Das Motiv des Abendmahls bei der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen in Paris 2024
Hallo zusammen,
Habt Ihr die Eröffnung der Olympischen Spiele geschaut? Ich nicht - nicht als klare Distanzierung, sondern, weil wir kein Fernsehen schauen und es nie die Frage gab, ob wir das schauen wollen.
Frankreich lebt ja die klare Trennung zwischen Staat und Kirche. Es gibt viele christliche Gemeinden, aber Missionare, die in Frankreich arbeiten, haben es sehr, sehr schwer. Geistig scheint mir die Offenheit für die Erlösung, die uns Jesus Christus uns am Kreuz gebracht hat, gering zu sein.
Das ist die eine Seite. Die Freiheit für künstlerischen Schaffen ist die andere Seite der Medaille. Und da hat man bei der Eröffnungsfeier wohl voll aufgedreht. Und die woke Welt war dabei sehr präsent.
Zur Kunst kann auch die Provokation gehören - und da hat man sich in Bezug auf verstörende Eindrücke sehr weit in die Schmerzzone der Christen hineinbegeben:
https://www.pro-medienmagazin.de/queeres-abendmahl-bei-olympia-eroeffnung-sorgt-fuer-empoerung/
Beim letzten verlinkten Beitrag ist ein kurzer Videoausschnitt dabei. Sehr bunt das alles - aber ist die Darstellung des letzten Abendmahls mit Drag-Queens und paganen Gottheiten ein Schritt zu weit?
Seitens der katholischen Kirche sind die Aussagen eindeutig. Aber sonst beschäftigt das nicht so sehr. Ich habe mich gewundert, dass das hier noch kein Thema ist.
Angeblich ist ja ein Ziel der woken Bewegung, die Inklusion zu feiern. Aber ist die Ausgrenzung von Christen, indem man ihre heiligsten Momente in einen Kontext von geistigen Zusammenhängen stellt, die Gott keine Freude machen dürften, da im Sinne von Inklusion? Gehört zu Inklusion nicht auch Achtung des Anderen und seiner Werte und der Inhalte seiner tiefsten und wichtigsten Grundüberzeugungen?
Was ist Eure Meinung dazu?
Ich hab´s gar nicht mit dem Abendmahl in Verbindung gebracht...
Also ich finde das auch nicht gut. Auf der anderen Seite zeigt es eben wie weit die Gesellschaft vom Christlichen Menschenbild oder vom Glauben entfernt ist
Das man provozieren muss, ist eigentlich nicht nachvollziehbar.
Man muss sich mal überlegen, das Kritik dazu sogar von anderen Religionen gekommen ist. Also nicht nur von Katholisch, Orthodox, Lutheranern und Baptisten, sondern scheinbar auch von ganz anderen Religionen. Das ist dann finde ich, schon Recht crass.
Während der Live Übertragung habe ich gar nicht bemerkt, dass die Drag Queens das Abendmahlsgemälde nachgestellt haben. Ist es denn wirklich sicher, das dies die Absicht der Künstler war? Die dicke weiße Frau (Dragqueen?) in der Mitte hatte einen Kopfschmuck, der der Marienerscheinung von La Salette ähnelte oder aber mit den sieben Strahlen die Krone der Freiheitsstatur. Der ganze Drag-Queen-Auftritt sollte meinem Empfinden nach die Modenschauen der Modestadt Paris karrikieren. Allerdings hatte diese Show die längste Sendezeit im Vergleich zu den anderen Stationen. Ich fand es schnell langweilig und stimme zu, dass der ganze Transkram zu sehr im Mittelpunkt stand. Viel mehr ärgert mich das wegretuchieren des Kreuzes auf dem Invalidendom auf dem Werbebild für Olympia. Und wenn es Gott geärgert hat, dann war vielleicht der Dauerregen und die leuchtende Sacré-Coeur während des Stromausfalls in Paris sein Kommentar zu dem Spektakel. 
@murphyline habe ich gar nicht bemerkt, dass die Drag Queens das Abendmahlsgemälde nachgestellt haben. Ist es denn wirklich sicher, das dies die Absicht der Künstler war?
Nö, im Gegenteil: ein Gemälde mit völlig anderem Inhalt war Vorlage/Inspiration. Ist hier im Thread auch schon nachzulesen.
Alescha hatte im "Woke"-Thread darauf hingewiesen:
Laut Regisseur Thomas Jolly soll das Gemälde „Festmahl für die Götter des Olymp“ von Jan Hermansz. van Bijlert Vorbild gewesen sein.
@jack-black Auf dieser Seite kann man noch mal den direkten Vergleich zwischen dem Bild der Olympiavorstellung und dem Gemälde „Festmahl für die Götter des Olymp“ von Jan Hermansz van Bijlert Vorbild ansehen und ich finde der erhobene Arm der einen Frau zeigt eindeutig, dass es sich um dieses Gemälde und nicht um das Abendmahl handelt.
Dann schau vielleicht mal auf den direkten Vergleich der Szenen in diesem Presseartikel:
https://www.die-tagespost.de/kultur/feuilleton/die-entschuldigung-nimmt-euch-keiner-ab-art-253878
Dort dann den Screenshot der Instastory der Aktivistin Barbara Butch, die in der Mitte des Bildes der Olympia Scene zu finden ist. Dort interessanter Weise mit einem "Heiligenschein", der eher die Sonne mit 7 Strahlen darstellt. Damit bringt sie sich in Zusammenhang mit "Sol invictus" - und offenbar wurde schon dem Kaiser Konstantin der Bären aufgebunden, dass Sol invictus und Jesus Christus so ziemlich dasselbe seinen. Ich weiß nicht, ob die Zutat "Synkretismus" offensichtliche Blasphemie genießbarer macht.
Diese Dame war Teil des Ensembles und sie macht deutlich, wie die Schauspieler die Szene verstanden haben und ich zitiere die Worte aus ihrer Instastory: "OH YES! Oh YES! THE NEW GAY TESTAMENT!".
Das Gemälde „Festmahl für die Götter des Olymp“ von Jan Hermansz van Bijlert ist komplett unbekannt - zumindest bis vor Kurzem unbekannt gewesen. Und wenn ich mir auf diesem Bild die Person in der Mitte mit dem angedeuteten Heiligenschein ansehe, so scheint mir auch dieses Gemälde eine Verballhornung des letzten Abendmahls zu sein - denn diese Person sieht doch diversen Jesusdarstellungen sehr ähnlich. In Werkschauen des Künstlers ist das entsprechende Werk meist gar nicht mit aufgeführt:
https://artsandculture.google.com/entity/jan-van-bijlert/m07k52zt?hl=de
Hier eine Info zum Maler:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_van_Bijlert
Ich habe mal das Bild der Person in der Mitte als Screenshot ausgeschnitten, in einer Datei gespeichert und dann mit Bing Bilder-Rückwärtssuche nach ähnlichen gesucht.
Da gibt es als Referenzen Johannes der Täufer, Jünger Jesu oder auch Jesus selber - aber keinen griechischen Gott!
@goodfruit Mag sein, dass es Anspielungen auf verschiedene Kunstwerke gegeben hat. Die Frau mit der Haube links erinnert mich an niederländische alte Meister. Ich finde es irgendwie nicht so schlimm mit der Abendmahhlanspielung, zumal ich die gar nicht erkannt habe. Mich störte mehr, das diese Dragqueen- Modenschau-Tanz Aufführung so viel Zeit in Anspruch nahm. Mehr als andere Stationen. Fand das Thema etwas überepräsentiert im Vergleich zu den anderen Themen. (Und langweilig)
Der ganze Drag-Queen-Auftritt sollte meinem Empfinden nach die Modenschauen der Modestadt Paris karrikieren
Völlig neuer Aspekt. 😆
Viel mehr ärgert mich das wegretuchieren des Kreuzes auf dem Invalidendom auf dem Werbebild für Olympia. Und wenn es Gott geärgert hat, dann war vielleicht der Dauerregen und die leuchtende Sacré-Coeur während des Stromausfalls in Paris sein Kommentar zu dem Spektakel.
Das passt zu Johannes Hartls Kommentar zu diesem Thema:
Hartls Senf #22: Olympia - die Verhöhnung des Christentums?
Quelle: youtube, knappe 29 min
[Ich persönlich will einfach nicht glauben, dass der da Vinci gemeint war 😕... ]
@martha ja ich hatte Hartel Kommentar auch gesehen. Ich glaube das mit dem Abendmahl ist eine Fehlinterpretation.
Die Olympischen Spiele sind keine Veranstaltung deren Wurzel das Christentum ist. Es sind Spiele zu Ehren der Götter auf dem Olymp.
Ich kann mir schon vorstellen, dass nicht "das letzte Abendmahl" gemeint war. Papst Franziskus hat es aber so empfunden.
Papst Franziskus hat es aber so empfunden.
".....empfunden"
Ich finde ja, dass diese ganze Diskussion eines ganz gut zeigt. Das wir alle von uns ausgehen, uns als "Nabel der Welt sehen" und alles erstmal auf uns beziehen.
Anders gesagt - ich sehe etwas, dass etwas nahe kommt, dass mir wichtig ist und bin beleidigt. Ohne darüber nachzudenken, dass es auch was anderes sein könnte.
Irgendwie auch typisch für die Zeit, gleich beleidigt zu sein und aufzuschreien. Solang keiner auf die Idee kommt jetzt zur Gewalt zu greifen...
Für mich war das irgendwie zwar ähnlich zu Abendmahlsdarstellungen, aber eben auch zu anderen Darstellungen, wo mehrere "Personen" an einem Tisch sitzen sollen. Da gibt es ja auch andere Darstellungen und wenn man alle von vorne sehen soll, werden halt alle auf einer Seite gezeichnet. Und manche der Draq Queens sahen so klar nach antiken Göttern aus, dass ich mich da doch nicht ans Abendmahl erinnert fühlte. Immerhin haben die Olympischen Spiele mit dem Olymp zu tun - auch wenn nicht alle nach griechischen Göttern aussahen.
(Und Zeus scheint sich nicht daran gestört zu haben, sonst hätte es nicht nur geregnet, sondern es wäre ein Blitz in den Eifelturm eingeschlagen oder so....vielleicht ist er aber auch gerade am Feiern und zu betrunken um sich darum zu kümmern ;-P )
Anders gesagt - ich sehe etwas, dass etwas nahe kommt, dass mir wichtig ist und bin beleidigt. Ohne darüber nachzudenken, dass es auch was anderes sein könnte.
Ist das nicht das Vorgehen, das uns Woke seit Jahren vorleben? 😉
Die Relativierung finde ich nun auch unpassend. Haben wir nicht in der Schule gelernt, daß jede Interpretation eines Werks richtig ist, sofern sie schlüssig hergeleitet wird? Auch wenn der Regisseur etwas anderes gemeint hat, so muß er doch zur Kenntnis nehmen, daß sehr viele Menschen das als Letztes Abendmahl interpretiert haben. Die werden nun zusätzlich ausgelacht, weil sie so ungebildet sind und sich verletzt fühlen.
Dem Regisseur kann man durchaus vorwerfen, die Assoziation fahrlässig in Kauf genommen zu haben.
@mikefrommuc Ist das nicht das Vorgehen, das uns Woke seit Jahren vorleben?
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Nö. Aber Deine Frage illustriert einiges. 🙂
Die Relativierung finde ich nun auch unpassend.
Welche Relativierung?
Haben wir nicht in der Schule gelernt, daß jede Interpretation eines Werks richtig ist, sofern sie schlüssig hergeleitet wird?
Da hat man Euch was Falsches in der Schule beigebracht. Interpretationen können schlüssig sein (d.h. für jemanden, dem man sie vorträgt, nachvollziehbar und nicht in sich widersprüchlich) - richtig können sie nicht im eigentlichen Sinne des Wortes sein, es sei denn, man nimmt als Überprüfungskriterium die anderweitig nachweislich verbürgte Absicht des Künstlers*: dann kann man sagen: die Interpretation trifft das, was der Künstler ausdrücken wollte.
