Anschlag in Magdeburg
Gestern hieß es noch: Mindestens 1 Toter, 60-80 Verletzte. Inzwischen sind es vier Tote, 211 Verletzte. Schlimm.
Inzwischen wird klar: Der Täter stammte aus Saudi-Arabien, ist aber kein Islamist oder so. Nach dem, was bekannt ist, hat sich das Motiv offenbar so aufgebaut:
- Ex-Muslim, der aus SA geflohen ist
- Hat sich um aus SA geflohene Frauen gekümmert
- Islamkritiker
- AfD-Sympathisant
- Nimmt wahr, dass die von den Saudis auch hier verfolgt, und von Staat offenbar nicht ausreichend geschützt werden
- Kommt zu Schluss, dass der deutsche Staat an einer Verschwörung beteiligt ist, Ex-Muslime aus SA weltweit zu »jagen«.
Der letzte Punkt geht zwar über das hinaus, was die AfD behauptet, aber die Tendenz, das Schlechte als gewollt, von den Nicht-Rechten bewusst geplant hinzustellen, ist die gleiche. Und wenn ich mir noch mal so viele Drehungen wie von AfD-Behauptungen zu seiner Verschwörungstheorie vorstelle, die dann auf diese VT draufgesetzt werden - ja, dann kann wohl jemand auf die Idee kommen, sich in einem Weihnachtsmarkt zu rächen.
Er hat sich furchtbar verrannt, und eine entsetzliche, sinnlose Tat verübt.
Wir können nur für die Opfer beten, für deren Angehörige, für alle die ihnen helfen (medizinisch, psychologisch, …). Und wer es fertig bringt: Auch für den Täter.
Für mich zeigt sich, dass das Böse nicht nur auf einer Seite zu finden ist.
Und dass es wohl nicht viele Möglichkeiten gibt, solche Dinge zu verhindern.
Wir reden hier ja nicht von einem bisher auffälligen, nicht-integrierten, zottelbärtigen Islamisten (Klischee), sondern von einem schon lange hier lebenden und halbwegs 'angekommenen' Menschen mit einer gewissen Bildung -eben kein 'religiöser Spinner'-, den man nicht so misstrauisch beäugte.
@chai Und dass es wohl nicht viele Möglichkeiten gibt, solche Dinge zu verhindern.
Richtig. Insbesondere, da die hier verwendete Waffe millionenfach verbreitet in Privatbesitz zu finden ist. Ganz im Ernst: ich bin (positiv) erstaunt, dass solche Taten nicht weitaus öfter geschehen.
Man lernt aus Fehlern, z.B. hat man nach dem Anschlag mit LKW in Berlin Poller aufgestellt. Nun hat ein Täter eine Sicherheitslücke gefunden und ausgenutzt - die wird in Zukunft geschlossen sein. Und dann passiert erst mal »nichts« - bis ein Attentäter eine andere Sicherheitslücke entdeckt …
bin (positiv) erstaunt, dass solche Taten nicht weitaus öfter geschehen.
Sie würden weitaus öfter geschehen, wenn »die Ausländer (/Flüchtlinge/…) so schlimm wären, wie es AfD & Co. suggerieren. Ich bin nicht positiv erstaunt, auch nicht negativ (aber natürlich überrascht).
@hkmwk Sie würden weitaus öfter geschehen, wenn »die Ausländer (/Flüchtlinge/…) so schlimm wären, wie es AfD & Co. suggerieren.
Mein positives Erstauntsein bezieht sich nicht so sehr auf irgendwelche Ausländer, Flüchtlinge oder sonstige "übliche Verdächtige". Sondern darauf, dass wir in Deutschland viele Millionen Leute mit tonnenschweren potentiell tödlichen Waffen durch die Gegend fahren haben, wobei die allerwenigsten der Toten, die durch diese Waffen umkamen, vorsätzlich getötet wurden. Ich meine: wir echaufieren uns immer so über die us-amerikanischen Waffengesetze, nach welchen die Leute ja sogar automatische Kriegswaffen wie Sturmgewehre sich mehr oder weniger unkontrolliert besorgen können, Waffen also, mit denen man auf einen Schlag viele Menschen killen kann.
Aber auch mit Autos lassen sich viele Menschen auf einen Schlag killen - wie der Fall in Magdeburg belegt.
