Baumärkte offen aber Gottesdienste verboten?
Es gibt ein Grundrecht auf Religionsfreiheit. Ein solches auf den Besuch eines Baumarktes m.W. nicht.
Gibt es da in Euren Augen noch eine Verhältnismäßigkeit?
Im Baumarkt sitzt man nicht 1-2 Stunden (möglicherweise) eng zusammen 😊
Grundsätzlich ziehe ich den Gottesdienstbesuch einer Einkaufstour im Baumarkt jederzeit vor. Ich leide mehr darunter nicht in den Gottesdienst gehen zu können, als wenn mir ein Baumarktbesuch verboten ist.
Aber wo fängt verhältnismäßigkeit an und wo hört sie auf.
Die Religionsfreiheit ist, trotz dem, dass keine Gottesdienste vor Ort stattfinden, nicht weiter eingeschränkt. Online Angebote boomen - auch wenn sie m. M. nach ein eher "billiger" Ersatz sind. Wären diese Verboten, dann müssen wir uns ernsthaft Sorgen machen.
Ich habe viel darüber nachgedacht, viele Grundrecht sind gerade eingeschränkt. Demonstrationen gehen nicht, auch sonstige Versammlungen nicht, kulturelle Veranstaltungen sind ebenso verboten, wie alles andere, wo viele Menschen aufeinander treffen können.
Ich persönlich finde manches davon nicht verhältnismäßig, z. b. könnten m. M. nach Veranstaltungen im Freien durchaus sein. Ob das gleich so große sein müssen mit vielen Tausend Teilnehmern sei dahin gestellt.
Auch wenn es nicht ganz zum Thema gehört: Baumärkte dürfen öffnen, Möbelgeschäfte nicht... kleine enge Läden dürfen öffnen, große Kaufhäuser nicht... Verhältnismäßig ist vieles gerade nicht.
Hab Geduld!
Bald darf wieder gejauchzt,geklatscht und getanzt werden.
Ächz und gepredigt auch,...
M.
was mich daran nervt...
ist, wie wenig uns da zugetraut wird.
Selbst "Gottesdienst" ist ja überhaupt keine homogene Sache.
Da gibt es die große Studentengemeinde (zeitlich flexibel, haufenweise Mitarbeiter, Erwachsene, eher weniger in der Risikogruppe), da gibt es die aussterbende kleine Gemeinde irgendwo auf dem Land (wenig Leute, riesiger Raum, schon klar Risiko, aber Abstand problemlos ohne sonstige Änderungen einzuhalten), da gibt es die Gemeinde voll mit jungen Familien (Kinder!!!!), da gibt es die "durchschnittliche größere Gemeinde" (mit Leuten aus allen Altersgruppen, eigenen Räumen, vlt sogar nem eigenen Garten, etc).
Manche hätten es hier sicher schwerer, einen Gottesdienst vor Ort zu feiern, der grade das Infektionsrisiko nicht erhöht.
Aber "alle kirchliche Veranstaltungen" beinhaltet eben auch einiges, was man wirklich sehr leicht so gestalten kann, dass es kein Problem wäre.
Dass ein Standardgottesdienst drinnen gerade nicht wirklich stattfinden kann sehe ich völlig ein und unsere Gemeinde sah das so, bevor es ein offizielles Verbot gab. Da brachen dann auch schon die Mitarbeiter weg, die gesagt haben, sie gehören aber zur Risikogruppe etc.
Aber letztlich ist das ein Misstrauensvotum. "Wir können nicht kontrollieren, ob ihr euch dran haltet, wir können nur kontrollieren, dass eure Häuser leer bleiben und ihr keine Veranstaltungen ausschreibt". Das ist so wie "wir schrauben alle Bänke ab, weil wir euch nicht vertrauen können, dass ihr die einzeln benutzt".
Jetzt ist es natürlich so, dass man tatsächlich einigen nicht vertrauen konnte, dass sie die Bänke einzeln benutzen. So wie Leute sich teilweise, gerade am Anfang, in die Baumärkte gedrängt haben und da dann wirklich deutlich erhöhtes Risiko war, höher als wenn sich z.B. der (kleine) Chor im Innenhof trifft und eine Probe abhält.
Die Anforderung gerade ist, dass wir vor allem Abstand halten und dass wir ein bisschen schauen, dass wir unser Niesen etc. bei uns behalten und weil man darauf nicht grundsätzlich vertrauen kann (nem frisch Einjährigen kriegt man keine Niesettikette beigebracht, ne Maske geht auch nicht und ein Schild ist nur mäßig erfolgreich) ein bisschen schauen, dass man nicht das Niesen anderer einsammelt.
