AfD wählen?
Es ist ja hier schon an verschiedenen Stellen zur AfD diskutiert worden. Ich mache gerade die Erfahrung, dass viele, die sich selbst christlich nennen (Kulturchristen), geneigt sind die AfD zu wählen. Jedenfalls keine klare Kritik äußern. Die Gründe sind vielfältig. Die Enttäuschung über die traditionelle Parteien ist nur ein Aspekt. Worüber in den Diskussionen hinweggesehen wird, ist dass die AfD in ihrer Praxis ungeniert faschistoide Züge und Praktiken aufweist. Ihre Rhetorik wird entweder akzeptiert (man muss manche Sachen auch mal klar beim Namen nennen) oder als Randphänomen abgetan (Spinner gibt es überall). Genauso wie Gewalt gegen Politiker oder Migranten (dass sind wirkliche Rechtextreme, die mit der AfD nichts zutun haben). Dass die Agitation der AfD ein Gewaltklima schürt wird einfach nicht gesehen oder als irrelevant abgetan. Im Kern rechtfertigen die Befürworter viele Wahlaussagen aus dem AfD Programm. Das Argument, Papier ist geduldig und die AfD hängt sich ein bürgerliches Mäntelchen zur Tarnung um, wird als Verschwörungstheorie abgewiesen. Die verbale Entschärfung des AfD Programms (keine Leitkultur, keine Remigration mehr) wird stattdessen als Beweis für das Unrecht der Kritiker oder des Meinungsmonopols der ´Lügenpresse` genommen. Selbst dieser Begriffe tauchen im Wahlprogramm nicht mehr auf.
Im Bundestagswahlprogramm (BWP) 2025 heißt es unter der Überschrift Kampf gegen Desinformation: Die Äußerung der freien Meinung in Medien jeglicher Art stellt auch eine Kontrollmöglichkeit des Bürgers gegenüber dem Staat dar. Die freie Meinungsäußerung schließt auch das Recht auf Irrtum ein.“ (BWP 2025:48). Ich lese in dem letzten Satz einen Freibrief für die Verbreitung von Fake News und Straffreiheit für Fakenews, zumindest solange, wie die AfD nicht an der Macht ist. Von subtilen Falschinformationen macht sie dann auch im Programm reichliche Gebrauch: „Durch die aktuelle Regierung wird das Geschlecht nicht mehr als biologische Tatsache definiert, sondern als ein soziales Konstrukt, welches austauschbar und erweiterbar ist. …. Kinder und Jugendliche werden durch einen Trans-Kult in Kita, Schule, Medien, im Internet und durch Gleichaltrige manipuliert. Daraus kann eine falsche Wahrnehmung folgen. Vorschnelle Diagnosen führen dann zur Gabe von Hormonen wie Pubertätsblockern, die ein hohes Risiko für Herzinfarkt, Unfruchtbarkeit und … (BWP 2025:150)
Ebenso verhält es sich mit der Religionsfreiheit gegenüber dem Islam. Unter der Überschrift „Einer weiteren Ausbreitung des Islam treten wir entgegen“ finden sich die scheinbar harmlose Forderungen wie „Die AfD fordert, islamistische Vereine bzw. Moscheegemeinden konsequent zu verbieten, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen … In Deutschland predigende Imame sollen sich zu unserer Verfassung bekennen, möglichst in deutscher Sprache predigen und in Deutschland ausgebildet sein….“ Ich finde, man sollte das letzte Kriterien erstmal auf die AfD selbst anwenden. Dass der Wolf Kreide gefressen hat und der faschistoide Charakter der AfD in ihren tatsächlichen Handeln zu suchen ist, kann man nur schwer klar machen.
Besonders bedenklich finde ich folgende ´christliche` Argumentation (nicht von Kultur- aber Kirchenchristen): „Egal wer in Deutschland regiert … Er hat seine Macht von Gott und wir sollen der Obrigkeit untertan sein“. Sie berufen sich auf Röm.13,1: „Ein jeder soll sich der obrigkeitlichen Gewalt unterordnen! …; Tit.3,1: „Erinnere sie, der obrigkeitlichen Gewalt untertan, gehorsam und zu jedem guten Werk bereit zu sein,… Die Diskussion läuft dann oft so:
(a): Wenn die AfD an die Macht kommt, dann hat das Gott gewollt.
(b): So wie damals, als Hitler an die Macht gekommen ist?
(a): Die AfD ist mit den Nazis nicht zu vergleichen?
(b): Es geht ja um das Prinzip, das dahinter steht. Selbst wenn man den Glauben teilt, dass Gott als Herrscher der Welt auch die NSDAP zugelassen hat, kann man nicht daraus schließen, dass Gott will, dass man das widerspruchslos hinnimmt. Im AT waren tyrannische Herrscher oft ein Mittel, um dem Volk Israel die Folgen ihrer Untreue zu zeigen. Gott hat schlechte Herrscher, Exil und Vertreibung zugelassen, nicht um zu strafen (im Sinne eines negativen Stimulus), sondern hat ihnen den Ungeist heidnischer Herrschaft als Folgen ihrer Abwendung von Gott und Hinwendung zu Götzen gezeigt. In diesem Sinne ist die AfD ein Abbild des bösen Geistes, der sich in der Nachkriegsgesellschaft zunehmende breit gemacht hat. U.a. weil aus der Naziherrschaft keine wirklichen Lehren gezogen worden sind.
