Sehnsuchtsorte
Liebe Mitschreiber und Mitleser,
Liebe Mitschreiberinnen und Mitleserinnen
Kennt ihr das auch?
Ihr seid irgendwo gewesen, wo es euch gut gefallen hat, möchtet immer wieder oder vielleicht noch einmal dort hin?
Ihr habt historische Gebäude, schöne Städte oder Landschaften in Bildberichten, im Fernsehen oder aus Berichten von Freunden gesehen und/oder gehört und ihr möchtet auch einmal dort hin?
Wenn ihr dazu persönliche Erleben, Träume vielleicht auch erfüllte Träume habt, ist hier sehr gerne Raum dafür.
Und wer weiß, vielleicht ergibt sich für Mitlesende und auch Mitschreibende der eine oder andere Urlaubstipp daraus.
Ich freue mich sehr auf eure Berichte
Inge
Ich bin gerade in der Schweiz. Gestern sind wir mit der Seilbahn auf ein Hochplateau gefahren. Dort hatte ich das Gefühl, von Licht und klarer Luft durchflutet zu werden. Es war ein wunderbares Erlebnis. Dazu noch die Blumen und die Aussicht auf einen türkisblauen See. Unbeschreiblich!
@mariposa22 Das kann ich so gut nachvollziehen! Aus dem engen schattigen Tal in die sonnige Weite des Hochplateaus zu kommen, da fühle ich mich auch weit und licht!
Ich denke jetzt z.B. an die Fahrt auf die Schynige Platte hinauf mit ihren Alpenblumen und dem wunderbaren Blick auf das Bergpanorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau und hinüber zum Niesen und zum Hardergrat. Im Tal schimmern der türkisfarbene Brienzersee und in der Ferne der Thunersee, dazwischen das Bödeli mit Interlaken. Auf der Schynigen Platte hat man in etliche Felsen Psalmverse eingraviert, die Gott loben wegen der Schönheit seiner Schöpfung, so überwältigend ist der Blick.
In der Schweiz habe ich schon viele solcher Stellen kennengelernt. In der letzten Woche waren wir auf einer Walliser Alphütte in 2100 m Höhe, mit weitem Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge, dabei ganz ruhig und friedlich, nur die Kuhglocken in der Ferne und das Summen der Insekten zwischen den Blüten war zu hören. Der Sternenhimmel nachts war einfach überwältigend.
Wo bist du denn gewesen?
Wir waren in der Region Toggenburg und sind den Chäserrugg raufgefahren, zuerst mit dem Sessellift, dann weiter mit der Gondel. Es war das erste Mal, dass ich keine Panik bei einer Fahrt mit Lift oder Gondel bekommen habe, ich habe es einfach nur genießen können. Und ja, man Gott nur loben, wenn man oben ist.
Lebst du in der Schweiz? Bist du Schweizerin?
Ich bin Deutsche und lebe am Niederrhein, wo ein "Berg" von 40 m Höhe schon die Sensation der Gegend ist 🤣
In der Schweiz sind wir öfter, seit unser Sohn mit Familie am Thunersee lebt. Seit der Geburt der Enkeltochter verbringen wir meist eine Woche im Monat dort. Unsere Enkelin soll uns kennenlernen und wir wollen auch die Eltern etwas in der Kinderbetreuung entlasten. Nicht zuletzt ist es halt auch sehr schön dort 😊
In der Schweiz sind wir öfter, seit unser Sohn mit Familie am Thunersee lebt. Seit der Geburt der Enkeltochter verbringen wir meist eine Woche im Monat dort. Unsere Enkelin soll uns kennenlernen und wir wollen auch die Eltern etwas in der Kinderbetreuung entlasten. Nicht zuletzt ist es halt auch sehr schön dort 😊
Mit Sicherheit war es bei uns auch nicht das letzte Mal, das wir in der Schweiz waren. Mir ist übrigens aufgefallen, dass die älteren Menschen in der Schweiz ein ganz anderes Selbstverständnis als die deutschen älteren Menschen haben. Bei vielen Senioren habe ich ein Strahlen in den Augen wahrgenommen, wo bei uns oft nur tote Augen vorherrschen. Empfindest du das auch so, oder habe ich mir in meiner Urlaubs- Euphorie eingebildet?