Das ist eigentlich nicht so kompliziert. Dass Leute da erst zuhören und entsprechend handeln, wenn es Verbote gibt, ist traurig. Dass die Verbote dann teils mit zu breitem Pinsel gezeichnet werden ist es auch. Find ich das gut? Nein. Find ich das sinnvoll? hmm... ja? Hab ich so richtig ne bessere Idee gerade? Gerade in Anbetracht der Tatsache, wie teilweise mit "Geboten", "Hinweisen", "Richtlinien" und eben auch schon teils "Gesetzen" umgegangen wird? Auch nicht so richtig.
Religionsfreiheit würde ich da trotzdem nicht zücken. Da seh ich grade z.B. das Demonstrationsrecht kritischer. Meine Religion muss nur neue Wege finden. Fresh X findet schon lang, dass wir uns zu sehr auf Gottesdienste fixieren.
Ich hab schon öfter von ihr erzählt: Julian of Norwich. Frau, kurz nach der Pest, ging in Selbstisolation. Kein Skype, keine Frauenrechte, ganz viel kein, schreibt ein Buch über die Hoffnung, die wir in Gott finden, das bis heute 700 Jahre später erhalten ist und bis heute Menschen bewegt. Zeit, kreativ zu werden.
Liebe Grüße
kueken
OT Julian of Norwich
Welche Version von Julian of Norwich hast du denn gelesen? Das altenglische Original oder eine Übertragung in modernes Englisch (wenn ja, welche, da gibt's mehrere) oder noch anders?
Das Original ist Mittelenglisch. (Altenglisch wäre z. B. der Beowulf).
Danke für die Korrktur.
step by step
Veröffentlicht von: @provinzkuekenSelbst "Gottesdienst" ist ja überhaupt keine homogene Sache.
Veröffentlicht von: @provinzkuekenist, wie wenig uns da zugetraut wird.
Ich denke es ging und geht dabei insbesondere darum, dass sich nicht zu viele Menschen von A nach B bewegen. Hinzu kommt, dass wenn Gottesdienste erlaubt sind, jede Menge andere "Vereine" in den Startlöchern stehen und dann rufen, "wenn die ... wir auch!"
Wir sind zurzeit ja an einem Punkt, an dem noch nicht mal "nicht lebenswichtige" medizinische Behandlungen erlaubt sind. Ich denke, dass man da step-by-step nach Prioritäten, die Sinn machen, den Lockdown wieder aufheben muss.
Korrekte Formulierung
Moin.
Veröffentlicht von: @tamaroWir sind zurzeit ja an einem Punkt, an dem noch nicht mal "nicht lebenswichtige" medizinische Behandlungen erlaubt sind.
Das ist doch aber so nicht richtig, da hast du doch was vergessen? Meine Eltern waren heute beim Zahnarzt, meine Mutter fährt Dienstag, wie alle drei Wochen, in die Lungenklinik zur ambulanten Behandlung, die Nachbarin ist regelmäßig ambulant zur Therapie, ich hatte u.a. Physio...?
Wenn ich es richtig verstanden habe, werden gerade komplizierte OPs, die eine längere intensivmedizinische Behandlung als Folge haben könnten, aber nicht akut nötig sind, verschoben, oder?
Veröffentlicht von: @lubovWenn ich es richtig verstanden habe, werden gerade komplizierte OPs, die eine längere intensivmedizinische Behandlung als Folge haben könnten, aber nicht akut nötig sind, verschoben, oder?
So habe ich das auch gehört.
Eine Kundin regte sich allen Ernstes auf, dass Ihr Zahnarzt die Zahnreingung verschoben hat.
Die Zahnreinigung! 🙄
Ansonsten bekommen wir in der Apotheke nach wie vor die üblichen Rezepte rein, beliefern Kunden und Altenheime. Dass keiner mehr medizinisch versorgt wird, stimmt einfach nicht.
Veröffentlicht von: @lubovDas ist doch aber so nicht richtig, da hast du doch was vergessen? Meine Eltern waren heute beim Zahnarzt, meine Mutter fährt Dienstag, wie alle drei Wochen, in die Lungenklinik zur ambulanten Behandlung, die Nachbarin ist regelmäßig ambulant zur Therapie, ich hatte u.a. Physio...?
