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Nachhaltigkeit im Alltag 4

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Anyway
 Anyway
Themenstarter
Beiträge : 325

Hallo zusammen,

es gab hier letztes Jahr (bevor ich dann in Babypause verschwunden bin) einen Thread über Nachhaltigkeit im Alltag. Gibt es Interesse das Thema wiederzubeleben oder wurde schon alles zu Genüge besprochen?

Wir sind da immer noch auf dem Weg zur Optimierung, wurden aber bedingt durch Babyzeit und Pandemie an manchen Stellen etwas ausgebremst. Dafür sind wir letztes Jahr so wenig Auto gefahren wie wahrscheinlich sonst noch nie.

Ich kaufe aktuell sehr viel mehr gebraucht als früher und verkaufe auch gezielter Sachen weiter. Unser Essen kommt zum größten Teil aus Biokiste und Biomarkt und ist daher meist unverpackt.

Womit ich aktuell echt kämpfe sind die Wünsche meiner Großen (3,5 Jahre)... sie hat durch die soziale Isolation in der Pandemie arg gelitten und bekam anfangs viele Pakete von Oma und Opa und Co... daher hat sich ein regelrechter "Wann bekomme ich das nächste Geschenk"-Wahnsinn aufgebaut und ich habe dann das ganze (nicht nachhaltige) Gedöns hier rumfahren, das sie gar nicht braucht, aber auch nicht hergeben mag. Gespräche mit der Verwandtschaft sind schwierig bis unmöglich... Habt ihr da Ideen?

Und wie läuft es bei euch mit Kinderkleidung? Ich kaufe sehr viel gebraucht und achte da dann auch auf nachhaltige Marken... das geht ganz schön ins Geld... und anfangs hat mich das nicht so gestört, weil ich ja dachte "Kann die kleine auch noch mal anziehen", aber die Große ist ein echter Wildfang und da überlebt nix lange... das kanns ja auch nicht sein... aber wenn ich dann Billig-Teile (gebraucht) kaufe, die in irgendwelchen Billiglohnländern unter miesen Bedingungen (von ausgebeuteten Frauen) hergestellt wurden und wo mit fieser Chemie die Umwelt zerstört wird, dann ist das ja auch nix...

Ich gehe bald wieder arbeiten (wenn die Pandemie nicht schon wieder andere Pläne hat) und habe überlegt mir ein E-Bike zu kaufen? Habt ihr da Empfehlungen worauf man achten muss?

Liebe Grüße
Anyway

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310 Antworten
Queequeg
Beiträge : 3137

Kosten
Nachhaltigkeit wird wohl ein bleibendes Thema sein - mit wohl auch bleibenden Problemen, die kaum lösbar sind.

Ein Aspekt sind die Preise für nachhaltige/biologische Nahrungsmittel. Ich habe jetzt die Preise verschiedener Fleischprodukte bei einem bekannten Supermarkt mit einer Metzgerei verglichen, bei der man im Internet regionale Bioprodukte bestellen kann. Auch ohne Frachtkosten waren hier die Preise für alle Artikel ziemlich genau doppelt so teuer. Das kann sich der, der die Preise im Supermarkt notiert hat, definitiv nicht leisten.

Ich selbst habe heute eine - ungemein leckere - Hühnersuppe gekocht. Das Huhn (1.500 g) hat 20,02 Euro gekostet - wie ich finde, auch ein sehr vornehmer Preis

queequeg antworten
97 Antworten
Blackhole
(@blackhole)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 951

Ja, das Problem beschäftigt mich auch: Wie man anständige Fleischerzeugung, also tiergerechte, und Gerechtigkeit unter einen Hut bringt, also es hinbekommt daß auch arme Familien sich Fleisch leisten können.

blackhole antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

2 Klassen
Ja, eine so deutliche Differenz habe ich sonst noch nicht festgestellt. Meist lagen die Preise in nachhaltig orientierten Geschäften um 50-60 % höher. Nur Bio-Bauernhöfe waren schon lange so viel teurer.

Ich fürchte, wenn das so weitergeht, wird es wirklich bald eine ausgeprägte 2-Klassen-Gesellschaft geben. Was daraus dann wird, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

queequeg antworten
Simmy
 Simmy
(@simmy)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 2518

Naja, auch früher konnten sich ärmere Familien nur selten Fleisch leisten. Bei meinem Großeltern und auch meinen Eltern gab es nur sonntags Fleisch. Weniger Fleischkonsum wäre so gesehen die Alternative.

simmy antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1277

In meiner Familie war eine Uroma- 1899 geboren. Zwei Weltkriege überstanden, ist noch mit der Pistkutsche gefahren und hat Kaisers Geburtstag gefeiert.
Die ernährte sich ihr ganzes Leben so, wie sie es seit ihrer Kindheit kannte: Wochentags stand ein Topf auf dem Herd, in dem wurde das Gemüse der Saison mit Kartoffeln gekocht. Es gab also immer Gemüseeintopf und es wurde einfach das neue Gemüse in den Rest des Vortags geschnippelt. Manchmal waren ein paar kleine Stückchen Speck im Eintopf, um der Sache Geschmack zu geben. Zur Abwechslung gabs manchmal Kartoffeln mit Quark und Leinöl oder Eierpfannkuchen und ab und an Hering.
Nur Sonntags gab es zum Frühstück ein Ei, Fleisch zum Mittagessen, Kuchen zum Kaffee und zum Abendessen eine Scheibe Schinken.
Die Dame ist 103 Jahre alt geworden- kann also nicht falsch gewesen sein, diese Ernährung.

murphyline antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17057

OT

Veröffentlicht von: @murphyline

Die Dame ist 103 Jahre alt geworden- kann also nicht falsch gewesen sein, diese Ernährung.

https://www.maz-online.de/Nachrichten/Politik/Des-Altkanzlers-Raucher-Bilanz#text=Schmidt%20rauchte%20mehr%20als%20eine,40%20Zigaretten%20pro%20Tag%20gesch%C3%A4tzt .
Helmut Schmidt hat im schätzungsweise 80 Jahre lange geraucht und ist 96 Jahre alt geworden.
Kann also doch nicht so falsch gewesen sein zu rauchen 😉

"Meine Oma" ist also argumentativ nicht unbedingt eine zutreffende Begründung für irgendwas. Wobei ich, um wieder ins Thema zurück zu finden, die Ernährung Deiner Oma und ihrer Familie um Längen gesünder finde als die von vielen, vielen Leuten heute.

tristesse antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1277
Veröffentlicht von: @tristesse

Meine Oma" ist also argumentativ nicht unbedingt eine zutreffende Begründung für irgendwas.

gut.
es war Nachhaltig weil nur das gegessen wurde, was in direkter Umgebung zur Jahreszeit wuchs und dadurch auch nicht energieaufwändig durch die halbe Welt transportiert wurde. Und es wurde aufgegessen, also nichts wurde weggeworfen.
Natürlich gab es auch Obst der Saison.
Es war gesund, weil hauptsächlich Gemüse verzehrt wurde. Die Ernährung war sehr fleischarm. Fleisch war etwas für besondere Anlässe und keine Alltagskost. Nur Milch gab es täglich. Ich denke, das Esssen war nicht besonders abwechslungsreich, aber trotzdem ausgewogen.
Jedenfalls hatte die Oma weder Diabetis, noch Bluthochdruck oder Aterienverkalkung oder andere, ernährungsbedingte Wohlstandserkrankungen.

murphyline antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17057
Veröffentlicht von: @murphyline

Jedenfalls hatte die Oma weder Diabetis, noch Bluthochdruck oder Aterienverkalkung oder andere, ernährungsbedingte Wohlstandserkrankungen.

Dagegen sag ich überhaupt nichts, im Gegenteil 😊
Zur damaligen Zeit werden übrigens die wenigsten diese sogenannten Wohlstandserkrankungen gehabt haben.

Ich hab nur eingehakt, weil Du geschrieben hattest, wenn man so alt wird, kann die Lebensart nicht falsch sein. Und das trifft halt in vielen Fällen nicht so zu.

tristesse antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Aber für was braucht man denn bitte Fleisch? Also zumindest braucht man das nicht in großen Mengen und wenn es was Besonderes ist, dann ist doch fast egal was es kostet. Aber aus ethischen und Umweltgründen kann man doch seinen tierischen Konsum deutlich reduzieren. Wenn man es ordentlich macht, dann dankt es einem auch die Gesundheit.

Wir (mein Mann, unsere Kinder (wobei eine ist noch ein Baby) und ich) haben 2020 zu 90% vegetarisch gegessen. Ich habe Ausnahmen gemacht für Fisch, den meine Tochter sehr liebt (max. zwei Mal im Monat) und ich habe einmal fürs Jahr beim Bauern im Ort Rind gekauft - da konnten wir sehen wo die Rinder das ganze Jahr auf der Wiese standen. Das war für besondere Anlässe. Ich habe fünf Kilo davon gekauft. Ansonsten mal vereinzelt 100gr Schinken, wenn mein Mann sich das für die Pizza gewünscht hat. Der Rest war vegetarisch. Achso und ich kaufe seit Ende 2019 zu 80% Bioartikel. Ich bekomme jede Woche eine Biokiste, die ich selbst zusammenstelle und einmal die Woche kaufe ich im Biomarkt ein. Was ich dort nicht bekomme hole ich im Supermarkt. Zum Discounter gehen wir gar nicht mehr. Bestimmte Obst und Gemüsesachen sowie auch teilweise unsere Nüsse hole ich bei Gebana zusammen mit den Nachbarn haben wir uns z.B. von Dezember bis Februar pro Monat 13kg Orangen geteilt. Das war super und ich habe noch nie so leckere Orangen gegessen!

Ende 2020 hab ich angefangen unsere Hauptmahlzeiten auf vegan umzustellen. Ich esse fast vollständig vegan - meine Töchter und mein Mann essen vegetarisch bei Frühstück und Abendessen. Meine große Tochter kann sich im Kindergarten aussuchen was sie essen mag.
Wir machen das jetzt bald drei Monate so... es schmeckt gut... wir werden genauso satt... und statt dass man jetzt dem Rind das B12 supplementieren muss, nehm ich das halt selbst. Ich habs sowohl mit meiner Ärztin, mit der Kinderärztin und mit einer Ernährungsberaterin besprochen. Alles gar kein Problem.

Das Problem ist eher, dass viele Menschen nicht verzichten wollen. Wie mein Schwager so schön sagt "Ich will aber mein Schnitzel und meine Wurst und das nicht nur am Sonntag." Von "Ich will aber..." lässt sich die Klimakrise aber nicht beeindrucken.

Zu den Kosten... natürlich kostet Bio mehr... es war aber gar nicht so viel mehr wie ich das dachte. Durch die Pandemie ist es schwierig für uns zu vergleichen, da mein Mann vorher in der Kantine gegessen hat und die Tochter im Kiga und ich bei der Arbeit. Seit März 2020 waren wir fast alle immer zu Hause und haben zu Hause gekocht - allein dadurch habe ich ja schon deutlich mehr einkaufen müssen. Aktuell brauchen wir (Baby nicht einkalkuliert) knapp 8 Euro pro Tag pro Person für drei Hauptmahlzeiten und zwei Snacks. Das ginge aber noch deutlich günstiger und wir essen verhältnismäßig viel.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Ja, nun ist aber nicht jeder so vegetarisch oder vegan drauf wie Du. Und der Mensch, der mir die Preise des Supermarktes durchgegeben hat, ist körperlich schwer arbeitend. Kaum vorstellbar, dass er nur mit veganer Nahrung zurecht kommt.

Und ja, ich kann Deinen Schwager verstehen, auch wenn ich nicht jeden Tag ein Schnitzel brauche. Es müsste für das Klima nicht jeder Veganer werden, eine deutliche Einschränkung des Fleischkonsums und den dann durch regionalen Biobehandlung decken, würde schon reichen.

Aber es blieben eben 3 gravierende Probleme:
1. würde eine große Zahl von Menschen die dann fälligen Preise kaum zahlen können.
2. Könnte regionale Landwirtschaft den Bedarf, wenn er so bliebe wie heute, gar nicht decken
3. Würden die Menschen in Südamerika, Asien und Afrika, die uns bisher beliefern, noch mehr verelenden als ohnehin schon, wenn wir ihnen nichts mehr abnehmen würden.

Ansonsten: Doch, Bio ist erheblich teurer, zumindest hier in der Stadt. Ganz selten gibt es Ausnahmen und die sind dann meist Sonderangebote.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193
Veröffentlicht von: @queequeg

Ansonsten: Doch, Bio ist erheblich teurer, zumindest hier in der Stadt. Ganz selten gibt es Ausnahmen und die sind dann meist Sonderangebote.

Dann geh doch auf den Wochenmarkt und kauf beim Erzeuger.

herbstrose antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Der Wochenmarkt ist ca. 20%, die Erzeuger 30-50% teurer.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Ich glaube, du hast nicht ganz verstanden. Ich kaufe bei den Erzeugern, die ihre Waren auf dem Wochenmarkt selber verkaufen. Das ist nur unwesentlich teurer, weil ich nur so viel kaufe, wie ich wirklich brauche. So schmeiße ich weniger weg.

herbstrose antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Hier gibt es nur einen Erzeuger von Geflügelprodukten, der selbst verkauft. Und der ist alles andere als preiswert. Seine Eier sind im Schnitt 4 Cent teurer als der der Bio-Bauer, bei dem ich sie kaufe. Alle anderen Anbieter sind nur Händler, die nichts selbst produzieren.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Du musst dich schon entscheiden, was du willst, Bio, möglichst vom Erzeuger, oder preiswert.

Mittlerweile gibt es Eier vom Biobauern auch im Edeka oder Rewe (zumindest hier bei uns) oder im Unverpacktladen. Auf dem Wochenmarkt sind die nicht wesentlich anderspreisig. Im Gegenteil, die Bioprodukte auf dem Wochenmarkt (bei uns haben die Erzeuger eigene Stände) sind etwas günstiger als im Supermarkt. Und ich bekomme oft noch eine Kleinigkeit pro bono obendrauf.

herbstrose antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Ich muss mich zum Glück nicht entscheiden. Aber ich kenne eine Reihe Menschen, die sich auch nicht entscheiden müssen, weil es für sie nichts zu entscheiden gibt, wie den junge Mann in meinem Beispiel.

Ansonsten scheinst Du in einer begnadeten Gegend zu wohnen. Hier ist auf dem Wochenmarkt alles (Gemüse, Fleisch, Geflügel- und Milchprodukte, Backwaren) deutlich teurer als im Supermarkt. und die beiden Fleischverkäufer beziehen ihre Waren genau so von den Fleischfabriken wie die Supermärkte.