Und ich bin eben insofern erstaunt, dass mein Menschenbild pessimistischer ist, als es die Statistik in dieser Hinsicht hergibt: von den Millionen, die ohne näheren Charaktertest solche Waffen führen dürfen, werden doch in sehr wenigen Fällen Morde mittelst dieser Waffen begangen.
Ich sollte besser über die Leute denken. 🙂
Ich bete für alle Verletzten, dass sie schnell genesen.
Ich bete für alle Hinterbliebenen der Todesopfer, dass sie ihre Trauer verarbeiten können.
Ich bete für alle Einsatzkräfte der Feuerwehr und Krankenhäuser, die medizinisch und tatkräftig Helfen.
Ich bete für alle Einsatzkräfte der Polizei und Co., die nun die Hintergründe versuchen zu verstehen und aufklären.
Ich denke der ist schlichtweg verrückt. Wenn man Moslems oder Deutsche Politiker treffen will, dann war ein Weihnachtsmarkt doch nicht der entsprechende Ort dafür. Wenn es wirklich stimmt, das er vom Regime verfolgten Saudis helfen wollte.
Dass der wirr im Kopf ist, denke ich auch.
Wenn man Moslems oder Deutsche Politiker treffen will, dann war ein Weihnachtsmarkt doch nicht der entsprechende Ort dafür. Wenn es wirklich stimmt, das er vom Regime verfolgten Saudis helfen wollte.
Nachdem was man bisher weiß, wollte er vielleicht der AfD helfen. Wenn dem so sein sollte, ginge seine Rechnung auf. Guck mal, was in den sozialen Medien los ist. Das Geschrei "Grenzen dicht", "Remigration", "da - die Moslems wieder" (dass der Täter sich gegen den Islam richtete interessiert in der blaubraunen Bubble offenbar kaum jemanden), "nur noch AfD" und "Ihr wisst, wo ihr euer Kreuz zu setzen habt" etc. pp. Das muss man einfach sehen: Jeder Gewalttäter mit Migrationshintergrund, egal aus welchen Motiven heraus er gehandelt hat, verstärkt den Eindruck, dass Migration mehr Gewalt bedeutet und heizt die Migrationsdebatte weiter an. Und das nützt v.a. einer Partei: Der AfD. Und dem Täter von Magdeburg war das, denke ich, sehr wohl bewusst.
@alescha Hallo Alescha,
es gibt Migration und es gibt Flucht. Der Täter scheint sich sehr für Flüchtlinge engagiert zu haben, die der Gewalt aus moslemisch bestimmten Ländern entkommen wollten. Das hat er wohl schon lange so gemacht und er war auch ein Influencer auf X - mit 47.000 Followern darf man ihn wohl als solchen bezeichnen. Er war als Psychiater in Bernburg, was wohl nicht weit entfernt von Magdeburg liegt, tätig.
Er sprach sich gegen islamische Migranten aus, weil er eine Islamisierung Deutschlands und einen Verlust der Freiheit - insbesondere der Frauen fürchtete. Er hatte Kenntnis von Verfolgung von Exilanten in Deutschland durch ihr islamisches Heimatland und hat die deutschen Behörden um Hilfe gebeten. Diese hätte ich für selbstverständlich gehalten, denn was nutzt ein Exil, wenn das Land, das Sicherheit geben soll, den Häschern aus der Heimat vollen Spielraum bietet.
Er hat Morden gesehen, er hat Verfolgung gesehen und er sah es kommen, dass dieser Geist jetzt auch bald Deutschland beherrschen will. Ob da jetzt grade die AfD die richtige helfende Hand wäre, wage ich mal zu bezweifeln. Denn zwar mögen sie sich gegen islamische Migranten wenden, aber sie sind dann doch Vertreter totalitärer Ansätze, die einer Verfolgung unbescholtener Bürger auf Grund unterschiedlicher Ansichten möglicherweise nicht abgeneigt wären. All dieser totalitäre Dreck halt, all dieses Unterdrücken von Freiheit und der freien Wahl, wie man leben möchte.