Hallo lubov 😊
Ich bin ja Schweizer und lebe in der Schweiz, bin ä ächte Bärner Giu. Bei uns wurde in der medizinischen Versorgung ab Mitte März ziemlich viel zurückgefahren, dies aufgrund einer Notrecht-Massnahme der Regierung (Bundesrat). Ich habe aufgrund deiner Nachfrage nun ein wenig dazu recherchiert.
Nachfolgend der Originaltext der Medienmitteilung des Bundesamtes für Gesunheit (BAG) vom 16. März:
"Spitäler, Kliniken und Arztpraxen bleiben geöffnet, müssen aber auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien verzichten."
Zur Frage, wann noch operiert werden soll/darf habe ich das folgende Zitat gefunden:
Laut Claude Kaufmann, Sprecher der Privatklinikgruppe Hirslanden, sind im Kanton Zürich derzeit nur Eingriffe erlaubt, deren Unterlassung beispielsweise zu einem der folgenden Szenarien führen könnte: «Verkürzung der Lebenserwartung, bleibende Schädigung und Verschlechterung der Lebensqualität in ausserordentlichem Masse etwa durch starke Schmerzen», wie er «Bluewin» sagt.
Der Link zum vollständigen Artikel:
Aufgrund der Umsetzung der BR-Richtlinie hat dies nun dazu geführt, dass Arztpraxen und z.T. auf orthopädische Eingriffe spezialisierte Kliniken entweder ganz geschlossen sind oder den Betrieb stark zurückgefahren haben. Gemäss meinen Angaben wurden etwa 20'000 Angestellte aus dem medizinischen Bereich auf Kurzarbeit gesetzt.
https://www.srf.ch/news/regional/basel-baselland/trotz-corona-spital-prueft-ernsthaft-kurzarbeit
Zahnarztpraxen bieten auch nur noch notfallmässige Dienste an. Darunter fallen unter anderem die Behandlung von Schmerzen und nach Unfällen, sowie Behandlungen von strukturschädigenden Abläufen und Zuständen.
Offenbar kam es in der Bevölkerung auch zu Missverständnissen, was die weiterhin bestehenden Dienste bspw. von Hausärzten und Notfallstationen anbelangt oder die Leute haben aus anderen Gründen, etwa aus Angst vor Ansteckung mit Covid-19 weniger oft einen Arzt konsultiert, als dies normalerweise der Fall ist:
https://www.srf.ch/news/schweiz/paradox-in-corona-zeiten-leere-arztpraxen-und-notfallstationen
Ab 27. April werden nun erstmals seit dem Lockdown von Mitte März wieder Lockerungsmassnahmen erlaubt.
Ab diesem Datum werden Arzt-, Physiopraxen, Kliniken usw. wieder ihre normalen Dienste anbieten können, so wie dies vor dem Lockdown der Fall war.
.....
Aber um all das ging es mir in meinem Posting von gestern eigentlich gar nicht. Offenbar war ich hier zu wenig Vorsichtig mit meiner Formulierung. Ich meine diese irgendwo in den hiesigen Medien so aufgeschnappt zu haben. Vielleicht hat auch das BAG den bundesrätlichen Entscheid so offensiv kommuniziert, dass sie über das Ziel hinausgeschossen sind.
Mir ging es in meinem Posting darum, darauf hinzuweisen, dass zurzeit selbst in grundlegenden Bereichen der Versorgung Einschränkungen bestehen. Ich dachte, das sei bei Euch in D in vergleichbarem Masse der Fall. Wenn nun die Lockerung des Lockdowns ansteht, macht es mE nun Sinn, zuerst auf diese grundlegenden Bereiche zu fokussieren und diese wieder hochzufahren.
Falls die Covid19-Fallzahlen dabei stabil bleiben sollten, wird man danach weitere Bereiche wieder hochfahren können, eben step-by-step. Für den 11. Mai ist die Wiedereröffnung der obligatorischen Schulen und des gesamten Detailhandels vorgesehen. Das Versammlungsrecht, und darunter fallen auch die Gottesdienste, wird somit noch später wieder gelockert werden können. Es wird alles immer unter Berücksichtigung einer Rückfallgefahr und einem möglichen plötzlichen Wiederanstieg der Fallzahlen, was man unbedingt vermeiden will, beschlossen. Man möchte keine stop-and-go-Politik betreiben.