Und die Biobauern ringsum nehmen ihr Geld von Lebendigen. Da ist soweit ich erkennen kann, nur der eine Ausnahme, bei dem ich die Eier kaufe. Der ist zwar auch teurer als der Supermarkt, aber nur sehr moderat. Da habe ich im vorigen Jahr ein Suppenhuhn für 14,- Euro bekommen. Aber er lässt nicht mehr schlachten, weil der Betrieb, bei dem er das hat machen lassen, dicht gemacht hat und er seine Hühner erst 300 km zum nächsten Schlachthof fahren und dann zurückholen müsste. Also verkauft er nur noch Eier.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @queequeg

Aber er lässt nicht mehr schlachten, weil der Betrieb, bei dem er das hat machen lassen, dicht gemacht hat und er seine Hühner erst 300 km zum nächsten Schlachthof fahren und dann zurückholen müsste. Also verkauft er nur noch Eier.

Ich hab mir sagen lassen, Hühner gehören zu den Tieren, die man relativ problemlos schlachten und zerlegen kann und auch darf. Für Suppenhühner könntest du da sicher weiterhin mit ihm ins Gespräch kommen.

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Nein, der hat ja nicht nur 2 oder 3, sondern vielleicht 200 oder mehr für die er bislang eine Schlachterei in der Nähe hatte. Jetzt lässt er sie zu einem weit entfernten Betrieb fahren und sie da zu Tierfutter verarbeiten.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @queequeg

Nein, der hat ja nicht nur 2 oder 3, sondern vielleicht 200 oder mehr für die er bislang eine Schlachterei in der Nähe hatte. Jetzt lässt er sie zu einem weit entfernten Betrieb fahren und sie da zu Tierfutter verarbeiten.

Jo, dass es keine Betriebe mit fünf Hühnern gibt und bei den aktuellen Bedingungen Hühner nach nem Jahr im Allgemeinen "durch" sind, ist mir durchaus bekannt. Ich kann mir trotzdem gut vorstellen, dass man da auch so eins kriegt, wenn man sich drauf einlässt es eben selbst zu schlachten.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @queequeg

. Würden die Menschen in Südamerika, Asien und Afrika, die uns bisher beliefern, noch mehr verelenden als ohnehin schon, wenn wir ihnen nichts mehr abnehmen würden.

Deutschland exportiert Fleisch (teilweise importieren wir die Tiere dafür, allerdings (im Allgemeinen) nicht von außerhalb der EU, das ist nämlich anscheinend relativ kompliziert und wir schlachten deutlich mehr Tiere als wir essen; ging ein bisschen durch die Medien als durch die Corona-Ausbrüche in Schlachtereien ein bisschen was über die dortigen Arbeitsbedigungen etwas mehr verbreitet wurde).
Mindestens nach Asien (da hatte ich es zu Schwein gelesen) und Afrika (da hatte ich von Hühnern gelesen). Und dass Menschen in Südamerika potentiell verelenden, wenn wir kein auf ehemaligem Regenwald erzeugtes Fleisch oder Futtersoja mehr kaufen, hab ich so noch bei keiner Menschenrechtsorganisation gehört. Diejenigen, die ich da kenne, wehren sich massiv gegen z.B. das Mercosur-Freihandelsabkommen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Und der Mensch, der mir die Preise des Supermarktes durchgegeben hat, ist körperlich schwer arbeitend. Kaum vorstellbar, dass er nur mit veganer Nahrung zurecht kommt.

Kohlenhydrate liefern deutlich schneller und besser Energie als Fleisch es tut. Proteine und Fette sind auch reichlich in pflanzlicher Nahrung, Vitamine (außer B12) und Mineralstoffe sowieso; man sollte bei veganer Ernährung halt nicht nur an Eisblattsalat nagen.

Was Menschen mögen, was für sie individuell zur gefühlten Lebensqualität gehört etc ist ein Thema, aber "körperlich schwer arbeitend kommt mit veganer Nahrung nicht zurecht" halte ich so nicht für haltbar. Aber falls jemand wirklich den Eindruck hat, er ist plötzlich zu schwach die Hand zu heben, wenn er kein Fleisch mehr isst, arbeiten sie als klimafreundliches tierisches Protein ja auch dran, Insekten so zu verpacken, dass Menschen hier es essen und es in Sachen Lebensmittelsicherheit abzusichern etc. Das ist also lösbar. Auch finanziell relativ günstig und Gerüchten zufolge recht schmackhaft. Pulverisiert und zu Burgern verarbeitet ist das weit weg von irgendwelchen In-Heuschrecken-Beiß-Bildern oder Tellern voll sich noch bewegender Würmer, die einem da aufsteigen mögen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Ansonsten: Doch, Bio ist erheblich teurer, zumindest hier in der Stadt. Ganz selten gibt es Ausnahmen und die sind dann meist Sonderangebote.

ich kenne Bio auch vorwiegend teurer, allein die Zertifizierung kostet ja im Allgemeinen und wenn bio billiger zu produzieren wäre (oder ähnlich gefördert würde wie konventionelle Großbetriebe), dann würde es ja jeder machen.

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137
Veröffentlicht von: @provinzkueken

Insekten so zu verpacken, dass Menschen hier es essen

Von der Sache her scheint mir das eine Lösung zu sein. Ich glaube nur nicht, dass sich das in absehbarer Zeit weit verbreitet.

Es geht ja nicht nur um Schweine und Geflügel, sondern um die gesamte weltweite wirtschaftliche Verflechtung, bei der wir auf Kosten derer leben, die das Zeug für uns produzieren. Das betrifft z.B. kinderarbeitende Teppichknüpfer und Steineklopfer, Tee- und Kaffeepflücker, Tomatenbauern, Kleidungsnäherinnen und vielen anderen mehr.

"Wichtigster Abnehmer für argentinisches Rindfleisch war die Volksrepublik China ... An zweiter Stelle rangiert Chile ... vor Deutschland ..." (www.fleischwirtschaft.de)

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @queequeg

Von der Sache her scheint mir das eine Lösung zu sein. Ich glaube nur nicht, dass sich das in absehbarer Zeit weit verbreitet.

möglich, aber wenn das in absehbarer Zeit zumindest als Nischenoption da ist, wäre es ja schon schön. Insekten, mehr Bekanntheitsgrad für leckere und sättigende vegetarische und vegane Gerichte, weniger Förderung für industrielle Fleisch-, Milch-, und Eierproduktion sind alles Dinge, die gemeinsam dafür sorgen können, dass z.B. Wiesenfleisch größere Teile vom Bedarf decken kann.

Veröffentlicht von: @queequeg

sondern um die gesamte weltweite wirtschaftliche Verflechtung, bei der wir auf Kosten derer leben, die das Zeug für uns produzieren.

sehr wahr. Das fällt uns ja auch immer wieder auf die Füße, wenn wir Schritte zur Dekolonialisierung unternehmen. Und dass es anderswo eben grob genauso viele opportunistische Arschlöcher gibt wie bei uns und Ausbeutung der "Kleinen" nicht aufhört, nur weil wir es schaffen, unsere Idioten zurückzupfeifen.

Aber das ist ein Grund mehr, auf Produkte aus fairem Handel zu achten. Die zugehörigen Handelspartner haben immer auch soziale Projekte, oft sind das welche, die auch weit in die Bevölkerung vor Ort hineinstrahlen; Bildung und besserer Zugang zu medizinischer Versorgung sind da sehr beliebt. Und es ist eben auch ein Grund mehr, in Deutschland darauf zu achten, dass Menschen für ihre Arbeit fair bezahlt werden. Das ist ja bei weitem nicht nur ein Thema für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Ich sehe völlig ein, dass es trotzdem noch genug Menschen in Deutschland gibt, für die nachhaltiger Konsum in die Sparte unbezahlbarer Luxus gehört. Aber wenn zumindest die, die es sich leisten können, faire Bezahlung, Nachhaltigkeit, sinnvollen Umgang mit Ressourcen etc. nicht mehr für unnötigen Luxus oder Spielerei halten würden, wäre ja schon viel gewonnen.

Und bei nichts davon hilft es weiter mit der Schulter zu zucken und zu sagen "aber es war schon immer so", "es geht doch nicht anders" oder "aber die anderen sind noch viel schlimmer" und außerdem "da sind doch noch viel mehr wichtige Themen."

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Veröffentlicht von: @provinzkueken

Und bei nichts davon hilft es weiter mit der Schulter zu zucken und zu sagen "aber es war schon immer so", "es geht doch nicht anders"

Nein, es kommt natürlich niemand aus seiner Verantwortung heraus. Aber manchmal ist es auch wirklich schwierig.

Ich denke, wir wissen alle, wo und wie die Billigläden Kleidung herstellen lassen. Aber genau so machen es auch die teuren Marken, was man aber oft nicht durchschauen kann. Bei dem Unternehmen, bei dem ich bislang immer gekauft habe, hatte ich bei der letzten Lieferung etwas in ein Unterhemd in meiner Größe bestellt. Gekommen ist eines mit meiner Nummer, aber so groß wie ein Nachthemd. Im Etikett stand dann, dass es in Vietnam hergestellt wurde. Das war bislang bei diesem Anbieter nicht so.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Ich denke, wir wissen alle, wo und wie die Billigläden Kleidung herstellen lassen. Aber genau so machen es auch die teuren Marken, was man aber oft nicht durchschauen kann. Bei dem Unternehmen, bei dem ich bislang immer gekauft habe, hatte ich bei der letzten Lieferung etwas in ein Unterhemd in meiner Größe bestellt. Gekommen ist eines mit meiner Nummer, aber so groß wie ein Nachthemd. Im Etikett stand dann, dass es in Vietnam hergestellt wurde. Das war bislang bei diesem Anbieter nicht so.

Wichtiger als das Wo und ob Marke oder Billigladen ist das Wie der Herstellung. Ich kaufe meine Kleidung gern bei einem Händler, der zwar in der "dritten Welt" produziert, aber die Herstellung selbst finanziert und auf faire Bedingungen achtet. Die Produkte sind durchweg zertifiziert. Und der Preis ist angemessen. Dann hab ich eben nur 3 Kleider für den Sommer und nicht 8. Aber ich kann sie auch die nächsten Jahre noch tragen, weil sie eher klassisch sind als top modern. Das finde ich nachhaltiger als Saisonware, die nach 2 Monaten schon wieder out ist.

Dass etwas im Vietnam hergestellt wurde, sagt nichts über die Produktionsbedingungen.

herbstrose antworten
Louisa
 Louisa
(@louisa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 114

Verrätst du die Marke, von der du die lang haltbaren Kleider beziehst?
Ich bin momentan etwas enttäuscht davon, dass vermeintlich gute Shirts nach der Wäsche kleine Löchlein haben, und suche eine Alternative.

louisa antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Shirts sind dort eher rar. Ich kauf gern beim DW Shop.

herbstrose antworten
Louisa
 Louisa
(@louisa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 114

Danke. Ich glaube, an dem shop bin ich sogar mal vorbeigefahren.

louisa antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Dann nenn doch mal so einen Händler.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Hab ich doch schon. An deiner Stelle würde ich da aber nicht einkaufen, es sei denn, du trägst gern Kleider, Röcke und Tischwäsche.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hab ich von teuren Marken gesprochen? Nein, ich habe von fairem Handel gesprochen. GOTS ist da schon ein kleiner Schritt nach vorne beim sozialen Teil, FairWear ist beim sozialen Teil sehr gut. In den Weltläden gibt es einiges, das von den "alten Hasen" im fairen Handel geprüft wird.

Bei Kleidung hilft https://saubere-kleidung.de/ oder https://www.ci-romero.de/, die ich oben schonmal verlinkt hatte, mit umfassenden Informationen weiter.

Anonymous antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Ich kann in den Links jede Menge Info über die Sache finden, aber nichts, wo man das auch kaufen kann.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Faire Kleidung kaufen
Konkrete Marken sind hier genannt: https://www.fairwear.org/brands/
Kaufen kann man die zum Beispiel hier: https://www.avocadostore.de/ oder in den eigenen Shops der Marken. Oder im bestimmt schon drei Mal erwähnten Weltladen. Da sind die Schwerpunkte und der Platz sehr unterschiedlich, aber die gibt es mittlerweile teils auch mit ner ganzen Etage fairer Kleidung (und nicht nur handgestrickte Alpakastulpen (auch wenn die natürlich sehr großartig sind); sogar wir hier in unserem winzigen Laden haben auch zum Beispiel Baumwollunterwäsche, T-Shirts und Pullover). Dort lohnt es sich auch mal zu fragen, was es denn so an entsprechenden Kleidungsläden im Umkreis gibt, manchmal wissen die da was.

Ich weiß nicht, wo du wohnst. Hier in unserer Ecke würde ich Leute schicken zu https://www.greenality.de/ https://schlechtmensch.de/ https://www.glore.de/
Die scheinen auch alle nen Onlineshop zu haben. Verschiedene Boutiquen hier haben auch ausschließlich fair hergestellte Kleidung. Aber das sind inhabergeführte kleine Dinger, das hilft dir nicht, wenn du nicht im Stuttgarter Dunstkreis wohnst.

"faire Kleidung Wohnort" bzw "faire Kleidung nächstgrößere Stadt" kann sich lohnen mal in Google zu werfen. Wenn es nen Unverpackt-Laden oder ein veganes Restaurant oder ein Foodsharing-Café oder nen Makerspace oder so gibt lohnt es sich dort zu fragen nach Läden, da gibt es große Schnittmengen in der Zielgruppe.

Auch bei den kleineren ansässigen Herstellern lohnt es sich, nach deren Herstellungsbedingungen zu fragen und wo die ihr Material herbekommen. Für hier fallen mir da vor allem (also, das ist jetzt schon größerer Raum) Albstoffe, Trigema und diverse Baby- und Unterwäschehersteller ein. Keine Ahnung, was es bei dir gibt.

Hilft dir das schon?

Anonymous antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137
Veröffentlicht von: @provinzkueken

Hilft dir das schon?

Ja, einerseits schon, weil es konkrete "Anlaufstellen" zeigt. Andererseits sind so gut wie nur Boutique- bzw. Designerware aufgeführt, die ich nun so gar nicht brauche. Halbwegs passend waren in einer der Geschäfte nur zwei Hemden, die mit 149,- Euro doppelt so teuer sind wie die, die ich sonst trage.

Ich werde aber hier am Ball bleiben.