Quellen: https://www.dw.com/de/magdeburg-und-der-mutma%C3%9Fliche-t%C3%A4ter-was-wir-wissen/a-71134175
Dazu als (z.T.) Primärquelle ein Interview des Täters mit RAIR (eine christlich-jüdische Graswurzelbewegung in den USA):
Zusammenfassung durch ChatGPT:
Dr. Taleb Al Abdulmohsen, ein saudischer Psychiater, behauptet, dass Deutschland und andere westliche Länder die Islamisierung ihrer Gesellschaften fördern und Ex-Muslime, die vor der Scharia fliehen, aktiv verfolgen. Er kritisiert, dass diese Regierungen islamische Migranten bevorzugen und gleichzeitig Asylanträge von saudischen Abtrünnigen ablehnen, obwohl diese echten Verfolgung entkommen. Laut Dr. Taleb ist dies Teil einer gezielten Agenda, um westliche Nationen zu destabilisieren und zu islamisieren.
Klingt nach Verschwörungstheorie. Andererseits kann man sich natürlich schon fragen, warum in unserem Land freiheitsfeindliche Strukturen eher geduldet werden als wie das freiheitsliebende Menschen Schutz erfahren.
Mit seiner Tat hat er Aufmerksamkeit erhalten. Das wollte er.
Einerseits finde ich es problematisch, brutalen Morden die gewünschte Frucht zuzugestehen. Andererseits halte ich seine Kritik für anhörenswert und bedenkenswert. Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass in unserem Land die Freiheit in Gefahr gerät, dann sollte ganz schnell etwas passieren. Und das Problem sehe ich da weniger bei den totalitären Kräften von außen als wie vielmehr die Unsensibilität und die Untätigkeit von uns Deutschen bei der Verteidigung zentraler Werte.
Zumindest waren mir die Motive des Täters eine Überraschung. Selbstverständlich halte ich solche Taten für abscheulich und kein Weg, zu kommunizieren. Es kommt meist auch nichts Gutes dabei heraus. Man denke nur an den Marktbetreiber in Tunesien, der sich schlecht behandelt fühlte und durch seine Selbstentzündung den arabischen Frühling auslöste, von dem aus Ausläufer in die ganze Welt gingen. Was für einen positiven Effekt hat das gehabt? Aus Mord und Tötung kann nichts Gutes erwachsen.
Somit sehe ich es als eine notwendige Erkenntnis der Tat, dass dies nicht der Weg ist, aus dem Rettung wird.
Ich sehe aber auch eine Notwendigkeit für eine sachliche Auseinandersetzung mit den Ursachen der Amokfahrt und unseren Versäumnissen, die Freiheit von uns und unseren Asylanten zu schützen - was natürlich ein hartes und konsequenten Angehen all jener Kräfte, die Freiheit einschränken wollen, einschließen muss. Jenseits unserer staatlichen Gesetze und Gerichte darf es keine Institutionen geben, die uns Normen aufdrängen wollen, die mehr mit mittelalterlicher Primitivität als wie mit modernen Kulturen zu tun hat.
Wer in die USA einwandern will, der muss zunächst einmal viel über das Land wissen und dieses Wissen wird in einem Test abgefragt. So viel ich weiß muss man auch einen Schwur auf die Verfassung leisten. Warum machen wir das nicht auch? Und Menschen, die hier mit Scharia-artigem Gehabe auffallen dürfen noch einmal eine extra Runde Staatsbürgerkunde machen. Und, ja, von mir aus nenn das Gehirnwäsche - denn genau das ist das, was Menschen benötigen, die glauben, dass mittelalterliche Gedankenkultur das wäre, was wir jetzt brauchen.
Ich will niemanden nach Hause schicken. Aber ich würde mir als Deutschen das Recht einräumen, unseren Gästen die Hausordnung auswendig lernen zu lassen. Und diese Hausordnung hat mehr mit dem Gewähren von Freiheiten als mit dem Recht auf ihre Einschränkung zu tun.
Veröffentlicht von: @goodfruit
Mit seiner Tat hat er Aufmerksamkeit erhalten. Das wollte er. ...
Zumindest waren mir die Motive des Täters eine Überraschung. ...
Aufmerksamkeit ja, Verständnis nein.
Im Endeffekt wird sich ein Großteil der Bevölkerung nicht mit seinen Motiven auseinandersetzen wollen (gerade auch, weil es eine höchst unverständliche Form der Mitteilung von Missständen ist), sondern eben einfach seine Taten sehen und verurteilen.