Dabei ist eine der wichtigsten Begründungen schon die, den Verkehr, die Bewegungen von A nach B vorerst noch möglichst tief zu halten. Denn der Verlauf der Pandemie zeigt ja, dass sich das Virus vor allem entlang der häufig genutzten Verkehrswege stark und schnell verbreitet.
Auch wenn ich, was die Krisenbewältigung insgesamt angeht auf der Linie von Moorwackler bin, so finde ich die Lockerungsstrategie unserer Regierung zumindest in der Theorie doch logisch und nachvollziehbar, und aufgrund der bisher getroffenen Entscheidungen insgesamt konsistent (ausser was das Tragen von Schutzmasken anbelangt).
Ich bin froh wenn in der Gesellschaft demnächst wieder Schritte ins normale Leben erfolgen. Denn hier in der CH wirkt zurzeit alles ziemlich surreal auf mich und die Städte sind wie ausgestorben. Ironie on - wie wenn alle einen kurz bevorstehenden Asteroiden-Einschlag erwarten würden. Dabei soll das ja erst am 29. April der Fall sein - Ironie-off.
Beste Grüsse
Tamaro
Nachtrag vom 18.04.2020 1240
Oh - Den Link zu meinem letzten Satz habe ich noch vergessen:
https://www.fr.de/wissen/asteroid-1998-or2-april-2020-keine-gefahr-erde-13591919.html
Hallo,
jetzt kam ich auch noch dazu den langen Text zu lesen und stelle fest, wir sind deutlich näher beieinander, als ich das zunächst vermutete.
Grundsätzlich: Mich ärgert, dass die nötigen Abstandsregeln nicht eingehalten wurden ohne weitgreifende Gesetzesänderungen (oder was auch immer der angemessene Begriff für die neuen Regelwerke ist). Ich sehe aber durchaus ein, dass es nötig war. Dabei bin ich mir nicht ganz sicher, ob das mehr ist "die haben es ja noch nicht verboten, also kann es so schlimm nicht sein und wenn mir hier einzelne sagen, dass sie dieses oder jenes nicht machen, dann ist das nur Panikmache" oder ob das subtiler ist, dass wir als Menschen harte Ansagen und Regeln brauchen oder eine Kombination daraus, die vielleicht bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich gewichtet ist.
Die Schwierigkeit, klare Regeln zu formulieren, bei denen nicht einfach nur die Lücken gesucht werden und die trotzdem nicht deutlich mehr Fälle treffen als man wollte, beschäftigt Menschen (sowohl Gesetzgeber als auch Eltern) seit dem ein oder anderen Jahrtausend. Wenn wir einfach nur alle vernünftig und freundlich zueinander wären, wäre das alles viel einfacher und Menschen, denen man da mehr zutraut und die weniger irgendwas kompensieren müssen klappt das auch eigentlich ganz gut. Aber irgendwie trauen wir uns dann doch nicht so viel zu und wir fühlen uns doch nicht so geliebt, wie wir es sind. (und ja, das trifft auf vieles zu, finden wir hier jetzt aber auch wieder)
Veröffentlicht von: @tamaroAuch wenn ich, was die Krisenbewältigung insgesamt angeht auf der Linie von Moorwackler bin, so finde ich die Lockerungsstrategie unserer Regierung zumindest in der Theorie doch logisch und nachvollziehbar, und aufgrund der bisher getroffenen Entscheidungen insgesamt konsistent (ausser was das Tragen von Schutzmasken anbelangt).
im Wesentlichen kann ich das wohl so unterschreiben, ja. Und bei den Masken gibt es
a) hinzukommende Erkenntnisse
b) unterschiedliche Fragen, die an sie gestellt werden, die unterschiedlich beantwortet werden und dann die Frage unter den Tisch fallen gelassen
c) äußere Faktoren, die dann zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen.
Insgesamt also auch bei diesem Aspekt: wenn Dinge zu sehr heruntergebrochen sind, werden sie ungenau und letztlich ist die Politik auch hier relativ nachvollziehbar und konsistent.