Nur zeigt es sich eben auch hier, dass ein beträchtlicher Zeitaufwand dazu gehört, etwas zu finden. Wenn man das im Gesamtpaket mit den Lebensmitteln sieht und vielleicht noch andere Dinge mit einbezieht (z.B. faire Banken usw.), dann fragt sich, wer das zeitlich hinkriegen soll, wenn auch noch ein Haushalt und vielleicht auch noch Kinder zu versorgen sind.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @queequeg

Nur zeigt es sich eben auch hier, dass ein beträchtlicher Zeitaufwand dazu gehört, etwas zu finden.

Ja, es ist Nische. Immerhin vom Stil her nicht mehr ganz so sehr wie noch vor 20 Jahren, aber das Angebot ist anders und insgesamt kleiner (und damit schwerer zu finden).

Welche Art Kleidung trägst du denn? Oder welche Art von Kleidung musst du denn grade ersetzen? Jeans und basic T-Shirts finde ich ja nicht so sehr Boutique, aber wenn du das nicht trägst, hilft es dir nicht. Es gibt auch noch andere Siegel, so ist es nicht. War Vaude aufgelistet? Das ist nochmal ganz andere Art von Kleidung, die von Vaude auch tatsächlich empfehlenswert ist.

Veröffentlicht von: @queequeg

dann fragt sich, wer das zeitlich hinkriegen soll, wenn auch noch ein Haushalt und vielleicht auch noch Kinder zu versorgen sind.

nicht alles auf einmal und im Zweifel als erstes reduzieren. Dieses oder jenes Kleidungsstück ist kaputt / passt nicht mehr/ mag ich nicht mehr: muss ich es tatsächlich ersetzen oder ist mein Schrank nicht auch mit einem Kleidungsstück weniger noch voll genug?

Es gibt ganz viele Themen. Ja, Geld/Banken, plastikfrei, zerowaste (das sind zwei verschiedene Themen), Ernährung, Kleidung, Wohnraum, Mobilität,...

Low hanging fruit zuerst ernten.

Wer früher zur Entspannung jeden Donnerstag nach dem einen nervigen Regelmeeting ne Stunde shoppen gegangen ist und mit 5 neuen Kleidungsstücken nach Hause geht (und das jetzt online umsetzt am besten mit dreifache Menge bestellen und zweidrittel wieder zurückschicken) sollte vielleicht da ansetzen und sich für alle gesündere Hobbys suchen oder potentiell gleich gesündere Arbeit.

Wer jede Woche nen 10 l Eimer mit Plastikmüll oder gar Restmüll produziert, sollte da vielleicht mal drauf achten, was da alles drin landet, was da vielleicht gar nicht reingehört und was man am besten erst gar nicht einkauft. Einwegplastikflaschen gehören da übrigens dazu, auch wenn die immerhin tatsächlich recycelt werden und auch wenn die anders wieder in die Wertschöpfungskette zurückgegeben werden als den Plastikmüll.

Wer feststellt, die üblichen Strecken sind eigentlich sehr gut mit dem Fahrrad zu bewältigen und wenn nicht kann man mit ÖPNV gut ergänzen und für den Notfall gibt es Carsharing oder auch Freunde mit anderer Situation, kann vielleicht sein Auto erstmal vor allem stehen lassen zum Austesten und dann abschaffen.

Wer merkt, oh, meine Kinder sind vor zehn Jahren ausgezogen und mittlerweile ist sogar das Babybett zur Älteren ausgezogen, denn da ist jetzt der Nachwuchs im Anmarsch, kann vielleicht überlegen, sich kleineren, der neuen Situation angemessenen Wohnraum zu suchen.

Zu Ernährung hatten wir ja auch schon ganz viel.

Kurz: das was nicht weh tut einfach aufhören/massiv reduzieren. Wer statt fünf Mal die Woche furchtbar hergestelltes Fleisch das nur einmal tut, macht es schon besser. Und dann weiter schauen, wo das eigene Handeln mit möglichst wenig Aufwand und möglichst viel Impact nachhaltiger gestaltet werden kann. Einfach ein Schritt nach dem anderen.

Wie bei allem anderen: wenn man Gewohnheiten mal umgestellt hat, ist es nicht schwierig. Ich denke über meinen Lebensmitteleinkauf fast nicht mehr nach, denn ich hab meine Marken, ich hab meine Läden, ich hab meine Rezepte. Nur wenn ich feststelle, dass mir was zu eng oder "langweilig" wird, oder ich neue Informationen krieg über bestimmte Zutaten muss ich schauen, was es (alternativ) gibt und wo ich das herkriege. Aber im Allgemeinen wächst sowas organisch.

Und dabei gibt es immer Dinge, die es billiger machen und Dinge, die es teurer machen. Bei Kleidung: weniger und dafür hochwertige Kleidung erscheint mir in Summe eher billiger. Wenn man aber ein "Händchen" für haltbare billige Kleidung hatte und jetzt plötzlich fair produzierte Kleidung kauft, zahlt man mehr, hat aber nicht länger was davon. Getränke zum Beispiel: Leitungswasser ist deutlich billiger als alles was man sonst so trinken kann und kommt plastikfrei/zerowaste/zuckerfrei daher (also, theoretisch, dass Plastik überall in unserer Umwelt angekommen ist, ist ja bekannt und ein anderes Thema). Kleinerer Wohnraum ist in der Theorie billiger. Fahrrad ist deutlich billiger als Auto, ÖPNV ist es oft noch nicht (vor allem, wenn man das Auto eben trotzdem hat und Parken nicht mit einkalkuliert. Oder man auf dem Land ist). Bei Ernährung kommt es auch drauf an. Wer weniger konsumiert, bewusster einkauft, weniger wegwirft, landet vermutlich unterm Strich bei weniger Ausgaben. Dafür bleibt Geld weniger in Bewegung, das hat auch Nachteile, wie uns Corona vor Augen führt.

Wie gesagt, eins nach dem anderen. Ein Thema aussuchen, wenn das noch zu groß ist weiter runterbrechen, dann sich da konkret mit auseinandersetzen; Recherche, Gespräch, Tipps, schauen was passt zu mir, das etablieren und dann ans nächste Thema gehen.

Und wir können die Welt nicht retten, müssen wir aber auch nicht. Wir können und dürfen unseren Teil tun, was auch immer da grade dran ist.

Anonymous antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

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Toller Beitrag - danke!
Empfehle ich!

Ich hab bei Essen und Kleidung angefangen... und ich bin z.B. bei der Kleidung noch lange nicht am Ziel...

Jetzt beschäftigt mich seit längerem das Thema Banken und Investitionen sowie Mobilität... aber alles zu seiner Zeit und in dem Tempo das geht... niemand ist perfekt.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Veröffentlicht von: @provinzkueken

Welche Art Kleidung trägst du denn?

Nix für junge und/oder sportliche Menschen weil ich beides nicht bin.

Du hast natürlich mit Deinen einzelnen Vorschlägen recht. Nur merkst Du ja anhand Deiner Liste, dass da ziemlich viel zusammen kommt. Und der Eindruck, man brauche nur einfach hier und da andere Entscheidungen zu treffen, ist sicher falsch, weil es eben ein beträchtlicher Aufwand ist, sich in dieser Weise nachhaltig, biomäßig zu positionieren. Natürlich lohnt sich das, für unseren Lebensraum sowieso. Und persönlich unter Umständen auch. Nachdem ich vor einigen Jahren angefangen habe, wirklich bei jedem Lebensmittel nach den besten Möglichkeiten zu forschen und dadurch bewusster eingekauft habe und dann auch wesentlich weniger weggeworfen wurde, haben wir fast 200 Euro monatlich gespart. Aber wie gesagt, da steckte sehr viel Zeit drin und es ist auch nicht so, dass das jetzt einmal geschehen ist. Die Vergleiche und Neuentscheidungen sind ein permanenter Prozess.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Nix für junge und/oder sportliche Menschen weil ich beides nicht bin.

jung und sportlich sind sicher relativ, aber vermutlich bin ich dann nicht ideal, um dir genau bei dem Thema zu versuchen weiterzuhelfen. Ich hab auch nicht so richtig die Vorstellung, was du suchst. Sowohl mein Vater als auch mein Schwiegervater tragen Jeans oder anderes, was vermutlich Richtung "sportlich" geht und dazu Hemden mit riesigen Taschen, was vermutlich auch Richtung "sportlich" geht. So auf den ersten Blick hatte sowohl Avocado-Store als auch sonst das Internet mit dem Schlagwort fair da geeignete Dinge auch in geeigneten Größen (die man vermutlich nicht mehr unbedingt als sportlich bezeichnen würde) recht zügig gefunden, auch für deutlich unter hundert EUR. Auch sonst, ich hab ja jetzt wirklich viele Leute schon lange nicht mehr gesehen, vor allem so Oberkörper abwärts, aber Jeans und Hemd, teils mit Weste drüber (sowohl Wolle als auch Anzug, je nach Typ, teils Sakko) ist so das, was ich kenne bei Männern, die mehr dein Alter sind als meins. Wie dem auch sei, ich fürchte, arg viel mehr als die schon genannten Ansatzpunkte kann ich dir da nicht liefern, vor allem nicht ohne mehr Information. Und vermutlich ist es für dich deutlich weniger Aufwand zu finden was du suchst, weil du es dann eben auch mit nem halben Blick erkennst, ob etwas jetzt dein Beuteschema ist oder nicht.

Veröffentlicht von: @queequeg

Nur merkst Du ja anhand Deiner Liste, dass da ziemlich viel zusammen kommt

hab ich irgendwo den Eindruck erweckt, dass mir nicht klar wäre, dass das ein riesiger Themenkomplex ist? Aber natürlich wird es einfacher, irgendwann hat man bei nem bestimmten Thema wieder einen stabilen Zustand erreicht der besser ist als wie man angefangen hat. Mal nur Essen: Irgendwann dreht man nicht mehr jede Verpackung um, irgendwann schlägt man bestimmte Rezepte nicht mehr nach, man weiß, wo man die coolen Gemüsesorten in brauchbarer Qualität wann kaufen kann und versteht nicht mehr, wie man sich früher von bestimmten Fertigprodukten abhängig gemacht hat bzw. langt sich nur noch an den Kopf, wenn im Sommer irgendeine Seite als Rezeptidee Steckrübeneintopf ausspuckt und macht sich nicht auf der Suche nach den nötigen Zutaten.

Veröffentlicht von: @queequeg

Natürlich lohnt sich das, für unseren Lebensraum sowieso.

das ist der Punkt. Nicht übermannen lassen, irgendwo anfangen bzw. in deinem Fall weitermachen. Wenn ein bestimmtes Problem aktuell zu groß ist, zunächst bei nem anderen ansetzen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Die Vergleiche und Neuentscheidungen sind ein permanenter Prozess.

willst du da mal ein Beispiel bringen? Ist das mehr als "ok, jetzt mal wieder was neues und das muss man eben von vorne recherchieren?" Oder anders: ist das ein Zeichen dafür, dass es eben funktioniert und ihr wieder Kapazität habt um euch mit neuen Dingen zu befassen oder brechen irgendwelche vorherigen Dinge einfach weg? Oder habt ihr einfach noch keine neue funktionierende "Ruhelage" gefunden? Also ein neues lokales Optimum sozusagen?

Anonymous antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Beispiele
Bei Avocado hab ich auf Anhieb nur Unterwäsche und Strümpfe gefunden, die für mich einigermaßen passen.

Jeans und Hemd sind ja für sich nicht nicht das Problem. Aber es ist doch schon erkennbar, ob das für junge, dynamische Menschen gedacht ist oder nicht. Walbusch z.B. hat ja auch Jeans und "Sporthemden", aber die sind deutlich für ein gesetzteres Alter.

Veröffentlicht von: @provinzkueken

irgendwo anfangen bzw. in deinem Fall weitermachen

Ich hab nicht gesagt, dass ich damit aufhöre.

Veröffentlicht von: @provinzkueken

Die Vergleiche und Neuentscheidungen sind ein permanenter Prozess.

willst du da mal ein Beispiel bringen?

Zunächst einmal sind ja z.B. Preise nicht für die Ewigkeit hier so und da so konzipiert. Das ändert sich ja immer wieder. Was ich heute hier preiswert bekomme, ist morgen da vielleicht schon am teuersten.

Weiterhin ergeben sich ja auch neue Bedürfnisse wie bei mir zuletzt die Frage, mich mehr auf Geflügelprodukte umzustellen. Da musste ich erst einmal sehen, was es überhaupt gibt und dann die entsprechenden Geschäfte suchen. Da war dann der nächste Bio-Metzger mit Geflügelspezialitäten 30 km entfernt. Das ist nicht am Ende der Welt, aber man fährt auch nicht einfach mal hin.

Im Sommer haben wir im Supermarkt nur Kartoffeln aus Israel oder Ägypten bekommen. Aus dem Internet habe ich dann bei einem Bio-Bauern, der sich auf Kartoffelsorten spezialisiert hat, deutsche Kartoffeln bestellt. Die Bilanz: weiter Transport aus Bayern nach NRW, die minimale Abnahmemenge so hoch, dass die Hälfte vergammelt ist. Also neu durchdenken und neue Möglichkeiten suchen.

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Aber es ist doch schon erkennbar, ob das für junge, dynamische Menschen gedacht ist oder nicht.

ja, in sowas bin ich schlecht.

Veröffentlicht von: @queequeg

Ich hab nicht gesagt, dass ich damit aufhöre.

hatte ich so auch keineswegs wahrgenommen, ich wollte eben nur auch sagen, dass du ja schon längst angefangen hast und diese allgemeine Formulierung auf dich nicht mehr passt.

Mit deinen Beispielen kann ich deine Aussage jetzt besser nachvollziehen. Ja, so gesehen geht es weiter. Saisonbedingte Probleme hat man letztlich bei den anderen Themen auch. Plötzlich der Wintermantel oder plötzlich Badekleidung bzw. Mobilität im Winter ist auch was ganz anderes als im Frühjahr. Ja, du hast Recht. Teils entwickelt man sich weiter, aber teils ändern sich auch die Begebenheiten und was man für sich schön erarbeitet hatte funktioniert nicht mehr wie gewünscht.

Meine Hoffnung ist ja, dass sich auf höherer Ebene Dinge verändern und man mehr Dinge "ohne nachdenken" einfach aus dem Regal im Laden ziehen kann. Als mir das erste Mal klar wurde, dass natürlich der Direktvermarkter auf dem Marktplatz zwar Tomaten, Äpfel, Beeren und bestimmt noch mehr vom eigenen Hof hat, Gurken und Zucchini in der Saison vom Nachbarn aber diverses anderes je nachdem vom Großmarkt kauft, war ich auch frustriert.