Damit hat er seinem Anliegen einen Bärendienst erwiesen.
Und was den Schwur auf die Verfassung angeht - um das Ziel der Aufenthaltserlaubnis zu erreichen, sind vermutlich viele bereit, den zu leisten.
@chai Im Endeffekt wird sich ein Großteil der Bevölkerung nicht mit seinen Motiven auseinandersetzen wollen (gerade auch, weil es eine höchst unverständliche Form der Mitteilung von Missständen ist), sondern eben einfach seine Taten sehen und verurteilen.
Das dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass dies nicht der Kern der Berichterstattung ist. Du musst schon suchen, um diese Inhalte zu finden. Sie sind nicht das, was ins Narrativ passt - und zwar nirgends: weder bei den alten Parteien noch bei der AfD.
Das ist ja schon skandalös, wenn ein Freund freiheitlich-demokratischer Grundrechte und Arzt und Anwalt verfolgter Asylanten eine Verzweiflungstat begeht. Da könnte es ja sein, dass man etwas nicht bedacht, etwas versäumt hat.
Auch trennt die Migrantendiskussion ungern zwischen Asylanten und Migranten. Es passt einfach nicht, dass in der Presse jetzt Ausschließlich auf Migranten fokussiert. Ja, der Arzt sah hier das Eindringen freiheitsfeindlichen Gedankengutes, Kultur und Aktivismus in unser Land und damit eine reale Gefahr für unsere Grundordnung. Er sah aber auch, wie unter den Migranten solche waren, die Asylanten aufspüren und terrorisieren - ausgehend von ihren Heimatstaaten, wo diese geflohen sind.
Damit hat er seinem Anliegen einen Bärendienst erwiesen.
Ja, das hat er sicher. Vor allen Dingen hat er das beschädigt, was er vorgeblich doch schützen wollte: den freiheitlichen Staat. Jede Amokfahrt, jeder Akt des Terrorismus hilft, Angst zu verbreiten und ebnet totalitären Strukturen den Weg - zumindest, solange nicht der Staat selber eingreift und dieses Problem angeht.
Und was den Schwur auf die Verfassung angeht - um das Ziel der Aufenthaltserlaubnis zu erreichen, sind vermutlich viele bereit, den zu leisten.
Nun, ein Schwur ist ein Schwur und ein Meineid ist schon ein anderes Ding, als nicht zu wissen, das Scharia in Deutschland nicht sein darf.
Wenn ich das lese:
dass Deutschland und andere westliche Länder die Islamisierung ihrer Gesellschaften fördern und Ex-Muslime, die vor der Scharia fliehen, aktiv verfolgen. Er kritisiert, dass diese Regierungen islamische Migranten bevorzugen und gleichzeitig Asylanträge von saudischen Abtrünnigen ablehnen, obwohl diese echten Verfolgung entkommen.
dann muss ich sagen: Ja, das stimmt. Bis auf den entscheidenden Punkt, dass das nicht bewusst geschieht.
Aber wenn z.B. die Übersetzer beim BAMF größtenteils Muslime sind und falsch übersetzen, haben Konvertiten schlechte Chancen, anerkannt zu werden. Das muss im Einzelfall noch nicht mal böser Wille sein:
»Was haben Sie nach ihrer Bekehrung gemacht?« »Ich habe mich taufen lassen«, übersetzt als „Ich habe gebadet” - ja, woher soll ein Muslim wissen, was eine Taufe ist?
Mit seiner Tat hat er Aufmerksamkeit erhalten. Das wollte er.
Vielleicht war es mehr, vielleicht hat ja Alescha Recht dass er mit »Jetzt spiele ich den Islamisten« der AfD helfen wollte. Im Prinzip das, was jener Rechtsextremist plante, der sich als angeblicher Flüchtling registrieren ließ (erinnert sich jemand?) - nur eben »perfekter«.
@hkmwk Aber wenn z.B. die Übersetzer beim BAMF größtenteils Muslime sind und falsch übersetzen, haben Konvertiten schlechte Chancen, anerkannt zu werden. Das muss im Einzelfall noch nicht mal böser Wille sein:
»Was haben Sie nach ihrer Bekehrung gemacht?« »Ich habe mich taufen lassen«, übersetzt als „Ich habe gebadet” - ja, woher soll ein Muslim wissen, was eine Taufe ist?