Veröffentlicht von: @tamarowie wenn alle einen kurz bevorstehenden Asteroiden-Einschlag erwarten würden.
da könnte man sicherlich auch analysieren was es heißt, wenn Menschen sich in ihren Häusern sicher fühlen vor einem Asteroiden 🤔
Veröffentlicht von: @tamaroIch denke es ging und geht dabei insbesondere darum, dass sich nicht zu viele Menschen von A nach B bewegen.
meine Kirche ist auf halbem Weg zu meinem Supermarkt und sogar noch innerhalb des mancherorts vorgeschriebenen 1 km Radius. Auf dem Weg dort hin komm ich sogar an zwei anderen Kirchen vorbei, eine Vorgabe wenn es um die Wege gegangen wäre hätte dann also sein können "Kirche vor Ort", wäre auch mal spannend gewesen.
Vor allem will man nicht immer wieder neu Leute mischen.
Veröffentlicht von: @tamaroWir sind zurzeit ja an einem Punkt, an dem noch nicht mal "nicht lebenswichtige" medizinische Behandlungen erlaubt sind.
das ist so falsch, aber das hat lubov ja schon kommentiert.
Der Punkt ist, dass es mancherorts Regeln gibt, die weder hinreichend noch notwendig sind für das Erfüllen der Anforderung "wir halten Abstand voneinander". Und ja, da sind dann manchmal Dinge erlaubt, die kritischer sind als andere Dinge, die aber verboten sind. Der Garten- und Baumarkt (besonders anfangs, als das noch alles ohne so richtiges Konzept war und sich da rein gedrängt haben) sowie das "alle kirchlichen Veranstaltungen" wären dafür jeweils ein Beispiel.
Aber an den Gottesdiensten sind sie jetzt ja dran. Und ich bin mir nichtmal sicher, ob das nicht sogar eigentlich zu früh ist (hier in meinem Bundesland haben wir auch noch keinen klaren Abwärtstrend in den neu positiv getesteten, wenn ich mir die Zahlen der letzten Tage so anschaue).
1 km Radius
Veröffentlicht von: @provinzkuekenund sogar noch innerhalb des mancherorts vorgeschriebenen 1 km Radius
Gibt's die Vorschrift auch irgendwo in Deutschland? Die ist für mich das beste Beispiel für:
Veröffentlicht von: @provinzkuekenDer Punkt ist, dass es mancherorts Regeln gibt, die weder hinreichend noch notwendig sind für das Erfüllen der Anforderung "wir halten Abstand voneinander".
Veröffentlicht von: @stundenglasGibt's die Vorschrift auch irgendwo in Deutschland?
Nicht bundesweit. Aber es gibt einige Ministerpräsidenten, die meinen auf die bundesweit geltenden Vorschriften (die ich im großen und ganzen für durchaus zielführend und verhältnismäßig halte) noch was draufpacken zu müssen, z.B. in Sachsen und Bayern.
Die Gefahr, die ich dabei sehe ist, dass die Akzeptanz für die Einschränkungen schwindet und damit auch die Bereitschaft, sich daran zu halten.
Wenn die Stimmung bei einem großen Teil der Bevölkerung kippt, können auch verschärfte Kontrollen und drastische Bußgelder nicht allzu viel ausrichten. Denn die echte Kriminalität macht ja während des Lockdown keine Pause....
Veröffentlicht von: @suzanne62Aber es gibt einige Ministerpräsidenten, die meinen auf die bundesweit geltenden Vorschriften (die ich im großen und ganzen für durchaus zielführend und verhältnismäßig halte) noch was draufpacken zu müssen, z.B. in Sachsen und Bayern.
Soweit ich weiß, gibt es auch dort keine Vorgabe, wie weit man sich maximal vom Haus entfernen darf. Diesen 1-km-Radius gibt es m.W. in Frankreich, in Sachsen sind es immerhin 15 km.
Veröffentlicht von: @suzanne62Denn die echte Kriminalität macht ja während des Lockdown keine Pause....
Zumindest die Einbrüche sind zurückgegangen.
In der Tat. 😢
Veröffentlicht von: @suzanne62Nicht bundesweit. Aber es gibt einige Ministerpräsidenten, die meinen auf die bundesweit geltenden Vorschriften (die ich im großen und ganzen für durchaus zielführend und verhältnismäßig halte) noch was draufpacken zu müssen, z.B. in Sachsen und Bayern.
Da wüsste ich auch nichts von einem 1km-Radius. Bayern hat definitiv keinen.
Veröffentlicht von: @suzanne62Die Gefahr, die ich dabei sehe ist, dass die Akzeptanz für die Einschränkungen schwindet und damit auch die Bereitschaft, sich daran zu halten.
Natürlich.
