Benachrichtigungen
Alles löschen

Kontaktabbruch

Seite 2 / 6

schmunzel-ich
Themenstarter
Beiträge : 32

.... ich bin diesen Schritt (endlich) gegenüber meiner M. gegangen. Dieses Mal direkt, also in Worten ihr gegenüber. Es gab mal einen Versuch, eher hinten rum, ausgesprochen durch jemand anderen, aber in meinem Sinne. Aber dann schlich sie sich wieder in mein Leben. Als wäre nie etwas gewesen. Und ich ließ es zu. Irgendwie hilflos zu. Sie ist ja schließlich meine M.

So viele Dinge sind geschehen. Dann noch mehr und ich konnte nicht mehr. Nicht mehr zusehen. Nicht mehr schweigen. Nicht mehr aushalten. Ich muss(te) mich und meine Familie schützen.

Ich habe es ausgesprochen bzw. "ausgeschrieben". Nicht der rechte Weg, aber der für mich sichere. Resultat: Vorwürfe ihrerseits. So wie schon immer. Ich gebe meine Beweggründe preis, versuche zu vertrauen, aber das Ergebnis ist ihre Opfersicht (?). Ich teilte ihr mit, dass ich lieber sterben wollte, als das aushalten und laut schweigen zu müssen. Antwort: "War ich denn eine so schlechte M....?" Was soll man denn darauf antworten????

Wieder fühlt sich in mir alles so an: Ich werde nicht gesehen. Ich bin nicht. Nicht gut genug. Nicht dankbar genug. Ich bin falsch.

Alles in mir ist gerade so ambivalent. Ich sollte erleichtert sein und doch ist da viel Angst. Ich sollte durchatmen und doch fühle ich mich stündlich erschöpfter. Ich sollte mich frei(er) fühlen und doch sind da so viele Schuldgefühle.

Warum ich schreibe? Gedanken lesen hat mir schon immer geholfen. Meine Gedanken und die anderer. Gedanken sortieren. Last ablegen.

Antwort
168 Antworten
Irrwisch
Beiträge : 3654

@schmunzel-ich 

Du Liebe

 

Gestern Abend nach deinem Posting konnte ich nur noch den " Gefällt mir" Button klicken.

Am liebsten hätte ich ihn mehrmals gedrückt, so sehr hat mich deine Mitteilung gefreut.

In meinemGesicht war nicht nur ein Schmunzeln, darin machte ich ein ganz großes Strahlen breit.

Darf ich dir eine Mülltonne hinstellen, um dort dein schlechtes Gewissen zu entsorgen?!!

 

Du und auch deine 3 anderen Lieben haben es verdient, dass du diesen Cut gemacht hast.

Ich weiß um deine schon vielen mutigen Schritte.

Du bist auf einem sehr guten Weg!

Gehe ihn weiter, in erster Linie für dich und deine kleine Familie.

Vielleicht treffen sich unsere Wege auch wieder einmal. Wie schon vor vielen Jahren, was in sehr guter Erinnerung bei mir geblieben ist!

Denn ich schenke mir jedes Jahr zu meinem Geburtstag  eine kleine Reise innerhalb unseres schönen Landes.

Diesmal, das habe ich gestern Abend spontan beschlossen, soll sie in deine Richtung gehen:-))

Mein Fahrer ist schon informiert (ja, den leiste ich mir sehr gerne.Denn er fährt sehr sicher und zuvrlässig, während ich strickend die Reise geniessen kann:-))  ).

 

Jetzt sei ganz herzlich gegrüßt

Inge

 

PS:

Bitte die Mülltonne fleißig benutzen

irrwisch antworten
1 Antwort
frosch80-mod
Moderator
(@frosch80-mod)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1491

@irrwisch 

 

"Mein Fahrer ist schon informiert"

Hat er denn zugestimmt?

 

 

frosch80-mod antworten


Martha
 Martha
Beiträge : 1536

@schmunzel-ich 

Vllt hilft es dir:

Ich hatte so einen Kontaktabbruch. 7 Jahre Pause. In diesen Jahren habe ich mich von allem gelöst, was für mich in meinen Augen keine Liebe, sondern Manipulation war. 

Sie hat diesen Abbruch akzeptiert und sich mir nach 7 Jahren wieder genähert. Ohne Vorwurf, ohne Nachfrage, ohne Aufarbeitung. Sie lässt mich, wie ich bin. Da hat sie wohl ihrerseits eine Entscheidung getroffen.

Jetzt bin ich ihre "engste Vertraute" und kann ihr helfen, ihr Leben im hohen Alter noch ein bisschen zu verbessern. Die räumliche Distanz bleibt aber, sonst "kassiert sie mich wieder ein". 

 

martha antworten
Millie49
Beiträge : 356

Kontaktabbruch zu den Eltern? Kenne ich auch; inzwischen sind sie tot. Durch den Abbruch war zwar "Ruhe", aber meine Probleme hat es nur bedingt gelöst. 

millie49 antworten
1 Antwort
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7621

@millie49 

Es geht ja auch nicht wirklich um die realen Eltern, sondern um deren internalisierte "Imagines" (Bilder von ihnen).