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Queequeg
(@queequeg)
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Veröffentlicht von: @provinzkueken

Meine Hoffnung ist ja, dass sich auf höherer Ebene Dinge verändern

Das ist ja genau das, was ich auch erhoffe. Mein eigene Organisation meines Lebens hat ja nur eine hauchdünne Wirksamkeit um mich herum. Das bedeutet aber ja nicht, dass man sie deswegen vergessen kann. Aber wenn das alles ist, ist es eben zu wenig. Und da habe ich den Eindruck, dass die Politik sich entschieden zu sehr von Lobbyisten, die vorwiegend ihre Gewinn optimieren wollen, beeinflussen lässt.

Ich bekäme keine demokratischen Bauchschmerzen, wenn z.B. nur noch Schlachtbetriebe bis zu einer bestimmten Größe genehmigt und lebend Tiertransporte verboten würden.

queequeg antworten
Anyway
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(@anyway)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Das ist ja genau das, was ich auch erhoffe. Mein eigene Organisation meines Lebens hat ja nur eine hauchdünne Wirksamkeit um mich herum. Das bedeutet aber ja nicht, dass man sie deswegen vergessen kann. Aber wenn das alles ist, ist es eben zu wenig. Und da habe ich den Eindruck, dass die Politik sich entschieden zu sehr von Lobbyisten, die vorwiegend ihre Gewinn optimieren wollen, beeinflussen lässt.

Ja, das hoffe ich auch! Ich lebe ja in BW... da kamen vor einiger Zeit die Grünen an die Macht... ich hatte da sehr viel Hoffnung auf Veränderung... aber die Mühlen mahlen langsam... So langsam ist der Frust bei mir so groß, dass ich überlege mich politisch zu engagieren, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich dafür berufen bin... eigentlich eher nicht. Aber ich würde gerne mal aus der Nähe sehen, woran gute Prozesse scheitern... wer sich wann wie wo "kaufen" lässt und aus welchen Gründen... die Korruption in der CDU mit den Masken konnte ich ja kaum glauben... da stecken wir in der größten Krise seit langem und Politiker, die für uns abgeordnet sind, machen Geld draus...

Schlussendlich ist wahrscheinlich vieles sehr komplex... und solange die Wirtschaft vom Wachstum abhängig ist, kann sich eh nicht so viel nachhaltig verändern.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Veröffentlicht von: @anyway

solange die Wirtschaft vom Wachstum abhängig ist, kann sich eh nicht so viel nachhaltig verändern.

Das wird wohl so sein. Ein Bauer hatte mir vor Jahren mal erklärt, dass er praktisch gegen seinen Willen gezwungen war, seinen Betrieb immer wieder zu vergrößern, um wettbewerbsfähig zu sein. Würde er nicht mithalten können, müsste er seinen Betrieb schließen.

Deshalb meine ich ja auch, dass staatlicherseits gerade die kleinen Betriebe subventioniert werden müssen.

queequeg antworten
Anyway
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(@anyway)
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Die Produkte der fairen und nachhaltigen Firmen kann man häufig auch bei Ebay Kleinanzeigen oder Vinted finden. Ich habe letztes Jahr für den Sommer noch zwei stilltaugliche Kleider gesucht und bei Vinted für den halben Preis bekommen. Das eine war noch neu, das andere wenige Male getragen.

Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist: Brauche ich das wirklich? Gibts dazu nicht eine Alternative, die ich schon habe? Kann ich es nicht irgendwo ausleihen?

Zeitaufwand anfangs JA... aber daraus wird eine neue Routine und dann ist es eben nicht mehr anders oder zeitaufwändiger als das alte...

Ich habe Haushalt, ich habe Kinder und ich arbeite ab Ende April wieder und ich schlafe sehr gerne mehr als acht Stunden... man muss ja nicht alles an einem Tag erledigen.

anyway antworten
Anyway
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(@anyway)
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Hallo Provinzkueken,

ich danke dir für deine so tollen und umfassenden Beiträge hier! Ich bin echt begeistert, was man da alles an Infos zusammentragen kann! Das hilft sehr weiter und manche Links kannte ich tatsächlich noch nicht, obwohl ich mich z.B. mit fairer Kleidung echt schon lange auseinandersetze!

LIebe Grüße
Anyway

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speedysweety
(@speedysweety)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Ja, nun ist aber nicht jeder so vegetarisch oder vegan drauf wie Du

Wie ist man denn so, wenn man vegetarisch oder vegan "drauf" ist? Die Frage stellt sich mir schon.

Ich selber war mein ganzes Leben lang Fleischesserin. Ich habe es sehr sehr gerne gegessen, es gab nahezu täglich Fleisch oder Wurst. Auf der anderen Seite bin ich sehr tierlieb. Ich habe mich näher mit der Thematik auseinandergesetzt, das war ein Prozess über Jahre.
Das Fass zum überlaufen hat für mich gebracht, als die aktuelle Regierung beschlossen hat, dass Ferkel weiterhin für einige Zeit ohne Betäubung kastriert werden dürfen. Da war für mich Schluss. Und das, obwohl ich Fleisch so sehr geliebt habe.

Was ich damit sagen will: Man ist meist nicht einfach mal so vegetarisch/vegan "drauf", es ist oft eine innere Entscheidung. Und wenn die entsprechend stark ist, dann kann man das entsprechend durchziehen, obwohl man (um bei Deinen Worten zu bleiben) eher fleischessermäßig "drauf" ist wie ich.

Dieses Argument, dass Menschen sich teurere Fleischpreise oft nicht leisten können, ist für mich kein Argument. Wir haben doch kein Grundrecht darauf gepachtet, Fleisch zu essen! Und vor allem nicht unter den Umständen, dass die Tiere einen solchen Preis dafür zahlen müssen.
Jedem Mann müsste sich alles zusammenziehen, wenn er darüber nachdenkt, dass man ihm ohne Betäubung die Hoden abschneidet. Und das ist nur ein Beispiel.
Die Menschen beschweren sich über die Einschränkungen des Corona-Lockdowns, eingeschränkte Bewegungsfreiheit etc. Kann ich alles verstehen. Aber was soll ein Schwein in einem Kastenstand sagen, das sich noch nichtmal richtig drehen kann?
Sind die Preise, die die Tiere zahlen, das alles wert, nur damit sich jeder von uns billiges Fleisch leisten kann? Früher gabs auch nur einmal in der Woche Fleisch und körperlich haben sie auch schwer gearbeitet.

Es ist keine Frage des Preises, es ist eine Frage der Moral. Wie sagte schon Mahatma Ghandi:
"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln".

Und da ist was dran. Die Tiere sind die Schwächeren. Wie eine Gesellschaft mit Schwachen umgeht, davon kann man viel ableiten. Wie sie bereit ist, Unrecht zu ignorieren oder für Geld in Kauf zu nehmen, das spricht Bände.

speedysweety antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Schlachthöfe und Schlachtfelder

Veröffentlicht von: @speedysweety

Wie ist man denn so, wenn man vegetarisch oder vegan "drauf" ist?

Ganz einfach: So, dass man kein Fleisch isst.

Veröffentlicht von: @speedysweety

Und da ist was dran. Die Tiere sind die Schwächeren. Wie eine Gesellschaft mit Schwachen umgeht, davon kann man viel ableiten. Wie sie bereit ist, Unrecht zu ignorieren oder für Geld in Kauf zu nehmen, das spricht Bände.

Ja. Eugen Drewermann sagt: " Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben".

Nur - kann man m.E. aus einer persönlichen Entscheidung keine gesellschaftliche Vorschrift machen und die Fleischesser in eine unmoralische Ecke stellen. Deshalb kann auch die Forderung an die Politik nicht sein, Fleischkonsum zu verbieten - weil es ja ohnehin kein Grundrecht darauf gibt -, sondern nur gesetzlich dafür zu sorgen, dass der Umgang mit Tieren in Aufzucht, Transport und Schlachtung adäquat ist. Und das gilt dann natürlich auch nicht nur für den Umgang mit Schlachttieren, sondern für Tiere überhaupt, z.B. auch den elenden Hundeimporten aus Osteuropa.

queequeg antworten
speedysweety
(@speedysweety)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Veröffentlicht von: @queequeg

Nur - kann man m.E. aus einer persönlichen Entscheidung keine gesellschaftliche Vorschrift machen

Nein, eine Vorschrift kann man nicht daraus machen, das muss im Inneren des jeweiligen Menschen geschehen und kann nicht von außen gesteuert werden.

Veröffentlicht von: @queequeg

und die Fleischesser in eine unmoralische Ecke stellen.

Fleischkonsum kann man aber auch nicht vom moralischen Aspekt trennen, denn es hat einen moralischen Aspekt. Was vielen Tieren passiert, ist ein Unrecht, das zum Himmel schreit. Und das hat etwas mit Moral zu tun.

Wir als Gesellschaft schaffen mit unserem Konsum den Boden dafür, dass es Dinge wie Massentierhaltung weiter gibt. Und Forderungen nach Billigfleisch, damit jeder Bürger sich das leisten kann, machen es nicht besser.
Was ist das überhaupt für eine Forderung? Im Endeffekt heißt es übersetzt: "Egal, wie dieses Fleisch zustande kommt, welchen Preis ein Lebewesen dafür bezahlen muss-Hauptsache, ICH kann mir Fleisch leisten." Das hat etwas mit Moral zu tun. Wir entscheiden mit solchen Forderungen darüber, dass Lebewesen unseretwegen leiden müssen und viele tun auch noch so, als sei das ihr Grundrecht.

Uns wird es heutzutage in unserer Luxusgesellschaft viel zu einfach gemacht. Wir gehen einfach in den Laden und müssen uns nicht damit auseinandersetzen, dass das einmal ein Lebewesen war und was es einmal erleiden musste. Hätten die Menschen mehr Bilder dazu, dann würde der Fleischkonsum wahrscheinlich deutlich sinken. Oder wären sie einmal in einem Schlachthof dabei gewesen. Wäre interessant zu sehen, wie viele Vegetarier plötzlich dabei rauskämen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Deshalb kann auch die Forderung an die Politik nicht sein, Fleischkonsum zu verbieten

Das würde auch nicht funktionieren denke ich. Es kann nur über Aufklärung funktionieren, damit die Menschen Hintergründe und Zusammenhänge besser verstehen. Aber man wird nie alle erreichen.

Aber zum Thema Politik: Mir ist sie in dem Bereich Fleischindustrie/Schlachthöfe viel zu lasch, denn mehr Möglichkeiten hätten sie schon. Wenn Missstände aufgedeckt werden, ist der Aufschrei kurzfristig groß. Die Konsequenzen kann man meist vergessen. Zum Teil wird es von Seiten der Politik als "Einzelfälle" heruntergespielt. Es sind aber viel zu viele "Einzelfälle", um dieses Argument zu rechtfertigen.
Die Politik kann dem Bürger nicht den Fleischkonsum verbieten, aber sie könnten rigoroser durchgreifen.

Sie könnte auch die Bedingungen für die Tiere verbessern. Es ist ein Skandal, wie Schweine in Kastenständen leben müssen-alles völlig legal. Es ist ein Skandal, dass man darüber diskutieren muss, ob Schweine überhaupt Schmerzen empfinden, wenn man ihnen ohne Betäubung die Hoden abschneidet. Es ist ein Skandal, wie lange das Schreddern von lebendigen Küken erlaubt war. Alles mit dem Segen der Politik. Es ist eine Schande für ein aufgeklärtes Land wie unseres, das sich gerne moralische Werte auf die Fahne schreibt! All das hat eine ganze Menge mit Moral zu tun.

speedysweety antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Veröffentlicht von: @speedysweety

Was vielen Tieren passiert, ist ein Unrecht, das zum Himmel schreit. Und das hat etwas mit Moral zu tun.

Unbestritten. Aber dabei geht es nicht um Fleischkonsum als solchen, sondern darum, wie mit ihm umgegangen wird. Wären sämtliche Stationen von der Züchtung bis zur Schlachtung so, dass es für das Tier tolerierbar ist, wäre der Konsum kein Problem.

Veröffentlicht von: @speedysweety

welchen Preis ein Lebewesen dafür bezahlen muss-Hauptsache, ICH kann mir Fleisch leisten.

Das hängst Du jetzt arg hoch. Ich glaube nicht, dass viele Menschen wirklich so denken. Den meisten wird einfach nicht bewusst sein, wie das bei Zucht, Transport und Schlachtung zugeht. Und viele von denen, die es wissen, steigen ja trotz der Preise auf Bio-Metzgereien um.

Veröffentlicht von: @speedysweety

Politik: Mir ist sie in dem Bereich Fleischindustrie/Schlachthöfe viel zu lasch

Ja, sag ich doch.

queequeg antworten
speedysweety
(@speedysweety)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Wären sämtliche Stationen von der Züchtung bis zur Schlachtung so, dass es für das Tier tolerierbar ist, wäre der Konsum kein Problem.

Sehe ich nicht so. Wir leben in einem Land, wo man sich ernähren kann, ohne Fleisch konsumierenzu müssen, was den Tod von Lebewesen bedeutet. Wir leben ja nicht im Dschungel, wo wir ohne Fleisch verhungern müssten. Aber das ist ein anderes Thema.

Veröffentlicht von: @queequeg

Das hängst Du jetzt arg hoch. Ich glaube nicht, dass viele Menschen wirklich so denken. Den meisten wird einfach nicht bewusst sein, wie das bei Zucht, Transport und Schlachtung zugeht

Das ist einfach eine Art Denke, wie sie mir begegnet ist. Tiere haben bei manchen so einen niedrigen Stellenwert, dass es nicht so dramatisch ist, wenn sie für den Fleischkonsum leiden müssen, denn der Fleischkonsum und Billigpreise sind wichtiger.