Ich glaube das liegt einfach - an Deutschland. Das hat viel mit Familienwerten zu tun, ob man alte Menschen schätzt, respektiert oder ehrt und einbindet. Hier gilt gefühlt doch vorrangig Party Karriere und Selbstverwirklichung. Klar das ältere Menschen in unserer Gesellschaft nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt stehen. Zumindest weniger als vielleicht in Südeuropa.
Warum funktioniert der 'Enkeltrick" hier so gut? Weil die Menschen isoliert sind und alleine. Es ist einfach traurig.
Sicher betrifft das nicht alle. Aber so vom Schwerpunkt schätze ich das schon so ein. Wie häufig sieht man alte Leute einfach fertig mit der Welt durch die Gegend laufen. Alle paar Monate mal ein Verwandter zu besuch usw. oder allein im Altenheim, das sind keine Seltenheiten.
Ich glaube es gibt nichts unattraktiveres als in Deutschland "alt" zu werden. In irgendeiner Mietwohnung in einem anonymen Viertel dahin zu vegetieren.
Die wo jetzt 80 bis 90 sind, das war ja auch die letzte Generation vor dem 68 er Kulturkampf. War es nicht so, das damals die jüngeren Menschen bewusst alles althergebrachte abgelehnt haben und das im Mainstream sehr stark sich Niedergeschlagen hatte? Sowas wie ein richtiger Bruch zwischen den Generationen. Gerade in den großen Städten war das bestimmt Spürbar. Auf dem Land vielleicht etwas weniger.
Nur meine Persönliche Einschätzung.
Veröffentlicht von: @kappaDas hat viel mit Familienwerten zu tun, ob man alte Menschen schätzt, respektiert oder ehrt und einbindet. Hier gilt gefühlt doch vorrangig Party Karriere und Selbstverwirklichung. Klar das ältere Menschen in unserer Gesellschaft nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt stehen. Zumindest weniger als vielleicht in Südeuropa.
Gibt es denn in der Schweiz genau diese Armut, die es in D gibt? Wie fühlen sich wohl Menschen, die ihr Leben lang geackert haben und dann so gut wie nichts dafür erhalten, um sich wohl zu fühlen? Wie ist das in der Schweiz?
Gibt es denn in der Schweiz genau diese Armut, die es in D gibt?
In der Schweiz gelten ca. 8 bis 10 % als unter der Armutsgrenze lebend. Hier ist die Armut eher unsichtbar. Hier lebende arme Menschen sind meines Wissens idR aber nicht "existenziell" bedroht in Bezug auf zu wenig Essen oder dergleichen.
Aber ich habe auch schon Menschen gesehen, die Abfalleimer nach Essbarem durchforstet haben oder in einem Selbstbedienungsrestaurant auf zurückgegebenen Serviertabletts nach solchem Ausschau hielten.
Wie fühlen sich wohl Menschen,
Für arme Menschen in der Schweiz ist die besondere Herausforderung diejenige, in einem Land zu leben, in welchem die grosse Mehrheit in ziemlichem Wohlstand lebt. Die Stigmatisierung dürfte recht stark und Armutsbetroffene mit Schuldgefühlen belastet sein.
Wie der Schriftsteller Lukas Bärfuss, der selbst einmal obdachlos war, einmal sagte: "Armut dürfte es in einem Land wie der Schweiz eigentlich nicht geben."
Ich glaube das liegt einfach - an Deutschland. Das hat viel mit Familienwerten zu tun, ob man alte Menschen schätzt, respektiert oder ehrt und einbindet.
Deutschland ist speziell, da hast du recht. Aber auch in anderen europäischen Ländern sind alte Menschen nicht so fröhlich. Ich denke, die Schweizer haben den Vorteil, keinen Krieg gehabt zu haben.
Mir ist übrigens aufgefallen, dass die älteren Menschen in der Schweiz ein ganz anderes Selbstverständnis als die deutschen älteren Menschen haben. Bei vielen Senioren habe ich ein Strahlen in den Augen wahrgenommen, wo bei uns oft nur tote Augen vorherrschen. Empfindest du das auch so, oder habe ich mir in meiner Urlaubs- Euphorie eingebildet?