Im Prinzip gilt dies auch für alle anderen Parteien, wenn auch in unterschiedlichen Ausmaß. Weder CSU noch CDU geben dem C in ihrem Namen wirklich die Ehre.
Am Ende stehe ich da, bin fest davon überzeugt, dass die AfD ein Gefahr für Deutschland und die Welt darstellt und man den Anfängen wehren muss; aber ich fühl mich überfordert, dass den Menschen, die ja an sich (subjektiv) das gute Wollen, davon zu überzeugen, dass man die AfD nicht verharmlosen und schon gar nicht an die Macht / kommen lassen / wählen darf. Ich halte es für erforderlich nachhaltige als bisher auf die Gefahren die von der AfD ausgehen hinzuweisen. DIe findet man aber nicht offen formuliert im Programm, sondern in den Taten. Z.B. in ihrem Verhalten im den Parlamenten und vor in anderen Bereichen der öffentlichen Lebens.
also.... im Moment kannst du keinen wählen mMn.... Die AfD ist ja nun lang und breit durchgekaut und mit dem Finger auf sie gezeigt worden. Was passiert aber in den anderen drei Blöcken, auf die drei Finger zurückzeigen? Fallen die in der Beurteilung hinten runter und polieren ihren nicht vorhandenen Heiligenschein?
Da ist keine Balance in der Diskussion über den Weg Deutschlands.
Was wäre denn die Konsequenz aus deiner Erkenntnis (die ich weitgehend teile)?
Erstmal: Hinschauen auf alle. Nicht den Fokus auf ein Feindbild verengen lassen, das bei aller Vorsicht immer noch eine starke Opposition darstellt und das Gegen die Wand fahren verlangsamt.
Meine aktuelle Spur ist: Gebet um Politiker nach Gottes Willen. Das müssen keine frommen Personen sein. Es gab sehr weise Menschen in der Vergangenheit, die unserem Land wirklich gedient haben. Gebet um gute Ratgeber.
Aufdeckung von Korruption wäre auch ein Fürbittepunkt und da tut sich schon einiges.
Erstmal: Hinschauen auf alle. Nicht den Fokus auf ein Feindbild verengen lassen, das bei aller Vorsicht immer noch eine starke Opposition darstellt und das Gegen die Wand fahren verlangsamt.
Das musst Du mir erklären.
Mein Eindruck ist eher, dass die das gegen die Wand fahren beschleunigt.
Ich wüsste jetzt wirklich nicht, an welchem Punkt die AfD was Positives bewirkt bzw, Negatives verhindert. Hast du ein oder zwei Beispiele für deine »vielen kleinen Wahrnehmungen«?
Welche Wahl, welche Wahlversprechen?
So allgemein formuliert trifft das auf fast jede Partei zu, wenn du die letzte Bundestagswahl meinst: Linke, Grüne …
Dass die Opposition kritisiert ist normal. Hat denn die Kritik irgendwas bewirkt?
Na, die letzte Bundestagswahl. Mit kleinen Regionalscharmützeln brauchen wir nicht darüber reden.
Die Kritik hat aufmerksam gemacht. Weißt du, wieviel Gewohnheitswähler es gibt, die denken, die CDU/SPD wird's schon richten? Aber auch der Protest gegen die AfD war nicht umsonst. Eine positiv auftretende Frontfrau sagt noch nichts über den Rest der Partei.
Die Kritik hat aufmerksam gemacht.
Kritik woran?
Weißt du, wieviel Gewohnheitswähler es gibt, die denken, die CDU/SPD wird's schon richten?
Weniger, als Leute AFD wählen.
Eine positiv auftretende Frontfrau
Meinst du die Frau mit Wohnsitz in der Schweiz, die mit einer Schweizerín verheiratet ist? Die sich mal dafür aussprach, Flüchtlinge zu erschießen, wenn sie über die Grenze wollen? Dioe sich gegen Steuern für Reiche einsetzt?
Inwiefern tritt die positiv auf?
Oder dachtest du eher an Petra Pau, oder noch eine andere Frau?
Wieso fragst du nach Petra Pau, die nicht die AfD vertritt.
Du hattest nicht klar gesagt, dass die »Frontfrau« von der AfD kommt. Wenn du dich unklar ausdrückst, beschwere dich nicht über Missverständnisse. Immerhin fiel mir als Erstes Weidel ein …
Deine Fragen erzeugen bei mir das Bild eines Irrgartens
Mag sein, dass ich mich in dem, was du angedeutet hast, verirrt habe.
Aber einmal den Namen der Frau nennen, die du gut findest, und inwiefern die was Positives bewirkt hat - das würde das Gespräch vereinfachen.
Ich habe nicht geschrieben, dass ich sie gut finde. Das ist ein himmelweiter Unterschied zu der Bemerkung, dass jemand ein positives Image rüberbringt bei gleichzeitigem merkwürdigem Parteiprogramm.