Wenn in der Schule die Interpretation von Kunstwerken durch Schüler benotet wurde, gab's dann vermutlich gute Zensuren, wenn die Schüler ihre Interpretation schlüssig argumentativ darlegen konnten. Weil sonst immer dann, wenn man eine Aufgabe in Klausuren/Klassenarbeiten richtig löste, gute Zensuren vergeben wurden, könnte man umgangsprachlich also zu der von Dir verwendeten Formulierung kommen: richtig (im Sinne von: die Aufgabe wurde entsprechend den Ansprüchen des Lehrers ausgeführt) ist dann die schlüssige, gut begründete Herleitung - im Gegensatz zu einer widersprüchlichen, schlecht begründeten Herleitung.
Also sind - aus dieser Noten/Schul-Perspektive nicht alle Interpretationen eines Kunstwerks gleich richtig, sondern nur diejenigen, die nicht widersprüchlich und gut begründet wurden. Wer also ein "lebendes Bild" als Verhöhung des christlichen Abendmahlmotivs interpretiert, dessen Herleitung ist noch lange nicht schlüssig, nur, weil er sich, auf Hörensagen berufend, darüber aufregt, dass angeblich seine heiligsten Gefühle beleidigt würden. Der sollte also beispielsweise eine gute Antwort darauf haben, was denn diese blaue Dionysos-Figur da vorn im Obstteller zu suchen hat.
In der Schule werden übrigens Bildinterpretationen nicht aus'm Lameng heraus gefordert. Sondern i.d.R. wird eine bestimmte Kunstepoche vorher im Unterricht behandelt, die Schüler lernten Wichtiges über diese Kunstepoche und haben durch dieses Informiertsein dann Ansatzpunkte für die Interpretation eines Werks. In der Kunst geht es stets um Bezüge - und um Bezüge herstellen zu können, braucht es nun mal Informiertheit. Wenn man keine Ahnung hat, uninformiert/ungebildet ist, kann man nicht schlüssig Interpretationen herleiten.
Auch wenn der Regisseur etwas anderes gemeint hat, so muß er doch zur Kenntnis nehmen, daß sehr viele Menschen das als Letztes Abendmahl interpretiert haben.
Die vielen Menschen wie der Threaderöffner, die sich die Show nicht mal selbst angeschaut haben? Ja, Shitstorms muss man zur Kenntnis nehmen, ganz egal, welche Faktengrundlage sie haben. Aber "sehr viele Menschen"? Es wäre mal eine wissenschaftliche Untersuchung dieses "Skandals" interessant, um herauszufinden, wer die Mär von der blasphemischen Abendmahl-Szene in die Welt gesetzt hat - und wer die dann verbreitet hat, sodass sie in den jederzeit für Shitstorms zu habenden Massen ihre Wirkung erzielen konnte. Falls man da auf irgendwelche Kreml-Trolle stoßen sollte, die diesen Skandal in' Rollen brachten, um den Franzosen eins reinzuwürgen, nachdem Macron öffentlich über den Einsatz französischer Soldaten in der Ukraine nachdachte, würde es mich nicht wundern.
Die werden nun zusätzlich ausgelacht, weil sie so ungebildet sind und sich verletzt fühlen.
Sie fühlen sich verletzt? Ja,warum denn nur? Weil man ihnen erzählt, sie hätten sich gefälligst verletzt zu fühlen. Weil sie bereit sind, schnell nachzuplappern, sobald es um ihre religiöse Ehre geht.
Merkt Ihr denn nicht, wie Ihr da vorgeführt werdet? Ja klar, es ist lächerlich, wenn man auf medialen Knopfdruck in den Empörungsmodus wechselt. Diese sehr vielen Menschen, die da ein Bild, das wenig mit dem letzten Abendmahl zu tun hat, als ein solches interpretieren - die kamen doch nicht von selbst drauf**: dieser Thread ist der schlagende Beweis, wie sowas funktioniert: Irgendwelche christlichen Influenzer oder Kirchenbosse regen sich über eine angebliche Blasphemie auf - und hier wird denen hinterhergehechelt, statt mal kurz innezuhalten und sich zu fragen: "Hä? Der Kreml ist mit von der Partie? Die Putin-Propaganda erzählt auch die Geschichte, wie da das gute Christentum von den Schwulen und Queeren in den Dreck gezogen wird? Es passt so schön zu der schwulenfeindlichen Agenda der russischen Faschisten und ihrer russisch-orthodox-christlichen Steigbügelhalter, wenn da dem Westen queere Dekadenz vorgeworfen wird und Zwist entfacht wird? Einen Moment mal, ich schau mir das jetzt doch nochmal genauer an und frage vielleicht mal nach, was diejenigen, die die Show zu veranstalten haben, dazu sagen..."
Nö. Man ist beleidigt. Obwohl man noch nicht mal das, weswegen man beleidigt ist, selbst gesehen hat. Und jetzt lese ich mir die Kommentare unter dem verlinkten Harl-Video an (sorry, mehr als 2 Minuten hab ich dessen anbiederndes Gerede nicht durchgehalten, vielleicht kommt ja irgendwann später noch der Turnaround und er weist darauf hin, dass es sich da nicht um eine Abendmahl-Szene handele, aber ich höre mir das jetzt nicht alles an in der bloßen Hoffnung auf einen Twist) und in denen kriegt man's demonstriert: angebliche Hindus und angebliche Franzosen danken dafür, wie hier das Christentum in Schutz genommen werde - also scheinen die Kommentatoren dort auch nicht inzwischen erfahren zu haben, dass hier eine bloße Verwechslung vorliegt.
Was soll man denn sonst tun, als solche Leute auszulachen? Sie demonstrieren ihre Unbildung in aller Öffentlichkeit, christliche Versionen des HB-Männchens, das auch ständig wegen irgendwelchem Lappalien in die Luft ging. Natürlich ist es peinlich, wenn man erst groß den Empörten markiert und dann stellt sich raus, man hat sich grundlos empört und war einfach nur zu ungebildet, um eine Pointe zu verstehen.
Wie sonst als mit Auslachen sollte man denn auf so ein Verhalten reagieren? Ganz ehrlich: es sollte denen, die da jetzt ihre moralische Empörung wie eine Fahne vor sich hergetragen haben, mal schön peinlich sein - vielleicht merken sie sich's dann für das nächste Mal, wenn ihnen jemand vorschlägt, sich doch mal ganz schnell an den religiösen Gefühlen verletzt zu fühlen. Und dann halten sie beim nächsten Mal inne und forschen, statt sofort mit in den Chor der beleidigen Leberwürste einzustimmen, nach, was denn diesmal überhaupt an der Sache dran sei. Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Dem Regisseur kann man durchaus vorwerfen, die Assoziation fahrlässig in Kauf genommen zu haben.
LOL! Jetzt ist also der Regisseur schuld, wenn sich eine Menge Gewohnheitsempörter veräppeln lassen? Assoziationen fahrlässig in Kauf nehmen... Für die Assoziationen, die jemand hat, ist immer noch dieser jemand zuständig. Wer mit einem blauen Dionysos in Lendenschurz das heilige Abendmahl assoziiert - der assoziiert am Ende auch mit einem pinken Mädchen in Hasenkostüm die Kreuzigung. Dürfen dann also zukünftig keine pinken Mädchen in Hasenkostümen mehr auftreten, weil irgendwer da die falschen Assoziationen haben könnte?
Ja, man kann dem Regisseur alles mögliche vorwerfen, Vorwürfe haben ja nicht definitionsgemäß immer auch fundiert zu sein. Man kann es aber auch mal sein lassen und zugeben: "Okay, die Art, wie ich da vorhin reagierte, war ein wenig lächerlich, vielleicht sollte ich in Zukunft nicht wie eine gereizte Mimose reagieren, sondern meine Assoziationen und Reaktionen etwas stärker reflektieren und mich im Zweifelsfall mit Gesten der Gekränktheit und des Beleidigtseins zurückhalten."
Lächerlich man man sich immer selbst.
*Wenn ein Künstler also sagt: So XYZ ist mein Kunstwerk gemeint - dann kann man eine XYZ-Interpretation des Werks als "richtig" bezeichnen: man hat das erkannt und verstanden, was der Künstler wollte. Interessanterweise gibt es inzwischen so ein handfestes Überprüfungskriterium zu dem hier diskutierten lebenden Bild bei dem Eröffnungsspektakel: und anhand dieses Überprüfungskriteriums lässt sich beweisen, dass die Interpretationen, die von einer Abendmahlszene fabulieren, "falsch" sind.
** Ich selbst fiel ja letztlich auch drauf rein, indem ich den welt.de-Artikel erstmal für bare Münze nahm und auch den Verantwortlichen in Paris zutraute, da ein weltweit bekanntes Gemälde zu verhohnepipeln. Und ja - das ist mir peinlich! Ich glaubte dem Threaderöffner erstmal in der Sache (auch wenn ich seine Interpretation von Anfang an lächerlich fand), statt, so wie es Alescha tat, nachzuforschen, ob die Tatsachen überhaupt korrekt dargestellt wurden. Ich habe mich da also reinlegen lassen und werde diese unangenehme Einsicht zum Anlaß nehmen, in Zukunft genauer aufzupassen, ob die Diskussionen, in die ich mich einmische, überhaupt eine Basis haben, oder rein auf Fake-News beruhen.
Was soll man denn sonst tun, als solche Leute auszulachen? Sie demonstrieren ihre Unbildung in aller Öffentlichkeit, christliche Versionen des HB-Männchens, das auch ständig wegen irgendwelchem Lappalien in die Luft ging. Natürlich ist es peinlich, wenn man erst groß den Empörten markiert und dann stellt sich raus, man hat sich grundlos empört und war einfach nur zu ungebildet, um eine Pointe zu verstehen.
Leute wegen mangelnder Bildung auszulachen ist aber auch etwas unfair, oder?
statt, so wie es Alescha tat, nachzuforschen, ob die Tatsachen überhaupt korrekt dargestellt wurden.
Ehrlich gesagt habe ich nicht groß nachgeforscht. Ich bin erst durch die Verweise auf dieses "Festmahl der Götter" überhaupt auf diesen "Skandal" aufmerksam geworden.
Ich habe mich da also reinlegen lassen und werde diese unangenehme Einsicht zum Anlaß nehmen, in Zukunft genauer aufzupassen, ob die Diskussionen, in die ich mich einmische, überhaupt eine Basis haben, oder rein auf Fake-News beruhen.
Im Grunde läuft jeder Gefahr, einem Fake aufzusitzen oder sich irrtümlich zu empören:
Warum kluge Menschen dumme Dinge im Internet glauben!
@alescha Leute wegen mangelnder Bildung auszulachen ist aber auch etwas unfair, oder?
Wenn diese Leute große Töne spucken, ernst genommen werden wollen und ihre verletzten religiösen Gefühle vor sich her tragen wie eine Monstranz? Dann kann ich keine didaktisch sinnvollere Reaktionsweise erkennen.
Ansonsten ist Bildungsarmut selbstverständlich ein Problem, für das in erster Linie nicht diejenigen verantwortlich sind, die es haben, sondern diejenigen, in deren Macht und Verantwortungsbereich es stünde, dieser Armut Abhilfe zu schaffen.
Hinsichtlich des hier diskutierten Falles aber möchte ich mal Folgendes anmerken: falls tatsächlich diese hetzerische Mär von Kirchenoberen in Umlauf gebracht wurde, dann waren es dieselben, die ihre "Schäflein" mehr oder minder vorsätzlich in Unbildung festhalten. Sollten diese Kirchenoberen ihrerseits so ungebildet sein, die von ihnen in Umlauf gebrachte Mär zu glauben, dann könnte das Gelächter kaum laut genug ausfallen: sie erzählen ihren "Schäflein" Unfug, mit er Intention, eine kleine Stampede auszulösen und tun so, als würden sie "die Wahrheit und das Licht" (aka Jesus) vertreten. Bei ihnen wäre dann Ungebildetheit eigentlich keine überzeugende Ausrede, sondern es käme lediglich ideologische Engstirnigkeit als Erklärung dafür infrage, eine Inszenierung wie die hier Diskutierte derart gründlich falsch zu verstehen. Wo fließt denn das Geld, das in die Ausbildung von Geistlichen gesteckt wird, da eigentlich hin?