Das ist in der Tat ein Problem. Ich erinnere mich an einen französischen Film, wo so eine Situation als Randaspekt thematisiert wurde. Es gibt heute aber gute Übersetzungsprogramme und wenn das helfen würde, dass bösartige Übersetzer herausfliegen, wäre das sehr hilfreich. Dazu bräuchte man die Interviews nur als Tondokument mitschneiden und einer digitalen Akte beifügen.
Sehe ich auch so. Der Täter hat eine Absicht.
Das Ziel von Terror ist Macht ausüben durch gewalttätig Angst und Schrecken zu verbreiten. Das lateinische Wort heißt ja übersetzt schon "Schrecken".
Wie kommst Du darauf, die Tat als "sinnlos" zu bezeichnen?
Für meine Begriffe kann eine Tat auch sinnlos sein, wenn der Täter eine Sinn darin zu erkennen glaubt.
Und da ich nicht sofort geantwortet habe (war nicht auf jesus.de): Inzwischen weiß ich mehr, und die Sache wird immer komplizierter.
@hkmwk Für meine Begriffe kann eine Tat auch sinnlos sein, wenn der Täter eine Sinn darin zu erkennen glaubt.
Okay. Für meine Begriffe gibt es in allen beliebigen Zusammenhängen keinen objektiven, d.h. perspektivunabhängigen Sinn. Sinn besteht immer nur hinsichtlich einer Perspektive von intentionsfähigen Wesen. Solange man also nicht die Perspektive eines Täters kennt, kann man dazu, ob die Tat aus seiner Perspektive sinnvoll sei, schlicht kein Urteil fällen.
Also läßt sich begründet lediglich aussagen, dass man in einer Tat keinen Sinn zu erkennen vermöge: das ist dann aber eben eine Selbstaussage mit wenig Informationsgehalt hinsichtlich der Tat.
Ich geb jetzt mal ein Beispiel - der aktuelle Fall ist zu unklar, also nehme ich die Erinnerung an den Gymnasium-Philosophieunterricht, mit Texten von RAF-Gründern.
Eins ist mir da deutlich in Erinnerung geblieben: Das Nahziel der RAF war, den Staat so zu provozieren, dass er immer schärfere Sicherheitsgesetze erlässt, und so sein eigentlich faschistischer Charakter offensichtlich wird. Was dann die Volksmassen aufwachen lässt - Endziel Weltrevolution.
Bis zu einem gewissen Grad waren sie ja auch relativ erfolgreich, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Denn egal was man an Wirkungen anführen könnte - Straßenkontrollen von Polizisten mit Maschinenpistolen, §129a, oder der Radikalenerlass - die Volksmassen sind nicht aufgewacht. Eher im Gegenteil. Weil natürlich auch die eifrigsten »Helfer« der RAF (Strauß, Dregger etc.) keinen Faschismus aufbauen wollten. Und deshalb haben die Aktionen der RAF ihren Sinn letztlich verfehlt, waren also sinnlos.
Weil natürlich auch die eifrigsten »Helfer« der RAF (Strauß, Dregger etc.) keinen Faschismus aufbauen wollten. Und deshalb haben die Aktionen der RAF ihren Sinn letztlich verfehlt, waren also sinnlos.
Ein Plan wird nicht dadurch "sinnlos", dass er nicht funktioniert oder die Ausführenden die Lage falsch eingeschätzt haben.
"Sinnlos" wäre ein Plan dann, wenn damit kein konkretes Ziel verfolgt wird - oder die Ausführenden aufgrund ihnen vorliegender Informationen selbst davon ausgehen, dass er nicht funktionieren wird, sie ihn aber trotzdem durchführen.
Das geht wohl in Richtung Wortbedeutung. Ich meine: Was seinen Sinn verfehlt, verliert seinen Sinn.
Kann man so sehen, aber dann wäre "sinnlos" gleichbedeutend mit "erfolglos". Und Jack hat ja darauf hingewiesen, dass er das nicht gemeint hat.