Letztes Jahr habe ich mal deutlich erklärt, dass ich von der Fürbitteposition aus einen möglichst neutralen Standpunkt einnehme. Das finde ich wichtig, keine Feindbilder aufzubauen und von da aus richtende Gebete zu produzieren. Diese Denkweise scheint kaum jemand nachvollziehen zu können.
»Positives Image« klingt für mich wie: Sieht positiv aus, ist es aber nicht. Habe ich dich jetzt richtig verstanden?
Meinst du die Frau mit Wohnsitz in der Schweiz,
Frau Weidel legt sehr grossen Wert darauf, ihren Wohnsitz und steuerliche Ansässigkeit in Deutschland zu haben. Da kannst du doch nicht einfach was anderes behaupten.
Oder dachtest du eher an Petra Pau,
Wo ist die denn Parteichefin?
Ich halte das für ziemlich blauäugig. ZUm ersten ist ´den Finger auf die Wunde legen` ein übliches Geschäft und befördert die Diskussion. Aber bei der AfD ist die Intention eine völlig andere. Ihre maßgeblichen ´Influenzer` haben alles andere im Sinn, aber nicht ein Ringen um eine demokratische Lösung. Sie wollen diese zerstören !!! Zurecht finden ich den Anspruch der Mitdiskutanten, dass man sich nicht mit allgemeinen Statetments abspeisen lassen will. Das wird dem Ernst der Lage nicht gerecht. Diese Art der Gleichbehandlung führt zur Verharmlosung der AfD. Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe.
Mit friedlichem Gruß
Natürlich musst Du nicht, ich hätte es jetzt aber doch ganz hilfreich gefunden. An einer Diskussion teilzunehmen, dann aber im Vagen bleiben kann man natürlich machen, allerdings bin ich da schon eher der Typ, der auf konkrete Argumente Wert legt, damit man weiß, woran man ist.
Und zu Deinem Beispiel:
ein konkretes: sie standen damals kurz nach der Wahl auf und legten den Finger auf eklatante Brüche der Wahlversprechen und forderten Aufmerksamkeit dafür.
Dazu braucht man nun wirklich keine AfD. Das hat schon früher jede Oppositionspartei hinbekommen.
Und Du behauptest, dass die AfD ein gegen die Wand fahren verlangsamt.
Sie fährt gerade massiv die FDGO gegen die Wand. Jüngstes Beispiel: Da schrieb Prof. Matthias Moosdorf, der für die AfD im Bundestag sitzt, auf X sowas:
Habt Ihr wirklich gedacht, Euer Mißbrauch der Exekutive, Eure Einmischung in demokratische Prozesse und Eure Brandmauer-Gaga geht ewig so weiter? Echt? Dann pass mal auf! Die US-Regierung hat gestern über 250 Richter wegen Rechtsbeugung festnehmen lassen, quer durch alle Instanzen. Meine Erfahrung sagt mir, in Europa werden die Dinge immer mit einiger Verspätung umgesetzt. Aber SIE WERDEN UMGESETZT!
Der Post ist inzwischen gelöscht.
Mal ganz abgesehen davon, dass wieder mal in AfD-typischer Manier Fake News rausgehauen werden - es wurden schlicht keine über 250 Richter festgenommen! - wird hier, auch das ist typisch, gedroht. Dieses "wartet ab, wenn wir erst mal an der Macht sind, dann...." zieht sich wie ein roter Faden durch die AfD-Rhetorik. Gegen Politiker anderer Parteien, Richter, Journalisten, Minderheiten, Andersdenkende.
Und ihre Fans setzen das in den sozialen Medien ja fort. Ich selbst bekam auch schon zu lesen, dass ich eine Linksfaschistin sei oder dass ich mal aufpassen solle, wenn die AfD an die Macht kommt.
Sieht so ein demokratisch-freiheitlicher Diskurs aus? Ich finde nicht.
Daneben sieht ja die AfD in Trump ihr großes Vorbild. Dass der inzwischen die Prinzipien einer freiheitlichen Demokratie verlassen hat und u.a. gerade laut darüber nachdenkt, wie er die Midterms verhindern oder zumindest zu seinem Vorteil manipulieren kann kann man ja eigentlich nicht mehr leugnen.
Und aus der Wirtschaft kamen schon genug Stimmen, die sagen, dass die AfD Deutschland auch wirtschaftlich gegen die Wand fahren würde. Schon jetzt hat man in AfD-Hochburgen Probleme, Fachkräfte anzuwerben.
@deborah71 gibt dieses Bündnis C m.W. ist wohl der Nachfolger der PBC. Nicht dass ich das nun empfehlen würde, ich werde mich hüten Empfehlungen auszusprechen und war das letzte Mal bei einer Wahl 2013 und habe auch keine Veranlassung das zu ändern bisher.
Wenn am Ende der christliche Glaube zur primären Richtschnur der Gesetzgebung würde dann wäre das in einer immer pluraleren Gesellschaft immenser Sprengstoff.
das in einer immer pluraleren Gesellschaft immenser Sprengstoff. Das sehe ich auch so. Aber kann die Konsequenz sein, nicht zu wählen. Oder ist es recht das kleinere Übel zu wählen d.h eine von den traditionellen Parteien. Da kann man immerhin damit rechnen, dass sie die Pluralität erhalten. Für mich schon ein ausreichender Grund.
