"Progressive Evangelikale"... meldet euch! 🙂
Als Christ glaube und liebe ich Jesus Christus. Mein Wunsch ist es, ihm nachzufolgen und mitzuhelfen, das Evangelium in der Welt zu verbreiten. Ich bin fasziniert von der Botschaft der Liebe, welche ich im Evangelium finde. Ich bete täglich und finde Kraft darin in der Bibel zu lesen. Und ich verstehe es als Inspiration für das Engagement, die Welt zum Besseren zu verändern. Christ sein bedeutet für mich auch: Radikal für Menschen einzustehen. Jesus war Liebe und Freiheit und er hat sich am meisten um die Menschen am Rand der Gesellschaft gekümmert.
Gerade deswegen konzentriere ich mich auf das Evangelium und die Gnade und bin gegen jede Form von religiöser Gesetzlichkeit. Ich akzeptiere deswegen auch die Evolution als naturwissenschaftliche Errungenschaft, betrachte Abtreibung differenziert und halte die Ehe auch für Homosexuelle für nötig. Ich finde die evangelikalen Sympathien für den modernen Staat Israel angesichts des furchtbaren Palästina-Konflikts einfach nur abstossend. Mit den meisten Evangelikalen komme ich deswegen nicht wirklich auf einen gemeinsamen Nenner. Bei Liberalen vermisse ich meist die Bezogenheit auf das Leben, auf Gott und Jesus Christus. Ich habe manchmal den Eindruck, dass gerade viele liberale Pfarrer schon fast eher Agnostiker sind als Christen.
Als Christ bin ich deswegen wohl theologisch eher ein Aussenseiter.
Lange habe ich gedacht ich sei der Einzige Christ, der so denkt.
Kürzlich habe ich aber zufälligerweise einen Artikel eines christlichen Magazins gelesen, in dem Christen mit genau dieser Einstellung als "progressive Evangelikale" bezeichnet wurden - das war zwar im Selbstverständnis dieses Magazins durchaus nicht als Kompliment gedacht eher despektierlich.
Trotzdem ist es mir wie schuppen von den Augen gefallen: "Ich bin wohl ein progressiver Evangelikaler!" 🙂
Gibt es hier noch andere "progressive Evangelikale"? Meldet euch! Vielleicht können wir ja eine eigene Kirche gründen 🙂
hallo,
also ich würde es mit dir in einer Gemeinde aushalten. In manchen Punkten denke ich anders wie du. Abtreiben könnte ich nicht, würde aber trotzdem versuchen, die Menschen in Liebe anzunehmen. Homosexualität passt einfach nicht zu Gottes Schöpfungsordnung.
Trotzdem, in Liebe annehmen, nicht verurteilen. Letztendlich habe ich nicht das Recht zu richten, Gott hat das letzte Wort, das sage ich auch so.
Gründe ja keine neue Gemeinde, es gibt schon viel zu viele unterschiedliche Gemeinden.
liebe Grüße,
Gnadenmann, lebe auch nur aus der Gnade in Jesus,
Hallo Gnadenmann
Vielen Dank für deinen wunderbaren Beitrag. Klar, ich denke wir würden bestens harmonieren, zwar mit abweichenden Ansichten aber mit dem Blick fürs Wesentliche. 😊
Liebe Grüsse und Gottes Segen!
Veröffentlicht von: @startracker7Vielleicht können wir ja eine eigene Kirche gründen
Jeder kann eine eigene Kirche gründen. Mach ich nicht, sondern habe vielmehr meine Aufgaben an dem Platz, an dem mich befinde.
Jeder kann eine eigene Kirche gründen. Mach ich nicht, sondern habe vielmehr meine Aufgaben an dem Platz, an dem mich befinde.
Angesichts von Traditionsabbruch und erodierender Mitgliederzahlen sollten wir Christen unsere Kräfte bündeln. Weitere Aufspaltung ist nicht zielführend.
Veröffentlicht von: @ungehorsamWeitere Aufspaltung ist nicht zielführend.
Da sehe ich auch so. 😊
Veröffentlicht von: @ungehorsamWeitere Aufspaltung ist nicht zielführend.
Sag ich doch ...
Das sehe ich auch so. War auch nicht ganz ernst gemeint...
Veröffentlicht von: @startracker7Ich akzeptiere deswegen auch die Evolution als naturwissenschaftliche Errungenschaft, betrachte Abtreibung differenziert und halte die Ehe auch für Homosexuelle für nötig. Ich finde die evangelikalen Sympathien für den modernen Staat Israel angesichts des furchtbaren Palästina-Konflikts einfach nur abstossend.