Auch wenn anscheinend tatsächlich der Vatikan selbst und französische Bischöfe hier diesen fauxpas begingen, will übrigens bei mir der Verdacht, dass da vorsätzlich nicht nur von der (christlichen) Rechten, sondern auch vom Kreml aus eine mediale Kampagne angezettelt wurde, nicht weichen (ich geb zu: Belege dafür habe ich nicht). Es passt so schön zum Thema des Bildes (Eris...). In dem Fall hätte sich dann der Vatikan selbst zum nützlichen, da ungebildeten, Idioten Moskaus* gemacht.
Na, wenn man darüber nicht lachen darf, worüber dann?
*Und wenn man nicht von Moskauer Trollen manipuliert wurde, dann handelte man eben aus eigener Unbildung oder aber verlogener Motivation heraus und griff mal wieder die Kunst an, wie es ja schöne katholische Tradition ist. Klar möchte man da ungern ausgelacht werden. Warum kommt mir da nun wieder "Der Name der Rose" in den Sinn, in welchem es um das gestörte Verhältnis der Kirche zum Lachen geht? 😉
Im Grunde läuft jeder Gefahr, einem Fake aufzusitzen oder sich irrtümlich zu empören:
Da über dem Artikel eine KI-generierte Illustration steht, lese ich den nicht weiter. Aber ich vermute, im Artikel steht ohnehin nichts, was mir neu und überraschend wäre.
Da über dem Artikel eine KI-generierte Illustration steht, lese ich den nicht weiter
Vermutlich ist die KI-generierte Illustration gedacht, um eine Teil des Problem zu illustrieren.
Was da inzwischen an Bildern zirkuliert spottet ja jeder Beschreibung.
Aber ich vermute, im Artikel steht ohnehin nichts, was mir neu und überraschend wäre.
Möglich. Lohnt sich aber, sich das hin und wieder ins Gedächtnis zu rufen.
@alescha Vermutlich ist die KI-generierte Illustration gedacht, um eine Teil des Problem zu illustrieren.
Du glaubst halt an das Gute in den Menschen. 😀
Meiner Erfahrung nach werden KI-generierte Illustrationen verwendet, weil sie billig in der Herstellung sind. (Sorry, da ich wegen KIs a la Midjourney meinen Beruf als Illustrator aufgeben musste, bin ich da dünnhäutiger als der Normalo).
Auch wenn der Regisseur etwas anderes gemeint hat, so muß er doch zur Kenntnis nehmen, daß sehr viele Menschen das als Letztes Abendmahl interpretiert haben.
Nicht, wenn die Veranstalter schon beizeiten erklären, was gemeint ist. Klick. Dass die Interpretation des griechischen Gottes Dionysos uns die Absurdität der Gewalt zwischen Menschen bewusst mache.
Natürlich liest das nicht jeder, aber jetzt den Regisseur verantwortlich zu machen halte ich auch für verfehlt.
Es gab ja mal eine Komödie, leider kenne ich den Namen nicht mehr, in der ein preisgekrönter Schriftsteller zwecks Motivation seines Sohnes incognito an einem literaturwissenschaftlichen Seminar seine Werke teilnahm. Und auch eine Interpretation eines seiner Werke schrieb. Die vom Dozenten verrissen wurde mit der Bemerkung: An Ihrer Arbeit sieht man gleich, dass sie das Werk nie gelesen haben!
Und in einem Literaturkurs an meiner Schule kam mal der Vorschlag, einen als exzentrisch bekannten Mitschüler mal ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte verfassen zu lassen, der Rest des Kurses interpretiert das dann, und dann sagt der Autor, was er tatsächlich damit sagen wollte. Leider wurde das nicht umgesetzt, wäre bestimmt lustig geworden.
Du merkst: Die Aussage, dass jede Interpretation eines Werks richtig ist, sofern sie schlüssig hergeleitet wird, sehe ich kritisch.
Zumindest dann, wenn sie hergenommen wird, um eine Aufregung und Empörung zu erzeugen.
Die werden nun zusätzlich ausgelacht, weil sie so ungebildet sind und sich verletzt fühlen.
Es mag unfair sein, aber es ist schon so, wie Jack-Black sagt: Man fällt viel zu leicht auf Stimmungsmache von irgendwelchen Influencern rein.
Du merkst: Die Aussage, dass jede Interpretation eines Werks richtig ist, sofern sie schlüssig hergeleitet wird, sehe ich kritisch.
Du kennst sicher den Spruch: Der Sender ist für das verantwortlich, was beim Empfänger ankommt. Künstler lassen bewußt Raum für Interpretation. Dadurch kann jeder Empfänger das Werk ganz persönlich auf sich wirken lassen.
Deshalb sehe ich eine Mit-Verantwortung beim Regisseur. Er spielt mit Assoziationen. Wenn viele Betrachter eine andere Assoziation haben, als er es beabsichtigte, dann war sein Werk nicht klar genug.
Es wäre schön, wenn beide Seiten ein bißchen abrüsten und versuchen, die jeweils andere Seite zu sehen. Auch hier. Das Bashing finde ich ziemlich unnötig.
Du kennst sicher den Spruch: Der Sender ist für das verantwortlich, was beim Empfänger ankommt.
Ich lehne den Spruch in dieser Pauschalität ab. Ich habe zu oft erlebt, dass der Sender mitnichten dafür verantwortlich gemacht werden konnte, was beim Empfänger ankam.
Ich drehe den Spieß daher tatsächlich um: Der Empfänger hat auch eine Verantwortung dafür zu prüfen, ob das, was bei ihm ankommt und v.a. das, was er daraus macht, dem entspricht, was der Sender tatsächlich gesagt hat.
Zumindest dann, wenn er das angeblich Rezipierte weitergibt.
Hierzu eine Anekdote:
Im Büro verabschiedete ich mich von meiner Kollegin mit den Worten, dass ich jetzt gehe, weil ich Kopfschmerzen habe.
Diese Kollegin gab die Information weiter, dass ich gegangen sei, weil mir schlecht wäre.
Kurz darauf hörte meine Mutter, die im selben Betrieb arbeitete, von anderen Kollegen, dass ich schwanger sei. (Offensichtlich gibt es für Frauen im gebärfähigen Alter nur einen Grund für Übelkeit)
So, und jetzt sage mir doch bitte, inwiefern ich dafür verantwortlich zu machen bin, dass a) meine Kollegin weitergab, dass mir schlecht sei (ihre Begründung war: "Also, wenn ich Kopfschmerzen habe, ist mir auch immer schlecht.") und b) weitere Kollegen aus dieser Übelkeit eine Schwangerschaft konstruierten.
Das ist nur ein Beispiel von vielen, die man hier anbringen könnte.
Es wäre schön, wenn beide Seiten ein bißchen abrüsten und versuchen, die jeweils andere Seite zu sehen. Auch hier. Das Bashing finde ich ziemlich unnötig."
Ich sehe das Problem jetzt auch weniger in Christen, die ihre religiösen Gefühle verletzt sehen. Wobei man da halt schon prüfen sollte: Ist der Sachverhalt wirklich so, wie er dargestellt wird? Oder rege ich mich darüber auf, weil das so toll in mein Weltbild passt?
Lesenswert hierzu, ich habe es schon verlinkt: Warum kluge Menschen dumme Dinge im Internet glauben!
Das Problem ist eher die Instrumentalisierung, mit der manche jetzt den Untergang des christlichen Abendlandes herbeireden und gegen "Woke", LGBTQ etc. hetzen. Das sollte doch auch zu denken geben, oder?
Die Leute, die sich jetzt empören, sind zum Teil eben auch jene, die aus den Auswärtstrikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eine riesen Empörung machten und die extrem getriggert werden, wenn irgendwo das Wort "Vielfalt" fällt.
Da muss ich Jack-Black einfach recht geben, wenn er sagt:
Diese sehr vielen Menschen, die da ein Bild, das wenig mit dem letzten Abendmahl zu tun hat, als ein solches interpretieren - die kamen doch nicht von selbst drauf**: dieser Thread ist der schlagende Beweis, wie sowas funktioniert: Irgendwelche christlichen Influenzer oder Kirchenbosse regen sich über eine angebliche Blasphemie auf - und hier wird denen hinterhergehechelt, statt mal kurz innezuhalten und sich zu fragen:
"Christliche Influenzer und Kirchenbosse" lässt sich da beliebig ersetzen.
Kurz darauf hörte meine Mutter, die im selben Betrieb arbeitete, von anderen Kollegen, dass ich schwanger sei. (Offensichtlich gibt es für Frauen im gebärfähigen Alter nur einen Grund für Übelkeit)
😀 Das ist ja unglaublich.
Liebe @alescha
Ich lehne den Spruch in dieser Pauschalität ab.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwierig Kommunikation ist. Du hast den Satz als pauschale Aussage interpretiert und ein Gegenbeispiel gebracht. Das ist so gar nicht die Reaktion, die ich erwartet hätte. Doch wie kann ich wissen, wie meine Aussage bei Dir ankommt? Es liegt an mir, wieviel Kontext ich mitgebe oder weglasse.
Wenn ich eine eindeutige, unmißverständliche Aussage treffen möchte, würde der Text aber nicht mehr lesbar.
Was ich allerdings nicht verhindern kann, ist das absichtliche Mißverstehen.
Bei dem Bildnis mag es Menschen geben, die das absichtlich mißverstanden haben und sich künstlich aufregen. Das ist der Kern Deiner Aussage, richtig? Verstehe ich und kann ich nachvollziehen.
Der Kern meiner Aussage ist, daß der Regisseur das Mißverstehen hätte voraussehen können und müssen. Möglicherweise hat er das bewußt in Kauf genommen. Dann kann man den Menschen, die das Bild als Letztes Abendmahl gedeutet haben, nicht vorwerfen, daß sie darauf "reingefallen" sind. Das sind ja nicht die gleichen, die Du meinst.
Darauf mit Häme zu reagieren, wie es in diesem Beitrag geschieht und mittlerweile in vielen Berichten, finde ich unpassend. Aber ich wiederhole mich.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwierig Kommunikation ist. Du hast den Satz als pauschale Aussage interpretiert und ein Gegenbeispiel gebracht. Das ist so gar nicht die Reaktion, die ich erwartet hätte. Doch wie kann ich wissen, wie meine Aussage bei Dir ankommt? Es liegt an mir, wieviel Kontext ich mitgebe oder weglasse.
Der Kontext war durchaus gegeben. Der Kontext war Kunst, und da mag es zutreffen, dass der Sender für das mitverantwortlich ist, was beim Empfänger ankommt.
Aber selbst in diesem Kontext ist diese Aussage nicht zwingend.
Ich habe daher die Aussage aus ihrem Kunst-Kontext herausgenommen und zur Verdeutlichung in einen anderen, allgemeineren Kontext gestellt.
Das war jetzt also weniger ein Kommunikationsproblem, wie Du hier vermutest, sondern eher ein Dissens. Oder anders: Ich kann der Aussage so nicht zustimmen.
Bei dem Bildnis mag es Menschen geben, die das absichtlich mißverstanden haben und sich künstlich aufregen. Das ist der Kern Deiner Aussage, richtig?
Richtig.
Der Kern meiner Aussage ist, daß der Regisseur das Mißverstehen hätte voraussehen können und müssen. Möglicherweise hat er das bewußt in Kauf genommen.
Davon ist auszugehen, aber wie ich jetzt an anderer Stelle schon schrieb, zielte diese Darbietung nicht darauf, das Christentum zu verhöhnen.
Provokation war sicher dabei, und die, die jetzt am meisten abgehen, bestätigen das ja auch. Und ich meine hier nicht jene Christen, die sich fälschlicherweise in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen.
Sondern jene, denen es egal ist, wenn daVincis Abendmahl in allen möglichen popkulturellen Kontexten von den Simpsons über Asterix bis Star Wars auftaucht, die sich aber furchtbar echauffieren, wenn die Darsteller aus der LGTBQ-Gemeinschaft kommen.
Oder anders formuliert: Wenn das "woke" ist.
@alescha Ich drehe den Spieß daher tatsächlich um: Der Empfänger hat auch eine Verantwortung dafür zu prüfen, ob das, was bei ihm ankommt und v.a. das, was er daraus macht, dem entspricht, was der Sender tatsächlich gesagt hat.
