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Tatort / Polizeiruf Saison 2021/2022

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tristesse
Themenstarter
Beiträge : 17036

Willkommen liebe Krimifreunde!

Am Sonntag beginnt die neue Saison, die Frankfurter Brix und Janneke starten.

Hier ist der Ort, wo sich über die Sonntagskrimis ausgetauscht werden kann.

Bewährt hat sich:
Der Thread sollte die ganze Saison umfassen, aber dabei nicht zu unübersichtlich werden. Darum beschränkt er sich auf die Sendungen "Tatort" und "Polizeiruf 110". Sollte es ein interessantes Spin-Off geben (wie damals "Schmimanski"), klar, kein Problem. Aber jedes andere wertvolle Stück aus der Krimilandschaft würde den Rahmen sprengen. Faustregel: Lief es am Sonntagabend im Ersten?

Für die Erstausstrahlungen versuchen wir, jede anzulegen. Bei interessanten Wiederholungen alter Folgen fühlen wir uns frei, aus sie hinzuweisen oder nicht.

Manche von uns sehen den Film sofort im Fernsehen, andere später in der Mediathek. Manche auch nur, wenn sie hier lesen, ob er sehenswert ist. Für all die ist es wichtig: Wenn wir relevante Filminhalte posten, setzen wir bitte in den Betreff das Wort "Spoiler".
Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, wie relevant ein Inhalt ist. Wenn wir nicht sicher sind, wie andere das empfinden: Lieber einmal zu oft "Spoiler" schreiben.

(Danke andreas.wendt für die Vorlage, die ich nur einfügen und leicht verändern brauchte)

Seid Ihr wieder mit dabei?

Trissi

Antwort
235 Antworten
tristesse
Themenstarter
Beiträge : 17036

Hamburg 12.Juni

Solide.

Bisschen klischeebeladen an der einen oder anderen Stelle, aber es blieb spannend bis zum Schluss. 

 

tristesse antworten
5 Antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1649

@tristesse Sehe ich ähnlich. Der Kriminalfall war gut gestrickt. Man vermutet als alter Tatort-Gucker natürlich: Wenn das Thema des Films in die eine Richtung geht, ist die Auflösung des Falls häufig in einer anderen. Aber eine solche Vermutung erwies sich für mich überhaupt nicht als hilfreich, die tatsächliche Auflösung zu finden. Der Teil blieb spannend.

Aber wir sind dann halt immer noch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, und der hat einen Bildungsauftrag, und deswegen wurde zwischendurch immer wieder ganz viel erklärt und uns beim auch moralischen Einordnen geholfen. Das hätte ich nicht gebraucht und mir stattdessen etwas mehr Tempo gewünscht.

Aber insofern war es ein Tatort nach bewährtem Muster: Straftat, Tätersuche, Auflösung, und darin verwoben irgendein relevantes Thema. Darum gucken wir doch Tatort. Ist schon okay.

andreas-wendt antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 736

@tristesse 

 

Ich kenne nur die Hörversion, daher ist mein Eindruck vielleicht ein etwas anderer. Und schauspielerische Leistung kann ich jetzt gar nicht beurteilen. 😆 Nur die Thematik und die Konzeption. Vielleicht. 😀 

Dass er jetzt im Juni in HH FLINTAS thematisiert, geschenkt, es passt schon zum Ermittlerpaar. Von daher stimmig. Auch wenn es mir etwas zu dick aufgetragen ist.

Was mich allerdings sehr gestört hat, wie die Gewalt der WG Frauen gegen die Ermittlerin in der Hörversion legitimiert wird, von wegen, dass sie es nachvollziehen könne, es sei der Schmerz ihres Verrats und so. War mir zu pathetisch und zu verharmlosend. Ich weiß nicht, wie es im Film rüberkommt, in der Hörversion wird es eben tüchtig erklärt/entschuldigt und das geht für mich persönlich nun mal gar nicht, weil die Legitimation eben hängen bleibt.

Wenn wir schon bei Bildungsauftrag sind.  😉

Klar könnte man sagen, dass die Ermittlerin selber solch eine Nähe zu der Szene hat, dass sie ein schlechtes Gewissen hat. Sozusagen zwischen den Fronten steht. Trotzdem mochte ich das nicht. Es wurde mir zu stark betont.