Ich sehe die kreationistische Bewegung in der evangelikalen Welt als ein riesen fehler und kapitale Hypotek.
Abtreibung finde ich nicht nur wegen Christlicher Argumente für falsch, aber ich bin da nicht dogmatisch.
Homosexuallität halte ich für Natürlich, aber wir das Himmelreich Gottes ist kein Natürliches.
Und den Konflikt in Palästina betrachte ich differenzierter. Ich stimme definitv nicht in die Medien Schelte mit ein.
Ob ich nun Progressiv bin weis ich nicht.
Veröffentlicht von: @startracker7Als Christ bin ich deswegen wohl theologisch eher ein Aussenseiter.
Dachte ich früher auch.
Als Bezeichnu8ng würde ich "progressiv evangelikal" deswegen ablehnen, weil die Gefahr bestünde, daß man oberflächlich damit doch in die "evangelikale" Schublade gesteckt wird, in die man nicht will.
Ich habe allerdings keine negativen Assoziationen mit dem Begriff liberal (wobei ich auch zugeben muß, daß ich wenig Leute kenne, die sich explizit so betiteln, vielleicht ist das aber auch nur ein Informationsdefizit).
Deswegen gilt für mich: lieber liberal als evangelikal (genannt werden). Und liberal ist auch ein weiter Begriff. Da ist sicher für mich auch ein Platz. 😊
Vielen Dank für deinen witzigen Beitrag.
Die Selbstschubladisierung mit der Bezeichnung progressiv-Evangelikal war durchaus etwas ironisch gemeint, vielleicht auch etwas provokativ. Das hätte ich vielleicht hinschreiben sollen. 😊 Natürlich hast du recht, eigentlich bin ich in den meisten Ansichten recht liberal. Meiner Meinung nach sollte das Liberale in den Kirchen aber nicht so weit gehen, dass man das Wesentliche aus den Augen verliert (Glaube und Liebe zu Gott und Jesus). Mein Dilemma ist wohl, dass ich für die frommen wohl zu liberal und für die liberalen zu fromm bin... Aber damit muss ich wohl leben, denke es gibt Schlimmeres. 😊
Progressiv-Evangelikale Grüsse!
Danke, auch wenn iich gar nicht witzig sein wollte...😊
Mein Dilemma ist wohl, dass ich für die frommen wohl zu liberal und für die liberalen zu fromm bin... Aber damit muss ich wohl leben, denke es gibt Schlimmeres.
Das trifft vermutlich auch auf mich zu.
Willkommen im Club 😊
Veröffentlicht von: @ungehorsamDas trifft vermutlich auch auf mich zu.
Darf ich fragen, weil mich das jetzt wirklich interessiert: Was glauben die, die Du als "zu liberal" siehst?
Das kann man so allgemein sicher nicht sagen, da "liberal" ja ein enorm weites Spektrum umfasst und auch definitiv nicht jeder das gleiche darunter versteht.
Zum Beispiel: War Karl Barth liberal? Er ist für mich ein gutes Beispiel für einen Theologen, der in seinen politischen Ansichten durchaus als liberal gilt. Er galt aber als einer der grössten Kritiker des theologischen Liberalismus. Seine Theologie war durchwegs christozentrisch und auf das Wort Gottes ausgerichtet, wenngleich sicher nicht mit einer evangelikalen Weltsicht zu vereinbaren, die er als "Biblizismus" ebenfalls abgelehnt hat.
Ich denke, solche Theologen bräuchte es mehr in den grossen evangelischen Kirchen.
Um deine Frage konkret zu beantworten: Einen Pfarrer oder Christen würde ich dann als "zu liberal" betrachten, wenn die Botschaft des Evangeliums in seinem Leben die Wichtigkeit verloren hat und Gott in seinem Leben keinen zentralen Stellenwert mehr zu haben scheint. Konkret kann sich das dann so äussern, dass in der Kirche nur noch belanglose Dinge gepredigt werden (z.B. Bibelstellen nur aus historisch-kritischer Sicht beleuchtet werden ohne Lebensbezug, allgemeine Lebensthemen wie "Leben mit Schmerz" o.Ä. ohne dabei gross auf die christliche Dimension dieses Themas einzugehen) ohne dass man als Christ noch den Eindruck hat, dass das gesagt einen relevanten Bezug hat zum eigenen Leben oder einem im Leben als Christ weiterbringt. Einige Landeskirchliche Pfarrer/innen predigen so, weil sie wissen, dass die Landeskirchen viele nicht mehr wirklich gläubige Mitglieder haben und diese nicht vergraulen wollen.