Danke!
Es wurde sich entschuldigt
Ja, darüber habe ich gelesen.
«Es war unser Ziel, Gemeinschaft und Toleranz zu feiern. Wenn Menschen Anstoss genommen haben, tut uns das sehr leid.»
Knifflig. Ich nehme Worte ernst, und deshalb nehme ich die Entschuldigung auch ernst. Andererseits steht im Raum: Erst werden Fakten geschaffen und dann mit einer Entschuldigung die Kritik daran abgewiegelt. - Ich kann das nicht einschätzen.
Ich könnte mir vorstellen, daß die Franzosen eine andere Einstellung zu solchen Themen hat. Ich habe viel mit französischen Kollegen zu tun. Ich finde es faszinierend, worin sich Franzosen und Deutsche gleich sind - und wo sie sich unterscheiden.
Deshalb neige ich auch dazu, die Entschuldigung als ernst gemeint zu verstehen. Die Frage wäre vielmehr, ob solche Themen überhaupt in eine Sportveranstaltung rein müssen. Insgesamt geben sie sich wirklich Mühe, neuen Wind in die Spiele zu bringen. Veranstaltungen mitten in die Stadt zu legen, finde ich großartig. Reiten vor Versailles, eine grandiose Kulisse! Da ist es einfach schade, daß diese Diskussion zumindest in Kauf genommen wurde.
Bei den Olympischen Spielen auf den Olymp sich zu beziehen, finde ich eigentlich naheliegend.
@channuschka Ach auf himmlisch plaudern schreibt einer gleich. Kein Wunder dass die Leute aus der Kirche austreten.
Ich hätte ohne die Diskussion auf den Foren davon gar nichts mitbekommen.
Die Olympischen Spiele sind keine Veranstaltung deren Wurzel das Christentum ist. Es sind Spiele zu Ehren der Götter auf dem Olymp.
Das liesse sich aber wesentlich stilvoller darstellen als mit lauter Dragqueens und anderen, mir eher nicht so sympathischen Phantasiefiguren.
Warum nicht wie bspw. bei der Eröffnungsfeier 2004 in Athen?
Eröffnung Olympische Spiele Athen 2004 (Dauer d. Videos ca. 11 Minuten)
Die Szenen, die ich bisher von der Eröffnungsfeier 2024 gesehen habe, wirken im Vgl. dazu total heruntergekommen.
Ich finde, aus einer Eröffnungsfeier für einen der grössten Sportanlässe weltweit, sollte keine Pride-Parade gemacht werden! Es sollte in erster Linie um Sport und Kultur des Austragungslandes gehen und sonst um nichts anderes. Ich denke, genau deshalb wirkt die Szene mit der angeblichen Abendmahlsszene auch so provokativ. Die Intention, die dahintersteckt, lässt eine andere vermuten als bei einer Simpsons- oder Star Trek-"Abendmahls"-Darstellung.
Ich finde, aus einer Eröffnungsfeier für einen der grössten Sportanlässe weltweit, sollte keine Pride-Parade gemacht werden! Es sollte in erster Linie um Sport und Kultur des Austragungslandes gehen und sonst um nichts anderes.
Genau das, gut zusammen gefasst.
@tamaro Wir sind uns glaube einig, man wollte provozieren. Ich schau solche Eröffnungsfeiern, wie die Wettkämpfe eher nicht an, hätte davon ohne die Diskusison hier gar nichts davon mitbekommen. Von der in London nur über youtube. Da gibt es witzige Videos was Großbritannien ausmacht. a) Mr Bean b) Daniel Craig kommt in den Palast und QE II steigt mit ihm in einen Hubschrauber mit Union Jack. Es kommt die James Bond Melodie und wie in einem der alten James Bond geschehen offnet sich nach dem Absprung ein Fallschirm im Design des Union Jack. Das war in den 70ern etwas besonderes da es keine bunten Fallschirme gab. Entweder weiß oder getarnt. Na und dass die Königin aus dem Hubschrauber springt hat etwas witziges. In der nächsten Szene erscheint dann die echte Königin mit Prinz Philip im Stadion. Das war gut, das kann man wieder anschauen und ist vielleicht auch die Wurzel des Filmchens mit QE II und dem Bären Paddington, der bei ihr zum Tee anlässlich des Thronjubiläums eingeladen ist.
Ich finde, aus einer Eröffnungsfeier für einen der grössten Sportanlässe weltweit, sollte keine Pride-Parade gemacht werden!
War es nicht. Es war keine "Parade", sondern ein Schauspiel. Du möchtest also eigentlich sagen: "Solche Leute sollten bei einem solchen Ereignis nicht öffentlich sichtbar sein!"
Es sollte in erster Linie um Sport und Kultur des Austragungslandes gehen und sonst um nichts anderes.
Das tut es. Drag Queens haben ihre eigene Kultur. Das wissen nur ihre Kritiker nicht, weil sie sich nie näher damit befasst haben.
Nun kann man natürlich argumentieren, dass die Kultur der Drag Queens in der Menge nicht so bedeutend ist, dass man sie unbedingt bei der olympischen Eröffnung hätte zeigen müssen, und das ist sicher richtig. Aber es ging hier ja in Wahrheit auch um etwas ganz anderes.
Es ging um ein klares Signal an den Rest der Welt: "Hier leben Menschen in Freiheit - und das meinen wir auch genau so, wie wir es sagen! Und wir zeigen es euch hier! In Moskau würden diese Leute verhaftet... hier leben sie frei und wertgeschätzt!"
Gut, das mit der Wertschätzung kriegen etliche Leute noch nicht hin, daran muss noch gearbeitet werden... aber das Prinzip ist klar.
Ich erinnere mich an die Worte eines transidentischen Mädchens, welches in einem muslimischen Land als Junge geboren wurde, und welche sagte, dass sie dankbar ist, jetzt in einem Land leben zu dürfen, in dem sie so sein und leben kann, wie sie wirklich ist. Das hat ihr viel bedeutet.
Wenn man aber so manche Diskussion verfolgt, dann gibt es auch in unseren "freien" Ländern sehr viele Menschen, die Anderen ihre Freiheit nicht zugestehen wollen. Die zumindest wollen, dass Menschen, die "anders" sind doch bitte wenigstens nicht sichtbar sind! Denn schon deren Sichtbarkeit wird von denen als Zumutung empfunden!
Das haben viele nicht verstanden, und deshalb war die Botschaft auch so wichtig. Und dass manche sie sehr wohl verstanden haben, das hat ja die Reaktion aus Moskau gezeigt. Als ob die sich ernsthaft um den christlichen Glauben sorgen würden... nein, die wussten einfach genau, dass deren Propaganda tadellos funktionieren wird, wenn sie die religiöse Karte spielen!
Und etliche Christen haben sich da willig vor deren Karren spannen lassen... "Nieder mit der Freiheit für diese Leute!" lautet die Parole...
Meine Meinung? Dass wohl offensichtlich öffentliche Erklärungen ignoriert werden, um sich künstlich aufregen zu können:
@alescha Danke für die Erläuterung, bzw. den weiteren Link.
Es wird immer interessanter, denn mir war bisher auch entgangen, welches Festmahl der Götter auf dem Gemälde dargestellt wurde:
Die Hochzeit von Thetis und Peleus
Weiss jemand, worum es bei dieser berühmten Hochzeit ging? Um das Präludium für die größte Europäische Sage aller Zeiten, nämlich die Illias. Zu der Hochzeit von Thetis und Peleus waren - fast - alle Götter eingeladen. Nur eine berühmt-berüchtigte Party-Crasherin nicht: Eris, die Göttin der Zwietracht. Wie es so in ihrer Natur lag, nahm sie dies übel, kam uneingeladen und warf einen goldenen Apfel in die Menge, der eine Inschrift trug: "Der Schönsten". Wenn man in das Bild hineinzoomt, kann man genau in der Mitte eine Frauenfigur erkennen mit erhobener Hand, aus der sowas wie eine kleine goldene Kugel zu fliegen scheint - vielleicht handelt es sich da um den Apfel? (Nebenbei: die Jesus-Figur in der Mitte hat keinen Heiligenschein, sondern einen Lichterkranz um den Kopf. Sie trägt ein Musikinstrument, das vielleicht eine Lyra sein könnte - das Musikinstrument, das die Figur als Apoll identifiziert. Links, die behelmte Kriegerin dürfte wohl Athene sein, rechts wird Poseidon mit seinem Dreizack gezeigt, bei dem langhaarigen Kerl mit der Keule über der Schulter, der hinter dem tanzenden Satyr zu sehen ist, dürfte es sich meiner Vermutung nach um Herakles handeln. Die barbusige Frau mit dem geflügelten Kleinkind dürfte Aphrodite sein, den Bogen von Eros kann ich jetzt nicht erkennen... Und so weiter und so fort.)
Den Rest des tragischen Schicksals erledigte dann die versammelte Eitelkeit der VIP-Göttinnen: Hera, Athene und Aphrodite fühlten sich gemeint. Und weil ihr Gezeter und Gestreite, wer denn nun die Schönste unter ihnen sei und welcher daher der Apfel gebühre, Zeus nervte, deligierte er seinen Juroren-Job an Paris, den aufgrund einer Prophezeihung von seinem Vater Priamos einst verstoßenen Prinzen von Troja, der nun irgendwo Schafe hütete und dadurch vermutlich besondere Kompetenz erworben hatte, Schönheit zu erkennen... 😉
Vielleicht wissen einige hier, wie die Geschichte weiterging: Paris ließ sich von den nackten Tatsachen der Aphrodite blenden, entschied, dass sie die schönste der drei Göttinnen sei und zog sich dadurch den Hass der beiden Konkurrentinnen Hera und Athene zu. Später - dazu gibt's ja dann die Verfilmung mit Brad Pitt in einer Hauptrolle und Orlando Bloom als Paris, erhielt Paris das ihm von Aphrodite zugesicherte Bestechungsgeschenk: die Liebe der schönen Helena, der schönsten aller Griechinnen. Brad Pitt alias Achilles, der dann auf eindrucksvolle Weise unter anderem Paris' großen Bruder Hektor vor den Mauern Trojas erschlug, war übrigens der Sohn von Thetis und Peleus - deren Hochzeit in dem Bild ja gefeiert wird.
Wer sich also für die Olympiade interessiert und für die antiken griechischen Wurzeln des modernen Europas, der wird mit einer Interpretation dieses Gemäldes, das eine dramaturgisch höchst wichtige Szene darstellt, gut bedient: hier sorgt die Geltungssucht einer nicht zur Party eingeladenen Dramaqueen (warum muss ich ständig an Putin denken?) und die Eitelkeit der feinen Damen der oberen Gesellschaft dafür, dass der Krieg aller Kriege Jahrzehnte später entbrennen konnte: losgetreten von vor Ruhmsucht besoffenen Männern, die schöne Frauen als Statussymbole betrachteten und zu deren Erringung schon mal die halbe damals bekannte Welt in Flammen zu setzen gewillt waren.
Tja - wenn doch nur alle nackt durch die Gegend laufen würden, dann könnte, da hatte der französische Sänger schon recht, niemand heimlich eine Pistole mit einschmuggeln können. Die NRA hätte damit sicherlich so ihre Probleme, überleg ich mir grad so. Aber nun ja: schon bei den alten Olympiern war es - siehe Pallas Athene - offenbar Usus, bewaffnet auf Festen zu erscheinen (und wer da nun an die Nibelungen auf ihrem Verwandtschaftsbesuch in Etzels Burg denkt, assoziiert ähnlich wie ich... 😉 ) und deswegen, weil nicht nur die Menschen, sondern auch die griechischen Götter so ähnlich ticken wie us-amerikanische Rednecks, gab's halt bis heute keinen Frieden auf der Welt.
Da finde ich eine Neuinszenierung der Hochzeitsfeier mit Verzicht auf Waffengedöhns eigentlich eine schöne Idee: Hätten die olympischen Götter schon ähnlich inklusiv und freizügig getickt wie der blaue Dionysos mit seinen Drag-Queens - dann wären uns womöglich die großartigsten europäischen Mythen entgangen, aber dann hätten wir vielleicht auch schon 3000 Jahre Frieden in Europa.
