Benachrichtigungen
Alles löschen

Zuletzt gesehener Film #36

Seite 21 / 27

tristesse
Themenstarter
Beiträge : 20559

Hallo liebe Cineasten,
nach über 600 Beiträgen wird es Zeit für einen neuen Thread 😊

Ausgetauscht wird hier über gesehene Filme, egal ob Kino, DVD, BlueRay, Streamingdienste oder Fernsehen.

Bitte schreibt in die Betreffzeile den Titel des gesehenen Films und wer mag, kann ja eine Kritik, eine Einschätzung oder einen Trailer posten.

Bitte beachtet bei Beschreibungen zu Filmen:
Inhalte des Filmes, die über die offiziellen Beschreibungen der Filmhandlung hinausgehen, bitte mit einer "Spoiler" Warnung im Betreff versehen, damit diejenigen, die überrascht werden wollen, weiterklicken können.
https://de.wikipedia.org/wiki/Spoiler_(Medien)

Für Tatort-und Polizeiruf Fans gibt es inzwischen einen eigenen Thread:
https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread/thema/tatort-polizeiruf-2019.html

Ebenso sollen hier keine Serien gepostet werden, weil das einfach den Rahmen des Threads sprengen würde, dafür gibt es den Serienthread:
https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread/thema/der-neue-serienthread.html
Viel Spaß uns allen.
Triss

Antwort
545 Antworten
Silverchair85
Beiträge : 725

EL Camino
Der Breaking Bad Film

Mein Freund fand ihn überflüssig aber deswegen nicht schlecht 😀

Ich fand den sehr unterhaltsam.

silverchair85 antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Vertigo
Lief eben gerade (mal wieder) im Dritten (BR). Einer der wenigen Klassiker, die ich bisher nicht, bzw. nur aus kurzen Ausschnitten, kannte.

Hhmm... Ich muß gestehen, dass ich diesen Film - der einst von Kritikern als der beste Film aller Zeiten erkoren wurde - heute nicht mehr unvoreingenommen, bzw. unbeeinflußt von der #Metoo-Debatte angucken konnte. Wie da die von Kim Novak gespielte Frau sich inszeniert und inszenieren läßt - das ist so durch und durch auf (vermeintliche?) Männer-Phantasien hin gestrickt, dass ich es einfach nicht mehr ernst nehmen kann.
Das Werk hat ja zur Zeit, als es erstmals in die Kinos kam, gerade so eben die Produktionskosten eingespielt und wurde dann erst Ende der 80er, bei der Wieder-Aufführung (Hitchcock selbst war für die lange Vertigo-lose Zeit verantwortlich) als großes Meisterwerk und Meilenstein der Filmgeschichte "erkannt". Und wenn man sich an die Filme von Brian dePalma oder David Lynch erinnert, dann kann man sich vorstellen, wie sie von Vertigo inspiriert wurden. Die Kameraführung, die für die damalige Zeit neuartigen Spezialeffekte, die das Gefühl der Höhenangst und des Schwindels suggerieren sollten, überhaupt viele bilderbuchschöne Einstellungen können einen auch heute noch überzeugen. Aber die Art "düstere Romantik", die Vertigo ausstahlt, kann es nicht mehr. Es wirkt insgesamt alles zu gekünstelt. Psychologisch nicht glaubhaft. Im Wiki-Artikel zum Film habe ich irgendwo gelesen, Vertigo sei der erste richtige surrealistische Film, das erste romantische Kunstwerk des 20. Jahrhunderts gewesen. Mag sein - aber die Frauen- und Männer-Stereotype darin sind derart penetrant und naiv-altmodisch, dass mich der Film dadurch einfach nicht mehr fesseln kann. Ich kann die Figuren an keiner Stelle so richtig ernst nehmen, kann also auch nicht mitleiden (und das soll man ja: zuerst mit dem in den Wahnsinn abgleitenden Scottie/James Stewart, später dann mit der schuldbeladenen und hoffnungslos-unglücklich verliebten Judy/Kim Novak). Der Wahnsinn, in den angeblich die später ermordete Madeleine abgleitet, wirkt so wenig echt wie der Wahnsinn, in den Scottie versinkt, als die von ihm Geliebte Selbstmord begeht.
Und dann ist da noch eine Nebenfigur: Midge, die langjährige platonische Freundin Scotties, die anscheinend den lieben langen Tag Modezeichnungen anfertigt und ihn heimlich anschmachtet. Kein Mensch versteht, wozu die da ist. Naja, zumindest ich nicht. Sie darf sich nochmal um den Wahnsinnigen in der Nervenheilanstalt kümmern und ihm Mozart-Musik vorspielen, verschwindet dann aber auf Nimmerwiedersehen im Orkus des Drehbuchs. Sie ist in dem Film die einzige halbwegs "vernünftige" und handfest-alltagstaugliche Person. Auch, wenn sie ihr hübsches Gesicht hinter eine Brille mit Fensterglas verbergen muß, damit sie so wenig Sexappeal wie nur möglich verströmen kann. Sonst wäre der Zuschauer ja noch verwunderter, warum der Hauptdarsteller der Plemplem-Blondine verfällt, statt sich mit der süßen Midge eine schöne Zeit zu machen.

Unterm Strich muß ich sagen: der Film sagt mir heute nicht mehr viel, er riecht zu sehr nach Bedeutungsschwangerschaft und künstlerischem Wollen und Logiklücken durch Mottenfraß am Drehbuch - und am Ende kommt man doch nicht umhin, sich so seine Gedanken über Hitchcocks Frauenbild zu machen und darüber, ob wohl tatsächlich alle Männer damals so über Frauen dachten - und wie die Frauen dabei mitspielten, statt entweder gewalttätig zu werden oder lieber gleich das zu tun, was Madeleine recht früh in der Geschichte tut: einfach in's Wasser springen und abgluckern...