Und wem heutzutage noch nicht bewusst geworden ist, dass die Massentierhaltung in Deutschland mehr als kritikwürdig ist, der verdrängt entweder gewaltig oder ist mit keinen Medien in Berührung, sprich er lebt hinterm Mond.
Es ist so oft Thema im Fernsehen und in verschiedenen Zeitungsartikeln, in Talksendungen, Reportagen, Dokus usw. um nur ein paar Quellen zu nennen.
Aber wie sagte eine Bekannte in einem Gespräch zu mir: "Da darf ich einfach nicht drüber nachdenken". Sprach sie und kaufte weiter, als wisse sie von nichts...Einfach verdrängt. Trotz ihrem Wissen.

speedysweety antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Sicher gibt es das. Ich glaube nur nicht, dass das die Mehrheit repräsentiert. Ich denke, die meisten haben einfach das Problematische am Problem nicht begriffen. Und ich kenne eine Reihe von Menschen, die sich prinzipiell keine Reportagen, Dokumentationen usw. ansehen. Die haben durchaus nicht nur in diesem Bereich keine Ahnung, sondern in vielen anderen ebenso wenig.

queequeg antworten
speedysweety
(@speedysweety)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Und ich kenne eine Reihe von Menschen, die sich prinzipiell keine Reportagen, Dokumentationen usw. ansehen. Die haben durchaus nicht nur in diesem Bereich keine Ahnung, sondern in vielen anderen ebenso wenig.

Du meinst damit aber Leute, die kein Allgemeinwissen haben, oder? Massentierhaltung und Klimawandel sind doch heutzutage in aller Munde. Dazu muss ich nicht erst spezielle Reportagen anschauen.

Veröffentlicht von: @queequeg

Ich denke, die meisten haben einfach das Problematische am Problem nicht begriffen

Jepp. Aus den unterschiedlichsten Gründen.

speedysweety antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Veröffentlicht von: @speedysweety

Du meinst damit aber Leute, die kein Allgemeinwissen haben, oder?

Ja, auch, wenn man es nicht verstehen kann, aber es gibt Leute, die interessieren sich für nichts anderes als für Spiele oder Soaps. Ich kenne eine ältere Dame, die guckt den lieben langen Tag nur Werbevideos im Fernsehen. Sie bestellt nicht besonders viel, findet aber offenbar spannend, was es so alles gibt.

queequeg antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Wären sämtliche Stationen von der Züchtung bis zur Schlachtung so, dass es für das Tier tolerierbar ist, wäre der Konsum kein Problem.

Das würde ich nicht unterschreiben. Es wäre besser - selbstverständlich - wenn das Tier ein angenehmes Leben gehabt hat! ABER wir bringen es am Ende um, um es zu essen. Wäre es kein Tier, wäre es Mord. Aber es ist ja NUR ein Tier.

Und die Haltung von Rindern ist klimatechnisch problematisch... egal ob Bio oder nicht.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Veröffentlicht von: @anyway

ABER wir bringen es am Ende um, um es zu essen.

Ich kann das moralisch eo ipso nicht verurteilen. Seit es Menschen gibt haben sie Fleisch gegessen. Ob durch Jagd oder Zucht, darin sehe ich prinzipiell keinen Unterschied. Ein Unterschied ist aber, wie Tiere gehalten und geschlachtet werden.

Ansonsten dürfte man ja auch die hier angesprochenen Möglichkeiten der Ernährung durch Insekten nicht tolerieren, die schließlich ja auch Tiere sind.

queequeg antworten
netchie
(@netchie)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

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entschuldige, dass ich das anmerke, es soll kein Vorwurf werden, aber wenn bei Dir jetzt bio nicht viel mehr kostet als vorher, dann musst du für viel Geld eingekauft haben. Und ich finde acht Euro pro Person nicht ohne. Das sind 720 Euro im Monat nur für Lebensmittel. Wir sind vier Personen, soviel Geld haben wir im Monat gar nicht für Lebensmittel. ( wir fahren keine zwei Autos, fahren in den Urlaub in eine Ferienwohnung, ich baue viel im Garten an...).

wertvoll

netchie antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

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Hallo Netchie,

ich glaub ich muss das mit unseren Lebensmittel-Ausgaben etwas erklären. Aber du hast vollkommen Recht, dass 720 Euro im Monat für Lebensmittel Luxus sind!

Ich schreibe weiter unten noch mal was zu unserem Background, damit nicht sonstige Leser hier denken "Okay, viel zu teuer, ist eh nix für mich." und ich habe heute mal meinen Einkaufsplan für den Monat durchgerechnet mit günstigeren Produkten - auch ca. 80% bio, aber EG-Bio also z.B. Discounter oder Supermarkt Bio oder auch die Eigenmarken von den großen Biomärkten. Ich kaufe halt hauptsächlich demeter oder bioland-Siegel. Z.B. kosten unsere demeter Nudeln pro Packung 2,79 Euro. So ähnliche gibts aber z.B. von der Edeka Eigenmarke für 0,79 Euro. Man muss ja auch nicht bei Gebana bestellen - da kostet ein Kilo Walnüsse 34 Euro. Wenn ich das Kilo unverpackt bei Edeka hole kostet es 18 Euro. Usw. usf. Ich habe das durchgerechnet und komme mit den günstigeren Varianten auf 5 Euro pro Person pro Tag. Das entspricht dem Hartz-IV Satz für Lebensmittel.

Ich erlebe uns durchaus als privilegiert. Wir haben genug für uns und können auch noch sparen und für andere spenden, die nicht so viel haben.
Wir arbeiten beide im öffentlichen Dienst (okay ich nicht mehr, aktuell habe ich noch Elternzeit und ich habe kurz vor der zweiten Schwangerschaft in eine kleine Praxis gewechselt mit untertariflicher Bezahlung, aber dafür anderen Vorteilen, die mir mehr wert waren als das Geld.) Dadurch haben wir ein ganz solides Einkommen in auch recht krisensicheren Jobs.
Grundsätzlich leben wir auch sehr sparsam. Wir haben die Fixkosten wie Immobilienkredit, Kindergarten, Strom, Wasser und Co., die fast jeder hat, aber darüber hinaus geben wir nur nach langer Überlegung Geld aus. Wenn wir Geld ausgeben, dann meist so, dass es gut investiert ist in hochwertige Produkte, die auch weiterverkauft werden können, falls wir sie doch nicht oder nicht mehr benötigen. Die letzten Jahre haben wir statt Urlaub "Haus-, Garten- und Katzensitting" gemacht, wir gehen fast nie zum Friseur, haben keine teuren Hobbys usw. usf.

Das Problem mit der Vergleichbarkeit (weswegen ich schrieb "Nicht so viel teurer als davor") ist deshalb gegeben, weil unsere Lebenssituation eine andere war. Ich habe bis Mitte 2019 kostenlos auf der Arbeit Mittagessen können. Danach hab ich mir immer was mitgenommen. Mein Mann hat für ca. 100 Euro im Monat in der Kantine gegessen, was aber nicht in meinem haushaltbuch drin ist, da das über sein Konto lief und nicht über das Familienkonto. Die Große hat im Kiga gegessen. Erst seit März 2020 sind wir alle zu Hause und kochen auch jeden Tag. Zu Beginn der Pandemie haben wir das Haus fast nicht mehr verlassen und die Biokiste hat fast alles geliefert, was bei der Trockenware durchaus teurer ist als der normale Bioladen. Mittlerweile gehe ich einmal die Woche selbst einkaufen und kann da auch wieder etwas sparen usw. usf. Die Vergleichbarkeit ist einfach nicht gegeben. Ich kann dir absolut nicht sagen, was es gekostet hätte, wenn ich ohne Biolebensmittel jeden Tag für uns gekocht hätte. Die Situation hatten wir nie vor der Pandemie. Wenn ich mir aber anschaue, was wir vorher ausgegeben haben und noch die Kantine meines Mannes und die Essensgebühr des Kiga mit einrechne, dann war es wahrscheinlich nicht so viel weniger.

Aktuell sind die Lebensmittel einfach auch ein Luxus, den wir uns gönnen, da wir ja nur zu Hause sitzen. Gleichzeitig haben wir auch letztes Jahr sehr viel Geld an anderer Stelle gespart, da z.B. der Kiga das Geld zurückerstattet hat (über 500 Euro pro Monat), wir keine Feste feiern konnten und auch sonst ja nicht wirklich viel möglich war. Das wird sich auch wieder verändern, wenn ich ab Ende April wieder arbeiten gehe. Und wie ich das ja heute mal gerechnet habe, könnten wir vom Hartz-IV Satz für Lebensmittel leben, was ich sehr beruhigend finde, falls ich mal definitiv mehr sparen müsste.

Liebe Grüße
Anyway

anyway antworten
netchie
(@netchie)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 133

einen Kommentar kann ich mir dabei nicht verkneifen, bei Hartz 4 bekommen Kinder bis 6 Jahre nur 3 €, dann 3,70€ fürs Essen und davon dann auch noch das Mittagessen im Kindergarten bezahlen (mind. ja ein 1€), dann soll man jeden Monat vom Harz 4 Satz 30 € für mögliche Reparaturen und Neuanschaffungen zurück legen, und wenn man mal ins Schwimmbad will, muss man halt am Essen sparen, wo sonst bitteschön

netchie

netchie antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Hallo Netchie,

ja, aber ich hab ja jetzt mit 80% EG-Bio gerechnet. Wenn man den Anteil noch reduziert, dann lässt sich ja immer noch was sparen, wenn es notwendig ist. Wohlgemerkt für vollwertiges-vegetarisches/veganes Essen. Und ich kann auch nicht so genau sagen, wie groß Portionen in anderen Familien sind. Ich muss für meinen Mann, mich und die beiden Kinder (3,5 Jahre und knapp 10 Monate) mindestens ein Rezept für vier großzügige Portionen kochen, da es sonst nicht reicht. Wir sind alle sehr gute Esser und mein Mann ist ein Riese mit knapp 2 Meter. Der isst jeden Abend alleine ein halbes Brot. Unter Umständen liese sich da sogar noch mehr machen - kommt halt echt auf die Portionsgröße an.

LG
Anyway

anyway antworten
netchie
(@netchie)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 133

backt ihr Eurer Brot selbst? Denn ansonsten verbraucht Dein Mann ja schon allein sein Geld fürs Abendessen fürs Brot

netchie antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Teils teils. Normalerweise schon. Jetzt durchs Baby hab ichs nicht so oft geschafft. Es gibt aber auch immer mal wieder Brot von gestern - je nach Laden kostet das 30-50% weniger.

anyway antworten
netchie
(@netchie)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 133

ja, ich kaufe auch das aldibrot von gestern für 50 cent, ist aber halt dann kein Bio und auch noch in der Halbplastiktüte...

netchie antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1277

Ich wusste gar nicht, dass Aldi sein Brot billiger verkauft.
Für alle, die kein Geld haben, aber nachhaltig leben wollen:
https://foodsharing.de/
Hier kannst du Lebensmittel bei Leuten kostenlos abholen. Manchmal ist auch Biokram dabei.

murphyline antworten
netchie
(@netchie)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 133

ich glaube, wir haben schon mal darüber gesprochen.
Bei uns in der Gegend geht foodsharing gar nicht. Es wird nichts angeboten. In der nächstgelegen Großstadt (500 000 Einwohner) gab es einen Bauwagen, wo es gelegentlich Lebensmittel gab, aber der ist seit Corona geschlossen. Und wenn ich mir anschauen, wie da die Leute miteinander reden und umgehen, vergeht es mir leider auch.

netchie

netchie antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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ok.
es gibt in meine Stadt noch was: irgendeine App die Anzeigt, wo man bei Bäckern und anderen Läden eine Tüte mit Resten bei Ladenschluss gegen wenig Geld abholen kann. Ich habe das mal bei einem Bäcker gesehen, wie ein junger Mann für drei Euro eine riesige Tüte bekam, vollgepackt mit Brötchen, Brot und Kuchen.
Leider fällt mir im Moment nicht ein, wie diese App heißt.

murphyline antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @murphyline

ok.
es gibt in meine Stadt noch was: irgendeine App die Anzeigt, wo man bei Bäckern und anderen Läden eine Tüte mit Resten bei Ladenschluss gegen wenig Geld abholen kann. Ich habe das mal bei einem Bäcker gesehen, wie ein junger Mann für drei Euro eine riesige Tüte bekam, vollgepackt mit Brötchen, Brot und Kuchen.
Leider fällt mir im Moment nicht ein, wie diese App heißt.

too good to go oder so ähnlich

Anonymous antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Ja genau! Heißt so!

Als wir noch in der Stadt gelebt haben, hab ich da auch mitgemacht. Da war das richtig gut! Da gab es viele Angebote in der direkten Umgebung und ein breites Angebot.
Hier im Dorf selbst gibt es nichts - erst wieder im Nachbarort - das ist dann meist zeitlich nicht passend und eh nur Weißmehlbrötchen, die wir im Normalfall gar nicht essen.
Dafür gibt es hier im Nachbarort foodsharing, was ich zwar jetzt häufiger angeschaut habe, aber noch nicht mitgemacht habe.

anyway antworten
frischebrise
(@frischebrise)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 266

Weißt Du wo die im Kindergarten Deiner Tochter die Essensprodukte beziehen? Bis jetzt ist dass ja in der Kita -oder Schulversorgung gerade was Fleisch angeht oft nicht mit Bio. Zumindest kenne ich es nicht so.
Vielleicht hat ja jemand hier andere Erfahrungen.

frischebrise antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Hallo Frischebrise,

sorry, dass ich erst jetzt antworte.

Veröffentlicht von: @frischebrise

Weißt Du wo die im Kindergarten Deiner Tochter die Essensprodukte beziehen? Bis jetzt ist dass ja in der Kita -oder Schulversorgung gerade was Fleisch angeht oft nicht mit Bio. Zumindest kenne ich es nicht so.
Vielleicht hat ja jemand hier andere Erfahrungen.

Die ganz genauen Bezugsquellen weiß ich nicht. Aber unser Kiga kocht selbst und der Essensplan liest sich sehr ausgewogen und abwechslungsreich. Da bin ich echt froh drum. Viele Freundinnen erzählen mir da Gegenteiliges aus ihren Kigas.

Es wurde Anfang 2020 bei uns der Preis für die Verpflegung etwas erhöht, da man sich darauf geeinigt hat schrittweise mehr regionale und biologische Lebensmittel zu kaufen. Schrittweise, da es hier in unserem Ort zwei Gruppen von Eltern gibt... die einen finden das super und die anderen hätten gerne jeden Tag Chicken Nuggets mit Pommes für ihre Kinder (weil die sonst ja nicht satt werden). Im Laufe von 2020 wurde auch das vegetarische Angebot verbessert und ausgeweitet.

anyway antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193
Veröffentlicht von: @queequeg

Ein Aspekt sind die Preise für nachhaltige/biologische Nahrungsmittel. Ich habe jetzt die Preise verschiedener Fleischprodukte bei einem bekannten Supermarkt mit einer Metzgerei verglichen, bei der man im Internet regionale Bioprodukte bestellen kann. Auch ohne Frachtkosten waren hier die Preise für alle Artikel ziemlich genau doppelt so teuer. Das kann sich der, der die Preise im Supermarkt notiert hat, definitiv nicht leisten.