Veröffentlicht von: @provinzkuekenVeröffentlicht von: @provinzkuekenWir sind zurzeit ja an einem Punkt, an dem noch nicht mal "nicht lebenswichtige" medizinische Behandlungen erlaubt sind.
das ist so falsch, aber das hat lubov ja schon kommentiert.
Ich hatte das so im Kopf, wie es bei uns in der Schweiz für den Gesundheitsbereich geregelt ist --> siehe meine Antwort an lubov von eben. 😊 Vielleicht ist da schon ein grösserer Unterschied als ich dachte zwischen den beiden Ländern.
Veröffentlicht von: @tamaroVielleicht ist da schon ein grösserer Unterschied als ich dachte zwischen den beiden Ländern.
Vielleicht auch nicht: https://www.bz-berlin.de/deutschland/kliniken-verband-schlaegt-alarm-wegen-corona-regeln
Veröffentlicht von: @provinzkuekenmeine Kirche ist auf halbem Weg zu meinem Supermarkt und sogar noch innerhalb des mancherorts vorgeschriebenen 1 km Radius.
Wo gibt es denn einen 1 km Radius?
Es gibt in Deutschland wegen Corona keinen 1 km Radius
Ich habe viel, sehr viel der Vorschriften zu Corona gelesen.
Man soll nicht reisen, man darf auch mehr einkaufen als in anderen Ländern in denen mehr geschlossen ist als bei uns noch heute.
Viel wäre doch mit solch einem Radius gar nicht zu erledigen.
Wir sind eine Flächenstadt. Hier gibt es viele Leute die haben mind. 3 km zum nächsten Supermarkt und 5 km zur nächsten Apotheke. Von dünner besiedelten Ländern mal abgesehen.
Bisher haben wir keine Bestätigung benötigt um zur Arbeit zu fahren.
In den Zeiten der "Autofreien Sonntage" wurden die Feuerwehrangehörigen mit Dienstausweisen ausgestattet. In Zeiten von Corona nicht, obwohl die meisten Feuerwehrhäuser für den Großteil der Einsatzkräfte weiter als 1 km entfernt sind.
Veröffentlicht von: @qdspielerWo gibt es denn einen 1 km Radius?
in Paris. Zeitweise sogar mit "aber nur zwischen 19 und 7 Uhr". Und in Belgien war es auch im Gespräch. Potentiell auch noch an anderen Orten, in Deutschland aber tatsächlich nicht, das zu implizieren war nicht meine Absicht.
Veröffentlicht von: @provinzkueken(hier in meinem Bundesland haben wir auch noch keinen klaren Abwärtstrend in den neu positiv getesteten, wenn ich mir die Zahlen der letzten Tage so anschaue).
Wird vielleicht mehr getestet?
Veröffentlicht von: @mrorleanderWird vielleicht mehr getestet?
mir fehlt die Kompetenz und die Datenlage um über genaue Gründe zu spekulieren, ich sehe aber, dass unser offiziell festgestelltes R noch eine Weile knapp in der Größenordnung von 1 lag und auch absolut eher in einer Größenordnung wo eine Fallverfolgung anstrengend ist. Gestern waren die Zahlen eher niedrig, mal sehen, ob das jetzt ein Trend ist oder ob die sehr hohe Zahl vorgestern und die vergleichsweise niedrige Zahl gestern nur Schwankungen in den Tests abbilden. Und auf den Anstieg durch die ganzen Osterbesuche warten wir ja auch noch.
Ja es ist schade, dass Gottesdienste verboten sind. Es geht den Gesundheitsämtern bei den ersten Fragen darum, wie lange man mit jemand Kontakt hatte. Beim Baumarkt kann man den Zugang beschränken. Hier im Raiffeisen-Markt machen sie es mit Pflicht einen Einkaufswagen zu nutzen und man kann die Kontaktzeit begrenzen.
Wie mache ich das im Gottesdienst? Wie halte ich Abstände ein? Wer kontrolliert das? Wer haftet? Bei uns würde die Beschränkung auf 50 Personen des ersten Wochenendes nicht ausreichen.
Chance in der Krise
Naja, in Baumärkten lassen sich die Besucherzahlen und Abstände gut steuern. Lebendige Gemeinden sind oft gut besucht, außerdem ist dort viel Kommunikation und Nähe. Man müsste ebenfalls eine maximale Anzahl von Besuchern festlegen, so dass manche evtl. draußen bleiben müssten, was auch doof wäre. Nähe, Austausch, Kommunikation in Gruppe ist auch schwierig, der Kaffee vor oder nach dem Godi ebenfalls tabu. Unterm Strich bleibt fast nur der reine Gottesdienstablauf unter Wahrung des Abstandes.