Man wird ja noch träumen dürfen... 😉
So eine schöne Zusammenfassung griechischer Sagen habe ich schon lange nicht mehr gelesen! 😅
Eine Klugscheißerei sei mir aber erlaubt:
Wer sich also für die Olympiade interessiert und für die antiken griechischen Wurzeln des modernen Europas
Du meinst sicher "für die olympischen Spiele". Die Olympiade ist nämlich der Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen.
@alescha Du meinst sicher "für die olympischen Spiele". Die Olympiade ist nämlich der Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen.
Erwischt! 🙂
@alescha Also ich persönlich finde die Erklärung das es nun von der Griechischen Götterwelt alles entlehnt sein soll, nicht so viel schöner aus Christlicher Sicht. Nicht nur das...auch für Moslems eigentlich schwer verdaubare Kost. Diese beiden Gruppen zusammen bilden wahrscheinlich mehr als die Hälfte der Menschheit und naja, es ist vielleicht weniger brüskierend aber immer noch ein bisschen. Wäre es ( altgriechischer Götterglaube) die lokal ausgeübte Religion der Franzosen, aber das ist ja auch nicht der Fall.
Das sind dann ja letztlich Abbilder von Götzen, wenn auch lächerlich gemachte, mit denen die ersten Christen oder Juden seinerzeit noch zu tun hatten. Bzw. Gott sind diese Dinge ein Greuel. Ob Gott auch drüber lachen kann, weil es nun im Rainbow Flair daherkommt....hm.
Die Frage wäre dann auch ob man als kulturell umfassend gelehrter Regisseur nicht darauf kommen konnte das es an das Abendmahl erinnert. Ist denn die tatsächliche Szene so aus den altgriechischen Geschichten entlehnt, oder stammt die praktische Darstellung (also die Ausgestaltung) doch nur aus der Hand des Regisseurs?
Doppeldeutungen sind zu vermeiden. Das ist erstes Semester Marketing.
Grüße Eddy
Also ich persönlich finde die Erklärung das es nun von der Griechischen Götterwelt alles entlehnt sein soll, nicht so viel schöner aus Christlicher Sicht. Nicht nur das...auch für Moslems eigentlich schwer verdaubare Kost. Diese beiden Gruppen zusammen bilden wahrscheinlich mehr als die Hälfte der Menschheit und naja, es ist vielleicht weniger brüskierend aber immer noch ein bisschen. Wäre es ( altgriechischer Götterglaube) die lokal ausgeübte Religion der Franzosen, aber das ist ja auch nicht der Fall.
Wobei ich mich frage, was Du da erwartet hättest? Eine christliche Inszenierung? Für ein reanimiertes Fest heidnischen Ursprungs?
Tatsächlich gehören auch die griechisch-römischen und auch die germanischen Götter zu unserem kulturellen Erbe. Die Monate sind zum Teil nach römischen Göttern benannt (Januar nach Janus, März nach Mars, Mai nach Maia, Juni nach Juno, Juli nach dem vergöttlichten Julius Cäsar und August nach dem vergöttlichten Augustus) und die Wochentage sind auch noch heidnischen Ursprungs (Klick)
Und sieh's mal so: Wenn man da jetzt heidnische Götter verwurstet, fühlt sich niemand religiös beleidigt. Es dürfte heute wohl kaum noch jemanden geben, der die Götter der Römer oder Griechen verehrt, oder?
Ja das stimmt, was soll man da erwarten :). Letztlich wird einem klar vor Augen geführt das wir als Christen hier auf der Welt nicht unsere Heimat haben. Das vergisst man im Alltag oft.
Allerdings sehe ich persönlich jetzt die Römisch- Griechischen oder Germanischen Götter weniger als ein "Erbe" de Europäischen Kultur. Eher war es die Vorgängerkultur die abgelöst wurde. Das Christentum war schon über einen sehr langen Zeitraum seit der Antike prägend?.
Klar kann man nie für alle sprechen. Aber zumindest bis in die 70er hatten die europäischen Kulturen ich denke schon, einen Christlichen Schwerpunkt mit jüdischen Prägungen an zweiter Stelle über viele Jahrhunderte. Dann wenn man die Türkei dazu zählt bzw. Teile des Balkans, Moslemischer Glaube war in Europa auch noch präsent.
Naja ich bin eh kein Olympia Kucker. Ich hatte es selbst nicht gesehen.
😆 😆 😆 Lustiger Beitrag
dazu gibt's ja dann die Verfilmung mit Brad Pitt in einer Hauptrolle und Orlando Bloom als Paris, erhielt Paris das ihm von Aphrodite zugesicherte Bestechungsgeschenk: die Liebe der schönen Helena, der schönsten aller Griechinnen. Brad Pitt alias Achilles, der dann auf eindrucksvolle Weise unter anderem Paris' großen Bruder Hektor vor den Mauern Trojas erschlug, war übrigens der Sohn von Thetis und Peleus - deren Hochzeit in dem Bild ja gefeiert wird.
Einer der schlechtesten Filme ever.
@tristesse Einer der schlechtesten Filme ever.
Wie kommst Du zu der Einschätzung? Ich war beim ersten Gucken auch enttäuscht, weil ich halt so ein kleiner Homer-Fanboy war damals (nein, nicht Homer Simpson! 😡 ), dem "die Originalvorlage" nicht detailgetreu genug umgesetzt war. Aber der Streifen wurde beim wiederholten Gucken immer besser. Die Szene, wo Achill vor den Toren Trojas Hektor herausfordert, hat eine Intensität, die ich so in wenigen Filmen je erlebt habe: das ist so archetypisch-episch und realistisch zugleich und trifft den tragischen Ton der Illias, wie man es kaum besser inszenieren könnte. Man muss ja bedenken, dass die Götter in dem Film nie auftauchen und dennoch die Wucht dieses größten Krieges aller Zeiten nachvollziehbar geschildert wird.
Aber stopp - ich wollte ja erstmal wissen, wie Du zu Deinem Urteil gelangtest! 🙂
Wie kommst Du zu der Einschätzung? Ich war beim ersten Gucken auch enttäuscht, weil ich halt so ein kleiner Homer-Fanboy war damals (nein, nicht Homer Simpson!
), dem "die Originalvorlage" nicht detailgetreu genug umgesetzt war.
Ich bin noch mal in mich gegangen und gut, einer der schlechtesten Filme ist er nicht, aber auch nicht besonders hochklassig.
Ich fand von Anfang an Paris und Helena total nervig. Ständig am rumheulen und klagen, dabei war es ja ihre Idee und ihr Plan und so dumm können sie nicht gewesen sein, um nicht zu wissen, was kommt. Bloom und Kruger wären jetzt auch nicht meine erste Besetzung gewesen, auch wenn ich verstehe, warum der Regisseur sie gecastet hat. Ich fand das Ganze irgendwie sehr glatt gebügelt, alle wie aus dem Ei gepellt, die Guten natürlich besonders gut, die Bösen umso grausamer. Die Bettszenen zwischen Achilles und Briseis völlig unglaubwürdig, kann ja sein, dass es sich so zugetragen hat, ich hab es aber den Darstellern nicht abgenommen. Ab und an gab es mal einen interessanten Dialog, aber der Regisseur ist nun mal nicht für seine tiefgründigen Filme bekannt und so standen halt die ziemlich ausführlich gehaltenen Schlachten im Vordergrund und schluckten alles, was die Geschichte an Tragik und Drama zu bieten hat.
Dieses ganze heroische Getue war mir zu sehr drüber. Pitt und Bana, eigentlich zwei gute Schauspieler, agierten völlig hölzern, mir fehlte gerade bei Pitt die Spielfreude, dass er was mit seiner Rolle anfangen konnte. Die Dialoge spiegelten nicht wieder, was die Schauspieler zeigten.
Die Szene, wo Achill vor den Toren Trojas Hektor herausfordert, hat eine Intensität, die ich so in wenigen Filmen je erlebt habe: das ist so archetypisch-episch und realistisch zugleich und trifft den tragischen Ton der Illias, wie man es kaum besser inszenieren könnte.
Ja, das hat mich auch beeindruckt, aber der Gänsehautmoment war dann auch schnell vorbei.
Peter O'Toole hat übrigens danach zugegeben, dass er sich im Grunde für seine Rolle geschämt hat.
Mir war das ganze Setting einfach zu archaisch, aber nicht schmutzig genug. Natürlich kann man jetzt sagen, dass die Heldensagen das genau auch so wollen, aber der Film hätte etwas mehr Ungeschliffenheit vertragen können.
Was mir gut gefallen hat war die Rolle des Odysseus, den hat Sean Bean sehr gut verkörpert.
Aber der Streifen wurde beim wiederholten Gucken immer besser
Ich weiß nicht, ob es für einen Film spricht, wenn man ihn sich "schön" gucken muss. Ich hab ich glaub ich insgesamt dreimal gesehen, also Schauwerte hat er durchaus, aber das macht ihn nicht zu einem guten Film.
@tristesse Dank Dir für die Einschätzung. Die kann ich so nachvollziehen.
Peter O'Toole hat übrigens danach zugegeben, dass er sich im Grunde für seine Rolle geschämt hat.
Spielte er nicht den Priamos? Da würde mich mal interessieren, warum er sich für die Rolle schämte? Priamos hat in der Illias ja keine soooo große Rolle mehr, bis eben auf die Szene, wo er um die Herausgabe der Leiche seines Sohnes Hektor den Achilleus anfleht.
Diese Szene ist aber nun mal wesentlicher Bestandteil der Sage und verrät natürlich allerhand darüber, wie damals die Prioritäten in Sachen Ehre usw. geordnet waren.
Dieses ganze heroische Getue war mir zu sehr drüber.
😀 😀 😀
Naja, dann dürfte die homerische Illias wohl erst recht nix für Dich sein...
Die Bettszenen zwischen Achilles und Briseis völlig unglaubwürdig, kann ja sein, dass es sich so zugetragen hat, ich hab es aber den Darstellern nicht abgenommen.
Dieser Subplot hakte m.M.n. daran, dass man hier zu modern interpretierte, vermutlich, weil man Achilleus, so wie von Dir ja wohl auch empfunden, als den heutigen moralischen Maßstäben gemäß Guten zeichnen wollte. Beim Streit um die Briseis geht es aber in allererster Linie wirklich darum, wem von den Griechen der Ruhm und damit auch die erste Wahl bei der Beuteverteilung zukomme. Ruhm ist hier der Aspekt, um den sich so gut wie alles dreht: wer ist der stärkste und mächtigste Krieger und wird dafür dann auch gefeiert?
Unsere heutige Sicht - also auch die des Zielpublikums des Films - kann mit dieser seltsam erscheinenden Fixierung nicht mehr so viel anfangen. Wenn man uns also Achilleus als den größten Helden verkaufen will, dann muss er auch Kriterien erfüllen, die damals niemanden interessierten. Beispielsweise wie er mit der Kriegsgefangenen Briseis umgeht: da darf er nicht allzu ruppig und rücksichtslos sein und wir wollen am liebsten, dass er sich in sie verliebt...
Achilleus liebt aber vor allem Patroklos, dass es sich da auch um eine erotische Liebesbeziehung gehandelt habe, wird schon früh, beispielsweise von Aischylos, so verstanden. Der Held eines US-amerikanischen Blockbusters als Päderast (Knabenliebhaber)?! Das geht ja gar nicht, also wird Achilleus dann halt mit Briseis in eine Bettszene reingeschrieben (bei den Griechen war Knabenliebe freilich kein Hindernis, anderweitig auch ganz normale heterosexuelle Beziehungen zu pflegen, aber mach das mal einem durchschnittlichen Kinogänger so nebenbei klar).