Auf der anderen Seite gibt es auch in unserer (Landes)kirche äusserst evangelikale Prediger, die dann aber eben (zumindest meiner Meinung nach) wirklich völlig fehlgeleiteten Mumpiz vertreten (z.B. Schöpfungsgeschichte als naturwissenschaftliches Ereignis vertreten, Israel-Flaggen in der Kirche aufgehängt werden, Spendekollekten für Vereine gegen Homo-Ehe und gegen die Islamisierung der Geselschaft gelten). Ich war schon in solche Gottesdiensten und habe dann wirklich noch mehr den Eindruck, am falschen Ort zu sein und finde das auch kein gutes Zeugnis für den christlichen Glauben. Ich kenne leider wenig Pfarrer, die hier einen vernünftigen und gesunden Mittelweg gehen.
Veröffentlicht von: @startracker7ein gutes Beispiel für einen Theologen, der in seinen politischen Ansichten durchaus als liberal gilt.
#
Interessant. Ich musste im Studium mal für ein Seminar ein Stück KArl Barth lesen. Zusammenfassend würde ich sagen, daß Barth auf mich - wie auf die anderen und wohl auch auf den Dozenten, der meinte, er sei auch kein Barthianer - erzkonservativ wirkte. Wäre ich nie darauf gekommen, daß der liberal sein soll.
Wobei mir einfällt: um politische Ansichten ging es da nicht, bloß um theologisches ( Glaube, das war etwas aus seinem nie vollendeten Hauptwerk.)
Sind halt alles Definitonsfragen. 😊 Er war sicher insofern theologisch "konservativ" als dass seine Theologie klar christozentrisch ausgerichtet war und er sich gegen eine Aufweichung zentraler christlicher Glaubenssätze durch die "Liberale Theologie" gewendet hat, ausserdem ein starkes christliches Bekenntnis gefordert hat.
Veröffentlicht von: @startracker7Christ sein bedeutet für mich auch: Radikal für Menschen einzustehen. Jesus war Liebe und Freiheit und er hat sich am meisten um die Menschen am Rand der Gesellschaft gekümmert.
Das sehe ich auch so - das motiviert auch mich, mich für andere Menschen einzusetzen.
Veröffentlicht von: @startracker7Ich akzeptiere deswegen auch die Evolution als naturwissenschaftliche Errungenschaft, betrachte Abtreibung differenziert und halte die Ehe auch für Homosexuelle für nötig.
Auch da kann ich zustimmen: der Glaube an einen Schöpfergott und die Akzeptanz der Evolution als Tatsache schließen einander nicht notwendigerweise aus.
Und die Ehe für alle finde ich ebenfalls richtig - dass sie in meiner Kirche 1:1 umgesetzt wird, kann ich mir allerdings nicht vorstellen - die Ehe als sakrament ist bei uns doch sehr stark mit der (zumindest theoretischen) Möglichkeit der Zeugung von gemeinsamen Kindern verbunden.
Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare kann ich mir aber vorstellen, damit hätten wohl auch die meisten deutschen Katholiken nicht unbedingt ein Problem.
Veröffentlicht von: @startracker7Ich finde die evangelikalen Sympathien für den modernen Staat Israel angesichts des furchtbaren Palästina-Konflikts einfach nur abstossend.
Ich denke, am Existenzrecht des Staates Israel gibt es nichts zu rütteln. Das darf aber nicht heißen, dass dieser Staat über jede Kritik erhaben ist - da habe ich auch manchmal den Eindruck, als würde Israel ein bisschen arg durch die "rosarote Brille" betrachtet.
Auch der Palästinenser-Staat hat ein Existenzrecht.
Veröffentlicht von: @startracker7Bei Liberalen vermisse ich meist die Bezogenheit auf das Leben, auf Gott und Jesus Christus.
Echt jetzt? Na ja, ich bin es gewohnt, dass mir das unterstellt wird.
Gebetszeiten, Schriftlesungen und die Teilnahme an Gottesdiensten sind ein wichtiger Teil meines Lebens. Was den Agnostizismus angeht: wenn es einen schon zum Agnostiker macht, dass man den Unterschied zwischen Glauben und Wissen kennt und sich dazu bekennt, dass das Schauen und Wissen in dieser Welt und in diesem Leben noch nicht dran sind, sonder "nur" das Glauben - ja, dann gehöre ich wohl auch in diese Schublade.