Freilich kann man sich auch nach dem Anschauen des Films den sehr informativen Wiki-Artikel dazu durchlesen und beginnt zu ahnen, warum dieser Film tatsächlich mal als Meisterwerk bejubelt wurde.

Nun ja, Hitchcock war sicher ein großer Regisseur. Aber im Unterschied zu Homer altern seine Meisterwerke denn doch...

Anonymous antworten
4 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

Vermeintlich "romantische" Filme...

Veröffentlicht von: @blackjack

Nun ja, Hitchcock war sicher ein großer Regisseur. Aber im Unterschied zu Homer altern seine Meisterwerke denn doch...

Und nicht nur diese Filme. Ich merke auch immer mehr, wie mir die Gleichberechtigung der Frau immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht und mich Dinge wahrnehmen lässt, die ich früher nie gesehen habe (Und mir zeigt dass es mit der Gleichberechtigung tatsächlich immer noch nicht so weit her ist...).

Das der Held am Ende vieler Filme dann als Retter in der Not erscheint, um den Bösewicht niederzuschlagen geht ja noch in Ordnung.
Dass dann aber die Frau, die sich eigentlich die ganze Zeit als recht patent erwiesen hat, dann aber nichts anderes zustandebringt als quiekend und kreischend in der Ecke zu stehen, statt dem Bösewicht bei Gelegenheit von hinten eine Vase über den Schädel zu ziehen oder sonstwie helfend einzugreifen... das erscheint tatsächlich immer wieder seltsam.

Noch schlimmer aber ist die Darstellung aller "romatischen" Heldentypen... Rhett Butler (Vom Winde verweht) ist an Arroganz und Herablassung kaum zu überbieten, Doktor Schiwago geht ständig nur fremd, andere stalken und belästigen die auserkorenen Damen so lange, bis sie sich endlich verlieben... heute macht mich da einiges an den vergangenen Idealen und Weltbildern ziemlich fassungslos.

Es gibt für die Zukunft wohl zwei Möglichkeiten: Entweder das Patriarchat schlägt zurück und reisst die Deutungshoheit auch für die nächsten Jahrzehnte wieder an sich... dann werden die ach so "romantischen" Filme auch in Zukunft als "romantisch" gelten.

Oder "metoo" wird tatsächlich etwas bewegen. Dann werden die Romanzen und Komödien der letzten Jahre zum anachronistischen Gruselkabinett, das kein Mensch mehr ernsthaft sehen will und über das man sich allenfalls mit schwarzem Humor lustig macht, in Dankbarkeit dass diese Zeiten endgültig vorbei sind...

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lucan-7

Es gibt für die Zukunft wohl zwei Möglichkeiten: Entweder das Patriarchat schlägt zurück und reisst die Deutungshoheit auch für die nächsten Jahrzehnte wieder an sich... dann werden die ach so "romantischen" Filme auch in Zukunft als "romantisch" gelten.

Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Nicht hierzulande. Weil dieser Machismo, der damals als common sense durchging, ja nun mal auch einfach bloß doof ist. Nichtlustiges kann auch nicht durch eine Art konzertierter Aktion des chauvinistischen Backlashs plötzlich wieder witzig werden oder gar als "geistreich" vom Publikum empfunden. Erzählungen, als Kunstprodukte, leben von der Dramatisierung bestimmter Konflikte. Und wenn man als Zuschauer/Konsument den thematisierten Konflikt für belanglos und konstruiert hält, dann interessiert er eben nicht und dann fällt das Identifikationspotential mit den Helden der Erzählung eigentlich fast völlig weg.
Ich, als Mann, würde heute schlicht kein Geld mehr für solchen "Schwachsinn" an der Kinokasse ausgeben. Und da meines Wissens, wie in sovielen anderen Zusammenhängen, eher die Frauen die Entscheiderinnen beim Kauf sind (wenn ein Pärchen gemeinsam in's Kino geht, so habe ich irgendwo mal gelesen, entscheidet in vier von fünf Fällen sie, welcher Film angeguckt wird), kann ich mir irgendwie keine zielführende Strategie für so ein "Zurückschlagen des Patriarchats" denken. Wie würde das laufen sollen?

Veröffentlicht von: @lucan-7

Oder "metoo" wird tatsächlich etwas bewegen. Dann werden die Romanzen und Komödien der letzten Jahre zum anachronistischen Gruselkabinett, das kein Mensch mehr ernsthaft sehen will und über das man sich allenfalls mit schwarzem Humor lustig macht, in Dankbarkeit dass diese Zeiten endgültig vorbei sind...

Diese zweite Deiner Vermutungen halte ich für wesentlich wahrscheinlicher. Wobei es bei mir gerade nicht eine Romanze oder Komödie war, sondern ein Thriller, der mir hier die Augen geöffnet hat. Was witzig ist oder nicht, darüber entscheiden ja ohnehin vor allem die individuellen Niveau-Grenzen. Was aber plausibel sei - das Empfinden dafür ändert sich entsprechend dem, was als Realität erfahren wird. Gestern verabschiedete sich für mich die Geschichte von Vertigo spätestens in der Szene, wo der Held die Heldin auf eine Weise bedrängt, sich mit ziemlich absurdem Gesabbel Einlaß in ihre Wohnung verschafft und sie, die angeblich Wildfremde, einer Art Verhör unterzieht, bei dem sie ihm schließlich zum Beweis, dass sie sei, die sie ist, ihren Führerschein vorlegt. Eine junge, recht attraktive Frau, die so mit sich verfahren ließe, ist heutzutage nicht denkbar. Das ist einfach Quatsch, solche Frauen gibt es nicht: die würden innerhalb kürzester Zeit Opfer von Verbrechen und danach wären sie entweder tot oder aber klug genug, so eine Dummheit nicht nocheinmal zu begehen.
Ohne diese also völlig schwachsinnige Szene würde die inhaltliche zweite Hälfte des Films nicht funktionieren, verhielte sich die Heldin "normal", würde als dem helden die Tür vor der Nase zuschlagen...