Interessant fand ich nicht so sehr, was sozusagen "dazuerfunden" wurde im Film, sondern bestimmte Details, die weggelassen wurden - vermutlich auch, um die Zuschauer nicht hinsichtlich dessen, wen sie als die Guten oder die Bösen sehen sollten, zu verunsichern. Beispielsweise wird bei Homer groß und breit die Bestattung des Patroklos beschrieben. Ich erinnere mich noch, dass mich als jugendlichen Leser (einer deutschen Nacherzählung, nicht der wörtlichen Übersetzung) irritierte, wie ausführlich da beschrieben wurde, wie groß de Holzhaufen war, auf dem Patroklos aufgebahrt wurde - und dass mal eben von Achilleus noch ein Dutzend kriegsgefangener trojanischer Jünglinge zu diesem Anlaß geopfert wurden: die Größe oder Tiefe der Freunschaft zwischen Achilleus und Patroklos wurde sozusagen festgemacht an der Blutmenge, die bei der Bestattungsfeier floss.
Das hätten sie mal mit in den Film aufnehmen sollen, wo Du doch schreibst:
Mir war das ganze Setting einfach zu archaisch, aber nicht schmutzig genug.
😉 Aber ob der Film dann für die Kinokassen freigegeben worden wäre?
Die Figuren der Helena und des Paris kommen, da bin ich mit Dir einer Meinung, im Film nicht sonderlich gut weg. Helena ist allerdings in der Sage auch eher eine Funktionsfigur, die entsprechend nicht wirklich psychologisch glaubhaft "gestaltet" ist. Sie ist einfach die schönste Frau, das einem Ei entschlüpfte Kind von Zeus und Leda (Zeus verwandelte sich, um bei Leda "landen" zu können, in einen Schwan), so eine Art Heiliger Gral-Ersatz: alle Männer wollen ihn/sie unbedingt haben.
Von einer selbstbestimmten oder auch nur selbstbewußten Frau kann da eigentlich nicht die Rede sein. Helena hat ja auch nicht wirklich eine Wahl, sich in Paris zu verlieben: Ihre ursprüngliche Liebes-Wahl hatte sie getroffen, als sie Menelaos heiratete. In Paris musste sie sich verlieben, weil das nun mal das Bestechungs-Geschenk der Aphrodite gewesen war.
Diane Kruger musste hier letztlich eine nicht erfüllbare Aufgabe erfüllen: die vorstellbar schönste aller Frauen sein (daran scheiterte m.M.n. auch Cate Blanchett in ihrer Rolle als Galadriel, daran muss jede menschliche Schauspielerin automatisch scheitern: ideal schön zu scheinen - aber Blanchett musste in ihrer Rolle zumindest nicht gleichzeitig erhaben schön und sexuell attraktiv rüberkommen) und dann noch einem quasi-modernen Frauenbild entsprechen.
Orlando Bloom aka Paris wiederum... Ohne die wesentliche Vorgeschichte könnte man meinen, wir hätten es da einfach mit einem verzogenen Schönling und Königssöhnchen zu tun, der für seinen Privatspass mal eben einen Krieg riskiert und dann, als es zum Zweikampf kommt, noch jämmerlich feige versagt.
Aber ihm bleibt im Sinne des Mythos nichts anderes übrig: er hätte ja Athene (u.a. die Göttin des Ruhms in der Schlacht) wählen können, dann hätte er vermutlich Menelaos mit Links weggeklatscht. Er hätte Hera wählen können - dann wäre er ein mächtiger und weister Herrscher geworden. Aber er wählte nun mal Aphrodite. Helena liebt ihn nun bedingungslos - auch noch, nachdem er sich im Kampf gegen ihren Ex als letztlich ehrloser (wenigstens hätte er sich ja töten lassen können) Versager entpuppt hat.
Nun wird die Vorgeschichte mit dem Paris-Urteil im Film nicht erzählt und auch ansonsten wissen wir im Film wenig über z.B. das komplizierte Verhältnis zwischen Priamos und Paris...
Wie überhaupt alle "transzendenten" Aspekte, also der ganze "Götterkram" in einem Film, der auf das christlich konditionierte us-amerikanische Publikum zugeschnitten ist, rigoros rausgeschrieben wurden. Ja, Briseis ist irgendsoeine Tempel-Dame und irgendwelche Götter werden da verehrt in der Gegend. Das ist im Film ungefähr so wichtig, wie die religiösen Vorstellungen von Leuten in Indien, Thailand oder Zentralafrika, Regionen, aus denen sich amerikanische Touristen ein paar schöne "traditionelle" Andenken mitbringen.
Aber die Geschichte ergibt dann entsprechend wenig oder nur flachen Sinn, wenn man nicht das, was der Film weglässt, dennoch im Hinterkopf hat.
Ich weiß nicht, ob es für einen Film spricht, wenn man ihn sich "schön" gucken muss.
Schön gucken war auch nicht das, was ich meinte. Sondern eher: zuerst habe ich es ungefähr so empfunden, wie Du es darlegtest. Dann, beim neuerlichen Gucken, hab ich mir immer überlegt: Okay, warum wurde jetzt dies und jenes anders, gar nicht oder zusätzlich mit reingebracht? Wie würde ich das dramaturgisch zu lösen versuchen, unter der Prämisse, dass die griechischen Götter nicht als "Realitäten" mitspielen dürfen?
Funktioniert das Tragische überhaupt ohne die religiösen Grundvorstellungen der Griechen? Und falls ja - funktioniert es auch hinsichtlich dieser speziellen Erzählung?
Hätte ich (als notorischer kleiner Besserwisser-Ersatzregisseur) das besser hinbekommen?
Eher nicht.
Was mir gut gefallen hat war die Rolle des Odysseus, den hat Sean Bean sehr gut verkörpert.
Kunststück! Erstens ist Sean Bean (seitdem seiner Sterbeszene als Boromir hat er einen Stammplatz in meinem Herzen) einfach ein ziemlich geiler Schauspieler, zweitens hat Odysseus, dieser Archetyp des "Tricksters", gewissermaßen das modernste Format. Er ist übrigens, sofern ich das überblicken kann, der erste "Held" in der Weltliteratur, der sich über religiösen Aberglauben erfolgreich lustig macht: das falsche Geschenk an die Götter, das "trojanische Pferd", mit dem der Sieg über Troja errungen wird, ist ein Sieg der Aufklärung.
Nicht umsonst interpretieren Adorno und Horkheimer in ihrer "Dialektik der Aufklärung" Odysseus als Prototypen des modernen, wissenschaftlich aufgeklärten "Bürgers". In einer von Magie und Göttlichem durchwirkten Welt reist er herum und geht alles praktisch an: er ignoriert gewissermaßen das Magische, und handelt, wie es einer nicht-magischen Welt entspricht. Es gibt für ihn nichts Magisch-Rätselhaftes mehr, sondern alle Rätsel werden von ihm als praktische (lösbare) Probleme behandelt. Selbst die (aber-) gläubischen Vorstellungen der Menschen berechnet er in seine Kalküle mit ein.
Seine Smartness, seine "Bullshit-Resistenz" macht ihn also modern: im Gegensatz zu den anderen Figuren im Film muss er auch am wenigsten verändert werden hinsichtlich seiner literarischen Vorlage.
Wenn irgendwann mal jemand auf die Idee kommen sollte, die Odyssee zu verfilmen: Sean Bean sollte auch da die Hauptrolle bekommen (also, liebes Hollywood, beeil dich mal ein bisserl! :-)).
Das sind ja schöne Erklärungen.
Aber mir gerade jemand gesagt, dass bei der Berichterstattung über die Szene von deren Regie ausdrücklich gesagt worden sein soll, dass es sich auf die Offenheitspflicht der - christlichen - Kirchen bezieht.
@queequeg Aber mir gerade jemand gesagt, dass bei der Berichterstattung über die Szene von deren Regie ausdrücklich gesagt worden sein soll, dass es sich auf die Offenheitspflicht der - christlichen - Kirchen bezieht.
Verstehe ich jetzt nicht. Zu der Berichterstattung kann ich wenig sagen, da ich selbst die Übertragung praktisch nicht gesehen habe. Was sich nun auf eine Offenheitspflicht, was immer das auch sein mag, beziehen soll, kann ich daher nicht einmal mutmaßen.
Ich hab die Berichterstattung auch nicht gesehen und kann aus eigener Kenntnis nicvhts dazu beitragen.
Aber es wurde mir von jemandem, der die ganze Eröffnung gesehen hatte, gesagt, dass der Korrespondent eine Liste mit Ereignisse der jeweiligen Veranstalter hatte und der für die in Frage stehen Szene verantwortlich ist, sie dort als Aufforderung an die christlichen Kirchen verstanden wissen wollte, sich anderen - eben auch queeren - zu öffnen.
[...] der für die in Frage stehen Szene verantwortlich ist, sie dort als Aufforderung an die christlichen Kirchen verstanden wissen wollte, sich anderen - eben auch queeren - zu öffnen.
Das wäre interessant herauszufinden, ob das tatsächlich das Ziel war. Ich habe darüber bisher nichts gelesen.
Sollte so eine Aufforderung nicht eher an die Sportverbände gerichtet werden, die zum Beispiel mit Trans-Personen sehr unterschiedlich verfahren, als an die Kirchen?
@queequeg Sorry, das liest sich für mich jetzt etwas verworren. Jemand, der das im TV gesehen hat, erzählt Dir etwas über das, was der Kommentator (Korrespondent) dazu sagte, welcher seinerseits wieder eine Liste hatte, auf der man informiert hatte, wie die Szene als Aufforderung an die christlichen Kirchen verstanden werden solle?
Da sind mir zuviele Stationen dazwischen. Dein Bekannter könnte sich falsch erinnert haben oder der Kommentator hat Mist erzählt oder die Liste, die man ihm gab, enthielt Unfug. Oder aber der Hinweis darauf, dass sich die Kirchen inklusiver verhalten sollten, bezog sich auf ein andere Element der Darstellung. Oder aber es war der übliche Seitenhieb, der stets kommt, wenn irgendwo Dragqueens usw. auftauchen, über die sich dann stets jemand aufregt: eine inzwischen selbst zur Folklore geronnene Animosität zwischen Kirche und queerer Community, die einen an die "Feindschaft" zwischen Kölnern und Düsseldorfern erinnern kann.
Selbst wenn also irgendwer von den Verantwortlichen speziell zu dieser Szene irgendwie was von einer Kirche, die sich der Queerness öffnen solle - von sich gegeben haben sollte: dann bleibt damit der Fakt, dass hier kein Abendmahl dargestellt wurde, weder in der barocken Gemälde-Vorlage noch in der schrillbunten Olympia-Eröffnungsshow. Falls der Kommentator dann sowas behauptete oder sonstwer - dann ist dies immer auf, sorry: Dummheit und Ignoranz zurückzuführen. Es wurden nicht irgendwelche christlichen Kernwerte (wie hier im Forum so schön formuliert) blasphemisch verspottet. Punkt.
Wenn nun die ernst oder eher provokativ gestellte Aufforderung, die Kirchen sollten sich für queere Menschen öffnen, an sich schon als Blasphemie betrachtet wird - okay, von mir aus. Dann soll man es aber dann bitteschön auch so deutlich sagen: "Wir sind Christen und wollen dieses gottlose sexuellidentitäre Durcheinander nicht und wir wollen auch nicht, dass jemand dieses Thema ausgerechnet bei so einem ur-christlichen Event wie den Olympischen Spielen auf's Tapet bringt!"
Kann man machen und jeder blamiert sich halt stets nach eigenem Vermögen. Aber sich in seiner christlichen Identität verletzt zu behaupten und dafür unsinnige und unzutreffende Behauptungen aufzustellen, also zu lügen?
Ich hatte ja gedacht, dass, nachdem Alescha mit ihrem Zitieren des Volksverpetzer-Artikels die notwendigen Informationen hier geliefert hatte, sich ein paar auch der hier Anwesenden besinnen und ein bisserl zurückrudern würden: "Okay, da hatten wir was mißverstanden und wurden von interessierten Kreisen auch etwas vorgeführt."
Aber ich lerne mal wieder dazu.
Die gleiche Kritik hatte auch bei meinem "Infomanten", woraus sich dann ein echter - wenn auch letztlich kleiner - Streit entwickelte. Er meinte, dass der Kommentator - und er selbst natürlich auch - nichts missverstanden hätte und es eben so, wie er es darstellte war. Da nützte dann auch die immer und auch bei jeder Dokumentation agebrachte kritische Reflexion nichts.
Am Ende blieb - dieser Bekannte wollte verstehen, was er verstehen wollte und fanf - wie es auch immer der Fall ist - die passenden Begründungen dafür.