Eine meiner Patientinnen hatte eine schrecke Mutter, die auch in heutigen Tagen an allen möglichen Stellen im Leben ihrer Tochter rumfummelte und Dinge arrangierte, die diese gar nicht wollte. Einmal sagte die PAtientin, "ich wollte, sie würde nicht mehr leben, dann wäre ich endlich frei".

Zwei Wochen später war sie tatsächlich tot. Aber statt, wie ich es sonst ofte erlebt habe, hatte sie kein schlechtes Gewissen wegen ihres Wunsches, sondern war sichtlich aufgeräumt und befreit.

Drei oder vier Wochen später kam sie ganz bedröppelt an und sagte, "meine Mutter ist nicht tot, sie bestimmt mein Leben immer noch". Wo sie früher immer etwas so gemacht hat in meinem Leben, wie ich es nicht wollte, mache ich es heute selbst so."

Das ist mit "internalisierter Mutter" gemeint.

queequeg antworten


schmunzel-ich
Themenstarter
Beiträge : 32

Habt Dank für eure Antworten und Gedanken dazu!

Ich finde manches schwer einzuschätzen und vielleicht gar befremdlich ... verständlich im Kopf aber befremdlich im Herzen. Ich weiß aber, wie etwas gemeint ist.

Mich abzuwenden war überhaupt nur durch therapeutische Hilfe möglich. Gedanklich war dieser Schritt schon länger im Kopf. Umgesetzt wurde er dann Knall auf Fall durch ein äußeres Ereignis. Leider war ich nicht in der Lage die Gründe ausführlich und direkt darzulegen, sodass sie meine Beweggründe nur zum Teil kennt. Aber auch die sind schon Grund genug. So zumindest Aussage von außen.

Endlich habe ich Verantwortung übernommen. Für mich. Für meine Familie. Mich setze ich da mal an die erste Stelle, denn nur wenn ich mein Leben (in Ruhe) leben darf, kann ich gut für meine Schätze da sein. Dass zu begreifen war auch ein langer Weg.

Aktuell muss ich wohl lernen mich von dem Wunsch, von ihr gesehen und geliebt zu werden, verabschieden. Kein Kontakt ist das Eine. Hoffnung begraben zu müssen das Andere. Und das tut gerade sauweh. Hätte ich so nicht gedacht.

......... Mülleimer genutzt..............

 

schmunzel-ich antworten
1 Antwort
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7621

@schmunzel-ich 

"Mich setze ich da mal an die erste Stelle, denn nur wenn ich mein Leben (in Ruhe) leben darf, kann ich gut für meine Schätze da sein."

Das ist ein goldrichtiger Ansatz.

"Aktuell muss ich wohl lernen mich von dem Wunsch, von ihr gesehen und geliebt zu werden, verabschieden. Kein Kontakt ist das Eine. Hoffnung begraben zu müssen das Andere. Und das tut gerade sauweh."

Ja, das tut saumäßig weh. Ich wünsch Dir viel Gutes auf Deinem Weg.

Bleib standhaft.

queequeg antworten
Irrwisch
Beiträge : 3654
Veröffentlicht von: @frosch80-mod

Hat er denn zugestimmt?

 

Noch nicht so recht

Aber zur Not habe ich auch noch einen gültigen Führerschein.

Kann ich halt nicht stricken.

Muss mein Beifahrer dann übernehmen 😉

irrwisch antworten
1 Antwort
frosch80
(@frosch80)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 921

@irrwisch 

"Noch nicht so recht"

Tststs... immerhin hab ich ihn neulich erwischt, wie er nach Ferienwohnungen in der Gegend gesucht hat.

"Aber zur Not habe ich auch noch einen gültigen Führerschein."

Wenn ihn die EU bis dahin nicht kassiert hat.

"Kann ich halt nicht stricken."

Dann siehste endlich mal was von der Landschaft.

"Muss mein Beifahrer dann übernehmen"

Na, dann weiß ich ja ganz sicher, dass ich das nicht bin.

 

frosch80 antworten


Tatokala
Beiträge : 4659
Veröffentlicht von: @queequeg

Wo sie früher immer etwas so gemacht hat in meinem Leben, wie ich es nicht wollte, mache ich es heute selbst so."

Wenn man das so wahrnimmt, wäre das aber doch der erste Schritt, um daran zu arbeiten, oder?

Problem ist ja, daß die reale Mutter einen immer an die internalisierte Mutter erinnert. 

Dieser Faktor fällt nun ja weg.

tatokala antworten
1 Antwort
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7621

@tatokala 

Ja, das war ja dann auch weitgehend Inhalt der Therapie. Dazu gehörte dann zu allererst die Auseinandersetzung mit den Situationen und den daraus folgenden Gefühlen von Machtlosigkeit und Wut. Das sind dann immer sehr bewegende Momente.

Und am Ende nach langer Therapie kommt dann auch so etwas wie Versöhnung mit ins Spiel. Dann ist die Problematik auch erst wirklich überwunden. D.h. man muss nicht eine andere Mutter gehabt haben, um heute so sein zu dürfen, wie man ist.

queequeg antworten
Seite 2 / 6
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?