Nun erfährt man freilich in dem Film, warum sie dies nicht tut. Sie ist ja in ihn schon längst verliebt und so... Aber wenn eine Frau sich heutzutage so einem Mann gegenüber - zudem einem Ex-Cop, der ja als eine Art Detektiv in die Geschichte eingeführt wird - verhielte, wie sie es tut, würde dieser Mann sofort argwöhnen, dass da was nicht stimmen kann. Tatsächlich führte mich der Film hier unbeabsichtigt eine Weile komplett in die falsche Richtung. Ich ging davon aus, dass der Held längst ahnte, nein: wußte, dass die Heldin sich verstellte. Aber nein, das war nicht die Geschichte, die das Drehbuch meinte. Diese Erkenntnis, dass die Frau nicht die ist die zu sein sie vorgibt, kommmt dem Helden erst gefühlte Ewigkeiten später. Ich war auf die falsche Fährte geraten, weil sich eben auch die sonstigen "Regeln", nach welchen Thriller funktionieren, inzwischen weiterentwickelt haben. Heutzutage kann kein Thriller mehr darauf bauen, dass der Held oder eine wichtige Nebenfigur besonders begriffsstutzig, insbesondere soviel schwerer von Kapee als die Zuschauer ist.

Was Du da von wegen "Gruselkabinett" schreibst, hat mich nochmal nachdenken lassen. Wenn ich mir heute Screwball-Kommödien aus den 50ern und 60ern anschaue, muß ich sagen: die sind viel besser gealtert als die Thriller. Man kann da ziemlich einfach als Zuschauer abstrahieren. Zotiges fällt heute vermutlich deutlicher auf als damals, aber die guten Screwballss bestanden ja eben aus wirklich espritvollen Dialogen, die nur ab und zu sozusagen "zotig verschmutzt" waren durch den damals noch selbstverständlicher überall vorhandenen Chauvinismus. Da kann ich als heutiger Zuschauer eigentlich recht gut unterscheiden und schütte nicht gleich das Kind mit dem Bade aus.
Das Stichwort "Gruselkabinett" ließ mich aber auch an das Buch "Sturmhöhe" von Bronté denken, das ich letztes Jahr las und das mich nachhaltig beeindruckte. Die darin erzählte Geschichte ist so heute auch überhaupt nicht mehr denkbar. So undenkbar, dass man meinen sollte, sie könne auf heutige Leser deswegen auch keine Faszination mehr ausüben.
Aber bei mir war genau das Gegenteil der Fall. Endlich, endlich, endlich habe ich mal eine Geschichte aus einer anderen Welt vorgesetzt bekommen. Nicht als Fantasy, in welcher weise Gandalfs Glückkeks-Sprüche absondern. Nicht auf einem fernen Planeten mit Spice-Versorgungsproblemen. Sondern in der englischen Provinz vor gerade mal 200 Jahren. Die Fremdartigkeit, in welcher die Figuren da miteinander umgehen, hat etwas Geheimnisvolles. Ich habe erst anläßlich der Lektüre dieses Buches so richtig kapieren können (bzw. meine, es kapiert zu haben... 😉 ), was überhaupt unter "dark romanticism", unter schwarzer Romantik zu verstehen sein könnte. Man kann sich über die da geschilderten Figuren einfach nicht "lustig machen". Ja, man ist womöglich dankbar, dass diese Zeiten vorbei sind. Aber man hat so ein untergründiges Gefühl, als wenn in jener Welt auch eine Art Magie existierte, die heute nirgendwo mehr zu finden ist. Eine Art erwachsener Naivität vielleicht, eine Ernsthaftigkeit, die wir heute mittels Smartness unerreichbar gemacht haben. Dass "Vertigo" Jahrzehnte nach seinem Erscheinen eine Art Neuentdeckung durch's Publikum erfuhr, könnte daran liegen, dass die Faszination durch diese dunkle, ernsthafte Romantik über die Zeiten hinweg bei uns Menschen vorhanden ist. Aber vielleicht braucht es einfach eine noch längere Zeit, in welcher sich ein Kunstwerk "am Markt halten" muß, um entscheiden zu können, ob es sich tatsächlich um ein Meisterwerk handelt oder ob es zu sehr vom Zeitgeist - in diesem Fall dem allzuplatten Chauvinismus der 50er/60er - verunreinigt wurde.
Heute nachmittags unterhielt ich mich noch mit einem alten Bekannten, den ich bei einer Veranstaltung zufällig traf und der mir begeistert von seiner jüngst begonnenen Lektüre der "Buddenbrocks" (von Thomas Mann) berichtete. Er konnte sich kaum beruhigen ob des genialen, fein ziselierten Humors des ollen Lübeckers, der mit präzisen, leisen "herrlich altmodischen" Formulierungen Pointen setze, die zu verstehen man das, was dreissig Seiten vorher geschrieben wurde, noch im Kopf haben muß.
Und ich wußte sofort, was mein Bekannter meinte, denn exakt diese Art stilistisch jedweder Kritik enthobenen Humors hatte ich auch damals, als ich vor einem Vierteljahrhundert alles las, was die örtliche Stadtbibliothek so von Thomas Mann zu bieten hatte, geliebt, geliebt, geliebt. Nota bene: wir sprechen hier von dem Dichter des deutschen (Spie&szlig😉 Bürgertums schlechthin. Dessen Helden wir uns ohne kartoffelmehlgestärkte Hemdskrägen oder weitgreifende Rauschekleider kaum vorstellen können. Aber keine seiner Heldenfiguren ist dumm. Nicht die Lotte von Weimar, nicht der Hans Castorp, nicht die Eroberungen von Felix Krull. Und selbst, wenn er in "Wie Jappe und Do Escobar sich prügelten" ein chauvinistisches Ereignis unter Heranwachsenden thematisiert, das so chauvinistisch ist, dass Frauen darin nicht einmal vorkommen, ist das doch niemals platt oder idiotisch und als heutiger Leser kommt man gar nicht auf den Gedanken, großartig klüger oder reifer zu sein als die Leute damals.
Woran das liegt? Vermutlich, da Thomas Mann wahre Dinge erzählte, Dinge, die sich so oder in der Art tatsächlich ereigneten. Da müssen dann keine zeitgeistigen Klischees als deus ex machina herhalten, um die Geschichte voranzubringen. In dem Hitchcock-Thriller ist halt vieles unplausibel, da wird ein Märchen erzählt und versucht, es in die zeitgenössische Realität zu holen. Das funktioniert aber eben bloß, weil die Leute bestimmte Klischees nicht sofort durchschauen. Beispielsweise das Klischee der schönen Wahnsinnigen, dass der Held im Film überhaupt erstmal als möglich zu akzeptieren hat, damit die Geschichte überhaupt in Gang kommen kann. Interessanterweise gibt dieser Held anfangs den "aufgeklärten", vernünftigen Skeptiker, der nicht an die Besessenheit durch Geister usw. glaubt. Nur, um dann ruckzuck dem "Bann" der besessenen Schönen zu verfallen.