Da hilft nur eins: weniger Fleisch verzehren und dafür ein bisschen mehr ausgeben.

herbstrose antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1488

Was ist es einem wert?
Das ist doch die Frage beim Fleisch. Natürlich sind 20,00 € für ein Huhn eine Menge Geld. Aber es relativiert sich sehr wenn man überlegt, dass es dafür ein nettes Leben hatte, der Bauer einen vernünftigen Preis dafür bekommen hat, man nicht irgendwelche Medikamente indirekt mitisst... Eigentlich müsste doch jedem klar sein, wie ein Huhn lebt, dass für 6 € über die Theke wandert.

Letztlich braucht man viel weniger Fleisch, als die meisten von uns essen. Ich kaufe wenig Fleisch, meistens so, dass es zwei Mal in der Woche etwas gibt, und ansonsten bleibt es vegetarisch. Das kostet dann wahrscheinlich so viel wie andere dafür ausgeben, dass sie jeden Tag Fleisch haben 😀 Aber es reicht völlig aus. Wobei mehr natürlich schon lecker ist 😉 Aber ökologisch betrachtet ist es eben auch nicht sinnvoll.

tinkerbell antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Keine Relativierung
"Was ist es einem wert?"

Die Frage kann nur stellen, wer genug Geld hat, um sich leisten zu können, was er gerne hätte oder der seinen Bedarf so herunter geschraubt hat, dass er nicht mehr besteht.

Anlass für meine hausinterne Fragestellung war ein junger Mann, der beruflich schwere Arbeit verrichtet, für die er so entlohnt wird, dass er gerade zurecht kommt. Selbst einmal im Monat ein Huhn für 20 Euro oder Gulaschfleisch für 15 Euro wäre für ihn zu viel. Also muss er im Supermarkt kaufen, wo er nur die Hälfte bezahlt.

Dass das Huhn, das Schwein oder das Rind beim Bio-Metzger vielleicht ein besseres Leben gehabt haben und der Bauer dafür gerecht entlohn wurde, relativiert für ihn gar nichts.

Dass ich das jetzt hier angeführt habe, hat einfach den Grund, dass ich ratlos bin, wie die gesamte Problematik gelöst werden soll - auch z.B. in Hinblick auf die in Zukunft zu wählenden Parteien.

Ein Gedanke wäre, dass der Staat, der für so vieles so viel ausgibt, Bio-Produzenten subventioniert. Aber das geht in Deutschland vermutlich nicht ohne Bürokratie, die dann auch vieles wieder auffrist.

queequeg antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1488
Veröffentlicht von: @queequeg

Selbst einmal im Monat ein Huhn für 20 Euro oder Gulaschfleisch für 15 Euro wäre für ihn zu viel. Also muss er im Supermarkt kaufen, wo er nur die Hälfte bezahlt.

Er isst also nur einmal im Monat Fleisch...? Oder ist die Schlussfolgerung jetzt völlig falsch?

Veröffentlicht von: @queequeg

Dass ich das jetzt hier angeführt habe, hat einfach den Grund, dass ich ratlos bin, wie die gesamte Problematik gelöst werden soll - auch z.B. in Hinblick auf die in Zukunft zu wählenden Parteien.

Die Problematik wird nicht gelöst werden können, weil die Mehrheit der Verbraucher nach wie vor andere Kriterien beim Kauf von Fleisch, Milch, Eiern und Co. hat. Es gibt ja genug Untersuchungen die aufzeigen, dass Normal-und Besserverdiener nicht automatisch die "guten" Produkte wählen.

Da reicht ein Blick im Supermarkt auf die Auswahl von Eiern: Ich würde mal schätzen, dass dort 80% Käfig- und Bodenhaltung stehen und 20% Bio/Freiland. Wenn überhaupt. Bei ca. 25% Geringverdienern in Deutschland stellt sich die Frage, wieso die Verteilung da nicht anders ist - es wäre ja nachvollziehbar, wenn Menschen mit sehr geringem Einkommen nur die günstigsten Produkte kaufen können. Aber offenbar ist die Nachfrage nach Billigfleisch, Billigmilch, Billigmilch und Co. nicht nur in dieser Gruppe gegeben.

Und das würde ich auch im eigenen Umfeld bestätigt sehen: Sätze wie "Na, fürs Kuchenbacken reicht doch Bodenhaltung!" oder "Die Milch für 1,20 € schmeckt genauso wie die für 0,50 €!" zeigen einfach, dass sich viele keine Gedanken machen - oder die falschen. Wenn man im Sommer grillt, zeigt es sich noch viel deutlicher, wer da alles zum eingeschweißten Fleisch aus dem Supermarktregal greift. Und das sind keine Ausnahmen, es ist die Mehrheit.

Es muss einfach ein Umdenken stattfinden. Auch was die Menge des Konsums betrifft. Jeden Tag Fleisch oder Wurst ist schlicht unnötig.

tinkerbell antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Er isst also nur einmal im Monat Fleisch...?

Nein, aber eben nur aus dem Supermarkt, wo es die Hälfte kostet. Das war ja der Ansatz, wo ich wissen wollte, ob er es sich nicht doch leisten kann, biomäßig einzukaufen. Kann er nicht.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

dass Normal-und Besserverdiener nicht automatisch die "guten" Produkte wählen

Das ist leider richtig. Eines der Probleme hier liegt sicher in der Unüberschaubarkeit der Preise und dem erheblichen Zeitaufwand, da einen Durchblick zu bekommen. Da ich relativ viel Zeit habe, mache ich mir die Mühe, alle paar Monate die Preise zu vergleichen. Aber das kann und will nicht jeder.

Merkwürdig ist z.B., dass die vergleichbaren Eier im Supermarkt nur 15 % preiswerter sind als beim Bauern, bei dem die Hühner tatsächlich über die Wiese laufen. Dafür ist die Milch aus der industriellen Molkerei um mehr als die Hälfte (!) preiswerter als die vom Bauern.

Aber die Bio-Bauern in meiner Umgebung können durchaus nicht über mangelnden Zuspruch klagen. Also müssen sich dahin auch die wenden, die finanziell besser gestellt sind.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Jeden Tag Fleisch oder Wurst ist schlicht unnötig.

Das ist sicher richtig. Aber es ist immer schwierig, die Weichen neu zu stellen. Hab ich selbst jetzt gemerkt, als ich vermehrt Geflügelfleisch versucht habe zu konsumieren. War sehr eine Gewöhnungsfrage - und auch z.B. erheblich teurer als sonst (Putenbrust geschlagene 41,80 Euro/kg).

queequeg antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1488

Ja, aber worauf ich hinaus will: Wenn wir davon ausgehen, dass Bio-Fleisch doppelt so teuer ist wie das im Supermarkt-Regal, müsste dein Bekannter seinen Fleischkonsum einfach halbieren - schon ginge es. Klar ist das ein Einschnitt, gerade in einer Fleischnation wie Deutschland. Auch wenn man es sich leisten kann, sollte man nicht jeden Tag Fleisch essen. Aus Erfahrung im eigenen Umfeld würde ich sagen, dass auch Geringverdiener mehrmals pro Woche Fleisch essen - vom Azubi bis zum Mindestlohnverdiener. Oder nimmst du das anders wahr? Da zählt man die Döner, Cheeseburger und Schinken-TK-Pizzas noch gar nicht mit, geschweige denn die Wurst auf dem täglichen Brot.

tinkerbell antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Schuhkartondiät

Veröffentlicht von: @tinkerbell

müsste dein Bekannter seinen Fleischkonsum einfach halbieren

Ja klar. Aber er lebt schon eine ganze Weile ohne Kohlenhydrate, so gut es geht, und hat mit diesem Management enorm abgenommen. Würde er jetzt noch auf Fleisch verzichten, bliebe nur noch Schuhkarton übrig.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Auch wenn man es sich leisten kann, sollte man nicht jeden Tag Fleisch essen.

Natürlich kann man das. Ich selbst habe durchaus nicht aufgehört, Fleisch zu essen, dafür schmeckt es mir einfach zu gut, aber seinen Konsum deutlich eingeschränkt. Das hat aber dann auch verlangt, z.B. neue Kochrezepte auszusuchen und auzuprobieren. Da kann ich mir schon vorstellen, dass viele Menschen nicht willens oder auch in der Lage sind, einen solchen Aufwand auf sich zu nehmen.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Aus Erfahrung im eigenen Umfeld würde ich sagen, dass auch Geringverdiener mehrmals pro Woche Fleisch essen - vom Azubi bis zum Mindestlohnverdiener. Oder nimmst du das anders wahr?

Ja. Ich kenne einige ältere Menschen und einen Frührentner, bei denen das so ist.

queequeg antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1488
Veröffentlicht von: @queequeg

Ja klar. Aber er lebt schon eine ganze Weile ohne Kohlenhydrate, so gut es geht, und hat mit diesem Management enorm abgenommen. Würde er jetzt noch auf Fleisch verzichten, bliebe nur noch Schuhkarton übrig.

Okay. Aber das ist ja dann ein Sonderfall. Diese Ernährungsweise ist ja nicht der Standard.

Veröffentlicht von: @queequeg

Da kann ich mir schon vorstellen, dass viele Menschen nicht willens oder auch in der Lage sind, einen solchen Aufwand auf sich zu nehmen.

Ich glaube gar nicht mal, dass es daran liegt. Heutzutage finde ich mit zwei Klicks bei Chefkoch unfassbar viele vegetarische Rezepte. Ich kann sogar eingeben, welche Zutaten ich verfügbar habe, und das Ding sucht mir alles, was passt. Einfacher geht es kaum. Es ist in den allermeisten Fällen meiner Wahrnehmung nach ein schlichtes "Ich will aber viel Fleisch essen". Und das ist auch antrainiert. Mein Großvater hätte niemals im Leben eine vegetarische Mahlzeit akzeptiert. Die Generation nach ihm, seine Kinder, kannte logischerweise also nur Mittagessen, was immer Fleisch enthielt - war also normal. Und wenn man sich davon nicht bewusst emanzipiert, nicht nur gezwungenermaßen weil man es sich nicht leisten kann, wird das eben auch der Standard bleiben.

Veröffentlicht von: @queequeg

Ja. Ich kenne einige ältere Menschen und einen Frührentner, bei denen das so ist.

Ja, du stimmst mir zu? Oder ja, du nimmst das anders wahr?

tinkerbell antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137
Veröffentlicht von: @tinkerbell

bei Chefkoch unfassbar viele vegetarische Rezepte

Natürlich kann man das. Aber es bleibt ja bei einer Umstellung der Ernährung nicht bei einer einmaligen Aktion, sondern es sind eine ganze Reihe von neuen "Sichtungen" notwendig. Ernährungswissenschaftliche Informationen, Preisvergleiche - die in der Regel nicht per Internet erfolgen können -, neue Kochrezepte usw. Ich merke doch bei mir selbst, dass das einen erheblichen Einsatz fordert. Die Vorstellung, einfach nur andere Dinge nehmen zu können, geht an der Wirklichkeit vorbei.

Das alles verhindert ja nicht eine Neuorientierung, aber es erschwert sie. Und da würde dann tatsächlich nur das helfen, was Du geschrieben hast: Man müsste sich bewusst und gegen Widerstand emanzipieren.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ja, du stimmst mir zu? Oder ja, du nimmst das anders wahr?

Ich kenne einige Leute, die es sich tatsächlich nicht leisten können.

queequeg antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Tagesvergleich
Und wie ist es mit Salatgurken? Heute im Supermarkt 0,44 Euro pro Stück. Zeitgleich beim Biobauern 3,20 Euro pro Stück.

Weißkohl Supermarkt 0,79, Biobauer 2,99.

Tiroler Schinken Supermarkt 29,99, Biobauer 49,90.

Diese Preisunterschiede sind nicht vereinzelt, sondern sie gehen durch alle Produkte durch. Wie kann man glauben, dass unter solchen Voraussetzungen eine Gesellschaft nicht in Klassen auseinanderfällt, die sich immer mehr voneinander entfernen?

queequeg antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @queequeg

Und wie ist es mit Salatgurken? Heute im Supermarkt 0,44 Euro pro Stück. Zeitgleich beim Biobauern 3,20 Euro pro Stück.

Salatgurken haben grade aber auch wirklich keine Saison. Da ist mehr schockierend, dass es die grade überhaupt gibt, als dass der Biobauer 3 EUR dafür will.

Veröffentlicht von: @queequeg

Weißkohl Supermarkt 0,79, Biobauer 2,99.

das hingegen ist spannend. Bei beiden pro Kilo?

Von Fleisch und den Preisen hab ich keine Ahnung.

Anonymous antworten
Queequeg
(@queequeg)
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Ja, beides pro Kilo.

queequeg antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
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Ich denke, ein Problem ist auch, dass man nicht mehr saisonal essen will. Es gibt ja z.B. die Gemüse- oder Obstkisten vom lokalen Bauern, der Preis ist so ein Mittelding. Ich war wirklich willens, das zu machen, aber im Winter ist es echt hart. Kohl, Kohl und Kohl, alle nur denkbaren Sorten. Dazu Kartoffeln. Oder Kartoffeln. Abwechslung ab und an durch Lauchstangen oder gelagerte Möhren. Das wars dann.

Das macht es einem schwer, finde ich. Im Sommer ist das alles kein Thema, da kostet die Salatgurke sicher nicht 3,20 €. Aber ich will eben auch im Winter Gurke und Tomate, Zucchini und Paprika, Mais und Bohnen... Und das geht wahrscheinlich jedem so. Es will auch keiner sechs Monate lang Äpfel essen, nur weil das so ziemlich das einzige Obst ist, was man ewig lagern kann. Bis im April der Rhabarber kommt, ist die regionale Obstauswahl naturgemäß extrem mau...

Veröffentlicht von: @queequeg

Wie kann man glauben, dass unter solchen Voraussetzungen eine Gesellschaft nicht in Klassen auseinanderfällt, die sich immer mehr voneinander entfernen?

Wie gesagt - meiner Erfahrung nach sind die Besserverdiener mitnichten gesammelt auf dem heimischen Markt anzutreffen. Die stehen samstags bei Rewe und nehmen das, was gut aussieht. Sie achten dabei vermutlich nicht annähernd so auf den Preis wie ein Geringverdiener, klar, aber auch nicht zwangsläufig mehr auf Herkunft, Regionalität, Saisonalität...