Von den Nachfolgern der PBC habe ich einiges gelesen. Positiven Einfluß nehmen ja....sie sind noch eine kleine Gruppe; eine Art Theokratie aufbauen... nein, denn wir haben Religionsfreiheit, die schon zu Zeiten Jesu bestand. Niemand wurde damals gezwungen sich zur römischen Religion zu bekennen oder andersherum zum jüdischen Glauben zu wechseln.
@deborah71 die Ausnahme vom Kaiserkult galt m.W. nur für Juden/Jüdinnen. Christen/Christinen mussten dem Kaiserkult opfern. Der Kaiserkult war das einzige bei dem der römische Staat darauf bestand, ansonsten packten sie alles was kam in und zu dem eigenen Pantheon.
@deborah71 zuerst doch den griechischen Pantheon unter neuen Namen, dann auch ägyptische und etruskische Gottheiten. Die etruskische Religion schon unter dem (legendären) König Numa Pompilius um 700 v.Chr./v.u.Z. Mithras erst ab 67 v.Chr./v.u.Z. als Pompeijus Magnus die kilikischen Seeräuber besiegte und von dort die Inspiration kam (Sol Invictus gleichgesetzt mit dem kaiserlichen Sonnengott).
Die Kaiser wurden ja i.d.R. (wenn keine damnation memoriae) deifiziert, Vespasian spottet gegen Ende seines Leben darüber "„Vae, puto deus fio!“ („O weh, ich glaube, ich werde ein Gott!“)".
Und auch Kaiserinnen wie als erste die Frau von Augustus (aber erst unter Claudius, Tiberius ihre Sohn hatte da keinen Bock, weil die beiden Stress miteinander hatten). Und Caligula war mehr mit seinem eigene "Gottstatus" zu wege (und auch schnell ziemlich tot...). Wer das unterhaltsam sich (tlw. fiktionalisiert!) ansehen will "Ich, Claudius, Kaiser und Gott", Serie aus den 70ern, mit brillanten Schauspielern (Brian Blessed bspw. und Patrick Stewart mit noch echter Mähne, man glaubt es nicht, er spielt Sejan). Schauspielerisch eine grandiose Serie, ohne den heutigen Pomp, dafür mit Schauspielern die richtig gut sind (abschweifend: auch genial - Hamlet - von und mit Branagh).
Die Kaiser wurden ja i.d.R. (wenn keine damnation memoriae) deifiziert, Vespasian spottet gegen Ende seines Leben darüber "„Vae, puto deus fio!“ („O weh, ich glaube, ich werde ein Gott!“)".
Oder noch mal im Klartext: Erst mit dem Tod wurde ein Kaiser (endgültig) zum Gott. Vorher konnte allerdings der gute Geist (genius) des Kaisers göttlich verehrt werden.
Ist in Nordkorea genauso: Göttlich verehrt werden die verstorbenen Führer, der große Führer Kim Il-Sung, der geliebte Führer Kim Jon-Il. Und nein, »Il« ist nicht »der zweite«, sondern iL mit anderer groß- und Kleinschreibung.
@hkmwk Caligula sah schon lebend als Gott, Domitian liess sich dominus et deus ansprechen. Julius Caesar hatt zu Lebzeiten schon einen eigenen Priester, die offiziellen Vergöttlichung war nach dem Tod. Im Osten des Reiches war eine Vergöttlichung zu Lebzeiten eh üblich.
War der Mithraskult so früh schon so dominant?
Mithra(s) wurde doch bisher nicht erwähnt. Woher diese Frage?
Die Gedankenverbindung ist römische Christenverfolgung; ein altes Erlebnis an einem Mithraskultort im Süddeutschen; ein kleiner Artikel zu anscheinend ähnlichen Gebräuchen, die an Abendmahl erinnerten, wohl aber Stierblut.
Beim Mithraskult ist vielen unsicher. Er hat sich von der ursprünglichen Verehrung des Gottes Mithra entfernt, und die Quellenlage ist (da Geheimlehre) sehr dünn. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass einige Parallelen daher kommen, dass der Mithraskult Dinge vom Christentum übernommen hat. Und wie stark die Parallelen tatsächlich waren, ist auch unklar.
Ziemlich sicher ist aber, dass der Mithraskult nicht verfolgt wurde. Offenbar richtete er sich vor allem an Mitglieder der Oberschicht (was aber nicht bewiesen ist), das wäre dann neben der Geheimhaltung der dritte erkennbare Unterschied zum Christentum.
Aber damit sind wir jetzt endgültig off-topic.
@deborah71 das ist schon ein guter Punkt.
Wer außerhalb der Deutschen Grenzen eine völlig andere Moral vertritt wie nach innen, ist für mich nicht Glaubwürdig im Urteil.
Hat einer unserer anderen Politiker ein Problemchen damit zb. Frau Meloni (Neo-Faschistin) Freundschaftlich zu begrüßen? Wer hat Trump liebevoll eine Geburtsurkunde seines pfälzischen Vorfahren geschenkt? Oder die respektvollen Besuche bei den Arabischen Staaten? Indien (wo Christen und Moslems verfolgt werden)?