Diese Art von "romantischen Vorstellungen" habe ich in meiner Jugend selbst gehegt. Vermutlich hätte ich den Film vor dreissig Jahren geliebt und ganz großartig gefunden. Bevor ich so ein klein wenig über Psychologie gelernt habe. Und heute weiß ich eben: das ist nicht die "dunkel geheimnissvolle Abgründigkeit des Weibes" ( das Rätsel Frau) die mir da vorgesetzt wird, sondern chauvinistisch-romantischer Bullshit.

Anonymous antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

OK, das wäre jetzt sicher einen eigenen Thread wert... und ist sicher nicht ganz uninteressant, weil ich immer wieder merke, wie schwer es manchmal fällt sich in einen anderen Zeitgeist hinein zu versetzen.

Nach dem, was du angesprochen hast, würde ich ganz grob sagen, dass es zwei Arten von älteren Filmen (oder auch Literatur) gibt: Solche, die auch heute noch authentisch wirkt, weil sie einen bestimmten Zeitgeist einigermaßen wahrheitsgetreu widergibt. Wenn man das spürt, dann wirkt das sehr reizvoll - auch dann, wenn der Humor, die Sprache oder auch die Ideale völlig anders gelegen sind als heute.

Die zweite Kategorie sind Filme, die einen bestimmten Zeitgeist voraussetzen, um so verstanden zu werden, wie sie ursprünglich gemeint waren. Und diese Filme funktionieren dann plötzlich nicht mehr, wenn sich der Zeitgeist ändert... sei es, weil ein bestimmter Art von Humor nicht mehr verstanden wird, bestimmte Filmklischees längst zur Selbstverständlichkeit wurden oder sich einfach Sehgewohnheiten allgemein verändert haben.

Es ist ziemlich lange her dass ich "Vertigo" gesehen habe, ich erinnere mich dass ich ihn aber auch damals schon in großen Teilen unglaubwürdig fand... was mich aber nicht weiter störte.

Heute denke ich, dass es mir wohl genau so gehen würde wie dir... die Geschichte würde mir zu sehr konstruiert erscheinen und die Handlung und Reaktionen der Charaktere kaum nachvollziehbar. Effekte und Dramaturgie wären mir inzwischen derartig vertraut, dass sie darüber nicht mehr hinwegtrösten können... und deshalb funktioniert der Film heute nicht mehr so, wie er es wohl damals tat.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lucan-7

Nach dem, was du angesprochen hast, würde ich ganz grob sagen, dass es zwei Arten von älteren Filmen (oder auch Literatur) gibt: (...)

Ja, ganz genau so! Hast Du treffend in ein Schema gebracht.

Anonymous antworten
Herbstrose
Beiträge : 14194

Die Eiskönigin II und Jumanji (2017)
Vor Weihnachten hat unsere Tochter Jumanji auf Netflix entdeckt. Welcome to the Jungle. Im Brettspiel aus dem Film mit Robin Williams spielt sich ja alles in der Welt ab, in der die Spieler leben. In der 2017er Verfilmung entdecken vier Schulkameraden eine alte Spielekonsole, die sie ins Spiel saugt. Wie in einem Rollenspiel üblich, müssen die Protagonisten ihre speziellen Fähigkeiten einsetzen und verschiedene Level bestehen, um Jumanji zu retten.
Aktuell läuft die Fortsetzung im Kino.