Ich persönlich muss sagen, dass ich bei Obst und Gemüse nicht so strikt bin wie bei Fleisch. Ja, das Thema "Arbeitsbedingungen" ist nicht zu verachten, ganz klar, und ich versuche deshalb z.B., Produkte aus Spanien zu meiden. Aber es ist für mich nicht die gleiche Dringlichkeitsstufe wie bei Fleisch, Eiern, Milch.

tinkerbell antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
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Der Weißkohl bei meiner Biokiste kostet diese Woche 2,65 Euro das Stück! Und das ist meist etwas teurer als im Biomarkt, da es ja bis zur Haustür geliefert wird. Aber klar ist - Bio ist eineinhalb bis doppelt so teuer wie konventionell. Es sei denn man hat "Premium" konventionelle Lebensmittel gekauft - dann ist der Unterschied kaum vorhanden.

Du darfst natürlich nicht vergessen, dass die Erzeugungskosten auf Bio Ebene viel größer sind, als bei konventioneller Herstellung - dies wird sich aber immer mehr anpassen, wenn die Nachfrage nach Bio steigt und die Produktionsbedingungen optimiert werden können.

Auch wichtig: Die konventionelle Erzeugung hat sehr viel versteckte Kosten durch Umweltschäden und Co. - würde man diese berücksichtigen und mitbezahlen müssen, dann wären die Unterschiede gar nicht mehr so groß. So lange wir aber an unserer Schöpfung Raubbau auf Kosten der zukünftigen Generation betreiben ohne uns darüber im Klaren zu sein und "Hauptsache billig und Konsum Konsum Konsum" regieren, verändert sich nichts.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137
Veröffentlicht von: @anyway

würde man diese berücksichtigen und mitbezahlen müssen, dann wären die Unterschiede gar nicht mehr so groß

Das ist sicher richtig, aber nur sehr theoretisch, weil eben niemand für diese "versteckten Kosten" direkt zahlt.

Ich hatte ja das Beispiel mit den Kartoffeln aus Israel, Ägypten und Bayern genannt. Die Bauern ringsum produzieren nur 3 Standardsorten, die nicht sonderlich gut schmecken. Ich hab es mehrfach probiert - konnte man vergessen.

Nur, was ist jetzt in der Gesamtbilanz von allen beteiligten Aspekten am sinnvollsten? Die ausländischen Kartoffeln, die immerhin eine vergleichsweise fragile Wirtschaft stützen (Ägypten), aber eine Wahnsinns Transportlogistik erfordert, aber sehr preiswert sind? Die bayerischen Kartoffeln, die deutlich teurer sind, aber immer noch einen hohen Transportaufwand haben? Oder doch die heimischen Kartoffeln, die regional angebaut werden und preislich dazwischen liegen, aber nicht gut schmecken.

queequeg antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325
Veröffentlicht von: @queequeg

Das ist sicher richtig, aber nur sehr theoretisch, weil eben niemand für diese "versteckten Kosten" direkt zahlt.

Prinzipiell zahlen wir diese Kosten auch... aber halt nicht über den Kassenzettel sondern über Steuern, die dann wieder in Subventionen fliesen oder Sozialleistungen, weil Leute in der konventionellen Branche so wenig verdienen, dass sie zusätzliche Unterstützung brauchen usw. usf.

Veröffentlicht von: @queequeg

Ich hatte ja das Beispiel mit den Kartoffeln aus Israel, Ägypten und Bayern genannt. Die Bauern ringsum produzieren nur 3 Standardsorten, die nicht sonderlich gut schmecken. Ich hab es mehrfach probiert - konnte man vergessen.

Wenn es Lebensmittel zu für mich bezahlbaren Preisen aus der Region gibt, dann nehm ich die. Wenn etwas nicht regional erzeugt werden kann, schau ich, dass ich das vor allem über so Quellen wie Gebana beziehe (z.B. Avocados), weil die in meinen Augen das große Ganze besser im Blick haben und beurteilen können, als ich das kann.

Ich bekomme sowohl bei der Biokiste, als auch im Bioladen fast das Ganze Jahr über vernünftige und leckere Kartoffeln. Die von der Biokiste kommen aus dem Stuttgarter Raum (das ist ca. 80km von uns weg) -die vom Bioladen sind aus dem Karlsruher Raum. Und der Bauer hier im Ort bietet auch vor allem wenn frisch geerntet wurde auch Kartoffeln an - die sind zwar nicht bio, aber auch lecker.

Hast du dir schon mal eine Biokiste angeschaut? Gibts sowas in deiner Region? Ich finde das Obst und Gemüse in der Biokiste ist um Welten besser, als das im Supermarkt. Da ist uns auch fast noch nie was kaputt gegangen. Ich hatte früher bei der Ware aus dem Discounter häufig das Problem, dass Dinge schon nach zwei Tagen anfingen zu schimmeln. Ich musste ewig viel Gemüse und Obst wegschmeißen. Das Problem haben wir gar nicht mehr und ich habe an der Lagerung nichts verändert.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Biokiste
Eine Biokiste für 12 Euro hat:
100 g Feldsalat
200 g Spinat
300 g Möhren
250 g Süßkartoffeln
200 g Tomaten
250 g Broccoli
1 Stück Avocado (was immer "ein Stück" bedeuten mag)

Ich habe hier keinen Vergleich, aber den Eindruck, dass das nicht so sehr günstig ist.

queequeg antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Deine Aufzählung klingt aber jetzt auch überwiegend nicht saisonal und regional. Tomaten im Winter? Avocado? (Da kostet das Stück ja mindestens 2 Euro). Feldsalat ist teuer.

Es gibt hier in der Region drei Anbieter. Bei allen dreien gibt es auch die Möglichkeit eine regionale (und dadurch saisonale Kiste) zu bestellen - da ist natürlich im Winter das Angebot entsprechend eingeschränkt. Z.B. hat bei meinem Anbieter die regionale Gemüse Kiste für 13 Euro zum Vergleich zu deiner.

800gr Möhren
800gr Sellerie
500gr Pastinake
500gr Rote Beete
300 gr Petersilienwurzel
200gr Chicoree

Ich beziehe aber auch nicht eine vorgefertigte Kiste, sondern schreibe mir jede Woche einen Wochenplan (angepasst an die Saison) was ich so kochen möchte, ergänze dann noch Obst und Gemüse von den restlichen Mahlzeiten und das bestelle ich dann. Z.B. käme ich nie auf die Idee Paprika für 10 Euro das Kilo zu bestellen oder eine Salatgurke für 4 Euro oder Tomaten. Es ist halt jetzt Winter.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Also eine saisonale Kiste gibt es bei dem Anbieter nicht. Ich hatte jetzt die "Single Kiste" rausgesucht. Hier und bei allen anderen Kisten sind Tomaten drin, aber sämtliche Gemüsen nicht von dem Hof, sondern überwiegend aus Italien, Griechenland, Holland. Chicoree z.B. für 7,50/kg aus Holland. Salatgurke 2,75 Euro aus Holland - 0,44 Euro "aus deutschen Landen" im Supermarkt.

Einen Essensplan mache ich auch regelmäßig für 2 Wochen und kaufe dementsprechend ein - wobei ich aber spontane andere Entscheidungen treffe, wenn gerade etwas besonders gut oder preiswert ist. Das aber alles - außer Fleischwaren - im Supermarkt. Die Biohöfe sind zu weit weg und eben auch zu teuer, um eine regelmäßige Alternative zu sein. Fleisch und Wurst kaufe ich schon seit geraumer Zeit ganz überwiegend bei einem Biometzger, bei dem ich auch weiß, woher er seine Tiere bezieht.

Die einzige halbwegs darstellbare Alternative zum Supermarkt ist der Wochenmarkt, der aber auch für so ziemlich alles für den doppelten Preis anbietet. Aber der hat u.a. den Vorteil, dass ich hier z.B. Kartoffeln in der passenden Menge und nicht vorgepackt kaufen kann. Irritierend ist aber, dass auch hier nicht so ganz wenig Produkte aus dem Ausland kommen.

queequeg antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Das ist sehr schade, dass es da wohl keinen passenden Anbieter bei dir gibt.

Wir sind sehr zufrieden und in der Nachbarschaft haben sich nun auch einige eine Biokiste geholt. Natürlich kauft unser Anbieter auch Sachen zu, aber es gibt auch immer regionale Angebote und die kaufe ich dann halt bevorzugt.

Den Wochenmarkt hab ich hier auch mal ausprobiert, aber der in guter Distanz hat kein gutes Angebot und auch das allermeiste zugekauft.

Schlussendlich muss jeder schauen was für einen passt und was es für ein Angebot in der Gegend gibt. Ich kann ja jetzt nur für die Karlsruher Region sprechen.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Ja, ich denke, Du wohnst im Süden - jedenfalls von hier, dem Rand des Ruhrgebietes aus - in einer Gegend, die in dieser Hinsicht besser gestellt ist. Hier gibt es zwar auch Bio-Bauern, aber die sind doch verhältnismäßig weit weg und nach meiner Vorstellung zu teuer, um als regelmäßige Versorger dienen zu können.

Im vorigen Jahr hatte ich bei einem von ihnen Milch direkt vom Hof gekauft. 1,90 Euro gegen 0,74 Euro im Supermarkt. Das funktioniert so nicht. Ich habe jetzt aus ganz anderen Gründen meinen Milchkonsum gedrosselt (von etwas mehr als 1 Liter/Tag auf etwa 1/2 Liter). Da wäre das jetzt schon finanziell sinnvoller. Es bliebe aber immer noch die Anfahrt.

Der Metzger ist zwar auch etwa 15 km weit entfernt, aber erstens hat er sein Geschäft da, wo ich auch aus anderen Gründen öfter hin muss und kann den Einkauf direkt erledigen, und zweiten kaufe ich dann immer Fleisch und Wurstwaren für einige Wochen ein und lagere sie größtenteils in der TK-Truhe.

Aber, was ich ja irgendwo weiter oben mal erwähnt habe - alles das erfordert eine relativ umfangreiche Organisation und ständige Kontrolle der gegenwärtigen Bedingungen. Das geht nur, weil ich vergleichsweise viel Zeit habe.

queequeg antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Tagesvergleich von heute
Bio-Bauer Markt Supermarkt
Blumenkohl 4,50 2,80 1,99
Weißkohl 3,60 1,00 0,79
Wirsing 4,90 1,00 1,49
Kohlrabi 1,70 1,50 0,79
Tomaten 5,90 0,75 Stck. 2,99
Chicoree 8,50 5,50 2,99
Salatgurke 2,90 St. - 0,44
Paprika 8,90 5,95 3,99

Bio-Metzger Markt Supermarkt
Corned Beef 26,60 22,90 19,99
Krakauer 22,90 12,90 11,10
Schink.gek. 34,90 21,99 13,90
Schwarz.Sch. 44,80 32,90 29,99

Nachtrag vom 19.03.2021 1750
Entfernung:
Supermarkt 800 m - kein ÖPV
Markt 2 km
Bio-Bauer 12 km - kein ÖPV
Bio-Metzger 15 km

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

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Die 800m zum Supermarkt sind zu Fuß keine Herausforderung.

herbstrose antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Für einen gesunden Menschen vielleicht nicht.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Das schafft sogar mein nicht gesunder Ehemann.

Nachtrag vom 19.03.2021 1921
Ach ja, hatte ich erwähnt, dass wir den Berg rauf müssen?

herbstrose antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Beneidenswert
Klasse. Ja, mir fällt schon auf, dass für Dich alles kein Problem ist. Beneidenswert. Auch Dein nicht gesunder Ehemann. Davon sollte sich das Paar aus dem Nachbarhaus mal eine Scheibe von Abschneiden. Der Mann kotzt schon seine Lunge raus, wenn er nur die 5 Stufen zu seiner Erdgeschosswohnung hochgeht. Und die Frau kann kaum laufen, obwohl sie ein merkwürdiges Gerät zur Nervenstimulation bei Schmerzen in der Wirbelsäule oder dem Hüftgelenk hat. Wahrscheinlich haben sie nicht genug Disziplin.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Was genau willst du mir hier eigentlich unterstellen?

Bisher ging es doch eigentlich um dich und deine Einkaufsmöglichkeiten. Was heben deine Nachbarn damit zu tun?

Deine Nachbarn können doch den Lieferdienst des Supetmarktes in Anspruch nehmen. Oder du bietest an, für sie einkaufen zu gehen.

Bei meinen Eltern kommt alle 2 Wochen ein "fliegender Händler" bis vor die Haustür. Getränke und Gefriergut wird geliefert, Kleinigkeiten bringt die Nachbarin mit.

Du bist doch sonst immer ein so cleveres Kerlchen. Deshalb bin ich von deiner "bitte kaue mir alles vor"-Menzalität doch ein wenig überrascht.

herbstrose antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Das ist genau das, was ich gemeint habe. Du hast für alles eine einfache Antwort.

Und nein, es ging nicht - nur - um mich. Ich bin in einer vergleichsweise privilegierten Position. Aber das sind die meisten Menschen nicht.

queequeg antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Das mit der einfachen Antwort ist einfach. Was du tust, ist Jammern auf hohem Niveau. Du bist nämlich keineswegs privilegiert. Die allermeisten Menschen hier in unserem Land haben auf einfache Weise Zugang zu den Dingen des täglichen Bedarfs.

Meine Urgroßmutter hat zwei Weltkriege überstanden. Öffis gab es 1945 keine. Und sie musste zu Fuß aus dem Dorf in die benachbarte Stadt zum Einkaufen. Mit zwei kleinen Enkeln im Gepäck, weil deren Mutter arbeiten musste. Der Kindsvater kam nicht aus dem großen Gemetzel zurück. Das Land lag in Trümmern. Und es gab beileibe nicht mal das Nötigste, um die Familie zu ernähren oder zu kleiden.

herbstrose antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

Pfadfindung
Tja, nachdem Du mir nun so gewissenhaft gezeigt hast, wo und wie es im Leben lang geht, und das eigentlich alles ganz einfach ist, können wir an diesem Punkt ja den Sack zubinden.

queequeg antworten


Tinkerbell
Beiträge : 1488

Geschenke
Eine Freundin von mir ist da ganz krass - sie macht Ansagen (z.B. "Zu Ostern maximal ein kleines Osternest mit Schokolade, keine Geschenke") und zieht das knallhart durch. Wenn sich die Familien nicht daran halten, schickt sie die Sachen zurück bzw. drückt sie ihnen gleich wieder in die Hand. Das geht natürlich nur, wenn man das vorher abfängt und nicht vor den Kindern ausdiskutiert... Am Anfang war das sehr schwierig, klar, insbesondere die Schwiegereltern waren auch so drauf nach dem Motto "Die ist ja irre, die armen Kinder, der arme Mann". Aber inzwischen hat sich das hervorragend eingespielt und alle halten sich daran. Anders wird's auch nicht, denke ich, wenn die Leute so stur und ignorant sind.