Ja, das ist mir auch aufgefallen. Die Liebe zur Heimat und zur Natur ist groß, aber wen wundert das bei einer Landschaft, die auch uns entzückt 😀 Dazu kommt auch, dass die Menschen in der Schweiz sich mehr verantwortlich für ihr eigenes und das allgemeine Wohl fühlen als ich das von hier kenne. Hier wird ja doch viel mehr nach dem Staat gerufen anstatt Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Jedenfalls ist mir das bei den Menschen aufgefallen, die ich kennengelernt habe. Ob man das aber verallgemeinern kann, bezweifle ich. In den Städten wird vermutlich auch in der Schweiz das Leben anders sein.
Bei vielen Senioren habe ich ein Strahlen in den Augen wahrgenommen
Ich vermute, dass es sich dabei um die von mir als "Silberfüchse" genannte Spezies handelt. Das sind frisch oder gar früh pensionerte Leute der Boomer-Generation, die nun in Scharen alle möglichen Tourismusdestinationen bevölkern und die finanziell gut dastehen.
Die Montreux-Oberland-Bahn nenne ich deshalb Silberfuchs-Express, weil der voll ist mit rüstigen und ausflugsfreudigen Rentnern - tendenziell eher Schweizern. Im Bernina-Express hat es aber auch auffallend viele deutsche Rentner unterwegs.
oder habe ich mir in meiner Urlaubs- Euphorie eingebildet
Vielleicht kommt das auch noch etwas dazu, aber die darfst/durftest du ja ruhig haben. 🙂
Ich vermute, dass es sich dabei um die von mir als "Silberfüchse" genannte Spezies handelt. Das sind frisch oder gar früh pensionerte Leute der Boomer-Generation, die nun in Scharen alle möglichen Tourismusdestinationen bevölkern und die finanziell gut dastehen.
Bist du auch ab und zu mal in Deutschland unterwegs? Dann achte mal auf unsere Nachkriegsgeneration. Auf mich wirken sie sehr desillusioniert, verbittert und verunsichert. Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt auch sehr viele nette Leute dieser Generation. Aber der Großteil wirkt sehr traurig. Ich denke, das liegt tatsächlich am Krieg, der ihnen die Kindheit versaut hat.
In der Schweiz sind wir einmal an einer alten Frau, die vergnügt an einem Bach angelte, vorbeigekommen. Das habe ich bei uns noch nicht erlebt.
Bist du auch ab und zu mal in Deutschland unterwegs?
Nur ganz selten. Aber hier in der Schweiz leben auch sehr viele Deutsche. Es ist die grösste Ausländergruppe, die hier lebt.
Ich hatte mein Leben lang mit Deutschen zu tun, sei es als Nachbarn, Lehrer, WG-Mitbewohner, Klassenkameraden, Ärzte, Arbeitskollegen, in christlichen Gemeinden usw. usf. Meine Erfahrungen waren insgesamt eigentlich ausnahmslos recht positiv.
Nur mit Touristen gab/gibt es manchmal etwas unangenehme Vorkommnisse. Dabei kommt mir dieser Typus älterer Herr in den Sinn, bei denen man den Eindruck hat, dass man sie anschreien könnte, ohne dass sie auf das Gesagte Bezug nehmen. Sowas habe ich mit Schweizern noch nie erlebt.
Dann achte mal auf unsere Nachkriegsgeneration. Auf mich wirken sie sehr desillusioniert, verbittert und verunsichert.
Das kann natürlich sein, dass das eine grosse Rolle spielt und ist etwas, in das wir (Schweizer) uns vielleicht nicht wirklich hineinversetzen können.
In der Schweiz sind wir öfter, seit unser Sohn mit Familie am Thunersee lebt
Grüessech, grüessech... Jäääh, chöisi de Bärndütsch? Aber die kenne de sicher kes Matte-Bärndütsch oder sogar Mattenänglisch u wüsse nid emau, dass es das git, resp. gäh het. 🙂
Grüessech ... Bärndütsch spreche ich leider nicht, verstehe noch nicht mal alles. Dabei finde ich den Klang so schön, so weich und freundlich. Alleine wenn die Nachbarin nur "ja" sagt, in diversen Nuancen, einfach nett ...