An Weihnachten waren wir Mädels im Kino in Die Eiskönigin II. Das hatten sie sich schon lange gewünscht. In diesem Film entdecken Anna und Elsa einen dunklen Teil der Geschichte, aber auch ihre wahre Identität und Bestimmung.

herbstrose antworten
1 Antwort
LittleBat
(@littlebat)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1813

Den hab ich vor Weihnachten auch mit meiner kleinen Tochter und ihrer besten Freundin nebst Mama geschaut. Er war sehr schön. Mir hat die Geschichte gut gefallen. Wir hatten sehr viel Spaß und die Lieder bleiben wieder mal im Ohr. Aber da Helene Fischer nicht dabei war, fand ich es nicht so schrecklich 😀

littlebat antworten


Groffin
Beiträge : 1873

No country for old men
mit 4 Oscars prämiert.

Die Coen-Brothers haben wieder einmal bewiesen, dass sie Geschichten erzählen können. Der Film ist super spannend, grotesk und tragisch zugleich.
Nichts für schwache Gemüter.

groffin antworten
3 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

An den hab ich mich noch nicht ran getraut.
Ich hab aber auch keine guten Erfahrungen mit den Coen-Brüdern, die sind mir zu durchgeknallt 😀

tristesse antworten
SIH
 SIH
(@sih)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 48

Ich habe die Coen-Brüder eher mit diesen richtig schrägen Filmen verbunden, die einen zwar extrem verwirren können, aber nicht so verstörend sind wie dieser hier.
Ich hatte mich mit dazu gesetzt, als mein Mann ihn mal gesehen hatte und ich fand ihn wirklich sehr krass wegen der Bosheit des Täters und der Hilflosigkeit des Gesetzes.

Also mir war er zu heftig - er ist auch FSK 16, das warnt mich eigentlich vor 😀

sih antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

War damals auch begeistert von dem Streifen - seither ist für mich Javier Bardem ne echte Bank. 😈

Anonymous antworten
tristesse
Themenstarter
Beiträge : 20559

Das Boot - Directors Cut
Die restaurierte Fassung von 1997.

Nachdem ich gerade die Serie im ZDF gesehen habe, hab ich mir mal das Original angesehen. Gibt es auch als Serie, aber ich hab bei Prime dann kostenfrei die 3 Std. Fassung gestreamt und war wirklich beeindruckt, wie schön sie den Film restauriert haben, man sieht wirklich nicht, dass der 40 Jahre alt ist.

Ich hab den schon vor Jahren mal gesehen, aber wenig Erinnerung an. Wahnsinn, wer da alles mitgespielt hat, die man heute noch kennt und schätzt - und vermisst!

Guter Film, der gerade in den letzten Momenten noch mal wunderbar den Irrsinn und sie Sinnlosigkeit des Krieges einfängt. Großartig.

tristesse antworten
22 Antworten
Haidi
 Haidi
(@haidi)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 492

Ich habe von der alten Fassung damals nur die Serie gesehen und konnte anschließend kein U-Boot wie das in Laboe betreten. Einfach zu beklemmend.

Aber wie ist dein Vergleich mit der Neuverfilmung? Ich mag sowas an sich gar nicht und habe mir daher die neue Serie im ZDF auch nicht angeschaut.

haidi antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @haidi

Ich habe von der alten Fassung damals nur die Serie gesehen und konnte anschließend kein U-Boot wie das in Laboe betreten. Einfach zu beklemmend.

Ich glaube, ich würde das generell nicht machen 😕
Aber interessant, wie die das gefilmt haben und die Dreharbeiten müssen sehr anstrengend gewesen sein.

Veröffentlicht von: @haidi

Aber wie ist dein Vergleich mit der Neuverfilmung? Ich mag sowas an sich gar nicht und habe mir daher die neue Serie im ZDF auch nicht angeschaut.

Ich fand die Neuverfilmung sehr gut, im Serienthread war Scyllas Urteil ja vernichtend, scheint also Geschmackssache zu sein. Von den Charakteren waren die Darsteller im Film wesentlich besser, aber das ist ja auch ein Traum-Cast, den Petersen da zusammen bekommen hat, das ist völlig irre. Möchte nicht wissen, wie er das geschafft hat.

Die Serie hat als Sidekick noch eine Spionagegeschichte in LaRochelle dazu bekommen, wahrscheinlich hat Sky (die diese Serie in Auftrag gegeben hat) nicht darauf vertraut, dass die U-Boot-Geschichte allein für 8 Folgen reicht. So war das Ganze eine U-Boot-Festland Geschichte und daher vom Original zu weit abgekoppelt. Im Prinzip hat man was völlig Neues draus gemacht, teilweise auch Rollen vertauscht.

Ich denke aber trotzdem, dass sich die Serie lohnt.

tristesse antworten
Haidi
 Haidi
(@haidi)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 492
Veröffentlicht von: @tristesse

Ich fand die Neuverfilmung sehr gut, im Serienthread war Scyllas Urteil ja vernichtend, scheint also Geschmackssache zu sein.

Zwei Köpfe, zwei Meinungen 😀

Ich gehe mal in mich.

haidi antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @haidi

konnte anschließend kein U-Boot wie das in Laboe betreten

Laboe... lang ist es her. Ich fand U995 faszinierend. U-Boote war danach das einzige für das ich mich freiwillig gemeldet hätte.
Aber letztendlich war ich zu gross und Tauglichkeitsgrad 5 ..
'

Veröffentlicht von: @haidi

Neuverfilmung?

Marken- und semmänisch technisch gesprochen...