Dein Zitat wird mir als Twitter-Text angezeigt. Twitter ist nicht jedermanns Sache... also kann man nicht fordern, dass jeder die Twitter-Ankündigung gelesen hat. Von wo zitierst du denn?
Johannes Hartl hat in seinem Senf #22 eine interessante Information ausgegraben. Videostart auf der Stelle:
Dort gibt er wieder, dass Thomas Jolly, der künstlerische Leiter, sich doch auch von Da Vincis Abendmahl hat inspirieren lassen. Von daher wundert es nicht, dass entsprechende Assoziationen auftauchen mussten. Der Erkennungswert des Abendmahlsbildes ist recht hoch und vermischte sich mit dem Olymp-Bild.
Auch die zentrale füllige Dame in dieser Aufführung soll auf X geschrieben haben, dass sie den Olympic Jesus darstellt.
Soweit aus Hartls Senf #22.
Nun, sie sind ein Risiko eingegangen... und jetzt alle, denen eine Ähnlichkeit aufgestoßen ist, als grunsätzliche Empörer darzustellen, das ist schon eine unfaire Nummer.
Von wo zitierst du denn?
Hier vom Volksverpetzer (vielleicht war das nicht ersichtlich, der fettgedruckte Text war ein Link, und zwar: https://www.volksverpetzer.de/faktencheck/dionysos-nicht-abendmahl-rechte-olympia/?fbclid=IwY2xjawEVueFleHRuA2FlbQIxMQABHYyLgk0UYapKLXi5-zrbqt8HaVINRKhMx248Zagt_f-iYSX-Vm38FfLcxw_aem_I6R852pK3Xy0V_fX9iA17Q ), ich habe aber auch schon den Twitter-Beitrag direkt verlinkt.
Twitter ist nicht jedermanns Sache... also kann man nicht fordern, dass jeder die Twitter-Ankündigung gelesen hat.
Twitter ist auch nicht meine Sache und ich würde auch nicht verlangen, dass das jeder gelesen hat. Es ging mir nur darum, dass eine öffentliche Ansage erfolgt ist, wie man die Sache verstanden wissen will. Spätestens wenn die sich dann rumspricht, weil andere darauf verweisen, kann man das doch mal zur Kenntnis nehmen.
Dort gibt er wieder, dass Thomas Jolly, der künstlerische Leiter, sich doch auch von Da Vincis Abendmahl hat inspirieren lassen. Von daher wundert es nicht, dass entsprechende Assoziationen auftauchen mussten. Der Erkennungswert des Abendmahlsbildes ist recht hoch und vermischte sich mit dem Olymp-Bild.
Auch die zentrale füllige Dame in dieser Aufführung soll auf X geschrieben haben, dass sie den Olympic Jesus darstellt.
Olympic Jesus, was soll das nun wieder sein....
Auch wenn das von da Vincis Abendmahl mit inspiriert sein sollte: Wo ist da die Verhöhnung des Christentums?
So stellt der SPIEGEL fest:
Worum geht’s nicht?
Die Unantastbarkeit des letzten Abendmahls. Jesus und seine Jünger an der Tafel, von da Vinci in Mailand verewigt, sind längst Teil des popkulturellen Kanons. Die Szene wurde unzählige Male aufgegriffen – von den »Simpsons« bis zu den »Sopranos«. Man erinnert sich nicht daran, dass jemals Bischöfe rebelliert hätten.
Und worum geht's eher, wenn man sieht, wer sich noch so alles und worüber empört?:
Auch die Sichtbarkeit von queeren Personen bei der Eröffnungsfeier ist in diesem Sinne zu verstehen. Ein großer Teil der Kritik stößt sich entsprechend weniger daran, dass mutmaßlich mit christlichen Motiven gespielt wird, sondern dass auch Dragqueens und queere Personen Teil der Show sind.
Klick, leider SPIEGEL+ Artikel.
Und auch im von mir verlinkten Volksverpetzer-Artikel wird festgestellt:
Es ist kein Zufall, dass sich die Falschmeldung über die Eröffnungszeremonie überwiegend in konservativen und rechten Kreisen verbreitete. Das Problem an der Inszenierung ist nicht, dass sie das Letzte Abendmahl angeblich popkulturell interpretiert, so wie es z. B. bereits mit den Simpsons, The Expandables oder Star Wars getan wurde.
Bei anderen Nachstellungen des Abendmahls bleiben Rufe nach Blasphemie oder Vorwürfe von Respektlosigkeit gegenüber dem Christentum aus.
[…]
Um Religion geht es bei dieser Debatte jedoch nicht. Vielmehr geht es um die Tatsache, dass es Dragqueens waren, welche die Szene nachstellten. Fox News teilte einen Artikel mit der Headline: „Last Supper: Gone completeley woke‘“ und zitierte damit Libs of TikTok, einen rechtsextremen und LGBTQ-feindlichen TikTok Kanal.
Nun, sie sind ein Risiko eingegangen... und jetzt alle, denen eine Ähnlichkeit aufgestoßen ist, als grunsätzliche Empörer darzustellen, das ist schon eine unfaire Nummer.
Wer hat denn sowas gemacht? Also alle, denen eine Ähnlichkeit aufgestoßen ist, als grundsätzliche Empörer dargestellt?
Allerdings finde ich es legitim, sich selbst zu hinterfragen, warum man eine Verhöhnung des Christentums wittert, wenn sich jemand (allenfalls unter anderem) von einem Gemälde eines religionskritischen Künstlers inspirieren lässt.
Auch die zentrale füllige Dame in dieser Aufführung soll auf X geschrieben haben, dass sie den Olympic Jesus darstellt.
Alescha: Olympic Jesus, was soll das nun wieder sein....
Da musst du die füllige Dame der Darstellung fragen. Vielleicht hat sie ja noch mehr dazu erklärt.
Auch wenn das von da Vincis Abendmahl mit inspiriert sein sollte: Wo ist da die Verhöhnung des Christentums?
Jolly hat sich zur Inspiration geäußert, da ist kein sollte... die füllige Dame schien mit ihrer Aussage auch inspiriert gewesen zu sein.
Ich will darauf aufmerksam machen, dass dieser Eklat nicht aus heiterem Himmel gekommen ist....hat sowieso in Strömen geregnet 😉
Inzwischen habe ich einige mehr Informationen gefunden, die eine Parallele zu biblischen Inhalten aufweisen: ein Einganggebet an Apollo, den Sonnengott (Maleachi, Sonne der Gerechtigkeit und Heilung unter ihren Flügeln) ; eine Darstellung eines goldenen Stierkopfes (Mammon oder das goldene Kalb?); das fahle Pferd (Ankündigung von Tod und der Trübsalszeit); den einen Moment am Tisch, als die Personen die exakte Körperhaltung nach dem Bild von Da Vinci eingenommen hatten; das Diadem der Dame (Apollo); das schweinchenrosa Kissen des Dyonisus auf der Obstplatte (Antiochus Epiphanes und das Schweineopfer im Tempel); die Handhaltung der fülligen Dame (Liebesherz, Eros ersetzt Agape)
So tief wollte ich nicht wirklich einsteigen... aber da ist eine Menge Symbolik in der ganzen Eröffnungsschau versteckt....
Ich gehe da mit Hartl konform: bei dem Kostenaufwand ist nichts dem Zufall überlassen.
Und die Opferrolle der queeren Community steht ihr wirklich nicht gut, auch wenn Spiegel und andere da hinein springen.
Wer hat denn sowas gemacht? Also alle, denen eine Ähnlichkeit aufgestoßen ist, als grundsätzliche Empörer dargestellt?
Der Eindruck entsteht hier in einigen Beiträgen in diesem thread. Möglicherweise hast du diese Spitzen überlesen, auch wenn du auf die Beiträge geantwortet hast.
So tief wollte ich nicht wirklich einsteigen... aber da ist eine Menge Symbolik in der ganzen Eröffnungsschau versteckt....
Ich gehe da mit Hartl konform: bei dem Kostenaufwand ist nichts dem Zufall überlassen.
Yupp. Ziel war die Verhöhnung des Christentums, nix anderes.
Und die Opferrolle der queeren Community steht ihr wirklich nicht gut, auch wenn Spiegel und andere da hinein springen.
Magst Du das näher erläutern?
Der Eindruck entsteht hier in einigen Beiträgen in diesem thread. Möglicherweise hast du diese Spitzen überlesen, auch wenn du auf die Beiträge geantwortet hast.
Eindruck. O.k.
Und doch, die Spitzen habe ich natürlich gelesen.
Yupp. Ziel war die Verhöhnung des Christentums, nix anderes.
Klingt ironisch. Ist aber nicht von mir. Das Ziel war wohl ein anderes.... der Effekt war explosiv.
In diesem post von goodfruit findest du da etwas mehr Hintergrund zum Verständnis der fülligen Dame im ersten link und dann zitiert: Oh yes, Oh yes, The New Gay Testament
Die Tagespost (kath Zeitung) hat den screenshot der Äußerung, bevor das Post geändert worden war.
Das Bild von Bijlert gibt es übrigens nicht im deutschen wiki.... ist also kein Bildungsmangel. Es hängt im Museum von Dijon. Na, der Senf von dort ist bekannter 😉
https://en.wikipedia.org/wiki/Le_Festin_des_Dieux
Thema: die Hochzeit von Thetis und Peleus
Beschreibung
Das Gemälde stellt ein Bankett auf dem Olymp dar, bei dem die Hochzeit von Thetis, einer Nereide, und Peleus, dem König von Phthia, gefeiert wird und an dem zahlreiche Götter der griechisch-römischen Mythologie teilnehmen. In der Mitte ist Apollo gekrönt und hält eine Leier. Auf der linken Seite sind Minerva, Diana, Mars, Venus und die Liebe zu erkennen, dahinter Flora, die Göttin des Frühlings. Auf der rechten Seite befinden sich Herkules und Neptun sowie Eris, erkennbar an dem goldenen Apfel der Zwietracht, den sie als Rache dafür mitgebracht hat, dass sie nicht eingeladen wurde. Im Vordergrund sind ein tanzender Satyr und Bacchus zu sehen, der eine Weintraube isst[9].
Der linke Teil des Gemäldes ist abgeschnitten, was das Fehlen bestimmter Götter erklärt. So ist zum Beispiel der Pfau der Juno zu sehen, aber nicht die Göttin selbst
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Soweit ein paar Hinweise, die dem Verständnis dienen könnten.
In jedem Fall hat die Szene hochrangige Beachtung erfahren, während sie vermutlich weitgehend unbeachtet geblieben wäre, wenn sich nicht sofort die katholische Geistlichkeit zur Stellungnahme hätte hinreissen lassen.
Das glaube ich nicht. Meine Quelle war z.B. messianisch... und worauf mich der Heilige Geist dann aufmerksam machte.
Interessant sind einige Stimmen islamischer Interviewpartner, die sich konsterniert über das Gesehene äußerten, da Jesus/Isa bei ihnen als Prophet eine hohe Stellung hat. Da im Koran irgendwo die Anweisung steht, bei Unklarheiten die Besitzer des Buches (Christen) zu fragen, kennen etliche Moslems die Bibel besser als manche Christen.
Ich wünsche mir, dass die Verwechslung von Eros vs Agape in der Gay Community behoben wird, wo sie vorhanden ist. In der Inszenierung kommt für mich ein Schrei nach Annahme zum Vorschein, ein eklatanter Mangel an Vaterliebe.
Na ja, interpretieren kann man ja, wie man will.
Und die islamischen Vorstellungen interessieren mich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht.
Und die islamischen Vorstellungen interessieren mich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht.
Darum ging es aber ursprünglich nicht, was Dich interessiert, sondern um die Behauptung:
In jedem Fall hat die Szene hochrangige Beachtung erfahren, während sie vermutlich weitgehend unbeachtet geblieben wäre, wenn sich nicht sofort die katholische Geistlichkeit zur Stellungnahme hätte hinreissen lassen.
Denn es hat eben nicht nur bei den Katholiken Wellen geschlagen, sondern auch anderen Religionen. Nicht mehr hat Deborah bewiesen.