Wie du schon vermutest, kannte ich das Matte-Bärndütsch oder sogar Mattenänglisch bisher überhaupt noch nicht, hatte noch nie davon gehört. Mit den Nachbarn meines Sohnes habe ich mich aber schon öfter über Bärndütsch-Dialekte unterhalten. Gerade in den Tälern des Oberlandes gibt es da wohl ziemliche Unterschiede. Und dann kommt immer: "Aber die Stechelberger versteht überhaupt niemand" 🤣
Grüessech
Oh, sehe deine Antwort erst jetzt, nachdem ich den anderen Kommentar gepostet hatte.
Bärndütsch spreche ich leider nicht
Das ist auch sehr schwierig oder fast unmöglich, wenn du nicht da aufgewachsen bist.
den Klang so schön, so weich und freundlich
Deshalb haben auch viele Deutschschweizer etwas Mühe mit dem deutschen Deutsch, das eben ziemlich hart klingt.
Wie du schon vermutest, kannte ich das Matte-Bärndütsch oder sogar Mattenänglisch bisher überhaupt noch nicht, hatte noch nie davon gehört.
Na gut, das ist verständlich. Als ich ca. 1991 in der Buchhandlung Krebser z'Thun mal danach fragte, kannte die Baseldeutsch sprechende Buchhändlerin das auch nicht. Aber dafür sicher der Herr Mar, ein wandelndes Lexikon, der übrigens ein "Tüütscher" war. 🙂
Gerade in den Tälern des Oberlandes gibt es da wohl ziemliche Unterschiede.
Das stimmt, gut beobachtet. 👍 Manchmal werden "Fremde" (z.B. Brienzer in Grindelwald) nur mit Mühe akzeptiert. In Sigriswil werden Auswärtige - ich kenne jemandem mit gemischt Deutschschweizerischem Dialekt - gar nicht in den eigenen Kreisen akzeptiert.
"Aber die Stechelberger versteht überhaupt niemand"
Die wollen ja auch nicht verstanden werden. 🙂
der Herr Mar
Hier fehlt ein "a", also Maar.
Unser Sohn ist mit seiner Familie sehr freundlich aufgenommen worden, obwohl sie ja nun richtige Ausländer sind. Da ist man wohl etwas nachsichtiger als bei "Ausländern" aus rivalisierenden Orten 🤪
Heute kann ich nur am Smartphone schreiben, deswegen die knappen Antworten 😊
@tamaro Das schönste schweizer Wort ist für mich "Güeggeli" (weiß nicht, ob ich es richtig in Erinnerung habe). Das hört sich soooo goldig an.
Das schönste schweizer Wort ist für mich "Güeggeli"
Vermutlich meinst du das "Himu (für Himmel) -güegeli" (Marienkäferchen). 🙂
Es gibt auch nach das "Güggeli" für Hühnchen oder Hähnchen. "Dr Güggu" ist der Hahn. Ein Küken wird "Bibili" genannt. 🙂
wunderbaren Blick auf das Bergpanorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau und hinüber zum Niesen und zum Hardergrat
Das was du hier beschreibst, ist meine Heimat, da bin ich aufgewachsen. 🙂 Deshalb auch mein seltsames Posting auf Bärndütsch, welches in diesem Forum wahrscheinlich nicht verstanden wird und nur Fragezeichen in Gedankenblasen aufwirft. Aber isch gliich.
Am 1. August war ich mit der "Blüemlere" abends auf dem Thunersee. 🙂 ... und am Tag darauf in der Spiezer Bucht.
Hardergrat
Kennst du das Hardermannli?
Auf der Schynigen Platte hat man in etliche Felsen Psalmverse eingraviert, die Gott loben wegen der Schönheit seiner Schöpfung, so überwältigend ist der Blick.
Im Berner Oberland gab es ca. vom 17. bis 19. Jhdt. Erweckungsbewegungen, die bis heute nachwirken. So stammt bspw. der Gründer der Amish (Jakob Ammann) aus Erlenbach im Simmental. Die Menschen waren dort zu jener Zeit bitterarm. Der Tourismus, der ab dem 19. Jhdt. durch die Briten entstanden ist, konnte da schon für Linderung sorgen.