Veröffentlicht von: @anyway

Ich kaufe sehr viel gebraucht und achte da dann auch auf nachhaltige Marken...

Ich boykottiere gewisse Marken auf jeden Fall. Bei vielen anderen (denn es gibt ja genug, die nicht so offensichtlich schlimm sind, aber eben auch nicht zertifiziert fair usw.) sage ich mir: Sie sind ja nun schon auf dem Markt, lieber nochmal nutzen als dass sie im Müll oder der Altkleidersammlung landen (die eben leider auch nicht generell so gut und sozial ist, wie sie tut).

tinkerbell antworten
JohnnyD
Beiträge : 1340

Besonders wenn Kinder viel geschenkt haben wollen, kann man ihnen zeigen, wie man sich für Geschenke bedanken und wie man selbst Geschenke machen kann. Das macht zum einen Freude und zum anderen zeigt das dem Kind, dass Schenken Beziehungspflege und aufwändig ist.

Geschenke von anderen an die Kinder reglementieren wir nicht. Wenn uns jemand eine Liste vorschreibt, was man deren Kindern schenken darf oder soll, überlegen wir uns das oder lassen es besser gleich ganz bleiben.

johnnyd antworten
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Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325
Veröffentlicht von: @johnnyd

Besonders wenn Kinder viel geschenkt haben wollen, kann man ihnen zeigen, wie man sich für Geschenke bedanken und wie man selbst Geschenke machen kann. Das macht zum einen Freude und zum anderen zeigt das dem Kind, dass Schenken Beziehungspflege und aufwändig ist.

Das machen wir!

Veröffentlicht von: @johnnyd

Geschenke von anderen an die Kinder reglementieren wir nicht. Wenn uns jemand eine Liste vorschreibt, was man deren Kindern schenken darf oder soll, überlegen wir uns das oder lassen es besser gleich ganz bleiben.

Meist werden wir ja gefragt, was sich unsere Töchter wünschen. Ungefragt sagen wir dazu auch nichts. Aber manchmal wäre es mir tatsächlich lieber kein Geschenk als irgendeinen Quatsch zu bekommen.

anyway antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1277
Veröffentlicht von: @anyway

Meist werden wir ja gefragt, was sich unsere Töchter wünschen. Ungefragt sagen wir dazu auch nichts. Aber manchmal wäre es mir tatsächlich lieber kein Geschenk als irgendeinen Quatsch zu bekommen.

Mir ist es gelungen, jedenfalls teilweise, Geschenke durch Sammlungen in geordnete Bahnen zu lenken. Z.B. Holzeisenbahn Brio braucht immer Zubehör, Lego, Ostheimer Holztiere.
Da die Sachen relativ teuer sind, blieb es bei Geschenken dann auch bei der einen Brücke für die Brio Eisenbahn oder das Zubehörset für die Duplo Ritterburg. Die Großeltern wussten was sie schenken konnten, auch mal nebenbei und es sammelte sich nicht mehr allzu großer Mist im Kinderzimmer.

murphyline antworten


Anyway
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Themenstarter
Beiträge : 325

Nachhaltige Banken
Hat da jemand von euch ein Konto? Es gibt ja verschiedene Anbieter. Kostenfrei ist keiner. Mein Mann und ich diskutieren das schon sehr sehr lange. Eigentlich wollen wir nicht weiter mit unserem Geld Rüstungsindustrie, Atomindustrie usw. mitfinanzieren, aber so richtig hat uns bisher keine Alternative überzeugt. Ich hätte mal fast mein eigenes Konto zu einer alternativen Bank umgezogen, aber die finanzieren sehr viele anthroposophischen Projekte, die ich zwar nicht per se schlecht finde, aber im Rahmen der Pandemie sind mir da leider zu viele Querdenker über den Weg gelaufen, dass ich da jetzt so ein bisschen Probleme habe... Ich möchte nicht Fake News Verbreiter unterstützen, die damit auf andere Art und Weise die Menschheit gefährden.

Habt ihr Erfahrungen mit alternativen Banken?

LG
Anyway

anyway antworten
12 Antworten
netchie
(@netchie)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 133

darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. 🤨

Wir haben ein kostenloses Konto bei einer Onlinebank, es ist kostenlos, da es unser Gehaltskonto ist und monatl. genug Geld eingeht. Aber mich stinkt das ehrlich gesagt auch mega an, dass nur Gutverdiener es umsonst bekommen

gibt es überhaupt nachhaltige Banken?

netchie

Nachtrag vom 14.03.2021 2131
P.s. ich habe gerade bei meiner Bank nachgelesen und bin sehr erstaunt, wie viel sie sich auf die Fahne geschrieben haben, vermutlich darf ich aber hier nicht den Namen schreiben

netchie antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Ich habe gelesen von folgenden Banken:
GLS
Ethik Bank
Umwelt Bank
Triodos

Ich kenne aber niemanden der da ein Konto hat.

anyway antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11895

wobei z.B. die Umweltbank keine Girokonten hat ... muss auch mal erwähnt werden ... 😊 aber gegenüber meinen bisherigen Banken ein fast interessantes Tagesgeldkonto ...

Da muss man sich wirklich mal mit beschäftigen ... *boahistdasviel*

neubaugoere antworten
maggie.x
(@jeddie-x)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1685
Veröffentlicht von: @anyway

Ich habe gelesen von folgenden Banken:
GLS
Ethik Bank
Umwelt Bank
Triodos

Ich denke, dass man auch bei grossen Banken "grün und nachhaltig" anlegen kann. In der CH ist das jedenfalls so. Der Gewinn ist einfach niedriger kalkuliert als bei üblichen Aktienpaketen (Pharma usw.)

jeddie-x antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Wir haben unsere Konten bei der Sparda Bank. Die Bank arbeitet eng mit dem Betrieb meines Mannes zusammen.

https://www.sparda-bw.de/internetauftritt/globale-inhaltsseiten/landingpage-baumpflanzaktion/landingpage-baumpflanzaktion.html

herbstrose antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2447

Meine Bank ist 2020 wohl unter den besten im fair Finance Guide Deutschland gewesen - was immer das wert ist (zwei oder drei gelbe, ein roter Balken). Allerdings ist sie nicht allen Leuten offen, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich bin recht frisch gewechselt, sie ist etwas günstiger als die Volksbank, bei der ich vorher war.

lubov antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Ist das zufälligerweise eine christliche Bank? Die haben ja zum Teil Zugangsbeschränkungen. Das hatten wir schon beim Hauskredit festgestellt... aber wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, dann hätten wir den Kredit auch nicht bei der Bank aufgenommen, die wir dann gewählt haben... aber wo Banken überall investieren, war mir damals leider gar nicht bewusst.

anyway antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2447

Nicht zufällig. 😊 Ja. Und ja, die Zugangsbedingungen finde ich zum Teil schon schade.

lubov antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

Die Evangelische Bank eG ist ein genossenschaftlich organisiertes Kreditinstitut mit Sitz in Kassel. Sie ist eine Spezialbank für Kunden aus der Kirche, Gesundheits- und Sozialwirtschaft sowie für alle privaten Kunden mit christlicher Orientierung. Als spezialisierter Finanzdienstleister bietet die Evangelische Bank Finanzlösungen für den kirchlich-diakonischen und sozialen Bereich. Mit einer Bilanzsumme von 7,9 Milliarden Euro ist sie aktuell die größte Kirchenbank und zählt zu den größten Genossenschaftsinstituten in Deutschland. In ihrem Kerngeschäft finanziert sie soziale Projekte aus den Bereichen Gesundheit, Altenpflege, Jugend- und Behindertenhilfe, Bildung, bezahlbarer Wohnraum sowie privater Wohnbau und investiert in Vorhaben, Unternehmen und Institutionen, die zur Bewahrung der Schöpfung einen Beitrag leisten.

jigal antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2447

Spannend. Die kannte ich noch nicht. Nun ja, nun hab ich eben gewechselt, nun bleib ich erstmal, wo ich bin.

lubov antworten
Banji
 Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3583

Ist das die ehemalige KD-Bank oder die noch frühere BKD ?

banji antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

Es ist eine Fusion der EKK und EDG.

jigal antworten
DerNeinsager
Beiträge : 1449

Hi,
Generell Dinge wo es Sinn macht, gebraucht zu kaufen.

Hier wenn Sperrmüll ist bei uns, was zum Teil auf der Straße steht kommen einem die Tränen....

derneinsager antworten
2 Antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325
Veröffentlicht von: @derneinsager

Hi,
Generell Dinge wo es Sinn macht, gebraucht zu kaufen.

Ja! Ich kaufe sehr viel gebraucht.Das hat sich hier echt bewährt!

Veröffentlicht von: @derneinsager

Hier wenn Sperrmüll ist bei uns, was zum Teil auf der Straße steht kommen einem die Tränen....

Oh ja... ich find das echt schlimm! Letztes Jahr beim Sperrmüll haben wir einen kleinen Kindertisch mit zwei Stühlen (komplett in Ordnung, keine Macken, keine Kratzer) mitgenommen. Steht hier im Wohnzimmer für die Große zum Basteln und Malen. Perfekt geeignet und hat neu sicherlich mal viel Geld gekostet - ist nämlich ein namenhafter Hersteller und nicht Ikea. Beim letzten Sperrmüll standen hier zwei Massivholz Regale draußen... leider war jemand anders schneller.

anyway antworten
Blondschopf10000
(@blondschopf10000)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1210
Veröffentlicht von: @anyway

Letztes Jahr beim Sperrmüll haben wir einen kleinen Kindertisch mit zwei Stühlen (komplett in Ordnung, keine Macken, keine Kratzer) mitgenommen

Super - so hab ich am Anfang zwei Kinderstühlchen ergattert. Opa hat sie schön angemalt und so waren sie perfekt.
Bei uns in der Stadt lohnt es sich auch, immer mal bei eb..-kleinanzeigen reinzuschauen, unter der Rubrik zu verschenken findet man da auch allerhand, gerade für Kinder.

blondschopf10000 antworten


Anyway
 Anyway
Themenstarter
Beiträge : 325

Empfehlenswerter Beitrag im Deutschlandfunk
https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm%3Aaudio_id=805340

"Grünes Wachstum gibt es nicht." Ich hoffe, dass ich den hier verlinken darf! Fand ich echt hörenswert!

anyway antworten
2 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2112

Mehr als hörenswert: wichtig!

Veröffentlicht von: @anyway

"Grünes Wachstum gibt es nicht." Ich hoffe, dass ich den hier verlinken darf! Fand ich echt hörenswert!

Sehr hörenswert, in der Tat. Da der Beitrag, den du verlinkst, ja nur ein akkustischer Mitschnitt eines Vortrags ist und man die entsprechenden Grafiken nicht zu sehen bekommt, hatte ich nach seinem Namen mal auf YT geforscht und wurde da auch fündig, z.B. hiermit.

Ich muß gestehen: das, was er da zu sagen hat, und was mir argumentativ extrem gut abgesichert erscheint, ist krass und hat mindestens eine meiner politischen Ansichten erschüttert: Ich hatte vorher gedacht, dass, wenn es noch einen Ausweg aus unserer völlig falsch aufgestellten Wirtschaftsweise gäbe, dieser "von oben", also der Politik, verordnet werden müsse. Wie das gehen könne, also wie man einen echten Bewußtseinswandel unter den Politikern bewirken könne, und wie die das entsprechende Wissen dann auch in Politik umsetzen können sollten - das hatte ich nicht klar zuende gedacht. Bislang war meine Erfahrung, dass "Selbstverpflichtungen" der Wirtschaftsteilnehmer in Sachen Nachhaltigkeit nie funktioniert hätten und auch in Zukunft nicht funktionieren werden.
Ich bin nun zwar durch Herrn Paech nicht wirklich überzeugt worden, dass ein rechtzeitiges Umsteuern "von unten" machbar wäre. Aber umgekehrt sind seine Argumente, weswegen "von oben", also den Politikern und der Großindustrie, keine Hilfe, bzw. Kehrwende zu erwarten sei, zu überzeugend. Er hat recht: wenn Politiker den Leuten das erzählen, was er da vorträgt, sind diese Politiker "weg vom Fenster". In der Demokratie kann man als Politiker den Leuten keine Wahrheiten sagen, die sie nicht hören wollen.
Und die Wahrheit ist: Wir alle hier in Deutschland müssen uns gewaltig einschränken in unserem Konsumverhalten. Also richtig doll, nicht nur ein klein wenig: viel weniger Mobilität, weniger Wohnraum, weniger Dinge kaufen, viel (viel!) nachhaltigere Ernährung und so weiter und so fort.
Wenn das nicht "von unten" gewollt wird, kann es nicht durchgesetzt werden, weil dann jeder entsprechende Ansatz mit Kampagnen der Sorte BLÖD konterkariert werden wird: Regierung verbietet Fleischkonsum. Regierung verbietet Urlaubsreisen. Regierung verbietet Eigenheime. Und so weiter und so fort.

Kurz: was der Mann zu sagen hat, ist so unglaublich wichtig, dass es kaum Leute gibt, die ihm auch nur zuhören wollen: Die Kassandra unserer Zeit heißt Niko Paech, trägt Kurzhaarschnitt, Brille und einen Professorentitel.

jack-black antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @jack-black

Kurz: was der Mann zu sagen hat, ist so unglaublich wichtig, dass es kaum Leute gibt, die ihm auch nur zuhören wollen: Die Kassandra unserer Zeit heißt Niko Paech, trägt Kurzhaarschnitt, Brille und einen Professorentitel.

In dem Zusammenhang sei auch nochmal Extinction Rebellion erwähnt, die bei dem was ich von ihnen wahrnehme auch vor allem deutlich werden und Wahrheiten ungeschönt aussprechen. In den Medien gewinnt man oft den Eindruck, dass ihre Wahrheiten zu unbequem sind und ich hab grade im Gespräch mit Leuten, die eigentlich "in der Bubble" sind, bemerkt, dass die in Deutschland wohl bislang nur sehr mäßig bekannt sind.

Anonymous antworten
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