Da wurde der Premium Brand "Das Boot" glatt versenkt

Anonymous antworten
Distelnick
(@distelnick)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 1335

Ehrlich? Du wärst freiwillig in so ein U-Boot gegangen?
Mein Bruder hatte auch so eine Faszination für U-Boote
Kann ich echt null nachvollziehen...
Enge, Gestank und grosse Todesgefahr...( Ich hab mal gelesen, das wär im Krieg die Armeesparte mit den höchsten Verlusten gewesen..)
Und ich hab Angst vor dem Meer.
Grusel...

distelnick antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @distelnick

Enge, Gestank und grosse Todesgefahr...( Ich hab mal gelesen, das wär im Krieg die Armeesparte mit den höchsten Verlusten gewesen..) Und ich hab Angst vor dem Meer.

Am Anfang von "Das Boot" steht, dass von 40 000 deutschen Soldaten, die mit den U-Booten rausgefahren sind, 30 000 nicht zurück kamen.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @distelnick

Du wärst freiwillig in so ein U-Boot gegangen?

Ja... ich hätt es zumindest ausprobiert.
Bevor wir im u Boot waren, haben wir das Ehrenmal besichtigt
Oben auf der Plattform und bei runtergehen der Treppe hab ich mehrere übel heftige Attacken von Höhenangst bekommen.
Hat ne Zeit gedauert bis ich unten war.

Insofern war schon mal klar... für Grossegler taug ich nix

Als wir dann im Boot waren... das war so ein richtiges heimelig-sicheres Gefühl.

Veröffentlicht von: @distelnick

Enge, Gestank

Nicht viel mehr wie in einer vierer Bude Jungs nach einer Woche Jugendherberge 😉

Veröffentlicht von: @distelnick

grosse Todesgefahr

Die wäre, wenn es in den 80igern geknallt hätte, sicher überall gleich gross gewesen

Veröffentlicht von: @distelnick

das wär im Krieg die Armeesparte mit den höchsten Verlusten gewesen..)

Ja, 75 % etwa .. einen U Boot Untergang wurde sehr selten überlebt

Veröffentlicht von: @distelnick

Und ich hab Angst vor dem Meer.

Ich kann nicht schwimmen... aber ich liebe die See ... im letzten Urlaub in Tunesien hab ich mir mal nen Jet Ski, nen bisschen zu viel Vollgas , Welle von achtern *klatsch* ....ich trieb im Meer
Klar, mit Schwimmweste
Da hatte ich in anderen Situationen schon deutlich mehr Angst verspürt

Wie oben geschrieben... ich hab Höhenangst ... aber hoch auf nen Berg, Turm, Aussichtsplattform immer doch ... runter kommt man immer.. irgendwie 😀

Anonymous antworten
Distelnick
(@distelnick)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 1335

Ja, prima, die mueffelnde Jungs WG muss ich jetzt auch nicht erleben.
Das hab ich ab und zu auch in nem Zweierzimmer...

Ich kann zwar schwimmen , mag es aber nicht , wenn unter mir zuviel Wasser ist. Ich geh immer nur bis zu den Oberschenkeln ins Meer.
Ich hatte als Kind viele Tsunami Alpträume...wenn es Wiedergeburt gibt, dann hat mich vielleicht ein Tsunami dahingerafft...
Deshalb ist mir Wasser unheimlich.

Nachtrag vom 13.01.2020 2110
Ich hatte auch vom Boot viele Alpträume, auch als die Kursk unterging...grauenhaft.

distelnick antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

OT

Veröffentlicht von: @distelnick

Ich hatte als Kind viele Tsunami Alpträume...wenn es Wiedergeburt gibt, dann hat mich vielleicht ein Tsunami dahingerafft...
Deshalb ist mir Wasser unheimlich.

Es würde sich lohnen, da vielleicht mal im Gebet und der Seelsorge reinzugehen und Dich dich damit zu beschäftigen. Könnte ein Trauma, eine unverarbeitete Verletzung oder ein Reden von Gott sein. So eine Angst entsteht ja nicht ohne Grund.

Manchmal sind Träume nur Verarbeitung, aber oft auch ein Wink von Gott.

tristesse antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Hi Scylla.

Veröffentlicht von: @scylla

Als wir dann im Boot waren... das war so ein richtiges heimelig-sicheres Gefühl.

Nimm mir das jetzt nicht übel, aber ich glaub, diese Wohlfühl-U-Boot-Romantik funktioniert vielleicht nur im Nachhinein, wenn man nicht drin steckt 😊

Die Soldaten damals waren Extremen ausgesetzt, ich glaub nicht, dass das "heimelig" oder "sicher" war. Das war Krieg und das war so übel, dass von 40 000 nur 10 000 überlebt haben. Die sind massenhaft im Meer verreckt für einen Krieg, der nicht zu gewinnen war.

Ich halte es für wichtig, sich das immer wieder vor Augen zu halten, wie grauenvoll dieser Krieg war und das war mitnichten auch nur in Ansätzen gemütlich.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tristesse

Nimm mir das jetzt nicht übel,

Nein... warum auch?

Veröffentlicht von: @tristesse

Die sind massenhaft im Meer verreckt für einen Krieg, der nicht zu gewinnen war.

Das ist mir bewusst.... das es damals so war. mein Vater hat nicht viel erzählt was er in den letzten 3 Monaten des Krieges , die er in eine Uniform gepresst und verheizt wurde, erlebt hat. Aber das war er erzählte hat gereicht

Es gibt aber einen kleine Unterscheid zwischen ehm. Wehrmacht / Marine und der damaligen Bundeswehr

Die BW wurde auch gegründet um einen weiteren Krieg (spez. mit dem Warschaer Pakt) in Europa zu verhindern und diesen Auftrag hat sie (auch wenn es 2-3 mal kurz vor knapp war) mitgeholfen zu erfüllen.