Wegen der Gefühle, die durch den Anblick der Landschaft in den Menschen entstehen, wird auch gejutzt. Das ist ein typisches Element der Schweizer Volksmusik, in welcher manchmal auch Bezug zum Schöpfer genommen wird. (Wie auch in unserer Nationalhymne).
Du Glücklicher, dass du dort aufgewachsen bist! Deinem Avatar nach hätte ich dich eher ins Tessin verortet.
Eine Abendfahrt der Blüemlisalp mitzumachen, stelle ich mir herrlich vor. Bei unseren Abend Spaziergängen am See rauschte sie festlich erleuchtet an uns vorbei, mit lauter fröhlichen Menschen an Bord. Am 1. August konntest du ja zusätzlich noch alle die Feuerwerke rundum bestaunen. An der Ländte in Hünibach habt ihr ja sicherlich auch angelegt, da sind wir nämlich immer. Mit dem Thuner See verbinde ich immer eine sommerliche Leichtigkeit.
Deinem Avatar nach hätte ich dich eher ins Tessin verortet.
Im Tessin bin ich auch sehr gerne, es ist quasi eine zweite Heimat für mich. 🙂 Mittlerweile gibt es recht viele Regionen in der Schweiz in denen ich mich gerne aufhalte und mich auch etwas auskenne.
mit lauter fröhlichen Menschen an Bord
Was mich erstaunt hat, ist, dass das sich zuwinken von Leuten vom Schiff aus zu jenen an Land resp. anderen Schiffen sich als Brauch hat halten können. Das taten die Leute schon zu meiner Kindheit. Als ich Teenie/junger Erwachsener war, fand ich es doof, aber heute finde ich es wieder eine schöne Geste und mache deshalb gerne mit.
Am 1. August konntest du ja zusätzlich noch alle die Feuerwerke rundum bestaunen.
Ja, wobei es im Vergleich zu früher viel weniger hat und dieses Jahr wohl auch das Wetter seinen Anteil an weniger Feuerwerk hatte. (Was aber dafür dem Wohlbefinden der Tiere zugute kam). Aber ein recht grosses Feuerwerk wurde mitten auf dem See gezündet, von der Firma Hamberger aus Oberried, sehr professionell.
An der Ländte in Hünibach habt ihr ja sicherlich auch angelegt
Bei einer Rundfahrt legen die Schiffe nie an anderen Ländten an, nur am Hafen in Thun bei Beendigung der Fahrt. Nur Kursschiffe legen bei den meisten Ländten an.
An der Ländte in Hünibach
Das war und ist eine meiner Lieblingsflanierstrecken, vom Mühleplatz in Thun bis Hünibach und zurück. Als Kind machte mir das Füttern der Enten besonders viel Spass. Aber das sollte man heute ja unterlassen.
Mit dem Thuner See verbinde ich immer eine sommerliche Leichtigkeit.
Geht mir auch so, aber das verspüre ich eher nur im oberen Seegebiet. Im unteren Seeteil, ungefähr ab Leissigen resp. Merligen bis Interlaken habe ich zumeist ein eher mulmiges Gefühl ("gschmuech", wie man auf Berndeutsch sagt), das ich nicht so recht begründen kann. Ob es am steil abfallenden Därliggrat liegt oder dem Drachen, welcher der Legende nach immer noch im See leben soll, seitdem er einst vom heiligen Beatus aus der nach ihm benannten Höhle gejagt wurde?
Ja, wobei es im Vergleich zu früher viel weniger hat und dieses Jahr wohl auch das Wetter seinen Anteil an weniger Feuerwerk hatte. (Was aber dafür dem Wohlbefinden der Tiere zugute kam). Aber ein recht grosses Feuerwerk wurde mitten auf dem See gezündet, von der Firma Hamberger aus Oberried, sehr professionell.
Wie kann ich mir das Feuerwerk mitten auf dem See vorstellen? Wurde das von Booten aus gezündet? Unsere erste Fahrt nach Thun war zufällig an einem 1. August, wir wussten aber nicht, dass das der Bundesfeiertag ist. In Bern fielen uns die vielen Menschen auf, die in die Aare sprangen und sich mittreiben ließen und wir wunderten uns über die fröhliche Stimmung. Der Hund meines Sohnes war aber überhaupt nicht fröhlich sondern verkroch sich den ganzen Tag in den letzten Kellerraum.