@hkmwk Und deshalb haben die Aktionen der RAF ihren Sinn letztlich verfehlt, waren also sinnlos.
Nö - sie hatten den von Dir ganz gut zusammengefassten Sinn. Ihre Aktionen waren nicht sinn- sondern erfolglos. Oder hätte ein anderer historistorischer Verlauf (wenn also die "Systemschweine ihre Masken fallen gelassen" hätten und es zur erhofften Revol
tion gekommen wäre) ihren Aktionen Sinn verliehen? Ist der Sinn einer Handlung also kontingent? Sinn ist das, worauf man vor Beginn einer intentionalen Handlung hin sinnt.
Freilich: alltagssprachlich kommt es häufig vor, dass jemand sagt: "Die Vorgehensweise X ist sinnlos hinsichtlich des Ziels Y." So, wie auch häufig die Formulierung "Es ist unvernünftig/irrational, X zu tun, um Y zu erreichen." vorkommt.
Was aber dabei eigentlich infrage gestellt wird, ist nicht der Sinn der Handlung, sondern der Grad, in welchem ihre Konsequenzen fehlerfrei kalkuliert wurden.
Ließe sich stets erst nachträglich beurteilen, ob eine Tat sinnvoll verübt wurde, so wäre zu fragen: welches Kriterium müsste so einer Beurteilung zugrunde liegen? Womöglich war genau das, was nun nach den Magdeburger Anschlägen geschieht, vom Täter gewollt: wäre es dann plötzlich eine sinnvolle Tat?
@hkmwk Als Psychiater hat er sicher auch viel von den Nöten der Menschen gehört. Diese Nöten würden viele sicher reflexhaft und kategorisch als "Verschwörungstheorien" abtun. Und zum Teil werden sie das auch sein. Aber er wird auch von Menschen gehört haben, die echte Verfolgung erlitten haben. Er wird viele gehört haben, was es ihm ermöglichte, Muster zu erkennen und Zusammenhänge zu sehen, Erkenntnisse, die in die Hand des Verfassungsschutzes gehören würden, wenn ihn nicht medizinische Schweigepflicht binden würde. Aber er war ja bemüht, Hilfe zu holen, unseren Staat in seinen Grundsätzen zu schützen - zu Schützen vor Kräften, von denen er in seiner Arbeit Kenntnis bekam.
Da muss man sich fragen, warum man da nicht aktiv wurde. Wollte man das gar nicht hören, und nahm mal also die Zerrüttung unserer kulturellen und staatsrechtlichen Grundlagen billigend in Kauf?
Vielleicht sollte freiheitsliebende Bürger mal in de Moscheen gehen und da dann gleich Anmerkungen machen, wenn problematische Inhalte gelehrt werden. Dann würde man vermutlich vor die Tür gesetzt - aber das wäre dann ein guter Anlass darüber zu berichten - ein Anlass weit harmloser als eine Amokfahrt.
Er wird viele gehört haben, was es ihm ermöglichte, Muster zu erkennen und Zusammenhänge zu sehen, Erkenntnisse, die in die Hand des Verfassungsschutzes gehören würden, wenn ihn nicht medizinische Schweigepflicht binden würde. Aber er war ja bemüht, Hilfe zu holen, unseren Staat in seinen Grundsätzen zu schützen - zu Schützen vor Kräften, von denen er in seiner Arbeit Kenntnis bekam.
Da muss man sich fragen, warum man da nicht aktiv wurde.
Weil du dir das gerade ausgedacht hast.
Kann man mal sehen, wie schnell das gehen kann, wenn die Fantasie zur scheinbaren Realität wird.
Ohne dir irgendwas unterstellen zu wollen, selbstverständlich.