Merkwürdigerweise wunderte und überraschte mich der Täter nicht. Passte ins Narrativ. 

Trotzdem fand ich ihn spannend.

goldapfel antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17036

SPOILER

 

@goldapfel 

Moin,

Was mich allerdings sehr gestört hat, wie die Gewalt der WG Frauen gegen die Ermittlerin in der Hörversion legitimiert wird, von wegen, dass sie es nachvollziehen könne, es sei der Schmerz ihres Verrats und so. War mir zu pathetisch und zu verharmlosend. Ich weiß nicht, wie es im Film rüberkommt, in der Hörversion wird es eben tüchtig erklärt/entschuldigt und das geht für mich persönlich nun mal gar nicht, weil die Legitimation eben hängen bleibt.

In der Filmversion sieht man, wie Grosz das Haus verlässt, die Frauen laufen ihr vermummt hinterher und verprügeln sie. Es wird dazu gar nichts gesagt. Wobei es mich nicht verwundert hat, dass sie dann doch noch die Konsequenzen für ihren Verrat tragen muss, denn anders hätte ich es nicht verstanden, dass sie so ohne Bestrafung einfach davon kommt. Richtig ist das nicht, das wurde auch nicht thematisiert. 

tristesse antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 736

Spoiler

 

@tristesse 

Es ist wohl etwas anderes, wenn man die Szene nur sieht und das als Bestrafung oder Rache der Frauen versteht, als wenn der Sprecher ihre Gefühlslage erklärt und dass sie die "Strafe" bereitwillig an- und  auf sich nimmt.

goldapfel antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17036

@goldapfel 

Gewehrt hat sie sich allerdings nicht. 

tristesse antworten


andreas
Beiträge : 1649

19.6. München "Flash"

Der Film wusste, was er wollte, und hat das umgesetzt: Einen Cold-Case-Krimi erzählen und dabei Therapieansätze für Demenz als Stilmittel einsetzen.

Wollte man stattdessen ein Drama über Demenz sehen, wurde man enttäuscht, wollte man Spannung, Action, Rätselraten erleben, auch.

Die Exposition war da schon etwas kompliziert: Batic und Leitmayer bitten den Leiter einer psychiatrischen Institution (ganz genau wurde das nicht benannt) um Hilfe bei der Aufklärung eines Mordes. Dafür muss der Therapeut eines Menschen, der 1987 wegen Mordes verurteilt und jetzt freigelassen wurde, befragt werden. Der ist aber dement, und darum muss die Reminiszenztherapie helfen.

Ich vermute mal, dass diese ähnlich realistisch dargestellt wurde wie die Polizeiarbeit. Aber das verzeihen wir.

Das ganze entwickelt eine eigene Atmosphäre, auf die sich einzulassen durchaus lohnend sein kann. Wer ist gerade Patient und wer Therapeut? Wieviel von der Wirkung auf die Befragten spüren wir auch selbst? Ich war nie gepackt, blieb aber immer bei der Stange.

Es dauert ein bisschen, bis man als Zuschauer darauf kommt, was eigentlich die Frage ist. Danach kommt man recht fix auf die Antwort. Und trotzdem gibt es noch eine Pointe.

Also ich fand ihn nicht schlecht. Schon sehr früh fand ich, es sei ein guter Film, nur ob es auch ein guter Krimi wurde, darüber bin ich mir auch jetzt noch nicht ganz sicher.

Kalli fehlte.

andreas-wendt antworten
4 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17036

@andreas-wendt 

Also ich fand ihn nicht schlecht. Schon sehr früh fand ich, es sei ein guter Film, nur ob es auch ein guter Krimi wurde, darüber bin ich mir auch jetzt noch nicht ganz sicher.

Zäh, mühsam und anstrengend. Um 21 Uhr schauten wir auf die Uhr und meinten "Au back, so lange noch?" Ein Wunder, dass keiner eingeschlafen ist.

Kalli fehlte.