Wir haben in diesem Jahr den 1. August im Val d'Herens (Eringertal) im Wallis verbracht, in einer Alphütte auf 2100 m Höhe. Da war überhaupt nichts vom Feuerwerk zu hören, sehr entspannt für den Hund.
Bei einer Rundfahrt legen die Schiffe nie an anderen Ländten an, nur am Hafen in Thun bei Beendigung der Fahrt.
Ah, das wusste ich nicht. Wird bei der Rundfahrt nicht auch gespeist? Meine Schwiegertochter erwähnte letztens so etwas in die Richtung.
Das war und ist eine meiner Lieblingsflanierstrecken, vom Mühleplatz in Thun bis Hünibach und zurück.
Wir fangen ja immer in Hünibach an, aber sonst stimme ich dir zu 😀 Auf dem Hinweg der Blick auf Schloss Thun, Schloss Schadau und die imposanten alten Gebäude entlang des Sees. Ein kurzer Abstecher über den Göttibachsteg zur Schleuse, ob Surfer zu bestaunen sind. Auf dem Rückweg der Blick auf Stockhorn, Niesen und das Blümlisalphorn. Dazu die blumengeschmückten Geländer und Anlagen und auf dem immer wieder anders schimmernden See Segelboote, SUPs, Angelboote und Schwimmer. Hachja ... auf dem Smartphone habe ich als Displaybild ein Foto des Sees, vom Ufer aus aufgenommen, rechts die Schadau-Halbinsel und vorne Niesen und Blümlisalphorn. Das sagt ja schon alles, oder?
Wohnst du denn immer noch in der Gegend?
Geht mir auch so, aber das verspüre ich eher nur im oberen Seegebiet. Im unteren Seeteil, ungefähr ab Leissigen resp. Merligen bis Interlaken habe ich zumeist ein eher mulmiges Gefühl ("gschmuech", wie man auf Berndeutsch sagt), das ich nicht so recht begründen kann. Ob es am steil abfallenden Därliggrat liegt oder dem Drachen, welcher der Legende nach immer noch im See leben soll, seitdem er einst vom heiligen Beatus aus der nach ihm benannten Höhle gejagt wurde?
Das liegt bestimmt am Drachen, dass dort die Uferhänge so schroff sind 😆
Wie kann ich mir das Feuerwerk mitten auf dem See vorstellen?
Es hatte vermutlich - da es dunkel war, sah ich das nicht genau - auf dem See schwimmende, temporäre Platten montiert, von wo aus das Feuerwerk gezündet wurde. Auch auf dem Bielersee wird es so gemacht, ebenfalls mit Abendrundfahrten der Schiffe verbunden.
Wir haben in diesem Jahr den 1. August im Val d'Herens (Eringertal) im Wallis verbracht, in einer Alphütte auf 2100 m Höhe.
Fände ich auch wieder einmal schön, in der Höhe einen 1. August-Abend zu verbringen. Vom Schiff aus sind jeweils verschiedene Höhenfeuer der Region zu sehen. Sehr beliebt sind an jenem Tag auch die Brunches auf Bauernhöfen, die an sehr vielen Orten angeboten werden.
Wird bei der Rundfahrt nicht auch gespeist?
Man kann mit aber auch ohne Abendessen wählen. Viele Leute nehmen etwas Eingekauftes mit. Es gab welche, die sich ein sehr reichhaltiges "Privat-Buffet" gönnten. Ich persönlich finde, ohne Abendessen lässt mehr Flexibilität frei. Sonst bist du lange im Schiffsinneren und einen zugewiesenen Platz gebunden. Ich verbringe eine Schiffahrt viel lieber auf dem Aussendeck und wechsle gerne den Platz. Bei der Rundfahrt am 1. August konnte man auch in der 1. Klasse Platz nehmen, sich also auf dem ganzen Schiff frei bewegen. Ich weiss nicht, ob das bei anderen (Abend)-Rundfahrten auch möglich ist.