Das dürfenwir auch nicht vergessen.

Veröffentlicht von: @tristesse

dieser Krieg war und das war mitnichten auch nur in Ansätzen gemütlich.

Krieg ist niemals "gemütlich" gewesen

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @scylla

Es gibt aber einen kleine Unterscheid zwischen ehm. Wehrmacht / Marine und der damaligen Bundeswehr

Veröffentlicht von: @scylla

Das dürfenwir auch nicht vergessen.

Ich bekomme das jetzt ehrlich gesagt nicht mit meinem Beitrag in Verbindung?

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tristesse

Ich bekomme das jetzt ehrlich gesagt nicht mit meinem Beitrag in Verbindung?

Meine Äusserung

"Ich hätte mich zur U-Boot Flotte (das waren eh nur 6 oder 8 Boote wimre) gemeldet" bezog sich rein auf die Bundeswehr,ihre damalige Struktur und den Einsatzauftrag
( der sich ja von dem im WK II deutlich unterschied)
der 80iger Jahre.

Wenn sie mich denn gezogen hätte.

Ich hab deine Post allerdings so verstanden, als hättest Du bei mir rausgelesen, das ich mich im WK II freiwillig zu den U Booten gemeldet hätte.
Dem ist nicht so.

Ich fand damals, bei der Besichtigung, nur technisch das WK II Boot interessant und die Enge nicht sehr beängstigend für mich.

Ich trink erst mal nen Kaffe oder 2.. glaub ich

Ich denk grad wohl wieder was zu verkomplizierend *seufz*

Anonymous antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478
Veröffentlicht von: @haidi

Aber wie ist dein Vergleich mit der Neuverfilmung? Ich mag sowas an sich gar nicht und habe mir daher die neue Serie im ZDF auch nicht angeschaut.

Kann man nicht vergleichen. Während das Orginal sich stur auf das alltägliche Geschehen in einem U-Boot beschränkt, welche nun mal nicht sehr abwechslungsreich war (Was ja ein wichtiges Element des Films ist) hat man die Neuverfilmung mit soviel Handlung wie nur möglich vollgestopft. Da laufen auf dem Boot Intrigen, Geheimnisse, Geheimaufträge, auch die Völkermorde sind ein Thema... und die zweite Rahmenhandlung kommt dann noch für jene hinzu, denen das noch nicht reicht.

Das mag heutigen Serien-Sehgewohnheiten für ungeduldige Zuschauer entsprechen, geht aber meilenweit an einer authentischen Darstellung vorbei... obwohl man sich da durchaus Mühe gegeben hat. Aber gerade im direkten Vergleich fällt das halt auf.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lucan-7

welche nun mal nicht sehr abwechslungsreich war

Das kommt meines erachtens auch nur in der TV Serie vollständig zum Ausdruck

Der (orginal) Kinofilm war doch letzendlich fast "nur" die Komprimierung auf die Szenen wo *was los* ist
physsich oder psychisch.

Auch wenn "der Alte" einmal frustriert den Bleistift wegwirft, weil er feststellt, das man zu weit weg ist von einem Gelitzug und unnütz herumkarriolt...

Nachtrag vom 14.01.2020 0909
Ok, mein Lieblingsdialog, Synonym für absolute Langeweile, (Du sach mal... hassu Haare in der Nase...)
kam auch schon im ursprünglichen Film vor 😀
https://www.google.de/search?client=opera&q=hast+u+haare+in+der+nase%3F&sourceid=opera&ie=UTF-8&oe=UTF-8

Anonymous antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478
Veröffentlicht von: @scylla

Das kommt meines erachtens auch nur in der TV Serie vollständig zum Ausdruck

Der (orginal) Kinofilm war doch letzendlich fast "nur" die Komprimierung auf die Szenen wo *was los* ist
physsich oder psychisch.

Richtig... deshalb ist der Kinofilm im Vergleich ja auch deutlich schwächer.

Wobei man heutzutage vermutlich noch mindestens 20 weitere Actionszenen hinzufügen würde... inclusive weiblicher Schiffbrüchiger, amerikanischer Agenten, heimlicher homosexuelle Liebe und zwei Meutereien...

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lucan-7

Wobei man heutzutage vermutlich noch mindestens 20 weitere Actionszenen hinzufügen würde... inclusive weiblicher Schiffbrüchiger, amerikanischer Agenten, heimlicher homosexuelle Liebe und zwei Meutereien...

Heut muss halt der Drehbuchschreiber das

"Handbuch für politisch korekte und diskriminierungsfreie Filme und TV Serien"

neben sich liegen haben.

Wobei.... *weibliche Schiffbrüchige*

kennst du

"Operation Petticoat"

😀

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Spoiler

Veröffentlicht von: @lucan-7

zwei Meutereien...

Das mit der Meuterei fand ich in der Serie auch seltsam, kommt das denn im Buch vor, weiß das einer?

Vor allem wie der Wrangel es schafft, innerhalb kürzester Zeit die komplette Besatzung bis auf eine Ausnahme auf seine Seite zu ziehen war mehr als unrealistisch. Da hätte man sich schon ne halbe Stunde Zeit für nehmen können.