Nicht nur das. Auch sowas wie ne Krimihandlung - wenn ich soziale Problemstücke über Demenz und Vergangenheitsbewältigung sehen will, kann ich mir einen Arte Film um 23 Uhr anschauen. Am besten libanesisch  mit marokkanischen Untertiteln. Da wurde keine Figur ausgelassen, um am sozialen Gewissen zu rütteln. Ein Klischee jagte das nächste.

Und vermisst hab ich das Lockere zwischen den beiden. Ein wenig Schmäh, ein kleiner Seitenhieb, etwas, das hilft  die quälende Handlung durchzuhalten. Aber so humorlos hab ich die beiden lange nicht erlebt.

Bekommt keine Punkte für nichts. 

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1649

Spoiler

@tristesse

wenn ich soziale Problemstücke über Demenz und Vergangenheitsbewältigung sehen will, kann ich mir einen Arte Film um 23 Uhr anschauen.

Aber um das zu werden, fehlte ihm dann auch wieder die Dramatik. Die Überforderung der Tochter wurde ja auch nur angedeutet. Er hatte zu wenig davon, um wirklich so ein Problemstück zu sein, aber offenbar manchen noch zu viel, um ein netter Krimi zu sein.

Darum meine ich ja: Demenz war hier ein Stilmittel. Das wird den einen zu viel, den andern zu wenig Demenz sein.

 

 

andreas-wendt antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 899

@tristesse Also, für mich war das ein perfekter Film für meinen Quarkwickel (mit bester Wirkung auf meine Gesundheit) - ohne diesen wäre ich nicht so brav sitzen geblieben. 😌😎

seidenlaubenvogel antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17036

@seidenlaubenvogel

So verschieden sind Geschmäcker 😉 

tristesse antworten
andreas
Beiträge : 1649

26.6. Mainz "In seinen Augen"

Den fand ich - trotz einiger starker Aspekte - im Großen und Ganzen ziemlich schlecht.

Die Erzählung, die mit Rückblicken und dann noch mal wiederum Rückblicken innerhalb der Rückblicke arbeitete - ja gut, kann man machen, ich konnte dem einigermaßen folgen, aber es half auch nicht besonders.

Dröselt man sich das auf, hat man eine Tote, Verdächtige, eine Tätersuche, eine Auflösung, schön nach Rezeptbuch, und vielleicht ist das der erholsame Aspekt dieses Films gewesen.

War der letzte Mainzer etwas sehr .... experimentell, war dieser eher konventionell. Beides aber will nicht zünden.

Die beiden älteren Darstellerinnen machten ihre Arbeit sehr anständig, die Hauptrollen keine Fehler, andere sagten im Schülertheater-Modus (nichts gegen Schülertheater, jeder fängt mal klein an!) mittelmäßig geschriebene Texte auf.

Wer die Sokos mag, wird diesen auch mögen. Wer gutes Wetter hatte und es im Garten oder Park bei einer alkoholfreien Bowle genoss, hat das bessere Teil erwählt.

Ambitioniert fand ich, das Thema "Sex im Alter" zu behandeln. Dass das nicht ins Klischee oder Fremdschämen abgleitet, ist vor allem den Darstellerinnen zu verdanken.

 

Damit ist die Saison fast rum. Nächste Woche kommt noch ein Polizeiruf, aber vermutlich verweile ich da außerhalb der ARD.

Ich fand die Saison insgesamt eher schwach. Es gab einige bessere dabei, aber keiner, bei dem ich sagen würde, er hätte Tatort-Klassiker-Potential. Wie ging es Euch mit ihr?

andreas-wendt antworten


bepe0905
Beiträge : 1133

nach Pause und Urlaub der erste Tatort seit längerer Zeit. 
Meiner Meinung nach zuerst etwas altbacken mit dem üblichen Kompetenzgerangel zwischen Staatsanwältin und Ermittlern, 
dann eher langweilig, wobei man auf irgendein Schlüsselereignis wartete, 
in der Schlussphase hatten die Macher aber alles im Übermaß reingepackt, was ihnen gerade noch so einfiel. 
Alles in allem ein Tatort der Mittelklasse, bei dem der Zuschauer zuletzt dachte, das Glas Rotwein auf der Terrasse wäre der bessere Abendausklang gewesen. 

bepe0905 antworten
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