Götzen - was kann das sein?
Im Thread Anbetung vs. Götzenanbetung? – Jesus nachfolgen – Jesus.de-Forum wurde die Frage gestellt, was der Mensch alles 'vergötzen' kann.
Und dann biss sich die Diskussion an Maria fest.
Es ist für mich (auch aufgrund der Forenstruktur) schwierig, dieser Diskussion zu folgen und somit versuch ich's einfach mal mit einem eigenen Thread.
Also - meine Frage ist die, ob es nicht auch ganz andere Dinge gibt, die für eine einzelne Person zum 'Götzen' werden kann.
Wie dort bereits geschrieben musst du dir erst einmal im klarer sein, was Anbetung und was ein Götze ist, respektive wie diese Begriffe gefüllt sind.
Wie schon geschrieben, geh ich davon aus, dass mir alles zum Götzen werden kann.
Und natürlich ist es nicht so, dass ich das dann 'anbete', indem ich davor sitze / stehe / knie.
Es schließt aber nicht aus, dass mich dieser 'Götze' gefangennimmt.
Ich denke auch, dass wir uns von Dingen oder Gewohnheiten gefangen nehmen lassen können und dass sich alles dazu eigenen, von den Klassikern wie Sex, Macht, Geld oder auch Sport oder Anerkennung usw.
Aber ich denke eben nicht, dass dies Götzen sind, zumindest nicht Götzen wie die Bibel Götzen versteht.
Hinter diesen Dingen können Götzen stehen. z.B. Mammon der hinter dem Geld steht, oder Ashera die hinter Sex steht etc.
Die Bibel versteht Götzen als Geistwesen, in der Bibel werden sie mit Söhne Gottes oder einfach nur als Götter bezeichnet. Und ein Götzenbild ist nicht das gleiche wie ein Bild eines Götzen.
Sorry, wusste nicht, dass du einfache Antworten willst.
Es stellt sich halt einfach die Frage; "Was willst du hören?" - Die oft unbegründeten Meinungen von Menschen oder vielleicht doch, was die Bibel zu dem Thema zu sagen hat.
@arcangel In diesem Fall sehe ich keinen Grund für eine komplizierte Antwort. 😊
Die Bibel sagt 'Wo Dein Schatz ist, da ist Dein Herz'.
Und von daher denke ich, dass (fast) jeder 'Schatz' auch vergöttert, also zum Götzen werden kann.
Na ja, ich sehe in einfachen Antwort die Gefahr einer einfachen Lösung.
Das, was in evangelikalen Kreisen oft mit Götzendienst bezeichnet wird, hat mehr mit Zwangsstörungen, Suchtverhalten, Geltungssucht und Egoismus zu tun als mit der Anbetung eines Gottes.
Wenn man das ganze aber einfach als Götzendienst bezeichnet, dann impliziert dies ja, dass die Betroffene, dies ja einfach so sein lassen könnte, wenn sie denn wollte.
Wer in einer Abhängigkeitssituation von z.B. Sport steht, es der Sport ist, der einer Person Sinn und Lebensfreude gibt, aber in der Absenz zu Depression und Essstörungen führt. Dann springen die besonders geistlichen auf, die dann Bescheid wissen, dass hier Götzendienst betrieben wird und dass diejenige nur Busse tun und umkehren muss. Dass hier aber ein Bewältigungsmechanismus am Werk ist, der die Person in eine Abhängigkeit geführt hat, wird gar nicht erst erwähnt.
Dies ist eine gefährliche Form der Pseudogeistlichkeit, denn es Vergeistlicht etwas, das nicht geistlich ist, während es gleichzeitig die reale geistliche Komponente ausblendet.
Und von daher denke ich, dass (fast) jeder 'Schatz' auch vergöttert, also zum Götzen werden kann.
Habituell hast du vollkommen recht, doch niemand wird sagen, dass der Hund, den man vergöttert, tatsächlich Gott ist. Die Bibel aber adressiert Götzendienst nicht habituell, sondern ontologisch.
Nun ja - manchmal braucht man ja recht lange, bis man zu einer 'einfachen' Antwort kommt.
Und natürlich ist es auch so, dass diese Antwort auf eigenen Beobachtungen fußt.
Ich sehe das in diesem speziellen Fall nicht so sehr philosophisch, sondern an eine ganz spezielle Situation gebunden.
Vielleicht ist mit Götzendienst auch Esoterik gemeint. Wenn man sich z.B. einen Edelstein aufs Regal legt und meint, man könne damit Krankheiten fernhalten, die Anbetung von Gurus oder Reiki. Das Befragen von Tarotkarten oder Gläserrücken. Solche Sachen können ja tatsächlich großen mentalen Schaden anrichten.
Das fällt für mich unter Aberglaube.
Aberglaube ist für mich viel harmloser, wie z.B dass man nicht unter Leitern laufen soll oder dass am Freitag, der 13. etwas Übles passiert oder dass manche Menschen in Wahrheit Hexen sind. Solche volkstümliche Geschichten eben, mit denen man Kinder erschreckt. Dabei wird ja auch niemand angebetet, eher im Gegenteil gefürchtet. Esoterische Kulte bzw. Okkultismus ist ein völlig anderes Kaliber.
Was mir zu deiner Ausgangsfrage noch einfällt: wenn manche Menschen wie Wirtschaftsgrößen oder Promis ungefiltert angehimmelt werden, dann kommt das einem Götzendienst schon nahe.
Ansonsten gebe ich Arcangel mit seiner Einschätzung recht. Es geht um geistliche Kräfte, die durch Götzendienst Einfluss gewinnen. Götzendienst sehe ich als etwas, womit die Wahrheit verdreht und von Gott isoliert wird.
Nochmal - ich meinte tatsächlich diese ganz persönlichen Dinge, die ganz sicher keine 'Götzen' im wortwörtlichen Sinn sind, aber aufgrund unterschiedlicher Umstände für einzelne Menschen die Funktion eines 'Götzen' bekommen können.