2016 ging der damalige Außenminister Gabriel nach Ägypten um während der Flüchtlingskrise Grenzsicherungsanlagen/Technik zu verkaufen. Zum Gleichen Zeitpunkt wurden von seiner Partei aus Personen als Unmenschen deklariert, die sich ebenfalls Grenzschutz für Deutschland wünschten.
Moral macht keinen Halt an Grenzen. Für mich ist das fast alles eine Scharade. Persönlich von den größeren Parteien tendiere ich fast schon zum BSW.
Fallen die in der Beurteilung hinten runter und polieren ihren nicht vorhandenen Heiligenschein?
Wer poliert wessen Heiligenschein?
Da ich persönlöich nicht glaube, Gott würde radikale Parteien wollen usw., denke ich eher anders.
Mir fällt gerade ein Satz ein aus dem Film/Buch " Er ist wieder da". Da sagt der Hitler: Ich bin das, was die Menschen wollen.
Es ist nicht Gottes Gedanke oder Idee, es ist eher das was Menschen wollen.
Komisch, auch in der Bibel findet sich das.
Hier Auszug aus KI
- Fehlendes Vertrauen: Das Volk vertraute nicht mehr darauf, dass Gott sie direkt führt und beschützt, besonders in Zeiten der Bedrohung.
- Anpassung an die Nachbarn: Sie wollten "wie alle anderen Völker" sein und einen König, der sie in Kriegen anführt.
- Korruption der Richter: Samuel war alt, und seine Söhne waren korrupte Richter, was das Vertrauen in die bestehende Führungsstruktur schwächte.
- Einzug der Söhne: Der König würde ihre Söhne nehmen, um sie als Soldaten, Wagenlenker oder Feldarbeiter für sich selbst einzusetzen.
- Dienstbarkeit der Töchter: Töchter würden als Salbenbereiterinnen, Köchinnen und Bäckerinnen für den königlichen Hofdienst zwangsverpflichtet.
- Konfiszierung von Eigentum: Der König würde ihre besten Äcker, Weinberge und Olivengärten beschlagnahmen und seinen Dienern geben.
- Hohe Steuern: Eine Steuer von 10 % (Zehnt) auf alles – von Ernteerträgen bis zu Vieh – würde eingeführt, um den Hofstaat zu unterhalten.
- Verlust der Freiheit: Das Volk würde letztlich zu Dienern (Sklaven) des Königs werden.
- Gott hört nicht mehr: In dieser Zeit des Leids würden sie zu Gott schreien, doch er würde sie aufgrund ihrer Entscheidung nicht erhören.
Versuche es noch mal mit Nikodemus, der KI des Bibelservers. Die ist speziell auf Bibelwissen etc. trainiert, der würde ich eher vertrauen.
Google KI holt seine Infos aus dem Internet. Die haben also die Qualität einer Google-Suche, mit wenig kritischem Denken, was die Suchergebnisse angeht. Also in dem Fall ist von der katholischen Kirche über nen Zeugen Jehovas, der was in ein Forum schrieb, bis zu einem nachlässig recherchierenden Journalisten alles möglich, und seriöse Quellen wohl eher in der Minderheit.
Dazu fällt mir der Bereich 'ziviler Ungehorsam' ein. Das sehe ich als heutzutage gegebenen gesetzlichen Freiraum, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen und finde diese Verbindung beachtlich.
bpb = Bundeszentrale für politische Bildung.
Komischerweise sagt dann die Schrift im NT. Ordnet euch der Obrigkeit unter. Dann wäre ja Bonhoeffer und die Geschwister Scholl ungehorsam gewesen und trugen die Konsequenzen. Auch das Attentat auf Hitler wäre in den Augen Gottes ein Frevel.Oder????
Danke für Deine Mühe. Die Stelle mit Samuel habe ich auch im Hinterkopf.
Heist das jetzt, wenn sich faschistoide Herrschaft wiederholt, hat es keinen Sinn zu Gott zu beten, weil der sagt, ihr müsst schon die Folgen eures Handelns selbst tragen und wenn ihr wollt auch selbst korrigieren oder lasst es eben so
Also erst mal ging es in 1.Sm 8 nicht um faschistoide Herrschaft, sondern um Monarchie.
Und es ging um das Volk Gottes, mit dem Gott einen Bund geschlossen hat. Auf den sich das Volk schlecht berufen kann, wenn es ihn verlassen hat. Wie das auf uns zu übertragen ist, ist weniger klar.
Wir leben in einer Demokratie. Und dazu gehört auch, dass man sich nicht als Privatmann vornehm von der Politik fernhält, sondern dass man mit dabei ist, Die Gesellschaft zu gestalten. Das fängt damit an, dass man wählt … das ist ja das Mindeste, was da gefordert wird. Dies und sich in die gesellschaftspolitische Diskussion einzubringen (Leserbriefe, Demos, …) gehört in einem demokratischen System mit dazu, »der Obrigkeit untertan zu sein«. Finde ich jedenfalls.
Da bei konkreten politischen Fragen auch Christen verschiedener Meinung sein können, sollte man auch klar trennen, was nun vom Evangelium als Standpunkt geboten ist, und wo es um Meinungen und Erkenntnisse geht, die nicht so eindeutig von der Bibel begründet werden können.