@lucan-7 Sorry, Lucan,
da ist Dir wohl ein Inhalt eines weiteren Beitrags von mir hier im Thread entgangen:
Quellen: https://www.dw.com/de/magdeburg-und-der-mutma%C3%9Fliche-t%C3%A4ter-was-wir-wissen/a-71134175
Dazu als (z.T.) Primärquelle ein Interview des Täters mit RAIR (eine christlich-jüdische Graswurzelbewegung in den USA):
https://rairfoundation.com/saudi-psychiatrist-exposes-germanys-active-operation-welcoming-jihadis /" target="_blank" rel="nofollow noopener"> https://web.archive.org/web/20241216110535/https://rairfoundation.com/saudi-psychiatrist-exposes-germanys-active-operation-welcoming-jihadis/
Zusammenfassung durch ChatGPT:
Dr. Taleb Al Abdulmohsen, ein saudischer Psychiater, behauptet, dass Deutschland und andere westliche Länder die Islamisierung ihrer Gesellschaften fördern und Ex-Muslime, die vor der Scharia fliehen, aktiv verfolgen. Er kritisiert, dass diese Regierungen islamische Migranten bevorzugen und gleichzeitig Asylanträge von saudischen Abtrünnigen ablehnen, obwohl diese echten Verfolgung entkommen. Laut Dr. Taleb ist dies Teil einer gezielten Agenda, um westliche Nationen zu destabilisieren und zu islamisieren.
Ich finde es in diesem Fall außerordentlich wichtig, die Hintergründe bzw. die Motivation der Tat zu berücksichtigen.
Lucan: Kann man mal sehen, wie schnell das gehen kann, wenn die Fantasie zur scheinbaren Realität wird.
Ohne dir irgendwas unterstellen zu wollen, selbstverständlich.
Was denkst Du Dir eigentlich dabei, wenn Du so etwas postest? "Kann ja nicht sein - also hat sich GoodFruit da etwas zusammengesponnen!" , oder "Das passt mir jetzt gar nicht in den Kram, dass man sich eventuell mit Problemen in der Abwehr totalitärer Aktivisten kümmern muss ..."
Die Hintergründe des Mannes, soweit sie in den Medien genannt wurden, sind mir auch bekannt.
Zusammengesponnen hast du dir Dinge, wie folgende:
Er wird viele gehört haben, was es ihm ermöglichte, Muster zu erkennen und Zusammenhänge zu sehen, Erkenntnisse, die in die Hand des Verfassungsschutzes gehören würden, wenn ihn nicht medizinische Schweigepflicht binden würde. Aber er war ja bemüht, Hilfe zu holen, unseren Staat in seinen Grundsätzen zu schützen - zu Schützen vor Kräften, von denen er in seiner Arbeit Kenntnis bekam.
Wir wissen nicht, was er da möglicherweise gehört hat, was unter seine Schweigepflicht fällt. Deshalb verbietet es sich auch, darüber zu spekulieren. Und erst recht, darauf eine Argumentation aufzubauen.
Wir wissen nicht, was er da möglicherweise gehört hat, was unter seine Schweigepflicht fällt.
Stimmt. Aber man weiß von anderen Quellen (z.B. Pastoren, die Konvertiten aus dem Islam betreuen), dass es da Muster gibt, die der Attentäter höchstwahrscheinlich auch erkennen konnte. Ob das unter die Schweigepflicht fiel, ob da Dinge dabei wahren, die der Verfassungsschutz wissen sollte - das wissen wir allerdings nicht.
Und der VT, das wäre Absicht, kann ich nicht zustimmen. Passt aber zur AfD …
Stimmt. Aber man weiß von anderen Quellen (z.B. Pastoren, die Konvertiten aus dem Islam betreuen), dass es da Muster gibt, die der Attentäter höchstwahrscheinlich auch erkennen konnte.
Man kann da manches vermuten. Man sollte aber immer vorsichtig sein, etwas davon für die Wahrheit zu halten, nur weil es einem selbst einleuchtend erscheint - wir haben ja nur wenige Informationen, und die wenigsten hier dürften entsprechende Fachleute sein.
Natürlich habe ich auch den Wunsch zu verstehen, wie so etwas passieren konnte. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass ich das niemals wirklich nachvollziehen können werde.
Der Weg von dem, was der Attentäter wohl erlebt hat, zum Anschlag ist nicht vorgegeben, ich habe auch nicht behauptet, dass ich den kenne. Und in dem Beitrag, auf den du da geantwortet hast, habe ich ja nur auf Dinge hingewiesen, die bekannt sind. Wie er auf seine VT gekommen ist (die Vermutung, dass da die AfD eine Rolle spielt, habe ich höchstens angedeutet) und wieso er dazu kam, den Anschlag zu verüben - das wissen wir nicht. Vielleicht später mehr, wenn es ermittelt ist.