerfällig, mühsam und düster. Ermitteln hätten die beiden ja gar nicht dürfen und spazierten dennoch munter ein und aus und außer zu befragen haben sie auch nicht so wahnsinnig viel geschafft.

Am Ende stellt man fest, dass zwar der Gerechtigkeit genüge getan wurde, aber irgendwie waren alles Verlierer und es war schlimmer als zuvor.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Das ließ ein bisschen Metaebene und Selbstironie zu, ohne dass sie thematisiert werden musste.

Die Figur hat aber vor 4 Jahren das letzte mal "ermittelt".
In den 2 Minuten fand ich jetzt nicht so wahnsinnig viel Ironie und Metaebene 🤨

Einzig interessantes war die von hinten aufgerollte Erzählebene, das war mal etwas anderes, auch wenn man sich sehr konzentrieren musste.

Aber ich hab mich gefreut, den Thomas Heinze mal wieder zu sehen.

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1692
Veröffentlicht von: @tristesse

Bin diesmal nicht Deiner Meinung 😊

Na endlich mal wieder! 😀 Es wurde hier ja schon langweilig.
Wobei ich bitte zu Protokoll zu nehmen, dass ich nicht schrieb, es sei ein guter Krimi gewesen.

Veröffentlicht von: @tristesse

Am Ende stellt man fest, dass zwar der Gerechtigkeit genüge getan wurde, aber irgendwie waren alles Verlierer und es war schlimmer als zuvor.

Ja, die Botschaft wurde dann schon klar. Und der Showdown war auch sehr vorhersehbar. Man kann fast sagen, nach Ende der Exposition lief es zwangsläufig auf genau dieses Ende hinaus. Alle, so souverän sie sich selbst finden, torkeln wie Schlafwandler auf diesen Schluss zu. Unnötig also, dass Max und Freddy das aus dem Off nochmal erklärten.
Das ist doppelt frustrierend: Einmal, weil es genau das sein will, zum andern für alle, die einen normalen Krimi sehen wollten.
(Und war auch das vielleicht vorsichtig Meta-Ebene, weil es mit den Erwartungen spielt, dass durch Klärung des Falls wieder alles gut wird? Oder bin ich da zu wohlwollend?)

Aber insofern es genau war, was es wollte, fand ich dieses Erlebnis von Zwangsläufigkeit der Tragödie gut inszeniert, geschrieben und gespielt.

Veröffentlicht von: @tristesse
Veröffentlicht von: @###user_nicename###

Das ließ ein bisschen Metaebene und Selbstironie zu, ohne dass sie thematisiert werden musste.

Die Figur hat aber vor 4 Jahren das letzte mal "ermittelt".
In den 2 Minuten fand ich jetzt nicht so wahnsinnig viel Ironie und Metaebene 🤨

Nein, es war auch nur angedeutet. Wenn Behrendt als Ballauf sagt "Die hat ja ne Kollegin gespielt, die kennt sich vielleicht mit sowas aus" und Bär als Schenk antwortet "So wie wir, die wir das Tag für Tag machen?" (aus dem Gedächtnis zitiert), fand ich das schon recht meta. Weil sie ja selbst nur Polizistendarsteller sind. Und wenn man dann dazu nimmt, dass sie ermitteln, obwohl echte Polizisten das niemals täten, dann ist das Vorurteil "Die Serienkommissarin kennt sich mit Ermittlungsarbeit aus" entweder sehr selbstironisch - oder sehr dämlich. Vielleicht ja in verschiedenen Ebenen der Produktion auch beides.

andreas-wendt antworten
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1315

Ich fand ihn - obgleich gerade anfangs verwirrend - im Endeffekt gut gemacht, obwohl er in vielen Punkten der Ermittlungsarbeit doch wenig realistisch war.
Insgesamt aber recht spannend, obwohl sich alles auf nur wenige Orte und Kameraeinstellungen reduzierte.
Eigentlich bestens geeignet als Bühnenfassung eines Krimi-Kammerspiels.

bepe0905 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983
Veröffentlicht von: @bepe0905

Eigentlich bestens geeignet als Bühnenfassung eines Krimi-Kammerspiels.

Das haben wir zwischendurch auch gedacht.
"Tatort goes Shakespeare" - hätte aber auch Sophokles sein können, denn die Tragik erschlug einen ja schon fast mit der Lampe 😀
Und wenn es ein klassisches Drama gewesen wäre, hätten wir mit Sicherheit über die Bedeutung des Pools ne Interpretation geschrieben.

Nachtrag vom 07.02.2022 1317
... also ne Interpretation im Deutschunterricht.

tristesse antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 6322
Veröffentlicht von: @tristesse

... also ne Interpretation im Deutschunterricht.

Mir hat es gestern schon gereicht, als der mit mir verheiratete gelernte Elektriker erklärt hat, warum der Typ eigentlich nicht hätte am Stromschlag sterben können.

alescha antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983

😀
Ja das fand ich auch etwas seltsam.

tristesse antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 1058

Danke für den Hinweis "Drama"
... das hat mir geholfen, mich darauf einzulassen. Hatte mir nach etwa 20 Min überlegt, abzuschalten. ... mir waren die Figuren irgendwie zu unsympathisch. Dann würde ich aber doch neugierig. Hmm, ja ... naja - meins war's nicht.

seidenlaubenvogel antworten
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