Göttibachsteg zur Schleuse, ob Surfer zu bestaunen sind
In Thun werden sie Wellenbrettler (Wäuebrättler) genannt. Das ist ein jahrzehntealter Brauch. Vor ca. 30 Jahren gab es auch scharenweise junge Leute, die von der Bahnhofbrücke aus in die äussere Aare sprangen (gefährlich wegen der Brücken-Sockel) oder sich durch eine Öffnung der Schleuse hindurchtreiben liessen. Immer nur die mittlere von drei Öffunungen war möglich. Ansonsten wäre man mit grosser Wahrscheinlichkeit ins Widerwasser, Gegenströmungen mit Unterwasserwirbeln geraten. Nach einigen tragischen Unfällen ist das glaube ich mittlerweile verboten. Früher war das zwar auch nicht legal, aber wurde toleriert.
Wohnst du denn immer noch in der Gegend?
Ich lebe schon seit ca. 30 Jahren nicht mehr in der Gegend, sondern war seither in verschiedenen anderen Regionen der Schweiz, auch im französischsprachigen Teil, der Romandie. Aber ich mache immer wieder gerne Ausflüge ins Berner Oberland. In letzter Zeit wieder etwas mehr. So weit ist die Reise ja jeweils nicht. Es fühlt sich jedoch merkwürdig an, sich als Tourist in der Heimat zu bewegen, während andere, die gar nicht so sprechen wie ich, dort nun heimisch sind. 🙂
Es hatte vermutlich - da es dunkel war, sah ich das nicht genau - auf dem See schwimmende, temporäre Platten montiert, von wo aus das Feuerwerk gezündet wurde.
So etwas wird es vermutlich gewesen sein. Im Val d'Herens haben wir kein einziges Feuerwerk gesehen, auch keine Feuer auf den Höhen. Vielleicht will man vermeiden, die Rinderherden zu beunruhigen. Wir waren ja mitten in einem bäuerlich genutzten Alpgebiet, unterhalb von uns wurde gerade geheut, oberhalb grasten sehr große Rinderherden. Klar, es wurde gefeiert, aber halt komplett ohne Feuerwerk oder Feuer.
In Thun werden sie Wellenbrettler (Wäuebrättler) genannt. Das ist ein jahrzehntealter Brauch.
Ach, schau an, so lange gibt es sie schon dort! Ich habe sie eigentlich zufällig entdeckt, als ich die Gegend erkundete. Mir schien das ziemlich gefährlich zu sein. Wenn die Surfer aus der Welle rauskommen, sind sie schnell gefährlich nah an den nächsten Brückenpfeilern und die Strömung ist ja auch recht stark. Wie der Untergrund beschaffen ist, sieht man nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es dort auch Felsen gibt, vor denen man sich in acht nehmen muss. Da gehört schon einiges an Mut zu, finde ich. Brückenspringer haben wir auch gesehen, aber nur vereinzelt.
Es fühlt sich jedoch merkwürdig an, sich als Tourist in der Heimat zu bewegen, während andere, die gar nicht so sprechen wie ich, dort nun heimisch sind.
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Während du jetzt heimisch bist in Gegenden, in denen die Menschen anders sprechen als du 🙂
Während du jetzt heimisch bist in Gegenden, in denen die Menschen anders sprechen als du
Ja, aber immerhin wird da, wo ich jetzt wohne, der Dialekt meiner Mutter gesprochen, den ich mit etwas Übung auch akzentfrei hinkriegen würde, so ich denn wollte. Und ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass ich diesen Teil meiner Herkunft auch sehr stark in mir habe und fühle und somit dies auch Teil meiner Heimat ist. 🙂
Und ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass ich diesen Teil meiner Herkunft auch sehr stark in mir habe und fühle und somit dies auch Teil meiner Heimat ist.
Das klingt so schön: heimgekommen in dem, was auch Teil deiner selbst ist. 🙂
Mein Sehnsuchtsort ist Koprivshtiza, stellvertretend für ganz Bulgarien.
Koprivshtiza ist eine bulgarische Kleinstadt mit vielen restaurierten Bürgerhäusern aus dem 19.Jahrhundert. Der Ort, dessen Name einen Zungenbrecher darstellt, ist heute Museumsstadt und touristisches Ziel. Die Stadt ist nicht zuletzt wegen der "Brücke des ersten Schusses" bekannt. Auf jener Brücke wurde 1876 der erste Schuss zum erfolgreichen Aufstand gegen die osmanische Vorherrschaft abgegeben.