Aber die Alternative ist ja nicht "gar nichts". Sondern so viele Gemeinden haben Live-Streams eingerichtet, sind echt kreativ geworden, organisieren Online-Hauskreise, telefonieren usw. Darüber hinaus all die Kommunikation und Zusammenarbeit, das alles zu organisieren und vorzubereiten. Ich glaube, da ist eher mehr Gemeinschaft als in einem reinen Gottesdienstablauf auf Abstand. Wobei man natürlich drauf achten muss, dass gerade ältere Menschen ebenfalls Zugang finden, was sicher nicht immer einfach ist, aber auch nicht unbewältigbar.
Weiterhin ist es auch ein Anlass, die Gemeinde bekannt zu machen. Vielleicht schaut doch der eine oder andere mal rein, der eigentlich nichts mit Kirche am Hut hat. Einfach, weil er von einem Freund den Link bekommen hat und nun doch mal neugierig wird.
Und schließlich ist es auch eine Gelegenheit, den Menschen zu zeigen, dass es einen lebendigen Glauben gibt und Gott uns einen geistlichen Zugang zu ihm ermöglicht hat. Ein echter Gottesdienst ist zwar schön und wichtig, aber eben auch nicht zwingend erforderlich, um mit Gott in Kontakt zu treten. Eigentlich gehört ein Godi zum Christenleben dazu, aber in Notsituationen geht es eben auch mal ohne, weil die lebendige Gemeinde Gott eben nicht an einem bestimmten Ort, sondern im Geist und in der Wahrheit anbetet.
Hab heute in den Nachrichten gehört, dass die Kirchen ab Montag wieder öffnen dürfen. Maximal 15 Personen haben Zutritt.
Nur in Sachsen, oder?
Eben in den Nachrichten hieß es, dass das nur für Sachsen gilt - oder ist das schon wieder überholt?
Als erstes Bundesland entschied Sachsen schon jetzt, kleine Gottesdienste mit bis zu 15 Teilnehmern sowie einem Pfarrer und einem Kantor ab Montag stattfinden zu lassen.
https://www.dw.com/de/werden-gottesdienste-bald-wieder-erlaubt/a-53166573
In Brandenburg: Gottesdienste aus "besonderem Anlass"...
...mit bis zu 20 Personen. Nachstehend eine Pressemitteilung der EKBO vom heutigen Tag:
Kleine Gottesdienste sind in Brandenburg und Sachsen ab 20. April 2020 wieder möglich
Berlin, 17. April 2020 – Bischof Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist erleichtert, dass in den Ländern Brandenburg und Sachsen ab dem 20. April Gottesdienstformen im kleinen Kreis wieder erlaubt sein werden. „Das Zusammenkommen unter Gottes Wort ist wesentlicher Teil unseres christlichen Glaubens, ist Kraftquelle und Zuspruch. Deswegen bin ich dankbar, dass es nun erste Schritte hin zu kleinen gottesdienstlichen Formen gibt. Und ebenso, dass die so wichtige Seelsorge wieder mehr Raum bekommt.“
Die Länder Sachsen und Brandenburg haben heute öffentlich gemacht, wie sie die Regelungen der Bundesregierung zur Eindämmung des Coronavirus auslegen und Lockerungen im religiösen Leben bekannt gegeben. Das Land Brandenburg erlaubt ab dem 20. April Gottesdienste aus besonderem Anlass, vor allem Taufen, Bestattungen und Trauerfeiern in einem Kreis von bis zu 20 Menschen. In Sachsen sind dann wieder Gottesdienste mit bis zu 15 Personen möglich. In beiden Bundesländern ist auch die Begleitung Sterbender in einem kleinen Kreis von Angehörigen erlaubt. In Brandenburg dürfen Seelsorger und Seelsorgerinnen nicht nur Sterbende, sondern auch Kranke begleiten.