Ob du das so meinst, wird aber nicht 100%ig deutlich aus deinem Beitrag - da möchte ich dir nichts unterstellen, was du vielleicht gar nicht gemeint hast.
Lieber Bruder in Christus
Vielen herzlichen Dank für deinen Beitrag. Ich denke du bist im Club der progressive-Evangelikalen herzlich willkommen 😊
Anmerkung: Wie ich bereits mehrfach richtigstellen musste ist der Begriff eher ironisch gemeint.
Veröffentlicht von: @suzanne62Ich denke, am Existenzrecht des Staates Israel gibt es nichts zu rütteln
Es wäre mir fern, Solches zu behaupten.
Veröffentlicht von: @suzanne62Das darf aber nicht heißen, dass dieser Staat über jede Kritik erhaben ist - da habe ich auch manchmal den Eindruck, als würde Israel ein bisschen arg durch die "rosarote Brille" betrachtet. Auch der Palästinenser-Staat hat ein Existenzrecht.
Genau so habe ich das gemeint. Vielen Dank für die Niederschrift meiner Gedanken. 😉
Veröffentlicht von: @suzanne62as den Agnostizismus angeht: wenn es einen schon zum Agnostiker macht, dass man den Unterschied zwischen Glauben und Wissen kennt und sich dazu bekennt, dass das Schauen und Wissen in dieser Welt und in diesem Leben noch nicht dran sind, sonder "nur" das Glauben - ja, dann gehöre ich wohl auch in diese Schublade.
Ich persönlich für mich würde hier keinen so starken Gegensatz zwischen Glauben und Wissen sehen. Glauben verstehe ich mehr als Vertrauen auf Gottes Zusagen in unserem Leben und nicht als Nicht-Wissen. Ich würde deswegen nicht von "nur" Glauben sprechen. Aber natürlich erfüllen Wissen und Gottesglaube andere Funktionen in unserem Leben: Wissen spielt für mich eher in der Wissenschaft eine Rolle oder in den Grundlagen des Glaubens, die man ja auch Wissen muss, bevor man an sie glauben kann. 😊
Also wenn du an Gott glaubst, dann bist du keineswegs ein Agnostiker. Ich denke, jeder Jünger Christi hat zu gegebenen Zeiten Zweifel. Auch Thomas hat erst geglaubt, als er Jesu Wunden gesehen und getastet hat.
Ich denke, mit dir könnte man interessante Gespräche führen. 😉
Progressiv-Evangelikale Grüsse!
Nachtrag vom 14.05.2019 0029
Entschuldige: Liebe Schwester in Christus selbstverständlich. 😊
Solche Konflikte kenne ich. Was neu für mich daran der Begriff konservativer Evangelikaler ist. Sonst gibt es in Sprache und Umgang mit dem Problem viele Varianten. Ich denke, du wirst eines Tages nicht daran vorbeikommen dich zu entscheiden. Zugehörigkeitsgefühl, oder gar Identität, oder Progressivität, denn es passt,auch wenn man es gerne hätte, nicht zusammen. Du wirst immer in innere Konflikte schlindern.
Vielen Dank für deine Meinung, welche ich sehr schätze. Für mich ist die beschriebene Haltung eigentlich gut rechtzufertigen, sowohl persönlich als auch - entgegen dem was mir viele hier attestieren - auch biblisch. Aber du hast Recht, es ist ein gewisser Konflikt, welcher vor allem durch den Umhang mit frommen Glaubensbrüdern und -Schwestern entsteht. Wie du an obigen Posts siehst reichen für Viele die Aussagen "Ich bin nicht gegen Homosexualität" und "betrachte Abtreibung differenziert" (was ja durchaus nicht heisst, dass ich es prinzipiell gutheisse-auch ich gehe von der Schutzwürdigkeit des ungeborenen Lebens aus) aus um mir das Christsein abzusprechen, als Irrlehrer zu bezeichnen oder gar mit dem Antichristen gleichzusetzen. Obwohl ich glaube, dass solche Forentrolle nur bedingt repräsentativ für das richtige Leben sind, da es ja relativ einfach ist, etwas in die Tasten zu hauen, was man im richtigen Leben -hoffentlich - nie sagen würde, bringt einem das schon etwas ins Grübeln.
Woran glaubst du denn?
Nachtrag vom 14.05.2019 0723
UMGANG, nicht Umhang 😀