Eine "Demokratie" hat auch seine Schattenseiten. Ich finde es gut, diese Demokratie. Aber wenn dann so gewählt wird, dann wird so gewählt. Auch wenn es Richtung Abgrund geht.
Wer aus Frust AfD wählt, der hat Demokratie nicht verstanden. Das Kreuz auf dem Wahlzettel wird zum Dolch oder Maschinengewehr....oder Galgen.
Wer aus Frust AfD wählt, der hat Demokratie nicht verstanden
Ich habe bisher nur einmal aus Frust »Protest« gewählt, aber natürlich nicht die AfD, sondern die P.A.R.T.E.I. Das war schon grenzwertig, aber ich fand nun mal keine gute Partei bei dieser (Kommunal-)Wahl. Und sollte die P.A.R.T.E.I. auch nur annähernd so stark wie die AfD werden, würde ich die garantiert auch nicht wählen.
Bei Bundestagswahlen ist die Auswahl stets groß genug. Ich kann mich dann entscheiden, ob ich aus Überzeugung (auch nicht 100%, aber immerhin) eine Partei wähle, die froh ist, wenn sie genug Stimmen zur Wahlkampfkostenerstattung erhält, oder das kleinste Übel, das hoffentlich (oder noch besser: sicher) in den Bundestag kommt.
Und das wird ja hoffentlich auch in Zukunft so bleiben.
Ich bin mit dem obigen Teil Deiner Meinung einverstanden.
Da bei konkreten politischen Fragen auch Christen verschiedener Meinung sein können, sollte man auch klar trennen, was nun vom Evangelium als Standpunkt geboten ist, und wo es um Meinungen und Erkenntnisse geht, die nicht so eindeutig von der Bibel begründet werden können.
Diesen Teil verstehe ich nicht recht. Das Christen verschiedner Meinung sein können ist unbestritten - aber es gibt da doch von Glauben her eine Grenze. Ich kann mich nicht Christ nennen und Hitler gut finden, ich kann micht nicht Christ nennen und die Shoa leugnen .... und ich kann mich auch nicht Christ nennen, wenn ich so tue und denke, die AfD ist ein Partei wie jede andere.
Ich kann mich nicht Christ nennen und Hitler gut finden
Mit anderen Worten: Die Ablehnung Hitlers kann vom Evangelium her begründet werden, wer da widerspricht hat die Bibel gegen sich. Da bin ich ganz bei dir. Das war ja mein »vom Evangelium als Standpunkt geboten«.
Aber es gibt eben auch Fragen, die weniger klar sind. War die Gesundheitsreform, die Lauterbach angestoßen hat, hilfreich oder nicht? Auch bei der Frage »Demokratie nach außen verteidigen oder Pazifismus?« geben Christen unterschiedliche Antworten, was natürlich auch mit der Auslegung der Bibel zu tun hat. Da auf einem Standpunkt zu beharren und der anderen Seite das Christsein absprechen geht nicht.
War das jetzt klar genug, oder hast du noch Fragen?
Danke für die Antwort.
Ich sehe es auch so, dass es Fragen gibt, die nicht so klar zu beantworten sind und wo eine biblische Begründung für den einen oder anderen Standpunkt nicht so ohne weiteres abzuleiten ist.
Um so mehr sehe ich meine Fragestellung berechtigt. Selbst ein von der AfD guter Vorschlag zur Gesundheitsreform würde ich nicht als das nehmen, als was es verkauft wird. Das läuft darauf hinaus, wie "Hitler hat ja auch gutes gemacht .. z.B. die Autobahnen gebaut."
Da auf einem Standpunkt zu beharren und der anderen Seite das Christsein absprechen geht nicht.
Da holt dich / uns die Frage wieder ein. Es gibt eindeutig Positionen, die sind mit Christsein nicht vereinbar. Und das Evangelium zeigt ja an vielen Stellen das genau darauf ankommt, das ´Gleichgewicht` zu finden. Also der Obrigkeit untertan sein - Gott aber mehr gehorchen als den Menschen.
Man kann, wenn man das aktuelle (2025) Wahlprogramm liest auf den ersten Blick kaum etwas finden, wo auf den ersten Blick das unchristliche = unmenschliche durchschimmert. Das ist ja auch Grund warum in dieses Diskussion angestoßen habe Hat der Wolf nur Kreide gefressen oder ist er auf dem besten Weg zu einem Hütehund zu werden?
Dieses Denken, die AfD ist ja irgendwie wie die anderen Parteien, verkennt meines Erachtens das teuflische Potential dieser Partei, ihrer Anhänger und Untertstützer und den Gefahren die davon ausgehen, wenn die an die Macht kommen.
"Hitler hat ja auch gutes gemacht .. z.B. die Autobahnen gebaut."
Die erste Autobahn war der AVUS in Berlin, allerdings noch nicht als Autobahn in unserem Sinn, sondern als Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße.