Und in Koprivshtiza aß ich den leckersten Joghurt in meinem Leben.
1992 war ich mit Freunden in Irland/Ring of Kerry. Bei einem Ausflug nach Kenmare saß ich mit meiner Freundin G. am Atlantik, als plötzlich nach einem kleinen Schauer ein Regenbogen auftauchte - so wunderschön!!! Überhaupt ist Irland ein Land mit einer tollen Natur, viel sehenswertem und netten Menschen. Gerne würde ich noch einmal mit meinem Mann dorthin reisen, aber das wird nix mehr 😥 .
Nur das Essen war gewöhnungsbedürftig 😉... Pommes mit Essig in einer Tüte aus Zeitungspapier! Aber nach einer anstrengenden Wanderung (das ging damals noch) schmeckt auch das 😀 . Plus eine klare Fisch-/Muschelsuppe, mit Zutaten frisch aus dem Meer.
Ich hatte das bereits bei vielen Orten & Ländern, jedoch ziemlich eindrücklich im Gedächtnis geblieben ist mir Israel.
Alles dort war so faszinierend, die Landschaft, die Wüste & nicht zuletzt natürlich auch noch das Biblische... Es war einfach mit nichts zu vergleichen.
Ich wollte unbedingt wieder hin, aber befürchte, das ist jetzt für sehr, sehr lange Zeit erstmal in ganz weite Ferne gerückt... 🤔
@coffeeandbible ... danke für deinen Like für meinen Lissabon~Post!
Vielleicht wäre das ja auch für dich eine Reise wert? 😉
Ich staune, wie mir das Leben immer wieder Brotkrumen streut.
Z.B. scheint gerade JEDER noch so kleine Bäcker bei mir in der Gegend Pasteis de Nata anzubieten!
Woran genau auch immer ...(?) aber ich bleibe dran.
& Dir liebe Grüße.
@ladygiant
In Portugal selbst war ich tatsächlich schon einmal - seeehr schön dort!
In Lissabon selbst aber noch nicht.
Liebe Grüße zurück 🙂
@coffeeandbible ... der Traum schläft sich gerade noch mal so richtig in mir aus, hab´ ich das Gefühl.
Loslassen wird er mich ~hoffentlich* nicht.
Gruß erneut :o)
PS: viell. findet sich mal gelegenheit, über deinen sehr interessanten avatar-namen zu sprechen? heute aber nicht mehr, bin sogar schon zu müde für groß~ undkleinschreibselung.
@ladygiant Am Freitag oder Samstag gab es in einem 3. Fernsehrprogramm einen Reisebericht aus Portugal.
Sehr sehenswert, finde ich
Mein "Sehnsuchtsort" ist ganz klar Teheran. Da bin ich als Kind kurze Zeit zur Schule gegangen und das hat mich dann doch sehr geprägt. Und nach allem was man hört sind die Leute dort immer noch so freundlich wie früher.
Leider trifft das nicht auf alle Leute dort zu, und so lange dieses mörderische Regime dort an der Macht ist wird daraus wohl nichts werden.
Deshalb ist das gleich eine doppelte Sehnsucht: einmal die Stadt nach so langer Zeit wieder zu sehen - und gleichzeitig Frieden in der Region und Ende des Fanatismus und der Unterdrückung der Menschen dort.
Seit Neustem kann ich einen weiteren Sehnsuchtsort meiner Liste hinzufügen: Die Ostsee sowie ein direkt dort gelegenes Dorf in Lettland! 🙂 ❤️ ❤️
@coffeeandbible Wenn du die Ostsee magst, findest du die mecklenburgische Ostsee , wo ich daheim bin, vielleicht auch ganz schon.
Meine Sehnsuchtsorte an der Ostsee sind die Insel Hiddensee und der Weststrand auf dem Darß (nahe Ahrenshop und Prerow), sowie die Steilküste der Insel Poel, Aber auch die alte Hansestadt Wismar ist durchaus sehr besuchenswert. Und am allerschönsten ist natürlich meine kleine Heimatstadt (wobei ich da natürlich vielleicht nicht total objektiv bin. ;))
Nelagrüße:)