In der Inszenierung kommt für mich ein Schrei nach Annahme zum Vorschein, ein eklatanter Mangel an Vaterliebe.
Kurz bissel Psychologie:
Ja, der Vater steht für Identitätsbildung.
Ich frage mich nur, ob es noch ein Hilfeschrei ist, oder schon ein Darüberhinaus manifestieren soll.
Und in diesem Zusammenhang interessant, dass sich die kathol. Kirche (die Paternalisten 🤫) so verletzt zeigt.
Zur kath Kirche kann ich da nichts sagen...
Ich hatte eher die anfängliche Ablehnungskette in Gedanken, die wir in einem beruflichen Kurs bzgl Verträglichkeit und Annehmenkönnen von Kurbehandlungen mal als Info bekommen hatten:
1) Sei nicht
2) Sei satt
3) Sei immer lieb
4) Sei asexuell
Je nachdem, in welchem Bereich der Hauptschaden liegen würde, wären Bäder, Kneipp, Massagen, Sport hilfreich oder gegenteilig. Wäre da etwas auffällig, dann wäre es gut, die Art der Kurbehandlungen umzustellen.
Klingt ironisch. Ist aber nicht von mir. Das Ziel war wohl ein anderes.... der Effekt war explosiv.
Das Ziel war m.M.n. nicht, das Christentum zu verhöhnen, und für mich ist das keine Blasphemie.
@alescha von einem Gemälde eines religionskritischen Künstlers
Nur zur Ergänzung: Ob Bijlert nun ein "religionskritischer" Künstler gewesen sei, möchte ich erstmal bezweifeln*. Falls Du mit dem Gemälde das "lebende Bild" auf der Eröffnungsfeier selbst meinen solltest: okay, da würde ich nicht widersprechen wollen, auch wenn ich darin keine explizite Religionskritik zu lesen vermag. Wenn überhaupt dann in der Weise, dass Religion für kriegerische Zwecke mißbraucht werden kann.
*Generell religionskritische Positionen im 17. Jahrhundert zu vertreten grenzte an Selbstmord. Wenn Religionen kritisiert wurden, dann halt immer diejenigen der Gegenseite... Ich möchte hier nochmal kurz Schleichwerbung für meine Lieblings-Roman-Trilogie machen. Im "Barock"-Zyklus von Neal Stephenson (erster und bester Band davon: "Quicksilver") wird ein sehr ausführliches Bild der politischen, kulturellen und weltanschaulichen Zustände im Europa des 17. Jahrhunderts gezeichnet; wenn man diese Bücher gelesen hat, hat man eine gute Hintergrundfolie, um z.B. auch die Bedeutung solcher Bilder einschätzen zu können.
Keinen meiner Lieblingsmaler im Barock vermag ich als "religionskritisch" verstehen. Und glaube mir: ich würd's gern tun wollen. 😉
Nur zur Ergänzung: Ob Bijlert nun ein "religionskritischer" Künstler gewesen sei, möchte ich erstmal bezweifeln*. Falls Du mit dem Gemälde das "lebende Bild" auf der Eröffnungsfeier selbst meinen solltest: okay, da würde ich nicht widersprechen wollen, auch wenn ich darin keine explizite Religionskritik zu lesen vermag.
Ich meinte da Vinci.
Nun, sie sind ein Risiko eingegangen... und jetzt alle, denen eine Ähnlichkeit aufgestoßen ist, als grunsätzliche Empörer darzustellen, das ist schon eine unfaire Nummer.
Das sehe ich auch so.
Nun, den Machern musste klar sein, dass Dinge, die sie darstellen, Assoziationen bei den Zuschauern wecken. Und da sie ja nicht doof sind, hätte ihnen klar sein müssen, dass ein Bankett mit einer Person mit Heiligenschein in der Mitte, Assoziationen zu dem Gemälde "das letzte Abendmahl" weckt.
Und ich unterstelle den Machern, dass genau das auch so gewollt war. Es ist dies die gleiche Problematik wie mit den Drag-Queens selber auch: sind es Männer, sind es Frauen? Es ist das die Verwirrung von Vorstellungen und Konventionen mit denen da gespielt wird. Das ist schließlich ja auch ein Grundthema der ganzen woken Society.
Aber nehmen wir mal an, es wurde da nur und ausschließlich auf ein Fest der Götter im Sinne der griechischen Mythologie verwiesen. Wäre das besser?
Schauen wir doch mal in die griechische Mythologie selber hinein - und da wird es interessant.
Das "Fest der Götter" ist eine Thematik, die wohl gerne in der Kunst thematisiert wurde. Der Wikipedia Artikel dazu ist leider nur auf Englisch und Französisch verfügbar - hier die Englische Version:
https://en.wikipedia.org/wiki/Feast_of_the_Gods_(art)
Das nur mal um einen Eindruck zu bekommen, dass das wirklich ein verbreitetes Thema war. Mir war das bislang nicht bekannt - nun weiß ich es besser.
Zwar hat man einerseits im Zentrum Dyonisus, der in der römischen Götterwelt dem Bacchus entspricht. Wollte man darauf Bezug nehmen, hätte die ganze Darstellung anders gestaltet werden müssen:
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Feast_of_Bacchus_(Koninck)
Da hätte es also kein Bankett, das an die bekannte Abendmahlsdarstellung hätte erinnern können, gegeben.
Wir haben hier also wieder eine woke Informationsvermengung, ein Vermischen von Themen und Inhalten, die zu Missverständnissen führen muss und vielleicht auch soll.
Diese Bankettdarstellungen, die an die Abendmahlsszene erinnern konnten, gibt es in der griechischen Mythologie einmal in Bezug auf die Hochzeit von Amor und Psyche, wobei hier meist nicht die Hochzeit, sondern die beiden in inniger Liebe vereint dargestellt werden. Beide haben übrigens später Wollust zur Tochter.
Wahrscheinlicher ist es, dass es bei der Darstellung von Jan van Bijlert um die Hochzeit von Peleus and Thetis handelt.
Diese Festivität der Götter ist aber keinesfalls so unproblematisch, wie sie uns die Darstellungen auf der Olympiafeier weis machen wollen. Es ist dies keinesfalls ein Friedensfest!
Es geht bei dieser Hochzeit um das Verkuppeln von Peleus und Thetis.
Zeus und Poseidon wollen sich beide die hübsche See-Gottheit Thetis schnappen, um mit ihr Sex zu haben. Zeus wird gewarnt, dass der Sohn, den Thetis gebären würde, zur mächtigsten Person der Götterwelt werden würde. Daher verkuppelt Zeus sich schnell mit einem sterblichen Mann, der als der würdigste Mann für diese Aufgabe gefunden wurde (Peleus). Damit dürften die Kinder machtpolitisch unproblematisch sein.
Alle Götter sind eingeladen - nur einer nicht: Der Zank und Streit bringende Gott Eris.
Der schaut auf dem Fest kurz vorbei und wirft einen goldenen Apfel hinein, der der schönsten Göttin verliehen werden soll. Dies erweist sich aber als ein Zankapfel (vermutlich kommt der Begriff aus diesem Zusammenhang).
Diese Trophäe zu verteilen ist undankbar und Zeus überträgt das Urteil einem Sterblichen: Paris, einem trojanischen Prinzen!
Und die Geschichte darum ist wiederum Inhalt vielen künstlerischen Darstellungen, für die es denn auch mal eine deutsche Wikipedia Seite gibt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Urteil_des_Paris
Die Göttinnen Hera, Athena and Aphrodite wollen alle den goldenen Apfel und so versuchen sie Paris zu bestechen. Hera will ihn zum reichsten und mächtigsten Mann machen und Aphrodite bietet ihm Helena von Sparta zur Frau. Paris entscheidet sich für Aphrodites Angebot und schnappt sich Helena. Das gefällt aber den Spartanern nicht, es werden Flüche von einem ganzen Konglomerat an Interessenten aus der irdischen und göttlichen Welt ausgesprochen - und am Ende mündet die Sache in den Krieg um Troja, wo dann die Kriegslist mit dem Pferd ziemlich bekannt wurde.
Das ist das Umfeld des Festes, das hier auf der Olympiafeier wohl dargestellt wurde. Eine von politischen Motiven initiierte Feier, die durch einen göttlichen Bösewicht gestört wird und in die Vernichtung eines wichtigen Stadtstaates führt, deren einziger Fehler gewesen war, an dieser Veranstaltung überhaupt teilzunehmen und sich dann mit einer Frau bestechen zu lassen, die die Ihren nicht in seine Hände geben wollten.
Wer etwas weiter denken will - nennen wir es mal "prophetisch" - der mag sich fragen, wer da in Olympia nicht dabei ist, sonst auf dieser Veranstaltung eine zentrale Rolle spielte und als globaler Bösewicht ersten Ranges gilt. Wird es da noch erheblich Streit geben? Dass man da auch das Fanal des Reiters auf dem fahlen Pferd hat über die Seine hat reiten lassen, ist da sicher wenig erfreulich. Was wird das Troja diesmal sein?
Sabotage hat es ja schon mal reichlich gegeben. Aber wo ist der Zankapfel? Gold gibt es ja zumindest schon mal reichlich. Wir werden sehen ...
Seien wir also gewarnt, weise und umsichtig und lassen wir Eris seinen Apfel selber essen.
mit den Drag-Queens selber auch
Bei den Drag-Queens ist es eigentlich ziemlich klar, dass das Männer sind.
Das ist schließlich ja auch ein Grundthema der ganzen woken Society.
Äh, nein. Laut Duden ist woke:
in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung
Das wird auch klar, wenn man sich die Geschichte der Wokeness anschaut, die hatte nämlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Ursprünge in der afroamerikanischen Community.
Wir haben hier also wieder eine woke Informationsvermengung
Du benutzt woke in dem Sinne, was viele Konservative und Rechte daraus gemacht haben. Also abwertend. Und dann kommt so ein, sorry, Unfug dabei raus.
Natürlich war die Show provokativ, die Hintergründe wurden ja inzwischen genannt. Das hat auch sehr viel mit Vorgängen in der französischen Gesellschaft zu tun und nichts damit, dass man Christen veralbern will.
Man wollte vielleicht Konservative und Rechte provozieren, und das ist ja nun auch aufs Beste gelungen. Nur ist konservativ und rechts nicht zwingend deckungsgleich mit christlich.
Und die Geschichte darum ist wiederum Inhalt vielen künstlerischen Darstellungen, für die es denn auch mal eine deutsche Wikipedia Seite gibt:
Danke. Ich bin selbst in der griechischen Mythologie bewandert und Jack-Black hat ja in diesem Thread schon eine höchst amüsante Zusammenfassung der damit zusammenhängenden Sagen geliefert.
Ich schaue keinen Sport und habe deshalb nur Tage später Fotos gesehen; für mich sah es erst einmal nicht nach dem Abendmahl aus, sondern nach Bacchus/Dionysos mit einer wilden Truppe. WENN dieses Gebilde tatsächlich Jesus mit seinen Jüngern darstellen soll, finde ich dies einfach bescheuert!
für mich sah es erst einmal nicht nach dem Abendmahl aus, sondern nach Bacchus/Dionysos mit einer wilden Truppe
Ich denke auch nicht, dass da irgendwelche zwielichtige Absichten dahintersteckten. Die sind doch alle ganz lieb (resp. liep) und meinen es nur gut - mit allen!
Aber die Resonanz, welches die ganze Geschichte in den sozialen Medien auslöste, finde ich schon extrem. Vom einen Youtube-Kanal, den ich abonniert habe, landete das entsprechende Video nach drei Tagen gleich auf Rang 5 von 528, was die Anzahl Klicks anbelangt... und dieser Kanal ist weder besonders politisch (eher nur gesellschaftspolitisch) und überhaupt nicht religiös/christlich ausgerichtet. Wenn ich dieses Video anklicke, erhalte ich rechts unzählige Video-Vorschläge zu diesem Thema. Tendenziell lauten die Titel, dass man bei der olympischen Eröffnungsfeier zu weit gegangen sei.
Bei den Kommentaren bei besagtem Video melden sich auch viele Nichtreligiöse und Muslime (behaupten sie jedenfalls) zu Wort und zeigen Verständnis für manche empörte Reaktion von Christen.