Die meines Wissens erste echte Autobahn war die heutige A555 zwischen Köln und Bonn, die u.a. vom Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer initiiert wurde. Die Nazis haben die niemals als Autobahn anerkannt …
Ohne Hitler wären möglicherweise schon 1929 Autobahnen gebaut worden - aber was wäre wenn ist ja immer spekulativ.
@herbert Am Ende stehe ich da, bin fest davon überzeugt, dass die AfD ein Gefahr für Deutschland und die Welt darstellt und man den Anfängen wehren muss;
Den Anfängen? Ein Land, in welchem seit Jahrzehnten die BLÖD als auflagenstärkste Zeitung gilt, hat sich eine AgD-Regierung redlich verdient.
@jack-black Ein Land, in welchem seit Jahrzehnten die BLÖD als auflagenstärkste Zeitung gilt, hat sich eine AgD-Regierung redlich verdient ... Genau. Heißt dass aber jetzt, dass Herrschaft doch nicht von Gott zugelassen wird. Oder hat diese Situation einen heilsgeschichtlichen Sinn. Z.B. sich die unchristlichen Zuständen in Deutschland und der Welt vor Augen zuführen und an einer zunächst individuellen und dann auch kollektiven / gesellschaftlichen Umkehr zu arbeiten.
@herbert Man mag mit der plakativen Art der Bild seine Probleme haben. Positiv über Jahrzehnte ist die grundsätzliche Grundhaltung gegenüber gegen das Regime in Pankow und die positive Einstellung zum jüdischen Staat, die man so in keiner Tageszeitung sonst findet.
@jigal was an Axel Caesar Springer lag und liegt, mehr zu seinen Beweggründen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/raetselhafte-freundschaft-100.html#text=%C3%9Cber%20uns%20*%20Partner.%20*%20ARD%7C
@der_alte Ein interessanter Artikel. Ich bin nicht der Meinung von Michel Friedman als deutscher Konservativer die Erfolge der IDF als einen Grund zu sehen.
Aussöhnung und die Unterstützung der Araber durch die Sowjets glaube ich eher.
Es gibt einen jüdischen Witz.
Die Tschechen waren im Sechstagekrieg für Israel. Die CSSR hatte ja auch schon Kämpfer der Haganah ausgebildet und auch Flugzeuge und Waffen geliefert.
Ein Portier in einem Hotel in Prag berichtet täglich über die Erfolge der israelischen Armee 1967.
Er werden immer mehr die für Israel sind. Auch durch die Unterstützung der Araber durch die Sowjets, denn in Prag mag man die sowjetische Politik nicht.
Am fünften Tag schaut der Portier nicht mehr so erfreut.
Was ist passiert es läuft doch gut für Israel.
Jemand hat ihm gesagt die israelischen Soldaten wären lauter Juden.
@alescha ist halt kein Print. Wenn Non-Print dann noch PI, JouWatch. Ersteres wurde im alten j.de System m.W. aktiv geblacklisted.
Man könnten noch Apollo-New, Epoch Times, Zuerst!, Compact dazu nehmen.
Und Philosophia Perennis, betrieben von einem katholischen, homosexuellen Autor, der wegen seines Outings die Lehrerlaubnis in der RKK verlor und dann über taz, "Männer" seinen Weg machte.
@herbert Heißt dass aber jetzt, dass Herrschaft doch nicht von Gott zugelassen wird. Oder hat diese Situation einen heilsgeschichtlichen Sinn.
Keine Ahnung, ich denke nicht in religiösen Zusammenhängen.
@jack-black die Bild hat mit dieser Partei gar nichts zu tun.
Sie ist plakatif, die Überschriften sind das was man heute im Internet Clickbaiting nennt.
Sie informiert seit Jahrzehnten die einfachen Leute die sich keine regionale Zeitung leisten können, oder wollen.
Es kann nicht jeder FAZ oder ND lesen. Wobei die Ablehnung von Axel Springer bei manchen Leute schon an das ND erinnert.
Springer war eben gegen den Kommunismus, das Hochhaus war mit Absicht am "Antifaschistischen Schutzwall".
Ich bin keine Leser dieser Zeitung. Es ist aber so ein Klassiker auf Busreisen. Irgendjemand im Bus kauft sie immer an der Raststätte und seit es Serways gibt mit den Gutscheinen sowieso.
Auch kann ich nicht beurteilen, ob die Bild am Sonntag ein höheres Niveau hat. Mein Vater hatte sie wegen der guten Berichtserstattung über die Bundesliga am Samstag abonniert. Die anderen Artikel waren auch nicht schlechter, als die in der regionalen Tageszeitung.
Ich weiß nicht ob sie die Vorgaben von Axel Springer noch einhalten, dazu hätte ich nach dem Schwarzen Sabbat eine lesen müssen. Es gab wohl eine Vorgabe gegenüber Israel. PLO oder Hamas Fans hatten keine Chance in der Redaktion.
@jigal die Bild hat mit dieser Partei gar nichts zu tun.
Hab ich zwar auch nicht behauptet, würde es aber so in der Pauschalität anzweifeln. Hinsichtlich meines Gedankens ist es allerdings irrelevant, ob diese Postille direkt mit der AgD verbandelt ist oder nicht. Die BLÖD ist volksverdummend, unanständig und tendenziell antidemokratisch; und dass die Deutschen so ein unanständiges Schmierblatt seit Jahrzehnten kaufen, zeigt, wie wenig sie auf Anstand und Demokratie geben. Da passt ein AgD-Regime gut dazu. Wie das Trump-Regime zu einem Land passt, in welchem Fox News der reichweitenstärkste Nachrichtenkanal ist.