Veröffentlicht von: @lucan-7

heimlicher homosexuelle Liebe

Ich glaub, dass das Szenario realistischer wäre als die Darstellung von 40 kernigen Kerlen in verschwitzten Unterhemden, die von ihren Mädchen erzählen und heimlich Fotos betrachten 😊 Da war man vor 40 Jahren scheinbar noch nicht so weit und thematisiert wurde es in der Serie ja auch nicht.

Ganz großer Gewinn für die Serie (ich weiß, wir sind hier bei Filmen, ich höre auch schon gleich auf zu schwärmen) war Tom Wlaschiha. Ich verehre den sehr und hab seine Darstellung sehr genossen, auch wenn seine Rolle nicht wirklich sehr originell war.

Angeblich soll ja eine zweite Staffel kommen 😀
Wie wird das denn?

*abtauch*

tristesse antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478

Filmische Missverständnisse

Veröffentlicht von: @tristesse

Das mit der Meuterei fand ich in der Serie auch seltsam, kommt das denn im Buch vor, weiß das einer?

Nein, so was gab es in der Form praktisch nicht. Die deutschen Soldaten haben in den allermeisten Fällen einfach stur das gemacht, was sie für ihre Pflicht hielten, ohne Fragen zu stellen. Es heisst ja auch, dass Buchheim selbst von den erstem Film sehr enttäuscht war, weil er die emotionale Darstellung der Schauspieler für zu übertrieben hielt. Was ich ihm durchaus abnehme... die Leute waren tatsächlich bereit zu sterben, und wenn nicht, dann liess man sich das zumindest nicht anmerken. Man flüchtete sich in seine Aufgaben und liess keine Gefühle zu.
Was für das Kino natürlich sehr unpraktisch ist.

Das hatte sicher nichts mit Heldentum zu tun, ist aber heute nur schwer vermittelbar und würde filmtechnisch für Missverständnisse sorgen, weil es nach aussen hin "cool" und "tough" wirken würde - während es in Wahrheit einfach nicht üblich war, seine Gefühle zu zeigen.

Es ist also fast unmöglich, heute einen wirklich authentischen Film über die damalige Zeit an der Front zu machen, weil die Filmsprache, wie wir sie gewohnt sind, die Sache verfälschen würde.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Meuterei

Veröffentlicht von: @lucan-7

und zwei Meutereien...

Das halte ich für das Irrealste dabei

Die U-Boot Fahrer waren zu 99% Freiwillige und die, welche das Massaker im Nordatlantik überlebt haben, trotzdem meistens immer noch glühende Verehrer von Admiral Dönitz

Die einzige offene Meuterei einer Schiffscrew an die ich mich erinnere, ist die des Mienensuchboot M 612 am 05.05.1945.
Am gleichen Tag noch niedergeschlagen, wurden 11 Matrosen standrechtlich erschossen.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @lucan-7

Das mag heutigen Serien-Sehgewohnheiten für ungeduldige Zuschauer entsprechen, geht aber meilenweit an einer authentischen Darstellung vorbei... obwohl man sich da durchaus Mühe gegeben hat. Aber gerade im direkten Vergleich fällt das halt auf.

Also die letzten 100 Minuten geht es aber auch in der Petersen Verfilmung richtig ab 😊 Ich würde nicht sagen, dass der von der Action her da weniger hergibt als die Serie. Ob das letzte Drittel in sich so realistisch war, kann ich nicht beurteilen, aber das kann ich bei der Serie ja auch nicht. Was ich bei der Serie schade fand ist dass sie die grandiose Filmmusik nicht einmal richtig lange ausgespielt haben. Immer nur so Melodiefetzen.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Kann man nicht vergleichen. Während das Orginal sich stur auf das alltägliche Geschehen in einem U-Boot beschränkt, welche nun mal nicht sehr abwechslungsreich war (Was ja ein wichtiges Element des Films ist) hat man die Neuverfilmung mit soviel Handlung wie nur möglich vollgestopft.

Das ist ja auch eine mehr als doppelt so lange Serie, da muss man schon anders planen als einen Film. Stell Dir mal den Film als 8 stündige Serie vor *gähn*
😀

Aber allein schon wegen der Besetzung war der Film ein grandioses Erlebnis... all diese bekannten Namen und Gesichter.
Immer wenn Grönemeyer ins Bild kam, dachte ich, der muss doch langsam mal anfangen zu singen 😉 Ich hab gar nicht gewußt, was für ein großartiger Schauspieler er ist. Schade, dass er da nicht mehr so viel macht.

tristesse antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29478
Veröffentlicht von: @tristesse

Also die letzten 100 Minuten geht es aber auch in der Petersen Verfilmung richtig ab 😊 Ich würde nicht sagen, dass der von der Action her da weniger hergibt als die Serie.

Sicher, aber die Langeweile und Eintönigkeit zuvor sorgt da für einen entsprechenden Kontrast.

Veröffentlicht von: @tristesse

Das ist ja auch eine mehr als doppelt so lange Serie, da muss man schon anders planen als einen Film. Stell Dir mal den Film als 8 stündige Serie vor *gähn*

Na ja, die neue Serie geht über 8 Stunden, die Orginalserie über 5 ... wenn man bedenkt dass ein großer Teil der neuen Serie gar nicht auf dem Boot spielt, dann ist die alte Serie technisch gesehen sogar länger.

lucan-7 antworten


Distelnick
Beiträge : 1335

The dead dont die
Zombiefilm mit Bill Murray und Tilda Swinton.
Ganz amüsant, hatte aber gedacht er wäre lustiger.
Ich mag Tilda gern anschauen, sie hält sich wenig an Genderklischees..
Aber dennoch rettet das den Film nicht vor einer mauen 3.

distelnick antworten
Seite 21 / 27
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?