Theresa Rinecker, Generalsuperintendentin des Sprengels Görlitz, begrüßt die vorsichtige Öffnung in Sachsen und Brandenburg hin zur Gestaltung von kleinen Andachts- und Gottesdienstformen. „Dies ist ein guter Versuch, sich schrittweise wieder einer gottesdienstlichen Feier des Sonntages anzunähern.“
Heilgard Asmus, Generalsuperintendentin des Sprengels Potsdam, zeigt sich ebenso erfreut über die Lockerung: „Dass wir wieder in Gemeinschaft Gott und das Leben feiern können, wird Menschen erfüllen.“
Die Landeskirche hat ein Konzept für die Umsetzung der nötigen Hygiene- und Abstandsregeln während eines Gottesdienstes erarbeitet. Auch für die Kirche stehen der Schutz vor Ansteckung und die Solidarität mit besonders gefährdeten Menschen an erster Stelle.
Bundesweit wird es vermutlich ab Anfang Mai Lockerungen der Beschränkungen auf Grund der Coronakrise geben. „Die derzeitigen Gespräche mit dem Bund stimmen zuversichtlich, alle wollen das hohe Gut der Religionsausübung stärken – natürlich unter den gebotenen Hygieneregeln“, so Bischof Stäblein. „Gottesdienste können helfen, uns gemeinsam durch schwere Zeiten zu tragen.“
Nachtrag vom 17.04.2020 2045
Hier noch der Link
Wobei ich mich frage, wie das mit den 15 umgesetzt wird. So quasi man macht sich auf den Weg, ist aber Nummer 16 - pech gehabt. Andererseits, wenn jemand älter oder Vorerkrankungen hat wird sich derjenige das wohl auch übelegen dort hinzugehen.
Ich hoffe, sie passen da wirklich gut auf, das es dann nicht mehr sind. Es gibt bestimmt einige die der Kirche nicht wohlgesonnen sind und da genau beobachten.
Man lädt einfach nur 15 ein und bittet um Zusage.
Ich hoffe, dass es aber weiterhin die vielen Livestreams gibt. Gerade wenn nur 15 Leute reinkönnen - oder es Leute gibt die aufgrund der Vorerkrankung zur Risikogruppe gehören und an Gottesdiensten vor Ort lieber nicht teilnehmen.
Schöner Beitrag, genau das denke ich auch.
Die Frage, die seit Wochen für mich über allem steht ist:
Sehe ich Corona als "Krise" oder als "Chance"?
Ich hab mich für die "Chance" entschieden.
Krise = Chance + Gefahr
Veröffentlicht von: @tristesseSehe ich Corona als "Krise" oder als "Chance"?
das chinesische Schriftzeichen für "Krise" besteht übrigens aus den beiden Schriftzeichen für "Chance" und "Gefahr" - ich mag den Gedanken sehr, dass in einer Krise immer beides steckt. Zuerst mag sie uns als Gefahr erscheinen, aber wenn man genau hinschaut, kann man in jeder Krise auch eine Chance entdecken
Ich mag mich auch lieber der Chance zuwenden als der Gefahr, denn dann bekommt die Krise für mich Sinn.
Also leider machen die echt einfach weiter. Man muss sogar jetzt zum Arzt wieder gehen wenn man was mit Atmung hat. Telefon geht nicht mehr! Die spinnen doch
Veröffentlicht von: @piniadas chinesische Schriftzeichen für "Krise" besteht übrigens aus den beiden Schriftzeichen für "Chance" und "Gefahr" - ich mag den Gedanken sehr, dass in einer Krise immer beides steckt. Zuerst mag sie uns als Gefahr erscheinen, aber wenn man genau hinschaut, kann man in jeder Krise auch eine Chance entdecken
Das stimmt so nicht. Klick.
Hier wird auf einen englischsprachigen Text verlinkt. Hier gilt erst recht, daß man eine kurze Zusammenfassung - natürlich auf Deutsch - bringen sollte.
Stundenglas hat schon einen link gepostet.
Dieses Zitat ist ein Fakt, das sich irgendwann mal fest gesetzt hat.
Nachtrag vom 18.04.2020 1245
[del]Fakt [/del]= Fake!
Veröffentlicht von: @tristesseDieses Zitat ist ein Fakt,
Du wolltest Fake schreiben, oder?
Jupp 😊
Danke.
Hab die Beiträge nicht gelesen - außer einem weiter unten ...
Online hören viel mehr Leute einem Gottesdienst zu im Vergleich mit Gottesdienstbesuchen ....
Frequentierung von Online-Gottesdiensten
Ich hab mich ja gefragt, wie die Zählung bei youtube ist. 😀 497 Aufrufe - wir bringen glaube ich nur so um die 150 Menschen im Kirchenschiff unter, ich muss nochmal fragen bzw. zählen.