Die BLÖD ist volksverdummend, unanständig und tendenziell antidemokratisch
Hast Du für "tendenziell antidemokratisch" mal ein oder zwei Beispiele?
Der (milde ausgedrückt) fahrlässige Umgang mit der Wahrheit wär schon mal ein Punkt.
Ich habe ja schon mal (gefühlt vor Jahren) davon erzählt, wie ich das erste mal was von der bild-Zeitung hörte: Meine Grundschullehrerin regte sich über einen Artikel auf, der sie schlecht darstellte (»Grausame Lehrerin ließ Kinder im „Kabuff” sitzen«).
Ja, sicher.
Es ging mir jetzt aber nicht um den fahrlässigen Umgang mit der Wahrheit (besonders schlimm fand ich da den Umgang mit Raimund Harmstorf, wo die Bild-Zeitung selbst nach Polizeiangaben mit ihrer verlogenen Berichterstattung Anteil an seinem Suizid hatte.
Was da an Verleumdung, übler Nachrede etc. abläuft ist schlimm genug.
Ich dachte jetzt eher in Richtung verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates.
@alescha als bedenklich eingestuft wurde (nicht vom BfV!) die Kampagne gegen Dr. Habeck ("Heiz-Hammer"). Oder die Angriffe 2020 gegen die "Lockdown-Macher" (deb entsprechenden Stellen). Oder Attacken auf den BUndestag ("Gier-Politiker"). So ein Outgrouping: Wir (Volk) gegen die ("abgehobene") Elite.
@alescha Hast Du für "tendenziell antidemokratisch" mal ein oder zwei Beispiele?
Nein. Weil Du mich da bei einer falschen Formulierung erwischt hast. Danke dafür! Was ich meinte, war nicht "antidemokratisch", sondern "demokratiegefährdend".
Aktiv gegen die Demokratie zu sein, unterstelle ich dem Springer-Konzern nicht. Aber mit der BLÖD trägt er seit Jahrzehnten (mein diesbezügliches Urteil hatte sich schon zu der Zeit gebildet, als ich vor knappen 40 Jahren den Wehrdienst verweigerte UND mich in unserem Angelverein für bestimmte naturschutz-relevante Sachen einsetzte, die ich hier jetzt nicht ausbreiten mag - ich wurde da dann als Fünfte Kolonne Moskaus bezeichnet, als Feigling und Vaterlandsverräter, als Scheiß-Müsli und Brokdorf-Chaot. Und zwar von "Sportsfreunden", die ihre gesamte politische Bildung aus der BLÖD hatten; es war denen gar nicht peinlich, das "zuzugeben") für eine Vergiftung, Versumpfung, Vulgarisierung und Verdummung des politischen Diskurses bei. Diese Gehässigkeit, die wir heute bei der AgD und in noch offenerer Weise von FaschistenFox aus den USA kennen, diese Lust am Beleidigen und stets die Grenzen des Sagbaren auszutesten - die wurden hierzulande seit Jahrzehnten von BLÖD zur diskursiven Normalität etabliert, mit ihrem Kampagnenjournalismus, mit ihren hämischen Headlines und bösartigen, immer abwertenden und zum kumpanenhaften Höhöhöhö!- einladenden Bezeichnungen politischer Gegner (Gaza-Greta war da das Letzte, was ich nicht vermeiden konnte, irgendwo mitzubekommen), bzw. ihrer auserkorenen Opfer. Mit ihrer das Gelten von Argumenten zerstörenden demagogischen Simplifizierung aller politischen Kompliziertheiten. Mit ihrer sozialpornografischen Dreistigkeit, die keinen Respekt vor Menschen hatte, denen gerade etwas Schlimmes passiert war (Motto: "Perverser Pädo-Papa tötet Tochter - BILD sprach zuerst mit dem Opfer!").
Ich wollte jetzt eben nochmal nachschauen, was es da an neuesten Beispielen beim BILDBlog gäbe - aber der hat sich ja inzwischen "diversifiziert" und ich bin zu dumm oder zu faul oder beides, da jetzt in dem Archiv weit genug zurück zu zu kommen, um die Beispiele zu finden, die mich vor zwanzig Jahren, als mir mal jemand den Link dorthin schickte, in meiner Meinung bestätigten, wie durch und durch moralisch unanständig dieses Schmierblatt war.
Neuere Beispiele habe ich aber auch nicht, da ich aus Prinzip nichts von denen lese.
Also nein, die BLÖD ist nicht antidemokratisch. Ihr ist die Demokratie schnurzegal. Aber sie wirkt (e zumindest damals, als ich mir mit ihr noch auseinandersetzte) tendenziell demokratiegefährdend.
Danke nochmal für die Nachfrage!
Danke nochmal für die Nachfrage!
Und ich danke für die Erklärung.
"demokratiegefährdend"
Ja, das kommt meiner Meinung nach hin!